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Ist „My life“ wirklich noch meines?
Am Ende des Abends oder des Wochenendes hat man oft das Gefühl, dass die Alternativen - und deren gibt es leider zu viele - unter Umständen besser gewesen hätten sein können, es macht sich eine gewisse Unzufriedenheit breit. Doch die, die besonders viel erleben wollen, erleben dadurch eben von allem zu wenig, weil sie sich nicht auf diese eine Sache konzentrieren können, die sie eigentlich wollen - weil sie nicht wissen, was sie wollen.
Analog haben diese Besessenen die Angst, ein Fest, einen Club, eine Veranstaltung, einen Tratsch in der Nachbarschaft zu versäumen. Man hat da oft eigene Spielregeln, dass man beispielsweise zur rechten Zeit im richtigen Lokal ist, um dann relativ genau immer zur selben Zeit zu wechseln und dort dann dieses Spiel wiederholen. Ließe man sich einmal auf eine andere Reihenfolge der Lokale ein, träfe man komplett andere Leute.
Wie geht's denn denen mit FOMO? Für die Angst, etwas zu verpassen, gibt es einen Namen: „Fear of missing out“. Im Cambridge Dictionary wird der Begriff beschrieben als „das unbehagliche Gefühl, dass man spannende Events verpassen könnte, an denen andere Leute teilnehmen, oft hervorgerufen durch Beiträge auf Social-Media-Kanälen“.
Wie oft entsperrt man sein Handy am Tag durchschnittlich?
Die Uni Basel stellte fest, wir ent-sperren im Durchschnitt unser Smartphone 88-mal am Tag. Wenn wir 16 Stunden wach sind, machen wir das also alle elf Minuten einmal. (Uni Basel, 17.09.2022) Ein Viertel der Millennials (der Generation, die zwischen 1980 und 2000 geboren wurde) checkt über 100 Mal täglich das Smartphone, mehr als die Hälfte schaut immerhin 50 mal am Tag aufs Display. Zwischen drei und fünf Stunden ist das Smartphone jeden Tag im Gebrauch, laut neueren Studien benutzen es 15-jährige in Deutschland 48 Stunden pro Woche! Wann ist man süchtig nach Handy? Um von Sucht zu sprechen, sei im Kern der Kontrollverlust entscheidend. Man hat die Nutzung nicht mehr im Griff und packt selbst in unpassenden Situationen das Smartphone aus.
Ich stelle mir gerade vor, dass jemand 50 mal am Tag vor die Tür geht, kontrolliert, ob das Postkastl gefüllt ist oder beim (damals fortschrittlichen) Festnetzapparat nachschaut, ob jemand angerufen haben könnte. Oder wie oft jemand zu seinem Lexikon marschiert, um Informationen zu verschiedenen Themen nachzulesen. Was mir jetzt im Urlaub schon aufgefallen ist, jeder Schmarrn wird fotografiert, es wird gepost und gepostet, jedes Essen wird fotografiert, bevor es verdrückt wird, die Schlauchbootlippen immer noch wie von einer Ente (duckface) geformt, das Handy als Spiegel. Die Eitelkeit ist schon ein Luder! Der Nachahmungstrieb verlockt dann ungemein, nur gemein, wenn es dann weniger likes bringt als erhofft. Gilt das dann schon als Mobbing, wenn man etwas anschaut OHNE auf das Herzerl zu drücken?
JOMO, oder Joy of missing out, ist das Gegenteil von FOMO. Es bedeutet die Freude daran, Dinge zu verpassen und sich auf das eigene Leben zu konzentrieren, statt sich mit anderen zu vergleichen.
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Musenzeit • Vor einer Stunde und einer Minute | |
| Ich mag dieses JOMO-Konzept! 👍🏻👏🥰Ich verpasse so social-medial-verschlankt das Meiste und das Beste daran: Ich bekomm davon noch nicht mal was mit...🤔😅 | ||
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Teichmann • Vor einer Stunde und 6 Minuten | |
| Sehr schön. Da bin ich dabei: "FOMO. Es bedeutet die Freude daran, Dinge zu verpassen und sich auf das eigene Leben zu konzentrieren, statt sich mit anderen zu vergleichen." | ||
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