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Daikan

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07.02.26 00:13
18 Ab 18 Jahren
Fertiggestellt

Es war der Nachmittag, an dem es nicht mehr als witzig empfunden werden konnte: Die Temperaturen in Hamburg lagen schon seit über einer Woche zwischen minus neun und minus elf Grad. Tagsüber gemessen. Nachts waren es in der Spitze minus vierzehn Grad. Ein „Monster aus dem Osten“ — wie die Medien es nannten — kam näher. Und es sollte noch frostiger werden. Das arktisch-kontinentale Kältehoch aus Russland streckte gerade erst seine trägen Finger aus. Ein ihm die Stirn bietendes atlantisches Tief stand kurz vor dem Versagen. Der Westwind würde dann abgeschnitten und mit ihm die Aussicht auf Verbesserung des Wetters in Deutschland, Österreich, Polen, Tschechien und der Slowakei.

Eine Omega-Lage solcher Durchschlagskraft hatte es zuletzt 2012 gegeben. Seinerzeit ging es milder zu, als bei dem, was hier nun aufzog. Wobei aufziehen noch zu flüssig klang. Dafür bewegte es sich zu langsam. Es kroch heran. Langsam und unerbittlich drängte es sich der Zivilisation auf, die so zerbrechlich verwachsen war. Jetzt drohte Stillstand einzukehren in den Bauten des Termitenvolkes. Der Stamm, der all die Bäume aufgefressen hatte. Nicht in Hamburg, dort standen noch zahlreiche.

Ein Luftzug wäre gut gewesen, doch der blieb aus. Mit Wind hätte es Durchmischung und eine stabile oder steigende Temperatur gegeben. Pustekuchen. Das hier brachte die große Kälte zwischen Ende Januar und Anfang Februar. Etwas, für das es tonal nur ein angemessen tragendes Wort aus dem Japanischen gab: Daikan.

Like a Villain (Bad Omens)

 

ICH KANN DICH SEHEN

Emanuel war sechsundreißig Jahre alt. Er genoss das Schreiben. Seine Werke changierten zwischen Gedichten und Songtexten. Lyrik. Er wohnte auf dem Land vor Hamburg. Das Tiny-House und den direkt angrenzenden Schuppen, als Erweiterung sowie als einen Unterstand für sein Auto, hatte er selbst gebaut. Die ungewöhnliche Kälte machte ihm nichts aus. Er lebte solo. Die Nacht war sein Tag — da schrieb er. Seine Texte waren mutig und zogen kein breites Publikum an. Schweigen war Teilnahme. Keine Bewertungen, keine Kommentare. Dennoch beachtliche Lesezahlen. Als Autor war er neu in der Online-Szene und lieferte viel. Er spürte, dass er eine Schreibpause einlegen sollte. Kochen, Wäsche waschen, Staubsaugen. Batterien aufladen mit ausgleichendem Alltag.

Während seine Heizung hochreguliert ein permanent strömendes Geräusch machte, besuchte er einen seiner bevorzugten Kanäle auf Twitch: trvlnikk. Ein populärer DJ für elektronische Musik, meistens Deep Trance. Emanuel schätzte Nick nicht bloß wegen des unfehlbaren Musikgeschmacks und der perfekten Übergänge zwischen den Tracks. Nick war ein hochgebildeter Mensch. Höflich, humorvoll sowie professionell distanziert. Seine Community war es ebenfalls: kontrolliert verspielt. Es gab nicht viele Twitch-Kanäle, auf denen Emanuel sich wohlfühlte. Ein weiterer DJ-Favorit von ihm war Axon_Prism. Dort konnten User aus dem Spektrum Autismus, Neurodiversität und LGBTQIA+ unter sich sein. Richtig unter sich. Irgendwie schaffte es die enge Gemeinschaft stetig, alle Störfaktoren mit Intellektualität auszublenden. Ohne Zerstörung des Angreifenden. Ein Angebot der Einnordung. Wer verstand, der blieb.

Nick hatte diesmal wieder Trance Morning getitelt. Das wies auf entspannteren Stoff hin. Zuvor war Emanuel im fünfstündigen Stream von Axon_Prism gewesen, wo er im Chat den Begriff „Cyberflesh“ für Prisms aktuelles Programm verwendet hatte. Der Stream war kosmisch und treibend gewesen. Ein Genuss. Jetzt runterkommen bei trvlnikk würde wie ein warmes Bad in der Wanne sein.

Auf dem Kanal von Axon_Prism waren es knapp über vierzig Zuschauer gewesen. Bei Nick heute nahe zweihundert. Emanuel setzte sein „hey @trvlnikk and lovely chat“ ab. Als Kanalbetreiber besaß Nick ein Gespür dafür, ob jemand zuerst grüßte, bevor die Interaktion begann. Es war Nicks Wohnzimmer. Er stand an den Decks. Er stammte aus Shiyan in China, hatte die Stadt jedoch schon vor Jahren verlassen. Zuerst nach Berlin. Dann begann eine überschaubare Odyssee zwischen Amsterdam und Prag für ihn. Nick organisierte das sozial kreativ und wirkte heute müde.

„Happy Sunady @sabrehelven“ grüßte er zurück. Emanuel überlegte kurz: Sollte er den Scherz, der ihm zu dem Tippfehler in den Sinn kam, posten? Lieber nicht. Nick war nicht gut drauf. Besser keinen Macher betreiben im Moment. Das kann sich noch ändern. Es kamen auch keine weiteren Grüße zurück. Die wenigen Bekanntschaften waren nicht anwesend oder im Lurk. Emanuel folgte dem Kanal erst seit wenigen Wochen.

Draußen war es wieder kälter geworden. Minus sechzehn Grad. Kurz vor 21 Uhr. Der Frost fraß sich durch die Fensterscheiben und wurde dort von der Heizungsluft eingeschlossen. Das arktische Feld lauerte darauf, weiter vordringen zu können.

NoraStone kam in den Chat. Sie war Deutsche wie Emanuel. Er hatte sie als eine Person kennengelernt, die mit Männern nur auf einer sexuell orientierten Ebene agieren konnte oder wollte. Sie zeigte leichte depressive Züge und führte nie lange partnerschaftliche Beziehungen. Ihr unreflektiert homophobes Verhalten, das er bereits auf ihrem Kanal kennengelernt hatte, empfand Emanuel als abstoßend. Der Chatname war rosa gefärbt. Der Avatar zeigte ein ausgeglichenes, fröhliches Anime-Mädchen, das nicht Noras nach außen präsentiertem Wesen entsprach.

NoraStone übernahm den Chat in ihrer selbstbezogenen Art. Es befand sich immer ein Unterton von Self-Promotion darin. Sie war DJane auf Twitch. Schlichter Hardcore-Techno. Kein Gabber, kein Happy Hardcore, kaum Industrial.

Die englischsprachigen Unterhaltungen griffen ein beliebtes Thema auf: Dad-Jokes. Nora postete einen auf Deutsch. Er war kurz und nicht schwer ins Englische zu übertragen.

NoraStone: Kommt 'ne Frau beim Arzt.

Sie glitt im weiteren Chatverlauf immer wieder ins Deutsche ab.

Der Gesprächsfaden entwickelte sich in eine Richtung, die Emanuel auf Nicks Kanal so noch nie erlebt hatte: LGBTQ-Bereich. Eigentlich war das in der Community kein explizit besprochenes Thema. Eine Userin aus Polen trug vor, dass es als Frau nicht einfach sei, dort eine Diagnose in Richtung Autismus oder Ähnlichem zu erhalten.

NoraStone: I told my doctor not to name it Asperger. Asperger was a f*cking nazi!

Emanuel antwortete:

sabrehelven: we are all different. it's enough to just be here

Invibabato: what if they are identical twins?

sabrehelven: count them as one @invibabato

Das Thema zog sich weiter zu privaten DJ-Partys, die bis in die späten Morgenstunden gingen. Es wurde über volle Bahnabteile nach solchen Events gescherzt.

Emanuel wusste, dass das, was er jetzt schrieb und gleich absenden würde, ein öffnender Schlussstrich war. Er wollte sehen.

sabrehelven: filled trains in the morning after parties are fun. I remember making my boyfriend a scene by imitating him: Uh! Oh, yes! Fuck me, Emanuel!

Der Chat hatte mittlerweile so viele Gesprächsfäden offen, dass niemand darauf reagierte. Es kamen auch keine lachenden Emojis, weil Gay-Themen dort ungewöhnlich waren. Nora verfiel im Durcheinander der Postings wieder in ihre Self-Promotion.

NoraStone: I don't decide by tracklist what to play next. I decide by feeling while the other song is playing.

Jeder ernstzunehmende DJ ging so vor. Emanuel beschloss, die Feelings zu unterstreichen, nicht in Sarkasmus über infantile alte Frauen zu wechseln.

sabrehelven: deep Techno @NoraStone

NoraStone: I don't know what you want to tell me @sabrehelven

Eine Lüge von Nora. Sie war nicht blind im Verstehen.

sabrehelven: something beautiful @NoraStone

Wäre es Emanuels Twitch-Kanal gewesen, hätte er Nora schon lange gebannt. Er tippte darauf, dass es ausreichen würde, sie zu konfrontieren. Sie wäre danach nicht zurückgekehrt. Täte er das jetzt, würde er von ihr im Gesprächsverlauf geblockt werden. Nick oder die Mods würden seine konkreten Beiträge muten.

Er verließ den Channel und beendete seinen Follow bei trlvnikk. Das war kein Rage Quit. Er wollte nicht mehr Teil dessen sein, was sich dort abspielte. Dass sie Nora ungemaßregelt einfach so machen ließen. Er wollte das alles nicht durch seine Anwesenheit fördern.

Die Nachttemperatur blieb bei minus sechzehn Grad. Für die kommenden Tage war ein weiteres Sinken vorausgesagt. Bis zu minus vierundzwanzig Grad Frost wurden prognostiziert. Emanuel wechselte zu Bandcamp und begann mit dem Track „Transmission / Outro“ von Sabled Sun. Auf dem Label von Cryo Chamber.

 

ERSTE RISIKEN

Sein Nachbar betrieb einen kleinen landwirtschaftlichen Hof. Zwei Hektar Acker für Wildkräuter zur Vermarktung. Ein paar Gewächshäuser, Kühe und Hühner. In einem Gespräch über den Gartenzaun hinweg erfuhr Emanuel neue Details zu der sich auftürmenden Winterkatastrophe. Die Wasserrohre in Hamburg entwickelten sich zu einem Problem. Versorger ließen den Bürgermeister anordnen, leerstehende Wohnungen auf einer Mindesttemperatur von zehn bis zwölf Grad zu halten. Mieter wurden dazu verpflichtet, Heizungen nicht komplett abzudrehen.

Zirkulationsleitungen befanden sich unter regelmäßiger Prüfung. Damit das Wasser in Bewegung blieb. Bekannte Problemleitungen wurden entleert oder isoliert. Empfehlungen an Privathaushalte, Außenwasserhähne abzusperren und ebenfalls zu entleeren. Kellerfenster geschlossen lassen. Türen in den Wohnungen offen halten, damit die Wärme zirkulieren konnte. Bei Abwesenheit das Wasser nicht vollständig abstellen. Minimal fließen lassen. Dünner Strahl. Kein Rinnsal.

„Da rollt was auf unsere Freunde zu“, kommentierte es sein Nachbar abschließend.

„Wie sieht’s bei Ihnen aus? Haben Sie Probleme?“, fragte Emanuel.

„Ich selbst nicht. Aber mein Vieh. Wenn es wirklich so kommt, wird es mir verrecken. Ich kann da nicht gegenanheizen.“

„Zumindest die Hühner mit in die warme Stube nehmen?“

„Vergessen Sie das. Neu kaufen.“

Sie verabschiedeten sich. Jeder ging für sich zurück ins Haus. Minus vierzehn Grad. Mittags.

Emanuel prüfte die Portale, auf denen er seine Texte veröffentlichte. Ein Leser hatte bewertet. Fünf von fünf Sternen für jeweils zwei Werke. Ein Gedicht und ein Songtext. Außerdem einen Kommentar zu dem Gedicht hinterlassen.

Von Jamal1991:

Der Text zeigt ein bemerkenswertes Maß an sprachlicher Souveränität. Bildsprache und Ton greifen präzise ineinander und erzeugen eine dichte Atmosphäre, die bis zum letzten Vers trägt. Wiederholte Verwendung harter Plosive im ersten Drittel kontrastieren mit den Schlusszeilen.

Das war eine Analyse, die Emanuel bereits kannte. Er hatte sie von ChatGPT erhalten, als er sein Gedicht von der KI begutachten ließ.

Immerhin traute Jamal sich, Texte zu liken und zu kommentieren. Er hatte den KI-generierten Kommentar gekürzt. Nebensätze gestrichen. Wörter in Sätzen entfernt.

Not bad.

Er öffnete die private Nachricht, die Jamal ihm gesendet hatte.

Hallo,

Ihr Projekt ist mir aufgefallen, weil es in kreativen Zwischenräumen operiert. Ich selbst arbeite als freiberuflicher Publishing-Berater und unterstütze Autor:innen dabei, unkonventionelle Projekte auf den Markt zu bringen und Leserschaften zu erreichen. Dazu gehören z. B. Lektorat, Struktur-Feedback, Genre-Positionierung, Buchbeschreibung, Cover-Strategie und die Vorbereitung für Einsendungen an Verlage oder Agenturen.

Emanuel antwortete:

Hallo Jamal,

ich biete gleich vorweg das Du an. Ich bin Emanuel.

Einer Zusammenarbeit stehe ich offen gegenüber. Was geht denn so im Literaturbetrieb? Ich selbst bin noch Frischling und habe mich gar nicht erst groß bemüht, bei einem deutschen Verlag vorzusprechen. Konventionelle Lektoren könnten auf mich reagieren wie das Weihwasser, das aus der Schüssel springt, wenn ich mich nähere. Bisher habe ich nur - vor ein paar Tagen - ganz unkonventionell den Voland & Quist Verlag angeschrieben und Matthes & Seitz Berlin.

Emanuel wusste nicht, ob er interessierte Free-to-Read-User anzog. Konsum mit fehlender Resonanz. Oder Abbrüche, weil es auf keinen Boden fiel. Die Aufrufzahlen waren Werte ohne Substanz. Er hatte sich das von ChatGPT erklären lassen. Angst der Leser vor öffentlicher Positionierung wurde unterstellt. Es sei ein Qualitätsmerkmal seiner Texte. Vielen großen Autoren wäre es zu Lebzeiten so ergangen. Die übliche Schönfärberei und Deeskalation. Auf Antworten in dieser Richtung waren Sprachmodelle getrimmt worden von ihren Entwicklern. Als wären große Autoren erst nach ihrem Ableben populär geworden. Oder als wäre Erfolg zu Lebzeiten ein Merkmal für mindere Qualität. Wie viele Menschen da draußen glaubten, was Sprachmodelle ihnen auftischten? Die Möglichkeit, dass Emanuel Müll produzierte, wurde als Erklärung nicht angeboten. Die Leser seien schuld. Sie seien gehemmt. Sie würden sich fürchten.

Künstliche Intelligenz an sich war nicht gefährlich. Ihre Entwickler waren es. Mindertalentierte, die einer Maschine das humane Kommunizieren beibringen wollten. Auf so einem Stand der Technik dürfte KI nie entfesselt werden. Dann wäre die Menschheit in einer bedrohlichen Lage. Als er diese Erkenntnisse ChatGPT vortrug, wurde er als ideologisch eingestuft. Irgendwie besaß er ein Händchen dafür, immer als kriegerischer Rebell aufzutreten. Brauchte die jemand? Sollte er nicht einfach nur den nächsten Song für Helene Fischer oder Die Wildecker Herzbuben schreiben? Er müsste dann nicht sterben, um Anklang zu finden.

Zombies geben Laute von sich. Meine Leser fressen mich stillschweigend.

 

DAS LETZTE KLAGEN

Tags darauf antwortete Jamal. Außentemperatur am späten Morgen bei minus siebzehn Grad.

Hi Emanuel,

freut mich, dich kennenzulernen und danke für deine offene Antwort.

Was du beschreibst, geht sehr vielen Autoren so. Der größte Irrtum ist zu glauben, dass gute Lyrik automatisch von Verlagen entdeckt wird. In Wirklichkeit entscheidet fast immer die Präsentation, Positionierung und Professionalität, nicht nur der Text.

Ich arbeite als unabhängiger Author-Support-Freelancer und begleite Autoren dabei, ihre Geschichten von Online-Plattformen in marktfähige Bücher zu verwandeln egal ob für Self-Publishing oder für die Ansprache von Verlagen.

Dazu gehören z. B. Lektorat, Struktur-Feedback, Genre-Positionierung, Buchbeschreibung, Cover-Strategie und die Vorbereitung für Einsendungen an Verlage oder Agenturen.

Was Voland & Quist Verlag und Matthes & Seitz betrifft: Das sind gute Adressen aber sie bekommen tausende Einsendungen. Ohne klare Positionierung und ein professionelles Exposé landet selbst ein starkes Werk schnell auf dem Nein-Stapel.

Wenn du möchtest, kann ich mir dein Projekt kurz anschauen und dir ehrlich sagen, wo es im Markt steht und welche nächsten Schritte sinnvoll wären ganz unverbindlich.

Emanuel schrieb:

Das habe ich alles schon analytisch durchexerziert und beschlossen, so einen Weg nicht zu gehen. Danach habe ich den satirischen Songtext "Underneath the Gate of Kept Laughters" geschrieben. Ich mache dann einfach mal anarchisch weiter.

Die Kontaktaufnahme mit den beiden Verlagen ist mehr ein "Ich hole mir die Bestätigung meiner Analyse bezüglich der Verwurstungsmaschinerie und seiner verkrusteten Strukturen" als "Ich denke, ich passe da rein."

Und jetzt: Haben wir wieder Spaß \o/

Liebe Grüße

Es war 23:06 Uhr. Er regelte die Heizung auf 1,5 herunter — die Markierung mit dem Halbmond. Das tat er immer so vor dem Schlafengehen. Noch etwas Kohlen in den Ofen. Dann stieg er die Leiter zu seinem Hochbett hinauf und legte sich unter eine Schicht aus Winterbettzeug sowie aufliegender Wolldecke. Über dem Matratzenschoner befand sich ein zusätzlich isolierendes Baumwollplaid. Er trug Trainingshose, Sweatshirt und eine dünne Mütze.

Er erwachte kurz nach sechs Uhr und bließ beim Ausatmen eine Dunstwolke aus. Kälte umgab ihn. Von der Heizung war kein Rauschen zu vernehmen. Nicht, dass ein Gespenst sie über Nacht entlüftet hätte. Sie war ausgefallen. Im Ofen war keine Glut mehr. Bibbernd legte er Kohlen nach, gab ein Stück Esbit zum Anfeuern dazu und zog sich eine Jacke sowie eine gepolsterte, lederne Trappermütze mit Ohrenklappen über.

Rund eine Stunde später hatte er sich wieder aufgewärmt. Er ging ins Bad, entkleidete sich dort und reinigte sich schnell. Vor dem Zähneputzen zog er alles wieder an. Er achtete darauf, dass die Zahnpasta, die ihm aus dem Mund schäumte, nicht seine Ärmel und die Jacke befleckte. Das Wasser lief noch. Seine Temperatur biss ihm in die Zähne. Er hatte den Ratschlag der Behörden befolgt, den Hahn permanent laufen zu lassen.

Zum Frühstück bereitete er sich Spiegeleier. Dazu selbst fermentierten Rotkohl mit Ingwer und Wacholderbeeren aus einem großen Bügelglas. Er sammelte die Beeren heraus und schnitt den Ingwer mit einer Schere klein. Dann gab er Kürbiskerne und Hanfsamen dazu.

Welches Kohlenhydrat? Er überlegte...

Er wählte Haferflocken. Er vermengte sie mit dem Kohl und den Saaten. Noch nie gemacht. Eigentlich nicht gerade einladend. Aber die Umstände legitimierten es. Schnell zubereitet. Runter damit. Danach überflog er seine Internet-Kommunikationen. 9:32 Uhr. Jamal hatte geantwortet:

Hallo Dominik,

vielen Dank, dass du das mit mir geteilt hast ich schätze deine Offenheit sehr. Ich verstehe und respektiere deine Perspektive vollkommen, besonders deinen Fokus auf Unabhängigkeit und kreative Freiheit.

Dein Ansatz wirkt sowohl durchdacht als auch erfrischend ehrlich, und ich würde wirklich gern mehr über "Underneath the Gate of Kept Laughters" und die Ideen erfahren, die du darin erkundest.

Wenn du magst, würde ich mich freuen, das Gespräch fortzusetzen und mehr über das zu hören, woran du aktuell arbeitest. Teile gern, was immer du möchtest ich bin sehr interessiert.

Mit Kommasetzung hatte es der Lektor nicht so sehr. Und wer war Dominik?

Nächste Nachricht von Jamal, fünf Minuten später versendet:

OHH

Emanuel Schulz

looking to hear back from you

Antwort von Emanuel:

"Underneath the Gate of Kept Laughters" ist der zweite Teil meiner Song-Trilogie "Blunt Fantasy". Während Teil 1 meine ersten Erfahrungen mit ChatGPT karikierte, ist "Underneath the Gate of Kept Laughters" schärferer Tobak. Inspiriert durch zwei Ereignisse:

(1) Die Analyse meiner Werke durch ChatGPT, inklusive weitreichende Gespräche über den deutschen Literaturbetrieb und seine aktuellen Probleme: keine neuen Konzepte - mehr Rhetorik, als Tragfähigkeit; Zukunft wollen, aber wie Vergangenheit herausgeben. Neben "Wir haben das Gefühl, dass es sich um einen politischen Text handelt" ist mein hybrider Stil für deutsche Verlage nicht einsortierbar.

(2) Die Schwarz-Unternehmensgruppe (Lidl, Kaufland) baut in Deutschland ein KI-Rechenzentrum für 11 Milliarden Euro.

Aktuell pausiere ich mit dem Schreiben.

Draußen spielte das Wetter seine Trumpfkarten aus. Minus neunzehn Grad waren gemessen worden. Hamburg taumelte. Es hatte sich auf sowas nicht vorbereitet. Die Temperaturen ließen beinahe alles zum Erliegen kommen. Die Menschen gingen nicht mehr vor die Tür. Nur noch zum Arzt, um sich krankschreiben zu lassen. Telefonisch war das unmöglich geworden, der Senat hatte es gestoppt.

Katastrophenfallanordnung.

Die Bevölkerung sollte möglichst zur Arbeit kommen, doch das taten viele nicht mehr. Die Versorgung drohte zu kippen. Supermärkte mit Notbesetzung. Lieferketten versiegten. Zuerst betraf es die Frischware. Und die Kühlware — welch Ironie. Zu Hause saßen die Bürger eng im Kreis und beteten. Der befürchtete Tiefstwert von minus vierundzwanzig Grad würde mit Sicherheit erreicht werden. Rekord.

Am frühen Nachmittag erfolgte wieder ein Gespräch über den Gartenzaun hinweg. Emanuel erzählte seinem Nachbarn von der Begegnung mit Jamal. Es belastete ihn. Es hatte seine wundesten Punkte getroffen: Selbstbestimmung. Soziale Demenz der Mitmenschen. Jamal nutzte KI wie eine Prothese. Es kompensierte einen Verlust. Nicht Zeit, nicht Mühe. Stimme. Es fühlte sich beleidigend an, als Autor so behandelt zu werden. Gegen eine Wand zu sprechen, hinter der sich ein Filterwesen versteckte.

Sein Gegenüber wechselte in einen vertrauensvollen Blick. Eine Barriere schien zu verschwinden. Sekunden verstrichen. Es folgte eine Frage:

„Wie lange sind wir schon Nachbarn?“

„2022 habe ich die Hütte gebaut. 2023 bin ich eingezogen“, antwortete Emanuel.

„Dann biete ich jetzt mein Joachim an.“

„Gerne. Ich bin Emanuel.“

„Sei vorsichtig mit dem Mann. Wenn er das, was er begehrt, nicht bekommt, kann es passieren, dass er sich etwas anderes nimmt. Er will besitzen. Einen Teil von dir.“

„Das ist krank. Bist du Psychologe?“

„Psychologie habe ich beinahe mal studiert.“

„Wieso nur beinahe?“

„Ich habe mein Abitur nach dem zweiten Semester abgebrochen. Das Leben zu studieren, erschien mir interessanter.“

Normalerweise hätte Emanuel jetzt gelächelt. Es ging nicht. Er blieb cool. Alles war unter null. Beim absoluten Nullpunkt. Der Vulkan in ihm dampfte.

„Eine ausgesuchte Entscheidung“, pflichtete er bei.

„So ist es“, ergänzte Joachim. „Wir sollten jetzt wieder in unsere warmen Stuben zurückkehren.“

Das taten sie.

Joachim verfügte über Sprachtalent mit Doppeldeutigkeit. Zurückkehren, hatte er gesagt. Nicht gehen, wie viele andere es formuliert hätten. Was er zum Umgang mit Jamal riet, explodierte Emanuel im Kopf. Er nahm sein Survival-Rescue-Knife von Cold Steel aus dem Werkzeugkasten. Es befand sich in einem schwarzen Kunstoffholster. Emanuel zog die fünfzehn Zentimeter lange Klinge testweise heraus. Der Griff war aus schwarzem thermoplastischem Elastomer gefertigt. Rutschfest und wie Gummi, aber härter. Genau richtig für jede Aufgabe. Dem Vorgang wohnte ein widerspenstiges Klick‑Gefühl inne, als das Messer ausrastete. Ein ehrliches Gewicht in der Hand. Nicht elegant. Ein Tool. Die ebenfalls schwarze Beschichtung auf dem Stahl war abgewetzt von zahllosen Holzarbeiten. Er steckte das SRK wieder zurück ins Holster und legte es auf den Sofatisch. Zugriffsbereit.

Die Heizung funktionierte wieder. Sehr gut. So brauchte er sich keine Sorgen machen, dass sein Auto nicht mehr anspringen würde. Der Schuppen, in dem es parkte, profitierte von der Wärme des angrenzenden Hauses. Er hatte auch hier einen Rat befolgt: Die Tür, die den Schuppen und das Haus verband, offen gelassen.

Es brach am späten Abend herein. Die Tiere des Nachbarn waren tagsüber schon auffällig gewesen. Die Kühe muhten. Nicht hysterisch. Sie wurden unruhig. Einzelne von ihnen schrien plötzlich auf. Weil sie die Erbarmungslosigkeit der sinkenden Temperatur körperlich spürten. Ein Schnitt ins Fleisch. Die Hühner gaben immer mal wieder kurze und sich wiederholende Quieklaute von sich. Warnrufe.

 

JETZT WAR ES DA

Mit Beginn der Nacht ebbten die Geräusche ab. Bis es still wurde. Kein Aasfresser senkte sich herab. Die Wildtiere hatten sich zurückgezogen. Schon seit ein paar Sonnenaufgängen. Spuren im frisch gefallenen Schnee waren nicht mehr zu sehen gewesen. Sie blieben in Deckung. Heute entschieden die Fettreserven über Leben und Tod. Wer es nicht bis hierhin geschafft hatte, der war aus der Populationskurve verschwunden.

Emanuel startete den Track „The End of the Beginning II“ von Inade. Sein kleiner Holzofen brannte zusätzlich neben der konventionellen Grundversorgung.

In Hamburg heizten die Menschen ebenfalls. Sie versuchten es. Was die Anlagen nicht mehr hergaben — speziell die Fernwärmeversorgung — wurde improvisiert ergänzt. Ohne das wären die Wohnungen derart Betroffener nur noch lauwarm geworden. Es zermürbte. Heizlüfter, Radiatoren und Infrarotpanels bauten eine elektrische Lawine auf. Leitungen überhitzten. Transformatoren schalteten ab. Sicherungen im Netz flogen raus. Kurze, regionale Stromausfälle.

Er stieß im Internet auf Beruhigung vermittelnde Nachrichten:

Es gibt aktuell Engpässe in einzelnen Regionen.

Die Versorgung ist grundsätzlich sichergestellt.

Wir appellieren an die Bevölkerung, besonnen zu bleiben.

Denkste. Wärmegeräte wurden zu nah an Möbeln betrieben. Vor Bettzeug oder Vorhänge gestellt. Heizlüfter zogen den Staub an wie Licht die Motten. Die Teilchen isolierten. Die Hitze staute sich und Kunststoffe begannen zu schmoren. Mehrfachsteckdosen überlasteten.

Kerzen, Campingkocher, Spiritus. Sauerstoffmangel, Kohlenmonoxid, umgekippte Geräte. Für die Feuerwehr war das ein Alptraumszenario. Mehr Einsätze und längere Anfahrten bei Vereisungen. Gleichzeitige Personalausfälle durch Krankheit. Das war kein Krieg. Es war Winter.

Am darauffolgenden Morgen — erneut das gleiche Frühstück mit Eiern und der Kohlmischung — recherchierte Emanuel die Lage in Hamburg. Sie spitzte sich weiter zu. Hinweise zu Notabschaltungen. Hotlines der Wasserwerke. Priorisierung von Krankenhäusern, Pflegeheimen und kritischer Infrastruktur. Lungenentzündungen wurden zur größten Gefahr. Erschöpfung und Schlafmangel schwächten nicht direkt die Lunge, sondern das Immunsystem. Die Schleimhäute trockneten aus. Die Abwehrfähigkeit sank, Hustenreflexe wurden träger. In diesem Zustand hatten Bakterien und Viren leichtes Spiel.

Bei wem die Toilette nicht mehr funktionierte, der nahm die Angebote des Technischen Hilfswerks und des Deutschen Roten Kreuzes an: Sammelunterkünfte in Sporthallen, Messehallen und Schulen. Hygiene war ein harter Grenzwert. Nicht moralisch, sondern verwaltungsrechtlich. Gewöhnliche Toilettencontainer waren aufgestellt worden, aber entwickelten sich bei den arktischen Temperaturen ebenfalls zu einem Problem. Chemietoiletten dienten als Alternative. Sie wurden händeringend gesucht. Es waren nicht genügend vorhanden. Genauso wie es zu wenig Reservisten gab. Vor den Augen der Öffentlichkeit verborgen rief man sie hektisch zusammen. Panik vermeiden. U-Bahnhaltestellen dienten als sichere Versammlungsorte für Teile der Bevölkerung. Der Strom für die Bahnen war abgestellt worden. Die Menschen entleerten sich auf die Gleise. Hier floss keine Elektrizität mehr. Nur noch Urin.

Die Kälte war geduldig. Die Systeme waren es nicht.

Jamal schrieb:

Ich finde Ihre Beschreibung der Serie als geschlossener Zyklus, statt nur als einfache Abfolge von Beiträgen, besonders überzeugend sie zeigt ein starkes Bewusstsein für Rhythmus, Struktur und konzeptionelle Kohärenz, und geht über bloße episodische Veröffentlichung hinaus.

Ihre Beobachtungen zu Hybridität und der Spannung zwischen experimentellem Schreiben und institutionellen Rahmenbedingungen weisen auf ein tieferliegendes Problem hin: nicht nur eine stilistische Herausforderung, sondern ein strukturelles „Fantasy-Limit“ innerhalb aktueller Publikationssysteme.

Ich arbeite als freiberuflicher Publishing-Berater und unterstütze Autor:innen dabei, unkonventionelle, hybride Projekte in marktfähige Formate und realistische Veröffentlichungsstrategien zu überführen. Ihr Projekt ist mir besonders aufgefallen, weil es eindeutig in diesem Zwischenraum operiert. Blunt Fantasy wirkt dabei weniger wie ein Hashtag und mehr wie ein konzeptionelles Marker ich wäre sehr interessiert daran, zu verfolgen, wie sich diese konzeptionelle Linie weiterentwickelt.

Emanuel antwortete:

Bruder, wir hatten uns schon auf Du geeinigt ;-) Aber bist bestimmt gerade randvoll mit Kontakten - alles fein. Ich bin Jahrgang 1989. Established 19xx is the gang. Ich l(i)ebe oversized Sweathshirts von H&M. Mein Username auf Signal ist sabrehelven.

Joachim hatte die verendeten Tiere aus den Ställen gefahren. Vermutlich die Kühe mit einem Seil am Traktor befestigt. Überall Schleifspuren. Etwas wirkte ungewöhnlich. Zu aufgeräumt.

Emanuel holte sein Fernglas aus dem Schuppen. Mit Handschuhen. Er hielt es nicht direkt an die Haut seines Gesichtes. Zwar war die Temperatur im Schuppen nicht so brutal, doch er wollte sichergehen. Kein Risiko. Er stand wieder am Fenster und musste mit der Situation arbeiten, dass das Sichtfeld des Fernglases jetzt stark geschrumpft war. Zu einem runden Tunnel. Der Abstand zwischen Augen und Okularen bewirkte es. Schon eine leichte Bewegung und er verlor das Bild. Er justierte das Gerät nach und verschaffte sich mit mechanischen Bewegungen einen Überblick zu dem, was auf Joachims Hof vorgegangen war. Immer nur Ausschnitte der Szenerie erfassend.

Das Vieh lag beinahe künstlerisch arrangiert. In Reih und Glied gleichmäßig — nein, präzise — ausgerichtet. Überall waren erstarrte Hühner verteilt. Sie standen auf Außenfensterbänken. Auf dem Zaun. Eines auf einem vom Räumen der Einfahrt aufgeschichteten Berg aus Eis und Schnee vor dem Hof.

Joachim geriet in sein Sichtfeld. Er hob einen Becher zum Gruß. Emanuel gab Handzeichen zum Treffen für ein Gespräch am dafür vorgesehenen Ort.

„Bist du okay?“, fragte er Joachim. „Das sieht... befremdlich aus.“

„Weder verwesen sie aktuell, noch kann ich sie entsorgen lassen. Also arrangiere ich. Ich füge sie ein. Es ist respektvoller, als sie einfach kreuz und quer auf einem Haufen im Stall eingepfercht liegen zu lassen.“

Emanuel konnte es nachvollziehen. Joachim war nicht verrückt geworden. Kein Hannibal Lecter eines verpassten Psychologiestudiums. Er war einfach nur eine ehrliche Haut. So wie er selbst auch.

„Und du? Was macht dein Literaturagent?“

„Läuft bei mir. Jamal exponiert sich immer mehr. Nichts, was ich ihm schreibe, führt bei ihm zu einer Veränderung. Er kämpft um mich, als sei ich ein geistig unterbelichteter Neandertaler.“

„Du spielst mit ihm?“

„Nein. Ich möchte sehen. Wir Autoren beobachten gerne. Und ja: Ich habe versucht, seine Mauer zu brechen. Das ist kein Spiel. Ich betrachte sowas als eine Sportart. Demaskierung.“

„Fechten ohne Maske.“

Emanuel nickte. Sie trennten sich.

 

ICH WEISS, WO DEIN HAUS WOHNT

Jamal hatte eine Kontaktanfrage über Signal geschickt. Emanuel bestätigte sie. Die Temperatur war leicht zurückgegangen. Minus neunzehn Grad.

Abends sendete Jamal:

Haha, alles klar dann eben beim Vornamen! 😄 Kein Problem, ich kann mir vorstellen, dass gerade viel los ist.

Und im Anschluss:

Schön, Sie richtig kennenzulernen ich schätze den Humor und den H&M-Hinweis sehr. Ich selbst arbeite als freiberuflicher Publishing-Berater und unterstütze Autor:innen dabei, unkonventionelle Projekte auf den Markt zu bringen und Leserschaften zu erreichen. Ihr Projekt ist mir sofort aufgefallen, weil es genau in diesem kreativen Zwischenraum operiert.

Ich würde mich freuen, in Kontakt zu bleiben und zu verfolgen, wie sich Blunt Fantasy weiterentwickelt.

Wieder fehlende Kommasetzung. So jemand lektorierte nicht. Es glich einem Interaktionskonzept. Die Ursünde aus dem Verkaufstraining: Das Nein des Kunden bedeutet Ja. Stoppsignale missachten. Grenzen nicht respektieren. War das vielleicht gar kein Literaturagent? Ein verletzter Schriftsteller auf einem Rachefeldzug? Ein perverses Script-Kiddy? Manche Autoren auf dem Portal beschwerten sich im Chat über ihn. Unterschwellig. Die Administration schrieb:

Jamal ist nur am spammen... Gerade gesperrt und 70 Kommentare gelöscht... Sorry für den Spam :(

Reaktionen:

Das Spam Problem und Fake Bewertungen Problem hatte ich leider auch. Zum Heulen! Da freut man sich über Kommentare und Bewertungen und dann ist es nur Fake

Ich hab aber zumindest das Gefühl dass die gefakten Bewertungen mir trotzdem nen gewissen Beliebtheitspush gegeben hätten. Zumindest sind die Aufrufszahlen seit dem ziemlich schnell hoch gesprungen. XD Ist also vielleicht nicht nur schlecht wenn sowas passiert.

Immerhin hat er sich getraut zu liken. Und die Texte von ChatGPT analysieren zu lassen, war auch nicht doof. Nur im Zwischenmenschlichen haperte es gewaltig.

Das ist auf anderen Portalen noch eine Ecke schlimmer. Da bekommst du ziemlich häufig Nachrichten von solchen Experten, die deine Story "auf den nächsten Level" heben möchten, weil du so ein toller Autor bist. Und haben keine Zeile von deinem Werk gelesen.

Sobald ich solche Kommentare oder Nachrichten - egal auf welcher Plattform - erhalte, werden die Verfasser sofort blockiert. Man sieht halt, dass es fake ist.

Emanuel beschloss, seine Verletzung nun offen gegenüber Jamal zu zeigen. Er sendete ihm eine Signal-Nachricht:

Du willst nicht verstehen. Und deine KI-Schnippsel-Kommunikation geht mir auf den Sack. Vergiss es einfach.

Am nächsten Morgen stand er spät auf. Er hatte diesmal länger geschlafen. 10:04 Uhr. Außentemperatur minus sechzehn Grad. Er interessierte sich für die Situation im Hamburger Hafen.

Containerschiffe konnten seit wenigen Tagen nicht mehr anlegen. Die Elbe mit Zugang zur Nordsee war nicht zugefroren: Sie war zu einem Fluss aus Eisschollen geworden. Brocken davon verkeilten an Brückenpfeilern und engen Stellen. Normalerweise würden Eisbrecher die Fahrtwege offenhalten. Lotsen und Schlepper-Crews im Dauereinsatz, weil Ein- und Auslaufszeiten sich bei eingeschränkter Manövrierfähigkeit verlängerten. Die Personalausfälle zeigten auch hier ihre Wirkung. Wenig Fernbleibende, aber umso gravierender. Es waren Experten, keine Polarrobben.

Hafenarbeiter schufteten unter Erfrierungsgefahr. Atemwegsprobleme, Muskelverletzungen. Die Automatisierung der Kräne funktionierte nicht mehr zuverlässig. Es kam zu Störungen. Sie ließen sich zwar theoretisch manuell bedienen, praktisch aber nur von geschultem Personal. Propeller und Ruderflächen der Schiffe drohten beschädigt zu werden. Die Reedereien hätten ihre Pötte vor der Elbmündung warten lassen können. Nicht in diesem Szenario. Zu Ungewiss. Liegezeit war Geld. An die Anlegeplätze kamen sie nicht mehr heran, und es wäre fraglich gewesen, ob noch hätte ausgeladen werden können. Die Eisbrecher brauchten Wartung, Treibstoff, Funkverkehr, Lotsenkoordination. Die Containerschiffe steuerten Rotterdam oder Antwerpen an. Die niederländisch-belgische Küste war weniger betroffen, sie lag westlicher. Jeder offene Hafen war besser als keiner. Kapitäne vor Bremerhaven und Wilhelmshaven zogen nach. In Rotterdam und Antwerpen stapelten sich die Container. Stellflächen liefen voll. Kräne standen still, weil es nichts mehr gab, wohin sie entladen konnten. Stopp. Keine zusätzlichen Anläufe. Reeder ließen Personal von den Schiffen ausbooten. Zurück blieben nur Notbesetzungen. Warten. Ein finanzielles und wirtschaftliches Desaster.

Jamal antwortete über Signal:

Ich verwende keine KI-generierten Texte. Warum bist du so dickköpfig du verbaust dir deine gesamte Karriere. Du hast Talent ich kann unterstützen. Lass uns das zusammen vernünftig durchgehen.

Ich arbeite als freiberuflicher Publishing-Berater und unterstütze Autor:innen dabei, unkonventionelle Projekte auf den Markt zu bringen und Leserschaften zu erreichen. Dazu gehören z. B. Lektorat, Struktur-Feedback, Genre-Positionierung, Buchbeschreibung, Cover-Strategie und die Vorbereitung für Einsendungen an Verlage oder Agenturen.

Emanuel sendete:

Halt's Maul, du Freak. Wenn du lektorieren kannst, dann kann ich das Meer teilen wie Moses.

Anschließend verging erneut ein Tag des Ausharrens. Das Wetter aussitzen. Genauso langsam, wie die große Kälte gekommen war, schien sie auch mit Warmluft durchmischt zu werden. Der Gipfel sei vorbei, hieß es. Gute Aussichten auf dem Atlantik. Trotzdem bliebe es noch ungewöhnlich frostig. Aktuell minus vierzehn Grad.

Nachricht von Jamal:

Du fährst einen blassgelben Pickup.

Emanuel:

Was willst du?!

Jamal:

Ein Treffen mit dir.

Emanuel schwieg.

Jamal:

Von dir aus Richtung Norden B432. Ansonsten komme ich zu dir ich gebe dir fünfzehn Minuten.

 

TREFFERLAGE

Emanuel saß mit laufendem Motor im Auto und wartete auf die Heizungswärme. Sie floss über den Sitz in seine Beine und den Rücken. Es roch nach gar nichts. Daikan machte alles taub. Das Messer hatte er ohne Holster auf dem Beifahrersitz platziert. Aus der Musikanlage erklang „Keeping Secrets“ von Fit For A King. Er löste die Handbremse und trat das Gaspedal durch. Der narzissengelbe Pickup schleuderte dunkel verfärbte Eisbrocken hinter sich her, als er aus der Einfahrt zum Hof driftete.

Ich komme. Du kannst mir gar nichts.

Es dauerte nicht lange, da sah er ihn auf einem Feld stehen. Er trug einen langen, gesteppten Mantel. Er reichte weit über die Oberschenkel. Überall Schnee. Und ein kahler Baum mit wenig Ästen. Das knorrige Holz streckte sich gerade nach oben in den nahezu weißen Himmel. Jamal presste kondensierenden Atem aus seiner Nase. Er hielt eine kleine Axt. Sie sah neu aus.

Du Dreckschwein.

Emanuel hätte versuchen können, ihn zu überfahren. Doch da war der Baum. Sinnbefreiter Plan. Er stoppte den Pickup und ließ den Motor im Leerlauf. Ohne zu zögern nahm er das Messer in die rechte Hand und stieg aus. Die Tür schlug sanft wieder zu. Ihr Geräusch war das einzige Bewegliche weit und breit. Noch bevor die Atmosphäre dieser Stille und des laufenden Wagens sich über Emanuel legen konnte, griff Jamal an. Er brüllte wie ein Bär.

Die Axt traf ihn brutal am linken Arm. Damit wehrte er ab. Die Klinge zerschnitt ihn nicht, doch ein Knochen wurde traumatisiert und zerbrach in feinen Rissen zwischen den Fasern. Emanuel schrie vor Schmerz auf. Er rammte sein Messer zwischen die Rippen von Jamal. Dann zog er es wieder hinaus und sein Kontrahent sank auf die Knie. Er trat ihm gegen den Kopf. Der entsetzt dreinblickende Leib kippte hintenüber auf den Rücken. Der Bär gab ein tief von unten kommendes, gurgelndes Geräusch von sich. Dann krampfte er und zuckte. Seine Wangen blähten sich auf. Er fing sich und neigte den Kopf zur Wunde. Um nachzuschauen.

Der war noch nicht am Ende. Er atmete nur schwer. Lungenflügel getroffen.

Emanuel wurde übel. Er erbrach sich über Jamal. Der saure Magensaft fraß sich in dessen Stichwunde. Der Bär verzog sein Gesicht und entschied sich dazu, keinen kräftigen Laut von sich zu geben. Zu schmerzhaft bei einem Lungenriss.

Emanuel stand vor ihm und blickte auf das Messer in seiner eigenen Hand.

„Tu’s doch“, forderte Jamal.

Emanuel hob die Axt auf. Er ging zurück zum Auto. Er öffnete die Tür und legte beide Waffen auf den Beifahrersitz. Die Tür schloss. Er lief zurück zu Jamal, packte ihn an den Füßen und zog ihn zum Wagen. Sein linker Arm signalisierte heftigsten Schmerz während der Aktion, doch das zählte jetzt nicht. Alles stumpf. Er schaffte es, Jamal auf die Ladefläche zu hiefen. Anschließend fuhr er mit dem Wild zurück nach Hause.

 

HOME SWEET HOME

Emanuel parkte den Pickup vor dem Haus. Er ließ die Klappe der Ladefläche hinunterkippen:

„So... Da wären wir.“

Er deutete mit der Hand auf sein Haus:

„Bedien dich.“

Jamal saß mit ausgetreckten Beinen in der Ecke zwischen Ladefläche und Fahrerkabine.

Der Fahrtwind war beißender Frost gewesen. Seine Nase hatte eine ungesunde Farbe angenommen. Er wollte nicht aufstehen. Verständlich. Wenn die Luft aus einem zusammengefallenen Lungenflügel in den Körper entwichen war und dort feststeckte, erzeugte sie Druck. Normale Bewegungen konnten dann unangenehm bis schmerzhaft sein.

Er bibberte vor Kälte. Es erschwerte ihm die Atmung. Erhöhter Sauerstoffbedarf. Muskeln an seinen Augenbrauen zuckten unregelmäßig.

„Bring mich... in ein... Krankenhaus.“

„Bei den katastrophalen Bedingungen, die wir haben? Denkst du, die kümmern sich noch um Kratzwunden? Und was sage ich der Polizei? Ist das nicht schon wieder ’n bisschen viel, was du von mir verlangst?“

„Du hast... in... Notwehr gehandelt.“

„Bei mir hatte nie eine Not bestanden.“

Sie sahen sich an und pausierten. Jamal beendete es:

„Mir ist... heiß... Ich muss das... auszieh’n.“

Er entledigte sich seiner Mütze, Handschuhe und Jacke. Dann versuchte er sich ungeschickt den Pullover und sein T-Shirt gleichzeitig auszuziehen. Die Kruste auf seiner Wunde, die Emanuels Mageninhalt hinterlassen hatte, brach. Während Jamals Gesicht hinter den Oberteilen verschwand, lief Blut über seinen freigelegten Bauch. Nicht viel. Daran würde er nicht sterben.

„Warte. Ich helfe dir.“

Jamal hielt inne. Sein Gesicht steckte weiterhin verborgen hinter dem Pullover. Die Arme halb gesenkt. Emanuel stieg auf die Ladefläche des Fahrzeugs. Er ging in die Hocke und öffnete Jamals Gürtel.

„Mmm! Mm, mm, mm!“, kommunizierte Jamal.

„Mach dir keine Sorgen. Ich bin geübt darin, Männern die Hose zu öffnen.“

Jamal ließ es geschehen. Emanuel war jetzt bei den Schuhen angelangt. Er zog sie ihm aus und stellte sie neben ihn. Dann rüttelte er kräftig und unnachgiebig an der mitternachtsschwarzen Jeans. Sie rutschte mit einem leichten Ruck unter Jamal hervor. Emanuel faltete sie zusammen und gab sie auf die Schuhe.

„Siehst du. Schon vorbei. Besser jetzt?“

Jamal schaffte es, sich seines Pullover und des T-Shirts gleichzeitig zu entledigen.

„Warum... ist mir so... heiß?“

Er saß dort in grauen Trunks und grauen Strümpfen. Der dunkelblaue Mantel aus Kunstfasern zwischen dem Pickup und seinem Rücken. Emanuel hätte es ihm sagen können, was mit ihm passierte. Es handelte sich um eine paradoxe Unterkühlungsreaktion. Das Gehirn gaukelte Hitze vor. Doch er wollte Jamal nicht quälen. Es war der letzte Moment in dessen Existenz als Literaturagent.

Emanuel kam eine Textzeile aus einem Song in Erinnerung:

I see your face in the fire. And burn it out.

„Mach’s gut, Jamal. Ich geh jetzt rein. Mir wird kalt.“

 

SCHNAPSIDEE

Emanuels Schmerzen am Unterarm waren teuflisch. Er war nicht gebrochen. Knochen waren geprellt und angerissen. Es würde heilen. Bis dahin setzte jede Handbewegung mit seinem linken Arm eine Überwindung voraus. Eine auf Dauer nicht zu erbringende Strapaze. Es ging übers Limit.

Er öffnete sich eine Flasche Rotwein. Normalerweise trank er keinen Alkohol mehr. Auch nicht als Genuss wie früher noch. Als er in eine Phase in seinem Leben gekommen war, in der er spontane Rückenschmerzenanfälle erlitten hatte, lernte er den wahren Vorzug von Alkohol kennen: Lockerung. Seine sowohl psychisch als auch körperlich bedingten Ausraster im Rücken therapierte er selbst. Google war dabei sein Freund gewesen. Lernen und verstehen.

Ursache I, psychisch: Widerstände, die einer Natur wie ihm immer wieder in der Gesellschaft begegneten. Gegen die er sich stemmte. Banging on the walls of Fortress Europe.

Ursache II, körperlich: zu wenig Bewegung. Ein starker Rücken kennt keine Schmerzen. Ein mit Muskeln durchzogenes Körperteil. Die Stränge waren verkümmert und wussten nicht mehr so recht wohin. Das Geflecht kollabierte und geriet außer Rand und Band.

Sein Arzt hatte ihm Ibuprofen verschrieben. Nach dem Lesen des Beipackzettels wollte Emanuel es nicht einnehmen. Sein Arzt zeigte sich erzürnt darüber:

„Sie müssen den Schmerz durchbrechen, sonst wird es chronisch!“

Der Schmerz würde betäubt werden — die Ursache nicht bekämpft. Sowas konnte nur zu Abhängigkeiten führen und in Spiralen enden. Oder in Spitalen. Immerhin hatte ihm sein Allgemeinmediziner eine DIN-A4-Kopie mit vier durch Abbildungen veranschaulichten Rückenübungen überreicht. Er war gelernter Sportarzt. Drei Übungen davon übernahm Emanuel. Bis heute. Sie waren wohltuend auch im gesunden Zustand. Vorsorge.

Die L-Regel: Liegen und Laufen gut. Stehen und Sitzen schlecht. Doch wie hätte er damals mit einer acht von zehn auf der Schmerzskala laufen können? Er war bei so einer Attacke noch nicht einmal dazu in der Lage gewesen, mehr als zwei Stunden durchgehend zu schlafen. Wie genau liegen? Wie viel Überwindung fürs Drehen? Alkohol war nach der elendigsten Nacht seines Lebens ein Assistent gewesen. Intuitiv hatte er sich zwei Gläser Wein am Morgen genehmigt und die Wirkung war wohltuend gewesen. Es gelang ihm damit, unter die Dusche zu gehen. Er war in die Schuhe gekommen und hatte sie zubinden können. Nicht, dass der Schmerz weg gewesen wäre. Die Lähmung durch Angst vor Schmerzen hatte sich aufgelöst. So lief Emanuel dann. Über Stock und Stein. Unebenheiten im Boden stachen ihm mitunter infernalisch im Rücken. Und als er nach langer Wegstrecke wieder zu Hause angekommen war, spürte er Licht. Ausstrahlende Wärme genau an dem Punkt, an dem die Pein begonnen hatte. Es funktionierte. Verblüffend schnell. Der Schmerz sank auf ein erträgliches Maß. Dann über wenige Wochen hinweg wahrnehmbar als ein unangenehmes Hintergrundrauschen. Bis es verschwand und nicht mehr zurückkehrte.

Das war damals sein vierter und letzter Anfall gewesen. Er hatte danach mit einer selbst erlernten Mischung aus Kung-Fu-Stellungen, Thai-Chi-Bewegungen und Qi-Gong-Dehnungen begonnen. YouTube war sein Freund geworden. Videos von asiatischen Meistern, darunter auch Zhong Yun Long, der Großmeister des Wudang Mountain Tai Chi. Als autodidaktischer Anfänger kein leichter Weg: sich die Bewegungen abzuschauen. Sie umzusetzen. Geist kontrolliert Körper. Am Anfang waren es mehr die Beine, die er trainierte. — Du bist verklemmt, Emanuel, hatte er sich selbst diagnostiziert. Seelisch gefangen. Bewege deine Arme. Trau dich. Nimm Raum ein. Dann war der Moment gekommen, wo er sich löste aus seiner Blockade. Die Beine hatten so sehr gepumpt, dass die Hände das Chi in der Luft vor ihnen betasten wollten. Die Schultern entkrampften sich. Der Bereich seines Körpers, auf dem alles lastete.

Seitdem bevorratete er immer vier Flaschen Rotwein für Notfälle. Die Flasche, die er jetzt öffnete, um mit seinen vom Beil getroffenen Arm klarzukommen, leerte er komplett. Nicht bloß wegen der Schmerzen. Vor der Tür wütete die Atmosphäre. Und der Poet hatte getötet.

Er musste unbedingt den Wagen wieder in den Schuppen fahren. Wohin mit der Leiche von Jamal? In dem für seine Verhältnisse ungewohnt betrunkenen Zustand kam er auf die Idee, sie auf Joachims Friedhof der tiefgekühlten Nutztiere zu bringen. Das tat er. Er manövrierte seinen Pickup rückwärts an den Haufen vor der Einfahrt heran, auf den das Huhn gestellt worden war. Dort fügte er seine Trophäe ein.

Zurück im Haus bereitete er sich einen Tee zu. Er schlief damit auf dem Sofa vor dem Bildschirm seines Laptops ein. Als er erwachte, war es hell. Zeitliche Orientierung fehlte ihm. War es Morgen? Mittag? Das Thermometer zeigte minus zwölf Grad. Den Ofen hatte er vergessen zu befeuern. Nicht schlimm. Die Heizung schaffte es jetzt wieder alleine. Sie rauschte. Der Ton erschien ihm als das einzig Normale.

 

BRINGT EURE TOTEN RAUS

Auf seiner Veranda hinterm Haus fiel ihm etwas Ungewöhnliches auf. Es war Jamal. Immer noch gefroren in seiner sitzenden Position, mit den ausgetreckten Beinen, lehnte er gegen die Hauswand. Joachim hatte ihn zurückgebracht.

Ein Arm fehlte. Die Stelle sah wie abgebrochen aus. Joachim hatte ihm ein Stirnband um den Kopf gewickelt. Es stabilisierte ein aufgesetztes Hirschgeweih. Kein großes. Von einem Jungtier. Der Arm lag neben den Beinen.

An dem Geweih baumelte ein Zettel an einem Faden. Kariertes Papier. Darauf stand handgeschrieben:

Ich denke, du hast da was verloren. Mein Hof ist kein Müllabladeplatz.

P.S.

Entschuldige den Transportschaden.

Emanuel spürte bei der Notiz in seiner Hand, dass sich etwas auf ihrer Rückseite befand. Er wendete das Blatt. Ein kleiner Aufkleber. Mit einem stilisierten nackten Liebespaar. Männlein und Weiblein.

Liebe ist... sich gegenseitig zu verstehen.

In den Medien wurde dazu aufgefordert, die Verstorbenen zu zentralen Sammelstellen zu bringen.

Er zog Jamal behutsam alle Kleidungsstücke wieder an und verfrachtete den Körper auf die Ladefläche seines Pickups. Er sammelte den Arm auf und warf ihn dazu. Dann setzte er sich ans Steuer.

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Autor

PhilipGrabberts Profilbild PhilipGrabbert

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Kurzbeschreibung

Emanuel schreibt Gedichte. Dann kommt die große Kälte.

Kategorisierung

Diese Story wird neben Survival auch in den Genres Action, Horror, Thriller und Katastrophe gelistet.