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Raga die Flammen-Hexe

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23.7.2019 21:28
16 Ab 16 Jahren
Heterosexualität
In Arbeit

Wenn ich mein Lebe in 3 Worten beschreiben müsste, wären das Leid, Trauer und Schmerz-.
Mein Name ist Tia Brown und ich wäre gerne Unsichtbar.
​​Kennt ihr das Gefühl, einfach nicht am richtigen Ort zu sein? Ungewollt hervor zu stechen?

Nein?

Ich schon!

Bei meinen Haaren fängt es an. Meine Eltern sein beide Normal, meine Mutter dunkelblond, mein Vater schwarzhaarig. Doch irgendwie sind bei mir die Gene meines Uhropas mit schottischen Wurzeln durchgesickert und meine Haare haben einen, schon fast penetranten Rotton.
Dann färb sie doch denkt ihr? Schon versucht, aber egal welche Marke, Farbe oder Frisör ich ausprobiert habe, keine Blieb haften.
Und damit kommen wir auch zum nächsten teil meines erbärmlichen Lebens, den ich am liebsten wie den Strich eines Bleistiftes ausradiere würde.
Die Schule.
Denn dieser schöne Rotton, der an ein rostiges Rohr erinnert, gibt meinen ach so netten Mitschülern quasi die Lizenz mich zu Mobben.
Feuermelder, Pumuckel oder Ginger genannt zu werden ist an der Tagesordnung. Und seit mein Vater uns verlassen hat, sind meine Mutter und ich denen ausgeliefert.
So auch heute.
„Schatz setz doch bitte deine Mütze auf. Es ist kalt draußen!“ predigt meine Mutter. Aber ich weiß schon lange das ich sie nur tragen soll damit keiner meine roten Haare sieht. Nur leider herrscht in der Schule eine Regel die jegliches tragen von Kopfbedeckung verbietet. Ausgenommen natürlich Kopftücher, vielleicht sollte ich Konvertieren?

„Ja, ja bis später“ rief ich hinter mich.

„Ruf bitte an wenn du angekommen bist, ja?“
„Ja doch, bis heute Abend!“
Es ist Ende November und schon ziemlich kalt. Dieses ständige anrufen geht mir auch auf die Nerven. Seit mein Vater weg ist hat sie zwanghaft Angst ich könnt auch abhauen und sie alleine lassen. Das artet schon fasst in einer Paranoia aus.
In der Nacht zuvor hatte es geschneit und die Straßen sind spiegelglatt. Wenn ich jetzt ausrutschen würde wäre das ein gefundenes Fressen für meine Mitschüler, die sich bereits einige Meter hinter mir zu den anderen Schülern auf dem Gehweg eingereiht hatten.
So auch Noel, Marie und Jenny die Zicken Clique meiner Klasse und das schlimmste was mir in meiner armseligen Schullaufbahn passieren konnte. Denn Mädchen im Teenie alter waren erbarmungslos grausam.


In der sechsten Klasse fing das ganze Drama an, nach der Trennung meiner Eltern waren meine Mutter und ich umgezogen und ich war die Neue in der Klasse. Zuerst war Noel noch freundlich zu mir. Aber als ich begann mich mit einem Jungen anzufreunden den Sie höchstwahrscheinlich mochte, drehte sich der Wind bei ihr um 180 Grad und sie wurde gemein, hinterhältig und grausam. Sie stachelte meine Mitschüler gegen mich auf und eine Zeit lang wollte ich nicht einmal mehr zur Schule gehen.
„Schaut mal, da vorne geht ja Ginger unser Feuerteufel. Hey Ginger , heute schon von einem Hund bepinkelt worden?“
Das war Noel, die sogenannte Anführerin der Clique. Ich lief einfach weiter und hoffte die Distanz zwischen uns unauffällig zu vergrößern.
„Hey jetzt renn doch nicht weg!“
Oh nein

Noel packte mich an der Schulter und brachte mich so zum Anhalten.
Mist dachte ich denn ich ahnte was jetzt kommt.
Marie riss mir die Mütze vom Kopf und mein Zopf mit dem Rostroten Haar viel mir in langen Wellen über die Schultern.
„Das hässliche Ding hier darf man in der Schule aber nicht tragen. Weißt du das denn nicht? Ach stimmt ja, außer den Roten Fusseln da ist ja nicht da oben drinnen.“

„Last mich in Ruhe!“ ich wollte weg aber Noel versperrte mir den Weg und gab mir einen kräftigen schubs so dass ich in dem nächsten Schneehaufen landete.
„Na fang jetzt bloß nicht so an! Wir haben dir doch oft genug gezeigt wo dein Platz ist!“

Sie nahm meine Schultasche und zog meine Wasserflasche hervor, dann goss sie den Inhalt über mich aus.
Anschließend warf sie sie mit samt meiner Mütze über den nächsten Zaun bevor sie sich mit einem Tritt in den Schnee von mir verabschiedete und mit ihren Kumpanen lachen davon stakste. Der Matschige Schnee traf mich mitten ins Gesicht.
Völlig durchnässt rappelte ich mich auf und versuchte dann irgendwie an meine Tasche zu kommen.

Eine Viertelstunde und eine nette alte Omi die mich freundlicherweise in ihren Garten gelassen hatte später, kam ich dann zu spät in der Schule an. Doch zu meinem Glück hatte auch der Lehrer Verspätung so dass ich zeitgleich mit ihm ankam.
Dann ging es weiter.
„Herr Baumgarten, können wir ein Fenster öffnen? Hier stinkt es unheimlich.“ Jenny wusste genau das ich bis auf die Knochen durchnässt war und genoss es sichtlich , mir dabei zuzusehen wie ich anfing zu zittern.
Nach etwa 10 Minuten ging es weiter.

„Herr Baumgarten, der Geruch geht einfach nicht weg, ich glaube er kommt aus Tia's Tasche!“
Oh verdammt

Herr Baumgarten kam auf mich zu und ich sah an Noels selbstgefälligen grinsen bereits, was er in meiner Tasche finden würde.
Er öffnete sie und lies sie direkt wieder fallen. Er hielt sich ein Tuch vor den Mund, denn aus der Tasche die jetzt auf meinem Tisch lag schaute eine tote Ratte hervor.
So ein Mist, sie musste sie hineingetan haben kurz bevor sie sie über den Zaun geworfen hatte.
Noel machte weiter.
„Ich wusste ja das du anders bist aber das du solche Hobbys hast ist echt pervers.“ Die ganze Klasse fing lauthals an zu lachen und der Lehrer sah mich angewidert an, als wäre ich es nicht wert bei ihm Unterrichtet zu werden.
Seit ich an der Schule bin, kann er mich nicht leiden, dafür hatte Noel gesorgt. Ich verstehe einfach nicht wie ich anfangs noch glauben konnte ,dass wir einmal Freundinnen werden könnten.
„D-das war ich nicht! Die hat mir jemand da rein getan! Noel, Noel und ihre Anhängsel waren das!“ mir stiegen Tränen in die Augen, denn allein der Blick des Lehrers verriet mir das er mir nicht glauben würde.
„Noel ist das Musterbeispiel einer guten Schülerin, sie hat die besten Noten hier. Sie würde so etwas nicht tun also schieb nicht alles auf andere ab, wenn du einen Fehler gemacht hast. Nach den Unterricht kommst du mit zum Direktor, dann klären wir das. Und jetzt räum das da weg!“
Ich konnte es einfach nicht fassen. Sie hatte wieder gewonnen. Stück für Stück zerstörte sie mein leben. Ich packte die Tote Ratte am Schwanz und warf sie in den Mülleimer. Begleitet von der ganzen Klasse mit Iii- und Bäh-rufen verließ ich samt Mülleimer den Klassenraum.

Nachdem ich den Inhalt im Großen Müllcontainer entehrt hatte, blieb ich vor der Treppe zum Hautgebäude stehen. Irgendwie wollte meine Füße nicht weiter.
Ich kauerte mich neben die Treppe und vergrub mein Gesicht in den Armen. Meine Ärmel die langsam wieder Trocken waren, wurden wieder feucht.
„Tia!?“ ich sah nach oben . Auf der Treppe stand Ken, der einzige an dieser Schule der zu mir hielt.
„Alles okay? Meine Klasse hat alles mitgekriegt, die Wände sind ja leider so dünn wie Papier. Die Lehrer sind zum Direx gegangen, ich glaube Herr Baumgarten ruft deine Mutter an. Noel ist voll am ab lästern!“
Ich sagte nichts und vergrub den Kopf wieder in meinen Ärmeln.
„Hey jetzt schau mich mal an!“ ich sah ihn an, er kniete jetzt direkt vor mir.
„Das geht so nicht weiter! Du musst anfangen dich zu wehren, notfalls auch mit gewallt!“
„Das kann ich nicht! Die sind zu dritt und ich bin alleine sieh mich doch an du Idiot!“
„Ich seh dich doch an! Und ich sehe ein Tapferes schönes Mädchen das bereits zwei Jahre dieser Hölle durchgestanden hat!“
Mir entfuhr ein Lachen.
„Ha...schön, ich? Mit diesen Haaren? Da musst du dir was besseres einfallen lassen Mr. Casanova!“
Die Tränen liefen wie Rinnsale über weine Wangen.
„Sag mir einfach nur warum? Warum muss ich so leiden? Was habe ich schlimmes in meinem Leben getan um so was zu verdienen?“
Ken nahm mich in den Arm und auf einmal brach es aus mir hervor. Ich weinte, laut und ohne Hemmungen. Ich lies einfach den Schmerz heraus der mich schon so lange plagte. Den Rest des Tages verbrachte ich im Krankenzimmer der Schule. Ken hatte meine Sachen aus dem Kassenzimmer geholt und am Abend hatte meine Mutter bereits ganze 34 Nachrichten auf meinem Smartphone hinterlassen. Alle beinhalteten Sätze wie „Wo steckst du?“ oder „Komm nach hause! Ich mache mir Sogen!“. Etwa eine Halbe Stunde nachdem Ken gegangen war und die 44. Nachricht meine Mutter angekommen war, machte ich mich auf dem Heimweg. Jedoch ohne auch nur ansatzweise zu ahnen wer dort auf mich lauerte.
Am Schultor stand Noel. Ausnahmsweise mal allein.
„Hallo Rattenmädchen immer noch hier?“
„Lass mich in Ruhe Noel, ich muss nach Hause. Reicht dir das nicht für Heute?“
Ich ging an ihr vorbei und genau das war der Fehler. Etwas hartes traf schmerzhaft meine Schulter. Als ich mich umdrehte hatte Noel bereits den nächsten Stein in der Hand.
„Ob es reicht? Noch lange nicht, so einfach wirst du mich nicht los. Ich werde jeden Tag den du noch zur Schule kommst zu deiner persönlichen Folter machen!“
Der nächste Stein traf mich am Kopf und etwas warmes Klebriges lief daran herunter. Ich rannte los.
„Hey wo willst du hin?“
Doch ich war bereits zu weit weg als das sie mich hätte einholen können. Trotzdem lief ich weiter. Es reicht, es war genug. Ich konnte einfach nicht mehr.

Zu Hause angekommen rannte ich in mein Zimmer und zog meine Große Blaue Reisetasche unter meinem Bett hervor. Das war meine Notfall Tasche. Sie enthielt alles was man für einen schnellen Ortswechsel brauchte. Von warmen Klamotten über Kosmetikartikel bis hin zur Solarbetriebenen Powerbank war alles enthalten. Meine Mutter kam ins Zimmer und sah wie ich noch ein paar Kleinigkeiten dazu stopfte.
„Tia was wird das? Wo willst du damit hin?“ unsicher kam sie ein paar Schritte auf mich zu, dann bemerkte sie wie das Blut von der Wunde an meinem Kopf auf den Boden tropfte. „Oh mein Gott, Tia was ist passiert? Wir, wir müssen dich zu einem Arzt bringen!“sagte sie in einem hysterisch hohen Tonfall.
Etwas lauter als gewollt antwortete ich:„Es ist alles Okay, lass mich einfach in Ruhe!“ Ich ging an ihr vorbei in die Küche und stopfte noch ein Paar Lebensmittel hinein als meine Mutter in der Tür stand und mir den Weg nach draußen versperrte. Ihr Blick war ganz glasig.
„Was hast du vor? Willst du mich auch noch alleine lassen? Das lasse ich nicht zu Junge Dame!“
Klick, der Schalter war umgelegt.
„Ich halte es hier nicht mehr aus! Ständig werde ich in der Schule gemobbt und du bist zu feige um mit dem Rektor Klartext zu reden, damit er etwas unternimmt! Seit Papa weg ist lässt du dich total gehen. Ich bin deine Tochter verdammt du musst dich um mich kümmern und nicht anders herum!“
sie sah mich sprachlos an.
„Ich muss hier weg!“
ich bewegte mich in Richtung Haustür und da merkte sie was ich im begriff war zu tun. Ich ging weg, genau wie Papa. „Nein, du gehst nirgendwo hin! Nicht du auch noch!“ Sie versuchte mich festzuhalten doch ich riss mich los und verschwand durch die Haustür.
„Tia! Tia!“ hörte ich meine Mutter hinter mir rufen und ich glaubte auch das sie mir eine weile hinterher lief, doch ich war schneller als sie.
Ich wusste nicht wohin, Hauptsache nur weg von hier. Es war bereits dunkel und die Stadt war bereits Weihnachtlich geschmückt und erstrahlte ich allen möglichen Lichtern und Farben. An einer Großen Kreuzung hörte ich ihn rufen. Es war Ken, glaubte ich denn er trug anders als in der Schule keine Brille und seine schulterlangen Haare waren zurückgebunden.
„Hey was machst du so spät noch hier? Und was soll die Tasche? Moment ist das etwa Blut an deiner Stirn?
„Das war Noel.“ antwortete ich trocken.
Dann sah ich wie ihm ein Licht aufging.
„Mensch Tia, das lässt sich doch alles klären Deine Mutter und ich können zum Rektor gehen und-“
„NEIN!“ unterbrach ich ihn „Das bringt doch alles nichts, Noel hat mir eben unmissverständlich klar gemacht das sie nie damit aufhören wird.
Ich halte das einfach nicht mehr aus ich-“
„Wer ist das denn?“ unterbrach mich eine Blonde Schönheit die ihren Kopf auf Kens Schulter gelegt hatte und mich aus ihren großen Blauen Augen herausfordernd ansah.
„Nur eine bekannte, die jetzt sofort umdrehen und nach hause gehen wird!“ so hatte ich Ken noch nie gesehen, der Kalte Blick den ich hier erntete war mir völlig fremd.

„Bekannte? Was soll das? Du also auch, ja? Ich weiß ja nicht was du um diese Uhrzeit hier noch treibst, aber ich wünsche dir noch ein schönes Leben Ken. Ich dachte du wärst ein guter freund aber da bin ich mir jetzt nicht mehr so sicher.“
Ich drehte um und ging über die Kreuzung.
„Tia warte! Ich kann-“ rief Ken hinter mir her, aber ich wartete nicht und sah den Lastwagen der auf mich zukam zu spät. Ich hörte Ken noch meinen Namen rufen, dann wurde alles schwarz.

Als ich die Augen öffnete sah ich einen Wolkenverhangenen Himmel.
Eben war es doch noch Dunkel?
Ich lag auf feuchter Erde. Als ich mich umsah lag neben mir der Abgetrennte Kopf eines Menschen.
Ich schrie, stand zu ruckartig auf. Mir tat alles weh. Um mich herum lagen unzählige Leichen und weit und breit nichts von der Stadt mehr zu sehen, in der ich eben noch war.

Warum war ich noch am leben?
Der Lastwagen hatte mich voll erwischt. An meinem Linken Arm lief Blut hinunter und er wirkte auch etwas verdreht. Ein paar Meter weiter sah ich einen Knochigen kleinen Baum. Ich stand langsam auf und wagte ein paar schritte in seine Richtung. Neben mir bemerkte ich meine blaue Reisetasche, sie war etwas dreckig aber hatte im großen und ganzen die Kollision mit dem Lastwagen gut überstanden. Im Gegensatz zu mir. Meine Rippen brachten mich um, die ein oder andere war bestimmt gebrochen. Ich zog sie hinter mir her, oder versuchte es zumindest. In dem Moment war ich nicht mehr so froh darüber sie so voll gestopft zu haben. Ich versuchte die Leichen die meinen Weg kreuzten so gut wie möglich auszublenden. Am Baum angekommen setzte ich mich und spürte dankbar seine Stütze im Rücken.
Verdammt tut das weh!
Mir war kalt und es fing an zu regnen. Zu Hause war es bereits dunkel gewesen aber hier sah es wie später Nachmittag aus. War ich so lange bewusstlos gewesen?
Etwas entfernt bewegte sich etwas. Zwischen den leblosen Körpern lief etwas umher. Menschen, drei Männer. Sie durchwühlten die Leichen. Ich wollte um Hilfe rufen, tat es aber nicht. Denn mir dämmerte, dass vielleicht diese Männer diese armen Leute so zugerichtet haben könnten.

Ich bekam es mit der Angst, aber bevor diese überhaupt richtig da war kam ihr die Übelkeit zuvor. Ich kotzte mir die Seele aus dem Leib, denn ich erkannte wie diese Leute gestorben waren. Alle auf unterschiedliche Art und Weise. Sie wurden gefoltert, einige hatten keine Augen mehr anderen fehlten Nase und Ohren. Tränen schießen mir in die Augen und ich begriff das ich hier weg musste. Als ich meine Tasche greifen und weglaufen wollte sah ich ein paar Füße vor mir auf dem Boden.
Die Männer die eben noch die Leichen durchwühlt hatten standen jetzt genau vor mir.
Einer der Männer, der größere sagte etwas doch ich verstand ihn nicht.
Dann kniete sich einer vor mich und schien mich etwas zu fragen.
Ich schüttelte bloß den Kopf, denn ich verstand ihre Sprache nicht.
„Was haben sie gesagt?“ versuchte ich es, doch die drei Männer sahen mich nur verwundert an.
Ein anderer fragte mich, was so ähnlich klang wie das von dem zuvor doch auch ihn verstand ich nicht. Langsam wurde ich nervös.
Die drei sahen sich einen Moment lang, an bevor ein breites grinsen ihren ernsten Mienen wich.
Ich versuchte langsam von ihnen weg zu kriechen. Doch einer bemerkte es und hielt mein Bein fest.
Ich verstand nicht was er zu den anderen beiden sagte doch ich konnte es mir denken. Ich strampelte versuchte mich loszureißen doch sie stürzten sich auf mich. Einer drückte mich auf den Boden während ein anderer meine Jacke aufriss und an meinem Pullover zerrte.
Plötzlich schreckten sie zurück.
Die Sonne hatte sich einen Weg durch die Wolken gebahnt und ließ meine Nassen Haare jetzt noch röter als sonnst erstrahlen.
„Raga!“ rief einer der anderen voller schrecken. Der kleine schmächtigere von den dreien versuchte irgendwie auf den Großen Bulligen einzureden und von mir weg zu zerren.
Doch dieser bewegte sich keinen Millimeter und blieb weiter auf mir sitzen. Ich versuchte irgendwie von ihm weg zu kommen doch er drückte mich wieder auf den Boden. Ich schrie auf denn er stemmte sich mit seinen vollen Gewicht auf meinen verletzten Arm.
Ihm lief der Speichel aus dem Mund und sein Blick hatte nichts Menschliches mehr an sich. Wieder strampelte ich, versuchte mich zu wehren.
Doch die beiden anderen drückten mich wieder zu Boden.
Wieder schrie ich und einer der beiden bemerkte das Blut an meinem Arm.
Doch das kümmerter den größeren nicht.
Er stand auf und begann seine Hose zu öffnen.
Als er nach meiner griff zog ich mein Bein unter ihm hervor und versetzte ihm einen Tritt ins Gesicht.
Der große Bullige der sehr wahrscheinlich ihr Anführer war packte mich an den Haaren. Dann holte er ein Messer hervor. Ich konnte mich nicht bewegen. Mein Kopf wurde unnatürlich nach hinten gezogen.

Dann zerschnitt er meine Jeans.
„Nein!!! Aufhören!!!“ schrie ich, doch auch meine Tränen die angefangen hatten zu fließen, brachten sie nicht dazu.
Wieder sagte er irgendwas.
Er drehte mein Linkes Bein nach außen und schnitt mit dem Messer die Innenseite meines Oberschenkels auf. Wieder schrie ich, erst vor schmerzen, dann um Hilfe.
Aber keine der Leichen würde plötzlich aufspringen und mir Helfen. Der schnitt war Tief und das Blut lief wie Wasser aus meinem Venen.
Er legte das Messer an meinem anderen Bein an und ich verstand was er meinte.
Wenn ich mich weiter wehre schneidet er auch in mein anderes bein.
„Nein, bitte...“ mein rufen war nur noch ein flüstern. Meine Kraftreserven verbraucht.
Die anderen beiden hatten mich bereits losgelassen und der große zog meine Hüften zu sich heran.
Ich schloss meine Augen.
Ich betete, das es schnell vorbei sein wird und mein erstes mal nicht so schmerzhaft....
Doch der Schmerz kam nicht.
Stattdessen fühlte ich, wie das ganze Gewicht des Mannes mich zu erdrücken drohte. Als ich die Augen öffnete steckte ein Pfeil in seinem Kopf. Die beiden anderen ereilte ein ähnliches Schicksal und sie vielen leblos zu Boden.
Eine Stimme sagte etwas in der gleichen seltsamen fremden Sprache die ich noch nie zuvor gehört hatte.
Kräftige Arme zogen mich unter der Leiche hervor. Eine Frau hockte sich neben mich und schaute nach der Schnittwunde an meinem Bein.
Sie redete zu einem Mann mit Blonden langen Haaren.
Die Frau legte mir einen Engen verband an.Sie schien eine Ärztin zu sein. Ich konnte gerade noch die Augen offen halten, doch als mich zwei der vielen Männer hoch hoben, hielt ich den Schmerz nicht mehr aus und viel dankbar in eine Tiefe Ohnmacht.

Ich weiß nicht wie lange ich ohne Bewusstsein war, doch als ich aufwachte lag ich auf einem polternden Pferdekarren. Über mir ein großes Stück Stoff das wohl als Decke dienen sollte. Ich versuchte mich auszusetzen und wurde schmerzhaft daran erinnert das mein Arm und meine Rippen verletzt waren.
Jemand rief mir etwas zu.
Ein Mann auf einem Pferd ritt neben mir her. Ich konnte ihn nicht ganz erkennen denn vor meinen Augen drehte sich alles, Übelkeit kam in mir hoch und ich konnte mich gerade noch rechtzeitig über den Karren beugen bevor ich mich übergab. Eine Hand rieb mir den Rücken und eine andere hielt mir eine Holzschale mit Wasser entgegen. Ei-ne Frau mit langen schwarze haaren redete beruhigend auf mich ein. Ich trank das Wasser und verschluckte mich. Beim Husten schmerzten meine Rippen und ich hielt mir die Seite.
Dann sah ich meine Zerrissene Jeans und wurden daran erinnert warum ich hier überhaupt saß.
Die Tränen kamen so plötzlich wie die Erinnerung das das geschehene. Sie liefen wie ein Wasserfall meine Wangen entlang. Schluchzend und hicksend überkamen mich die Ereignisse der letzten Stunden. Die Frau die mir eben noch den Rücken gestreichelt hatte nahm mich wie eine Mutter tröstend in die Arme.

Während der weiteren fahrt schlief ich ein paar mal ein. Ich wusste nicht wohin wir unterwegs waren oder warum. Ich träumte von meiner Mutter und wie sie versucht hatte mein Leben zu kontrollieren. Und auf einmal fand ich es gar nicht mehr so schlimm.
Doch die Träume endeten alle auf die selbe Art und weise, mit dem Gesicht meines Peinigers der mich gequält und beinahe auch vergewaltigt hätte.

Abends Rasteten wir an einem kleinen See wo die Pferde trinken und grasen konnten. Die Männer fingen Fische und machten ein Feuer um sie zu braten.
Ich hasse Fisch...
Einige versuchten mit mir zu reden doch vergebens, es war eine Sprache die ich noch nie zuvor irgendwo gehört geschweige denn drüber gelesen hatte.

Als alle schliefen nahm ich mir ein Handtuch aus meiner Tasche, die Gott sein dank nicht ihrem Schicksal überlassen wurde und ging zum See.
Keine Ahnung was die mir da gegeben hatten, aber ich hatte kaum noch schmerzen.
Ich suchte nach einer flachen dicht bewachsenen Stelle wo man mich nicht sehen würde. Nachdem ich eine gefunden hatte vergewisserte ich mich abermals das mich niemand sah und zog mich aus.
Im schwachen Mondlicht konnte man die dunkeln blauen Flecken, die auf meinem Körper prangten, deutlich sehen.
Auch einige Handabdrücke waren dabei. Bei dem Gedanken daran das dieser Kerl mich überall angefasst hatte wurde mir speiübel.
Wegen der offenen Wunde an meinem Bein wagte ich es nicht ganz ins Wasser zu gehen, also musste eine Katzenwäsche genügen.
Die Stellen die zu sehr schmerzten lies ich aus.

Als ich fasst fertig war hörte ich ein Geräusch. Hinter mir stand der Junge Mann mit den langen blonden Haaren. Sie waren zu einem Zopf zusammengebunden und vielen ihm fließend über die Schulter.
Er starrte mich an.
Aus meiner Schreckstarre erwacht griff ich hastig nach meinem Handtuch.
„Bleib wo du bist!“ rief ich und bedeckte mich mit dem Handtuch. Doch er kam auf mich zu.
„Nein, komm... komm nicht näher!“
Ich stolperte aus dem Wasser zu meinen Sachen. Dann stand er hinter mir und legte mir eine Hand auf meine Schulter. Ich verstand sofort das sein lockerer griff nur Tarnung war. Er würde zupacken wenn ich wegrennen sollte. Mit der anderen Hand schob er meine Haare beiseite und legte sie mir über die Schulter. So standen wir eine weile lang da, ich nackt mit einem Handtuch und er der meinen Rücken betrachtete. Dann fuhr er mit seinen Fingern meine Wirbelsäule entlang. Als er bei den Rippen ankam zog ich scharf die Luft zwischen meine Zähne ein.
Es war als wenn ich ein Kaninchen wäre das vom Fuchs betrachtet würde und dieser überlegte ob er es nun fressen sollte oder nicht.
Als er wieder erwarten meine schulter los lies schnappte ich mir meine Sachen und verschwand in dem nächsten Gebüsch. Er blieb dort alleine stehen, bis auch er sich umdrehte und ging.

Wieder vollständig bekleidet ging ich zum Lager zurück. Der blonde Mann schlief, ich glaube sein Name war Suun. Aber ich bin mir nicht sicher ob das jetzt sein Name war oder nur ein Wort ihrer Sprache.
Des weiteren war er besser gekleidet als die anderen Männer. Daher vermutete ich das er Adelig oder etwas ähnliches sein musste. Doch obwohl er mich gerettet hatte, machte er mir Angst.
Ich war schon fasst wieder eingeschlafen als ein Pfeil einen der Männer traf. Ich schrie auf und prompt was das ganze Lager wach. Keine Sekunde später fielen dutzende Banditen in das Lager ein.
Zwanzig oder vielleicht Dreißig Männer kämpften mit den unseren. Ich griff mir meine Sachen und stopfte sie in meine Tasche zurück, bereit um mein Leben zu laufen. Etwas traf mich am Kopf und ich ging zu Boden. Einer der Banditen hatte mich niedergeschlagen und stürzte mit einem Messer auf mich zu. Bevor das Messer meine Kehle erreichte hielt ich seinen Arm so gut es ging fest.
Es kam gefährlich näher und seine spitze lies bereits etwas Blut meinen Hals hinab laufen. Tausende Gefühle brachen über mich hinein. Angst, Wut, Verzweiflung und viele andere. Doch eines übertraf sie alle, der drang zu überleben.
Auf einmal brannte es in meinem inneren und ich gab diesem Drang nach. Plötzlich wurde es gleißend hell und der Mann der eben noch auf mir lag und mich mit einem Messer töten wollte stand im Flammen.
Er schrie stürzte von mir herunter und wälzte sich über den Boden. Doch das Feuer ging nicht aus, auch ich war damit eingehüllt, doch für mich war es nicht heiß. Es war warm, es umhüllte und beschützte mich wie eine Mutter ihr Kind umsorgte. Der Bandit rührte sich nicht mehr, er war tot. Ich hatte einen Menschen umgebracht.
Zitternd voller Angst stand ich auf, das Feuer um mich herum war erloschen. Suun stand etwas von mir entfernt und starrte mich schockiert an. Was sah er jetzt in mir? Ein Monster? Den Teufel? Würde auch er mich töten wollen?
Ich griff nach meiner Tasche und lief in den Wald. Noch von weitem hörte ich sie Kämpfen. Sie kämpften um ihrer aller Leben und ich hatte, wie auch immer ich es gemacht hatte eines von ihnen genommen.
In Panik geraten rannte ich. Durch das schwache Mondlicht konnte ich die Bäume vor mir gerade so erkennen das ich nicht gegen sie lief.
Ich rannte immer weiter.
Ich bemerkte gar nicht, wie die Wunde an meinem Bein sich öffnete und das Blut mir die Wade hinunter lief.
Dann brach plötzlich der Boden unter mir weg und es wurde Eiskalt. Ich wurde von der Strömung eines Flusses erfasst und etwas traf meinen Kopf. Dann wurde alles schwarz.

Als ich die Augen für einen Moment aufschlug sah ich ein paar nackte Füße vor mir. Ich hörte etwas rascheln und
jemand hob mich sachte vom Boden hoch.
Ich spürte nichts, mein gesamter Körper war taub. In starken Armen die mich vorsichtig trugen schloss ich die Augen und mein Bewusstsein driftete davon.

Da lag sie nun, ein kleines nasses Bündel aus Stoff und Haut. Neben ihr, ein großer, schwerer Beutel. Langsam ging ich auf sie zu. Sie lag auf dem Bauch und hatte den Kopf zu Seite gedreht. Ihre Augen waren leicht geöffnet, aber sie rührte sich nicht.
Ich nahm sie vorsichtig hoch, sie war eiskalt. Blut lief an ihrem Bein hinab und tropfte auf den Boden. Ich musste mich beeilen sonst würde sie sterben.
Sie schloss ihre Augen und ich konnte mit jeder weiteren Minute die verging fühlen, wie das Leben aus ihr entwich.
Ich öffnete meine Flügel und brachte sie an den einzigen Ort, wo ich ihr helfen konnte.

***

Mir war heiß. Mein ganzer Körper brannte und der Schmerz in meinem Bein machte es nicht besser. Als ich die Augen öffnete, erblickte ich eine meterhohe Decke aus Felsen.
Ich hörte ein Rascheln.
Da war ein Mann, groß und kräftig gebaut. Ich traute meinen Augen nicht, denn er hatte zwei große dunkle Flügel auf seinem Rücken und er lag auf mir. Er leckte mit seiner warmen Zunge über den Schnitt an meinem Oberschenkel. Ich begann zu zittern.
Er sah mir dabei direkt in die Augen und machte weiter. Die pure Angst packte mich, ich strampelte mich frei und sprang von dem Bett auf dem ich lag. Nur um dann mit einem kräftigen Ruck gestoppt zu werden. Mein Fuß hing an einer Kette die im Boden verankert war. Er stieg vom Bett und kam auf mich zu. Seine Flügel raschelten mit jedem Schritt den er machte.
Ich kroch soweit es mir die Kette erlaubte von ihm weg, doch er kam jedes mal wieder näher.
Seufzend sagte er etwas und da war sie wieder, diese Sprache die ich nicht verstand und die mich langsam wahnsinnig machte.
„Komm-, komm nicht näher. Bleib wo du bist!“, schrie ich ihn an und warf einen Stein nach ihm. Doch er sah mich nur verwundert und zugleich amüsiert an.
„Raga...“, murmelte er. Das Wort kannte ich, so hatten mich die Banditen auf dem Schlachtfeld genannt. Ich ließ ihn nicht aus den Augen. Er schien zu überlegen was er jetzt mit mir anfangen sollte und lief in dem großen Raum hin und her. Dann tat er etwas mir unbegreifliches. Er blieb stehen und biss sich in den eigenen Arm. Blut lief aus seinem Mundwinkel und er ging auf mich zu. Ich wollte weg, aber die Kette war schon mehr als gespannt. Er drückte mich auf den Boden und küsste mich. Doch es war kein Kuss. Ich schmeckte den metallischen Geschmack von Blut, als er es aus seinen Mund in meinem schob. Im nächsten Moment drückte er meinen Kiefer nach oben und hielt mir den Mund zu. Ich strampelte, versuchte unter ihm weg zu kommen doch er saß direkt auf mir und war verdammt schwer. Dann drückte er mit seiner freien Hand an meinem Hals herum und ohne es zu wollen schluckte ich sein Blut hinunter. Erst dann ließ er mich los. Hustend setzte ich mich auf. Ich verspürte einen starken Würgreiz und wollte mich übergeben.
„Oh nein, das machst du nicht!“
Wieder hielt er mir meinen Mund zu und verkrampfte meinen Kiefer. Mein Nacken lag jetzt auf seiner Schulter und Tränen liefen mir aus den Augen.
„Das muss drinnen bleiben hörst du?“ Erschrocken riss ich die Augen auf. Wie war das möglich? Wie konnte ich ihn verstehen ohne seine Sprache gelernt zu haben?
„Wenn du verstanden hast, lass' ich jetzt los!“, ich versuchte ihm irgendwie ein -Ja- zu vermitteln doch raus kam nur ein klägliches Wimmern, doch er ließ los. Ich schnappte nach Luft.
„Wieso...?“
„Weil du mein Blut in dir hast, das Blut eines Dämons!“ erklärte er.
Ich sah ihn fassungslos an „Dämon? Aber... so etwas gibt es doch gar nicht!“ Doch sein aussehen sollte mich eines besseren belehren. Er hatte zwei riesige Hörner auf dem Kopf und seine Ohren sahen wie die eines Hundes aus. Außerdem hatte er einen Schwanz wie den einer Katze und zwei riesige Flügel auf dem Rücken. Das Rascheln, welches ich zuvor gehört hatte, kam von ihnen.
Missmutig sah er mich an „Wenn du meinst. Du hast übrigens meine ganze Arbeit zunichte gemacht, ich war fast fertig, aber jetzt darf ich von vorne anfangen.“ Er zeigte auf mein Bein, die Wunde hatte sich wieder geöffnet und das Blut klebte mir durch mein Gezappel am ganzen Körper. Erst jetzt bemerkte ich, dass ich nur in Unterwäsche da saß.
„Was soll das? Wo sind meine Sachen?“ Ich versuchte mich ganz klein zu machen, doch ihn kümmerte es nicht.
„Bleib weg, verschwinde!“, doch er nahm mich einfach hoch, als ob ich nichts wiegen würde und trug mich zurück zum Bett.
„Jetzt bleib liegen, damit ich deine Wunde schließen kann!“
Er warf mich aufs Bett und fing wieder an die innenseite meines Oberschenkels zu lecken.
„Hör... hör auf... mir wird so komisch...“
„Das ist mein Blut. Auf Menschen hat es eine Wirkung der besonderen Art.“

Ich versuchte mich umzudrehen und weg zu krabbeln, doch er zog mich immer wieder zu sich ran.

***

Sie wurde fühlbar wärmer. Ihre Wunde war schon fasst wieder zu doch mein Blut schien ihren Kreislauf immer höher zu treiben. Ich wusste wie Menschen auf mein Blut reagieren. Aber wenn sie mich verstehen sollte hatte ich keine Wahl. Ihr Atem wurde schwerer und bei jeder Berührung stöhnte sie auf. Ein letztes mal leckte ich über ihre Wunde bevor sie sich aufbäumte und laut stöhnend in ihr Kissen zurück sank.
Ihr Körper war immer noch heiß, als ich ihre Stirn berührte merkte ich auch endlich warum.
Sie hatte so lange im kalten Wasser gelegen, dass sie jetzt Fieber hatte, da war mein Blut für ihren geschwächten Körper natürlich zu viel gewesen.
Voller sorge lief ich in die kleine Kammer neben dem Bett und holte mehrere Felle, die ich über ihr ausbreitete.
Sie schlief bereits. Ich zog meine Kleider aus und legte mich zu ihr unter die Felle in der Hoffnung das mein Körper sie wärmte.
Kurze Zeit später schlief auch ich ein.

***

„Guten Morgen.“ begrüßte er mich als ich meine Augen öffnete und seine direkt in meine starrten.
„M...morgen...“ stotterte ich skeptisch und setzte mich langsam auf.

Immer noch hatte ich nichts als meine Unterwäsche an, und erinnerte mich dadurch an die letzte Nacht. Er hatte mich gezwungen sein Blut zu schlucken und dann irgendetwas mit meinem Körper angestellt.
Ich nahm eines der Felle und wickelte es so gut es eben ging um mich, dabei zog ich es von ihm herunter und entblößte seine nackte Haut. Erschrocken fiel ich vom Bett.
„Zieh dir gefälligst was an!“ schrie ich zu ihm hoch, doch er schaute nur äußerst amüsiert über die Bettkante zu mir herunter.

„Warum?“ ist doch viel bequemer so, oder habe ich es etwa mit einer Jungfrau zu tun? Beschämt stand ich auf und drehte mich von ihm Weg.
„Wie jetzt, echt?“ sagte er völlig überrascht. Er stieg von Bett und kam auf mich zu, ruckartig packte er mich an den Schultern und schnüffelt an mir.
„Tatsache eine Jungfrau.“ dass war ein Thema über das ich nicht sprechen wollte, außerdem hielt ich es kaum aus dass er hier nackt vor mir stand und mich berührte. Bei dem Gedanken daran wurde mir ganz schlecht. Ich schlug seine Arme beiseite und wollte wegrennen doch die Kette an meinem Fuß ließ mich mit einem lauten Rums zu Boden gehen.

Das nutzte er aus, hob mich hoch und warf mich über seine Schulter
„Hey was soll das, fass mich nicht, an lass mich runter!“ aber egal was ich auch sagte oder wie ich mich wehrte, sein Griff um mich wurde nicht lockerer. Er löste die Kette von der Verankerung am Boden und ging mit mir einen schmalen Gang entlang, bis wir in einem großen Raum ankamen der voller Dampf war.

Keinen Moment später warf der mich auch schon ins heiße Wasser. Als ich auftauchte und nach oben schaute sah ich zu einem riesigen Loch in der Decke. Wir waren mitten im Krater eines riesigen Vulkans. Neben mir hörte ich es plätschern und auch er stieg ins heiße Wasser. Ich schwamm zu anderen Seite der Quelle, aber er folgte mir.
„Nein!“ rief ich und er blieb stehen. Seufzend sagte er „Hast du so große Angst vor mir? Ich werd schon nichts machen.“
E
r kam näher und fasste mich an der Taille, ich schrie und schlug nach ihm aber das kümmerte ihn nicht und dann war es auch schon vorbei. Ich saß in seinem Schoß und er hatte seine Arme an den Rand der Quelle abgelegt.
Überrascht aber noch skeptisch sah ich zu ihm hoch
„Ich habe doch gesagt ich werd nichts machen und jetzt entspann dich mal.“

Das sagt sich so leicht, wenn man in dem Schoß eines nackten Mannes sitzt aber es ließ sich anscheinend nicht ändern.
„Name...“
„Was?“ fragte er verwundert.
„Sag mir deinen Namen, und dann will ich endlich wissen wo ich hier gelandet bin!“

Ich glaubte etwas wie ein lachen gehört zu haben, wagte es mich aber nicht mich umzudrehen.
„Thoma, mein Name ist Thoma.“

***

„Jetzt sag mir endlich wo ich hier bin.“
motzte sie mich an. Es kostete mich viel Überwindung sie nicht zum genau anzusehen. Ihr nackter Körper war nur von 2 Teilen Stoff bedeckt und saß unruhig in meinem Schoß.
„Jetzt halt endlich still!“ bat ich sie, denn viel fehlte nicht mehr und Ich würde mich dann nicht mehr zurückhalten können.
„Du bist hier in oncontextmenu="return false;" onmousedown="return false;" onmousemove="return false;" oncopy="return false;" unselectable="on">Naivana Le<, so heißt diese Welt. Ich habe dich unten am Fluss gefunden. Du warst mehr tot als lebendig.“
„Naivana Le? Was soll das sein?“

Nervös blickte sie von einer Seite zur anderen bis sie den Ausgang fixierte. Ich spürte etwas wie Wut in mir aufsteigen und schlang meine Arme um sie.
„Was soll das lass mich los du wolltest doch nichts machen!“
„Tu ich auch nicht, dass ist eine reine Vorsichtsmaßnahme.“

Ihr Körper wurde wieder wärmer und ich sah wie ihre Ohren eine Kirsch-ähnliche Farbe Annahmen.
„Naivana Le, so heißt diese Welt hier. Es gibt noch weitere, zusammen sind es 4, wobei Königreiche eine treffendere Bezeichnung wäre.“
Ich tauchte einen Finger ins Wasser und malte damit einige Zeichnen auf den trockenen Steinrand der Quelle.
„Naivana Le, dass Land des Eises wir haben einen kurzen Sommer und Langen Winter.

Quivanna Lo, dass Land des Handels. Dort bekommst du alles was dein Herz begehrt, aber Vorsicht! Es ist auch das Land der Sklaven, von dort solltest du dich fernhalten.
Saivanna Li, dass Land des immerwährenden Sommers. Dort wird es nie Kalt und der Tourismus hält dort alles am Leben.
Und Eivana Lo, dass Land der Dämonen und Mythischen Bestien. Auch dieses Land sollte man mit Vorsicht betreten.“ nach meiner Erklärung bemerkte ich ihren verwirrten blick.
„Und wie komme ich jetzt wieder nach Hause? In meine eigene Welt? Zurück zu meiner Fami-“

Sie wollte sicher Familie sagen brach den Satz aber ab. Stattdessen sah sie betroffen aufs Wasser.
Scheinbar wollte sie es nicht aussprechen, aber irgendwas war wohl passiert weshalb sie nicht über ihre Familie reden möchte.
Ich streifte ihre Haare beiseite und legte meinen Kopf in ihren Nacken.
„Dein Fieber scheint weg zu sein.“sagte ich
„willst du mir nicht auch deinen Namen verraten, Schließlich werden wir eine ganze Weile zusammen wohnen.“

plötzlich drehte sich um.
„Was, warum? ich will hier nicht bleiben ich will nach Hause!“

Verärgert antwortete ich „Tja tut mir ja leid, aber ich weiß weder wo du herkommst noch wie du wieder zurück kannst. Außerdem bricht bald der Winter an, dann sitzen wir beide hier fest. Ob du willst oder nicht und dann wird der ganze Berg zugeschneit sein und bei den stürmen wirst Du selbst wenn du aus meiner Höhle heraus kommst nur den Tod finden!“
Ich habe erst gemerkt dass ich angefangen habe zu schreien als ich ihre ersten Tränen sah.
„Tut mir leid, ich wollte dich nicht anschreien.“

Sie wich vor vor mir zurück.
„Dein Name, du wolltest mir deinen Namen sagen.“ Verdammt in ihrem Gesicht war nur noch Angst zu sehen und sie ging immer weiter in die Mitte der Quelle.
„Warte da wird es sehr tief...“

zu spät nach dem nächsten Schritt war sie auch schon Weg. In der Mitte des Kraters sagte der Boden steil ab und war dort 4 mal so tief wie am Rand.
Ich verlor keine Zeit Und sprang ihr hinterher. Auf dem Grund der Quelle war es unerträglich heiß und ich hatte Mühe sie zu erreichen.
Meine Flügel waren nun mal nicht zum schwimmen geeignet, doch dann bekam ich ihre Hand zu fassen und zog sie an mich. Gemeinsam tauchten wir nach Luft ringend auf.
„Ales okay? Hast du dich verletzt?“

Sie murmelte irgendwas bevor sie einen schwall Wasser ausspuckte.
„Tia... mein Name ist Tia...“

fassungslos sah ich sie an.
„Danke...“ dann sank sie in meinen Armen zurück und ließ sich von mir zum Ufer der Quelle bringen.

Ich wickelte sie in ein Stück Stoff um sie abzutrocknen und brachte sie zurück zum Bett, wo ich sie unter einer dicken Schicht Fellen begrub.
Sicherheitshalber machte ich sie wieder an der Kette fest die im Boden verankert war.
Sie sah so zerbrechlich aus - wie ein junges Reh das nichts von den Raubtieren dieser Welt wusste.
Und sie war mein Reh. Und Ich würde irgendwann zu dem Raubtier werden dass es verschlingen würde ich gab ihr einen Kuss auf die Stirn bevor ich meine Flügel ausbreitete und zu den Vorsprung an der Wand flog.
Ich schaute noch einmal über meine Schulter zu ihr hinunter bevor ich mich zu den anderen Raubtieren dieser Welt gesellte.

Feedback

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Yukis Profilbild
Yuki Am 11.08.2019 um 13:38 Uhr
Deine Story ist toll, hatte zwar am Anfang des dritten Kapitels nicht sofort erkannt, das es ein Mann war, der da sprach/erzählte, aber danach hast du mit den Sternen gezeigt das der Erzähler wechselt. Ich mag sie und würde sie auch weiter jeden. Dein schreibstil gefällt mir.

Geht die Story auch weiter? Wäre toll, wenn meine fragen noch beantwortet werden ;-)

Gruß Yuki

Lese- Aktion: 0 gegen 0.
Yukis Profilbild
Yuki Am 11.08.2019 um 16:51 Uhr
@Saya Oh das kenn ich gut, das schreiben geht bei mir auch ganz schnell, nur das überarbeiten dauert etwas länger. Ich freu mich schon auf das nächste Kapitel
Sayas Profilbild
Saya (Autor)Am 11.08.2019 um 16:49 Uhr
Ja die Story geht noch weiter. Hatte bereits einige weitere Kapitel fertig die ich jetzt überarbeiten werde.
Kann vorkommen das ich ein Kapitel bis zu 4 mal überarbeite bis es online geht.

Lg Saya

Autor

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Bewertung

Eine Bewertung

Statistik

Kapitel:3
Sätze:430
Wörter:6.257
Zeichen:34.273

Kurzbeschreibung

Tia hat kein leichtes Leben. In der Schule wird sie auf Grund ihrer Haarfarbe gemobbt und ihre Mutter will permanent ihr Leben kontrollieren. Als es Tia zu viel wird packt sie ihre Sachen und will davonlaufen. Doch plötzlich findet sie sich nach einem Unfall in einer völlig fremden Welt wieder, wo niemand ihre Sprache versteht und ein „Monster“  sie und ihre neu gewonnenen Fähigkeiten besitzen will.

Kategorisierung

Diese Story wird neben Fantasy auch in den Genres Drama und Mystery gelistet.