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Hallo, Welt!

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26.06.26 19:35
In Arbeit

Mit den Beinen nach oben an die Wand gestreckt war es weniger langweilig.

„Zeit für den Mittagsschlaf!“ Die verhassten Worte.

Nach dem Mittagessen ging es ab ins verdunkelte Zimmer, ohne Ausnahme, ob zuhause oder in den Ferien bei meiner Tante und Onkel. Rebellieren zwecklos: „Ich bin nicht müde!/ Ich hab genug geschlafen!“- „Nix da, deine Augen sehen überhaupt nicht danach aus! Zurück ins Bett!“

So ein Mist! Während meine Freunde schon auf den Spielplätzen tobten und auf Bäume kletterten, drehte ich nur endlose Runden auf meinem Gedankenkarussell, bis diese unselige Zeit rum war.

Nix da, Schluss damit! Mein Kampfgeist wurde wach, die Gedanken ordneten sich zielsicher, ein Plan reifte: Wie sehen Augen so aus, nach dem Schlaf? Da musste nun der richtige Anblick her, der mich von diesem unsinnigen Mittagsschlaf endlich befreien würde...

Nach Nächten voller wilder Träume war ich als kleine Göre morgens schnell hellwach und heilfroh, hinaus ins Leben zu dürfen, zu den Entdeckungen des Tages. Der Badspiegel hing zu hoch für kleine Menschen wie mich, und in der Früh musste alles zackig gehen bei zwei berufstätigen Eltern. Mein Pony war der damaligen Mode entsprechend lang, gestuft und hing mir meist leger vor den Augen herum. „Ihr Blick war vom Vorüberziehen der Haare so müd' geworden“ - nein, das ist eine andere Geschichte, Rilke fand mich etwas später. Wirklich Zeit vor dem Spiegel verbrachte ich erst mit Eintritt der Pubertät, als die ersten Pickel und Mitesser interessante Fokuspunkte lieferten, mit dem verbotenen Spaß, ihnen auf den verstopften Leib zu rücken!

Aber halt, das kam ja dann erst noch... Vorerst stand ich vor anderen Herausforderungen. Detektivarbeit war gefragt.

Im Film „Der kleine Däumling“, den wir als Videoaufnahme für regnerische Sonntagnachmittage hatten, wurde ich fündig! In einer Szene werden Spielsachen lebendig, darunter ein Gähnemann, der Däumling in den Schlaf singt. Mit großen Kinderforscheraugen besah ich mir diese Szene sehr genau: Aha! Augen reiben, seufzen, schlaff daherkommen und gähnen. Das war es , was sie da alle machten beim Ins-Bett-Gehen und auch beim Aufstehen. SO also? Ich stellte mich vor den dämmrigen Flurspiegel, presste meine Fäuste auf die Augen, riss den Mund auf, seufzte, wackelte in Zeitlupe herum... Was ich zwischen dem Ponyhaarvorhang und Fäusten erblickte, überzeugte mich. Leise Hoffnung schlich sich in mein kleines Herz. Hoffnung auf die ersehnte Freiheit.

Der nächste Mittagschlaf stand an. Stoisch wanderte ich mitten am Tag in die Dunkelheit, malte ein paar Runden mit meinen Beinen an der Wand entlang und überlegte mir die nächsten Weihnachtsgeschenke.

Ist jetzt lang genug?

Die Wartezeit wurde zu zähem Kaugummi, die ich auf die Wand kleben wollte.

Das reicht jetzt! Ich rubbelte ein wenig in den Augen herum, verteilte meine Haarsträhnen schön unordentlich und wankte gähnend zurück. „Uaaah...ich hab ausgeschlafen“, murmelte ich zwischen meinen erhobenen Armen und schielte auf meine Tante und Onkel, die mit Lesen beschäftigt waren. Mein Onkel blickte kurz auf, nickte, und Tante murmelte vage etwas von „aber nicht zu weit weg gehen, ja?“

Jauchzen wollte sich sofort Bahn brechen! Geschafft! Sieg! Freiheit!

Nein, doch besser ruhig bleiben, sonst schöpfen sie noch Verdacht.

Bemüht schlafmüde ging ich zunächst einige Schritte, hinaus durch die Tür, den Garten, bis ich außer Sichtweite war.

Aber jetzt: Jauchzen! Loslaufen! Zum Spielplatz, zu den anderen - endlich!

Hallo, Welt!

Autorennotiz

... und: Hallo, StoryHub! Ich freue mich aufs Schreiben, Lesen und konstruktiven, wertschätzenden Austausch! :-)

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Teichmanns Profilbild
Teichmann Vor einer Stunde und 3 Minuten
Wie schön, dich jetzt auch hier lesen zu können. Das ist ein herrliches Schelmenstück. Auch ich erinnere mich mit Grausen an die erzwungene Mittagsruhe. Ich habe mir dann stets ein Märchen erzählt. So begann das freihändige Erzählen.
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Musenzeit (Autor)Vor 9 Minuten
Herzlichen Dank fürs Lesen und dein warmes Lob, lieber Teichmann! Schelmenstück lässt mich lächeln. Ich freue mich auch, dich hier weiterhin lesen zu können. Ja, diese erzwungene Langeweile förderte die kindliche Kreativiät heraus. Freihändig erzählen können ist eine Kunst für sich.

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Sätze: 40
Wörter: 582
Zeichen: 3.464

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Diese Story wird neben Alltag auch in den Genres Humor und Familie gelistet.