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Werewolf Love

7
13.7.2017 17:26
18 Ab 18 Jahren
Heterosexualität
In Arbeit

Charaktere

Remus Lupin

Remus Lupin war in Harrys drittem Schuljahr sein Lehrer für Verteidigung gegen die Dunklen Künste. Außerdem gehörte er zu den engsten Freunden Harrys Vaters. Sein größtes Geheimnis ist, dass er ein Werwolf ist.

Albus Dumbledore apparierte auf die kleine Waldlichtung. Auf dieser befand sich eine Hütte mit einem Schuppen als Anbau. Hühner pickten auf dem Hof und eine ganze Meute an Hunden fing an zu bellen. Streuner verschiedenster Art.

Vom Lärm der Hunde alarmiert kam ein Mann mit einer Axt aus dem Schuppen. Er war dürr und trug einen abgetragenen Pullover und Hose. Auf seinem Kopf trug er eine Wollmütze. Sein Gesicht war von Narben gezeichnet.

„Was wollen Sie?“, fragte er ganz direkt.

„Das wissen Sie genau, denke ich.“, antwortete Dumbledore.

„Meine Antwort lautet Nein. So wie schon beim letzten Mal.“, sagte der Mann und stellte seine Axt weg.

„Remus, Sie wissen, was kommen wird. Selbst wenn Sie nicht wieder Mitglied des Ordens sind. Er ist zurück und nichts und niemand wird ihn aufhalten können.“

„Ich weiß nicht wie ein depressiver, arbeitsloser Werwolf da helfen könnte.“, entgegenete der Mann bitter. „Als ich mich das letzte Mal von Ihnen zu sowas überreden ließ endete es beinahe in einer Katastrophe. Ich glaube, ich bin hier nützlicher.“

„Alleine. Bei Ihren Streunern.“, meinte Dumbledore.

„Ich kümmere mich um sie und sie kümmern sich um mich.“, entgegnete sein Gegenüber.

„Ich hole Sie ja auch nicht als Spaß zurück in den Orden. Ihr Freund Sirius ist der eigentliche Grund. Ich brauche jemanden, der ein Auge auf ihn hat. Sein Gemütszustand ist, gelinde gesagt, ziemlich wackelig. Sie könnten da einiges erleichtern. Vielleicht hört er ja auf seinen letzten noch lebenden Freund.“

Remus Lupin steckte die Hände in die Taschen seiner Hose und sah zu Boden, sichtlich mit sich ringend.

„Sie elender Erpresser.“, grummelte der Werwolf.

„Da habe ich schon schlimmeres gehört.“, entgegnete Dumbledore.

„Na schön. Ich mach’s.“

„Geht doch.“, sagte Dumbledore.

„Ich verspreche aber nichts.“, fügte Remus hinzu.

„Dann wäre das geklärt.“ Dumbledore nickte ihm zu.

„Mmmh.“, brummte der Werwolf nur und sah zu wie der Magier davonapparierte.

Remus Lupin hatte seit seiner Anstellung in Hogwarts nichts mehr mit dem Orden zutun gehabt. Seit dem Verschwinden des Dunklen Lords gab es nur noch wenige Mitglieder und sein Lehramt in Hogwarts war ein mehr als nur dürftiger Versuch Remus erneut in die Reihen von Dumbledores kleiner Runde aufzunehmen. Wie zu erwarten gab der alte Magier keine Ruhe.

Remus selbst wusste nicht, ob er einem Treffen mit seinem alten Freund Sirius Black wirklich entgegenfiebern sollte. Wenn er daran dachte wie das beim letzten Mal ausgegangen war. Er hatte sich nicht umsonst in seine Hütte zurückgezogen. Da richtete er wenigstens keinen Schaden an.

Sei es drum. Remus saß in der Küche des Grimauldplatzes, dem Heim seines Freundes Sirius. Das - wie er selbst sagte - einzig sinnvolle, was er zum Orden beisteuern konnte. Na, wenigstens war Remus nicht der einzige Verlierer hier. Apropos: Snape war auch dabei. Damit die Runde auch komplett war. Ein flüchtiger Strafgefangener, ein arbeitsloser Werwolf und ein verbitterter Alchemist, der keine Gelegenheit auf irgendwelche Seitenhiebe ausließ. Sirius sparte seinerseits nicht mit sarkastischen Anspielungen. Man hätte denken können sie wären wieder in der Schule.

Remus saß da und las die neusten Anschuldigungen des Ministers gegen Dumbledore im Tagespropheten. Cornelius Fudge weigerte sich anzuerkennen, dass Voldemort zurück war. Das passte zu ihm. Er war ohnehin noch nie der Schnellste.

Molly Weasley bewirtete ihn wie selbstverständlich mit Tee und Kuchen. Es musste ewig her sein, dass er die Vorzüge der britischen Gastfreundschaft genießen konnte.

Sirius saß ihm Gegenüber in Anzug und Krawatte sagte aber nichts. Er hatte die Arme vor der Brust verschränkt und machte ein Gesicht, das selbst Snape alle Ehre gemacht hätte.

„Dieser Vollidiot.“, sagte Sirius mit Blick auf den Tagespropheten.

„Sei lieber froh, dass Rita Kimmkorn keine Aufmacher mehr schreiben darf.“, kommentierte Remus. Sirius verdrehte die Augen und richtete sich seine Krawatte völlig überflüssiger Weise.

„Diese Warterei macht mich noch wahnsinnig.“, sagte Sirius.

„Mad-Eye fliegt bestimmt wieder tausend Umwege.“, sagte Remus und faltete die Zeitung zusammen.

Kaum hatte er es sagt hörten sie wie sich die Haustür öffnete und das Getrampel vieler Füße. Sirius erhob sich und ging zur Tür. Remus folgte ihm mit etwas Abstand.

„Harry Potter.“, sagte Sirius überschwänglich und umarmte seinen Patensohn. Remus lächelte Harry bemüht zu und sah auf die anderen Personen. Neben Mad-Eye, wie immer in seinem schweren Ledermantel, gab es da noch Kingsley Shacklebolt, einen schwarzen Auror sowie jemanden, den er noch nicht kannte. Eine junge Frau mit einem pinken Irokesen in Lederjacke und Jeans.

Sie zwängten sich durch die schmale Tür an Harry und Sirius vorbei in die Küche. Remus folgte ihnen.

„Für alle, die sie noch nicht kennen.“, grollte Mad-Eye. „Das ist Nymphandora Tonks.“

Die Haare der jungen Magierin wurden auf einmal feuerrot.

„Niemand - nennt - mich - Nymphandora!“, presste sie wütend heraus.

Mad-Eye bedachte sie mit einem genervten Blick.

Remus war noch nicht lange genug wieder im Orden aktiv, um alle Neuzugänge zu kennen. Er nickte der jungen Frau freundlich zu.

„Wie nennt man dich denn dann?“, fragte Remus.

„Tonks. Nur Tonks.“, antwortete sie.

„Pff.“, machte Mad-Eye.

„Du hast ja auch keinen unsäglichen Namen.“, sagte sie fresch an den Auror gewandt.

„Du bist zwar durch deine Aurorenprüfung gekommen, Kindschen, aber mir gegenüber würde ich nicht so eine dicke Lippe riskieren.“, entgegnete Mad-Eye.

„Ach ja? Hast du das mal versucht zu rufen? Nym-phan-do-ra! Da verknotet sich doch die Zunge. Keine Ahnung, was Mutter sich dabei gedacht hat.“

„Schluss jetzt, Mädchen, wir haben wichtigeres zu besprechen.“, grollte Moody. „Mach mal einer die Tür zu!“

Tonks stöhnte gernervt und schloss die Tür zum Flur.

„Also dann ... während Potter hier ist will ich kein Gerede über irgendwelche Operationen haben. Anweisung von Dumbledore. Der Junge soll nichts wissen, was ihn oder uns im schlimmsten Falle gefährden könnte. Ich werde das auch Sirius noch mal einbläuen. Für die Leute, die es noch nicht wissen: Potter wurde zu einer Anhörung geladen, die gelinde gesagt, einfach nur lächerlich ist. Trotzdem höchste Vorsichtsmaßnahmen. Arthur wird den Jungen begleiten. Wenn es nach mir ginge wäre das anders, aber Dumbledore meint wir sollten nicht zu viel Aufsehen erregen. Zumal Fudge einen ministeriellen Beobachter für Hogwarts ernannt hat.“

„Einen was?“, fragte Remus irritiert.

„Eine Aufpasserin, die als Lehrkraft verbleiben wird. Ihr Name ist Dolores Umbridge, der eine oder andere hatte vielleicht schon mit ihr zutun.“

Remus nickte. Oh ja, das hatte er. Sie war im Aufsichtsausschuss für die Abteilung für Magische Geschöpfe, zu denen das Ministerium auch Werwölfe zählte. Sie dachte sich immer neue, bürokratische Schikanen aus.  Ihr neustes Projekt war eine Registrierungspflicht. Sie hätte Werwölfe am Liebsten in Lager und Reservate gesteckt, so wie es schon bei den Zentauren geschah. Die Frau selbst kennen gelernt hatte er noch nicht, dafür aber ihren Apperat und das genügte Remus vollauf.

„Dumbledore meint er hätte das im Griff und wir sollen uns da nicht einmischen. Was steht noch an? Nein, das war’s glaub ich. Reguläres Treffen erst wieder, wenn Snape seinen Bericht abgibt.“

Nachdem Mad-Eye geendet hatte zerstreute die Gruppe sich. Einzig Tonks und Remus blieben in der Küche.

„Du bist neu im Orden?“, fragte Remus, um das unangenehme Schweige zu durchbrechen, was sich gerade im Raum aufbaute.

„So neu eigentlich nicht, aber ich habe erst vor einigen Monaten meine Aurorenprüfung bestanden. Mad-Eye war ... ist mein Mentor, während der Ausbildung gewesen. Er wollte nicht, dass ich mit ins Hauptquartier komme ehe ich nicht für alle Eventualitäten bereit bin.“ Sie verdrehte die Augen.

„Er ist sicher ein harter Lehrer.“, sagte Remus.

„Ja, aber er reitet in der Regel nur dann auf Fehlern herum, wenn es wirklich berechtigt ist. Aber er kann so dickköpig sein.“

„Tja, das ist Mad-Eye.“, kommentierte Remus.

„Ich will nicht aufdringlich sein, aber stimmt es, dass du ein Werwolf bist?“, plapperte Tonks los.

Remus stuzte. Er hatte nicht erwartet, dass das so bekannt war.

„Ja.“, antwortete er kurz angebunden.

„Ich hab noch nie einen echten Werwolf kennen gelernt.“

„Darum solltest du auch nicht bitten.“

„Oh, so hab ich das nicht gemeint.“, sagte Tonks und schnaufte. „Ich bin echt super darin jedes verfügbare Fettnäpchen mitzunehmen. Ich wollte nur sagen, dass du ganz anders bist als ich erwartet habe.“

„Du kennst mich noch nicht.“, ermahnte Remus sie.

„Ich meine, ich kenne Werwölfe nur aus dem Unterricht und den Fallakten. Solche miesen Typen wie Henry Cornelli oder Fenrir Grayback. Es ist einfach was anderes einen ... na ja ... normalen kennen zu lernen.“

„Es gibt normale Werwölfe?“, fragte Remus.

„Du weißt schon, welche die das haben, aber nicht auffallen.“

„Mit der Ansicht bist du aber wohl eher alleine, oder?“, sagte Remus.

„Ich hab mich ständig mit meinen Ausbildern wegen der Halbmenschen gestritten.“, gab Tonks zu.

„Werwölfe sind keine Halbmenschen.“, stellte Remus klar. „Es ist ein Virus, welches über das Blut übertragen wird. Mittlerweile gibt es auch Medikamente gegen die schlimmsten Symptome.  

„Und wieder hab ich mich verquatscht.“, sagte Tonks.

Remus winkte ab.

„Die meisten Leute interessieren sich nicht für Leute mit meinem Zustand, sondern verurteilen uns vor.“

„Kann ich mir vorstellen.“, antwortete Tonks. „Ich bin Transformationsmagierin.“

„Oh.“, machte Remus. Das erklärte den Trick mit den Haaren.

„Siehst du, da geht es schon los.“, sagte sie. „Ich hab das allerdings nicht gelernt, sondern das ist bei mir so seit meiner Kindheit.“

„Können Transformationsmagier nicht die Gestalt ändern?“

„Jein, wir sind ja keine Formwandler, werden aber oft mit denen verwechselt, weil wir teilweise Verwandlungen durchführen können, aber nicht die komplette Gestalt ändern.“

Remus nickte.

„Bist du deshalb an mir interessiert?“, fragte er.

Tonks bekam große Augen.

„Was? Oh nein, so war das nicht ... also ... ach verdammt, ich sollte echt meine Klappe halten!“

Remus lächelte in sich hinein.

„Du wolltest den Freak kennenlernen.“, schloss er.

Tonks schnaufte laut.

„Genau deshalb bin ich bei Undercover-Einsätzen fast durchgefallen. Ich krieg dieses subtile Fragen einfach nicht hin.“

Ihr Gespräch wurde jäh unterbrochen als die Küchentür aufschwang und Sirius eintrat.

„Oh, ich hoffe ich störe nicht.“, sagte er.

„Nein.“, sagte Remus.

„Ich wollte gerade gehen.“, sagte Tonks. „Auf Wiedersehen.“

Remus sah ihr hinterher wie sie durch die Tür verschwand. Sirius stellte sich neben ihn und verschränkte die Arme.

„Süß die Kleine, oder?“, fragte er verschmilzt.

„Wie bitte?“ Remus war verwirrt.

„Ach komm, ich hab deinen Blick gesehen.“

„Welchen Blick?“, fragte Remus.

„Na diesen, Remus-ist-zu-schüchtern-um-zu-fragen-Blick.“

„Jetzt hör aber auf!“, empörte sich Remus.

„Ich war früher ein echter Schwerenöter, schon vergessen?“, sagte Sirius grinsend.

„Da ist nichts. Wir haben uns nur unterhalten.“, rechtfertigte Remus sich.

Draußen hörten sie es scheppern und eine Stimme, die nach Tonks klang.

„Dieses bekloppte Trollbein!“

„Oh, ich sag dir, wir werden noch viel Spaß mit ihr haben.“, sagte Sirius immer noch grinsend.

„Mmh.“, machte Remus nur und eilte durch die Tür nach draußen.

Tonks lag nach vorn gestreckt auf dem Boden. Der Schirmständer, der aus einem Trollbein gefertigt war hatte sich auf dem engen Flur als grobes Hindernis entpuppt.

„Sirius muss echt mal ausmisten!“, schimpfte sie.

„Aber nicht doch, Tonks, dieses Trollbein ist ein echtes Unikat.“, sagte Sirius, der hinter Remus stand.

Tonks warf ihm einen bösen Blick zu und rappelte sich auf. Ohne ein weiteres Wort ging sie aus dem Haus.

Remus stand an der Seite seines alten Freundes, der sich vor Schadenfreude kaputt lachte. So kannte er Sirius, wenn es um die Frauen ging. Er dagegen hatte immer Probleme mit dem anderen Geschlecht gehabt. Als Werwolf war man schließlich nicht die erste Wahl.

Seit jenem Abend lag Sirius Remus ständig auf den Ohren.

„Hörst du jetzt mal auf!“, sagte Remus ganz entnervt als er einmal mehr in Küche saß.

„Warum?“, fragte Sirius.

„Weil ich nicht verkuppelt werden will, deshalb!“

„Wer redet denn hier von verkuppeln? Ich will lediglich, dass du nicht immer hier rumsitzt wie ein Trauerklos.“

„Sagt der Mann, der das Haus nicht verlassen darf!“, schloss Remus.

„Genau deshalb ja.“, gab Sirius zu. „Sie hat Interesse für dich gezeigt und du ignorierst sie.“

„Ich ignoriere sie nicht ich bin nur nicht interessiert.“, sagte Remus.

„Ach komm, jedes Mal wenn Tonks hier auftaucht versuchst du es mit Smalltalk, aber dein Blick sagt etwas völlig anderes.“

„Mein Blick sagt, dass ich zu alt, zu arm und zu werwölfisch bin, um soetwas auch nur in Erwägung zu ziehen.“, entgegnete Remus.

„Die alte Leier wieder?“, fragte Sirius.

„Es ist nun mal so. Ich kann mir keine Beziehung leisten. Schon gar nicht mit so jemand ...“

„Na?“ Sirius grinste.

„Mal angenommen ich gehe auf deine wahnwitzige Idee ein, ich wüsste gar nicht, was ich ihr sagen sollte.“

„Remus, du magst ein verschüchterter Werwolf sein, aber soweit ich weiß war reden noch nie dein Problem.“, stichelte Sirius.

„Du warst doch immer derjenige mit den Mädchen.“, konterte Remus.

„Ich bin ja auch ein gut aussehender Typ.“, meinte Sirius ganz ernsthaft. „Was nicht heißen soll, dass du nicht gut aussehen würdest ...“

„Spar es dir, du bist schon in den Fettnapf gefallen.“

„Meine Güte, Remus, gönn dir mal etwas Abwechslung. Mich zu beschatten wird auf lange Sicht auch langweilig.“

Remus verdrehte die Augen. Insgeheim gab er seinem Freund aber recht. Im Grunde saß er hier den ganzen Tag rum und obwohl der Grimmauldplatz Nummer 5 das hiesige Hauptquartier des Ordens war passierte nicht wirklich viel. Selbst dann nicht, wenn Snape vorbei kam und die beiden sich quer durchs ganze Haus beschimpften.

Dennoch fragte sich Remus worüber sie da eigentlich redeten. Voldemort war wieder da und es war wieder so wie damals. Leute verschwanden oder wurden getötet und sie redeten über sein Liebesleben. Als hätten sie nicht ganz andere Probleme.

Remus wechselte immer zwischen dem Grimmauldplatz und seiner Hütte. Jemand musste schließlich die Streuner füttern. Außerdem wollte er während seiner akuten Phasen lieber nicht unter Menschen sein. Der Wolfsbanntrank verhinderte nicht seine Verwandlung, sondern unterdrückte lediglich Symptome wie den Wahnsinn, während seiner Transformation. Darüber hinaus forderten die monatlichen Vewandlungen ihren Tribut in Form von Krankheit. Für ihn fühlte es sich wie ein starker Grippeanfall an, doch eigentlich war es sein Körper, der die Verwandlungen immer schlechter wegsteckte - von Jahr zu Jahr. Jeder Arzt hatte ihm vorraus gesagt, dass er eines Tages an der Entkräftung sterben würde. Der Werwolf war nicht die bloße Kreatur und der Wahn in dem man seinen besten Freund getötet hätte, er griff das Immunsystem an und schwächte Körper und Geist dauerhaft. Es war eine Krankheit an der man langsam zugrunde ging.

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Es war Anfang September und im Grimmauldplatz kehrte langsam wieder Ruhe ein als Harry und die anderen wieder zur Schule gingen. Sirius machte das missmutiger. Vielleicht hatte Askaban diesen Charakterzug verstärkt, doch Sirius war niemand, der einfach nur rumsaß. Er brauchte immer etwas zutun und im Hauptquartier gab es nicht viel, was er hätte anpacken können.

Für Remus machte es das noch komplizierter. Zudem beschlich ihn das Gefühl, dass Dumbledore ihn nur wieder dazugeholt hatte damit Sirius nicht durchdrehte und etwas anstellte. Sein alter Freund verlegte sich verstärkt darauf Snape zu provozieren und legte es auf einen offenen Faustkampf an. Severus war zum Glück bisher klug genug Sirius abgesehen von einigen Spitzfindigkeiten zu ignorieren.

In diesen Zeiten war er tatsächlich froh, wenn Tonks seinen Weg kreuzte. Sie blieb zum Abendessen und erzählte einige Anekdoten aus ihrer Ausbildung bei Mad-Eye.

„Also da war dieser illegale Kreaturenhändler in der Fleet Street. Wir hin, sollten alles beschlagnahmen und so. Mad-Eye, wie immer mit einem riesen Getöse, versucht den Schmuggler weichzuklopfen, sehen wir plötzlich wie sich eines von den Erumpents losreist. Alle losgerannt als sei der Teufel hinter uns her, da dreht sich Mad-Eye plötzlich um ‘Scheiße, ich glaub, ich hab meinen Hut vergessen!’ Rennt wieder zurück und wir sehen nur noch wie das Erumpent ihn vor sich herjagd. Er fällt hin und das Vieh kracht durch die Wand und rauscht quer über die Straße. Da steht Mad-Eye ohne einen Kratzer aus den Trümmern auf und meint nur so ‘Das ist aber ein großes Loch!’“

Sirius prustete los. Remus lachte leise.

Ja, sie war lustig und sympathisch. Er hörte ihr gerne zu. Sirius meinte Remus solle sie einfach mal auf ein Bier einladen, der Rest käme dann schon von alleine. Der hatte gut reden! Selbst wenn man ignorierte, dass er ein Werwolf war, dann war er immer noch viel zu alt. Tonks war Mitte Zwanzig, er kratze schon fast an der Vierzig. Sirius brauchte er da nicht zu fragen.

„Sowas ist doch heute kein Problem mehr.“, meinte er dann immer lässig.

Remus schwieg sich aus. Es war viele Jahre her, dass er soetwas wie eine Beziehung hatte und die scheiterte - wie so vieles - an seinem Zustand. Er hatte sich damit abgefunden. Mit der Einsamkeit. Sein selbst gewähltes Exil in den Wäldern war ihm da inzwischen lieber.  

Am Ende dieses Abends wandte sich Tonks unvermittelt an ihn.

„Hast du noch Lust was trinken zu gehen?“, fragte sie ihn unverblümt.

Remus begriff erst gar nicht, was sie von ihm wollte.

„Ich?“

„Ja, du!“, sagte sie.


„Also ich weiß nicht ...“

„Ach komm, nur ein Bier.“

Remus blickte sich hilfesuchend nach Sirius um. Der saß nur lächelnd da und machte seinen Na-los!-Mach-schon!-Blick.

„Na schön.“, ließ sich Remus breitschlagen.

Sie gingen in die Kneipe auf der anderen Seite des Grimmauldplatzes. Tonks bestellte selbstsicher zwei Guiness, während er neben ihr saß und nichts so recht mit ihr anzufangen wusste.

„Sag, warum hast du so ein Interesse an mir?“, fragte er schließlich.

Tonks trank einen Schluck ihres Bieres ehe sie antwortete.

„In Hogwarts hab ich gelernt, dass es für den Freak einfacher ist, wenn er sich mit anderen Freaks abgibt.“, antwortete sie. „Okay, ich hab das neulich vermutlich etwas falsch angegangen. Smalltalk ist nicht so meins.“

„Mmh.“, machte Remus nur.

„Ach komm, Remus, du bist nur halb so schüchtern wie du tust.“

„Ähm ... also ...“, stammelte er.

„Ich seh dich doch. Eigentlich grübelst du schon ewig nach, aber auf Sirius willst du ja auch nicht hören.“

„Hat er dir etwa was gesagt?“, fragte Remus irritiert.

„Ist ja nicht schwer zu erraten worüber ihr Männer euch unterhaltet.“, sagte Tonks halb aus ihrem Glas heraus. „Und ja, ich bin durchaus interessiert.“

„Ich weiß nicht, ob das wirklich eine gute Idee ist.“, sagte Remus.

„Du meinst wegen deines Zustandes? Es gibt durchaus Frauen, die sehen über sowas hinweg.“

„Du weißt nicht, was es bedeudet mit jemanden wie mir etwas anzufangen.“, entgegnete Remus.

„Sirius sagte schon, dass du ein harter Brocken bist.“, meinte Tonks.

„Ich hatte wenige Beziehungen und die sind alle relativ katastrophal geendet. Ich will dir nur unnötiges Leid ersparen.“

Tonks atmete tief und leerte ihr Glas. Sie stand auf und blieb neben Remus stehen. Tonks sah aus als liege ihr etwas auf den Lippen, doch statt zu sagen, was es war, küsste sie ihn unvermittelt auf die Wange. Remus blieb völlig schockiert zurück. Was war da geschehen?
 
 
 
 

Autorennotiz

Die Idee für diese kleine FanFiction besteht schon länger. Eine Geschichte über die Beziehung zwischen Remus und Tonks - das einzige Originalpairing, was ich wirklich mag.

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Autor

EvilSeveruss Profilbild EvilSeverus

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Kapitel:3
Sätze:390
Wörter:3.265
Zeichen:19.566

Kurzbeschreibung

Remus Lupin wird aus der Abgeschiedenheit zurück zum Orden des Phönix gerufen, um ein Auge auf seinen alten Freund Sirius Black zu haben. Währendessen lernt er die junge, etwas tollpatschige Aurorin Nymphandora Tonks kennen. Es entspinnt sich eine Beziehung mit Folgen. // Lupin x Tonks // Romanze/Erotik //Spielt paralell zu Band 5

Kategorisierung

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