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Dunkelheit

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8.5.2017 18:37
12 Ab 12 Jahren
Fertiggestellt

Mit ruhigen Schritten ging Olana Chion einen der unzähligen Korridore des Jedi-Tempels entlang. Rechts neben ihr gewährten unzählige Fenster, die sich über die gesamte Wand erstreckten und das Licht der untergehenden Sonne in das Innere des Tempels ließen, einen atemberaubenden Blick auf die gigantischen Gebäude Coruscants. 
Die Jedi hatte sich schon längst an das Panorama, das sich ihr hier in all seiner Pracht zeigte, gewöhnt. Die Schönheit, die der Stadtplanet in solchen Momenten bot, war ihr nicht neu. Sie genoss dennoch den Augenblick der Ruhe, denn das war es, was dem Frieden zurzeit am nächsten kam. 

Frieden. 
Ein so einfaches Wort, und doch war seine Bedeutung so wichtig geworden, denn es war etwas, was sie nicht hatten. 
Die Jedi-Ritterin verdrängte den Gedanken. Sie wollte sich nicht selber runterziehen. Die Dinge waren nun mal so wie sie eben waren. Daran zu denken, was einem fehlte, würde nur von dem ablenken, was man hatte. Vielleicht hatte sie keinen Frieden. 
Vielleicht war ihre Welt nicht ganz so heil, wie sie es gehofft hatte, als sie Jahre zuvor zum Jedi-Tempel gebracht wurde. Aber trotzdem hatte sie mehr, als ein Keganite zu dem Zeitpunkt, an dem ihr Leben als Jedi begann, sich je hatte erträumen können. 

In ihrer Heimat war die Freiheit, die sie hier lebte, unmöglich gewesen. V-Tan und O-Vieve hatten dafür gesorgt. In ihrer Sorge, die mehr einer Paranoia gleichkam, hatten sie ihren Heimatplaneten Kegan vom Rest der Galaxis abgeschottet und die Bewohner zu ihrem Gemeinwohl gezwungen. 

Olana hatte die Regierung am eigenen Leib zu spüren bekommen, doch war sie damals zu jung gewesen, um sich noch daran erinnern zu können. Nur die Missionsberichte und die Datenbank des Archivs gewährten ihr einen Blick in die Vergangenheit. Es war keine schöne gewesen. 
Die Führer ihres Volkes hatten absolute Kontrolle ausgeübt, und das nur, weil sie Visionen hatten. Bei den Jedi hatte die junge Frau gelernt, dass Visionen nur das zeigten, was sein könnte. Wegen Visionen ließ sich das, was die Führer getan hatten, nicht rechtfertigen, egal wie die Visionen aussahen. 
Zumal ihre Visionen sich getäuscht hatten. Sie hatten Dunkelheit bei den Jedi gespürt, doch Olana wusste, dass dem nicht so war. Es war sicher nicht alles perfekt; der Krieg hatte auch bei den Jedi seine Spuren hinterlassen. Und doch war da keine Dunkelheit. Die Jedi suchten den Frieden. Sie suchten Gerechtigkeit. 

Die Jedi blieb stehen und sah aus dem Fenster. Dachte sie nicht fast schon zu idealistisch? Sicher, die Jedi waren besser als alles, was V-Tan und O-Vieve ihrem Volk je geboten hatten, und doch waren sie keine solch reinen Wesen, wie sie sich gerne sahen. Olana wusste aus eigener Erfahrung, dass auch ein Jedi Fehler machen konnte. Und sie wusste auch, dass der Krieg ihre Ideale zerstörte. Waren es nicht die Wächter des Friedens, die die Klone in die Schlacht führten? 

Wieder schüttelte sie den Gedanken ab. Natürlich konnten die Jedi nicht perfekt sein. Wer war das schon? Doch die Fehler der Jedi rechtfertigten nicht die Handlungsweise anderer. Die Jedi würden niemals die Zerstörung eines Planeten herbeirufen, wie es von den Führern prophezeit wurde. 
Maskierte Soldaten, die Kegan angreifen und Leid und Angst bringen. Lächerlich. Die einzigen, die so etwas tun würden, waren die separatistischen Droiden, und die hatten weder was mit den Jedi zu tun, noch trugen sie Masken. 

Olana seufzte. Eigentlich sollte sie die Ruhe und das Licht der verschwindenden Sonne genießen und nicht über Vergangenheit sinnieren. Sie lebte ein gutes Leben. Sie half denjenigen, die Hilfe in Zeiten wie diesen so bitter nötig hatten. Sie evakuierte und beschützte die Bewohner jener Gebiete, in denen Schlachten ausgetragen wurden. 
Ja, viele Jedi kämpften und starben im Krieg, aber dennoch gab es genügend Jedi, die einfach nur halfen. Jedi wie sie. 

Ein weiteres Mal wischte sie ihre Gedanken beiseite, diesmal endgültig. Sie wollte nicht darüber nachdenken. Sie wollte Ruhe
Die Sonne war nun endgültig hinter dem Horizont verschwunden. Die letzten Lichtstrahlen tauchten den Himmel in warme Farben, welche mehr und mehr der Dunkelheit platzmachten, die wiederum von dem Licht der unzähligen Reklametafeln in Schach gehalten wurde. 

Dann spürte sie es. Eine leise Erschütterung in der Macht, die allmählich zu einem lauten Donnergrollen anschwoll. Etwas geschah in genau diesem Moment. Etwas Schreckliches. Etwas Albtraumhaftes. 

Für einen kurzen Moment verlor sie fast ihr Gleichgewicht. Ihre Beine waren kurz davor unter ihr nachzugeben, ihr Herz zog sich schmerzhaft zusammen. Ihr ganzer Körper fühlte sich für den Bruchteil einer Sekunde schrecklich schwach an, nur um sich gleich darauf anzuspannen. 

Tod. 

Sie konnte es spüren. Sie starben. 

„Olana!“ 
Die junge Frau richtete sich in einer plötzlichen Bewegung auf – wann war sie an der Wand zu Boden geglitten? – und sah sich suchend um, ehe ihr einfiel, dass die Stimme aus ihrem Kommunikator kam. Mit zitternden Händen aktivierte sie diesen. „Ja?“, meldete sie sich. Ihre Stimme wirkte ungewohnt hoch. 
„Der Jedi-Tempel ist in Gefahr. Ich kann es spüren. Bring die Jünglinge in Sicherheit! Wir müssen den Tempel verteidigen“, ertönte eine ihr wohlbekannte Stimme. Cin Drallig. Ein Jedi-Meister. 

„Was ist passiert?“, verlangte sie zu wissen. 
Für einen Moment herrschte Stille. Dann kam die Antwort. „Ich weiß es nicht. Aber etwas hat sich verändert. Beeil dich, wir haben keine Zeit.“ 
Die Verbindung wurde unterbrochen. 

Olana brauchte einen kurz Moment, um sich zu beruhigen, dann rannte sie los. Cin hatte Recht. Sie musste sich beeilen. Die Zeit war knapp. Sie konnte es fühlen. 
Wenige Minuten später hatte sie die Jünglingsquartiere erreicht. Sie wurde bereits erwartet. 
Wieder zog spürte sie dieses leichte Ziehen in der Brust. Natürlich. Auch die Jünglinge spürten es. Sie hatten Angst. 

„Meisterin Chion!“, rief ein kleiner Junge ihr entgegen. Sie erkannte ihn als einen der Schüler, die sie nur wenige Tage zuvor als Vertretung Meister Yodas unterrichtet hatte. 
„Jünglinge! Wir müssen hier weg. Sofort!“ Ihre Stimme klang ruhig und entschlossen, und Olana war dankbar dafür. Sie würde den Jünglingen nicht helfen, wenn sie selbst in Panik verfiel. 
Zu ihrer Erleichterung folgten die jungen Jedi ihr ohne zu zögern, sodass sie schnell vorankamen und sich bald in einem der Flure wiederfanden. Olana überlegte, welcher Weg zu nehmen war. Ein Gefühl verriet ihr, dass der direkte Weg nach draußen eine schlechte Option sein würde, also würde sie versuchen einen Schleichweg zu finden. Gemeinsam mit den Jüngeren eilte sie durch die Gänge des Tempels. 

In dem Moment begann es. 

Das Geräusch von Blasterschüssen drang bis zu ihnen, und Olana hörte das Zischen der sich aktivierenden Lichtschwerter. Schuss traf auf Schwert, Schwert traf auf Fleisch. 

Schreie. 

Olana fühlte sich, als würde eine Hand ihr Herz umfassen und fest zusammendrücken. Ihre Brüder. Ihre Schwestern. Sie verlor sie. 
Einen nach dem anderen. 

„Schneller, Jünglinge!“, rief sie ihnen zu, als plötzlich mehrere Klonsoldaten hinter ihnen auftauchten. Einem Instinkt folgend aktivierte die junge Frau ihr Lichtschwert und sprang elegant über die Jünglinge hinweg nach hinten – gerade schnell genug, um die ersten Schüsse abwehren zu können. „Lauft weiter, los!“, befahl sie den Kleinen, während sie ihre Klinge um sich herumwirbeln ließ. 

Wie ein Regen aus blauem Feuer ergossen sich die Schüsse der Klone auf sie. Ihre Waffe blockte die Angriffe und lenkte sie zu den Klonen, ihren einstigen Verbündeten – ihren Gegnern – zurück. Der Kampf dauerte nicht lange. Nach und nach vielen die Soldaten zu Boden, getroffen vom Feuer ihrer eigenen Waffen. 
Olana wartete nicht ab, ob einer von ihnen vielleicht noch lebte. Sie musste die Jünglinge wiederfinden, ehe diese von ganz sicher lebendigen Klonen gefunden wurden. 

Sie hastete mit noch immer aktiviertem Lichtschwert durch die Gänge, folgte dem Weg, den ihr die Macht zeigte und wurde dabei von einem Gefühl der Eile angetrieben. Die Jedi war unruhig, sie umklammerte den Griff ihres Schwertes fester als nötig. War es Angst, die sie verspürte? Angst vor den Klonen? Oder Angst davor, dass sie zu spät kam? Zu spät für was? 
Mit durch die Macht beschleunigten Schritten bog sie in einen weiteren Korridor ein. Noch immer war sie allein, kein Lebewesen hatte ihren Weg gekreuzt, weder Klon noch Jedi, nicht einmal ein Droide. Wie konnten die Jünglinge soweit vorgelaufen sein? Ihr Kampf hatte lange gedauert, doch nicht so lang, dass kleine Kinderbeine sie hätten abhängen können. Irgendetwas stimmte nicht. Irgendetwas war geschehen, und sie bezweifelte, dass es etwas Gutes war. 

Die Schüsse und Kampfgeräusche wurden immer lauter. Sie näherte sich den Kämpfenden im Zentrum des Tempels. 
Gerade bog sie um eine weitere Ecke, als sie abrupt stehen blieben. Das, was sie sah, raubte ihr für einen scheinbar ewig andauernden Moment den Atem. 

Sie hatte es gewusst. Sie hatte es gespürt. Und trotzdem traf es sie mit voller Wucht. 

Kleine Kinderbeine können nicht weglaufen. Nicht vor ihr. Nicht vor ihm

Blaues Licht. Nicht von einem Blaster, nein. Das blaue Licht einer Schwertklinge. Blau. Eine Schwertfarbe, wie sie nur allzu häufig unter den Jedi vorkam. Ein blaues Lichtschwert zu sehen war für sie meistens mit einem positiven Gefühl verbunden gewesen. Es bedeutete Verstärkung. Es bedeutete Unterstützung. Es bedeutete Verbündete. 
Wie einst die Klone Verbündete bedeuteten. 

Und doch wusste sie, dass dieses blaue Lichtschwert kein Verbündeter war. Sie sah es in den Wunden der Jünglinge. Wunden, durch ein Lichtschwert entstanden. Wunden, durch ein blaues Lichtschwert entstanden. Wunden, die den Tod von so jungem Leben bedeuteten. 

Der Träger des Schwerts wandte sich um. Er hatte sie schon vorher bemerkt, dessen war sie sich sicher, doch er hatte ihr Zeit gegeben, um das ganze Ausmaß des Schreckens zu spüren. Nun sah sie ihn an. Es war ein Jedi. Ein Jedi, den sie nur zu gut kannte. Ein Jedi, in dem sie Dunkelheit spürte. 

„Du!“ 
Olana stieß das Wort aus, so als wäre es Gift, das ihren Hals verätzen würde. Nur selten hatte sie sich gefreut, diesem Jedi gegenüberzustehen. Nie hatte sie ihm vertraut, stets hatte sie gezweifelt. Sie hatte gedacht, es wäre nichts weiter als Eifersucht – schließlich war sein Meister der Jedi, bei dem sie selbst nur zu gerne Padawan gewesen wäre. Doch nun schienen alle Vorahnungen mit einem Schlag bestätigt. 

Aber wieso? Wie konnte das geschehen? Was war passiert? Wie konnte man solche Verbrechen begehen? Wie konnte man die Jünglinge …? 

Ihr Gegenüber antwortete nicht auf ihren Ausruf. Er schien den Moment auszukosten – ihr Entsetzen, ihre Wut, ihren Hass
Nein. Sie durfte keinen Hass empfinden. Wenn sie sich jetzt ihren Gefühlen hingab, würde sie alles verlieren. Die Präsenzen all der machtsensitiven Lebewesen, die nach und nach ihr Leben verloren und nur eine Erschütterung in der Macht zurücklassend verschwanden, drohten sie innerlich zu zerreißen, und die kleinen Körper der Jünglinge schrien nach Vergeltung, doch sie weigerte sich dem nachzugeben. Sie durfte nicht. Sie durfte einfach nicht. 
Bemüht ruhig sah sie ihn an. Er erwiderte ihren Blick kalt, und sie meinte so etwas wie höhnische Verachtung in seinen Augen zu erkennen – in seinen gelben Augen. Die Augen eines Monsters. 

„Warum?“, fragte Olana. Ihre Stimme klang ausdruckslos, doch in ihrem Inneren tobte es. Es war wie ein Wunder, dass sie nicht zitterte. War es Trotz, der sie daran hinderte, ihm gegenüber Schwäche zu zeigen? War es Stolz? War sie stark genug oder einfach zu eitel, um sich nun der Dunkelheit hingeben zu können? Was für Gedanken. 

„Der Jedi-Orden ist eine einzige Lüge“, erwiderte er, seine Worte kaum mehr als ein Flüstern, und doch hörte die Jedi sie trotz des Kampflärms klar und deutlich. Genauso deutlich, wie sie seine Mordlust spürte. Worauf wartete er noch? 

„Nein, Anakin.“ 
Ruhe. Gelassenheit. Überlegenheit. Wie sehr hoffte sie, dass sie diese Dinge verkörperte. 
Oder wirkte sie schwach? 

Er hob sein Lichtschwert, sie tat es ihm gleich, beide waren sie bereit zum Kampf. Nur wenige Minuten zuvor wäre ihr dieses Szenario absurd vorgekommen, und doch hatte sie sich mit den Tatsachen abgefunden. Schließlich konnte sie es spüren. Immer schon war er ein Risiko gewesen; das hatten sie stets gewusst. Nun war es endgültig geschehen. Er war ein Feind. Ein mächtiger Feind. 
Ein Teil von ihr akzeptierte bereits das unausweichliche. Anakin Skywalker war ihr im Kampf immer schon überlegen gewesen. Wenn er sie töten wollte – und sie zweifelte nicht daran, nicht nachdem, was sie hier sah – dann würde es ihm auch gelingen. 

Aber sie würde Widerstand leisten. So lange sie es nur konnte. 

Die Lichtschwerter surrten und zischten, wie zwei Bestien trafen die Klingen aufeinander. Angreifen, parieren, ausweichen – es war fast wie ein Tanz, wenn auch ein grausamer Tanz. Ihre Bewegungen waren instinktiv; in einem Trainingskampf hätte sie sich vielleicht mehr Mühe gegeben, ihre Schläge mit einer gewissen Eleganz zu führen, doch nun blieb ihr nichts anderes übrig als die gewohnten Bewegungen so rasch wie möglich auszuführen, denn Ihr Gegner zögerte keine Sekunde lang. Seine Schläge waren kraftvoll und wirkten aggressiv; immer wieder und wieder griff er an, ließ ihr kaum eine Chance, um zum Gegenschlag auszuholen. 
Olana wich Schritt für Schritt zurück. Nach wenigen Sekunden war ihr klar, dass sie keinen allzu starken Gegner für Anakin darstellte. So konnte es nicht ewig weitergehen; irgendwann würde er sie in eine Ecke gedrängt haben, und dann wäre es nur noch eine Frage der Zeit, bis sie einen Fehler machen würde. Hektisch sah sie sich um. Es musste einen Ausweg geben, eine Möglichkeit, um ihre Lage zu verbessern. Irgendetwas… 

Wie ein blauer Lichtwirbel raste seine Waffe direkt auf sie zu, präzise und tödlich. Noch bevor die junge Frau die Lage richtig erfassen konnte, reagierte sie reflexartig auf die Gefahr und hob abwehrend die Hand. Sie bündelte die Macht so stark wie sie es in den wenigen Sekundenbruchteilen nur konnte und stieß Anakin im letzten Moment von sich weg. 
Nur wenige Zentimeter von ihrem Gesicht entfernt wurde die blaue Lichtklinge gestoppt und zusammen mit ihrem Träger zurückgerissen. Olana spürte die Hitze, die von dem Schwert ausging, und augenblicklich sprang sie mehrere Meter zurück, um mehr Abstand zwischen sich und Anakin zu bringen. 

Ihr Blick wanderte unruhig umher, verzweifelt suchte sie einen Ausweg. Schließlich fand ihr Blick den Weg in Richtung der Fenster. Mittlerweile war die Sonne untergegangen, es war Nacht. Obwohl Coruscants Oberfläche auch bei Nacht niemals stockfinster war, konnte Olana kaum etwas sehen, denn Rauchschwaden verhinderten eine uneingeschränkte Sicht auf das nächtliche Lichtspektakel der unzähligen Gebäude. Rauchschwaden, die eindeutig vom Jedi-Tempel aufstiegen und nur von dem Fenster daran gehindert wurden in den Flur einzudringen. Rauchschwaden, die Deckung bieten konnten. 

Anakin hatte sich längst wieder gefangen und setzte zu einem neuen Angriff an. Der Machtstoß der jungen Frau hatte ihn nicht sonderlich weit weg katapultiert; dafür hatte sie zu wenig Zeit gehabt. Mit einem Gesichtsausdruck, der Olana klar und deutlich sagte, dass der ehemalige Jedi es nun zu Ende bringen wollte, sprang er in die Luft und holte mit seinem Lichtschwert aus. Seine andere Hand hielt er dabei vor sich, um mögliche weitere Versuche, ihn mit einem Machtstoß zurückzuschlagen, abwehren zu können. Aber das war gar nicht nötig. Bevor er ihr zu nahe kommen konnte, war die Frau bereits ausgewichen – jedoch nicht an hinten, weiter in den Korridor zurück, sondern zur Seite. 

Ehe ihr Gegner reagieren konnte, war sie auf das gläserne Fenster zu gesprintet und hatte sich mit aller Kraft dagegen geworfen. Gleichzeitig versuchte sie so gut wie möglich mit der Macht auf das Glas einzuwirken, damit sie keine weiteren Probleme beim Durchkommen haben würde. Sie spürte, wie sie gegen die eigentlich stabile Schreibe prallte und das Glas unter ihrem Gewicht nachgab. Die ersten Glassplitter bohrten sich an den Stellen in ihre Haut, an denen sie nicht durch ihre Jedi-Robe geschützt wurde, doch es gelang ihr den Schmerz weitgehend auszublenden. Die Kratzer nahm sie gerne in Kauf. 

Tatsächlich schaffte sie es durch das Fenster hindurch. Das Geräusch des zerspringenden Glases wirkte unnatürlich laut in ihren Ohren und die Rauchschwaden, die ihr entgegenkamen und sie einhüllten, nahmen ihr die Luft zum Atmen, aber trotzdem konnte sie das leise Gefühl des Triumphs, das in ihr aufkeimte, nicht verdrängen. Sie war ihm entkommen. Zwar hieß das noch nicht, dass sie nun keine Probleme mehr haben würde, doch war diese Flucht vor ihm wie ein kleiner Erfolg. 

Fast hätte sie gelächelt, als sie spürte, wie die Schwerkraft der Planeten sie nach unten zerrte, hinunter auf den Boden, wo sie sich dann abfangen würde. Sie musste den anderen Jedi helfen, und gegen Klone hatte sie weitaus bessere Chancen. Anakin war sie vorerst los – dachte sie. 

Dann hörte sie ein leises Zischen. Die Rauchschwaden um sie herum waren von einem Moment auf den anderen nicht mehr grauweiß, sondern wurden von einem blauen Licht erleuchtet. Ehe sie sich darüber wundern konnte, durchstach die Klinge ihres Gegners ihre Brust. Ungläubig starrte sie noch während des Falls auf das Lichtschwert, das für einen ewig langen Augenblick aus ihrer Brust herausragte und gleich darauf wieder in die Hand seines Besitzers, der noch immer inmitten des Korridors stand, gerufen wurde, ehe die Welt um sie herum für immer in Dunkelheit versank.

Autorennotiz

Dieser OS war mein Beitrag zu einem Wettbewerb auf Fanfiktion.de, bei dem die Teilnehmer jeweils verschiedene Order zugeteilt bekommen haben, zu denen sie eine Geschichte verfassen sollten. Wie nicht schwer zu erkennen sein wird, war die mir zugewiesene Order die Order 66.

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Kurzbeschreibung

Ein Jedi, in dem Dunkelheit zu spüren ist. Unmöglich. Die Jedi sind gerecht, sie sind gut. Darauf vertrauen viele. Auch Olana hat darauf vertraut - und dann war es schon zu spät.

Kategorisierung

Diese Fanfiction wurde mit Traurigkeit getaggt.

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