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Auf der Spur des Poeten

02.05.26 20:34
In Arbeit

Einleitung:

Ich hatte Lust, mich an verschiedenen Kurzgedichten zu versuchen. Dafür hatte ich erst einmal gegoogelt, was es da überhaupt gibt. Im Nachhinein habe ich daraus eine Sammlung aus kurzen, variablen und langen Gedichten gemacht. Es gibt sogar einen Bereich, wo ihr als Schreiber gefragt seit - Gemeinschaftsgedichte -

Hier zu finden sind:

Kurzgedichte

  • - Tanka
  • - Haiku
  • - Senryu
  • - Klapphornvers
  • - Elfchen
  • - Limerick
  • - Epigramm
  • - Rondell
  • - Triolett
  • - Roundel
  • - Couplet
  • - Distichon
  • - Cinquain
  • - Sijo
  • - Dizain (Dixain)
  • - Nonet
  • - Monostichon
  • - Tanaga
  • - Shadorma
  • - Rubai
  • - Clerihew

Lange formfeste Gedichte

  • - Rondel (dreizehnzeiliges)
  • - Rondel (vierzehnzeiliges)
  • - Rondeau (klassisches)
  • - Rondeau (dreizehnzeiliges)
  • - Sonett (klassisches / italienisches / Petrarca Sonett)
  • - Sonett (englisches / Shakespeare Sonett)
  • - Sonett (französisches)
  • - Sonett (sizilianisches)
  • - Villanelle
  • - Chant royal
  • - Sestina

Gedichte mit variabler Länge

  • - Akrostichon
  • - Ode
  • - Elegie
  • - Scherzgedicht
  • - Dinggedicht
  • - Madrigal
  • - Ghasel (Ghasele, Gasel, Ghasal, Ghazal)
  • - Rollengedicht

Gedichte mit bedingt variabler Länge

  • - Ballade
  • - Kanzone (Canzone)
  • - Drapa
  • - Pantun
  • - Canzonetta
  • - Kyrielle
  • - Rubajat

Gedichte gemischt

  • - Prosagedicht
  • - Fib (Fibonacci-Poem)
  • - Figurengedicht (Kalligramm)

Gemeinschaftsgedichte / Kettengedichte

  • - Renga

Meine rausgenommene Gedichte

Zu jeder Art habe ich mindestens ein Gedicht verfasst und versucht die Herangehensweise so zu erklären, wie ich es verstanden habe. Also keine Garantie, dass meine Ergebnisse regelgetreu sind.


- Kurzgedichte -


 


Dieses Gedicht hat zwei Strophen. In der ersten Strophe gibt es drei Verse, die je fünf / sieben / fünf Silben haben. In der zweiten Strophe gibt zwei Verse die jeweils sieben Silben haben dürfen.

Ein Tanka beschreibt einen Augenblick. In der zweiten Strophe dürfen persönliche Empfindungen eingebaut werden.


Ich habe mir hierfür folgendes Bild ausgesucht:

Bildlink: https://images.pexels.com/photos/31103901/pexels-photo-31103901.jpeg

Profil: dh tang

Sehnsucht jenseits der Stadt

Zwei sitzen am Fluss

Ihr Blick auf den Hochhäusern

Ein steiniger Platz

 

Sehnen sie sich nach der Stadt?

Was hat sie dort hingebracht?

 


 

Trennlinie

Brachland und Großstadt

verbindet eine Brücke

darunter ein Fluss

 

Es scheint Welten zu treffen

beobachtet von zwei Frau‘n

 


 

Andere Welten

Am Ufer zur Stadt

wirst du zu zwei Fremde sehn

 Auch sie sehen dich

 

Doch Gedanken teilt ihr nicht

Steh'n vor anderen Welten

 


 


Dieses Gedicht hat nur eine Strophe und drei Verse. Der Inhalt der Verse muss je fünf / sieben / fünf Silben enthalten.

Haikus beschreiben einen Augenblick. Handeln klassisch von Natur.

Zwischenmenschliche Erlebnisse könnten ein Senryu sein. Die Erklärung hierzu später.

Es wird in Gegenwart/Präsens geschrieben.


Auch hier habe ich ein Bild zur Inspiration genutzt.

Bildlink: https://images.pexels.com/photos/1060498/pexels-photo-1060498.jpeg

Profil: Alex P

Abendrot

Das Abendrot beginnt

gelbes Licht das dunkler wird

Ein Ausklang am Meer

 


 

Freudensprung

Am Meer die Wellen flach

Die Sonne noch gelb erstrahlt

lässt froh hoch springen

 


 

Lebensfreude

Neben einem Wrack

springt sie vor der Sonne hoch

Lebensfreude groß

 


 


Hier scheint mir die klassische Form aus einer Strophe mit drei Versen mit je fünf / sieben / fünf Silben zu bestehen.

Allerding habe ich auch ein Beispiel gefunden, in der es zwei Strophen gab. Die erste Strophe mit zwei Versen und je sieben Silben. Die zweite Strophe mit drei Versen mit je fünf / sieben / fünf Silben.

Da das Senryu von Haiku und Tanka abgeleitet wurde, nehme ich an, dass es auch erlaubt ist in der ersten Strophe drei Verse mit fünf / sieben / fünf Silben zu haben und in der zweiten zwei Verse mit je sieben Silben.

Man kann es als eine Art Scherzgedicht sehen. Man beschreibt Pannen/Unglücke von Menschen. Es sollen humorvolle oder satirische Gedichte sein


 

Die Wette

Die Wette ist klar:

Nuss mit Zähnen knacken

Lücken zeugen nun

 


 

Flugmodus

Ein kleiner Verzicht

Beim Stolpern flog es davon

Flugmodus auf on

 


 

Verschreiben

Welcher Schreiber kennt es nicht?

Verschreibt sich am letzten Wort.

 

So standen wohl auch

ihr glaubt es doch sicher kaum

"Ützen" vor dem Haus

 


 


Diese Art von Gedicht besteht aus einer Strophe mit vier Versen. Die ersten beiden Verse müssen sich reimen. Auch die letzten beiden sollen sich reinem aber unabhängig vom ersten.

In den ersten beiden Versen werden klassisch die zwei vorkommenden Figuren vorgestellt. In den nachfolgenden zwei Versen von ihrem Charakter oder ihrem Tun berichtet.

Es soll ebenfalls ein humorvolles Gedicht sein.

Reimmuster:

(A)

(A)

(B)

(B)


Hier habe ich erneut ein Bild genutzt aber nur ein statt drei Gedichte mit reingenommen. Generell meide ich Gedichte, die sich reimen müssen. Aus dem Grund, dass ich mir Reime raussuchen muss und keinen Spaß daran habe einen vorhandenen Satz jedes Mal umzuändern weil der nachfolgende Vers nicht passt.

Bildlink: https://images.pexels.com/photos/2409681/pexels-photo-2409681.jpeg?auto=compress&cs=tinysrgb&w=1260&h=750&dpr=2

Profil: Elijah O'Donnell

Die Kaffeepause

Zwei Frauen saßen auf dem Autodach

der Kaffee war nicht mehr im Handschuhfach

Hätten sie mal auf den Wetterbericht gehört

wären sie jetzt nicht so empört

 


 


Elfchen bestehen aus insgesamt elf Wörtern in einer Strophe mit fünf Versen.

Der erste Vers enthält ein Wort und benennt den Gegenstand oder die Eigenschaft, um den oder das es geht.

Im nachfolgenden Vers hat man zwei Wörter zur Verfügung, die beantworten, wo sich der Gegenstand befinden oder wie er sich z.B anfühlt.

Als nächstes folgt ein Vers mit drei Wörtern und der Frage was es macht.

Beim vierten Vers hat man vier Wörter und keine direkte Frage. Ich kannte das so, das man einfach noch einmal näher auf das eingeht, was man im dritten Vers geschrieben hat. Tatsächlich habe ich eine Grundschulvariante gefunden, in der man wollte, dass der Vers mit ‘‘ich‘‘ anfängt. Meine Vermutung ist, dass der Inhalt dieses Verses (außer die Wort Menge) frei interpretiert werden kann.

Ganz zum Schluss kommt dann ein Fazit mit einem Wort.


Hier habe ich eine ältere Schreibchallenge herausgesucht, die sich #novemberelfen nennt und auf Instagram von @piccoletta_pottschnecke und @karla.schreibt.drabbles stammt.

Narren im Kopf

Narren

im Kopf

verzwirbeln gern Gedanken

bauen neue Worte auf

Wortgulasch

 


 

Was ist Orkan

Orkan

besaß Fell

er rannte schnell

was man Galopp nennt

Pferdeklugscheißerin

 


 

Stetig voran

Vagabund

auf Straßen

Schritte gehen voran

Zurück auf neue Wege

Ruhelos

 


 

Nicht zu klein

Elfe

ganz klein

barg den Schatz

Sie passte ins Mäuseloch

Gemeinschaftsgewinn

 


 

Gefühle

Magie

zwischen Zeilen

sprechen keine Worte

lassen dich unausgesprochen fühlen

Liebesschwüre

 


 

Schreiberin

Buchstaben

auf Papier

bilden den Anfang

und werden stetig mehr

Romanschreiberin

 


 

Verliebt

Echo

im Herz

seine Worte hallen

Schmerz und Glück vereint

Verliebtheit

 


 

Trockenheit

Regen

am Himmel

nicht in Sicht

Hat sich Urlaub genommen

Dürrebericht

 


 

Trennung

Zartbitter

das Ende

gab keinen Streit

und dennoch großen Kummer

Trennungsbekundung

 


 

Nur im Augenwinkel

Ungeheuer

im Schatten

Es lauert dort

wartet nur auf dich

Gänsehautmoment

 


 

Karaoke

Gesang

so schief

Die Ohren bluten

der Freundschaft zu Liebe

Karaoke

 


 

Urlaubsreif

Novemberzug

auf Gleisen

bringt mich Heim

oder auch weiter fort

Spontanabreise

 


 


Es besteht aus einer Strophe mit fünf Versen.

Reimmuster:

(A)

(A)

(B)

(B)

(A)

Dazu kommt, dass die Verse eins, zwei und fünf länger sein sollen, als drei und vier. Klassischerweise mit acht bis neun Silben.

Vers drei und vier haben fünf bis sechs Silben.

Das Gedicht soll humorvoll sein.


Um es mir ein bisschen einfacher zu machen, habe ich eine Szene mit meinen erfundenen Charakteren Yis Amander und Jild Fossken genommen.

Aus Versehen in der Arktis

Als schnellen Plan hatte er angedacht,

eine Reise wäre höchst angebracht.

Nur trug er ein Buch,

es war wie ein Fluch:

Eine Reise zur Arktis abgemacht.


Sie sind möglichst kurzgehalten. Traditionell mit einer Strophe und meist nur zwei Versen. Es ist aber keine Form vorgegeben. Nur das sie kurz und auf den Punkt sind

Am verständlichsten ist es wohl, wenn man weiß, dass sie ursprüngliche Sprüche für Gräber waren.

Heute beschreiben sie überspitzt Handlungen mit einer überraschenden Wende

Es muss sich nicht reimen. Traditionell wird aber oft ein Reim eingebaut.


 

Eine Scherbe im Weg

Owe, tat das weh, eine Scherbe im Weg.

Weh tats dem, der ließ die Scherbe hochkant steh‘n.

 


 

Ein Päuschen hat Folgen

Nur ein Sonnenpäuschen, mal eben so.

Wurd später zu einem neuen Tattoo.

 


 

Der nicht dichte Dichter

Hatte versucht zu dichten aber vergessen sich vor dem Wasser abzudichten.

 


 

(Achtung: Es gibt auch Rondel)


Es besteht aus einer Strophe mit acht Versen und arbeitet mit wiederholenden Versen.

Die Verse eins, vier und sieben sind gleich.

Die Verse zwei und acht sind ebenfalls gleich.

Das Gedicht kann sich reimen, muss aber nicht.

Wiederholungsmuster:

(1)

(2)

(3)

(Wiederholung 1. Vers)

(5)

(6)

(Wiederholung 1. Vers)

(Wiederholung 2. Vers)


 

Ein Abschied immer wieder

Abschied immer wieder

trennen uns die Welten

sehen uns am Bahnhof

Abschied immer wieder

Willkommen am Bahnhof

wir Zwei in Armen

Abschied immer wieder

trennen uns die Welten

 


 

Mein Kopf

Ich liege wach

mein Kopf

keine Ruhe

Ich liege wach

dieses Thema

so ein Frust

Ich liege wach

mein Kopf

 


 

Überwindung

Mein Herz schlägt wild

Ich will zu ihm gehen

nur Hallo sagen

Mein Herz schlägt wild

Verdammt ist das schwer

ich weiß, dass ich es kann

Mein Herz schlägt wild

Ich will zu ihm gehen

 


 


Besteht aus einer Strophe mit acht Versen.

Reimmuster:

(A)

(B)

(A)

(Wiederholung 1. Vers)

(A)

(B)

(Wiederholung 1. Vers)

(Wiederholung 2. Vers)


Hier habe ich versucht ein Krimigedicht zu schreiben. Es ist aber eher ein Horrorgedicht geworden.

Stille

Stille in der Gasse ruht

Schritte längst verklungen

in meiner Hand fest ein Hut

Stille in der Gasse ruht

Es ist mein Blut

für immer bezwungen

Stille in der Gasse ruht

Schritte längst verklungen


Hat drei Strophen mit vier/drei/vier Versen.

In der ersten Strophe, im letzten Vers wird der Anfang des ersten Verses wiederholt.

Und in der letzten Strophe, auch im letzten Vers wird das gleiche gemacht.

Reimmuster:

(A)

(B)

(A)

(Anfang des ersten Verses)

 

(nächste Strophe)

 

(B)

(A)

(B)

 

(nächste Strophe)

 

(A)

(B)

(A)

(Anfang des ersten Verses)


Hier wollte ich Fantasy einbringen.

Ein Zweifler auf Quest

Mein Blick auf etwas, dass mich zweifeln lässt

durchschritt mein Begleiter ein schwaches Licht

kniff ich mir in den Arm zum Test

Mein Blick auf etwas, dass es nicht gibt

 

Er bemerkt mich und ein Lächeln im Gesicht

als Plan wir gehabt, weiter nach Nordwest

Dieses Licht einem Portal entspricht

 

Ein schnelles Ende verspricht er der Quest

und spricht zu mir, wegen meiner Pflicht

wenn ich es tu, dann nur unter Protest.

Mein Blick auf etwas, dass mich zweifeln lässt


Hat eine Strophe mit zwei Versen.

Es ist ein humorvolles oder satirisches Gedicht

Traditionell reimt es sich.


 

Die Eispfütze

Im Winter markierte der Hund sein Revier.

Auf dem Rückweg schlitterte sein Herrchen schier.


Hat eine Strophe mit zwei Versen

Im ersten Vers muss es beim Sprechen sechs betonte Silben haben. Dabei muss die fünfte Stelle zuerst betont gefolgt von zwei unbetonten Silben sein.

Man kann beim Sprechen eine Pause im ersten Vers machen. Es ist aber wohl verpönt dies direkt vor der vierten Hebung zu verwenden.

Beide Verse beginnen mit einer betonten Silbe

Der zweite Vers hat das Sprechmuster - • • - • • (Pause) - • • - • •

Der Strich steht für betont der Punkt für nicht.


Hier bin ich von einer Szene aus dem Buch "Der Hüter des Feuers" von Jo Graham inspiriert gewesen.

Reite ins ferne Land, mein Kind

Hoch zu Ross, mein Kind, für dich der Weg noch nicht zuend.

Sei dem Freund anvertraut, einem dem ich vertrau.

 


 

Angst um das Kind

Ich will nicht klagen, vertraue doch euch, schwirrt in meinem Kopf die Panik.

Umgeben die Mauern - Frei soll das Kind leben.

 


 

Des Freundes Tochter in Gefahr

So ungewiss die Lande, wuchs das Kinde groß heran, ein Mädchen.

Ahnte, was drohte, kam - Sah den Freund Leid tragen.


Hat eine Strophe mit fünf Versen

Der erste Vers hat zwei Silben

Der zweite Vers vier Silben

Der dritte Vers hat sechs Silben

Der vierte Vers hat acht Silben

Der fünfte Vers hat zwei Silben

Es kann sich reimen muss es aber nicht.


 

Das Herzblut des Schreibers

Es reift

in meinem Kopf

die Worte auf Papier

So viel Herzblut in jedem Wort

Ende

 


 

Die Ruhe des Waldes

Schritte

Alles ist still

der Wald mir Ruhe bringt

Kopfkarussell zur Ordnung zwingt

Entspannt

 


 

Gefühle gehen fliegen

Geflogen

wie der Vogel

meine Liebe weit fort

ein lähmen wie verlangsamen

Abschied


Es hat eine Strophe mit drei Versen

Die Verse haben vierzehn bis sechszehn Silben

Es beschreibt tiefgründig Gedanken oder Naturbilder.

Im ersten Vers wird das Thema vorgestellt,

im zweiten geht man näher drauf ein

und im letzten gibt es eine Wendung oder Pointe.


 

Zeitverschwendung

Warum wälze ich mich lieber im hitzigen Gemach?

Ob gleich, ich doch weiß, dass mir kein Auge zugehen wird.

Dennoch steh ich erst auf, als ich es muss und reg mich auf.

 


 

Wetter- oder Launenlage

Ist es kalt, soll der Sommer möglichst bald wiederkehren.

Kommt der Regen nach der Dürre, gilt es schnell, als zu viel.

Mal ehrlich, mir ist gar nichts, am Wetter recht zu machen.

 


 

Gerade noch im Trockenen

Geschützt, hinter Glas, sehe ich, den Regen die Straßen halb fluten.

War eben noch draußen und bin nun so voller Glücksgefühl,

mein Ex ist jetzt fern ein seichnasser Pudel.


Hat eine Strophe mit zehn Versen, die aus acht bis zehn Silben bestehen. Am häufigsten sind zehn Silben.

Es wird häufig mit folgendem Reimmuster gestaltet, gibt es aber auch ohne Reime oder mit einem anderen Muster.

Reimmuster:

A

B

A

B

B

C

C

D

C

D


Das Dizain ist sowohl ein ‘‘Baustein‘‘ anderer Gedichte, wie auch eine eigenständige Gedichtform. Z.B. ist es teil des Chant royal. Dieses habe ich zum Zeitpunkt des folgenden Gedichtes aber schon beendet.

Sirenenlied

Zauberhaft erklingt ihr Lied der Meere

wispert Wünsche tief in deine Seele

Auf das dir nichts mehr wichtiger wäre

ein neues Leben dir immer fehle

Was wenn sie dir Langeweile stehle?

Folge der Stimme einer Sirene

das Steuerrad du dir jetzt vornehme

ein jeder will dich von ihr abbringen

zur Seefahrt gehören deine Gene

spielend wirst du die Wellen erringen


Es hat eine Strophe mit neun Versen

Der erste Vers hat neun Silben

Bei jedem nachfolgenden Vers wird es eine Silbe weniger, sodass beim Letzen nur noch eine Silbe verwendet werden darf.

Keine Reime erforderlich.


 

Eichhörnchen im Baum

Herunter dringt ein fiepsender Laut

Eichhörnchen flitzen durch den Baum

Samen schmecken ihnen gut

nur kurz war ihre Rast

weiter auf dem Ast

Ein Bissen mehr

immer mehr

Dauer

Hast


Besteht aus nur einem Vers und soll möglich kurz dabei sein

Monostichon haben oft keine Titel aber es gibt Varianten, die einen Titel haben.


 

Wie Blüten sich vor Regen schließen, die Probleme manchmal wiegen.

 


 

Wie Kleeblatt will, Glück dir geben

 


 

Erinnerung ist verbleibend


Es hat eine Strophe mit vier Versen

Diese Verse haben alle sieben Silben

Dazu kommen Endreime im folgenden Muster.

Reimmuster:

A

A

B

B

 

Es scheint auch ein Reimmuster ABAB zu geben. Das stand allerdings bei der Formatspalte nicht mehr dabei. Daher womöglich eine Falschinformation.


Vermutlich gibt es diese Gedichtform gar nicht im Deutschen. Sie stammt aus dem Philippinischen. Den Wikipedia-Text habe ich mir übersetzt anzeigen lassen. Witzigerweise hat die Übersetzung aus 7-7-7-7 Silben eine sieben mehr gemacht.

Der unsichtbare Vers mit sieben Silben wurde dann zu meinem Thema :)

Regelwerk und Beispieltext

Viermal sprach das Regelwerk

Fünfmal lautet der Vermerk

Im letzten Vers unsichtbar

Sieben Silben wunderbar


Die klassische Shadorma hat eine Strophe mit sechs Versen.

Diese verwendet keine Reime aber eine bestimmte Silbenmenge pro Vers.

Der erste Vers hat drei Silben

Der zweite - fünf

Der dritte – drei

Der vierte – drei

Der fünfte – sieben

Der sechste – fünf


 

Unfehlbar prominent

Welcher Mensch

Keine Macken hat?

Und du denkst,

Prominent …

Ich mag, keine Fehler hat

Weil öffentlich ist


Es hat eine Strophe mit vier Versen und folgendes Reimmuster:

A

A

X (Kein Reim)

A

 

Es geht auch das Reimschema AAAA aber, das ist selten

Häufig sind sie ironisch, albernd. Können aber auch Alltagssituationen beschreiben oder mystische Inhalte haben.

Typischerweise hat es eine Wendung der Handlung im letzten Vers.


In dem Gedicht wird es um die Macke von Gredo Freiherr von Krups gehen.

(Mein Charakter aus dem noch unveröffentlichten, zweiten Teil von "Hauptgewinn: Mörderinsel")

Er kann nicht genug Taschen haben, findet aber dadurch öfters sein Zeug nicht.

Der Mann und seine Taschen

Dieser Mann und seine Taschen

Braucht er wirklich all die Laschen?

Verstaut ist der Autoschlüssel

Hinfort durch irgendwelche Maschen


Es ist eine Art Scherzgedicht, dass sich spielerisch skurril mit dem Namen einer echten Person reimt.

Man kann auch mit einem fiktiven Charakter arbeiten. Klassisch wäre es jedoch eine reale Person

Es hat eine Strophe mit vier Versen

Der Name der Person muss am Ende des ersten Verses eingebaut werden.

Reimmuster:

A

A

B

B


Nachdem ich bei mehren Gedichten meine Charaktere aus "Hauptgewinn: Mörderinsel" verwendet habe, dachte ich mir, ich nehme meinen selbsternannten Blutengel von Darkhorn aus "Jungblut Gier"

Der Blutengel von Darkhorn

Er nennt sich den Blutengel von Darkhorn

Und ist doch nur ein Saatkorn

Pflanzt er einmal seine Gier

So ist sein Verstand nicht mehr hier


- Lange formfeste Gedichte -


(Achtung: Es gibt auch ein Rondell)


Dieses Gedicht hat eine Strophe mit dreizehn oder vierzehn Versen.

Der erste Vers wiederholt sich in der siebten und in der dreizehnten Zeile

Wiederholungsmuster:

(1)

(2)

(3)

(4)

(5)

(6)

(Wiederholung 1. Vers)

(8)

(9)

(10)

(11)

(12)

(Wiederholung 1. Vers)

 


 

Wenn es vierzehn Verse hat, wiederholt sich zusätzlich der zweite Vers in der achten und vierzehnten Zeile. Wenn nicht fällt dieser Schritt weg

(1)

(2)

(3)

(4)

(5)

(6)

(Wiederholung 1. Vers)

(Wiederholung 2. Vers)

(9)

(10)

(11)

(12)

(Wiederholung 1. Vers)

(Wiederholung 2. Vers)

Traditionell wird es meist auf zwei verschiedene Wörter gereimt. Das Muster ist dabei egal. Es kann AABBAABBAABBAA oder ABABABABABABAB. Es geht aber auch ohne.


 

Die ungewollten Outdoor-Aktivitäten von Yis Amander

Es wiederholte sich die Geschichte

Ohne nachgedacht zu haben

hatte er auf sein Bett verzichtet

Gehörte er auch zu den naiven Knaben

baute er ein Obdach aus alter Fichte

unter Anleitung durch den Schwaben

Es wiederholt sich die Geschichte

Sie beide sich in die wilde Natur begaben

den simplen Plan zur Aufmunterung zunichte

schwitze er beim Schlafhöhlengraben

Für das Glück des Anderen sich verpflichtet

sie sich immer eine Stütze gaben

Es wiederholt sich die Geschichte

Die Bitte einer unbegründeten Freude

Es bat die unbegründete Freude

dass sie heute nicht vergeude

Doch unaufhörlich kam es zu Fragen

da nutzte auch kein Sagen

Die Fragen nach dem Grund jagen

Sie wollten es einfach nicht ertragen

Es bat die unbegründete Freude

dass sie heute nicht vergeude

Dennoch hörte es nicht auf zu plagen

Es wurden immer mehr Klagen

Langsam fühlte sie sich geschlagen

Doch wollte sie noch einmal wagen

Es bat die unbegründete Freude

dass sie heute nicht vergeude


Das klassische Rondeau hat insgesamt 15 Verse.

Es hat drei Strophen mit jeweils fünf, vier (Hier wird allerdings der Anfang des ersten Veres, als vierter Vers angehängt), sechs (Auch hier wird der Anfang des ersten Verses noch einmal als sechster Vers angehängt)

Reimmuster:

(A)

(A)

(B)

(B)

(A)

 

(nächste Strophe)

 

(A)

(A)

(B)

(Anfangs vom ersten Vers)

 

(nächste Strophe)

 

(A)

(A)

(B)

(B)

(A)

(Anfang vom ersten Vers)

 


 

Dann gibt es noch ein Rondeau mit insgesamt 13 Versen.

Das hat auch drei Strophen.

Reimmuster:

(A)

(A)

(B)

(B)

(A)

 

(nächste Strophe)

 

(A)

(A)

(B)

 

(nächste Strophe)

 

(A)

(A)

(B)

(B)

(Anfang des ersten Verses)


 

Stumme Marktschreierin

Ein Blick in den Himmel hinauf

versprach mir einen guten Verkauf

Schreite ich nach nebenan

da steht ein schöner Mann

Komm mir vor als wär ich bergauf

 

Ich seh auf den Türknauf

Was für ein Verlauf

Es ist wie ein Bann

Ein Blick

 

Mein Herz schrie, lauf

und ein Bleiben mit drauf

Ich kann nur versuchen zu entspann

doch was für ein herrlicher Mann

Vielleicht kommts zum Kauf

Ein Blick

Frühlingssturm

Das Erwachen im Frühling beginnt

mit kommt ein leichter Wind

Blütenköpfe schaukeln mit

was für ein sachter Ritt

überall Farben zu finden sind

 

Der Wind mit seinem Sprint

langsam glaub ich es spinnt

Über alle Wiesen rennt es fit

 

Spielen im Sinn, dieses Elementen-Kind

entreißt die Blumen, wie ein kräftiges Rind

Kaum eine Pracht nicht darunter litt

Der Sturm verlangt seinen Kredit

Das Erwachen

Hier beschreibe ich mehrere Arten des Sonetts, die sich hauptsächlich im Reimschema unterscheiden.


Es besteht immer aus vierzehn Versen.

Das klassische Sonett oder auch das italienische Sonett (Petrarca-Sonett) hat zwei Strophen mit vier Versen und dann zwei Strophen mit drei Versen

Reimmuster:

(A)

(B)

(B)

(A)

 

(nächste Strophe)

 

(A)

(B)

(B)

(A)

 

(nächste Strophe)

 

(C)

(D)

(E)

 

(nächste Strophe)

 

(C)

(D)

(E)

 

Für die letzten beiden Strophen geht auch ein Reimmuster von

CDC (nächste Strophe) DCD

Beide Varianten kommen häufig vor.

 

Klassischerweise behandelt das Sonett ein Problem, das in den letzten beiden Strophen (dort wo sich auch das Reimschema ändert) eine Wende erlebt. Sei es eine Lösung, eine Bewertung, eine andere Sicht (Denkweise) auf oder für das Problem

Besonders das italienische Sonett (Petrarca-Sonett) legt Wert auf diese Wendung.

Hier habe ich ausprobiert, ob es sich im Science Fiction Bereich auch dichten lässt.


 

Beim Englischen Sonett (Shakespeare Sonett) passiert die Wende so gar meist erst in der letzten Strophe. Hier verändert sich aber auch der Aufbau und das Reimschema.

Reimmuster:

(A)

(B)

(A)

(B)

 

(nächste Strophe)

 

(C)

(D)

(C)

(D)

 

(nächste Strophe)

 

(E)

(F)

(E)

(F)

 

(nächste Strophe)

 

(G)

(G)

 


 

Es gibt auch das Französische Sonett (Sonnet francais), welches ebenfalls zwei Strophen mit vierzehn Versen hat. Hier verändert sich das Reimschema folgendermaßen

(A)

(B)

(B)

(A)

 

(nächste Strophe)

 

(A)

(B)

(B)

(A)

 

(nächste Strophe)

 

(C)

(C)

(D)

 

(Nächste Strophe)

 

(E)

(E)

(D)

 

Auch hier gibt es die Wendung in Form einer Auflösung des Problems, eine andere Sichtweise et cetera. Das passiert dann in den zwei letzten Strophen. Dort wo sich das Reimschema wieder ändert


 

Zum Schluss habe ich noch das Sizilianische Sonett. Man könnte auch sagen ‘‘Ursprüngliche Sonett‘‘. Aus dem verwendeten Reimschema haben sich später die oben genannten entwickelt.

Reimmuster:

A

B

A

B

 

(neue Strophe)

 

A

B

A

B

 

(neue Strophe)

 

C

D

E

 

(neue Strophe)

 

C

D

E

 

Bei den letzten beiden Strophen ginge auch das Schema CDC (neue Strophe) DCD

Bei der Suche nach möglichen Gedichtsthemen bin auf Kategorien gestoßen wie "Abenteuer" und "Sport". Bei Abenteuer dachte ich an meine Charaktere Yis und Jild und auch daran, dass ich mit der, in dergleichen Geschichte vorkommenden Geisa Arel, noch nix geschrieben habe (Also Bonusmäßig)

Weil mir nix einfiel, habe ich die Liste weiterüberflogen und "Sport" fiel mir ins Auge. Zu diesem Zeitpunkt habe ich den "Ultimate Run" auf YouTube von Johannes.Hovekamp und OttoBulletproof geschaut.

Kurz gesagt, geht es im Gedicht darum, dass mein Charakter Yis diesen Livestream sieht und nach machen möchte.

Weg von der irdisch herrschenden Gewalt

Wir durchflogen das unendliche All

auf der Suche nach einem Halt

Geflohen waren wir vor Gewalt

ständig gab es nur Krawall

 

Doch langsam drohte uns der Verfall

Wir brauchten ein Ziel möglichst bald

sonst machte uns der Mangel kalt

Es fehlte nicht mehr viel, bis zum Knall

 

So berichtete es ein holografischer Fund

Es lag auf dem Planeten kaum versteckt

nur Menschen fanden wir nicht

 

Ob sie lebend erreichten den Grund

oder gar erlagen einem Defekt

bringen wir sicher noch ans Licht

Du bedeutest Glück

Ich seh in dein Gesicht

schon ist es voller Glück

Du bist wie das Licht

stellst die Sorgen zurück

 

Egal wie du es machst

du bist ein großes Herz

bei dir man einfach lacht

Dein Anblick vergiftet Schmerz

 

Ein Augenblick reicht

es ist reinstes Seelenheil

es macht alles so leicht

es braucht kein Beil

 

Da ist mein Hund

ein inniger Bund

Wir beide Blinden

Wir begegneten uns einst in der Bahn

alles daran war so spontan

Du führtest dich auf, wie ein Sultan

saß gefühlt mitten in einem Clan

 

Doch irgendetwas in mir fühlte dir auf den Zahn

du hattest nur so umgeben getan

irgendwie hätte ich es dir angetan

Mir wurde ganz warm

 

Bei unserem Treffen ging ich zum falschen Lokal

ich würde mir geben, einen Dummheitspokal

dachte ich, ich würde es mit Leichtigkeit finden

 

Doch dann kamst du auf mich zu

Ich dachte noch: Was nu?

Am falschen Lokal, wir beide Blinden

Hindernislauf

Jeder Muskel schreit

Das kann er auch

Er ist soweit

Nur optisch ein Lauch

 

Gegen Geisa auf Zeit

Die Chance ein Hauch

Sie ist gern bereit

Kämpft sich durch jeden Strauch

 

Yis streicht die Fahne

Er kann zwar laufen

Den Kopf aber nicht ausschalten

 

Verärgert ist sein Kumpane

Der geplant hat diesen Haufen

Und plötzlich kann er es aushalten


Hat fünf Strophen mit drei Versen und eine abschließende Strophe mit vier Versen.

Der erste Vers aus der ersten Strophe bildet den letzten Vers der zweiten und vierten Strophe. So wie den dritten Vers der letzten Strophe

Der dritte Vers aus der ersten Strophe bildet den letzten Vers der dritten und fünften Strophe

Reimmuster:

(A)

(B)

(A)

 

(nächste Strophe)

 

(A)

(B)

(Wiederholung 1. Veres aus 1. Strophe)

 

(nächste Strophe)

 

(A)

(B)

(Wiederholung 3. Vers aus 1. Strophe)

 

(nächste Strophe)

 

(A)

(B)

(Wiederholung 1. Vers aus 1. Strophe)

 

(nächste Strophe)

 

(A)

(B)

(Wiederholung 1. Vers aus 1. Strophe)

 

(nächste Strophe)

 

(Wiederholung 3. Vers aus 1. Strophe)


Hier habe ich mich, beim Überfliegen von Bildern, an die YouTube-Videoreihe "DerSebo & Friends" von DerSebo erinnert. Was das für ein Bild war und ob ich im Internet oder bei meinen eigenen Fotos unterwegs war, weiß ich nicht mehr aber ich nehme stark an, das Schnee drauf zu sehen war. :)

Endloses Weiß durchwandert

Durch weites endloses Weiß

eine Landschaft wie ein Feind

Jeder Schritt kostet Fleiß

 

überall Schnee und Eis

Von der Sonne bescheint

durch weites endloses Weiß

 

Die Kräfte unter verschleiß

das Vorankommen eint

Jeder Schritt kostet Fleiß

 

Vermeide den Schweiß

es ist gut gemeint

durch weißes endloses Weiß

 

Gegangen auf mein Geheiß

sind wir zusammen vereint

Durch weißes endloses Weiß

 

Jeder Schritt kostet Fleiß


Dieses Gedicht hat sechs Strophen, das mit Ausnahme der letzten Strophe jeweils acht Verse hat. Die sechste Strophe hat vier oder fünf Verse

Häufig sollen die Verse aus zehn Silben bestehen.

Der letzte Vers in jeder Strophe ist in allen Strophen bis auf die letzte Strophe gleich.

Reimmuster:

(A)

(B)

(A)

(B)

(C)

(C)

(D)

(D)

 

(nächste Strophe)

 

(A)

(B)

(A)

(B)

(C)

(C)

(D)

(Wiederholung 8. Vers aus 1. Strophe)

 

(nächste Strophe)

 

(A)

(B)

(A)

(B)

(C)

(C)

(D)

(Wiederholung 8. Vers aus 1. Strophe)

 

(nächste Strophe)

 

(A)

(B)

(A)

(B)

(C)

(C)

(D)

(Wiederholung 8. Vers aus 1. Strophe)

 

(nächste Strophe)

 

(A)

(B)

(A)

(B)

(C)

(C)

(D)

(Wiederholung 8. Vers aus 1. Strophe)

 

(nächste Strophe)

 

(F)

(F)

(G)

(F)

(G)


"Royal" klang für mich irgendwie zu einladend etwas mit einer Katze zu machen. Die Katerszene ist aus dem wahren Leben, der Spaziergang auch. (Auch wenn ich mich nur an eine einmalige Sache erinnern kann)

Meine wilde Katze

Welch Eleganz so ein prachtvolles Tier

gepflegte Krallen und warnender Blick

Du wirst geduldet in ihrem Revier

und wehe du huldigst nicht ihrem Schick

wagst es zu sagen, hier hin darfst du nicht

könnt sein, dass sie mit ihren Krallen spricht

Teufel und Engel in ihr fest vereint

sie kommt auch zum Schmusen, wenn jemand weint

gibt mit ihrem Fell Wärme, wenn du frierst

Doch denke daran, dass sie mal verneint

Die Katze hoch auf der Mauer stolziert

 

Sie mag, wenn du spielst auf deinem Klavier

die Liegefläche samtig ohne Knick

Liebkosungen mit Verstand und Manier

und gewiss nennst du sie niemals zu dick

Sie umsorgen ist deine wahre Pflicht

immerhin ist sie doch dein Seelen-Licht

Als Napfhinsteller wirst du nicht zum Feind

und so reicht es doch, es ihr so erscheint

Akzeptanz auf guter Pflege basiert

ein annehmbarer Diener so durchscheint

Die Katze hoch auf der Mauer stolziert

 

Futter in angemessener Dosier

darf es nur kommen von dieser Fabrik

man ihr nur das Allerbeste servier

wenn das Futter nicht passt, dann hilft kein Trick

ist es unmöglich das man sie besticht

Am Ende hat Verrat hohes Gewicht

auch nachdem es wurde zu tiefst beweint

ihr so etwas gar unmöglich erscheint

vielleicht nach Abstand glaubt, du hast kapiert

für sie nur das gute Futter daheim

Die Katze hoch auf der Mauer stolziert

 

Lautes Katzenjammern dringt ins Quartier

Vorausahnend ich aus dem Fenster spick

meine Katze zwei Kater im Visier

ein Kampf um die Katzendame, faustdick

sich doch hoffentlich niemand etwas bricht

Keiner will nur annähernd den Verzicht

dabei hat sie doch die Kätzin verfeind

schaut nur zu und wartet bis einer weint

dann wird auch dem Sieger eine geschmiert

egal was er errang und dazu meint

Die Katze hoch auf der Mauer stolziert

 

Abends mit leuchtenden Augen marschier

in voller Dunkelheit beweist Geschick

hinter mir den Weg, zusammen ein wir

zu schön um zu glauben, es sei ein Trick

sie ihre Zugehörigkeit ausspricht

Mit diesem Ritual mein Herz besticht

folgt sie mir stets, obwohl nicht angeleint

dieser Spaziergang immer wieder eint

als hätten wir es zusammen trainiert

für diesen Moment meine Welt heil scheint

Die Katze hoch auf der Mauer stolziert

 

Zum Glück wurde ich nicht erwählt zum Feind

wir sind verschieden aber eng vereint

Mag sein, dass die Herrschaft zu ihr tendiert

vielleicht bin auch ich die, die angeleint

Die Katze hoch auf der Mauer stolziert


Insgesamt hat sieben Strophen, von denen sechs mit sechs Verse haben. Die letzte Strophe hat drei Verse.

Eine Sestine reimt sich nicht. Allerding wiederholen sich die Endwörter in einem festen Muster in jeder Strophe

Endwörter Wiederholungsmuster:

Erste Strophe

(A)(B)(C)(D)(E)(F)

Zweite Strophe

(F)(A)(E)(B)(D)(C)

Dritte Strophe

(C)(F)(D)(A)(B)(E)

Vierte Strophe

(E)(C)(B)(F)(A)(D)

Fünfte Strophe

(D)(E)(A)(C)(F)(B)

Sechste Strophe

(B)(D)(F)(E)(C)(A)

In der letzten Strophe kommen immer zwei dieser Endwörter innerhalb des jeweiligen Verses vor. Das Muster dabei ist frei wählbar.


 

Der immer wilde Garten

Die Gartenarbeit ruft

Der Rasen wuchs

Überall ist Unkraut

Man kommt kaum nach

Die Brombeeren müssen weg

An den Fingern ist Blut

 

Ehrlich, hier schwitzt man Blut

Jede Ecke nach Arbeit ruft

Schnell ist die Kraft weg

Ein wilder Wuchs

Alles nach und nach

Schneller als du, wächst das Unkraut

 

Was ist schneller als Unkraut?

An den Fingern rinnt dein Blut

Dornengestrüpp ziehst du dir nach

Das ganze hier nach einem Feuer ruft

Gierig es heran wuchs

Ein ganzes Stück Arbeit weg

 

Doch ist noch mehr nicht weg

Aufgeholt hat das Unkraut

Es dir schon über den Kopf wuchs

Selbst am Gras verlierst du ein wenig Blut

Das Ungeschickt nach dir ruft

Seh doch ein bisschen besser nach

 

Vielleicht ziehst du etwas Gemüse nach

Ein zwei Pflanzen sind schon weg

Jetzt schon dein Magen ruft

Soll es doch warten, das Unkraut

Genug vertropftes Blut

Auf dass das alles heran wuchs

 

Nicht nur wilder Wuchs

Siehst in den Beeten nach

Kein weiteres Blut

Ein paar Pflanzen weg

Vergessen das Unkraut

Eine Mahlzeit ruft

 

Unkraut oder auch wilder Wuchs

Eins davon macht weg das Blut

Der Magen ruft, nach Wildkräuterquark


- Gedichte mit variabler Länge -



Bei diesem Gedicht ist es wichtig, dass die Anfangsbuchstaben eines jeden Verses, von oben nach unten gelesen ein Wort, mehrere Wörter oder einen Satz ergeben.

In der Regel wird der Anfangsbuchstabe jeder Zeile großgeschrieben, um das versteckte Wort/den versteckten Satz hervorzuheben.

Wenn man mit mehreren Wörtern arbeitet, bildet jedes Wort eine eigene Strophe. Ebenfalls wegen der Lesbarkeit.


Hier habe ich mir bei zwei Gedichten vorgestellt, es stünde auf Glückwunschkarten - "Alles gute zum Geburtstag" und "Gute Besserung"

Großes Vorhaben, völlig spontan

Regelrecht im Sinneswahn

Eingegangen diesen Mist

Ihr das Reimen nicht mal liegt

Malt sie sich nichts Besseres aus

Ein Gedichtband muss es sein

Nenn mir doch bloß einen Sinn

 

Idiotisch mag man sagen

Soll sie machen, keine Frage

Tut halt selber einem weh

 

Finger jucken irgendwie

Übung schadet eigentlich nie

Reime rausgesucht

 

Musst nicht alle erledigen

Irre, viel zu viel

Chaos vorprogrammiert

Hat sie selbst rausgesucht

 

Hilft nur Ruhe zu bewahren

Eins nachdem anderen tun

Recherche wär nicht schlecht

Zuerst wird sich informiert

Quellen hats im Internet

Unter anderem auch, was Reime betriff

Als Inspiration noch ein Bild

Letztlich fließen Worte

Ein bisschen ist daran gemogelt

Na und muss ja trotzdem stimm

 


 

Gesundheit

Gerade gehört

Und wünsch dir versteckt

Tage wie diese braucht man nicht

Erhole dich in deinem Bett

 

Bin vielleicht etwas direkt

Ehrlich, du bleibst nicht im Bett

Sagen wir, wir kennen dich

So oder so bleibst du nicht im Bett

Eventuell verstehst dus so

Ruhe und Erholung ist im Bett

Und damit schließ ich den Text

Noch kurz gewünscht

Genesung ganz ganz schnell

 


 

Geburtstagskarte

Fragst du nach den Geschenken?

Rätzel bringt dir Freude

Es hat Zeilen

Ist geschrieben

Zuverlässig an deiner Seite

Ein bisschen genauer

Im Text musst du schauen

Tatsächlich ganz einfach

Passt es in die Zeilen

Ablenkung inbegriffen

Richte Glückwünsche aus

Kannst du alle hier lesen

 


 


Die Ode ist fröhlich, feierlich oder lobend.

In der Regel werden keine Reime verwendet.

Ihre Ausdrucksweise ist meistens erhaben - vornehm


Vor dem Vogelgedicht bin ich tatsächlich unter einem Baum gestanden, in dem ein Vogel wunderschön gezwitschert hat.

-

Bei dem Fröhlichkeitsgedicht geht es wieder um Yis bzw. soll es so wirken als hätte Jild das über Yis geschrieben.

-

Beim Dritten musste ich wieder an meine Glückwunschkartenidee denken (Falls es nicht sogar mit oder nach den Akrostichon entstanden ist)

 

Du klangvolles Vögelein

Ach du lieblicher, kleiner Vogel

Hoch oben in diesem Baume

Erklingt dein wohliger Gesang

 

Ich lausche dir so gerne

Ach wie liebe ich diese Morgen

Ein Tag so voller Wonne

 

Du bist ein wahrer Minnesänger

Deine Lieder gern willkommen

Ach lausch ich dir so gerne

 

Singen, schluchzen, trällern

Ein Schatz sitzt hier oben

Tatkräftig in diesem Baume

 


 

Du Fröhlichkeit

Dein Lachen ist ergreifend

Schwerlos und kaum zu halten

Es ist im ganzen Raume

Deine Art dich zu ertragen

Fliegst in Regenbögen

Positivität in den Adern

Wie ein Kind auf ewig

Du zur Fröhlichkeit geboren

 

Kein Pech kann dir zu Leibe

Der Fröhlichkeit zu Kragen

Du lachst und meinst

Ein Pessimist ist weise

Der steht dir zur Seite

Insgeheim er dich beneidet

Fröhlichkeit aus jeder Pore

Ein Keim auf dürrem Boden

 

Du verstehst die Zeilen

Liest dazwischen

Ein Herz so groß

Die Welt umarmen

Ein Kind der Treue

 


 

Ganz in Weiß

Alles weicht zur Seit

Die Mitte wird frei

Geigen für euch

Oh schreitet herein

 

Tanzet im Kreis

Eine wunderschöne Einheit

Schwebend gleich

Ein wunderschönes Kleid

Tanzet durch den Raum

Eine wunderschöne Zeit

 

Das Paar vereint

Mit Ringen nun

Auf beste wir

Anstoßen für sie

 


 


Elegien sind traurige, klagende oder auch nachdenkliche Gedichte. Meist handeln sie von Verlust Schmerz oder Sehnsucht.

Keine Reime erzwingend.


 

Mensch bist du laut

Das Rauschen der Straße

Laut schallt es herüber

Durchdringt den Wald

Wie Messerschneide

Kein Schweigen in Sicht

Tag wie Nacht

Mensch bist du laut

Zerstört die Stille im Wald

Flüchtest in dein Haus

 

Der Lärm der anderen

Gedämpft und doch zuhören

Ach Mensch bist du laut

Und meckern kannst du auch

In Wort und Gedicht

Hats zumindest dich entlast.

Man muss was ändern

Drum wird es befohlen

Bevor ein Anfang kommt

Müssen eben alle ran

 


 

Der Baum

Sein Fuß umgeben von Moos

fest verankert im Boden

steht er gar aufrecht da

Hält dem Winde stand

der krachend riss

seine Nachbarn mit

 

Er steht alleine da

die Krone erhoben

mit Blessuren zwar

Lebend doch bleibt

unter seiner Rinde

fließt sein Blut

Er steht alleine da

 


 

Die dunkle Nacht

Einst noch dunkel die Nacht

unterm Mond erwacht

dessen Töchter betracht'

Doch dann waren da

die Kinder des Tags

Grell und mit Macht

fraßen sie die Nacht

Kein Dunkel bleibt

Nur Höhnen hier

Einem Blinzeln gleicht

oder Aufschrei scheint

Unsere Nacht entweicht

Das Hell sich nimmt

Kein Satt mehr kennt

Die Nacht auffrisst

Unser Heim erlischt


Albern, nicht ernstgemeintes oder man will sich die Hände über den Kopf zusammenschlagen

Keine Reime erzwingend.


 

Nicht mehr so ganz dicht

Er war nicht ganz dicht

Schrieb dabei dieses Gedicht

Und wenn er es vernicht‘

dann wars ein Gedicht.

 


 

Es fehlte nur der Artikel

Eines nachts im Kinderzimmer schwebe

Eine Fee mit prächtigen Schwingen

Das Kind sie sofort frage

Oh liebe Fee, du mir Wünsche gebe

Der alten Leier schon Überdruss

Ja Kind, drei aber denke einmal weise

Kommt es kaum zu Satzes Ende

Liebe Fee, ich will Flügel

Und schon liegt es und tut es schlafen

Lächelt und erwartet

Am Morgen hat es Flügel

Aber nicht den erwünschten Flügel

 


 

Drücken anstatt ziehen

Statt ziehen wurde gedrückt

Im Laden sah man täglich

Menschen scheitern am Lesen

 

Schließlich dachte man

Warum es nicht versuchen

Andersrum die Schilder

 

Oh heiliges Wunder

Tatsächlich es funktionierte

Alle Kommenden zogen

 

Der Laden, so schien es

Begann Berühmtheit zu gewinnen

Bald voll bis an die Wände

 

Doch irgendwann die Erkenntnis

Dem Scheitern zu Grunde

Lag nicht das Lesen

 


 


In diesem Gedicht liegt der Fokus auf einem einzelnen Gegenstand, Tier oder einer Pflanze. Man umschreibt es meist so ehrfürchtig, dass es wirkt, als ob man ein Wesen huldigen würde.

Es gibt keine Vorgaben für Strophen, Versen oder Reimen.


Grundlange für das dritte Gedicht war, dass ich mich bei einem Waldspaziergang vor einer abrupten Bewegung im Unterholz erschrocken habe.

Vergessen steht es in der Kammer

Relikt aus vergangener Zeit

In dunkler Ecke dastandst

Einst völlig unerlässlich

Ist vertrocknet dein Band

Verstummt die Tasten

Wurdest ausgemustert

Kamst in diese Kammer

Und dort sehe ich dich

Spüre das Verlangen

Dir Leben einzuspannen

 


 

Die Namensverwandten

Auf meinem Haupt tust du weh

Wenn du zielgenau fällst

Durch deine stachelgrüne Haut

Dein Kern geschützt

Zur Zierde du in Häuser kommst

Kindern so wohl vertraut

Gibt es auch einen Namensvetter

Der landet aber meist auf den Teller

 


 

Neulich im Wald

Suchte mir einen Platz zur Ruh

Grub mir den Boden auf

Eine Kuhle für die Nacht

Nebenbei ein kleiner Snack

Ich liebe Pilz und co

Schlamm auf meiner Haut

Bin die Parasiten los

Ein Blick zu meiner Rotte

Alle sind gelassen

Ein Mensch in der Ferne

Den wird ich noch erschrecken

Dann wünsch ich allen

Eine gute Nacht


Es gibt keine Stropheneinteilung.

Wie viele Verse vorkommen ist offen.

Die Verslängen sollen variieren, genauso auch das Reimschema.

Häufig werden Naturbilder beschrieben, die Gefühle umschreiben.


 

Neid auf Besserung

Sturm des meines wütete wild

Gibt es nichts was ihn heute stillt

Hinter mir das reinste Inferno tobt

Gegenüber mir sich nicht eine Briese rührt

Es sich alles nicht um den Sturm schürt

Als ob es nur erprobt

Laut will es die Stille stören

Noch viel lauter hinüber röhren

Die Ruhe muss sich auch empören

Jeder soll den Storm hinter mir hören

Die Windstille hat hier nichts verloren

Kein Sonnenstrahl vertreibt die Sorgen

Sie hat sich verschworen

Ich will kein Versprechen auf besseren Morgen

Plötzlich seh ich um die Ecke

Diese Stille war wie eine Hecke

Dahinter wütet auch ein Sturm

Ich fühl mich wie ein hinterlistiger Wurm

Sturm des meines wütete wild

Gibt es nichts was ihn heute stillt

Hinter mir das reinste Inferno tobt

Gegenüber mir sich nicht eine Briese rührt

Es sich alles nicht um den Sturm schürt

Als ob es nur erprobt

Laut will es die Stille stören

Noch viel lauter hinüber röhren

Die Ruhe muss sich auch empören

Jeder soll den Storm hinter mir hören

Die Windstille hat hier nichts verloren

Kein Sonnenstrahl vertreibt die Sorgen

Sie hat sich verschworen

Ich will kein Versprechen auf besseren Morgen

Plötzlich seh ich um die Ecke

Diese Stille war wie eine Hecke

Dahinter wütet auch ein Sturm

Ich fühl mich wie ein hinterlistiger Wurm


Es gibt keine Vorgaben bei der Strophenanzahl.

Es muss allerdings mindestens vier Verse haben, um das nötigste zu erfüllen.

Die ersten beiden Verseenden und dann alle geraden Versenden reimen sich auf das letzte Wort im ersten Vers.

Reimmuster:

A

A (nur für die ersten beiden Verse)

X (Kein Reim)

A (und dann immer mit XA weiter machen ! Es darf nicht mit X aufhören)


 

 

In der falschen Epoche

Hufe klackern auf Asphalt

Die Augen schauen, was da schallt

In der Ferne kann ich sehen

Zwischen den Bäumen eine Gestalt

Doch zum Staunen ist es mir

Was ich sehen kann nur halb

Ein Urzeitpferd kommt vorbei

Für ihn wohl keine Epoche galt

 

Jedenfalls bin ich hinterher

Dachte an meinen Gehalt

Wie schön es doch wär

Ein paar Dollar hingeknallt

Doch ist es winzig

Diese alte Urgestalt

Fand es nicht wieder

Und sah das der Traum verhallt


Hier wird in die Rolle einer Person geschlüpft und aus der Ich-Perspektive erzählt. Oft kommen dabei Aspekte eines Berufes hinzu. Im Titel des Gedichts wird die Person häufig schon genannt. Beispiel Des Töpfers zerbrochene Ware

Es gibt keine Vorgaben an Strophen- oder Versanzahl

Es kann, muss sich aber nicht reimen.


Hier war ich von dem YouTube-Kanal-Namen "Tandaniel der Geschichtenweber" inspiriert. Dazu wollte ich noch ein weiteres Gedicht mit Science Fiction - Elementen haben.

Der Geschichtenweber

Ich schien wie aus einer anderen Zeit

Hüllte mich in ein altes Gewand

Zu jeder Mittagszeit steh ich da

Manchmal glaubt man es kaum

Zwischen all dem Hologramm

Steht ein Erzähler da

 

Jedes Wort von mir

Wob die Freude ein

Ich liebte was ich tat

Würzte es mit Spaß

Und fühlte gar

Wie die Wörter war’n

 

Dem Publikum so nah

Jede Emotion spürbar

Lebensecht und real

Versteh ich was ich sag

Und bring es ein

Wie ein lebendes Organ

 

Ich bin da

Um jede Mittagszeit

Mit meinen Geschichten

Steh ich da


- Gedichte mit bedingt variabler Länge -


 


In der Regel hat es mindesten drei bis sechs Strophen mit drei bis sechs Versen.

Viele Balladen sind auch noch länger und haben auch selten weniger als dreißig Verse. Dennoch ist keine Anzahl vorgegeben. Das heißt es kann auch kürzere oder gar keine Stropheneinteilung geben.

Es soll eine Geschichte mit Versform erzählen.

Keine Reime erzwingend


 

Verlorene Seelen, die sich brauchten

Übers Leben in voller Wut

Lernte er den Jungen kennen

Eine unterdrückte Frohnatur

Er hielt ihm die Hand hin

Sich nicht bewusst, ohne Wut

Zog er ihn auf die Beine hoch

 

Nun hatte er es getan

Stand da und hatte ein Kind

Verlangte es nach seiner Hand

Doch er so voller Glut

Noch immer diese Wut

Versuchte zu entkommen

 

Mit der Zeit fiel es ihm auf

Zwischen Wut war wieder Kummer

Die Wut hatte es verdeckt

Der Junge ihn aufgeweckt

Er suchte ihn wieder auf

Sich um seine Bürde beraubt

 

Ein Blick genügt

Alles Sein nach Hilfe schreit

Der Junge fleht, ist allein

Die Glut, sie zischt

Und an der Hand

Ist das verlorene Kind

 


 

Prinzessin der alten Geschichten

Er spielte seine Laute

hoffend auf ein Zeichen

Sollte die Maid es hören

so sangen seine Gefühle

Oh schöne Maid nun höre

wie mein Herz nach dir rufe

So schaue aus dem Fenster

Stehet ich hier unten

Möchte euch sagen

Euer Antlitz ist göttlich

eure Stimme den Engeln nah

hörte ich euch nachts singen

Die Nachtigall vor Neid verstummen

Du hast gesungen

auf das jemand komme

dich befreie und fort von hier bringe

 


 

Leicht, wie der Nebel, der mich umwob

Nebelschleier

verborgen bin

auf Wegen wandle

niemand kennt

Stille umgibt

Atem besinnt

Ruhe herbei

Lausche ich

Gedanken frei

stehe ich hier

Mittendrin

Nebelleicht


Eine Kanzone kann eine Liebeserklärung, ein Abreagieren über ein bestimmtes Thema sein. Grob gesagt hat es auch ein bisschen was von einem emotionalen Bericht

Hat mindesten zwei Strophen häufiger aber mehr. Klassisch liegt das Mindestmaß bei fünf Strophen.

Die Verse ergeben immer elf Silben

Enthält Reime, die Anordnung ist jedoch nicht vorgeschrieben


 

Finde keine Argumente

Lasst uns die uralten Mamuts erwecken

Ohne genügen Nahrung abzudecken

Lasst uns Arbeit auf eine Gruppe schieben

Wollte man nicht weniger Last aufwiegen?

 

Welche Ideen wohl dahinterstecken?

Was nützt es wenn Ferien sich abdecken?

Das weniger Autos den Staus erliegen?

Man hat wohl das Abwägen hart gemieden.


Diese Gedichtsart ist üblicherweise sehr lang, hat aber keine vorgeschriebene Anzahl an Strophen. Klassisch haben sie über hundert Strophen.

Regulär hat eine Strophe acht Verse mit sechs betonten Silben. Wie viele unbetonte dazu, ist egal, sofern der Rhythmus nicht verloren geht.

In den geraden Versen kommt ein Reim vor, der a) in der selben Zeile verbleibt und b) sich in der Silbe gleicht. Beispiel ‘‘Lachfalten‘‘ ‘‘festhalten‘‘.

Des Weiteren gibt es noch einen Refrain.

Thematisch ist es feierlich, lobt einen Helden, Gott, Herrscher oder auch die Heldentat selbst. Es ist auch möglich mehre Personen mit diesem Gedicht/Lied anzusprechen. Wenn es auch häufiger vorkommt, dass Einzelpersonen besungen werden.


Bei meinem Ergebnis stimmen die Hebungen nicht, obwohl ich dachte darauf geachtet zuhaben.

Dazu hatte ich eigentlich vor, mich um Binnenreime zu kümmern, so bald ich eine grobe Geschichte habe. Allerdings gefällt mir mein Gedicht und ich nehme mir einfach raus, dass ich ein modernes Drapa aber kein klassisches Drapa geschrieben habe.

Mir war auch von Anfang an klar, dass ich gewiss keine zwanzig Strophen erreichen würde.

Hoffnung, Zeit und Schatten

Geboren in einem Land der davonrinnenden Zeit

Wuchs unser Herrscher unerkannt zur Größe heran

Als Knabe er begann, das Weltenklicken zu erhören

Wir alle noch Verschonten, es nicht erahnten konnten.

Doch wurde er erhoben zum Gezeitenkarussell

Ein Märchen zwischen des Herrschers und unserer Welt

Wir hier keine Gezeitengewalten kannten

In unserer Welt, des ewigen, gewöhnten Schweigens

 

Hoch lebe unser Herr, der Zeitenherr

Hoch zu dem Throne, unser Herr

Das seine Reich, unsere Ewigkeit

Gerecht auf jeder Gezeitenseit

 

Auf der Welt er erst das Laufen lernen musste

Wuchs im Körperwandel rasch, so besonders.

Wir Ninnen sind das, wie wir erschienen

Aufgetaucht und für immer hiergeblieben

Leben Zeit, die nie vergeht, noch Namen trägt

Dachten nicht, dass so etwas anders geht

Sahen dem Wachsen-Wunder heiter entgegen

Ohne je, den Weltenriss zur Kenntnis zunehmen

 

Hoch lebe unser Herr, der Zeitenherr

Hoch zu dem Throne, unser Herr

Das seine Reich, unsere Ewigkeit

Gerecht auf jeder Gezeitenseit

 

Oh ja, wir Ninnen waren Narren

Sahen Welt hinter Riss erwachen

Hatten keine Angst vor dem Verschlucken

Weil wir es nicht besser wussten

Kannten wir keine Welten neben uns

Nur unser Herrscher hörte das Ticken

Das Schlagen von Vergänglichkeit

Läutet ein mit verzerrtem Widerhall

 

Hoch lebe unser Herr, der Zeitenherr

Hoch zu dem Throne, unser Herr

Das seine Reich, unsere Ewigkeit

Gerecht auf jeder Gezeitenseit

 

Ein neues Weltenklicken er erhörte

Noch verlangsamt und ganz leise

Der Herzschlag lebender Welten

Die unsere war am Erwachen

Eine alte Welt, die bald zerfällt

Fand durch die Zeit Zusammenhalt

Im ewigen Stillstand unser Heil

Sterben wir alle in Vergänglichkeit

 

Hoch lebe unser Herr, der Zeitenherr

Hoch zu dem Throne, unser Herr

Das seine Reich, unsere Ewigkeit

Gerecht auf jeder Gezeitenseit

 

Unser Herrscher führte keine Waffe mit

Sein Herz saß am rechten Fleck

Suchte er nach dem Herkunftsplatz

Scheute sich nicht, auch ohne Schwert

Kein Schild sein sterblich Leib beschützt

Wo der Anfang die Mitte war

Ging die seine Reise erst los

Wir Ninnen bemerkten den nahenden Tod

 

Hoch lebe unser Herr, der Zeitenherr

Hoch zu dem Throne, unser Herr

Das seine Reich, unsere Ewigkeit

Gerecht auf jeder Gezeitenseit

 

So plötzlich wir den Tod verstanden

Die Welt unter uns voller Schatten

Alles hüllte sich in greifende Nacht

Wilde Monsterschar begiert das Licht

Ein Licht des Hoffens, was Ninnen schufen

Ahnten nicht, dass wir über Welten wirkten

Doch unser Herrscher ging vollen Mutes

Immer weiter auf der ungewissen Suche

 

Hoch lebe unser Herr, der Zeitenherr

Hoch zu dem Throne, unser Herr

Das seine Reich, unsere Ewigkeit

Gerecht auf jeder Gezeitenseit

 

Es gab kein aufgezeichnetes Weltenwissen

Keinen Weg die Weiten je zu erforschen

Nach langer Suche fand er eine Option

Nur die Schatten fanden Wege hindurch

Wir Ninnen sahen mit großer Furcht zu

Der Herrscher ließ den Schatten an sich nähren

Um ihn dann zu fragen, woher er käme

Er käme von unten, wo es kein Essen gebe

 

Hoch lebe unser Herr, der Zeitenherr

Hoch zu dem Throne, unser Herr

Das seine Reich, unsere Ewigkeit

Gerecht auf jeder Gezeitenseit

 

Der Schatten dachte, er könne ihn verschlingen

Doch Mensch kann sein Hoffen schützen

In Güte sein Licht an andere weitergeben

Ein Schatten mag durch Welten dringen

Kann aber nicht alles Licht auffressen

So schützte er weise sein schlagendes Herz

Welches dem Menschen sein Leben ausmacht

Und uns bei reichem Hoffen erscheinen lässt

 

Hoch lebe unser Herr, der Zeitenherr

Hoch zu dem Throne, unser Herr

Das seine Reich, unsere Ewigkeit

Gerecht auf jeder Gezeitenseit

 

Der Herrscher ist Mensch und unerschütterlich

Ein Hoffen von Menschenherz, dass uns erschafft

Wie Spiegel wir reflektieren das Hoffnungslicht

Die Schatten Noben unser Höllen-Gesicht

Sterblich sind sie hungrig, wachsen schnell

Doch können sie niemals ein Ganzes erjagen

Splitter des Hoffens bergen menschliche Träger

Und so dachten wir auf ewig zu siegen

 

Hoch lebe unser Herr, der Zeitenherr

Hoch zu dem Throne, unser Herr

Das seine Reich, unsere Ewigkeit

Gerecht auf jeder Gezeitenseit

 

Die Welt der Ninnen war zu tausend gebrochen

Konnten kein Netz aus Güte mehr verknüpfen

Eine nachdem anderem erlosch im Dunkelschlot

Ein Dämmerlicht noch zur Hoffnung schwach erstrahlt

Dem Herrscher den Weg zur Befreiung zeigt

Ein endloser Raum zum Herzschlag der Welt

Hier kann er dem Ticken Einhalt gewähr‘n

Und den Seinen neu die Gütigkeit lehren

 

Hoch lebe unser Herr, der Zeitenherr

Hoch zu dem Throne, unser Herr

Das seine Reich, unsere Ewigkeit

Gerecht auf jeder Gezeitenseit

 

Im Raum der Zeit hauste die Vergangenheit

Sie flüsterte leis für den Zeitenherr

Auf dass er mit ihr, die Erinnerung teilt

Denn die Güte ist leicht, der Hoffnung so gleich

Gelehrt sie aus der Erinnerung stark erfreut

Und so schickte der Herr ein Gedächtnis nieder

Bilder von netten Gesten aber auch bösen Taten

Existierte Licht brauchte es auch den Schatten

 

Hoch lebe unser Herr, der Zeitenherr

Hoch zu dem Throne, unser Herr

Das seine Reich, unsere Ewigkeit

Gerecht auf jeder Gezeitenseit

 

So hatte unser Herr alle Leben gerettet

Ein Herz der Reinheit vorgewiesen

War nicht nach dem Weltenthrone gestrebt

Sah sich das Ganze ohne Urteil an

Er wäre uns als Herrscher Willkommen

Güte fließt durch seine leuchtende Seele

Sein Herz schlägt und sendet Hoffnung aus

Wir Ninnen waren nicht verloren in der Zeit


Die Strophenanzahl ist hier frei wählbar,

Jede Strophe hat vier Verse mit acht bis zwölf Silben

Aus der vorherigen Strophe wiederholt sich der zweite und vierte Vers im ersten und dritten Vers, der nachfolgenden Strophe.

Und es hat das Reimmuster abab bcbc cdcd usw.

In der Schlussstrophe kommt dann gar kein neuer Vers mehr dazu. Dort wird der erste Vers aus der ersten Strophe im letzten Vers der Schlussstrophe und der dritte Vers aus der ersten Strophe als zweiter Vers verwendet.

Es gibt auch Varianten, wo der erste Vers der ersten Strophe an zweiter Stelle kommt und der dritte Vers am Ende steht.


 

Der zauberhafte Morgen

In kühler Umarmung liegt das Leben

Golden ein Licht über tauen Boden

Ein Strahlen noch unter müdes streben

Glitzernd zeigt sich die nächtliche Robe

 

Golden ein Licht über tauen Boden

Erwachen will das Glück in der Seele

Glitzernd zeigt sich die nächtliche Robe

Als ob nun alle Dunkelheit fehle

 

Erwachen will das Glück in der Seele

Wie eine Bettdecke dieser Morgen

Als ob nun alle Dunkelheit fehle

Zwischen all den winzigen Kristallen

 

Wie eine Bettdecke dieser Morgen

Ein Strahlen noch unter müdes streben

Zwischen all den winzigen Kristallen

In kühler Umarmung liegt das Leben


Wie die Kanzone behandelt es ein bestimmtes Thema wie eine Art Bericht. Ist aber in der Ausdruckweise lockere.

Hat mindestens zwei Strophen

Klassisch hat es vier bis acht Verse

Das Reimschema ist frei wählbar


 

Zeh gestoßen

Immer wieder der kleine Zeh

Gestoßen und tut höllisch weh

Selbst ein Stein im Schnee

Sagt meinem Zehnagel ade

 

Wie einfach es wohl wäre

Zu begreifen die Lehre

Oder besser, ich kehre

Und lebe in der Leere


Klassisch hat es mindestens drei Strophen. Kann aber auch mehr haben

In jeder Strophe sind immer vier Verse.

Der letzte Vers jeder Strophe ist derselbe.

Ein Vers hat acht Silben

Klassischerweise ist das Reimschema:

A

A

B

B

 

(nächste Strophe)

 

C

C

B

(Wiederholung des letzten Verses aus der ersten Strophe)

 

(nächste Strophe)

 

D

D

B

(Wiederholung des letzten Verses aus der ersten Strophe)

 

 

Es gibt auch Versionen die das Schema:

A

B

A

B

 

(neue Strophe)

 

C

B

C

(Wiederholung des letzten Verses aus der ersten Strophe)

 

(neue Strophe)

 

D

B

D

(Wiederholung des letzten Verses aus der ersten Strophe)

 

 

nutzen oder noch experimenteller

 

A

(kein Reim)

A

(Kein Reim)

 

(neue Strophe)

 

B

(kein Reim)

B

(Wiederholung des letzten Verses aus der ersten Strophe)


 

Flüsternde Mauer

Kalt ist der Ort mit Klammergriff

Hol die Freunde mit schrillem Pfiff

Spür‘ eng um mich, eine Trauer

Flüstert mir ins Ohr, die Mauer

 

Freunde, oh Freunde, spürt ihr nicht

Kommt jetzt auch noch flackerndes Licht?

Für dich liegt es auf der Lauer

Flüstert mir ins Ohr, die Mauer

 

Soll und darf hier nicht verbleiben

Droht man mir, mich zu vertreiben

Verdient habe ich den Schauer

Flüstert mir ins Ohr, die Mauer


Die Strophenanzahl ist nicht vorgegeben aber es muss mindestens zwei haben, da es sonst ein Rubai wäre. Das Rubajat besteht aus mehreren ‘‘Rubai‘‘, die als Strophen zu einem neuen ganzen zusammengesetzt werden.

Reimmuster:

A

A

X (Kein Reim)

A

 

(neue Strophe)

B

B

X

B

 

Usw.

 

Ich habe zum Verständnis hier BBXB verwendet, denn die Strophen untereinander reimen sich nicht. Es sind quasi einzelne Rubai, die man aneinandergekettet hat.

 

Es geht auch das Reimschema AAAA (nächste Strophe) BBBB aber, das ist selten


In dem folgenden Gedicht habe ich jenes leicht abgeändert, dass unter "Rubai" zu finden ist.

Ursprünglich wollte ich jene Szene verwenden, in der Gredo seinen Schlüssel verliert und Yis mit ihm deshalb bei arktischen Temperaturen draußen übernachten muss. Allerdings bin ich dann in eine Macken-Charakterbeschreibung abgerutscht, die sich wiederum in einen Streitmoment zwischen Gredo und seiner Ehefrau umwandelte.

Der anders versprochene Ausflug

Gredo und seine Taschen

Braucht er wirklich all die Laschen?

Verstaut ist der Autoschlüssel

Hinfort durch irgendwelche Maschen

 

Seine Frau ist mit im Bunde

Gibt ihm kaum eine Stunde

Ärgert sich schon lange

Alles sticht in die Wunde

 

Ja, Schatz ich habe versprochen

Kommt er Schuldbewusst angekrochen

Ein Luxushotel für zwei Nächte

War jetzt zum x-ten Mal gebrochen

 

Er starrt auf ihren Rücken

Vielleicht soll er sie drücken

Die Abweisung sieht er deutlich

Gutgemeintes zeigt seine Tücken

 

Komm, ich mach es dir warm

Spielt er mit seinem Charm

Ihre Waldhütte sicher ideal

Und so bietet er seinen Arm

 

Eingehakt geht es in den Wald

Ohne Handy wird ihnen kalt

In der Misere sitzen sie

Wegen einem kurzen Halt

 

Die Zeit will wohl zeigen

Ob die Meinung geigen

Also weiter streiten

Oder die Launen steigen


- Gedichte gemischt -


 


Dies sind Gedichte, die keine Strophen oder Versbildung verwenden aber dennoch etwas Melodisches mitbringen.


 

Die kleinen Dinge

Ich seh diese wunderschöne Blume blüh‘n. Ihr Antlitz mich zu tiefst berührt. Schenkt sie mir, so völlig unscheinbar, Wohlergeh’n für den heutigen Tag.

 


 

Dieser eine Schritt zurück

Tausend Schritte kam ich voran. Ein einzelner ging zurück. Ich weiß, dass ist verrückt. Doch dieser eine Schritt, setzte mich zurück. Ich ärgerte mich und vergaß, mit was es sich glich. Selbst mit diesem Text, da beklag ich mich. Schau doch hin! So ein Mist. Schon tausend Schritte geschafft und dieser eine meint, dass er mich bricht. Nun komm, stehe auf und finde ins Gleichgewicht.

 


 

Blut aus Licht

Oh, Mondlicht dring herein. Das Blut du in meinen Adern scheinst. Erfüll mich mit Macht, mit all deiner Lebenskraft. Ich fliege bei Nacht. Mein Blut ist Licht, mein Herz ein Loch. Ich lebe nicht und tue es doch. Bei Nacht bin ich da und du führtest dich. Mein Blut ist Licht. Nur ein Herz besitz ich nicht. Ich bin ein Wesen der Nacht, durflutet vom Mondes Licht.

 


 


Bei dieser Gedichtform kommt Mathematik ins Spiel.

Jeder Vers baut sich auf seine Silbenlänge auf.

Es fängt mit einem Vers an, der eine Silbe hat

Der nächste Vers hat auch eine Silbe.

Danach wird die Silbenmenge der zwei vorherigen Verse zusammen genommen, was bedeutet der dritte Vers hat das zwei Silben

Der vierte müsse dann die Menge aus Vers drei und zwei zusammenrechnen und käme auf drei Silben

Klassischerweise macht man sechs Verse kann aber auch mehr oder weniger (bis zu drei Versen machen)


Bei meinem Gedicht habe ich die selbe Thematik und Situation aufgegriffen wie ich es bei meinem Gedicht für das Rondell "Abschied immer wieder" verwendet habe.

Ein Abschied immer wieder 2.0

Zeit

geht

obwohl

alles steht

Zu geh‘n fällt mir schwer

am Bahnhof immer wieder steh

dieser Abschied auf Zeit mich immer zerreißen will

muss ich am Ende in diesen Zug zur Rückfahrt steigen und mein Weinen verkneifen


Diese Art vermischt eine optische Darstellung mit gedichtetem Text. Das heißt es kann Teil eines Gemäldes sein oder mit seiner Einteilung ein Symbol erzeugen.


Da man hier keine Bilder hochladen kann (also welche, die keinen Bildlink haben) werde ich bei dem Kapitel mit dem Gedichte beschreiben, was ich drumherum dargestellt habe.

Stellt euch das Bild als eine Bleistiftzeichnung vor.

Das obere Dreieck umgibt ein Berg, dessen Spitze hell geblieben ist.

Oben auf steht ganz klein ein Strichmännchen.

Es ist leicht gebückt, als würde es sich etwas ansehen, dass es in den Händen hat.

Bei dem unteren Dreieck ist der Berg horizontal gespiegelt und verschwommen.

Über dem gesamten Bild liegt ein Graupel, so als ob das Papier vom Bleistift dreckig wäre.

Der Graupel im unteren Bereich ist dunkler.

An

der Spitze

oben ich stehe

auf dem Bergeskamm

werde ich meine Fahne stecken

-----------------------------------------------

werde ich meine Fahne stecken

Im Meer sich unten spiegelt

war verschwommen

was gewesen

ist


- Gemeinschaftsgdichte -


 


Dies ist ein japanisches Kettengedicht. Unterschiedlich Autoren schreiben ein Tanka und verbinden es miteinander.

Ein Tanka hat zwei Strophen

Die erste Strophe hat drei Verse mit je 5/7/5 Silben

Die zweite Strophe hat zwei Verse mit je sieben Silben

Das Gedicht beschreibt einen Augenblick


Ich habe zwei Tanka geschrieben, die zusammengehören aber das Renga noch nicht beenden. 

 

Sonne scheint herein

Wärmt mein schlafendes Gesicht

Die Augen noch zu

 

Will mein Bett nicht verlassen

Meinen Wecker auslöschen

 

Unbarmherzig warm

Gibt auch die Sonne nicht nach

Ich will nur schlafen

 

Doch der Wecker wird nicht still

Es will einfach nicht still sein


- Meine rausgenommene Gedichte -



Wie ich zwischen drin mal erwähnt habe, mag ich es überhaupt nicht zu reimen, weshalb ich mir passende Begriffe heraussuche. Im folgenden Versuch eines Klapphornvers merkt man das stark. Zu mal der letzte Reim nicht mal funktioniert.

Hineingekommen

Zwei Frauen blickten auf den See,

nur eine trank dabei ihren Tee.

Vielleicht hatte sie sich vertan?

Im Getränk schwamm die Feder eines Milans.


Folgendes Gedicht wurde rausgenommen, weil die Reime nicht funktioniert haben. Es sollte das Shakespare-Sonett (Englische Sonett) sein. Für den Inhalt hatte ich gebeten mir eine Emotion zu geben. Allerdings habe ich ''Nostalgie'' erhalten, was ja gar keine Emotion ist.

​​​​​Nostalgie oder doch nicht

Als ich durch den Laden ging

überfiel mich eine Nostalgie

Schätzte ich das einst gering

Waren aus einer Drogerie

 

Alte Dinge längst vergessen

Stapeln sich hier zur Schau

Habe ich einst alle besessen

Mein Innerstes schreit wow

 

Komm gar nicht aus dem Stau‘n

So viel schöne Dinge hier

Bin kurz vor dem Raun‘n

Langsam packt mich die Gier

 

Die Begleitung schweigt

Fast zur Ehrlichkeit geneigt


Das nun folgende Gedicht war als Chant royal gedacht. Wie ihr seht ist es zu kurz, das liegt daran, dass ich bemerkt habe, dass man ja neben den Reimen noch hätte auf zehn Silben pro Vers achten müssen. Ich wollte es aber nicht weck werfen und habe deshalb beschlossen, diese Sammlung hier am Ende zu machen. Und ganz nebenbei habe ich es für das Englische Sonett wiederverwendet bzw. umgedichtet.

Glück weil, ...

Ich seh in dein Gesicht

Schon ist es voller Glück

Du bist wie das Licht

Stellst die Sorgen zurück

Auch mich erfüllst du damit

Ich fühle mich sogleich fit

Aufgewacht an diesem Tag

Ich mich nach dem Grund frag

Du mich glücklich machst

Einfach nur da lag

Glück weil du herzlich lachst


Als ich bei meinem Chant royal gehangen bin, hat mir meine Mutter eine kleine Inspiration geschrieben. Folgendes Gedicht ist also nicht von mir.

Die stolze Katze

Es prügelten sich einst zwei Kater um ihre Gunst

Das war der stolzen Katzendame zu bunt

Drum schlug sie den Sieger in die Flucht.

 

Saß da als sei nichts gewesen

Und legte sich jetzt zum Besen


Bei meinen Versuchen ein Distichon zu schreiben, stimmte die Silbenabfolge nicht bzw. hatte ich statt einer Pause im zweiten Vers eine andere Anordnung der Silben als ‘‘Unterbrechung‘‘ verstanden.

Wo zieht es mich hin

Lag fern der Ort, den ich nicht kenn, der stach zu mit tiefem Schmerz, sehnsuchtsvoll.

Ein unergründliches Sehnen, tief in mir, heimatfern.

 

Tage der Fernbeziehung

Ruft es mich aus der Ferne, zu dir. Heimatlos. Nur getrennt. Ruhelos

Fernbeziehung schwer an diesem Tag. Einsam, Schmerz, wichtet jetzt.


Folgendes Distichon habe ich hauptsächlich wegen "der Garten erwacht" rausgenommen. Mir fiel einfach nicht ein, wie ich mit "Rosen erblühen" fortfahren sollte.

Ein berauschender Gartentag

Rosen erblühen, der Garten erwacht, immer mehr ist bunt.

Duftet es so herrlich – Zauberduft so sinnlich.


Die folgenden Gedichte waren weitere Versuche eines Distichons, die ich unterwegs gemacht habe. Eventuell sogar vor den anderen, die ich hier drüber genannt habe. Bei den unteren habe ich keine zwei Verse mehr gemacht. Keine Ahnung warum.

 

Oh Schönheit lach, lach für mich und strahl für den Tag.

Ohne dich, ist es doch, stets einsam um mein Herz.

 


 

Diese Frau schenkt ein Lachen, wie sonst keine.

So erwärmend für jedes Herz.

 


 

Auch das meine fand Heil - Heil in ihrem Lachen

 


 

Geschützt mein Kind, in Freundes Gewand, reitet es hinfort durch Stadtestor.

 


 

Kind geschützt durch Freundeshand, sucht den Weg aus düsterem Mauergewand.

 


 

Schützet, was ihr für mich verbargt, verließet die Stadt bei feindlicher Nacht.

 


 

In Freundeshand ich dich aus der Stadt verbannt.

Es tat und dabei nur um Schweigen bat.

 


Folgendes war ursprünglich meine zweite Ode. Jedoch war ich mit beiden nicht so recht zufrieden, weshalb ich die Erste überarbeitet und diese hier ersetzt habe.

Tanz der Träume

Oh du herrlicher Traum

Hab ich mich wohl gefühlt

Wollt nicht hinaus.

Grins vor mich hin

Bin glücklich

Dank dir

Tanz ich

Sehn mich ein bisschen

Nach einem Wiedersehen


Beim Drüberlesen habe ich beim Senryu ein Gedicht komplett rausgenommen und ein anderes abgeändert. Beide fand ich nicht gut.

Der Baum

Ein Baum ist im Weg,

das Handy war im Sichtfeld.

Jetzt hat‘s Gesichtsform.

 

Verschreiben

Welcher Schreiber kennt es nicht?

Verschreibt sich am letzten Wort.

 

Hilft nur noch Ruhe.

Dann wird halt neu begonnen

und drangeblieben.


Das nun folgende war der erste Versuch eines Ghasel. Ich hatte verstanden, man müsse das letzte Wort des ersten Versen in dem zweiten Vers und in allen anderen geraden wiederholen. Davor auch noch (um es möglich anstrengend zu machen) einen Reim rein gequetscht.

Seelenloser Ort

Weit hinein in die Stille starre

Schwerlos in die Idylle starre

Festgenagelt steh ich hier

Auf die umliegende Fülle starre

Mich dabei hilflos fühle

Auf die baldige Schwelle starre

Dieser Ort muss weichen

Mit leerer Hülle starre


Aus irgendeinem Grund hatte ich die Regel der Virelai falsch aufgeschrieben oder irgendetwas verschoben. Das ist jedenfalls durch die falsche Notiz entstanden.

Immer werde ich vergessen!

Schon wieder hast du mich vergessen

Als hättest du mich nicht besessen

Wie oft soll das noch so gehen

Kannst mich nicht an diesem Ort sehen

Bleib immer liegen stattdessen

 

Ich habe dich langsam gefressen

Muss ich dich auch noch erpressen

Oder wirklich laut immer flehen

Dein Handy bittet um Ideen

An mich zu denken wäre Angemessen


Wie bei der Erklärung zu dem Rubajat erwähnt, hatte ich zuerst eine andere Variante, die nicht funktioniert hat. Zu einem weil Gredo den Schlüssel verliert, als er mit Yis alleine ist. Ich hab hier mal meine Reimmarkierungen mitdringelassen.

Der anders versprochene Ausflug

Gredo und seine Taschen

Braucht er wirklich all die Laschen?

Verstaut ist der Autoschlüssel

Hinfort durch irgendwelche Maschen

 

Seine Frau ist mit im Bunde

Gibt ihm kaum eine Stunde

Ärgert sich schon lange

Alles sticht in die Wunde

 

Yis will für jeden Frieden

Es ist ihm ein großes Anliegen

Früher ihn niemand mochte

Und so will er nicht erliegen

 

Geisa lauert auf den Hahn

Gehorsam nicht auf ihrem Plan

Männer sind ihr ein Problem

Jemand ihr Schlimmes angetan

 

E Will Jild auch stets allein

E Kann er nicht immer gemein sein

X

E

 

F Irisa

F

X

F


Hier sind gleich mehrere Versuche für ein Epos. Allerdings habe ich alle samt abgebrochen und nie beendet.

Erster Versuch

Vor dem Tal, dass zwischen zwei hohen Bergen lag, stand ein Gehöf alleine da.

Dort hauste eine Familie, die nicht wie alle Bauern waren.

Ihr Status gebar, dass ihnen, der Herrscher des Tals einen Jungen gab.

Der Mann hatte nicht viel gesagt. Dass in seinen Armen, ein Baby war.

Verletzt wie auch er, bat er darum, dass es um jeden Preis überlebte.

Getan wie gesagt, kümmerten sie sich darum. Zogen den Jungen auf.

Optisch stach der Heranwachsende heraus. Blieb er klein und blass

Die Söhne der Familie wurden kräftig und stark. Der Kleine schwach

Für nichts zu gebrauchen, jammerte der Vater oft, die Mutter dachts.

Am Tage schlief er ein. Auch als Hirte taugte er so kaum.

Mit der Zeit da häufte es sich, dass der Vater wollt, dass der Herrscher ihn nimmt.

Doch hatten sie ihr Wort gegeben, hatten ihn aufgezogen und waren untergeben

Wie auch immer, konnten sie ihn nicht einfach weggeben, war es ihre Pflicht

Der Junge wurde vierzehn, nie hatte er den Herrscher gesehen

An seinem Jahrestag jedoch, genau dieser ihm im Acker fand

Ein grauhaariger Mann, gebückt mit zerzaustem, langem Bart

Wirkte er gebrechlich in teurem Gewand, man ihn kaum als Herrscher erkannt

Ohne Worte, nur bedrohlich starrend, schickte er den Jungen auf die Beine.

Er sagte nichts und doch war klar, zum Hof sollet er ihn führen.

Der Herrscher war ein komischer Mann

 

Dort, so völlig abgeschieden, lebte eine Familie, ein Geheimnis verbergend.

Vor langer Zeit, da hatten sie, ein Baby vom Kaiser aufgenommen.

Gehorchten sie dem Befehl

 


 

Zweiter Versuch

Die Erde brach in dürrer Zeit

Man sprach vom alten Fluch

Vergessen war, das Opfer im Jahr

Brauchtum nicht mehr gab

Doch Zweifler priesen

Apokalypse erschienen

Je lauter sie sprachen

Die Panik schufen

Die Massen wankten

Und schon bald tobten

 

Hinter Mauern er geboren

Spät drang das Gerede

Durch Stein und Mauern

Herr zum Schweigen

Fehlte die Zunge

Seine Gedanken flogen

Sprach mit dem Himmel

Vergessenes Opfer

War er entlassen?

 

Ohne Antwort hinauf

Zu klettern auf rauem Stein

Den Turm hinauf

Ohne Tür, ohne Dach

Ein Fenster Freiheit

Unter ständigem Nass

Einst da gab es das

Das Opfer nichts gebracht

Er am Gipfel stand

Die Sonne anstarrt

 

Spät er merkt

Am Fuß des Turms

Ein Zelt aus Fell

Ohne Angst er nimmt

Als fallenden Schutz

Und sicher fällt

In Laken gehüllt

Zu Boden kam

 

Ein Trio sieht

Verwirrung herrscht

Bis die Verzweiflung bricht

Der Fremde nicht kennt

Doch in Umarmung fällt

Die Mauer viel zu fest

Die Verzweiflung groß

Kein Regen mehr fällt

Das Opfer gewählt

Doch nicht gewollt

 

Der Fremde frei

doch heimatlos

kein war, nur ist

ein Opfer bleibt

Es das Falsche war

Und Schuld man gab

Der nix mehr sagt

 


 

Dritte Versuch

Kein Regen kam

Die Dürre drohte

Verdorrte Reben

In Zukunft sahen

Alle düster

Und nur das seune

Am schlimmsten fällt

Das Schicksal

auf einem selber

 

Die Göttin hörte

Und das am lautesten

Kein Wein für die Tafel

Sie erboste

Die Narrheit alles kronte

Denn sauer schon gewesen

Keine Ehre erwiesen

Ihr das falsche Opfer gegeben

Den Geiz als Einfall gefeiert

Das höchste ihrer Güter geboten

Sei ja besser als gefordert

Und halte doch auch länger

 

Fern des Ortes

Stand ein Turm

Ohne Dach und Tür

Mit Tisch und Mann

Als Opfer zählte

Unter Sonne schmorrte

Sein Kampf noch wehrte

Doch wie lange

Er noch konnte

Ohne Hilfe festgesessen

Wie im Ofen

Vor ihm stand

Ein böses Ohmen

 


 

Vierter Versuch

Heute vermiss ich ganz

Kein Vöglein sang

Nur Rauschen fern

Die Natur schweigt

Auf meinem Gang

 

Mit Schwere im Blut

Vom Weg abgegangen

Als lenke mich

Die Triste gar

Auf fremden Pfad

 

Die Schwere wuchs

Mein Herz so schwer

Spürte Traurigkeit

Nicht von mir

Und doch so schwer

 

Oh wünsch ich mir

das die Enge schwand

Der Pfad sich öffnet

Eine Lichtung strahlt

Auf der die Wärme war

 

Dunkler und dunkler

Mein Gemüt

Keine Klänge

Nur das Schweigen

Ewig ist es monoton

 

So siegte der Kummer

Zwang mich nieder

Dachte ich sei verloren

Besiegt von der Trauer

Die kam und mich holte

 


 

Autorennotiz

Es gibt so viele Arten von Gedichten, gefühlt nimmt es kein Ende.
Es ist gut möglich, (wenn nicht sogar sicher) dass ich noch weitere ergänze.

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Autor

RhodaSchwarzhaars Profilbild RhodaSchwarzhaar

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Statistik

Kapitel: 106
Sätze: 223
Wörter: 10.657
Zeichen: 67.467

Kurzbeschreibung

Eines Tages Lust gehabt - Gedichtformen zu versuchen - Hingesetzt und nach geforscht - von Kurzgedicht bis Epos - einfach versuchen - erklärt mit eigenen Worten - die Regel so verstand - in diese Sammlung einband