******************** Tage des Schriftstellers: Die Danksagung von Sven ******************** ++++++++++++++++++++ Kurzbeschreibung ++++++++++++++++++++ Eine emotionale Danksagung, ein dramatischer Showdown und ein kleiner Speicherfehler im Leben eines Schriftstellers. Es war einer dieser seltenen Momente, in denen ich mich selbst ein bisschen ernst nahm. Ich saß an meinem Schreibtisch, das Licht gedimmt, der Kaffee noch warm, und starrte auf die leere Seite mit der Überschrift: Dankeschön. Das war kein normaler Text. Das war … wichtig. Persönlich. Echt. »Das hier wird emotional«, flüsterte ich und sah zu Ernest hinüber. Er wirkte wie immer unbeeindruckt. Ein guter Zuhörer, wenn man keine Reaktion erwartete. Ich atmete tief durch und begann zu schreiben. Ich schrieb über Zweifel. Über Nächte, in denen ich kurz davor gewesen war, alles hinzuschmeißen. Über die wenigen Menschen, die trotzdem an mich geglaubt hatten. Über Max, der mir immer wieder Nachrichten schickte, wenn ich verschwunden war. Über Sarah, die mir einmal gesagt hatte: »Deine Texte sind besser, als du denkst – hör auf, dich selbst zu sabotieren.« Ich schrieb ehrlich. Ohne Filter. Ohne Ironie. Und irgendwann saß ich da, las mir die Zeilen nochmal durch und dachte: Okay … das bin wirklich ich. Ich speicherte die Datei, lehnte mich zurück und fühlte mich für ungefähr drei Minuten wie ein echter Schriftsteller. Dann beschloss ich, noch schnell an meinem aktuellen Kapitel weiterzuschreiben. Ich öffnete das Dokument, setzte den Cursor ans Ende und begann zu tippen. Zwei Stunden später war ich im Flow. Die Szene lief, die Dialoge saßen, alles fühlte sich richtig an. Zufrieden scrollte ich nach oben, um den Einstieg nochmal zu prüfen. Und da war sie. Meine Danksagung. Mitten im Kapitel. Zwischen einer dramatischen Verfolgungsszene und einem Dialog über Verrat. Ich blinzelte. Scrollte nochmal. Las es laut. »… und ohne euch hätte ich wahrscheinlich längst aufgehört zu schreiben.« Direkt darunter: »Er zog das Schwert und sprang aus dem Fenster.« Ich starrte auf den Bildschirm. »Nein«, sagte ich leise. »Nein, nein, nein.« Ich hatte die Danksagung nicht in ein separates Dokument geschrieben. Ich hatte sie … in mein Manuskript gehauen. Mitten rein. Ungefiltert. Emotional. Und absolut fehl am Platz. Ich markierte den Text. Zögerte kurz. Es fühlte sich falsch an, ihn einfach rauszulöschen. Zu echt. Na gut … Ehrlichkeit gegen Dramaturgie. Also schnitt ich ihn aus, öffnete ein neues Dokument und fügte ihn dort ein. Diesmal mit der richtigen Überschrift. Ich las meine dankende Worte nochmal – und lächelte. Dann kehrte ich zu meinem Kapitel zurück. »Er zog das Schwert und sprang aus dem Fenster.« Deutlich besser ohne Existenzkrise dazwischen. Ich lehnte mich zurück und sah zu Ernest. »Manche Dinge gehören einfach an den richtigen Platz.« ******************** Am 29.6.2026 um 19:15 von Sven auf StoryHub veröffentlicht (https://storyhub.de/?s=3do5U) ********************