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Howling Sand

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6.1.2019 17:10
16 Ab 16 Jahren
Fertiggestellt

Autorennotiz

Teil einer Wichtelaktion auf Fanfiktion.de (Galaktisches Weihnachtswichteln)

Vorgaben:
Charaktere: Darth Maul, Obi-Wan Kenobi
Plot/Handlung: Darth Maul hat überlebt und spürt Obi-Wan nach Episode III auf Tatooine auf. Es kommt zu einer Begegnung der beiden alten Feinde.
Was willst du gar nicht lesen? Übertriebenes AU im Bezug auf die beiden Charaktere.
Sonstiges: Ob die Begegnung der beiden sofort zum Gefecht eskaliert, es davor zu einem Gespräch kommt oder ein Kampf gar nicht erst zustande kommt, ist dir überlassen. Ich lasse mich da gerne überraschen.

Charaktere

Obi-Wan Kenobi

Obi-Wan Kenobi, später als Ben Kenobi bekannt, ist ein Jedi des Alten Jedi-Ordens und gilt als besonders besonnen und ruhig. Seinen diplomatischen Fähigkeiten in Kriegszeiten verdankt er den Beinamen "Unterhändler". Er war der Meister von Anakin Skywalker und beherrscht die Macht ebenso gut wie sein Lichtschwert.

Heiß, staubig und trocken.
Der Planet auf dem alles anfing.

Wut kochte in ihm hoch. Schnaubend wandte er sich von der kargen Landschaft ab und leitete den Landevorgang ein. Er war nicht länger Sklave seiner Emotionen, er war ihr Herr und wenn es soweit war, würden sie ihm gute Dienste tun.

Er hatte keine Ahnung, dass er kam. Und er würde es erst wissen, wenn es zu spät war.
Es hatte gedauert, bis er erfahren hatte, wohin sein Rivale verschwunden war. Er hatte sich gut versteckt, war feige untergetaucht. Doch er hatte überall Quellen. So vielen Augen entging nichts. Er kannte nun seinen Aufenthaltsort. Die Zeit seiner Rache war gekommen.

Trocken wehte der Wind ihm entgegen, bauschte seinen schwarzen Mantel auf. Rasch heizte sich der dunkle Stoff auf. Es störte ihn nicht. Hitze konnte nur die Schwachen in die Knie zwingen – und er war alles andere als schwach. Seit ihrer letzten Begegnung hatte er viel gelernt, hatte seine Techniken verbessert, Kraft gesammelt. Nun würde er als Sieger hervorgehen. Er war auf jeden Trick vorbereitet. Er würde nicht noch einmal zulassen, dass er ihn überraschte.

Die Nachtschwestern auf Dathomir hatten ihn einige neue Fähigkeiten gelehrt – obwohl er männlich war. Er war ihnen überlegen gewesen, in so ziemlich allen Bereichen. Nur in der Beherrschung der Natur hatten sie ihm das Wasser reichen können. Also hatte er sie dazu gebracht, ihn zu unterweisen. Er verstand nun besser als die meisten, wie die Natur funktionierte. Hier auf Tatooine würde ihm das von Nutzen sein. Er wusste, wie er den Sand beherrschen konnte. Und das würde Obi-Wan Kenobis Untergang werden.

Er sah die Feuchtfarm bereits von weitem. Er war Obi-Wan hierher gefolgt, hatte die Sandkörner genutzt, um ihn aufzuspüren.
Maul verzog das Gesicht zu einem Grinsen, entblößte seine spitzen Zähne. Obi-Wan wusste nicht, dass er hier war, würde es erst wissen, wenn es zu spät war. Er konnte ihn in der Macht nicht wahrnehmen, hatte er sich doch in sich zurückgezogen.

Der Zabrak senkte das Makrofernglas. Er kannte nun den Grundriss der Farm. Es war keine große, lediglich eine größere Kuppel ragte aus dem Boden. Der Jedi befand sich nun seit etwa zehn Minuten in dem Gebäude. Der Zeitpunkt war gekommen.

Maul zurrte seinen langen Mantel enger um sich. Zu viele Sandkörner in seinen mechanischen Beinen wären kontraproduktiv. Natürlich waren sie versiegelt und bestanden aus den besten Materialien, aber er wollte kein Risiko eingehen. Sand war tückisch, wie unkontrollierte Emotionen. In dem Bruchteil einer Sekunde konnten sie alles zunichtemachen.

 

Maul ließ seinen Emotionen freien Lauf. Wie konnte es Obi-Wan Kenobi nur schaffen sämtliche seiner tödlich präzisen Schläge abzuwehren?

Es war beinahe so, als sähe er seine Finten und Schläge bevor er auch nur daran denken konnte sie auszuführen. Er musste ihn aus dem Takt bringen. Aber seine Defensive war zu stark; das Lichtschwert bildete einen undurchdringbaren Schild um ihn herum.
Er musste ihn dazu bringen ihn anzugreifen, doch wie brachte man einen Jedi-Meister …

Ein Grinsen stahl sich auf Mauls Gesicht. Sie waren nicht die einzigen Lebewesen in der Abgeschiedenheit der Wüste. Zu Anfang noch hatte ihr Kampf auf einer Feuchtfarm stattgefunden und Kenobi hatte ich gezielt von dieser weggelenkt.

Und der Jedi-Meister würde garantiert nicht zulassen, dass den Bewohnern etwas zustieß, dass er Unschuldige verletzte oder sogar tötete.
Maul täuschte einen Hieb in Bauchhöhe an, riss dann das Schwert kurz vor knapp nach unten und nutzte den Schwung, um sich aus Kenobis Reichweite zu drehen. Das erstickte Stöhnen des Jedi vernahm er nur am Rande.

Er musste das hier überleben. Die Schmach einer erneuten Niederlage wollte er nicht ertragen müssen.

Der Sand war tückisch. Seine metallenen Beine erlaubten kaum einen sicheren Stand. Ständig sank er ein.
Ein großer Nachteil gegenüber dem Jedi, dem noch niemand die Beine abgeschlagen hatte. Das würde sich noch ändern.

Mühsam kämpfte er sich durch den feinen Sand, der drohte in die kleinen Ritzen seiner Prothesen zu kriechen. Der Jedi mochte zwar ahnen, was er vorhatte, aber aufhalten würde er ihn nicht können. Die Macht ließ ihn schneller vorankommen, die Feuchtfarm war schon beinahe in greifbarer Nähe. Dort war auch der Sand nicht so tückisch.

Die Meter zogen sich, die Sekunden vergingen nur quälend. Noch hatte Kenobi nicht reagiert und das war sein Glück. Der Abstand zwischen ihnen vergrößerte sich. Maul konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
Er würde dem Jedi genau das nehmen, was ihm am meisten bedeutete und das auch noch vor seinen Augen. Das Leben Unschuldiger.

Jetzt endlich regte sich auch wieder Obi-Wan. Der Jedi blickte geschockt zu dem Zabrak, wie er sich unbeirrt auf das Haus zubewegte. Er handelte rein instinktiv und sprang.
Zusätzlich vom Wind getragen kam er dem Sith immer näher. Dieser wirbelte herum und zeigte Obi-Wan die spitzen Zähne. Es war ein Bild des Grauens. Wie ein Raubtier hatte Maul die Zähne gefletscht, in den gelben Augen stand die pure Mordlust.

Noch in der Luft holte Obi-Wan zu einem Schlag aus. Der kraftvolle Schlag glitt an Mauls Doppelklinge ab, doch auch der Zabrak hatte nicht mit der Wucht des Schlages gerechnet. Er nutzte die überschüssige Energie, um weitere Entfernung zwischen sie zu bringen.

Dann war er an der Farm. Er ließ sich in den, im Sand eingelassenen, Innenhof fallen. Bereits aus den Augenwinkeln sah er eine Gestalt: eine junge Frau mit einem Kind im Arm. Sie schrie nicht, starrte ihn einfach nur erschrocken an.

„Beru!“

Das war Obi-Wans Stimme. Maul deaktivierte eine seiner Klingen. Das doppelte Schwert mit nur einer Hand zu führen, war nicht möglich. Er fixierte Kenobi mit wachsamen Augen, streckte zugleich die Hand zu der Menschenfrau aus. Ihr Gesicht wandelte sich zu einer panischen Fratze, während sie das Kleinkind weiterhin an sich drückte.

Der Jedi-Meister streckte seinerseits selbst die Hand aus, versuchte seinen Machtgriff zu durchbrechen.
Dann, ganz plötzlich, entließ er die Frau – Beru – aus seinem Griff und richtete seine gesamte Energie gegen Kenobi. Hart flog dieser an die Wand der Farm. Die blaue Klinge erlosch und Kenobi stöhnte auf. Maul trat einige Schritte auf ihn zu, dann verpasste er Kenobi einen Tritt in die linke Niere. Der Jedi packte sein Lichtschwert fester, aktivierte jedoch die Klinge nicht. Maul zog eine Furche mit seiner Klinge unmittelbar neben Obi-Wan, versengte dem Jedi die Haare und die schmutzige Tunika.

Er führte noch einen weiteren solchen Schlag, ehe Kenobi einen weiteren mit seiner Klinge abwehrte. Mühsam kam er auf die Beine. Dennoch entging Maul nicht die Änderung in seinem Blick. In den blauen Augen weilte nun eiserne Entschlossenheit.

Der Zabrak aktivierte augenblicklich seine zweite Klinge wieder, als auch schon die ersten Schläge auf ihn einprasselten. Kenobi kämpfte nicht länger im defensiven Soresu Stil, nein, nun ging er deutlich aggressiver vor. Die Schläge prasselten nur so auf ihn herab. Obi-Wan drehte sich, schlug, Salti. Er ging gänzlich auf im Ataru-Stil.

Maul musste einen Schritt nach hinten machen, um seine Balance beizubehalten, während er die kräftigen Schläge an seinen Klingen abgleiten ließ. Nichtsdestotrotz war er sich nur zu deutlich darüber bewusst, dass er einen schwerwiegenden Fehler begangen hatte, als er Obi-Wan nicht direkt getötet hatte, als er die Möglichkeit hatte. Sidious hatte ihn früher schon einmal davor gewarnt. Er war sich seiner Überhand viel zu sicher gewesen.

Er duckte sich unter der wirbelnden, blauen Klinge hinweg, schlug nach den Beinen des Jedi und vernahm ein kurzes, schmerzhaftes Keuchen. Aber noch einmal würde er sich nicht darauf verlassen, dass er im Vorteil war. Er würde es zu Ende bringen, so schnell wie möglich.

Kenobi deckte ihn weiter mit Schlägen ein, die blaue Klinge nur noch ein verschwommener Schemen. Maul zerschnitt einige Vasen mit seinen Klingen. Hier unten war zu wenig Platz für beide Klingen, aber eine abzuschalten kam für ihn nicht in Frage. Kenobi schien die Enge nicht einmal zu bemerken. Er schlug zu, parierte, sprang. Soresu und Ataru. Obi-Wan Kenobi beherrschte beide Stile in Perfektion. Maul sah keine Lücke in seiner Verteidigung, keine Möglichkeit selbst zu Angriff über zu gehen, ohne dabei wieder zerteilt zu werden.

Mit einem hohen Rückwärtssalto sprang er aus dem Innenhof, setzte sich wieder der gleißenden Hitze der Zwillingssonnen aus. Die Winde eines aufkommenden Sandsturms zerrten an seinen Roben. Beinahe war es ihm, als wolle der Wind ihn von der Farm wegschicken. Der Jedi setzte ihm nach, durchbrach Mauls eigene Verteidigung. Dann war da nur noch Dunkelheit.

Als der Zabrak erwachte, war er verwirrt. Ruckartig setzte er sich auf. Augenblicklich fiel sein Blick auf den Jedi-Meister. Dieser saß ruhig in seiner Nähe auf einem Stein, das Lichtschwert hing am Mehrzweckgürtel.

Maul wollte ihn anspringen, aber Kenobi hob eine Hand.
„Ich bin des Kämpfens überdrüssig.“ Als wäre er deutlich älter, als es der Fall war, stand Obi-Wan auf. „Aber lass dir gesagt sein, dass du hier nicht willkommen bist. Solltest du noch einmal die Farm aufsuchen, dann werde ich da sein und dir die Stirn bieten. Solltest du wieder hier auftauchen, werde ich keine Gnade walten lassen.“

Maul kämpfte sich auf die Beine. Er hatte keine Waffe, sah man einmal von der Macht ab.
„Ich habe dein Lichtschwert nicht zerstört, falls das deine Sorge sein sollte. Ich habe lediglich die Kristalle entfernt. Sie sind an einem sicheren Ort.“

Er war sich unsicher, was er als nächstes tun sollte. Ohne Waffe waren seine Chancen gegen den Jedi nicht wirklich gut. Also stand er einfach da und wartete, was Kenobi als nächstes tun würde.
„In einer Höhle zwei Klicks nach Südosten steht ein Schiff. Du kannst es nehmen. Ich brauche es nicht. Es gehört dir. Aber denk an meine Worte.“

Maul nickte kurz, als Zeichen, dass er verstanden hatte. Er sagte nichts. Was hätte er auch sagen sollen? Er hatte wieder verloren, auch wenn es sich dieses Mal tatsächlich nicht so sehr nach einer Schmach anfühlte wie auf Naboo vor so vielen Jahren.

Der Zabrak wandte sich um und ging.

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Kyhialas Profilbild Kyhiala

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Sätze:121
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Kurzbeschreibung

Er überlebte alles. Seine Zerteilung, die Klonkriege, die Order 66. Und in all den Jahren hat er nie vergessen, wer an seinem Schicksal Schuld trägt.

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