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Frage Autoren - Hilfe bei der Facharbeit - Wie schreibt ihr?

Am 25.01.2026 um 15:06 Uhr

Guten Morgen allesamt,

Wie fange ich das hier am besten an?

Zur Zeit werde ich durch die Schule dazu genötigt, eine Facharbeit zu schreiben. Warum nicht Hobby und Schule vereinen, habe ich mich gefragt. Und so kommt es, dass ich nun eine Facharbeit mit dem Thema "Eine Abhandlung über den Einfluss von Literatur und Buchmarkt durch menschliche und künstliche Intelligenz - im literarischen Selbstversuch mit Tipps und Tricks" schreibe. (Ein ganz schön langer Titel, auf den ich ehrlich gesagt auch ein bisschen stolz bin).
Auf jeden Fall fragt ihr euch bestimmt, was ich hier will. 
Ich brauche Hilfe.

Wie dem Thema zu entnehmen schreibe ich einerseits über KI und den Einfluss in die Literatur, aber andererseits auch über die Literartur an sich. Mein Plan ist, für den ersten Teil der Facharbeit, eine Art "Tipps und Tricks"-Sammlung, darüber wie man Geschichten schreibt, zu erstellen. Grob gesagt will ich (aufgrund der Länge und Komplexitivität) nur eine Kurzgeschichte schreiben, diese aber auf Basis von verschiedenen Methoden, die ich dann abschließend bewerten kann. So soll es also nicht auf die Kurzgeschichte ankommen (Auf das Was) sondern auf die Qualität der Methoden, mit denen ich diese geschrieben habe(Also das Wie).

Im Internet - und hier - bin ich bereits zu hauf fündig geworden. Aber leider geht es zu meist immer nur um die Art des Schreibens, die Vorbereitung, aber nicht den Zustand, in dem sich der Autor befindet. Ich suche nicht den x-ten Ratgeber, der mir erzählt, wie (bzw. das) ich mir vorher Gedanken über meine Charaktere und Setting machen soll (Mein Tipp vorab schonmal: "Wie man einen Verdammt guten Roman schriebt", von James N. Frey) sondern, wie gesagt, wie der Autor dann tatsächlich schreibt. Schreibt er seine Geschichten eingschlossen im Zimmer? In der U-Bahn? Vielleicht auschließlich in einem kleinen französischem Cafe? Knallt er sich vorher mit Alkohohl zu, um seine Geschichten auf den Bahnen des Regenbogens zu schreiben?
Und da mir das Internt bis dato diese Fragen noch nicht beantworten konnte, dachte ich mir, frage ich einfach da nach, wo die Quelle vom (Schreib-)Fluss entspringt.
 

Also:
Wie schreibt ihr? (Rotwein und Kerzenschein?)
Wann schreibt ihr? (Nachts?)
Bereitet ihr euch auf das Schreiben explizit vor? Falls ja; Wie?

Ich hofffe, ihr habt das soweit verstanden
Und schonmal Danke im Voraus

Seit euch darüber im klaren, dass eure Antworten, vielleicht, vielleicht aber auch nicht, als Zitat (und Quelle) in meiner Facharbeit auftauchen. Wer das nicht möchte, oder bspw. nicht möchte, das sein Name mit benannt wird, bitte kurz dazu angeben! Danke!

Vor 4 Tagen, 11 Stunden und 16 Minuten

e nach Schriftsteller wird zuerst geplottet: Dem Buch wird eine grobe Kapitelstruktur und eine inhaltliche Ausrichtung gegeben. Wenn man unterwegs ist und einem etwas einfällt, ist ein Notizblock hilfreich – digital oder analog.

Schreiben selbst mache ich meist am Nachmittag. Das Wie ist eher eine Frage des persönlichen Arbeitsstils: Für mich funktioniert es gut, am PC zu sitzen und im Hintergrund Musik oder Radio laufen zu lassen.

Teilweise habe ich meine Gedanken zu einem Kapitel auch schon analog festgehalten. Diese bereite ich dann weiter aus und gieße sie in bessere Worte.

 

 

Hallöchen

Vor 9 Stunden und 34 Minuten

Large Language Models (KI) sind ein Tool. Das bekannteste aus dem Hause OpenAI wurde mit Literatur trainiert. Entsprechend verfügt es über allerlei Skill in der Unterstützung von Autoren.

 

Hilfreich für

- Brainstorming

- Recherche

- Korrekturen: Rechtschreibung, Satzzeichen, Tempus. Nicht zu 100% zuverlässig, es fallen immer mal wieder Fehler durchs Raster. Lustig ist es im Bereich der Kommasetzung, denn da ist die deutsche Sprache in der Literatur ziemlich frei gestaltet.

- Analyse, mit Einschränkung: Schon bei längeren Geschichten kann ein LLM den Überlick verlieren und unterstellt Zusammenhänge, die kein Mensch so aus einer Geschichte herauslesen würde. Man muss dann zeigend/diskutierend gegenhalten - woraufhin es ich entschuldigt und genauer liest^^ Es mangelt KI bei großen Texten an der Fähigkeit zur Kontextualität. Sowas ist den Anbietern der KI zu kostspielig (Rechenzeit).

 

Vorsicht bei

- Schreibhilfe: Es wird dich zuerst einmal immer in Richtung von Younger-Age-Stil (Die Sendung mit der Maus) und Mainstream drängen. Inhaltlich, stilistisch und strukturell. Du musst wissen, wo du hinwillst. Gegenhalten. Erläutern. Du arbeitest mit einer (gnadenlos systematischen) Maschine, nicht mit einem emotioalen und lebenserfahrenen Menschen.

- Bewertung des Textes: siehe Schreibhilfe xD Am besten eine Bewertung für eine spezielle Leserschicht bzw. unterschiedliche Leserschichten anfordern. Und zusätzlich um eine numerische Bewertung auf einer Skala bis 10 bitten. Wenn du mehr Erfahrung im Scheiben gewonnen hast, wirst du eine Bewertung durch die Maschine nicht mehr benötigen oder wollen.

- offenen Umgang damit, dass du KI als Tool für Literaturerstellung verwendest. Es liegen weitverbreiteteter Dogmatismus und große Vorurteile in der Branche dagegen vor. Auch bedingt dadurch, dass viele Möchtemal-Autoren einen Berg an - sorry, ist so meine Mundart - Banalitäten mit der Hilfe von KI in die Welt hinausposaunen. Es nervt.

 

Generell

- Wenn KI deine Geschichten schreibt, bist du kein Autor.

- Ein LLM kann coachen und unterstützen.

 

Geschichten planen ist bei mir manchmal so, als müsste ich auf Toilette. Kennst du das, wenn du draußen unterwegs bist und dringend aufs Klo musst? Wenn ich dann nichts zum notieren dabei habe - oder kein Aufnahmegerät - muss ich hochziehen und runterschlucken. Also irgendwo Speicherkapazität im Hirn freigeben und hoffen, dass ich bald zuhause ankomme, um Notizen machen zu können. Auf dem Weg dahin bitte nicht ansprechen! Keine Zeit! Ruhe!

Charakter erstelle ich "grob". Dann beginnen sie in mir zu agieren und zu sprechen. Das schreibe ich auf. Optische Beschreibungen kommen manchmal sofort, manchmal ganz am Ende einer Story: Kate aus meinem Syntax-Golem-Zyklus ist mir auf der Straße begegnet. "Die Fledermaus" habe ich nachts geschrieben, und die äußere Erscheinung von Annie darin habe ich erst ganz am Ende als absolut letzten Absatz hinbekommen - bei Tageslicht.

Jeder Autor ist anders. Finde deinen Kern.