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Tage des Schriftstellers: Die Danksagung

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29.06.26 19:28
6 Ab 6 Jahren
In Arbeit

4 Charaktere

Der Schriftsteller

Er versucht, seinen Alltag zwischen Kreativität, Selbstzweifeln und den kleinen Katastrophen des Autorenlebens zu meistern. Er ist aufmerksam, sensibel und beobachtet seine Umgebung sehr genau. Oft macht er sich mehr Gedanken über Kleinigkeiten, als eigentlich nötig wäre, wodurch aus normalen Situationen schnell kleine persönliche Krisen entstehen. Gleichzeitig besitzt er viel Selbstreflexion und kann über sich selbst lachen. Er ist kein perfekter Autor. Er kämpft mit Schreibblockaden, chaotischen Ideen, falschen Entscheidungen und dem ständigen Gefühl, noch nicht „gut genug“ zu sein. Trotzdem bleibt er hartnäckig und schreibt weiter.

Max

Max kennt den Schriftsteller schon lange und ist sein Gegenpol. Während der Schriftsteller sich oft in Gedanken und Problemen verliert, bleibt Max pragmatisch und bodenständig. Er nimmt die Schreiberei ernst, aber nicht immer das Drama darum. Seine Kommentare sind oft trocken, direkt und leicht sarkastisch, helfen dem Schriftsteller aber meistens dabei, wieder auf den Boden zu kommen. Max ist nicht der klassische „lustige Freund“, sondern jemand, der durch seine ruhige Art humorvolle Situationen entstehen lässt.

Sarah

Sarah lernte der Schriftsteller in einem Schreibworkshop kennen. Sie ist inzwischen eine wichtige kreative Bezugsperson. Sarah ist neugierig, offen und direkt. Während Max Probleme vereinfacht, bringt sie oft neue Perspektiven und stellt Fragen, die den Schriftsteller zwingen, seine Geschichten anders zu betrachten. Sie sagt häufig ehrlich, was sie denkt, meint es aber nicht verletzend. Ihre Kommentare können überraschend sein, helfen dem Schriftsteller aber meistens weiter.

Ernest

Ernest ist ein Kaktus, der auf dem Schreibtisch (oder auf dem Regal oder auf der Fensterbank ...) des Schriftstellers steht. Er spricht nicht. Trotzdem führt der Schriftsteller regelmäßig Selbstgespräche mit ihm und interpretiert sein Schweigen als Meinung, Kritik oder Zustimmung. Ernest ist weniger eine Figur mit Handlung, sondern ein humorvolles Element, das die Gedanken des Schriftstellers sichtbar macht.

Es war einer dieser seltenen Momente, in denen ich mich selbst ein bisschen ernst nahm. Ich saß an meinem Schreibtisch, das Licht gedimmt, der Kaffee noch warm, und starrte auf die leere Seite mit der Überschrift: Dankeschön. Das war kein normaler Text. Das war … wichtig. Persönlich. Echt.

»Das hier wird emotional«, flüsterte ich und sah zu Ernest hinüber. Er wirkte wie immer unbeeindruckt. Ein guter Zuhörer, wenn man keine Reaktion erwartete.

Ich atmete tief durch und begann zu schreiben. Ich schrieb über Zweifel. Über Nächte, in denen ich kurz davor gewesen war, alles hinzuschmeißen. Über die wenigen Menschen, die trotzdem an mich geglaubt hatten. Über Max, der mir immer wieder Nachrichten schickte, wenn ich verschwunden war. Über Sarah, die mir einmal gesagt hatte: »Deine Texte sind besser, als du denkst – hör auf, dich selbst zu sabotieren.« Ich schrieb ehrlich. Ohne Filter. Ohne Ironie. Und irgendwann saß ich da, las mir die Zeilen nochmal durch und dachte: Okay … das bin wirklich ich.

Ich speicherte die Datei, lehnte mich zurück und fühlte mich für ungefähr drei Minuten wie ein echter Schriftsteller. Dann beschloss ich, noch schnell an meinem aktuellen Kapitel weiterzuschreiben. Ich öffnete das Dokument, setzte den Cursor ans Ende und begann zu tippen.

Zwei Stunden später war ich im Flow. Die Szene lief, die Dialoge saßen, alles fühlte sich richtig an. Zufrieden scrollte ich nach oben, um den Einstieg nochmal zu prüfen. Und da war sie. Meine Danksagung. Mitten im Kapitel. Zwischen einer dramatischen Verfolgungsszene und einem Dialog über Verrat. Ich blinzelte. Scrollte nochmal. Las es laut.

»… und ohne euch hätte ich wahrscheinlich längst aufgehört zu schreiben.«

Direkt darunter: »Er zog das Schwert und sprang aus dem Fenster.«

Ich starrte auf den Bildschirm. »Nein«, sagte ich leise. »Nein, nein, nein.« Ich hatte die Danksagung nicht in ein separates Dokument geschrieben. Ich hatte sie … in mein Manuskript gehauen. Mitten rein. Ungefiltert. Emotional. Und absolut fehl am Platz.

Ich markierte den Text. Zögerte kurz. Es fühlte sich falsch an, ihn einfach rauszulöschen. Zu echt. Na gut … Ehrlichkeit gegen Dramaturgie. Also schnitt ich ihn aus, öffnete ein neues Dokument und fügte ihn dort ein. Diesmal mit der richtigen Überschrift.

Ich las meine dankende Worte nochmal – und lächelte.

Dann kehrte ich zu meinem Kapitel zurück. »Er zog das Schwert und sprang aus dem Fenster.« Deutlich besser ohne Existenzkrise dazwischen.

Ich lehnte mich zurück und sah zu Ernest. »Manche Dinge gehören einfach an den richtigen Platz.«

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Autor

Svens Profilbild Sven

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Statistik

Sätze: 49
Wörter: 427
Zeichen: 2.551

Kurzbeschreibung

Eine emotionale Danksagung, ein dramatischer Showdown und ein kleiner Speicherfehler im Leben eines Schriftstellers.

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