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Ein Gespräch unter Freunden

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7.7.2019 7:03
12 Ab 12 Jahren
Fertiggestellt

2 Charaktere

Lorenor Zorro

Lorenor Zorro ist Mitglied der Strohhut-Bande. Er wird auch der Piratenjäger genannt, jedoch ist der Name nicht sehr treffend. Er ist das erste Crewmitglied, welches Ruffy auf seiner Reise für seine Mannschaft gewinnen konnte. Er hat den Traum, der beste Schwertkämpfer der Welt zu werden.

Vinsmoke Sanji

Sanji ist der Smutje der Strohhutbande. Ruffy hat ihn dem Baratié abgeworben, wo Sanji seit seiner Kindheit unter Jeff gearbeitet, gelernt und gelebt hat. Sein Traum ist es, den All Blue zu finden. Da er Koch ist und ihm seine Hände heilig sind, kämpft er niemals mit ihnen, sondern nutzt Tritttechniken, die er von Jeff gelernt hat.

Ein Gespräch unter Freunden

 

„Mein Gott, hätte ich Bock auf eine Zigarette.“
„Wehe du verpestest die saubere Luft mit deinem ekligen Nikotinqualm, Kringelbraue.“
Sanji rollte mit den Augen. Mit ruhigen Bewegungen öffnete er sein Jackett und durchforstete die Innentaschen. Mit einem leisen Seufzen lehnte er sich wieder zurück. Sein Feuerzeug hatte er noch, aber ansonsten waren seine Taschen leer.

„Ich hab eh keine dabei, also reg dich ab, Moosbirne.“
„Ist auch besser so. Du weißt, dass der Scheiß ungesund ist, oder?“
„Ehrlich jetzt?“

Leicht stieß er seinen Kopf nach hinten, gegen den Hinterkopf des anderen, gegen dessen Rücken er lehnte.

„Von dir muss ich mich nicht über eine gesunde Lebensführung belehren lassen“, meinte er dann, „Du bist doch der Idiot, der weder einen gesunden Schlafrhythmus hat noch sich vernünftig ernährt.“

Zorro lachte leise. „Was hast du bitteschön gegen meinen Schlafrhythmus einzuwenden? Ich schlafe genug. Außerdem esse ich das, was du kochst. Wenn das ungesund sein sollte ist das ja wohl deine Schuld.“
„Du schläfst zu viel! Das ist das Problem. Die halbe Nacht durchtrainieren und dann den ganzen Tag pennen, das kann ja gar nicht gesund sein. Und natürlich koche ich gesund! Aber es ist absolut nicht meine Schuld wenn du dich jeden Abend zur Besinnungslosigkeit besäufst!“

„Ich habe mich noch nie zur Besinnungslosigkeit besoffen. Im Gegensatz zu dir kenne ich meine Grenzen und trinke nie mehr als ich vertrage.“

„Du hast letzte Woche fast alleine unseren kompletten Alkoholvorrat versoffen.“
Wieder lachte der andere trocken.

„Nicht meine Schuld, dass ich so viel vertrage.“

Wieder stieß er seinen Hinterkopf leicht gegen den des anderen.

„Du bist ein Idiot. Wenn’s um Alkohol geht bist du fast so schlimm wie Ruffy mit seinem Fleisch.“

„Oder du und deine Zigaretten.“
„Ich kann nichts dafür, das ist eine Sucht. Nikotin mach abhängig.“
„Schwacher Geist, schwacher Körper.“
„Wie war das?!“

Diesmal stieß er etwas fester ihre Köpfe gegeneinander, auch wenn das dumpfe Pochen ihm vermutlich mehr weh tat als dem anderen.

„Könntest du das mal lassen?“, fauchte der andere, „Ich kann nichts dafür, dass du deine verdammten Glimmstängel vergessen hast.“
„Ich hab sie nicht vergessen!“, entgegnete er ebenso wütend, „Die Mistkerle haben sie mir abgenommen.“

„Hättest dich ja wehren können.“

„Haha“, meinte er trocken und lehnte sich vor um seine verspannten Unterschenkel zu massieren. Schon viel zu lange saß er im Schneidersitz. Seine Beine waren bereits eingeschlafen, vorsichtig brachte er sie in eine andere Position.

„Oh man, ich muss mich mal was bewegen.“

„Du nörgelst heute ganz schön viel.“

„Und du bist noch schlechter gelaunt als sonst.“

Sie seufzten synchron.

„Manchmal frage ich mich, wie ich deine Anwesenheit überhaupt ertragen kann“, murrte er.

„Was? Glaubst du, ich bin freiwillig hier?“, entgegnete der andere. „Ich könnte mir auch schöneres vorstellen, als deine anstrengende Quengelei über mich ergehen zu lassen.“

„Mir wäre es auch lieber, wenn jemand anderes bei mir wäre!“, knurrte er.

„Nein“, sagte Zorro überraschend kühl, „Wäre es dir nicht.“

Sanji stockte.

„Gib’s zu, du bist froh, dass ich es bin und keiner von den anderen.“

Der Koch hatte sich immer noch nach vorne gelehnt, seine Hände bewegten sich jedoch nicht.

„Müssen wir uns um die anderen Sorgen machen?“, fragte er dann anstatt auf den anderen einzugehen.

Dieser antwortete nicht sofort.

„Sag schon“, meinte er ungehaltener und spürte wie Panik in ihm aufstieg.

„Nein“, sagte Zorro dann tonlos, „müssen wir nicht.“
Sanji lehnte sich wieder zurück, erlaubte wieder Frieden einkehren zu lassen.

„Das ist gut. Immerhin sind sie in Sicherheit.“
Zorro entgegnete nichts.

„Du hast Recht“, meinte Sanji dann, ihm war es lieber seine eigene Stimme zu hören, als gar nichts, „Ich bin froh, dass keiner von den anderen hier ist und trotzdem bin ich auch irgendwie froh, dass ich nicht alleine bin. Ist das sehr egoistisch von mir?“

Zum wiederholten Male lachte der Schwertkämpfer trocken auf.

„Hey, werd‘ jetzt bloß nicht rührselig. Ist nicht so, dass ich dir einen Gefallen tun würde.“

Nun wurde es wieder ruhig um sie.

Um sie herum war es komplett schwarz. Sanji konnte noch nicht einmal seine eigenen Hände direkt vor sich sehen. Genauso gut hätte man ihm die Augen ausgestochen haben können. Schwärzer als schwarz konnte es nun mal nicht werden.

Aber immerhin fühlte er die Körperwärme des anderen an seinem Rücken, das einzige, was ihn in dieser Kälte wärmen konnte.

Natürlich könnte er das Feuerzeug als Licht- und Wärmequelle nehmen, aber das würde vermutlich nicht viel bringen. Zum einen war es zu schwach um wirklich etwas gegen die allgegenwärtige Kälte zu Wehr setzen zu können und zum anderen brauchte er kein Licht um zu wissen wo er war und was um ihn herum geschah.

Um ihn herum geschah nämlich absolut gar nichts.

Er seufzte erneut.

„Erzähl mir irgendetwas, Spinatschädel.“

„Was? Warum sollte ich?“, entgegnete der andere mit seiner ruhigen, entnervten Stimme.

Sanji stieß einen ebenfalls entnervten Ton aus. „Es ist dunkel, kalt und verdammt still. Als wären wir auf dem Grund des Meeres, in unserem Grab. Nicht die schönste Vorstellung, also rede schon verdammt nochmal!“

 Für einen Moment blieb der andere still.

„Und worüber?“, meinte er schließlich.

„Keine Ahnung. Irgendetwas. Hast du irgendeinen verrückten Plan, wie wir hier raus kommen? Was ist deine Lieblingsfarbe? Wann hattest du dein erstes Mal? Irgendetwas halt.“

Diesmal war es der andere, der leicht gegen seine Hinterkopf stieß.

„Hör auf mit diesem Gejammer, Koch. Ich werde ganz sicher nicht meine Lebensgeschichte vor dir ausschütten, nur weil du keine Stille ertragen kannst.“
Sanji stieß etwas beleidigt Luft aus.

„Und was einen Ausbruchplan angeht.“ Dumpf pochte der andere gegen die metallene Wand zu Sanji’s Rechten, als würde er nur das Knie dagegen stoßen. „Es gibt keinen.“
„Was ist mit deinen Schwertern?“

„Haben sie mir abgenommen, genau wie deine Zigaretten.“
Erneut klang die Stimme des anderen seltsam hohl. Es musste wohl sehr schmerzhaft für ihn sein, dass er auf sie nicht hatte Acht geben können.

„Ach so, und was wäre wenn…“
„Koch.“ Nun hörte sich der andere wieder gereizt an wie eh und je. „Wir hatten das doch schon alles durchgekaut. Wir können nicht wirklich was anderes machen außer abwarten.“

Sanji wusste es.

Das war so ziemlich das erste gewesen was sie festgestellt hatte, nachdem sie sich ihrer Situation bewusst geworden waren. Aber Sanji war nie der Typ Mensch gewesen, der gerne abwartete, vom schlechtgelaunten Schwertkämpfer wollte er gar nicht erst reden.

Er seufzte erneut.

„Und wie lange glaubt du müssen wir noch miteinander aushalten?“

Er konnte fühlen, wie der andere seinen Kopf erst von der einen und dann zur anderen Seite lehnte, Wirbel knackten leise.

„Nicht mehr so lange“, antwortete er ruhig, beinahe entspannt.

Sanji nickte.

„Sag mal, Koch?“ Es war das erste Mal, dass der andere das Gespräch suchte. „Vor welchem Ungeziefer hattest du nochmal Schiss?“

„Was?! Wie meinst du das? Verarsch mich nicht! Was ist es?“
„Keine Ahnung, woher soll ich das wissen. Hier ist es stockduster. Irgendetwas krabbelt auf meinem Bein herum.“

„Mach es weg! Mach es weg!“
Er versuchte von dem anderen wegzurutschen und aufzuspringen. Hart stieß er sich den Kopf an der Decke an. Fluchend sank er zurück auf seinen Hintern.

„Hör auf so rum zu zappeln“, knurrte der andere und Sanji konnte ein leises Knirschen hören. „Da, ich hab’s zertreten, was auch immer es war. Zufrieden?“

Sanji hielt sich immer noch seinen Kopf und hatte sich nach vorne gebeugt.

„Ich hoffe, es ist wirklich tot“, meinte er schwer atmend und versuchte sein panisches Herz zu beruhigen.

„Wenn nicht, wird es das bald sein“, entgegnete Zorro eiskalt.

„Das ist nicht witzig, du Idiot.“

„Nein, das ist es ganz gewiss nicht.“ Doch Sanji konnte das dreckige Grinsen in der Stimme des anderen hören.

Mittlerweile war es nicht mehr ganz so kalt, zumindest die Luft um ihn herum. Der Boden und die Wand neben ihm waren immer noch kühl.

„Diese Mistkerle waren schon verdammt stark“, meinte er nun verdrossen, „Haben mich mit einem einzigen Schlag K.O. geschlagen. Wer waren die überhaupt?“
„Piraten“, antwortete Zorro gelassen.

„Du kanntest sie?“
Der andere bewegte leicht den Kopf hin und her. „Hab ein, zwei von ihnen wiedererkannt von den Steckbriefen. Hatten ganz schöne Summen drauf.“
„Größere Kopfgelder als unsere?“
„Naja, zumindest mehr als deins.“
Er stieß den anderen einen Ellenbogen leicht in die Seite, doch der ehemalige Piratenjäger lachte nur leise.

„Aber was wollten die von uns? Die haben uns doch nicht nur zum Spaß fertig gemacht?“

„Kannst du dir das nicht denken?“

„Nein! Wenn sie unser Kopfgeld gewollt hätten, hätten sie uns mitgenommen. Außerdem können Piraten ja schlecht andere ausliefern ohne selbst von der Marine Hopps genommen zu werden.“

Zorro seufzte.

„Sie waren hinter Ruffy her.“
„Was?“

Der andere nickte.

„Ich glaube es hatte irgendwas mit Rache zu tun, hab denen nicht so genau zugehört, um ehrlich zu sein.“

„Wozu wollten die dann uns? Als Lockmittel?“

„Nein, dann wären wir kaum hier. Sie wollten einfach nur wissen wo er ist.“
Sanji erstarrte.

„Und… hast du es… ihnen gesagt? Wo wir geankert hatten?“

Seine Stimme war nur ein Hauch. Er war bewusstlos gewesen, von ihm hatten sie nichts erfahren können, aber was wenn…
„Natürlich nicht! Vertraust du mir so wenig?! Ich habe kein Wort gesagt!“

Zorro’s Stimme klang eiskalt, beinahe verletzt, aber irgendwie auch seltsam hohl.

Erleichtert atmete Sanji aus. Natürlich! Wenn er sich auf jemanden verlassen konnte wenn es um Ehre und Loyalität ging, dann war es wohl Lorenor Zorro.

„Und nachdem sie nichts aus dir rausbekommen haben, haben sie deine Schwerter mitgenommen, uns hier reingeworfen und sind abgehauen?“

„So in etwa.“ Es war offensichtlich, dass der andere da einen wunden Punkt hatte. Er wollte nicht darüber reden.

Sanji seufzte. Wäre er doch nur bei Bewusstsein gewesen. Auf der anderen Seite, wenn selbst Zorro nichts hatte ausrichten können, hätte er wohl auch nichts ändern können.

„Das mit deinen Schwertern tut mir leid“, meinte er dann ehrlich.

„Schon in Ordnung“, entgegnete der Mooskopf, auch wenn sich seine Stimme überhaupt nicht so anhörte, „Ich brauche sie eh nicht mehr.“

Sanji rückte etwas zur Seite und ließ seinen Kopf auf die Schulter des anderen fallen.

„Wie tief denkst du sind wir?“, fragte er in die Stille.

„Wir sind unten“, antwortete Zorro, „Wo auch immer unten ist.“

Sanji schluckte schwer.

Langsam hob er eine Hand und drückte sie gegen die kalte Decke, einzelne Tropfen vielen auf ihn hinab, vermutlich Kondenswasser.

„Schon komisch, dass alles, was uns am Leben hält diese dünnen Metallwände sind.“
„Und gleichzeitig sind sie unser Todesurteil“, führte Zorro seinen Satz zu Ende.

Sanji drückte sich noch etwas mehr gegen den Schwertkämpfer und ließ seine Hand sinken.

Nach einer Weile suchte er die Hand des anderen, doch Zorro zog seinen Arm weg.

„Hör auf mit diesem Kinderkram, Koch. Wir sind Piraten.“
Sanji rollte sich auf die Seite.

„Na und?“ Er rutschte mit seiner Hand den Arm des anderen hinab. „Wir sind auch einfach nur Menschen und ich will nicht alleine sein“, murmelte er, auf der Suche nach menschlicher Wärme.

„Also falls es dir noch nicht aufgefallen sein sollte, Koch. Ich bin hier und ich kann nicht weg! Also halt die Klappe!“

Doch als er das Handgelenk des anderen streifte, stutzte er. Klebrige, warme Flüssigkeit tropfte über seine Finger.

„Zorro?“, fragte er in Schock als der andere etwas schärfer die Luft einzog als sonst. Langsam glitt er die Hand entlang. „Was…?“
„Mach dir keine unnötigen Gedanken, Koch. Es ist alles in Ordnung.“
„Deine Hände! Was haben die…?!“ „Koch.“ Der andere drückte seine Schulter gegen Sanji’s Brust. „Das sind doch nur ein paar Fleischwunden. Du kannst dir doch denken, dass die mich nicht mit einem einfachen Ich sag euch nicht wo mein Käpt’n ist davon kommen lassen würden.“
Zornestränen schossen in seine Augen, während er im Dunkeln die entstellte Hand des anderen entlangfuhr.
„Diese Mistkerle“, flüsterte er, „Ich werde sie umbringen. Ich werde jeden einzelnen von denen Umbringen! Nachdem ich jedem Einzelnen von denen die Finger…“
Zorro brach in schallendes Gelächter aus und lehnte sich noch etwas mehr gegen ihn.

„Verdammt nochmal, Zorro! Das ist nicht lustig! Diese Schweine, sie haben…“
„Danke.“
„Was?“
„Du bist eben doch ein guter Freund, nerviger Kartoffelschäler. Ich bin auch froh, hier nicht alleine zu sein. Mit dir ist es wesentlich unterhaltsamer.“

Langsam verflüchtigte sich die unbändige Wut, als er die Wärme des anderen so nah an sich fühlen konnte. Doch das was blieb, war die grauenhafte Wahrheit und unbändige Trauer.

„Dafür steckst du das alles aber ganz schön gelassen weg“, meinte er nur und lehnte sich wieder weg.

„Dinge die man nicht ändern kann, muss man akzeptieren.“

„Das heißt, ich soll akzeptieren, dass du ein begriffsstutziger Moosschädel bist?“

„Halt die Klappe, Gemüseputzer.“

Rücken an Rücken saßen sie nun wieder da.

Mittlerweile war die Luft beinahe stickig.

Er hatte es sich nicht so vorgestellt, hatte nicht gedacht, dass es so passieren würde.

„Warum haben die uns nicht einfach umgebracht? Ein sauberer Schuss durch den Schädel oder ein glatter Genickbruch?“

Sein Mund fühlte sich seltsam trocken an, das Blut klebte immer noch an seiner Hand.

„Wer weiß. Ich habe mich schon vor langer Zeit damit abgefunden, dass die Abgründe der menschlichen Seele unendlich sind.“

„Meine Güte, heute wirfst du aber mit deinen Zen-Weisheiten um dich.“
„Also mit einer Kugel kann ich dir nicht dienen, aber wenn’s nur der Genickbruch sein soll…“
Sanji erschrak leicht, als er bemerkte, dass dies überhaupt kein Witz war. Der andere meinte das todernst. Er würde Sanji befreien, wenn er nur wollte.

Wenn er es einfacher haben wollte, wenn er nicht elendig leiden wollte, elendig zugrunde gehen wollte.

„Schwachsinn!“, entgegnete er, doch seine Stimme zitterte, „Ich wette, dass ich es länger aushalte, als du.“

Zorro lachte rau.

„Deal. Der Verlierer muss…“

Er stoppte.

Sanji biss sich auf die Unterlippe, seine Hände ballten sich zu Fäusten. Wäre nicht der Gewinner der eigentliche Verlierer?

Er wollte nicht sterben. Aber er hatte Zorro noch nie geschlagen.

„Der Verlierer…“, setzte Zorro erneut an ohne den Satz jedoch zu Ende zu bringen und Sanji wusste, dass auch Zorro kämpfen musste.

„Der Verlierer reserviert schon mal zwei Plätze im Fegefeuer“, beendete er die Worte rau und hörte den anderen wieder so leise lachen.

Das war nicht das schlechteste Geräusch, mit dem man diese Erde verlassen konnte.

„Hast du Angst?“, flüsterte er in die Dunkelheit. „Davor, dass es kein Fegefeuer gibt? Davor, dass es gar nichts gibt? Dass es einfach endet?“

Seine Stimme brach.

Er wollte nicht sterben.

„Und selbst wenn das so ist. Wir können es nicht ändern.“

Nun klang Zorro wieder ruhig, wieder ganz wie sonst auch.

„Wir sind auf dem Grund des Meeres, Sanji. Dies hier ist unser Grab. Wir werden hier sterben.“
Einzelne Tränen rannen Sanji’s Gesicht hinunter.
„Aber auch wenn wir nichts von alledem ändern können, haben wir immer noch eine Wahl.“
„Und welche?“ Er wollte nicht weinen, aber er konnte die Tränen nicht aufhalten.

Er wollte nicht sterben.

„Wir können wählen, wie wir dem Tod entgegentreten. Ob wir die letzten Minuten unseres Lebens mit Angst, Trauer und Furcht verbringen oder ob wir annehmen was geschehen ist und abschließen.“

„Wenn du weißt wie das gehen soll, wäre jetzt ein verdammt guter Zeitpunkt damit rauszurücken.“

Zorro lachte erneut. Seine Stimme war mittlerweile heiser.

„Sieh es doch mal so. Wir werden jetzt Teil des großen Meeres, auf dem nachfolgende Generationen nach Abenteuern suchen, ihre Träume verwirklichen wollen, und wenn dein Traum wahr ist, wer weiß, vielleicht werden wir auch eines Tages Teil vom All Blue sein. Das wäre doch nicht das schlechteste.“
Sein Traum!

„Du bist echt schlecht in sowas. Motivationsreden sind wirklich nicht deine Stärke.“

Er lehnte sich gegen den anderen. Mittlerweile fiel es ihm schwer zu atmen.

„Ich könnte dir ja auch beibringen wie man meditiert, aber ich glaube, dafür reicht die Zeit nicht mehr.“

Zorro’s Stimme war kaum mehr als ein Hauch an seinem Ohr.

„Dann im nächsten Leben, okay?“
„Abgemacht, Kringelbraue. Im nächsten Leben.“

Sanji lehnte gegen Zorro und versuchte seinem Atem zu beruhigen. Schnelles, flaches Atmen würde ihm nicht mehr bringen. Es war kein Sauerstoff mehr da, so einfach war das.

Die Atemzüge hinter ihm jedoch waren langsam und ruhig.

Zorro hatte Recht. Er hatte noch nicht sterben wollen, aber vielleicht war es so nicht das schlechteste. Hier, mit seinem Freund und nicht alleine.
Immerhin musste er sich nicht um seine anderen Freunde sorgen.

Zorro hatte sie schließlich nicht verraten.

Plötzlich vernahm er Ruhe.

Nur noch sein Atem hallte von den engen Wänden wieder und der Rücken an den er lehnte gab leicht nach.

Eine einzelne Träne rann seine Wange hinab.

„Bis bald, Moosbirne.“
 

 

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Autor

Sharrys Profilbild Sharry

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Sätze:291
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Kurzbeschreibung

„Ich kann nichts dafür, das ist eine Sucht. Nikotin mach abhängig.“ „Schwacher Geist, schwacher Körper.“ „Wie war das?!“ Diesmal stieß er etwas fester ihre Köpfe gegeneinander, auch wenn das dumpfe Pochen ihm vermutlich mehr weh tat als dem anderen. „Könntest du das mal lassen?“, fauchte der andere, „Ich kann nichts dafür, dass du deine verdammten Glimmstängel vergessen hast.“ // Sanij beschwert sich darüber, dass er keine Zigaretten mehr hat und Zorro beschwert sich darüber, dass Sanji sich beschwert. Eigentlich ist also alles wie immer, doch irgendwie auch nicht, immerhin gehen sie sich ausnahmsweise Mal nicht gegenseitig and die Gurgel.

Kategorisierung

Diese Fanfiction wurde mit Freundschaft, Angst, Darkfic, Schmerz und Trost, in character und canon aware getaggt.