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Schneeengel

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27.12.2018 0:29
6 Ab 6 Jahren
Fertiggestellt

2 Charaktere

Anakin Skywalker/Darth Vader

Anakin Skywalker ist der Sohn von Shmi Skywalker und wuchs als Sklave auf dem Planeten Tatooine auf. Später wurde er von dem Jedi Qui-Gon Jinn entdeckt und nach Coruscant gebracht, wo er als Padawan von Obi-Wan Kenobi zum Jedi ausgebildet wurde. Anakin führte eine heimliche Beziehung mit Padmé Amidala und hatte mit ihr zwei Kinder.

Obi-Wan Kenobi

Obi-Wan Kenobi, später als Ben Kenobi bekannt, ist ein Jedi des Alten Jedi-Ordens und gilt als besonders besonnen und ruhig. Seinen diplomatischen Fähigkeiten in Kriegszeiten verdankt er den Beinamen "Unterhändler". Er war der Meister von Anakin Skywalker und beherrscht die Macht ebenso gut wie sein Lichtschwert.

„Meister?“ Die Stimme Anakins war leise, aber drängend, weshalb sich Obi-Wan schnell zu seinem Padawan umdrehte. Er wollte wissen, was los war.
„Ja?“
Im nächsten Augenblick traf ihn ein Schneeball mitten im Gesicht, die Macht hatte ihn nicht gewarnt, begleitet vom Lachen seines Padawans.

Eigentlich waren die beiden gerade auf einer diplomatischen Mission. Auf Alderaan. Man hatte sie um Hilfe gebeten, um Beratung. Was sie letztendlich in die Berge, ein Stück abseits von Aldera, geführt hatte. Dorthin, wo stets Schnee lag.
Eigentlich war gerade keine Zeit für solche Albernheiten.
Es war nicht so, dass jede Sekunde zählte, dennoch eilte die Angelegenheit und war besser heute erledigt, als morgen. Damit sie keinen Schaden anrichten konnte.
Zudem war Obi-Wan stets um ein seriöses Auftreten bemüht. Er wollte die Jedi würdevoll vertreten. Keinem diese unseriöse Seite zeigen.
Aber das konnte er nicht auf sich sitzen lassen!
Und für den Moment waren sie zudem alleine. Auf den Weg zu ihren Quartieren, um sich frisch zu machen, sowie dort auf den Abend zu warten.
Er runzelte die Stirn leicht. Etwas Zeit sollte sich vielleicht doch erübrigen lassen.

Obi-Wan bückte sich, um mit bloßen Händen einen Schneeball zu formen. Eine perfekte Sphäre und das in kürzester Zeit.
Dennoch nicht schnell genug.
Ein weiterer Schneeball hatte ihn am Kopf getroffen.

Ein verschmitztes Grinsen zierte das Gesicht Anakins.
In beiden Händen hielt er je einen weiteren Schneeball. Offenbar hatte er Vorräte gehabt, ehe er Obi-Wan das erste Mal angegriffen hatte.
„Meister, Ihr habt keine Chance gegen mich!“, sagte er. „Gebt lieber gleich auf.“
„Das hättest du wohl gerne, Padawan.“ Jetzt musste auch Obi-Wan lachen. Selbst dann noch, als ihn die beiden Schneebälle am Oberkörper trafen und er den seinen fallen ließ, wodurch er zerbrach. „Letzte Worte, ehe du im Schnee begraben wirst?“
„Ihr könnt es ja versuchen!“ Der Junge versuchte taff zu erscheinen, wirkte aber irritiert.
Genau diese Verwirrung nutzte der Jedimeister aus. Obi-Wan schloss für einen Moment die Augen und sammelte sich. Spürte das Leben um sich herum. Spürte die Macht. Und nutzte sie schließlich, um den Schnee, der auf dem Hüttendach neben ihnen lag, herabrutschen zu lassen. Direkt auf seinen Padawan.

Dieser schien die Gefahr gerade rechtzeitig bemerkt zu haben, wich mit einem gewaltigen Satz nach hinten aus. „Das war unfair, Meister!“, rief er.
„Dein erster Angriff war auch nicht gerade fair, Anakin“, antwortete Obi-Wan nur. „Und Regeln sind auch keine festgelegt.
„Also wenn das so ist …“
Obi-Wan wartete nicht bis sein Padawan fertig gesprochen hatte, sondern zielte, warf und traf. Mitten auf dem Oberkörper.
Anakin taumelte und stolperte ein paar Schritte nach hinten. „Heh!“, rief er wieder.

Im nächsten Moment musste Obi-Wan sich zur Seite drehen, damit ihm die Sicht nicht von einer gewaltigen Schneewehe genommen wurde.
Er schmunzelte. Sein Padawan war gut darin, die Techniken seiner Gegner zu verstehen und eigene Interpretationen davon einzusetzen, oder sie für sich zu nutzen.
Eigentlich konnte man ihre Schneeballschlacht dadurch fast schon als Training betrachten.
Obi-Wan schloss die Augen und fühlte. Trotz seines hitzigen Gemüts war sein Padawan innerlich noch ruhig. Wie es sein sollte.
Dann warf er erneut.

Dieses Mal fluchte Anakin deutlich vernehmbar.
„Wieso genau hätte ich keine Chance haben sollen?“, fragte Obi-Wan nun, mit einem Lächeln in der Stimme.
Anakin musste noch viel lernen. Auch wenn er bereits sechs Jahre im Tempel lebte und lernte, hatte er noch lange nicht alles verstanden, begriffen, oder gesehen.
Er trat ein paar vorsichtige Schritte auf seinen Padawan zu, der nun leise schnaubte.

Obi-Wan konnte sehen, dass die Blicke Anakins immer wieder zwischen dem Baum, unter dem sich Obi-Wan nun direkt befand, und dem dick mit Schnee bedeckten Boden hin und her schwenkten und rechnete damit, dass der nächste Angriff, wieder eine große Menge an Schnee beinhalten würde. Doch zu seiner großen Überraschung, ließ sich Anakin einfach nur nach hinten, in eine Schneewehe fallen.

„Schnee ist großartig“, meinte er, „fast so wie Wüste. Nur viel, viel schöner.“
Obi-Wan hob eine Augenbraue. Dann aber lächelte er.
Er hatte immer wieder das Gefühl, dass Anakin viel zu schnell zu erwachsen, zu ernst wurde. Auch seiner Vergangenheit auf Tattooine wegen – eine solche Prägung blieb ein Leben lang. Da war es schön zu sehen, dass er sich noch immer für Dinge begeistern konnte. Doch noch irgendwie Kind war, auch wenn er inzwischen zu alt war, um als ein solches bezeichnet werden zu können.

„Hast du schon einmal einen Schneeengel gemacht?“, fragte Obi-Wan.
Anakin setzte sich ruckartig auf und bedachte ihn mit einem skeptischen Blick. „Einen Schneeengel? Gibt es überhaupt Schnee auf Iego, Meister? Was hat das miteinander zu tun?“
Obi-Wan lachte. „Schau her.“ Er ließ sich neben seinem Padawan in den Schnee fallen und bewegte seine Arme und Beine so, dass Flügel und Robe um die menschliche Silhouette herum entstanden.
„Zwei Paar Flügel zu wenig, den Erzählungen nach. Aber das ließe sich ja noch beheben. Oder es ist eben ein sehr menschlicher Engel“, meinte er, während er sich wieder aufrichtete und den Schnee von den Roben klopfte.
Anakin wirkte noch immer skeptisch. Ließ sich aber nach kurzem Zögern wieder nach hinten sinken und tat es seinem Meister nach. Noch im Schnee liegend begann er wieder zu grinsen. „Ich bin mir sicher, mein Engel sieht besser aus“, meinte er schließlich.
Obi-Wan schmunzelte und ging vor ihm in die Hocke, um zumindest einigermaßen auf Augenhöhe zu sein. „Man muss nicht aus allem gleich einen Wettbewerb machen, Anakin.“
„Aber warum denn nicht? Zumindest so lange es Spaß macht.“
Das Kopfschütteln und den Kommentar, dass es nicht gerade für Anakins Bescheidenheit – eine Tugend der Jedi – sprach, wenn er aus allem einen Sieg für sich machte, verkniff sich Obi-Wan. Stattdessen hielt er Anakin seine Hand hin, um ihm beim Aufstehen zu helfen.

„Komm, Padawan. Wir gehen zurück in unsere Räume und ziehen uns um, ehe sich noch einer erkältet.“ Langsam spürte er die Kälte unter seine nasse Kleidung kriechen und konnte dies durchaus noch eine Weile aushalten, wollte aber nicht unbedingt, solange es nicht unbedingt nötig war. Und das war es definitiv nicht.
Anakin schnaubte nur. Ließ sich aber von seinem Meister helfen.

Und während die beiden Jedi wieder zurück zu den Hütten gingen, begann es erneut zu schneien.
 

Autorennotiz

Entstanden für das "Galaktische Weihnachtswichteln" auf fanfiktion de

Für Arianna Silvia

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Kurzbeschreibung

Eine Mission führt Jedimeister Obi-Wan Kenobi und seinen Padawan in die Berge Alderaans und in den Schnee. Ein Moment des Friedens.

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