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sunday

12
14.5.2017 21:38
18 Ab 18 Jahren
Heterosexualität
In Arbeit

sunday

Wir leben versteckt in den Tiefen der Keller und Toiletten.

Wir haben uns all die letzten Jahre nicht gezeigt, weil wir nicht wollen, das die Menschen uns sehen. Sie würden uns fangen, aufschneiden und untersuchen.

Unsere Welt existiert versteckt vor den Augen der Ungläubigen.

 

Auf einmal ging die Tür auf. Wieso waren um diese Uhrzeit noch Menschen in dem Kaufhaus?! Mist die Tür geht auf. Wohin? Ab in die Toilette und das Rohr hinab mit dem alten Spülwasser vorbei an den Hinterlassenschaften der Menschen bis in die Kanalisation.

Ihhhhhhhhhhhh das wollte ich eigentlich nicht mehr tun!

Wir landeten in unserer alten Welt.

Wieso müssen wir uns immer verstecken?“

Ich will das auch nicht mehr!“

Warum können wir nicht einfach neben den Menschen leben?“

Aber das machen wir doch! Wir müssen nur vorsichtig sein! Lasst uns einfach wieder hoch gehen!“

Nein ich will jetzt wo wir einmal hier sind auch unsere alte Welt sehen!“

Aber diese Welt haben wir verlassen! Wir haben uns dagegen entschieden. Und wollten nie wieder kommen!“

Du Mutter hast das damals für dich entschieden! Ich wurde nie gefragt! Vielleicht ist es aber gar nicht schlecht. Wir müssen uns oben immer verstecken und leben in ständiger Angst davor entdeckt zu werden!“

Na gut ich zeig Euch unsere alte Welt. Und dann müsst ihr selbst entscheiden, ihr seid alt genug! Aber ich werde wieder hoch gehen!“

Also liefen sie los. Die Welt war kalt und düster, es stürmte und schneite. So als wenn hier nie die Sonne scheinen würde. Sie hatten die falschen Sachen an und fingen bald an zu frieren!

Lass uns umkehren wir werden hier noch erfrieren!“

Nein Du hast gesagt Du kennst Dich hier aus. Bring uns zu einem Haus und dann werden wir um warme Sachen bitten.“

Ich weiß nicht wohin wir müssen alles sieht anders aus! Als ich hier weg bin, war es nicht so kalt und dunkel! Wir müssen zurück!“

Die drehten sich um aber die Spuren im Schnee waren durch den Wind verweht.

`Wohin jetzt ich finde den Weg nicht mehr! Wir werden erfrieren!´ dachte sie leicht panisch.

Wir müssen einen Unterschlupf finden! Und ein Feuer entfachen!“

Weiter und weiter liefen sie ohne zu wissen wohin.

Auf einmal tat sich eine Ruine vor ihnen auf.

Lass uns dort Unterschlupf suchen. Vielleicht finden wir noch Decken und warme Sachen.“

Als sie näher kamen, erkannten sie, dass dort nichts mehr zu finden sein würde. Es standen nur noch die Mauern und ein Teil des Daches. Von hinten hatte der Wind eine meterhohe Schneewand heran geweht.

Sie betraten die Ruine. Überall lag Schnee, er schien aus allen Ritzen zu kommen. Im Raum befanden sich ein Kamin, ein Tisch, 4 Stühle, ein Küchenschrank und ein Bett. Mit etwas Holz welches neben dem Kamin lag und Fetzen einer Tischdecke entfachten sie ein kleines Feuer.

Ich werde mich wieder auf den Weg machen und schauen, ob ich nicht Hilfe finde.“

Aber ich denke Du weißt nicht wo wir sind. Du könntest Dich da draußen verirren und erfrieren!“

Passt auf das Feuer auf und versucht nicht einzuschlafen! Wenn ich in 24 Stunden nicht wieder da bin, schlagt euch allein durch! Ich versuche das alte Rathaus zu finden und Hilfe zu holen!“

Frierend und ängstlich lief sie durch die kalte Nacht. Die Sicht war stellenweise unter 5 m und immer wieder musste sie umgestürzten Bäumen, Zäunen oder anderen Hindernissen ausweichen. Halb erfroren und völlig verzweifelt sah sie auf einmal einen Lichtschein.

Sollte das das alte Rathaus sein?! Nein es war viel größer und glich eher einem Kolosseum aus der Antike! War sie hier richtig?

Eine Frau kam laufend aus der Kälte und verschwand hinter einer großen Tür.

Vorsichtig öffnete sie diese große Tür und als sie sah, das keine Wache am Tor stand ging sie hinein.

Alles war hell, warm und freundlich. Im Hintergrund lief leise Musik. Es waren Kinder zu sehen, welche spielten oder lernten!

Erwachsene liefen geschäftig durch die Gänge.

Auf einmal kam eine Wache auf sie zu.

Ich soll sie zum Meister bringen.“

Was mich?“ Woher wusste er das sie da war? Wer war dieser Meister? Zögernd ging sie mit.

Wenige Minuten später betrat sie einen großen Saal. Da stand er, groß, eindrucksvoll und von einer Dunkelheit umgeben, auf einem Podest.

Als er sich umdrehte stockte ihr der Atem.

`Nein das ist nicht wahr. Nicht er!´

Ihr entgleisten jegliche Gesichtszüge.

Ich sehe du erinnerst dich! Wir haben uns ja lange nicht gesehen. Aber ich wusste immer, dass Du eines Tages wieder zu mir zurück kommen würdest.“

Was machst Du hier? Bist Du der Meister? Ich bin nicht wegen Dir hier, sondern wegen meiner Freunde, sie brauchen Hilfe! Wo ist eigentlich HIER?“ und machte eine ausholende Bewegung.

Mach Deine Augen auf! Ich habe hier das Sagen! Das war früher das Rathaus. Aber es war zu klein. Heute können alle hier leben. Das spart sehr viel Zeit, wenn keiner mehr nach Hause gehen muss oder seine Kinder ins Bett bringen oder gar mit Essen kochen Zeit verschwendet! So kann die Zeit viel effektiver genutzt werden und wir müssen auch nur ein Haus heizen!“

Seit wann bist Du Bürgermeister? Gib mir bitte etwas Warmes, Decken und warme Kleidung, damit ich meinen Freunden helfen kann.“

Meinst Du diese Freunde?“

Er ging zu der großen Wand hinter seinem „Thron“ und auf einmal er-schien ein Bild von einer Ruine. Es waren die Anderen zu sehen, wie sie am erloschenen Feuer eingeschlafen waren.

´Sind sie schon tot? Komme ich zu spät?`

Es regte sich einer im Schlaf. Das Bild verschwand.

Ich habe einen Vorschlag für Dich! Am Sonntag ist der Tag der Tage. Es wird eine Neuordnung der Welt geben!“ Wieder erschien ein Bild. Es war dieses Kolosseum ähnliche Gebäude zu sehen. Auf einmal ein heller Lichtblitz und alles stürzte ein. Der Himmel kam runter und alles verschwand in einer riesigen Staubwolke.

Verwirrt und fragend schaute sie ihn an.

Ab Sonntag werde ich eine neue Gesellschaft aufbauen! Selbstverständlich muss Altes dafür weichen! Die Menschen werden uns nicht nur sehen, NEIN sie werden uns als herrschendes Volk akzeptieren müssen! Dieses Gebäude steht direkt unter dem Stadion der Menschen, wo am Wochenende ein Konzert für die Kinder der Welt statt findet! Während unsere Kinder hier erfrieren!“

Du willst nicht wirklich unschuldige Kinder töten? Und wie kannst Du Dein eigenes Volk auslöschen? Wer tut so etwas? Was für ein Monster muss man sein!“

Ich glaube so hast du mich damals auch genannt, als du mich verlassen hast!“

Er brach in schallendes Gelächter aus.

Sie drehte sich um und wollte gehen!

Halt! Ich mache Dir hier und jetzt ein einmaliges Angebot! Du kommst mit mir und baust mit mir gemeinsam eine neue Gesellschaft auf! Dieses Angebot gilt nur für die nächsten 5 Minuten! Überlege gut!“

Nein niemals! Du bist ein Monster. Ich werde mich nicht an diesem Massenmord beteiligen! Du bist doch verrückt!“

Ist das dein letztes Wort? Ok dann schau aber noch einmal was ich hier für dich hab.“

Es erschien wieder ein Bild auf der Wand. Ihre Freunde lagen zitternd am Boden.

Auf einmal wechselte das Bild und ein kleines Mädchen von etwa 8 Jahren erschien.

Stellst du dich gegen mich unterschreibst du das Todesurteil deiner Freunde! Und wieso hast du mir vorenthalten das ich eine Tochter habe? Sie freut sich gewiss auch endlich Zeit mit ihrem Vater verbringen zu können!“

Ihr stockte der Atem. Die Hände ballten sich zu Fäusten. Das Bild verschwand und wieder war nur diese dunkle Wand zu sehen.

Weil du verrückt bist habe ich dir von deiner Tochter nichts erzählt. Sie braucht keinen Vater sie hat mich und viele Freunde. Woher weißt du von ihr? Wo ist sie?“

Na was bist du denn für eine Mutter? Du weißt nicht wo sie ist? Ich bin der Meister dieser Welt, also weiß ich auch alles!“

Auf einmal wurde er groß und wie ein riesiger Schatten bedrohlich.

Ich habe keine Angst vor dir! Sag mir was du mit ihr gemacht hast!!“

Sie ist in Sicherheit - noch! Wie es weiter geht hängt von dir ab! Also entscheide dich!“

Das ist Erpressung! Ich lasse mich nicht erpressen! Du bist doch wahnsinnig! Das ist krank! Wach auf!“

Sie drehte sich um und lief davon! „Du wirst wieder kommen! Und ich werde dann schon mit unserer Tochter auf dich warten!“ danach hallte ein grausames Lachen durch die Gänge.

Sie lief zur Eingangshalle schnappe sich Winterstiefel und einen Mantel und lief raus. Draußen brach sie weinend zusammen.

Du Schwein! Ohne mich! Ja sieh nur ich gehe! Das ist doch Wahnsinn!“

Erschöpft und gebrochen stand sie auf und ging einfach nur geradeaus, bis ihr einfiel, dass ihre Freunde ja noch auf sie warten.

Was jetzt? Was nun? Wo war sie? Wo die Ruine?

Am Boden zerstört drehte sie sich um und ging immer langsamer werdend in Richtung des Hauses zurück.

Als sie die Halle betrat wurde sie auch gleich von den Wachen in Empfang genommen.

Nicht doch lasst sie! Sie ist unser Gast! Na hast du es dir überlegt?“ fragt er grinsend auf einmal hinter den Wachen auftauchend.

Ich bin hier! Wo ist meine Tochter? Wehe wenn du ihr was getan hast! Wenn ich hier bleibe, dann hilfst Du aber auch meinen Freunden wieder den Weg in die Oberwelt zu finden! Und gibst mir meine Tochter wieder!“

Na na wer stellt denn hier Forderungen? Ich glaube nicht, dass du in der Situation bist Bedingungen zu stellen!“

Sag mir wo sie ist! Bitte!“

Ach du kannst bitte sagen! Na gut weil du so lieb gefragt hast: sie ist bei mir, in der Schule und bereitet für Sonntag das Programm für die große Veranstaltung in Kolosseum mit vor.“

NEIN!! Nein das kannst du nicht machen, sie ist auch deine Tochter! Ich tu alles wenn du sie gehen lässt!“

Alles?! Sie ist also meine Tochter! Ach welch schöne Vorstellung Vater, Mutter, Kind! Eine heile Familie!“ Er schaute wirr vor sich hin!

Wie kannst du dein eigenes Volk opfern? Lass mich zu ihr!“

Morgen werden wir uns alle gemeinsam auf den Weg zur neuen Heimat machen, Solange bleibt sie in meiner Obhut. Ich will ja nicht, dass du heute Nacht auf die Idee kommst wieder die Flucht zu ergreifen!“

Mit einem Wink von ihm nahmen die Soldaten sie in den Polizeigriff und wollten sie abführen.

So dann wünsche ich dir eine ruhige Nacht und komm bloß nicht auf irgendwelche Ideen! Dein Zimmer ist gut überwacht aber wenn es dir beliebt kannst du natürlich jeder Zeit allein dieses Gebäude verlassen. Dich hält niemand auf!“

Ach ja und warum werde ich wie eine Gefangene behandelt?! Lass mich die Nacht mit meiner Tochter verbringen! Was ist mit meinen Freunden? Hilfst du ihnen?“

Was bekomme ich dafür? Unsere Tochter bleibt bei mir! Du siehst sie morgen. Deinen Freunden geht es gut, solange du keinen Mist machst, sonst gebe ich die Anweisung sie in der Kälte allein zurück zu lassen!“

Gesengten Hauptes ging sie mit den Wachen mit.

Und fasst sie nicht so grob an, sie ist unser Gast!“

Irgendwie schien es als wenn die Stimmer aus allen Mauerritzen kamen.

Mit einem leichten Seitenblick und flüsternd fragte sie: „wieso macht ihr das mit? Er will Kinder und ganze Familien umbringen?“

Aber die Wachen reagierten nicht. Sie starrten nach vorn und liefen weiter? Waren sie krank? Standen sie unter Drogen?

Du wirst hier keine Verbündeten finden! Also LASS ES!!!!!!“

Aus allen Wänden drang diese Drohung. Durch und durch ging ihr dieser Ruf! Als wenn er alles hören könnte und alles weiß!

´Was ist hier los? Wieso gibt es hier keine normalen Leute die sich ihr eigenes Bild machen und ihren Kopf anstrengen? Es kann doch nicht sein das ihm alle folgen!`

Vor einer Tür angekommen wurde sie in einen kleinen dunklen Raum gestoßen.

So dann wünsche ich angenehme Nachtruhe und morgen werden wir in unsere neue Heimat gehen, um dann am Sonntag eine neue Zeitordnung zu begründen!“ Ein gellendes und durchdringendes Lachen folgte.

´Ok also Kameras sind hier auch! Na gut aber so einfach gebe ich nicht auf!`

Sie legte sich auf das Bett und wollte so tun als ob sie schlafen würde aber die Müdigkeit übermannte sie und sie fiel in einen tiefen traumlosen Schlaf.

Mitten in der Nacht wurde sie munter und schrak hoch. Alles schien still und kein Laut war zu hören.

Leise stand sie auf ging zur Tür und öffnete diese. Draußen standen 2 Wachen.

Beide schauten sie an. „Ich wollte nur auf Toilette.“ Nickend zeigten beide in Richtung der anderen Tür in der Zelle. „Wieso macht ihr das mit? Antwortet mir! Was ist los mit Euch?“

Keine Antwort. Beide schauten nur stur in Richtung der Toilettentür.

Irritiert schloss sie die Tür.

Auch in der Toilette gab es kein Fenster. Also nur diese eine Tür, welche nach draußen führt. ´was nun?`

Völlig fertig mit den Nerven setzte sie sich auf das Bett.

Sie war eine Gefangene!

Stunden später wurde sie geweckt, ob mitten in der Nacht oder mitten am Tag war nicht auszumachen.

Sie ging mit den Wachen mit. Als sie eine gefühlte Ewigkeit gelaufen waren, kam sie in einem Stall an. Dort standen gesattelte Pferde. Auf einem Schwarzen und dem größten und beeindruckendsten Pferd saß er! Wie ein König thronte er da oben!

MAMA!“ schallte es durch den ganzen Stall und ein Mädchen kam auf sie zu gelaufen. Ja sie war es. Beiden fielen sich in die Arme.

Ist alles in Ordnung? Geht es dir gut? Ich habe dich vermisst! Wo warst du? Hat er dir was getan?“

Mir? Nein! Papa hat mir alles gezeigt und ich durfte viel ausprobieren! Es war echt schön! Und er sagt es wird jetzt alles noch besser! Komm ich zeig dir mein Pferd!“

Ein böser Seitenblick zu ihm! Papa?! Ihr Pferd?!

Sie lächelte ihrer Tochter zu und ging mit zum Pferd.

Als alles so weit gepackt war, stiegen alle auf.

Du solltest dich besser warm anziehen es wird ein langer und kalter Ritt! Ach UNSERE Tochter ist ein Engel und welche aufregende Zeit wir gestern miteinander verbracht haben!“

Ein wütender Seitenblick auf ihn , glaubte er etwa er könne mit solch einem Getue die Erinnerung an den bevorstehenden Massenmord auslöschen?!

Langsam setzte sich der Trott in Bewegung. Viel ging ihr durch den Kopf und Panik machte sich breit. Die Freunde warteten noch, und die Menschen wussten von nichts. Was war zu tun?

Langsam lies sie sich zurück fallen. Auf gleicher Höhe mit einer der Wachen flüsterte sie: „Wisst ihr was am Sonntag passieren soll? Wieso macht ihr da mit? Sind nicht auch Verwandte von dir dort? Das kann er doch nicht tun!“

Stur schaute er nach vorn, keine Reaktion.

Auf einmal drang ein schallendes Gelächter zu ihr. „Hast du geglaubt du findest Verbündete hier?! Dann will ich dich mal aufklären: das sind alles Humanoide! Wir drei sind die letzten und die ersten unserer Art!“

Wie surreal ihr dies vorkam. Drei einsame Gestalten in einer eisigen Winternacht. Die beiden alberten miteinander herum und von hinten betrachtet erweckte diese Sicht den Eindruck zweier Puppen, welche miteinander tanzten. `Oh Gott Quatsch ich muss hier irgendwie weg! Nur wie, vielleicht wenn die Kleine schläft. Zum Glück hat sie einen sehr tiefen Schlaf! Wieso ist sie so naiv und sieht nicht was er für ein Monster ist?! Sonst tut sie auch immer so erwachsen!`

Nach einer halben Ewigkeit erkannte sie in der Ferne Umrisse eines Gebäudes. Völlig unverständlich wie in dieser ewigen Nacht jemand den Weg finden konnte....!

Gruselig und bedrohlich wirkte dieses Gemäuer! Am Eingang waren Torwächter in drachenartiger Form, welche hoch über dem Eingangstor saßen.

Sie erweckten den Eindruck, als wenn sie sich auf jeden der durch das Tor wollte gleich hinab stürzen würden.

Der riesige und gut übersichtliche Hof war nicht freundlicher, im Gegenteil. Durch die hohen Mauern erweckte er den Eindruck einer mittelalterlichen Festung. Der gesamte Laufgang der Sicherungsmauer war mit Humanoiden bestückt.

Sie stiegen von ihren Pferden und übergaben diese den Wachen.

Auf einmal tat sich vor ihnen ein riesiges Tor quietschend auf. Ein durch und durch dringendes Geräusch!

Wortlos gingen alle durch diesen riesigen Schlund des Bösen.

In der Mitte, mit nur einem Kerzenleuchter erhellt, stand ein rechteckiger Tisch. Er lies sich langsam zurück fallen und zischte als er auf ihrer Höhe war: „Benimm dich! Wehe du sagst unserer Tochter was Negatives über mich! Sie mag ihren Vater. Wenn du das verdirbst wirst du es mir büßen! Und vergiss nicht, auch sie ist entbehrlich! Denn noch bist du fruchtbar!“

Die arme Kleine ahnte nicht wie grausam ihr Vater ist und tänzelte auf den Tisch zu.

Oh hab ich einen Hunger! Können wir jetzt erst einmal was essen? Ja Vater ja? Ist das für uns?“

Jetzt erst sah sie, dass der Tisch reichlich gedeckt war. Eine Henkersmahlzeit? Ihr war auf einmal schlecht. Es kam ihr gleich mehrmals hoch.

Das Würgen blieb nicht unbemerkt.

Na war wohl etwas anstrengend die Reise? Dann wird es besser sein, wenn du dich jetzt zurück ziehst und dich ausruhst. Wir kommen dann auch wenn wir gegessen haben!“ Und mit einem Nicken und einem richtig durchdringenden Blick gab er ein Zeichen und 2 Wachen kamen auf sie zu. „Sie werden dir dein Zimmer zeigen!“

Nein Hunger hatte sie wirklich nicht! Und außerdem hätte sie es wohl kaum auch nur eine Minute länger ausgehalten diesem Getue zu zu-schauen!

Nach einer halben Ewigkeit durch zahlreiche verwinkelte Gänge standen sie vor einer großen, dunklen und schweren Holztür.

Sie betrat den Raum und zum ersten Mal seit 24 Stunden fühlte sie sich annähend wohl.

Im Kamin prasselte ein Feuer, ein großes Bett mit aufgeschüttelten Kissen stand in der Mitte des Raumes. Weiter befanden sich eine bequeme Bank, ein großer Eichenschrank, ein Tisch und 2 Stühle sowie eine riesige Runddeckeltruhe in diesem Raum. Völlig erschöpft sank sie vor dem Kamin auf die Knie und schaute sich noch einmal in dem Zimmer genauer um. Alles war da, nur ein Fenster fehlte.

Also doch wieder eine Zelle und kein Wohnzimmer!

Erschöpft sank sie auf das Fell welches vor dem Kamin lag und schlief auch augenblicklich ein.

Mitten in der Nacht schrak sie hoch, es befand sich jemand in dem Raum!

Noch schlaftrunken und verschlafenen Augen blinzelte sie gegen den Feuerschein. Wer war das da neben dem Kamin?

Als sie ihre müden Knochen erheben wollte wankte sie und hatte Mühe nicht zu fallen. Als sie endlich stand, war der Fremde weg.

Wo war er hin?

War es nur Einbildung?

Sie lief zur Tür und hämmerte gegen diese!

Hilfe! Helft mir doch! Ich bin hier eingesperrt! Hilfe!“

Wer hoffst du soll dir hier helfen?“ Sie fuhr herum. Wie war er hier rein gekommen? Stand er die ganze Zeit da?

Was willst du? Willst du mir wieder erzählen wie toll unsere Tochter ist? Wo ist sie eigentlich? Was hast du mit ihr gemacht? Du Monster!“

Hach ja ich das große Monster! Keine Sorge sie schläft friedlich und morgen wird sie sich an nichts erinnern können!“ Langsam und mit einem diabolischen Grinsen kam er auf sie zu. „Bleib weg, was willst Du? Geh! Ich bin mitgekommen genauso wie du es wolltest. Reicht das nicht? Du hast 2 Gefangene. Ich bin hier! Zufrieden?“

Nein noch lange nicht! Sagte ich nicht, das wir die letzten UND die ERSTEN unserer Art sind?! Hast du nicht zugehört? Und noch sind wir verheiratet, daran hat deine Flucht damals auch nichts geändert!“

Er packte sie an den Schultern und zog mit einem Ruck ihr das T-Shirt von den Schultern. „So schön wie vor Jahren, du bist in den letzten Jahren gereift wie ein guter Wein!“ Sich gegen die Hände des Monsters wehrend raffte sie die Fetzen des Shirts über ihre Schultern. „Lass mich! Wir sind vielleicht auf dem Papier noch verheiratet aber ich habe mir dir abgeschlossen als ich damals gegangen bin! Lass mich!“

Er wand mehr Kraft auf und schob sie zum Bett. Sie wehrte sich mit Leibeskräften aber er war einfach viel größer und stärker. Der Wahnsinn stach aus seinen Augen und drang tief in ihre Seele ein! Dieser Blick war wahnsinnig! Auf ihr liegend flüsterte er ihr ins halb wahnsinnig ins Ohr: „sei still oder du kannst zu sehen wie unsere Tochter vor den Toren der Festung erfriert! Hahaha und das willst du doch nicht! Du willst doch nicht für ihren Tod verantwortlich sein!“

Angewidert drehte sie ihr Kopf beiseite und ergab sich ihrem Schicksal.

Brutal entblößte er sie und fixierte mit einer Hand an ihrem Hals den Kopf.

Laut stöhnend und mit aller Gewalt drang er in sie ein. Ein verrückt verzerrtes Gesicht, der komplette Wahnsinn starrte sie an während er sich brutal an ihr verging! Sein fauliger Atem und seine Hand auf ihrem Hals nahm ihr jegliche Luft.

Still weinend ertrug sie die Tortur bis er völlig erschöpft auf sie niedersank.

Du wirst mir einen Sohn schenken!“ flüsterte er ihr ins Ohr.

Mit versteinertem Gesicht und völlig ruhig antwortete sie ihm:

da muss ich Dich enttäuschen, denn ich kann seit der Geburt MEINER Tochter keine Kinder mehr bekommen!“

Das Entsetzen stand ihm ins Gesicht geschrieben, damit hatte er nicht gerechnet! „Was? Was soll das heißen? Du lügst! Du wirst schwanger werden! Dafür werde ich sorgen! Ansonsten muss unsere Tochter für den Fortbestand unserer Art sorgen!“

Sie ist DEINE TOCHTER! Das würdest Du nicht wirklich tun?“ Entsetzt sprang sie auf und warf sich ihm zu Füßen. „Nein tu das nicht! Sie ist doch noch ein Kind!“

Ja das mag sein aber 1. ist sie kein Kind mehr, sie ist eine junge Dame und 2. sie ist NICHT MEINE Tochter! Hast du geglaubt ich würde es nicht heraus finden?“

Ich habe nie gesagt, das sie deine Tochter sei. Du hast es angenommen! Aber das kannst du trotzdem nicht tun! Sie glaubt du seist ihr Vater! Sie hat dich Vater genannt!“

Als er sich umdrehte um zur Tür zu gehen, stand sie auf. „Du hast Recht, ich habe gelogen. Ich kann noch Kinder bekommen und ich werde dir einen Sohn schenken, wenn du sie in Ruhe lässt!“

Laut lachend drehte er sich um und der Wahnsinn sprach aus seinen Augen! „Auch ich habe mich mit Genetik beschäftigt! Ich weiß sehr wohl das man aus 2 Individuen nicht eine ganze neue Gesellschaft gründen kann! Auch DEINE Tochter wird da gebraucht werden! Aber keine Sorge ich habe persönlich einen netten Mann für sie ausgesucht!“

Als sie wieder aufblickte war er wie ein Geist verschwunden.

Weinend sank sie auf das Bett. Nachdem sie nach fast einer Stunde keine Tränen mehr hatte stand sie auf. Langsam ging sie durch das Zimmer und untersuchte jeden Winkel peinlichst genau!

`Irgendwie musste er doch rein gekommen sein! Irgendwo musste eine Geheimtür sein! Und ich werde die finden! Und dann werde ich diesem Wahnsinn Einhalt gebieten! Ohne mich! Er wird mich kennen lernen!`

Zentimeter für Zentimeter tastete sie jede Wand ab, jeder Gegenstand wurde bewegt, gedreht, gekippt.

`Er ist kein Geist und kein Zauberer! Er ist aus Fleisch und Blut und wenn ER es kann dann werde auch ICH einen Weg finden!`

Da es keine Uhr gab und auch kein Fenster oder sonst etwas um sich an der Tageszeit zu orientieren, und sie völlig erschöpft war legte sie sich auf das Bett und schlief ein.

Es musste mitten in der Nacht sein, oder früh am Morgen, als sie wieder aufwachte. Irgendwie hatte sie das Gefühl, das da jemand neben dem Bett stand. Als sie sich drehte und blinzelte sah sie einen Schatten am Kopfende neben dem Pfosten. Schnell sprang sie auf „Warte wer bist du? Wie kommst du hier rein?“

Sie lief ums Bett aber da war keiner mehr! Hatte sie geträumt? War das alles ein Traum? Träumte sie noch immer? Es konnte doch nicht sein, das ständig jemand im Zimmer stand und sie einfach keine Möglichkeit fand denselben Weg nach draußen zu nehmen! Nein sie bildete sich das nicht ein!!!

Bah ich will hier raus! Wah das geht doch nicht! RAUS! Lasst mich raus!“ Voller Wut und Verzweiflung schlug sie sich die Fäuste an der Wand blutig!

Dann sank sie zusammen und weinte. Die Verzweiflung schien unüberwindbar.

Auf einmal stand da in einer Ecke eine Gestalt, dunkel und regungslos. War es real oder spielten ihre Nerven verrückt? „Wer bist du?“ fragte sie leise. Keine Antwort. Sie stand auf. „Wer bist du? Wer?“

Die Gestalt trat aus dem Dunkel heraus. Jetzt erkannte sie das es ein junger Mann war. Er starrt sie nur regungslos an, kein Wort nichts einfach nur Ruhe und diese durchdringenden Augen!

Wer bist Du? Wie kommst du hier rein?“ fragte sie jetzt schon mit mehr Nachdruck.

Ich wollte nur einmal schauen von wem er so euphorisch spricht. Du musst bei ihm ja ganz schön Eindruck hinterlassen haben! Nun sehe ich aber nur ein verängstigtes und schwaches Weibchen. Und damit will er eine neue Gesellschaft aufbauen?! Welch eine Schnapsidee! Ich hoffe nur deine Tochter taugt zu mehr- meine zukünftige Frau!“ Laut und garstig lachte er und wollte gar nicht wieder aufhören!

Ist er dein Vater? Ihr beide wollt also eine neue Gesellschaft gründen? Weißt du was er vor hat? Er will die ganzen Menschen und unsere Brüder und Schwestern umbringen! Bei der Großveranstaltung werden alle sterben! So viel Blut, so viel Elend, so viele Unschuldige! Ist es das was Du willst?“

Während sie sich so in Rasche redete trat sie immer weiter an ihn heran. Jetzt endlich erkannte sie auch die Ähnlichkeit. Er war sein Sohn.

Regungslos, steif ohne jegliche Gefühlsregung nichts gar nichts war zu sehen. War er auch so eiskalt? War er ganz der Vater?

Weißt du wo meine Tochter ist? Kannst du mich zu ihr bringen? Ich möchte sie nur kurz sehen, mich davon überzeugen das es ihr gut geht! Bitte!“

Es geht ihr gut! Sie ist bei mir. Wir lernen uns gerade kennen. Sie ist ein nettes Mädchen!“

Sie ist doch erst 8 Jahre alt! Lass sie in Ruhe!“

Keine Sorge ich werde sie nicht anfassen. Aber sie wird zur neuen Gesellschaft gehören. Vielleicht solltest du dich auch für uns entscheiden. Es wäre für alle einfacher und du könntest dich frei bewegen!“

Du weißt das ich das nicht tun kann! Ich kann bei einem Massenmord nicht zu sehen! Aber bitte lass mich meine Tochter sehen! Bitte!“

Langsam entfernte er sich rückwärts Richtung Ecke, aus welcher er gekommen war.

Flüsternd „Komm aber geh niemals allein. Wenn dich einer entdeckt sind wir alle des Todes! Wir dürfen uns nicht gegen ihn auflehnen! Hast du mich verstanden?“

Ja ja nur bitte ich möchte meine Tochter sehen!“

Seitlich langsam in die Ecke des Zimmer drückend bewegte er sich von ihr fort. Und auf einmal war er verschwunden.

Also eine optische Täuschung. Wer seitlich in der Ecke stand wurde nicht gesehen. Sie näherte sich der Ecke und nun? Wie weiter?

Langsam und mit ihrer ganzen Seite drückte sie sich in die Ecke und

war durch. Sie stand auf einmal auf einem langen Gang und der junge Mann trat aus dem Dunkel neben einem großen Wandteppich.

Komm aber sei leise und wehe du machst Mist!“ flüsterte er.

Sie nickte nur, kaum in der Lange ein Wort über ihre Lippen zu bringen.

Fast geräuschlos bewegte er sich über den Gang an vielen Türen vorbei immer geradeaus.

An wie vielen Türen sie vorbei gegangen waren wusste sie nicht mehr, als er endlich stehen blieb.

Er schaute sie nur kurz an und nickte „Du hast 10 Minuten dann müssen wir wieder weg sein!“

Wieder nickte sie nur.

Leise öffnete sie die Tür.

Sie schlich hinein.

Alles war düster in dem Zimmer. Das Licht fast gelöscht, nur der Kamin war an. Das Zimmer selbst sehr liebevoll eingerichtet. Viele bunte Vorhänge, Spielzeug, Schreibzeug, Bücher und Kuschel-tiere, alles da für ein Kind.

Leise näherte sie sich dem Bett.

Dort lag sie in einem großen Himmelbett, an einen großen weißen Hund gekuschelt, ihre Tochter. Sie schlief friedlich und hatte ein Lächeln auf den Lippen.

Der Hund hob kurz den Kopf und legte ihn wieder auf die Schulter des Kindes.

Langsam setzte sie sich neben ihre Tochter und streichelte ihr über die Wange.

Mama? Wie spät ist es? Ist etwas passiert?“

Pst ruhig ich wollte nur kurz vorbei schauen. Ist alles in Ordnung? Ich hab dich lieb mein Schatz!“

Ja Mama ich bin müde. Kann ich weiter schlafen? Sehen wir uns morgen? Ich hab dich lieb.“

sagte sie und sank wieder in die Kissen.

Sie gab ihrer Tochter einen Kuss, als sie hinter sich die Stimme des jungen Mannes vernahm. „Wir müssen los. Die Zeit ist um.“

Sie nickte.

Es fiel ihr schwer sich von ihrer Tochter zu lösen aber sie wusste es musste sein.

Sie verließen das Zimmer und begaben sich wieder auf den Weg durch den langen Gang.

Sie versuchte die Türen zu zählen aber irgendwie hatte sie das Gefühl das er jetzt einen anderen Weg ging. Wieso gingen sie nicht wie sie gekommen waren?

Wieso gehen wir hier lang? Warum nicht auf dem anderen Weg, so wie wir gekommen waren?“ flüsterte sie.

Weil da drüben jetzt verschiedene Humanoide unterwegs sind. Pst sei leise!“

Beide versteckten sich hinter einem großen schweren Wand-teppich.

Irgendjemand ging an ihnen vorbei. Sie hielt den Atem an.

Als es wieder ruhig war schauten sie vorsichtig hinter dem Teppich hervor.

Los komm wir müssen uns beeilen.“ Er zog sie weiter.

Sie rannten den Gang hinunter. Türen zu zählen oder sich den Weg zu merken war einfach unmöglich.

Auf einmal drückte er sie in eine Wandecke und sie waren wieder in ihrem Zimmer.

Sie schauten sich beide an und sie nickte ihm dankend zu. „Danke!“

Aber denk dran, niemals allein gehen. Du verläufst dich und bist den Humanoiden hilflos ausgeliefert und alles fällt in irgendeiner Weise auch auf deine Tochter zurück! Du willst sie doch nicht gefährden!“

Sie schaute ihn entsetzt an. „Willst du mir drohen? Ich werde sie nicht in Gefahr bringen, keine Sorge aber ich möchte gern wissen das es ihr gut geht!“

Ich komme wieder aber ich kann dir nicht sagen ob ich jeden Abend weg komme. Aber wir werden sie wieder besuchen! Ich verspreche es. Ich mag die Kleine sie ist super! Keine Sorge ich passe schon auf sie auf!“

Sie war erleichtert. Als er weg war ging es ihr viel besser. Sie schaute sich zum 1. Mal richtig in ihrem Zimmer um. Da gab es für den alltäglichen Bedarf eigentlich alles. Also zog sie sich ein Nachthemd an wusch sich an einer Schüssel und ging zu Bett.

Beruhigt und glücklich ihre Kleine gesehen zu haben schlief sie ein.

Das erste Mal seit Tagen schlief sie ruhig und auch viele Stunden zusammen hängend. Wie spät es war als sie wieder erwachte konnte sie nicht sagen aber es stand ein Tablett mit einem kleinen einfachen Frühstück auf dem Tisch.

Sie setzte sich und aß ein wenig.

Als die Tür sich ein weiteres mal öffnete, betrat ein Humanoide den Raum, er ging zum Schrank, nahm ein langes dunkel grünes Kleid, eine Haube und dünne Ballerina heraus, legte sie auf den zweiten Stuhl, zeigte drauf und verließ nickend das Zimmer.

Sie stand auf, betrachte die Sachen und schüttelte den Kopf.

Der spinnt wohl, ich zieh doch kein Kleid an! Ich hatte vielleicht mit 6 Jahren das letzte Mal ein Kleid an! Nein!

Als sie den Schrank öffnete, sah sie aber nur weitere Kleider in vielen verschiedenen Farben, dunkelblau, dunkelgrau, dunkel-grün, dunkelrot, …...

Alles dunkle schwere Samtkleider. Na gut da würde sie wenigstens nicht frieren. Zumindest oben herum aber was sollten diese dünnen Schuhe? `Da friere ich mir ja hier im Zimmer schon die Füße ab!` Und diese hässliche weiße Haube erst!!! `Nee das kann der vergessen! Ich setz doch nicht solch ein hässliches Nonnenhütchen auf!`

Sie ließ ihre Haare offen und strahlte sich im Spiegel an. `Naja so schlimm ist es nicht! Aber wieso nur so dünne Schuhe? Ach ja welch ein gerissener Kerl, mit solchen dünnen Schuhen würden mir die Füße schon nach 5 min. im Schnee abfrieren! Kein Entkommen! Wo sind eigentlich meine Sachen welche ich gestern weg gelegt hatte?`

Sie durchwühlte den Schrank aber da waren nur noch mehr von den dünnen Schuhen und viele viele Kleider und noch mehr von diesen hässlichen Hauben! `Oh Gott wer setzt denn solche Teile auf?`

Als sie wieder aus den Tiefen des Schrankes hervor kam, stand einer von den Blechbüchsen hinter ihr.

Er wünscht sie zu sehen!“

Ach der HERR WÜNSCHT mich zu sehen! Schau einer an! Na dann wollen wir ihn nicht warten lassen!“

Sie liefen über zahlreiche Gänge, bogen häufig ab und gingen noch häufiger Treppen hoch und wieder runter. Nach 10 min wusste sie schon nicht mehr wo sie war. Oben? Unten? Auf gleicher Höhe? Ein anderes Haus? Das gleiche Haus? „He Blechbüchse warte mal! Ist es noch weit? Wo sind wir hier?“

Keine Antwort, nur ein kurzer Blick in Richtung des Ganges.

Na gut vielleicht wären sie nun endlich da!

Am Ende des Ganges war eine große schwere Eichentür mit vielen Verzierungen. Sie öffnete sich allem Anschein nach auto-matisch.

Mit hoch erhobenem Kopf trat sie ein.

Er saß da, in einem großen Lehnsessel, einem Thron gleich, ein Weinkelch in der Hand und eine Zigarre in der anderen. Als er sie sah legte er beides beiseite.

Tritt ein und setz Dich. Wo ist Deine Haube?“

Welche Haube? Ach du meinst diese Nonnenhütchen?! Vergiss es das setz ich nicht auf!“

Du scheinst etwas nicht zu verstehen. Hier gebe ich den Ton an! Frauen haben Kleider und Häubchen zu tragen! Und du bist eine Frau und hier wird gemacht was ich sage! Benimm dich Frau und jetzt keine Wiederworte mehr!“

Sie setzte sich.

Du wolltest mich sprechen?“

Ja ich wollte wissen wie du dich entschieden hast. Und vergiss bei deiner Entscheidung nicht zu bedenken was du zu verlieren hast!“

`Dreckschwein!`

Ich weiß was auf dem Spiel steht! Also du willst hier eine neue Gesellschaft aufbauen aber dein Angriff oben wird dir nicht die Herrschaft der Welt sichern!“

Wer sagt denn das ich oben die Weltherrschaft anstrebe?! Es reicht wenn die Menschen aus diesem Teil des Landes verschwinden! Du kennst sicher einige Sperrzonen, welche die Menschen sich selbst schon eingerichtet haben, da können sie auf das Stückchen auch noch verzichten! Oder glaubst du sie wollen mit ihren Kindern da bleiben wo Bomben hoch gehen, Anschläge verübt werden und sie jeden Tag Gefahr laufen ihre Kinder zu verlieren?! Und auf eine Sperrzone mehr oder weniger kommt es bei den Menschen nicht an! Ich weiß selbst das ich so viele Milliarden nicht ausrotten kann!“

Ach was bist du schlau, aber wo bekommst du dann dein ganzes Zeug her? Wo werden dann die Lebensmittel hergestellt? Wie viele 100 km willst du zurück legen, nur um etwas Getreide zu holen? Du hast dann so viele logistische Probleme aber Ruhe vor den Menschen in deiner Sperrzone?! Ach und diese ganzen Kriege, welche oben gerade geführt werden, hast du wohl eingefädelt? Du zerstörst nicht nur die Lebensgrundlage der Menschen, sondern auch deine eigene. Wer soll die vielen anfallenden Arbeiten erledigen? Wenn die Menschen Krieg spielen, kann es auch sein, dass du auch hier unten nicht mehr leben kannst! Die Menschen sind so blöd, dass sie Atombomben zünden, nur um den Gegner zu bekämpfen ohne die Folgen zu bedenken! Sie bekriegen sich gegenseitig mit fadenscheinigen Begründungen anstatt sich auf den wirklichen Feind zu konzentrieren – das Weltall und seine Kometen und natürlich Dich! Sie sollten jetzt endlich wissen, dass es Dich gibt! Aber leider wüssten sie dann auch, dass es uns gibt! Du bringst uns alle in Gefahr. Jahrhunderte lebten wir neben ihnen und alles war gut und jetzt willst Du das alles zerstören und das Risiko eingehen entdeckt zu werden?! Außerdem bis du eine neue Gesellschaft aufgebaut hast vergehen viele Jahrzehnte und dann bist du schon lange tot! “

Wie ich sehe beschäftigst du dich schon ziemlich ausgiebig mit dem ganzen Thema also kann es dir doch nicht so egal sein!“ grinsend nahm er sich wieder sein Glas und fragte „Magst du auch ein Glas Wein haben?“

sie runzelte die Stirn und schüttelte den Kopf.

Ach du hast wohl Angst nicht mehr Herr deiner Sinne zu sein? Immer fein korrekt! Ach das ist doch alles öde!“

Sie starrte ihn an und wollte weder Angst noch Sorge zeigen also setzte sie eine starre Miene auf und wartete einfach.

Er musste reagieren, jetzt irgendwie!

Doch auch er blieb still und genoss seinen Wein und seine Zigarre weiter.

Sie stand auf „dann werde ich jetzt gehen! Ich erwarte meine Tochter heute im Laufe des Tages sehen zu können!“

Er zog eine Augenbraue hoch „Na das werden wir noch sehen! Und bei dem nächsten Verlassen des Zimmers erwarte ich das du die Haube trägst! Alle Frauen machen das hier - übrigens auch deine Tochter!“ grinste er und drehte sich weg.

Sie stand ziemlich verloren da und schaute sich um, da war wieder diese Blechbüchse, na gut dann würde sie ihm wieder folgen und vielleicht sich dieses Mal auch den Weg merken!

Keine Chance er war wieder so schnell und es ging permanent Treppauf und Treppab.

Also war es doch Absicht, na mal schauen. Sie blieb einfach stehen.

Es dauerte bis er es merkte. Er stoppt sehr abrupt und sie dachte noch grinsend, `wenn der nicht aufpasst fällt er um`.

Na was würde nun passieren? Er kam mit großen Schritten auf sie zu. Sie wartete ruhig und genau als er einen Schritt vor ihr stand wich sie gewandt aus. Er griff ins Leere. `Aha also sehr wendig sind diese Teile nicht! Gut das zu wissen!` Er nahm sie mit festem Griff am Arm und zog sie hinter sich her. Morgen würde sie gewiss einen blauen Fleck haben!

Am Zimmer angekommen öffnete er die Tür und stieß sie hinein.

Ein kleines Mittagsmahl stand auf dem Tisch und ein Krug mit Wasser. Also setzte sie sich, was sollte sie auch anderes machen?!

Nach gefühlten 10 Minuten war sie fertig, und nun was sollte sie jetzt machen?

Sie tigerte durch den Raum, maß ihn mit ihren Schritte von links nach rechts und von vorn nach hinten aus. Und nun? Öde öde öde!

Also mal versuchen ob die Tür offen ist! Sieh da ja! Sie war offen! War das eine Falle? Was sollte das?

Vor der Tür stand eine Blechbüchse und starrt sie die ganze Zeit an aber bewegte sich nicht. Auch machte er keine Anstalten sie wieder ins Zimmer zu buchsieren. Also los mal schauen wo es hier hin geht.

Natürlich folgte er ihr. So ein Mist aber mal schauen wie weit sie sich fort wagen könnte.Sie ging weiter und er folgte ihr. Viele Türen waren auf dem Gang zu sehen. Welche war die ihrer Tochter? Wo musste sie rein? Das reinste Labyrinth.

Sie versuchte eine Tür doch diese war zu. Immer verfolgt von der Blechbüchse. Er lies sie nicht aus den Augen. Eine andere Tür war offen und sie trat ein. Es sah auch wie ein Kinderzimmer. Mehrere Kinder spielten dort. Wo kamen diese Kinder her? Sie ging herein und eine junge Frau kam auf sie zu. Die Kindergärtnerin? „Kann ich dir helfen?“ sie schaute sich um und schüttelte den Kopf. Fast überhastet verließ sie das Zimmer. Hier gab es ja wirklich fast alles. Wo sollte das enden? Oh nein ein kleines Reich im Reich.

Völlig geschockt lief sie weiter über den Gang. Immer gefolgt von der Blechbüchse. Viele Türen und Treppen gingen von dem Hauptgang weg. Wo lang? Welche Tür? Ratlos stand sie auf dem Gang und blickte sich in Ruhe um. Es gab große Teppiche an den Wänden, Fackeln, kein elektrischer Strom, keine Fenster alles mit großen Steinen gemauert.

Wie weit waren sie hier draußen, dass es hier keinen Strom mehr gab? Wo genau waren sie? Sie hatte es nicht mitbekommen! Horch! Da kamen mehrere Leute schwatzend auf sie zu. Waren sie hier freiwillig? Sie schwatzten und lachten, so als wäre nichts geschehen. Was sollte das? Steckten sie mit ihm unter einer Decke?

Als sie 2 Meter von ihr entfernt waren, sah sie dass auch ihre Tochter dabei war. „Warte! Wo willst du hin? Ich hab dich lange nicht mehr gesehen!“ Sie drehte sich langsam um.

Ach jetzt kennst du mich wieder! Ich denke du willst mich nicht mehr sehen?! Komm lass mich in Ruhe!“

`Was das kann jetzt nicht wahr sein!´

Warte das hab ich nie gesagt! Wer erzählt so was? Ich durfte dich nicht sehen! Bleib doch stehen! Rede mit mir!“

Als wenn sie sich nicht kennen würden, ging sie weiter, scherzte und lachte mit den Anderen. Alle waren zwischen 8 und 18 Jahre alt. Sie schienen sich hier wohl zu fühlen. Konnte das sein?

Na hast du sie endlich gesehen? Zufrieden?“

Wie hatte er es geschafft sich anzunähern? Wo kam er her.

Sie fuhr herum.

Was hast du gemacht? Was hast du ihr erzählt? Du Schwein! Du Monster!“

Er grinste und wollte sich umdrehen, doch nicht mit ihr!

Sie hielt ihn fest! „Warte so einfach kommst du mir nicht davon! Rede mit mir!“

Klatsch hatte sie eine Backpfeife sitzen, es zwiebelte und tat höllisch weh. Er drückte sie gegen die Wand „Nie wieder wagst du es mich anzufassen! Ich sage was gemacht wird! Benimm dich!“ Seine Augen funkelten wie wahnsinnig und der Druck um die Handgelenke wurde immer fester. „Aua du tust mir weh! Lass mich!“

Mit einem bösen Blick lies er sie los.

Wage es nicht noch einmal!“

Warte! Wir müssen reden! Es kann doch so nicht weiter gehen! Wie stellst du dir das alles vor? Was ist dein Plan? Gehirnwäsche bei den Heranwachsenden? Ja toll aber das ist doch noch lange keine Gesellschaft! Rede mit mir!“

Wieder funkelten die Augen. „Wenn du reden willst, so erwarte ich dich heute Abend in der 8. Stunde im Kaminzimmer.“

Ohne eines weiteren Wortes ging er von dannen und lies sie stehen.

Naja bis 8 Uhr war es nicht mehr lang.

Aber wo war sie was sollte sie jetzt machen? Wohin?

Die Blechbüchse stand noch immer da. Er hatte sich in den letzten Minuten keinen Zentimeter gerührt. Fragend schaute sie ihn an. „Ins Zimmer?“ Er drehte sich um und bedeutete ihr ihm zu folgen.

Dieses Mal ging er langsamer.

Nach einer gefühlten halben Ewigkeit war sie an ihrem Zimmer angelangt. Sie musste dieses Gebäude endlich mal von außen sehen, es musste riesig sein!

Sie ging hinein. Eine Uhr gab es nicht, zumindest nicht im Zimmer. Auf dem Gang konnte sie eine entdecken aber der Blick der Blechbüchse sagte alles. Ja schon gut sie würde also nicht aller 5 Minuten raus schauen und warten das es endlich 8 wurde.

Also Minuten zählen oder Schritte oder Mauerziegel. Scheiße so konnte es nicht weiter gehen! Nein so nicht!

Jetzt ist Schluss! Er würde jetzt Zeit haben ob er wollte oder nicht! Wut-entbrannt verließ sie ihr Zimmer.

Bring mich zu ihm!“ befahl sie dem Humanoiden. Er schüttelte den Kopf und deutete auf die Uhr.

Als sie drauf los laufen wollte hielt er sie mit eisernem Griff fest und schubste sie zurück ins Zimmer.

´Das konnte doch nicht wahr sein. Vorhin war es kein Problem jetzt schon?! Bekommt diese Blechbüchse ständig neue Anwei-sungen?`

Na gut dann also den geheimen Weg aus dem Zimmer finden. Wenn die Anderen das konnten, würde sie es auch können.

Zentimeter für Zentimeter tastete sie die Wände ab, immer darauf bedacht keine Stelle zu vergessen.

`Wo ist diese verfluchte Tür? Sie musste hier irgendwo sein!`

Es war zum Verrückt werden, sie konnte sie einfach nicht finden.Nichts deutete auf einen Geheimgang hin, keine Uneben-heit in der Wand, kein Hohlraum. Es fühlte sich gleich an. Es hörte sich gleich an. `das kann doch nicht sein! Die Tür ist hier! Ich hab das doch nicht geträumt!`

Verzweifelt sank sie nieder. Die Tränen liefen ihr übers Gesicht. Eine Gefangene in einem riesigen Gebäude und draußen herrschte der schlimmste Winter der letzten Jahre. Die Freunde wahrscheinlich schon seit Tagen tot und sie hier, frei und doch nicht frei! „NEIN!“

Trotzig stand sie auf, ging zur Tür, öffnete diese und schaute den Humanoiden an. „Bring mich sofort zu ihm!“

Wieder schüttelte er den Kopf und bedeutete auf die Uhr.

Sie ging an ihm vorbei, er wollte sie greifen und zurück bringen. Gewand wich sie aus, und lief los. Scheiß egal wohin einfach weg. Schneller schneller er hat große Beine und wird nicht müde also musste sie einen Vorsprung heraus holen und sich dann irgendwo verstecken!

Den Gang entlang, die nächste Treppe runter, dann links weg in den nächsten Gang. Immer weiter nur nicht stehen bleiben! Jetzt war Schluss! Sie hatte eine Entscheidung getroffen!

Scheiße da war noch so ne Blechbüchse. Er kam den Gang entlang direkt auf sie zu. Schnurstracks lief sie ihm entgegen, duckte sich im letzten Moment und schlitterte zwischen seinen Beinen hindurch. Er reagierte viel zu langsam und ehe er sich umgedreht hatte war der 1. schon da und sie verschwand in dem nächsten Gang, rechts runter und die nächste Treppe hoch.

Ein Balkon? Sie war auf einem Balkon? Nein es war eine Empore. Als sie hinunter sah, sah sie die Bibliothek. JA! Sie hatte es geschafft! Aber was nun? Er war nicht da und sie wurde immer noch von den Humanoiden verfolgt!

Also die Treppe hinunter und unter die Empore neben ein Bücherregal. Sie stoppten oben und suchten. Hatten sie sie gesehen? Wussten sie das sie unten ist? Sie wagte kaum zu atmen. Nach einer gefühlten Ewigkeit entfernten sich die Humanoiden den oberen Gang entlang.

Puh das war knapp!

Vorsichtig sich an den Regalen lang drückend ging sie den Raum ab.

Eine ganz normale Bibliothek aber alles Bücher über Staats-formen, Glaube und Macht. Natürlich in Taschenbuchausgaben aber selbst diese füllten mindestens 20 Regale bis unter die Decke.

Da waren Bücher wie „Mein Kampf“, „Theorien über den Mehr-wert“, „Internationalismus und Klassenkampf. Die polnischen Schriften“,Utopia“, „Politeia“, „Schöne neue Welt“, „Lob der Torheit“, „Der Fürst“, „Boris Godunow“, „Fürst Igor“, „Der Sonnenstaat“, „Die Verwandlung“, „Die Blechtrommel“, „Von Menschen und Mächte“, „Alles für das Wohl des Volkes“, „Sicherer Schutz des Sozialismus“, „Moral Agoraphobia“, „Massenpsychologie und Ich - Analyse“ und so viele mehr!

Der Typ hatte echt einen Knall! Er mag sich ja mit all diesen Staatsformen beschäftigt haben aber seine Vorstellungen?! Nee das geht gar nicht!

Wie ich sehe konntest du es nicht erwarten mich zu sehen! Na interessante Bücher hab ich?! Gefallen sie dir?“ Grinsend lies er sich in den Sessel fallen.

Ja aber aus der Geschichte hast du nicht gelernt. Also sind die Bücher bei Dir auch nur Zierde. Schade drum!“

`wo kam der nun schon wieder her? Der bewegt sich hier wie ein Geist!` Als sie so durch die Bibliothek schlenderte, bemerkte sie eine Landkarte auf dem Tisch. ‚Er verwendet noch Karten? Noch nie was von GPS gehört? Na gut hier wo kein Strom war…. Aber um so besser. Die muss ich mir genauer anschauen!‘

Na also wie kann ich Dir helfen?“ „Du und mir helfen? Was ist mit meinen Freunden? Hast Du ihnen geholfen und sie wieder noch oben gebracht?“

Na na nicht so fordernd! Was bekomme ich als Gegenleistung?“

du hast also noch nichts gemacht? Du Schwein! Sie sind in der Zwischenzeit gewiss erfroren!“

Sie werden versorgt, mit Feuerholz und Essen, aber wenn du dich nicht benimmst, sterben sie.“

Was willst du denn noch?“

Du kannst hoch gehen und dich für die Nacht fertig machen.“

Ich möchte noch lesen. Du hast hier so viele Bücher, da ist gewiss auch für mich was dabei!“

Na gut aber ich erwarte Dich heute Abend in deinem Zimmer!“

Darauf entfernte er sich. Sie hatte es geschafft, endlich allein aber er würde gewiss wieder überall seine Augen haben, also schnell mehrere Bücher heraus nehmen und so tun als würde sie lesen.

Sie nahm ein Buch der Bertelsmann Lexikothek, den Duden und Utopia. Legte alles auf den Tisch, direkt auf die Karte und tat so als würde sie sich Utopia durch lesen und immer wieder im Bertelsmann und Duden nach-schlagen. Derweil riss sie vorsichtig die letzte Seite des Taschenbuches ‚Utopia‘ heraus und schob die Bücher auf der Karte hin und her um sich alles einzuprägen. Da war fast alles eingezeichnet. Ihr Standort, das alte Rathaus und mehrere kleinere Häuser. Ausgehend vom alten Rathaus und dann den Weg zurück konnte es nur eins der beiden kleinen Häuser sein. Sie würde ihre Freunde finden! Koste es was es wolle. Sie musste sich jetzt aber beeilen, wenn sie noch eine Skizze zeichnen und recht-zeitig im Zimmer sein wollte, damit er nichts merkte.

Langsam geriet sie in Panik, sie musste es schaffen, denn eine weitere Gelegenheit würde es gewiss nicht geben!

Als sie auf die Uhr schaute erschrak sie. Hatte sie wirklich so lange gesessen?

Sie musste hoch und er durfte den Zettel nicht finden. Zum Glück hatte dieses hässliche Kleid so viele Taschen. Aber so konnte sie nicht raus, sie müsste sich gut vorbereiten. Sie braucht warme Schuhe, Essen, Trinken, warme Decken und ein Pferd oder besser ein Schneemobil aber würde es so etwas hier geben? Egal jetzt erst einmal hoch damit er nichts merkte. Sie musste vorsichtig sein.

So langsam fand sie sich hier zurecht, nur den Ausgang müsste sie noch suchen. Wo war nur dieses verdammt große Tor, das ist doch nicht zu übersehen! Nur welche Ausrede sollte sie erfinden sich im Erdgeschoss umzusehen? Vielleicht frische Luft? Aber er hatte ihr ja auch nicht verboten sich in dieser Festung frei zu bewegen.

Vielleicht morgen, jetzt musste sie erst einmal hoch damit er nichts merkte.

Sie stand vor ihrer Tür und wollte nicht hineingehen. Angewidert und voller Hass betrat sie ihr Zimmer- ihren Kerker.

Er war nicht zu sehen.

Hatte er es vergessen, wollte er sie heute Nacht nicht?

Erleichtert ging sie zum Tisch und setzte sich. Ein kleines Abendmahl stand dort. Brot, Butter und Käse alles sah selbst gemacht aus. Landwirtschaft konnte er hier nicht betreiben aber wo hatte er es her? Hatte er Gewächshäuser oder holte er alles von oben? Egal sie hatte Hunger und außerdem musste sie sich stärken wenn sie sich auf den Weg machen wollte ihren Freunden zu helfen.

Tief in Gedanken versunken bemerkte sie nicht wie er auf einmal neben ihr stand. „na schmeckt es?“ Sie erschrak, der ist echt wie ein Geist!

Viele Leute setzen täglich ihr Leben auf Spiel, damit du etwas zu essen hast !“

also doch er war von der oberen Welt abhängig gut das zu wissen. Also musste es auch von hier eine Möglichkeit geben auf kürzesten Weg nach oben zu kommen.‘ Sie würde diesen Weg finden, koste es was es wolle!

Besonders langsam aß sie weiter immer mit einem Seitenblick auf ihn um möglichst keine Überraschungen mehr zu erleben.

Er setze sich auf den anderen Stuhl.

Ganz still saß er da. Beobachtete sie, jede Bewegung, als wolle er ihre Gedanken lesen.

Sie war satt. Kein Bissen passte mehr hinein aber sie wollte nicht auf-hören mit essen. Also kaute sie immer langsamer und langsamer. Dies blieb ihm nicht verborgen aber er reagierte nicht. Ganz ruhig saß er ein-fach nur da und beobachtete sie.

`Was nun? Was soll ich machen?`

Sie starrte ihn ganz ruhig an ohne ein Wort zu sagen oder auch nur eine Regung zu zeigen, völlig regungslos und starr.

Er tat aber auch nichts. Nur diese eiskalten und durchdringenden Augen. Es war als wollte er sie hypnotisieren oder von ihren Gedanken Besitz ergreifen. Sie hatte das Gefühl oder die Befürchtung DIESE Augen könnten das auch. Irgendwann würden sie sich in ihr Gehirn brennen!

Beide starrten sich einfach nur an. Abwartend was der Andere tun würde.

Nach einer gefühlten Ewigkeit stand er auf.

Nein sie würde keine Angst zeigen! Er würde sie nicht brechen! Es war egal was kommen würde sie hatte einen Plan!

Was sollte er ihr noch nehmen, ihre Würde? Ihren Stolz? Nein er hatte ihre Freiheit und mehr sollte er auch nicht bekommen und selbst diese würde sie sich wieder holen!

Sie würde sich nicht wie ein Lamm zur Schlachtbank führen lassen! Er musste aufgehalten werden!

Ganz ruhig und mit einem leicht diabolischem Grinsen kam er auf sie zu. Der Typ war echt wahnsinnig aber was soll´s. Er sollte ruhig glauben sie würde sein verrücktes Spiel mitspielen.

Ich glaube du solltest deiner ehelichen Pflicht nachgehen! Mach dich fertig!“

Mit gespielt gesenktem Haupt ging sie zu ihrer Waschecke. Wusch sich ein wenig aus der Schüssel und drehte sich um.

Ich glaube ein Bad täte mir jetzt gut. Ich komme mir vor wie ein Schwein. Seit Tagen habe ich keine Dusche oder Wanne gesehen. Und so willst du mich doch nicht!“

Klar kannst du ein Bad nehmen aber hier kann man nicht einfach den Wasserhahn aufdrehen. So etwas muss vorbereitet werden. Morgen werde ich Anweisung geben, die ein Bad zu richten. Und jetzt komm!“

Sie holte tief Luft, steckte ihre Fäuste in die Kleidertaschen und näherte sich ihm in Zeitlupe. Es kostete sie extreme Überwindung sich ihm überhaupt zu nähern. Er war so widerlich, so abstoßend und immer der Gedanke an den Massenmord. Am liebsten würde sie dies hier und jetzt beenden aber wie? Dieses kleine Butter-messer war nicht geeignet dem Horror ein für allemal ein Ende zu setzen!

Außerdem war sie kein Mörder, anders als er!

Sie stand vor ihm.

Sie schaltete ihren Kopf aus und ergab sich ihm.

Als es endlich vorbei war und sie wieder zu sich kam brauchte sie einige Minuten um ihre Gedanken zu ordnen.

Es war vorbei! Er schief neben ihr, so als wenn nichts geschehen wäre. Er hatte ein Grinsen auf den Lippen.

Angewidert drehte sie sich weg und weinte leise vor sich hin.

Nach einigen Minuten hatte sie sich wieder und ihre Gedanken klarten auf.

´Er liegt hier. Also kann er mich nicht per Monitor oder über Geheimgänge überwachen. Somit sind nur die Humanoiden draußen unterwegs und auch die mussten ja irgendwann mal an die Steckdose. Wenn nicht jetzt wann dann?`

Leise und in Zeitlupe rutschte sie aus dem Bett. Sie wagte kaum sich zu bewegen geschweige denn zu atmen.

Bei jeder Regung welche er im Schlaf tat wäre ihr Herz bald stehen geblieben.

Da sie immer noch nicht wusste wo ihre Kleidung war musste sie wohl wieder dieses Kleid und die dünnen Schuhe anziehen.

Zusätzlich nahm sie noch eine Decke vom Fußende des Bettes mit und steckte sie an ihrem Gürtel fest. Jetzt kam es drauf an. Die Tür war auf jeden Fall tabu. Diese konnte sie nicht nutzen. Er würde schon beim Betätigen der Türklinke sofort munter werden also wieder durch die Ecke.

Zum Glück wusste sie jetzt wie es ging und konnte sich so auch ohne von den Wachen gesehen zu werden davon stehlen. Wenigstens einen kleinen Vorsprung würde sie so heraus holen können. Sie hoffte es!

Leise schleichend bei jedem Schritt darauf bedacht nur kein Geräusch zu machen schlich sie über den Gang.

In ihrem Kopf hämmerte es. Ihr Herz klopfte ihr bis zum Hals. Auch wenn man ihre Schritte nicht hören konnte so wahr-scheinlich ihren Herzschlag. In ihren Ohren hämmerte es. Jeder Herzschlag war so laut zu hören wie die Schläge einer Turmuhr. Es hämmerte bei jedem Schritt, bei jedem Atemzug. Sie hatte das Gefühl gleich in Ohnmacht fallen zu müssen.

Immer in dem Wissen, es würde die Hölle auf Erden werden wenn er erkennen würde das sie versuchte ihn aufzuhalten oder gar die Anderen zu retten. Sie durfte sich nicht erwischen lassen! Alles hing jetzt von ihr ab. Es gab keine Verbündeten. Sie konnte niemandem vertrauen. Und hätte gewiss, auch schlimmeres als den Tod zu erwarten wenn sie auffliegen würde!

Leise schleichend ging sie immer weiter, bis sie an eine Treppe kam. Sie hatte noch nie den Weg nach unten gewählt aber wen sie raus wollte musste sie diese nehmen. Leise am Geländer sich entlang drückend begab sie sich Stufe um Stufe nach unten.

Unten angelangt schaute sie sich um.

´Welche Richtung? Wo lang?`

Es gab 6 verschiedene Gänge welche von einer Art Vorhalle abgingen. Wo sollte sie jetzt lang gehen?

Langsam und leise drückte sie sich gegen die Wand und beob-achtete alle Gänge.

Auf einmal fiel ihr auf das die Fackeln an der Wand sich ganz sacht bewegten. ´Ok da scheint ein Luftzug zu sein. Ich werde es probieren und mich in die Richtung bewegen, aus welcher der Luftzug zu kommen schien.`

Immer sich an der Wand entlang drückend bewegte sie sich vorsichtig in Richtung des vorderen Ganges. Jetzt bemerkte sie auch den Luftzug auf ihrem Gesicht.

Sie hatte keine Ahnung wie lange sie schon unterwegs war, wusste aber das ihr die Zeit davon lief wenn sie entkommen wollte bevor er munter werden würde. Und er kannte sich hier aus, sie musste sich die Wege suchen!

´Scheiße da vorn sind welche von den Blechbüchsen. Was nun?`

Sie hielt den Atem an und versuchte sich hinter einem Wandteppich zu verstecken aber auf einmal hielten diese Dinger genau auf ihrer Höhe an. War sie entdeckt worden?

Sie hörte ein Flüstern oder Rauschen, es war nicht genau zu definieren.

Endlich gingen sie weiter.

´hatten sie neue Anweisungen bekommen? War er aufgewacht?`

Sie wagte sich hinter dem Vorhang hervor.

Nun musste sie sich aber beeilen. Falls er munter war, würde er gewiss bald hier sein!

Immer vorwärts laufen ja fast rennend auf leisen Sohlen bewegte sie sich dem Luftzug immer näher kommend.

Ok hier ging es heraus aber wo waren die Pferde oder ein Schneemobil. Irgendwas musste es hier geben. Auch die Blechbüchsen brauchen Strom also musste es hier auch moderne Technik geben!

An einer großen Tür angekommen zögerte sie.

´Wir sind hier doch nicht herein gekommen! Wo bin ich? Ich brauche einen fahrbaren oder reitbaren Untersatz!`

Sie versuchte leise die Tür zu öffnen aber es gab ein Quietschen jenseits von Gut und Böse! Ihr bleib fast das Herz stehen. Schnell schlüpfte sie hindurch und stand draußen im Schnee.

Rechts von ihr befand sich ein kleines Nebengelass. Es war leicht er-leuchtet.

Kleine Sturmlaternen hingen davor.

Schnell rannte sie hinüber und quetschte sich wieder an die Wand!

Alles schien still und nichts regte sich. Immer an der Wand ent-lang ging sie vorsichtig bis sie an eine Tür kam.

Quietschend lies sich diese öffnen und sie trat ein.

Es was relativ warm und leicht beleuchtet.

In mehreren Boxen standen verschiedene Pferde und immer wieder auch Vorräte wie Getreide, Stroh, Heu, Wassertanks, und auch Öltanks und Paletten bestückt mit Batterien und verschie-denen Dingen des täglichen Bedarf.

Aber ein Schneemobil war nicht zu sehen.

Sie hatte auch keine Zeit jetzt weiter zu suchen.

Also schnell ein Pferd aussuchen und los!

Nur welches? Das große schwarze vom ihm schien kräftig und voller Energie aber was wenn es sie abwerfen würde?

Weiter das kleine Pony kam nicht in Frage. Ihres machte nicht gerade den Eindruck eines jungen Tieres. ´Aber ja das passt! Dieses braune Pferd sieht gut beieinander aus und scheint kräftig zu sein. Ich glaube es hatte eine Blechbüchse getragen als wir hier her geritten sind.`

Sie hatte keine Zeit Sattel und Zaumzeug zu suchen also musste es so gehen.

Vorsichtig führte sie das Pferd aus der Box und band es an. Schnell ging sie zu der Palette mit den Dingen des täglichen Bedarfs und stopfte sich einen Kanister mit Wasser, 2 Decken, Brot und alles was noch in den Sack passte hinein. Sie hatte keine Zeit weiter zu suchen also musste es so gehen!

Sie zerriss noch eine Decke in einzelne Streifen und band sich diese um die Füße, denn mit diesen dünnen Schühchen würde sie nicht weit kommen, und so hatte sie wenigstens das Gefühl, sie könnte diese Temperaturen länger aushalten.

Sie warf den Sack über den Hals des Pferdes und suchte sich eine Kiste um auf das Pferd zu kommen.

Noch einmal auf den Zettel schauend mit ihrer gezeichneten Skizze begab sie sich in Richtung Tür.

Sie öffnete sie und nahm sich eine Sturmlaterne mit.

Langsam vorwärts reitend begab sie sich in Richtung der großen Ungeheuer um durch den Schlund des Bösen zu reiten.

Auf einmal gingen überall die Laternen an. Es war alles hell erleuchtet.

Ihre Flucht war entdeckt worden.

Jetzt musste sie alles auf eine Karte setzen und ihre Flucht versuchen, ein Zurück gab es nicht mehr!

Sie trieb ihr Pferd an und verließ gerade die Brücke vor den Ungeheuern, als sie merkte, wie diese sich bewegte. Sie sollten sie wohl hoch ziehen. Dann waren Stimmen zu hören. Jetzt galt es zu entscheiden sich beeilen und das Risiko eingehen in die falsche Richtung zu reiten oder langsam und konzentriert vorgehen und eventuell erwischt werden.

Was nun. Panik stieg in ihr hoch. Laut Plan musste sie rechts herum und wie dann weiter?

Sie hatte keine Entfernungsangaben auf der Karte finden können, nun wusste sie nicht wie lange sie reiten musste um bis zum alten Rathaus zu kommen.

Aus der Erinnerung heraus wusste sie noch, dass sie fast die ganze Nacht geritten waren aber sie waren langsam und gemütlich unterwegs gewesen. Wie weit war es? Wohin?

Der Schneesturm wurde immer schlimmer. Ihre Füße merkte sie schon nach den ersten 5 Minuten nicht mehr. Und das Tuch vor ihrem Gesicht half auch nicht wirklich, die Schneeflocken fühlten sich wie 1000 kleine Nadeln an! Wie lange würde sie in dieser Kälte aushalten?

In der Ferne glaubte sie Stimmen zu hören ´ich bilde mir das gewiss nur ein, woher sollen die wissen wo ich zu finden bin? Bei dem Sturm können die mich unmöglich sehen! Ich sehe ja selbst kaum die Hand vor Augen!`

Sie ritt immer weiter geradeaus, in der Hoffnung irgendwann das Rathaus sehen zu können aber es war aussichtslos. Keine 5 m weit konnte sie sehen!

Auf einmal donnerte eine Stimme aus der Ferne und schien doch von überall zu kommen.

Ich werde dich finden und dann wirst du mich kennen lernen!“

Was war das? Es durchfuhr sie. Nein das konnte nicht sein! Das machte gewiss die Kälte mit ihr! ´ich habe keine Angst. Ich habe nichts mehr zu verlieren. Also was soll´s. Ich hab ja doch nur die Wahl zwischen ewiger Gefangenschaft oder ich versuche wenigstens die Flucht. Ich werde mich aber nicht einfach meinem Schicksal ergeben!`

Weiter trieb sie ihr Pferd an. Der Schnee wurde immer höher und ihr Pferd hatte Mühe sich da durch zu quälen. Immer langsamer und langsamer wurde er.

Los komm lauf. Mein Leben hängt davon ab! Ich weiß Du kannst nicht mehr aber du musst mir helfen! Ich verspreche Dir auch einen schönen Stall wenn Du mir hilfst! Bitte bitte streng dich an!“

Das Pferd wurde immer langsamer und tief schnaubend brach er auf ein-mal unter ihr zusammen. Gerade noch im letzten Augenblick konnte sie abspringen um nicht von ihm begraben zu werden. Die Augen des Pferdes starrten sie an, ja fast flehend aber sie konnte ihm nicht helfen. Hilflos stand sie da und starrte dieses völlig entkräftete Tier an.

Sie sank hernieder und flüsterte ihm ins Ohr:

Es tut mir leid. Ich habe nicht gewollt, dass du dein Leben für mich gibst. Verzeih mir aber ich muss weiter.“

Schweren Herzens stand sie auf und zwang sich nicht länger auf dieses Tier zu schauen. Es brach ihr fast das Herz.

Sie schnappte sich den Sack, leerte einiges aus - alles was zum Tragen zu schwer war und stapfte vorwärts.

Jeder Meter war die Hölle!

´ich werde lieber hier erfrieren als freiwillig wieder zu ihm zurück zu gehen!`

Da brach es aus allen Baumwipfeln „Ich werde dich finden! Du entkommst mir nicht!“

Starr vor Schreck und Kälte blieb sie stehen. ´Es gibt keine Geister! Und er ist auch nicht göttlich! Er kann nicht überall sein! Das ist ein Trick! Aber nicht mit mir!`

Trotzig und steif vor Kälte stapfte sie weiter.

Irgendwo in der Ferne sah sie kurz einen Lichtschein aufblitzen. Hatte sie sich getäuscht? Jetzt war alles egal, hier draußen sterben oder sich auf diesen kurzen Augenblick und das was sie gesehen hatte verlassen. Sie stapfte weiter, ihre Füße nicht mehr spürend, starr vor Kälte und immer den Blick in die Richtung gerichtet wo sie geglaubt hatte den Lichtschein gesehen zu haben!

Und tatsächlich da war es wieder. Zwischen 2 Schneeböen glaub-te sie etwas gesehen zu haben.

´Ja es ist keine Einbildung. Da ist etwas! Ich werde es schaffen!`

Auf einmal stolperte sie über etwas. Als sie sich bückte, sah sie das es ein Mann war. Sie wollte schreien aber hatte weder Luft noch Stimme. Der Schrei blieb ihr im Halse stecken. Er war steif gefroren. Ob er eines natürlichen Todes starb oder hier abgelegt wurde oder eines Verbrechens zum Opfer gefallen war, war nicht eindeutig zu sagen aber sie ertrug den Gedanken nicht, neben einem Toten zu knien und stand schnell wieder auf, zu helfen war ihm ohnehin nicht mehr!

Der Lichtschein wurde größer und Hoffnung keimte in ihr auf.

Sie hatte sich noch keine Gedanken gemacht wie es weiter gehen sollte oder was sie tun wollte. Aber das war in diesem Augenblick auch egal, Hauptsache ins Warme.

Langsam wurde der Punkt größer und sie sah, dass es keine Einbildung war. Da war wirklich was aber es sah nicht aus wie ein Haus.

Nein sie hatte Recht, ja es war der richtige Weg gewesen und alles sah noch so aus, wie sie es verlassen hatten. Es war das Kolosseum – das Rathaus.

Ja sie hatte es geschafft!

Ihre müden Beine wurden schneller und sie hatte das Gefühl wieder rennen zu können. Allein der Gedanke an Wärme trieb sie schnell vorwärts. Und die Freude das noch alles stand!

´ich habe gesiegt du Schwein! Und jetzt werde ich deinen Plan vereiteln!`

Immer näher kam sie dem Gebäude und somit auch der Wärme. Hier war alles windgeschützter und es trieb ihr nicht mehr so viel Schnee ins Gesicht. Sie näherte sich der Tür und stützte hindurch, hinein in die Wärme.

Erschöpft sank sie zusammen.

Jetzt erst merkte sie wie langsam und schmerzvoll wieder Leben in ihre Finger und Füße kam.

Sie hätte schreien können, jedes Fingerglied einzeln und jede Zehe schmerzte höllisch.

Leben tut weh!

Auf einmal hatte sie das Gefühl beobachtete zu werden. Als sie sich erhob, sah sie Wachen – Humanoide?

Sie wollte einfach an ihnen vorbei gehen aber sie wurde von Zweien grob an den Armen festgehalten.

Da wieder diese Stimme „Hast du geglaubt du entkommst mir? Du bist so berechenbar!“ Und dann folgte ein diabolisches Lachen. Es hörte gar nicht wieder auf.

Als sie sich umschaute glaubte sie ihren Augen nicht.

Das konnte doch nicht wahr sein! Wo kam der schon wieder her?

Er stand groß ´wächst der von Stunde zu Stunde?` bedrohlich und mit einem breiten Grinsen vor ihr.

Du wolltest wohl erfrieren? Wieso bist du immer nur so stur? Deine Tochter ist da gelehriger.“

Alle Anstrengung fiel von ihr und ihre Beine versagten ihren Dienst. Sie brach in den Armen der Wachen zusammen.

Als sie wieder zu sich kam, befand sie sich in einer Kerkerzelle. Es roch muffig, war feucht und nur eine kleine Laterne welche sich auf dem Gang befand gab etwas Licht.

´Wo bin ich? Es kann doch nicht wahr sein, das der immer vor mir da ist! Der muss also doch eine motorisierte Maschine haben. Mit einem Pferd hätte er es nie geschafft! Der ist doch kein Zauberer!`

Vor dem Bett- oder besser dem Holzgestell mit einer Decke stand ein alter Aluminiumteller mit einem Kanten Brot und ein Becher mit Wasser – zumindest hoffe sie das sich darin Wasser befinden würde. Denn durch die Anstrengungen hatte sie großen Durst. Sie setzte den Becher an, nur um gleich wieder das Wasser auszuspucken und den Becher gegen die Wand zu werfen.

Das war kein Trinkwasser, da hatte sich jemand erleichtert. Pfui Teufel. Also war sie hier nicht die Erste!

Auf einmal kam ein leises Lachen aus der linken Ecke. Und jetzt sah sie, dass sich hinter ihren Gitterstäben noch eine weitere Zelle befand.

Wer ist da? Zeigen sie sich! Ich habe keine Angst!“

Du brauchst auch keine Angst zu haben, denn ich bin hier genauso eingesperrt wie du.“

Vorsichtig näherte sie sich dem Gitter und versuchte hindurch zu schauen aber er es war zu dunkel.

Auf einmal spürte sie fauligen Atem in ihrem Gesicht und sah direkt vor sich ein Gesicht. Sie erschrak so sehr das sie rückwärts auf ihr Hinterteil plumpste.

Sehe ich denn so gruselig aus. Ich war einmal sehr hübsch. Aber das ist schon lange her und du wirst es nicht mehr wissen.“

´Diese Stimme, ich kenne die irgendwoher! Woher kenne ich diese Stimme?`

Kenne ich Euch? Wer seid ihr? Und weshalb seid ihr hier eingesperrt?“

Ich weiß nicht ob du mich kennst. Ich war hier mal Bürgermeister aber seit einiger Zeit sitze ich hier, weggesperrt und verrotte zusehends. Ich habe keinen Spiegel aber ich glaub schon, dass ich gruselig aussehe!“

Ihr seid das? Aber wie kommt ihr hier her? Wie ist das passiert. Wo genau sind wir hier? Wer sind die Wachen? Gibt es noch treue Anhänger? Wer kann uns helfen?“

Na na das sind aber viele Fragen. Also ich wurde hier eingesperrt, als er die Macht übernommen hat. Er hat alle mit seinen Versprechungen geblendet und deshalb gibt es auch keine Verbündeten mehr. Jeder der sich auf meine Seite gestellt hatte, verschwand Stück für Stück. Es hieß sie wären nach oben gegangen und würden mit uns nichts mehr zu tun haben wollen. Aber das glaube ich nicht. Ich denke er hat sie in die Kälte geschickt oder sie anderweitig entsorgt. Und am Ende waren keine Unterstützer mehr da und ich war allein. Und nun bin ich hier. Ich glaube nicht, das uns noch irgendjemand helfen kann! Wir werden hier unten verrotten!“

Ich akzeptiere das nicht! Es muss einen Weg geben! Wir werden ihn aufhalten! Wissen sie was er vor hat? Er will alle umbringen, alle welche hier leben und alle Kinder und Besucher des Stadions zum Tag der Kinder bei den Menschen! Er wird zum Massenmörder! Wir müssen ihn aufhalten! Wer wenn nicht wir? Wann wenn nicht jetzt? Sind sie dabei?“

Das mag ja alles sein. Aber wie stellst du dir das vor? Wie sollen wir ihn aufhalten? Er hat hunderte von Humanoiden und alle Bewohner des Rathauses sind auf seiner Seite. Außerdem wie sollen wir hier heraus kommen? Du bist seit gerade einmal wenigen Stunden hier und glaubst alles ändern zu können! Meinst du ich hätte es nicht versucht hier raus zu kommen! Ich sitze immerhin schon seit Monaten hier und verwese bei lebendigem Leib!“

Ich wollte sie nicht beleidigen aber wir müssen hier doch irgend-wie raus und ihn aufhalten!“

Was glaubst du wer würde auf uns hören? Wer uns glauben? Wo lebst du denn? Sie sind alle von ihm geblendet worden!“

Aber so kann es doch nicht weiter gehen!“

Sie stand auf und lief in ihrer Zelle auf und ab.

´ich muss und werde es schaffen, dass bin ich meinen Freunden schuldig!`

Wer bringt uns das Essen? Was man hier so als Essen bezeich-nen kann.“

Sie sah seinen fragenden Blick und hörte eigentlich gar nicht zu als er antwortete: „die Humanoiden“

Also wenn wir hier heraus wollen und nur diese eine Tür hinaus führt müssen wir einen Trick anwenden. Die Blechbüchsen sind langsam und auch sehr reaktionsträge also müssen wir uns das zu Nutze machen!“

Aber wie willst du das bewerkstelligen? Sie kommen nur aller paar Tage, bringen etwas Wasser und trocken Brot. Gerade so viel das man nicht stirbt aber nicht genug zum leben!“

Carpe diem! Wann müssten sie wieder kommen? Wann waren sie das letzte Mal da? Wie viele Blechbüchsen kommen dann zeitgleich?“

Naja im Schnitt ist es immer nur eine. Und wie du schon gemerkt hast, es ist kein Wasser mehr da, also müssten sie bald wieder kommen. Sie lassen uns hier nicht verhungern!“

In ihrem Kopf ratterte es, sie lief im Kreis, bis ihr fast schwindelig wurde. Sie musste hier raus und viele Gelegenheiten würde es nicht geben! Mit jedem Tag würde sie schwächer werden und weniger Hoffnung haben, bis sie am Ende nur noch ein Schatten ihrer selbst war. Nein das konnte sie nicht zu lassen!

Also wenn er uns das Essen bringt, schließt er dann auch die Zellen auf oder schiebt er es nur unter den Gitterstäben durch?“

Er schiebt es nur durch.“

Was würde passieren wenn ich einen medizinischen Notfall vortäuschen würde? Würden sie dann die Zelle aufschließen?“

Leicht genervt antwortete er : „Oh man glaubst du du hast die Intelligenz gepachtet? Du bist nicht die Erste, welche solche Tricks versuchen will! Ist bisher immer schief gegangen. Die anderen sind nie wieder aufgetaucht!“

Auf einmal kam ihr das Bild der Leiche wieder in den Kopf.

War das ein junger Mann mit kleinem Schnauzer?“

Ja wie kommst du darauf? Hast du ihn gesehen?“

Was sollte sie jetzt sagen? „Ja ich glaube ich hab ihn gesehen.“

Sie wollte diesen Anblick vergessen und jetzt musste sie ohnehin erst einmal an ihre Flucht denken. Es gab Wichtigeres, toten Menschen konnte man nicht mehr helfen sie musste jetzt an die denken, welchen noch zu helfen war. Und das waren im Augenblick ihre Freunde und mehrere hundert hier vor Ort. In der Hoffnung das ihre Tochter in Sicherheit wäre und er ihr nichts antun würde!

Also was können wir tun?“

Du stellst Fragen! Was soll ich sagen? Glaubst du ich hätte nicht schon alles versucht?!“

Warte ich höre was!“

Es war ein Klappern im Schloss zu vernehmen.

´Jetzt oder nie!`

Es trat eine Blechbüchse ein. Sie hatte einen Krug Wasser und einen Leib Brot in der Hand.

Sie kam näher um die Dinge an das Gitter zu stellen und ohne groß nach-zudenken griff sie durch die Gitterstäbe und zog die Blechbüchse zu sich. Ein schneller Griff an den Hals und er konnte nicht reagieren. Sie zog mit einem schnellen Ruck die Kabel aus seinem Kopf. Er sackte in sich zusammen.

Was hast du gemacht? Jetzt werden wir verhungern! Wenn keiner mehr kommt um uns Wasser zu bringen, was glaubst du wie lange wir es hier aushalten werden? Du musst verrückt sein!“

´das konnte doch nicht wahr sein! Sie handelte und durfte sich Vorwürfe anhören! Was hatte er gemacht um dies hier zu beenden?! Er saß einfach nur da und jammerte!`

Während er die gesamte Zeit fluchte, sie beschimpft, jammerte und wieder von vorn anfing zu fluchen, zu schimpfen und zu jammern, versuchte sie die Blechbüchse durch die Gitterstäbe zu angeln.

Als sie sein rechtes Bein drin hatte, stemmte sie sich mit aller Gewalt dagegen um es zu verbiegen oder zu zerbrechen. Sie brauchte ein Stück Metall, und irgendetwas würde dort abgehen. Irgendwie würde sie es schaffen. Nach vorn nach hinten immer wieder versuchte sie dieses Bein an den Gitterstäben zu biegen, damit das Metall irgendwann nachgab.

Durch ihr Geruckel und Gezerre hatte sich, ohne das sie es merkte, der Fuß gelockert. Auf einmal gab er nach und und sie plumpste auf ihren Hosenboden. „Hahaha du sieht echt lustig aus. Glaubst du du kannst mit dem Fuß die Tür aufschließen? Von Technik verstehst du nicht viel, oder? Willst du mit Hilfe der Kerze dir nen passenden Schlüssel gießen?“

Er hielt sich den Bauch vor Lachen. Dieses Lachen war ekelerregend, und total abwertend. Sie drehte sich weg und zuckte mit den Schultern. Dann nahm sie den Fuß vorsichtig auseinander. Er bestand aus vielen Kabeln, und noch mehr Metall. Das untere Metall war zu hart um es biegen zu können aber das Blech oben auf dem Fuß sah gut aus, das würde sie biegen können.

Es wollte einfach nicht auseinander gehen. Voller Verzweiflung trat sie mit voller Wucht drauf! „Aua Scheiße! Au au au! Scheiße ist das hart. Blöde dünne Schuhe!“ Wie ein Rumpelstilzchen tanzte sie durch ihre Zelle! Ja auch Blech konnte hart sein!

Ha ha ha. Was bist du doch blöde! Hast wohl gedacht, ein Tritt langt und schon wird es zum Schlüssel! Ha ha ha!“

´wenn der nicht bald aufhört lass ich ihn hier! Ich könnt ihn.....! Wenn der nicht mal Bürgermeister gewesen wäre....!`

Wollen sie hier bleiben? Machen sie nur weiter so und ich lass sie hier verhungern! Kann ja wohl nicht sein!“

Auf einmal war er ruhig. Und starrte sie an. „das würdest du nicht tun! Du kannst mich hier doch nicht verhungern lassen. Ich war immerhin mal Bürgermeister!“

Dann benehmen sie sich auch so. Und statt wie blöde zu lachen, könnten sie mir helfen!“

Er wurde ernst und starrte sie an.

Du hast Recht. Wie kann ich dir helfen?“

Ich brauche einen kleinen Hebel um die beiden Teile auseinander zu bekommen!“

Er schaute sich um. Naja viel gab es in der Zelle wirklich nicht.

Der Teller und der Becher war aus Aluminium, vielleicht ginge das. Er hob den Teller auf und versuchte ihn zusammen zu drücken und eine Art Rolle aus ihm zu machen.

Endlich hatte er es geschafft.

Er gab die Rolle rüber. Sie setzte sie an und....!

Scheiße scheiße scheiße! Es ist zu weich es biegt sich! Ich brau-che was anderes.“

Warte ich hab eine Idee!“

Sie zog die Augenbrauen hoch und schaute ihn fragend an.

Gib mir den Fuß!“

Immer noch fragend gab sie ihm den Fuß.

Er nahm ihn und ging in eine Ecke. Dort waren einige Steine durch die Feuchtigkeit schon heraus gebröckelt. Auf eine dieser Ecken schlug er den Schuh mit voller Wucht.

Er öffnete sich aber hing immer noch zusammen.

Das gibt es doch nicht! Die sind wohl für die Ewigkeit gebaut? Ich versuch es noch einmal!“

Wieder knallte er ihn mit voller Wucht drauf!

Dieses Mal klappte es. „Und was hast du jetzt vor?“

Er gab ihr die beiden Hälften des Schuhes durch die Gitterstäbe rüber.

Mal schauen, ich habe noch keinen richtigen Plan. Wenn hier kein Metall dabei ist, was ins Schloss passt, dann muss ich das Bein auseinander nehmen! Aber ich warte nicht bis ich hier verhungert bin!“

Sie schaute sich die Teile des Fußes genauer an, alles war irgendwie noch zu groß. Sie überlegte. Im Kopf und in den Händen müssten kleine Teile sein, da die Hände sehr filigran sind und im Kopf mussten die ganzen Leiterplatten und Drähte auch irgendwie gehalten werden.

Also lass ihn uns weiter auseinander bauen!“ Sie griff durch die Gitterstäbe und versuchte so an die Hand zu kommen.

´Das Handgelenk scheint nicht ganz so fest zu sein, wie das Fußgelenk also vielleicht geht es hier einfacher!`

Wieder drückte sie mit aller Gewalt das Handgelenk an die Gitterstäbe, mal vor und mal hinten, immer in dem Versuch das es brechen und abfallen würde.

Sie musste ganz schön Gewalt anwenden aber irgendwann gab es nach und sie hatte die Hand in der Hand.

So konnte sie nicht sehen, ob etwas passen würde. Die Hand musste weiter zerlegt werden. Also zog, drückte und bewegte sie alle Fingerglieder. Bis endlich der Zeigefinger abfiel.

Sie ging zum Zwischengitter und „Können sie mir bitte einen von diesen Steinen geben?“ Er holte einen von den heraus gefallenen und gab ihn durch.

Danke“

Sie legte den Finger auf den Erdboden und begann wie eine Wilde drauf ein zu schlagen.

Nach mehreren Schlägen fiel der Finger auseinander.

Nun ging das Probieren und Gefriemel wieder los. Irgendein Teil würde passen!

Es kam ihr vor wie eine Ewigkeit. Aber irgendwann klickte es und die Tür sprang auf.

So jetzt hilf mir hier raus. Da kannst mich ja hier nicht allein lassen! Komm du bekommst auch diese Tür auf!“

´Oh man wie der nervte immer so wie es ihm gerade passte. Mal ja mal nein! Und jetzt sollte ich ihm auch noch helfen? Damit er mich dann wieder beleidigt? Oh man was bin ich blöd, aber ich kann ihn nicht hier lassen!`

Ja ja ich komm ja schon aber wehe wenn sie wieder anfangen mich zu beleidigen! Und sie müssen mir dann helfen! Wir müssen ihn aufhalten, er will alle umbringen!“

Ich misch mich da nicht ein! Was glaubst du was er mit uns machen würde wenn er uns erwischt?! Du musst lebensmüde sein! Nein ich verhalte mich ruhig und erkennen tut mich doch keiner mehr- das hab ich ja an dir gesehen!“

Das ist nicht ihr Ernst! Alle werden sterben, auch sie! Das können sie nicht machen! Ich brauche ihre Hilfe ich kenne mich hier nicht aus. Er wird uns vielleicht umbringen wenn er uns erwischt, aber er wird uns auf jeden Fall umbringen wenn es Sonntag wird! Und alle Anderen werden auch sterben. Viele Kinder, Familien und Freunde! Das kann ich nicht zu lassen!“

Jetzt war auch die andere Tür auf. „Und was nun? Helfen sie mir?“

Aber was sollen wir tun? Was können wir tun? Was jetzt?“

Vorsichtig schaute sie sich um, öffnete leise die Tür und schaute hinaus. Alles schien ruhig.

Pst leise es scheint niemand hier zu sein! Wir müssen zum Stadion, zur Aula, zum Festsaal, wo auch immer die große Sonntagsshow starten soll. Dort irgendwo muss er die Spreng-stoffpakete angebracht haben!“

Ach und du weißt wie man so was entschärft?! Hahaha! Ich lach mich kaputt! Lass uns dicke Wintersachen suchen und versuchen nach oben zu kommen! Das ist das Beste und das Einzige was wir tun können!“

Sie war sprachlos! Das konnte jetzt nicht sein! So was egoistisch-es!

Aber alle werden sterben! Sie waren hier mal Bürgermeister die Bewohner haben ihnen vertraut! Das können sie nicht tun!“ Immer mehr redete sie sich in Rasche. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals. Sie würde es allein nicht schaffen können! Sie brauchte seine Hilfe! Verzweiflung stieg in ihr hoch, und irgendwann konnte sie ihre Tränen nicht mehr zurück halten!

Als er sich umdrehte und wegging sackte sie in sich zusammen und lies ihren Tränen freien Lauf!

´so ein Schwein! Ich habe ihn davor bewahrt hier zu verrotten und was tut er? Er lässt mich einfach allein! So ein Dreckschwein! Aber ich kann das nicht allein! Was soll ich nur tun? Die Bewohner hier wissen nicht was passieren wird und meine Freunde warten immer noch! Und und meine Kleine, ich kann sie doch nicht hier lassen! Aber ich schaffe das nicht allein!`

Sie war allein, allein und ohne Plan! Hatte keine Ahnung was sie machen sollte und wurde immer verzweifelter!

Eine Ewigkeit saß sie da. Irgendwann hörte sie in der Ferne ein Geräusch. ´Sind das schon wieder diese Blechbüchsen? Ich glaub nicht wie viel hundert gibt es denn von denen?`

Also stand sie auf. Lust hatte sie keine schon wieder weg zu rennen, also schlüpfte sie einfach nur in die dunkle Ecke hinter ihr und hoffte nicht entdeckt zu werden.

Ein Gefühl der Leere machte sich breit. Angst, nein Angst war nicht mehr vorhanden und auch die Verzweiflung wich einer großen Leere.

Sie fühlte sich einfach nur total ausgelaugt, fix und fertig und leer, völlig ratlos und planlos.

´dann sollen sie mich eben fangen! Was soll ich denn auch ganz allein gegen eine ganze Armee ausrichten? Es hat doch eh keinen Sinn!`

Sie wollte gerade einen Schritt nach vorn aus der Dunkelheit machen, als sie eine Stimme vernahm!

So könnt ihr doch nicht mit mir umgehen! Was soll das? He hört auf! Ihr spinnt wohl! Lasst mich los!“

Diese Stimme kam ihr bekannt vor und wie ein Fisch an der Angel oder eine Schlange in der Hand wand sich dieses Bündel in den Händen der Blechbüchsen. Irgendjemand steckte in einem Sack und schimpfte und zeterte aus Leibeskräften und strampelte und wand sich.

Es waren 2 Wachen und sie nur eine Frau, würde sie es mit 2 Maschinen aufnehmen können?

Dieses Schimpfen dieses Zetern es klang wie eine Frau war aber eine männliche Stimme.

Sie kannte diese Stimme, nur woher? Aber eigentlich war es auch egal, jeder Gegner des Wahnsinnigen war ein möglicher Verbün-deter von ihr.

Da sie wusste, dass die Blechbüchsen extrem langsam rea-gierten, war dies ihre einzige Möglichkeit sie zu besiegen. Sie trat hervor.

He ihr blöden Metallköpfe hier bin ich!“

Sie blieben stehen und drehten sich um. Dann gingen sie ohne eine weitere Reaktion in ihrer Richtung weiter. ‚also die scheinen nur stur ihren Auftrag auszuführen und nichts kann sie davon abbringen.

He ihr blöden Blechbüchsen hier bin ich!“ und stellte sich ihnen in den Weg.

Der eine wollte nach ihr greifen aber sie wich gewandt aus. Der Zweite versuchte es und auch diesem wich sie aus.

Durch ihre schnellen Reaktionen waren die beiden überfordert. Der Eine wollte nach links und der Andere nach rechts also ließen sie den Sack mit einem großen Plumps und „Aua!“ fallen.

Die waren so langsam, dass sie sich fast schon Zeit lassen konnte mit dem Ausweichen. Es machte fast schon Spaß sie an der Nase herum zu führen. Rechts nein links, dann wieder rechts und wieder links, und mal zischen den Beinen durch und hinter den Rücken. Ach was waren die langsam! ´so nun ist aber Schluss ich muss sie ausschalten, denn die haben gewiss mehr Kondition als ich und auf Dauer halt ich das nicht durch!

Sie tauchte zwischen den Beinen des Einen durch und stand vor dem Anderen. Als der 1. sich drehte und auf sie zu kam, wich sie zur Seite aus und beide rannten gegen einander. Denn bremsen konnten sie auch erst sehr spät. Nun griff sie schnell beiden ins Genick und zog an den Kabeln.

Leider hatte sie in der linken Hand nicht so viel Kraft und der Humanoide griff nach ihr. Er hatte einen eisernen Griff und sie bekam fast keine Luft mehr. Mit letzter Kraft zog sie noch einmal an den Kabeln, bis diese schließlich nachgaben und er in sich zusammen sackte.

Sie schnappte nach Luft. Puh das war knapp! Also 2 sind das Maximum mehr geht nicht! Mehr waren allein nicht zu bewältigen!

Jetzt endlich schauen wer da in dem Sack so gezappelt hatte!

Als sie aufband und einen Schritt zurück trat war sie auf alles gefasst, sie rechnete mit allem aber nicht damit, nein nicht damit!

Als der Sack auf war, war erst einmal niemand zu sehen, und dann kam ein blonder Lockenschopf zum Vorschein und Stück für Stück immer mehr junger Mann! Ja er war es! Sein Sohn! Das konnte doch nicht sein!

Wo ist meine Tochter? Was ist passiert? Rede mit mir! Los sag schon was ist passiert? Was? Was hat er getan? Wieso bist du hier? Wieso in solch einer Lage? Das glaub ich doch nicht! Sein eigener Sohn! Was ist dann mit meiner Tochter?“ als sie kurz Luft holte, „Nun aber mal langsam. Halt mal die Luft an! Lass mich doch mal zu Wort kommen!“

Ja ja ja, los erzähl schon! Was ist hier los? Wieso bist du hier? Warum als Gefangener? Ich denke du wolltest auf meine Tochter aufpassen?! Was ist passiert?“

Du lässt mich ja schon wieder nicht zu Wort kommen! Mach mal langsam. Ich weiß gar nicht wo wir hier sind! Wo wurde ich hingebracht. Was mit deiner Tochter ist, kann ich nicht sagen, ich wurde allein beim Schnüffeln erwischt! Sie hat damit nichts zu tun! Wo sind wir hier?“

Wir sind hier in den Katakomben des ehemaligen Rathauses. Das Rathaus da wo jetzt alle leben, bis dein Herr Vater sie ins Jenseits bombt! Und alles wird sich schon am Sonntag in Rauch auflösen! Wenn wir ihn nicht aufhalten werden tausende von Menschen und Menschenkindern und unsere Freunde und Familien sterben! Hilfst du mir ihn aufzuhalten! Und ich muss meine Tochter aus seinen Fängen befreien!“

Warte mal kurz!“ er stand auf und putzte seine Sachen ab. „Du willst mir also sagen wir sind jetzt wo anders? In einem Rathaus? Was ist das? Ich war noch nie hier. Ich war immer nur in der Burg, da bin ich aufgewachsen - wie auch viele Andere.Du willst mir also sagen, dass hier Leute leben, von denen ich noch nie etwas gehört habe, von denen ich gar nicht wusste?! Das kann nicht sein! Er hat immer gesagt, hinter dem Burgmauern hört unsere Welt auf!“

Sie schüttelte sich wie ein nasser Hund. Nein das konnte nicht sein! Er konnte doch nicht schon seit 1,5 Jahrzehnten so etwas planen! „Wie alt bist du? 17 Jahre? Das bedeutet er plant jetzt seit fast 2 Jahrzehnten den Untergang unserer alten Zivilisation und den Aufbau einer neuen! Das ist krank, zum Glück bin ich damals gegangen! Aber ich muss meine Tochter da raus holen!“

Was meinst du mit raus holen? Was mit Bomben? Was ist hier los? Ich versteh gar nichts mehr! Was plant er genau? Was weißt du was ich nicht weiß?“

Er schaute sie verwundert und etwas verwirrt an.

Also noch einmal für ganz langsam Denkende! Dein Vater will hier am Sonntag mehrere Bomben zünden und eine Veran-staltung der Menschen zu Gunsten von vielen tausend Menschen-kindern und eine Veranstaltung unseres Volkes in die Luft jagen, oder sonst wie alle auslöschen. Und dann will er eine neue Zivilisation gründen! Er will herrschen und sich selbst zum Oberhaupt ernennen! Kein demokratisch gewählter Bürger-meister, nein ein Diktator will er sein! Hast du es jetzt verstan-den?“

Er schaute sie total ungläubig an und schüttelte den Kopf! „Nein das kann ich nicht glauben! Zu so etwas wäre er nicht fähig! Du lügst! Warum erzählst du solche Märchen! Das kann nicht sein!“

Sie schaute ihn an und schüttelte den Kopf. „Dann glaub doch was du willst! Ich werde dem Wahnsinn Einhalt gebieten und werde mein Möglichstes tun ihn aufzuhalten! Mit deiner Hilfe oder ohne sie! Es ist deine Entscheidung aber du bist nicht grundlos hier! Jeder der sich ihm in den Weg stellt ist des Todes! Was glaubst du was mit dir geworden wäre wenn ich dich hier nicht raus geholt hätte?!“ und zeigte auf die Blechbüchsen.

Es ratterte in seinem Kopf. Man konnte es richtig sehen! Er überlegte und wägte ab, schüttelte den Kopf und nickte wieder! Er schien es einfach nicht glauben zu wollen. „ Wenn es so ist wie du sagst, dann werde ich dir helfen! Es soll niemand sterben! Das kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren! Ich will endlich wissen was hier gespielt wird! Wenn du Recht hast, was ich nicht hoffe, werde ich dir helfen!“

Langsam gingen sie los das Verlies verlassend und immer geradeaus. „Ich kenne mich hier nicht mehr aus. Als ich fort ging sah alles anders aus und es war nicht so groß. Wir müssen vorsichtig sein und dürfen uns nicht erwischen lassen.“ flüsterte sie. Er nickte nur und folgte ihr. Was sollte er auch anderes machen. Er kannte sich hier überhaupt nicht aus. Er kannte nur die Burg und wusste bis zu diesem Zeitpunkt auch gar nicht das es überhaupt noch etwas Anderes gab!

Sie versuchten leise durch die vielen Gänge zu huschen und wenn ihnen jemand entgegen kam, taten sie als wären sie total beschäftigt und ins Gespräch vertieft. Eine halbe Ewigkeit liefen sie so weiter ohne das sie erkannt wurden. Auch hielt sie keine Wache auf, offensichtlich wurde davon ausgegangen, dass sie noch im Kerker waren und es hatte ihre Flucht noch niemand bemerkt. So kamen sie völlig unbehelligt bis vor in die große Vorhalle. Was jetzt wie sollte es weiter gehen?

Hör zu ich habe noch Freunde hier die warten seit Tagen auf mich und wenn sie noch nicht erfroren sind, dann muss ich ihnen helfen aber auch die vielen hundert und tausend großen und kleinen Bewohner hier schweben in Lebensgefahr und ihnen muss geholfen werden! Wir werden uns trennen müssen!“

Das kann nicht dein Ernst sein! Was soll ich den hier so allein gegen alle ausrichten? Wie stellst du dir das vor? Was sind denn die Leben deiner Freunde wert, im Gegenzug dazu sind hier tausende die es zu retten gilt?!“

Du bist ganz dein Vater! Ich habe es ihnen versprochen und wenn sie noch am Leben sind, dann bin ich es ihnen schuldig sie zu retten! Wenn ich sie finde, bring ich sie her und wir haben noch mehr Verbündete. Jeder Einzelne zählt!“

Also gut versuch dein Glück aber ich werde nicht auf dich warten und wenn es hart auf hart kommt kenne ich dich nicht! Also los erzähl mir alles was du über den Anschlag weiß vielleicht kann ich ihn verhindern, bzw. ihn etwas hinaus zögern! Wo? Wann? Wie?“

Ich weiß nur, das am Sonntag eine große Show statt finden soll. Oben in der Menschenwelt, genauso wie bei uns und dann sollen mehrere Bomben hoch gehen, oder was auch immer und alles auslöschen – oben genauso wie auch hier unten! Und alle werden sterben! Und dann will er hier eine neue Gesellschaft aufbauen! Und neue Abkömmlinge von ihm züchten! Deshalb wollte er auch meine Tochter und mich! Sag nicht du hast von alledem nichts mitbekommen! Das kann nicht sein! So blind kann man doch nicht sein!“

Ich bin ganz normal in der Burg aufgewachsen und alles was es dort gab, alles was mir erzählt wurde hielt ich für bare Münze. Erst als ich dich getroffen hatte begann ich zu zweifeln und sieh wo es mich hingebracht hat! Ich sollte in einem Kerker verrecken! Manchmal wünschte ich du hättest mir das alles nicht erzählt! Manchmal denke ich es wäre vielleicht besser gewesen unwis-send zu sein! Es wäre zumindest ruhiger! Ja schau nicht so! Schau wo du mich hingebracht hast! Ich sein Sohn bin nun ein Gefangener und sollte hier unten sterben! Aber gut ich werde dir helfen wenn du Recht hast! Ich möchte nicht das irgendjemand wegen meines Vaters sterben muss!“

Es tut mir leid wenn ich dich aus deinem Dornröschenschlaf geweckt haben sollte so ist nun mal das Leben! Das ist die Realität! Nein es tut mir eigentlich nicht leid! Und jetzt da du es weißt musst du mit dem Wissen eine Entscheidung treffen! Jetzt kannst du dich nicht mehr mit Unwissenheit heraus reden! Entscheide dich jetzt für uns oder für deinen Vater!“

Ungeduldig antwortete er „ich hatte es doch schon gesagt! Ich helfe dir! Ich will nicht das Unschuldige sterben!“

Also doch nicht ganz der Vater! Gut ich werde mich jetzt auf den Weg machen. Such du den großen Saal, die Halle oder wo auch immer die Veranstaltung sein wird und dann schau wo es am effektivsten wäre Sprengladungen anzubringen und ob du sie findest, oder wie man am effektivsten viele Leben auslöschen kann. Ich werde nach meinen Freunden schauen und dann gleich wieder kommen!“

Sagte sie, schnappte sich eine dicke Jacke vom Haken und dicke Winterstiefel welche darunter standen und verschwand durch die große Eingangstür, durch welche sie vor Tagen getreten war, bevor der Albtraum begonnen hatte.

Draußen wurde sie sogleich von einer eisigen Kälte gepackt und in den Würgegriff genommen, es kam ihr vor, als wenn sich alle Naturgewalten gegen sie verschworen hätten. Sie wusste es ging rechts entlang und dann kamen zwei kleine Häuser und eins dieser musste es sein!

Der Sturm kam ihr schlimmer als je zu vor vor und sie kämpfte sich Meter um Meter vorwärts immer an die Freunde denkend! Sie musste irgendwie zu ihnen sie musste ihnen helfen! Meter um Meter kämpfte sie sich vorwärts! Hatte es damals vor einigen Tage auch solange gedauert? War sie auch so abgekämpft?

Irgendwann sah sie in einiger Entfernung Umrisse einer Ruine. Konnte es diese welche sein? War sie richtig? Oh ja es musste sie einfach sein! Schneller immer schneller kämpfte sie sich vorwärts. Sie würde ihnen helfen! Ja jetzt war sie da!

Sie ging durch den Eingang was einmal eine Tür gewesen sein musste aber da war kein Feuer und nichts regte sich. Sie ging immer langsamer werdend in Richtung des Kamins. Da lagen sie. Drei kleine Hügel vom Schnee bedeckt und reglos. Sie stürzte auf den Ersten zu.

Eiskalt und steif gefroren das Gesicht wie friedlich schlafend aber den-noch hell wie Pergament und doch wie durchsichtig. Ein Bild was sie so schnell nicht vergessen würde! Es war kalt und sie hatte das Gefühl, als würde sich eine riesige kalte Hand auf ihren Rücken legen. All der Stress, die Hoffnungen und die Anstrengungen fielen von ihr ab. Sie stürzte wie im Traum auch noch zu dem 2. und 3. Hügel. Hatte er es wirklich wahr gemacht und sie erfrieren lassen? Hatte er ihnen überhaupt geholfen? Aber sie hatte doch ein Bild von ihren Freunden gesehen, da lebten sie noch. Hatte er sie nicht mehr versorgt als sie geflohen war oder schon eher? Dieses Schwein dieses alte Dreckschwein! „Verräter! Lügner! Teufel! Dreckschwein! Wie konntest du nur?“

Sie sank weinen und völlig verzweifelt zusammen und hatte keine Lust wieder aufzustehen oder gar noch weiter zu kämpfen.

´wofür? Es ist doch sinnlos! Ich hab doch eh keine Chance gegen ihn! Ihn kann keiner aufhalten! Alle sterben oder werden sterben oder ich bin Schuld wenn sie sterben, weil ich sie mit hinein gezogen habe! Seinem Sohn ergeht es gewiss auch so wenn er ihn erwischt! Ich will das nicht mehr! Dieses ewige Sterben!`

3 Freunde tot, der Bürgermeister verschwunden, der junge Mann mit Schnauzer tot, sein Sohn? Ein Spitzel? Oder selbst in Gefahr? Und ihre Tochter? War sie auch den Toten geweiht? Wie sollte es nun weiter gehen?

Es wurde gefühlt immer kälter, wenn das überhaupt noch ging, und sie immer kraftloser. Sie war ohne Plan, inneren Antrieb und Freunde. Was nun?

Langsam Schritt für Schritt ging sie wieder raus in den Sturm und wollte zurück zum Rathaus, oder nach oben?

´was was nur soll ich tun? Ich kann die Bewohner hier nicht im Stich lassen aber auch die Menschen müssen gewarnt werden! Wie soll ich allein denn nur beides tun und dann auch noch ohne Plan und Fachkenntnis. Wie entschärft man denn eine Bombe? Wie sieht so etwas überhaupt aus? Ich pack das nicht! Ich kann das nicht!`

Meter für Meter kämpfte sie sich vorwärts und merkte kaum, dass sie schon fast am Rathaus zurück war. Wenn sie nur gewusst hätte wie nah ihre Freunde ihr waren, vielleicht hätte sie sie retten können, vielleicht wenn sie schon am ersten Tag einfach wieder zurück gegangen wäre und sie geholt hätte, vielleicht wären sie noch am Leben! Vielleicht!

Plötzlich stolperte sie und fiel in den Schnee! Als sie hoch blickte, bemerkte sie das sie über einen Schuh gestolpert war. Wer ließ denn hier einfach so seinen Schuh zurück? „Ah nein! Da ist ja noch jemand dran!“ Schrie sie und fiel auf ihren Hosenboden. Langsam krabbelte sie näher und arbeitete sich Richtung Kopf vorwärts. Mit ihren bloßen Händen schaufelte sie den Kopf aus und erkannte das es der ehemalige Bürgermeister war. Da war er aber nicht weit gekommen! Aber diesen Tod wünschte man wirklich keinem! Die Wege waren hier mit Leichen gepflastert! Wie konnte es sein, dass es keiner bemerkte? Ging nie jemand vor die Tür?

Sie stand auf und schleppte sich weiter bis zur Tür. Auf der Schwelle stehend zweifelte sie an der Entscheidung hierher zurück zu gehen!

Sollte sie hineingehen sollte sie es wagen? Würde sie es wagen? Hätte sie eine Chance? Aber hier draußen zu erfrieren würde ihr auch ihre Freunde nicht zurück bringen! Mit einem tiefen Seufzer betrat sie die Vorhalle wieder und wurde auch fast augenblicklich vom dem hellen Lichtschein und der wohligen Wärme geblendet. Wie gut das tat! Ihre Freunde würden das nie wieder erleben können!

´oh nein nicht schon wieder! Diese blöden Blechbüchsen waren aber auch überall! Vorhin konnte ich unbehelligt heraus und nun waren sie schon wieder da! Das kann doch nicht sein! Nein nicht schon wieder! Heute bekommt ihr mich kein zweites Mal!` Und rannte los! Vorbei an 2 Wachen, welche nach ihr griffen aber dermaßen langsam, das es keine Kunst war ihnen auszuweichen und dann eine Treppe hinauf!

Sie hatte keine Ahnung in welche Richtung sie laufen sollte oder wo sie sich gerade befand aber das war auch egal, sie musste hier nur weg! Immer weiter rannte sie die fremden Gänge entlang und Treppen hinauf. Ihr kamen verschiedene Bewohner des Rathauses entgegen und schauten etwas verwirrt aber sie reagierten nicht weiter. Standen sie unter Drogen? Oder war das hier normal das irgendwer vor den Wachen flieht?!

Bruch rums knall Hosenboden. Sie war mit jemanden zusammen gerannt weil sie gerade nach hinten geschaut hatte. Sein Sohn war also auch auf der Flucht! „Los steh auf wir müssen weg! Sie haben mich erwischt als ich mich hier umschauen wollte!“ Er fasste sie an der Hand und zog sie in die Richtung aus welcher sie gerade gekommen war! „Nein nicht da kommen 2 Wachen!“

Besser als die andere Richtung da kommen 6 Wachen! Die haben wahrscheinlich alle verfügbaren Wachen auf einmal los geschickt! Also 2 zu 2! Aufgeht es!“

Sie liefen geradewegs auf die Beiden zu und teilten sich im letzten Moment um sich ganz an der Wand entlang zu quetschen und sich ihnen von hinten zu nähern. Da die Blechbüchsen dermaßen langsam waren, kamen sie wieder nicht mit und ehe sie sich umgedreht hatten waren sie auch schon weiter.

Während du dich draußen vergnügt hast, habe ich versucht hier für uns alle eine Lösung zu finden! Und hast du deine Freunde gefunden? Waren wohl schon weg in der warmen Oberwelt, weil du ohne sie hier auftauchst! Ich denke sie helfen uns?!“

Arschloch! Während du hier im Warmen warst, bin ich draußen im Schneesturm über zahlreiche Leichen gestolpert! Du erlaubst dir ein Urteil ohne zu fragen! Sie sind tot! Alle sind tot! Der ehemalige Bürgermeister und auch meine Freunde! Er, ja dein lieber Herr Vater, hat sie alle einfach erfrieren lassen oder sich ihrem Schicksal selbst überlassen! Was erlaubst du dir?!“ Sie bleib stehen und wurde mit jedem Satz immer lauter und wütender! Was bildete sich dieser Schnösel ein? Was glaubte er wer er war um sich ein Urteil erlauben zu dürfen?!

Komm jetzt bleib nicht stehen! Sie kriegen uns! Los jetzt beweg dich!“

Ach willst du jetzt auch schon Anweisungen erteilen, wie dein Herr Vater?! Ja ja der Apfel fällt nicht weit vom Stamm!“ Der Wahnsinn sprühte aus ihren Augen, ein völlig wirrer Blick, fernab der Realität!

Vor lauter Schimpfen merkte sie gar nicht wie die Wachen immer näher kamen! „Dann bleib hier stehen, meckere weiter herum und lass dich wieder einfangen! Ich hau ab!“ sagte er und lief auch wieder los.

Verwirrt schaute sie ihm hinterher aber lief auch sofort los! Langsam hatte sie es satt immer wieder weg zu laufen aber im Augenblick hatte sie keine andere Wahl! Also lief sie wieder.

Sie kam wieder in die große Vorhalle und als sie sie durchquerten bemerkten sie das aus einer der vielen Türen Musik und Geläch-ter drang.

Sie steuerten direkt darauf zu und schlüpften durch.

Auf einmal war alles hell, heiter, freundlich. Es erfasste beide ein Gefühl der Glückseligkeit. Alles roch nach Lavendel, Rosenblüten, Vanille – als wenn der Duft sich mit jeder Minute veränderte und ihnen wurde immer wohliger. Beide schauten sich an und hatten das Gefühl angekommen zu sein. Eine innere Wärme breitete sich aus und beide steuerten auf ein Sofa zu. Als sie in die weichen Kissen sanken hatten sie das Gefühl auf Wolken zu schweben. Ein kurzes Nicken reichte um das beide sich verstanden. Beide fühlten sich wohl und wollten es genießen. „Nur einen Augenblick ausruhen!“ „Ja.“

Es hatte den Anschein als würde sich der Duft weiterhin permanent verändern, von Vanille zu Zitrone, zu Birne, Veilchen, Apfel, Zimt, Lebkuchen. Auf einmal waren beide eingeschlafen.

Es musste mitten in der Nacht sein, als beide munter wurden. Alles war still, nichts regte sich. Es war dunkel, kalt und ruhig. Der Duft war weg und es roch wieder normal. Sie schauten sich an. „Wie lange haben wir geschlafen? Wo sind die Anderen? Ist es schon passiert? Welcher Tag ist heute? Wie kommen wir in den Saal? Gibt es den überhaupt noch?“ sie redete sich immer mehr in Panik, sprang auf und wollte los laufen. „Warte, du kannst nicht einfach kopflos losrennen. Lass uns gemeinsam über-legen und dann in Ruhe und besonnen etwas gegen ihn unternehmen. Vielleicht ist es nur Nacht und alle schlafen. Lass es uns vorsichtig heraus finden. Aber wir müssen überlegt handeln und dürfen nichts überstürzen!“

Er stand auf und beide blickten sich um. Alles erweckte den Eindruck als sei es nur an den Rand geräumt worden, als würde nur eine kurze Pause gemacht werden, es lag Bastelzeug auf den Tischen, in der Nähmaschine lag noch Stoff, eine Heißklebepistole stand auf dem Tisch, Werkzeug lag bereit, alles sah so als wenn es gleich weiter gehen würde, als würde man nur eine kleine Pause machen. Vielleicht waren sie doch noch nicht zu spät! Vielleicht war noch nicht Sonntag und sie wären immer noch mit den Vorbereitungen beschäftigt.

Sie schlichen weiter, bis zu einer kleinen Tür gegenüber der Großen, durch welche sie gekommen waren. Leise drückte er die Klinke hinunter, es gab wieder Erwarten kein Geräusch, ja völlig lautlos lies sich diese Klinke nach unten drücken. Überrascht aber auch erleichtert schauten sich beide an. Puh ein stilles langes Ausatmen.

Sie schauten beide durch die Tür und waren überrascht. Es war ein riesiger langer Saal mit tausenden von Doppelstockbetten. Es mussten tausende Kinder sein! Aber das war nicht möglich. Leise schlichen sie an den Betten vorbei. Rechts lagen die Mädchen und Frauen und links die Männer und Jungs, fein getrennt aber keine Zwischenwand, nichts persönliches war zu sehen keine Privatsphäre möglich. Beide sahen sich an und schüttelten lautlos den Kopf, um dann auf Zehenspitzen weiter zu schleichen. Immer halb geduckt und bemüht auch nur keinen Laut zu machen. Hier und da regte sich jemand im Schlaf aber keiner wurde munter. Mit jedem Schritt wurden auch die beiden immer müder, sie hatten das Gefühl sich nicht mehr auf den Beinen halten zu können. Was war das? Lag hier auch etwas in der Luft? Sie konnte den Gedanken nicht mehr zu Ende denken. Benommen taumelte sie zu einem Bett, unten lag jemand aber oben war die Decke zurück geschlagen und ordentlich. Also kletterte sie mit letzter Kraft hoch, ob dieses Bett noch jemand beanspruchen würde oder nicht, ihr egal. Sie war müde und wollte einfach nur schlafen und mit jedem Atemzug wurde sie noch müder. Irgendetwas hörte sie in einiger Entfernung, es war als wenn jemand mit ihr sprach aber sie konnte ihre Augen nicht mehr aufhalten, sie schlief augenblicklich ein.

In einiger Entfernung hörte sie Stimmen und das Huschen von Schuhen über den Boden. Langsam kam sie immer mehr zu sich. Vorsichtig drehte sie sich im Bett um und schaute nach unten. Da liefen viele Leute geschäftig durch die Gänge. Jeder schien etwas zu suchen, zu holen oder weg zu bringen. Jeder hatte etwas zu tun. Sie schaute sich weiter um. Ihr gegenüber hatte auch er sich hingelegt und kam nun langsam zu sich. Es roch nach nasser Wiese oder wie im Wald wenn es gerade geregnet hat. Stück für Stück kamen ihre Lebensgeister zurück. Es ertönte ein Gong, sie rutschte in dem Bett weiter runter, weiter in die Decke und versuchte sich so klein wie möglich zu machen. Ein kurzes Nicken nach Drüben und beide verstanden sich. Sie versuchten sich unsichtbar zu machen. Ein weiterer Gong und es wurde stiller in diesem großen Raum. Alle verließen zu unterschiedlichen Seiten und durch verschiedene Türen diesen Saal. Es wurde still, ja fast schon zu still. Sie konnte ihren Atem und ihr Herz schlagen hören. Sie hatte das Gefühl, als wenn es jeder hören musste. Es war ohrenbetäubend dröhnend laut!

Beide schauten sich an und nickten. Vorsichtig glitten sie vom Bett und versuchten kein Geräusch zu machen. Das war nicht schwer, denn was sie jetzt erst sahen, es waren keine Betten im eigentlichen Sinn, sie waren gemauert mit einer Treppe als Aufgang. Sie flüsterte: „also plant er es schon seit Jahren! So etwas errichtet man nicht in einer Woche! Wie lange hatte der alte Bürgermeister dann wohl im dem Kerker gesessen? Und ich war so gemein zu ihm...! Lass uns mal schauen wo alle hin sind.“

Ja aber wir brauchen neue Sachen, schau dich mal an. Wir fallen sofort auf.“ Sie nickte und leise schlichen sie zwischen diesen Betten hindurch und schauten sich um. Nirgends war ein Schrank zu sehen.

Wo bekommen die ihre Sachen her? Es muss doch irgendwo was sein, die müssen ihre Sachen doch auch mal wechseln!“ flüsterte sie.

Lass uns einfach weiter gehen, wir finden schon was.“

Sie hatten das Gefühl, dieser Saal nahm kein Ende. Auf einmal sah sie aus dem Augenwinkel heraus an der Seite hinter einem Bett eine kleine Tür. „Warte mal!“ sie steuerte direkt darauf zu. Leise öffnete sie diese, nun sah sie auch hinter den anderen Betten, kleine dunkle in die Wände eingelassene Türen. Jetzt wo sie wussten worauf sie achten mussten, sahen sie sie auch.

Sie schaute hinein und es war ein winziges Bad, ein kleines Regal mit Kleidung für eine Woche und wenige Hygieneartikel. Alles fein säuberlich hin-gestellt und reingelegt. Es war abgezählt, und hatte alles seinen Platz. Am Ende des Raumes gab es neben der Dusche eine kleine Klappe. Sie öffnete diese und roch auch sofort was dies war – der Wäscheschacht. Das war ja alles bis ins kleinste Detail durchgeplant und durchorganisiert. Hier war nichts dem Zufall überlassen worden.

Egal sie würde sich jetzt nicht weiter daran aufhalten, sondern musste sich eiligst umziehen um endlich aus diesen alten Sachen heraus zu kommen und in der Masse nicht mehr aufzufallen.

Ein Kleid von oben des Stapels nehmend begab sie sich in Richtung Dusche. Ein sauberes Handtuch war auch vorhanden. Schnell zog sie sich aus und schlüpfte unter die Dusche.

Das glaub ich doch jetzt nicht! Wir müssen um unser Leben fürchten und du hast nicht besseres zu tun als erst einmal in Ruhe zu duschen! Na deine Ruhe möchte ich haben! Zieh dich an, und wasch einfach die Hände und das Gesicht und fertig! Wir müssen weiter!“

Ich habe seit Tagen nicht mehr geduscht und stinke wie ein Schwein! Glaubst du nicht, das es auffällt wenn alle sauber sind nur wir nicht! Und wo ich nun schon einmal drunter stehe, kann ich mich auch gleich ab-seifen! Dreh dich um! Und pass auf das keiner kommt!“

Er zuckte mit den Achseln und begab sich zur Tür. Vorsichtig spähte er hindurch. Es schien alles ruhig zu sein! Er begann sich schon zu langweilen, als er auf einmal Stimmen vernahm. „Wer ist denn um diese Uhrzeit noch im Waschraum? Jetzt müssten doch alle bei ihrer Arbeit sein!“

Die Stimmen kamen immer näher und näher. Sie hörten die Dusche oder wussten genau in welchem Bad sie suchen mussten.

Zieh dich sofort an und komm aus der Dusche, da kommen Wachen auf direktem Weg hierher!“

Ja ja aber ich bin noch ganz nass und voller Seife! Lass mich noch abtrocknen!“

Keine Zeit wir müssen weg! Zu spät sie sind hier!“ flüsterte er.

Klatsch nass wie sie war zog sie sich das Kleid über und begann auch sogleich zu frieren. Die Stimmen waren jetzt genau vor ihrer Tür.

Er lief zur Klappe des Wäscheschachtes, warf das dreckige Kleid und die Schuhe hinunter und gab der Klappe einen richtigen Schwung. Sie hatte sich hinter der Tür versteckt und wagte kaum zu atmen. Die Tür schlug auf und sie hatte Mühe sich hinter der Tür so dünn zu machen, dass sie die Tür nicht ins Gesicht bekam. 2 Wachen liefen direkt auf den Wäscheschacht zu und schauten hinunter. Beide sprangen hinter der Tür hervor und wollten die Kabel zum Kopf heraus ziehen ABER das war nichts. Keine Kabel nur Puls! Sie lebten!

Ratlos schauten sich beide eine hundertstel Sekunde an, nickten sich zu und stießen beide nacheinander den Schacht hinunter. Das geschah alles so schnell, das die beiden Wachen nicht reagieren konnten. Es gab ein riesengroßes Gepolter und Gerumse, es scherbelte und knallte in dem Schacht. Hätten sie nicht den Puls gespürt, so hätte man denken können, zwei Blechbüchsen seien hier herunter geworfen worden. Sollte es irgendjemand bisher nicht mitbekommen haben, so würden es jetzt alle wissen, spätestens wenn sie unten ankämen, dann würde die Jagt wieder beginnen!

Beide schauten sich erleichtert, erschrocken und ratlos an. Was nun wie sollten sie sich weiter verhalten?

Na super weil du unbedingt duschen musstest! Jetzt wissen sie das wir hier sind und auch das wir unsere Kleidung gewechselt haben. Wie nun weiter?“

Das kann ich dir auch nicht sagen aber ich habe so dermaßen gestunken, dass sie uns allein durch meinem Gestank gefunden hätten! Also lass uns schauen wo die Anderen sind und ob wir uns nicht irgendwie drunter mogeln können um so in den Veranstal-tungssaal zu kommen!“

Langsam und peinlichst darauf bedacht kein Geräusch zu machen begaben sie sich auf den Weg zur anderen großen Tür. Gestern Abend waren sie durch die Arbeitszimmer gekommen und hier im Saal gelandet. Vielleicht gäbe es auf der anderen Seite eine Möglichkeit in den Saal zu kommen oder wenigstens in dessen Nähe.

Dieser Schlafsaal schien kein Ende zu nehmen. Sie liefen und liefen und liefen und liefen. Nach einer gefühlten Ewigkeit schau-ten sich beide an und zuckten mit den Achseln. Das konnte nicht sein, die Tür musste doch mal näher kommen! War es eine optische Täuschung? Oder was war hier los?

Eine optische Täuschung kann nur funktionieren wenn der Blickwinkel stimmt. Also lass uns doch mal den Blickwinkel verändern!“ Sie kletterte auf seinen Rücken und dann auf seine Schultern. Nichts veränderte sich. Alles sah so aus wie zuvor und die Tür schien an der gleichen entfernten Stelle zu sein!

Sie kletterte wieder hinab, überlegte kurz und ging dann seitlich immer einen Schritt nach rechts Richtung der Betten und der Bäder. Als sie sich auf Höhe der Bettpfosten befand sah sie es. „Es ist kein Gang! Da ist eine Treppe, und zwar schon 3 Betten vor uns! Lass und hier an den Pfosten weiter gehen. Komm her ich zeig es Dir!“

Er kam rüber zu ihr auf die Seite und tatsächlich sah er eine Treppe direkt vor ihnen. Es schien so nah und sie liefen hier schon eine gefühlte Ewigkeit.

Sie gingen langsam und immer noch darauf bedacht in Deckung zu bleiben und kein Geräusch zu verursachen in Richtung der Treppe!

Dort angekommen tasteten sie sich mit den Füßen vorsichtig nach vorn, bis zur ersten Stufe und tatsächlich sie war real, sie war fest, sie war tat-sächlich da!!! Zügig gingen sie die wenigen Stufen hinauf.

Sie holten tief Luft und öffneten die Tür.

UND...........?

Nichts, dahinter war einfach NICHTS! Ein langer schwach beleuchteter Gang mit mehreren Türen war im Lichtschein der Notbeleuchtung zu sehen. Langsam gingen sie ihn entlang. Ihr Herzschlag schien jedes Geräusch zu übertönen, falls da überhaupt Geräusche waren. Es fühlte sich sehr dumpf und gedrückt an. Da war kein Geräusch, kein Schritt auf dem Steinfußboden war zu hören, so als wenn jedes Geräusch sofort von irgendetwas geschluckt wurde. Sie versuchte etwas zu sagen aber hatte das Gefühl als wenn ihre Kehle wie zu geschnürt wäre, kein Laut entwich ihrem Mund, sosehr sie sich auch anstrengte. Beide schauten sich erschrocken an. Wortlos mit geöffnetem Mündern aus welchen kein Laut zu vernehmen war standen sie sich gegenüber. Langsam machte sich Panik breit! Beide gaben einander zu verstehen, dass sie sich weiter den Gang entlang bewegen wollten und schauen welche Türen offen sein könnten. Sie gingen Schritt für Schritt und immer mehr stieg in ihnen eine leichte Panik empor. Was wenn das hier überall so sein würde? Was wenn sie sich gegenseitig warnen wollten? Sie mussten hier raus, aber ganz schnell. Er schaute sie an und hatte so langsam das Gefühl, dass sie gleich durchdrehen würde, wenn sich hier nicht ganz schnell etwas ändern würde.

Immer der Notbeleuchtung folgend gingen sie Schritt für Schritt weiter. Keine Tür war beschriftet, alle sahen gleich aus. Welche sollten sie versuchen?

Er drückte links auf eine Türklinke aber sie lies sich nicht öffnen. Sie versuchte es rechts an einer Tür aber auch diese lies sich nicht öffnen. Als beide sich umdrehten, war die große Eichentür auch nicht mehr zu sehen. Sie standen allein ein einem völlig schalldichten Gang und die Türen ließen sich nicht öffnen. Beide zuckten mit den Achseln und gingen weiter.

Jede weitere Tür wurde versucht aber keine einzige lies sich öffnen. Auf einmal sahen sie im Halbdunkel vor sich eine Bewegung. Beide drückten sich augenblicklich gegen die Wand. Auch wenn hier nichts zu hören war, hielten beide den Atem an. Nach wenigen Sekunden erkannten sie, dass es eine Frau war, welche zu einer Tür ging und sie aufschloss. In der Hand hatte sie einen riesigen Schlüsselbund. Es war sehr merkwürdig zu sehen, wie sich ein Schlüssel im Schloss bewegte aber nichts zu hören. Beide nickten sich zu und gingen langsam auf die Frau zu.

Sie schaute beiden direkt ins Gesicht aber reagierte in keinster Art und Weise. So als wenn die beiden überhaupt nicht da wären. Langsam näherten sie sich ihr und immer noch kam keine Reaktion. Fragend schauten sich beide an.

Sie wollte sie ansprechen aber kein Laut kam über ihre Lippen, es war zum Verrückt werden. Sie standen jetzt direkt neben der Frau und sie reagierte überhaupt nicht. Die Frau öffnete die Tür und es waren unzählige Regale zu sehen. Überall lagen fein säuberlich Hosen, Kleider, Hauben, Handtücher und andere Dinge des täglichen Bedarfs gestapelt. „ Was ist das hier?“ schrie sie, selbst erschrocken, das es hier wieder Geräusche gab. Erschrocken hielt sie sich den Mund zu. Aber selbst jetzt kam keine Reaktion von der Frau. „Bitte entschuldige, wer bist Du? Und kannst du uns helfen?“ Keine Reaktion. Die Frau nahm weiter verschiedene Sachen aus den Regalen und legte diese auf einen Wagen. Immer stur nach vorn blickend. „He du antworte mir!“ und rüttelte sie an den Schultern. Keine Reaktion. Sie blieb nur stehen und hörte mit ihrer Arbeit auf aber ansonsten keine Reaktion. „Das gibt es doch nicht! Steht die unter Drogen? Lass uns schauen ob wir von hier etwas für uns nutzen können? Vielleicht kommen wir an ihren Schlüsselbund!“ sagte sie und versuchte im gleichen Atemzug der Frau den Bund aus der Hand zu nehmen. Aber genau dies war unmöglich. Selbst wenn sie unter Drogen stand, so bekam sie dies mit und wehrte sich nach Leibeskräften. Sie schlug so hart um sich, das sie beiden aus einer Bewegung heraus eine Ohrfeige versetzte. Watsch das hatte gesessen! Beide hielten sich die Wange, oh wie das feuerte! Die kleine Frau hatte ganz schön viel Kraft!

Na gut wenn es so nicht geht, laufen wir ihr einfach hinterher. Vielleicht bringt sie uns hier irgendwie raus! Es scheint sie ja nicht zu stören, dass wir hier sind!“

Die Frau ging wieder aus dem Raum und schnell schlüpften beide mit hin-aus auf den Gang. Zwei Türen weiter ging sie wieder in einen Art Vorratsraum. Wieder holte sie verschiedene Dinge und legte sie auf einen Wagen. Der Wagen blieb jedoch jedes Mal in dem Raum stehen. Auch bei Raum 3, 4 und 5 folgten sie ihr noch. Vor Raum 6 setzten sie sich im Gang auf den Hosenboden und warteten. Wie lange sollte das noch so weiter gehen? Auf einmal ging sie wieder in den ersten Raum aber der Wagen war weg. Beide schauten sich verwundert an. Es stand ein Wagen da aber dieser war leer. Wo waren sie Sachen hin, welche sie eine halbe Stunde vorher heraus gelegt hatte? Also gab es zu den Räumen noch einen zweiten Zugang.

Auf einmal war ein extrem durchdringender Ton zu hören, eine Mischung aus Nebelhorn und Sirene. Beide hielten sich die Ohren zu aber von der Frau kam keine Reaktion. Sie schloss die letzte Tür ab, machte sich den Schlüsselbund ans Kleid und ging den Gang entlang. Auf einmal waren wieder ihre Schritte zu hören. Beide blieben stehen, schauten sich an und flüsterten „ ich höre wieder was“ „Ja ich auch, was war das? Es kann keinen geräuschlosen Gang geben! Das ist physikalisch unmöglich! Und jetzt ist wieder alles normal. Los schnell ihr hinterher. Mal schauen wo sie hin geht. Wir tun so, als wenn wir dazu gehören.“ und liefen hinter ihr her.

Es dauerte gar nicht lange, der Gang war kürzer als gedacht, und sie kamen an eine große Tür. Sie folgten der Frau und fanden sich in einem großen Raum wieder. Es schien ein Speiseraum zu sein. Viele Tische standen beieinander und es war ein großes Schnattern und Besteck klappern. Was auch hier wieder auffiel, Männer und Frauen waren strickt durch den Mittelgang getrennt. Um nicht aufzufallen begaben sich auch beide getrennt zur Ausgabe und und dann an einen Tisch. Es schien nicht aufzufallen,dass sie nicht von hier waren, denn niemand sprach sie drauf an, oder störte sich daran. Also aßen sie endlich seit Tagen wieder einmal etwas Ordentliches. Man konnte sich auch nicht beschweren, es war gut gekocht und auch ausreichend um satt zu werden. Es tat gut. Auf einmal war wieder eine Sirene zu hören. Alle standen auf. Die Teller blieben stehen. Im Hintergrund sah man Frauen, welche mit Tablettwagen warteten und auch sogleich begannen das Geschirr von den Tischen zu räumen. Hier war wirklich alles bis ins kleinste Detail durchgeplant und durchstrukturiert. Das war eine riesige Maschine mit vielen Zahnrädern und alles funktionierte solange alle Rädchen sich drehten und jeder seiner Arbeit nachging. Es war eigentlich schon faszinierend aber auch erschreckend. Sie warf ihm einen Blick zu, denn als alle aufstanden, gingen die Männer getrennt von den Frauen in eine andere Richtung. Was sollten sie nun machen? Wenn er ihr folgen würde, würden sie auffallen und umgekehrt ging auch nicht. Also schlossen sie sich der Reihen an und gingen getrennt von einander aus dem Speisesaal. Sie hoffte nur, er würde sich jetzt möglichst unauffällig verhalten. Sie mussten beobachten und planen, um dann bereit zu sein!

Sie kam in einen Raum mit vielen Tischen, da standen Nähmaschinen, lagen Scheren, standen Schneiderpuppen und jede Menge Kisten mit Stoffresten. ´Scheiße ich kann nicht mit einer Nähmaschine nähen! Was jetzt? Es fällt gewiss auf wenn ich nur so tue als ob!` Ihre Gedanken ratterten. Die Augen schweiften ruhelos durch den Raum, alles wurde abgescannt. Im Hintergrund sah sie, wie eine Frau auf dem Boden auf allen Vieren herum kroch und jeden Schnipsel aufsammelte, immer darauf bedacht nichts zu übersehen. Schnell schnappte sie sich einen Karton und begab sich auch alle Vieren mit gesenktem Kopf um ja nicht von irgendeiner Blechbüchse erkannt zu werden. An jeder Tür stand eine und wachte über die ganze Szenerie.

Vorsichtig versuchte sie Blickkontakt mit den Frauen an den Nähmaschinen aufzunehmen aber es war schier unmöglich. Sie starrten extrem konzentriert auf ihre Arbeit und ließen sich durch nichts ablenken. Da kamen andere Frauen und auch teilweise Männer in den Raum, brachten neue Stoffe aber keiner reagierte.

Irgendwann stand eine Frau von der Nähmaschine auf und ging direkt zu den Wachen an der Tür, sie nickte kurz, nahm sich einen Schlüssel welcher vorn an der Tür hing und verschwand durch diese.

Wenige Minuten später kam sie wieder, hing den Schlüssel zurück und begab sich wieder an ihren Arbeitsplatz. Allen wurde immer wieder Wasser in großen Bechern nach geschenkt und immer wieder leerten sie diesen Sie hatte noch nie jemanden gesehen, der so viel trank kein Wunder wenn hier aller 10 Minuten jemand auf Toilette musste.

Vielleicht käme sie so raus. Langsam stand sie auf, blickte der Wache fest in die Augen, nickte kurz und nahm ganz selbstverständlich den Schlüssel vom Haken. Als sie durch die Tür trat, befand sie sich in einer Art Vorraum. Es war einfach nur ein Zugang zu den Toiletten. Also begab sie sich in die Damentoilette und tat so als würde sie müssen. Auch hier gab es keine Fenster, nur kleine Lüftungsgitter. Zu klein um dadurch zu kriechen.

Spülung betätigen, zum Waschbecken gehen. Vorsichtig raus schauen, ja alles klar, keiner zu sehen! Perfekt! Es waren insge-samt 3 Türen, Damen, Herren und? Also war es ein Versorgungs-zugang um die Toiletten mit Klopapier und Seife zu bestücken! Vielleicht war die Tür offen. Vorsichtig drückte sie die Klinke, ja sie lies sich öffnen. Schnell steckte sie den Schlüssel vom Klo in das Schloss von innen und verschwand durch die 3. Tür. Es tat sich ein langer Gang vor ihr auf mit vielen kleinen Türen, hinter jeder Tür war ein Gewusel. Alle waren eifrig dabei etwas zu tun. Langsam und vorsichtig ging sie an geschätzten 10 Türen vorbei. Sie hatte das Gefühl immer tiefer in die Katakomben zu gehen. Kein Laut, keine Gespräche vernahm sie, nur eifriges Arbeiten. Immer weiter ging sie. Irgendwann näherte sie sich einer etwas anders aussehenden Tür. Sie war nicht aus Holz, sondern aus Eisen und hatte links daneben eine kleine Tastatur mit 10 Ziffern. Da es keine Klinke gab, musste wohl eine Zahlenkombination diese Tür öffnen. Nur welche?

´4 Ziffern. Nur welche? Mein Geburtsdatum? 131178 rot! Mist! Wann hatte der Kerl noch mal Geburtstag? 040167 Also probiere ich mal 1311, nee Mist falsch! 1378? Wieder rot! 1178? Rot! 4167? Rot! Mist! Er wird doch nicht... 8604? Grün! Das gibt es nicht woher weiß er ihr Geburtsdatum?! Der muss mich aber schon ne Weile beobachten!`

Vorsichtig und geräuschlos öffnete sich die Tür und sie betrat einen dunklen Raum. Nach wenigen Schritten, bemerkte sie das sie sich in einer Art Kommandozentrale befand. Überall waren Monitore es mussten hunderte sein! Alles schien mit Kameras überwacht zu sein! Ein riesiges Pult mit zig tausend Knöpfen. Sie stand einfach nur da und war restlos überfordert. Von außen machte alles den Eindruck, als würde hier mit einfachsten Mitteln gearbeitet und alles wäre total rückständig aber jetzt das....! Sie schüttelte den Kopf und versuchte sich an den Monitoren zu orientieren. Das war gar nicht so einfach. Also begann sie links unten und stellte fest, dass hier wirklich ALLES überwacht wurde! Also hier war der Schlafraum, hier der Speisesaal, der Arbeitsraum, sogar hier war alles noch fein säuberlich nach Männer und Frauen getrennt. Stück für Stück arbeitete sie sich vor. Sie fand ihn nicht. Wo ist er? Er sollte sich doch unauffällig verhalten! Monitor für Monitor suchte sie alles ab. Nichts! Hier war tatsächlich auch die alte große Burg. Aber auch ihre Tochter war nicht zu sehen. Das konnte doch nicht sein! Jeder Winkel war zu sehen nur die Beiden konnte sie nicht finden!

Also wenn die auf den Bildschirmen nicht zu sehen waren, war das dann ein schlechtes Omen? Weiter immer weiter suchte sie. Irgendwann glitt ihr Blick auf die vielen Tasten und Knöpfe. Jeder war beschriftet. „Abends“ „Nachts“ „Arbeit“ „Pausen“ Hier gab es aber auch alles. Was würde passieren, wenn sie jetzt während der Arbeit den Knopf „Nachts“ drücken würde? Oder gar „Pause?“ Was sollte es was hatte sie zu verlieren?! Sie drückte „Nachts“ und es dauerte nicht lang, da sah sie auf fast allen Bildschirmen, wie die Arbeiter direkt an ihrer Arbeit einschliefen und einfach liegen blieben wie im Dornröschenschloss. Oh das würde auffallen. Schnell drückte sie den Knopf „Pause“ und alle erwachten langsam wieder und begannen miteinander zu reden und zu schwatzen. Es mutete sehr seltsam an, als wären es Marionetten. Gespenstig!

Aber irgendwie machte es auch Spaß sie fremd zusteuern. Sie fand immer mehr Gefallen daran und probierte alle Knöpfe aus. Irgendwann bemerkte sie aus dem Augenwinkel heraus eine Bewegung. Erschrocken drehte sie sich um, das war jetzt nicht wahr! Er stand groß und beeindruckend da! Einfach so! Sie hatte ihn die ganze Zeit nicht wahr genommen! Aber auch jetzt bewegte er sich nicht, er stand einfach nur so da. „Was machst du schon wieder hier? Es gefällt dir wohl tausende Marionetten zu haben?! Glaubst du nicht es schadet deinem Volk wenn du sie ständig unter Drogen setzt?! Was hast du dann gekonnt?“

Er antwortete nicht. Er stand einfach nur da. Keine Reaktion. Sie näherte sich ihm langsam. Von ihm kam keine Reaktion! Als sie direkt vor ihm stand bemerkte sie, das es nur ein Hologramm war. Hatte er sich ihr jeder Zeit überall so zeigen können? Hatte er sie die meiste Zeit getäuscht?

Etwas ratlos stand sie nun dort und überlegte. ´wenn das Hologramm hier ist, wo ist er dann? Wie weit würde wohl die Reichweite sein? Ob er schon hier ist oder hält er sich fern?` Ein Hologramm konnte ihr nicht gefährlich werden, also wendete sie sich wieder den Bildschirmen zu. Irgendwo mussten die Beiden doch zu sehen sein!

Sie begann noch einmal von vorn jeden Bildschirm mit den Augen zu scannen. Schon als sie fast die Hoffnung aufgegeben hatte bemerkte sie auf einem Monitor unten rechts eine seltsame Bewegung. Sofort schaute sie noch einmal hin. Ja er war es aber wo war er. Es sah aus als würde er sich in einem Gewölbe befinden. Sie konnte dieses Bild einfach nicht zu ordnen. Und was war das an seiner Brust? Es war auf diesem Monitor echt schlecht zu sehen. Dadurch das es so viele waren, hatten sie auch nicht so eine richtige Größe. Aber es sah fast aus wie eine, ja wie eine Sprengstoffweste! Oh nein das war nicht wahr, er hatte sich schon wieder erwischen lassen! So ein Depp!

Aber wo war das. Solch ein Gewölbe hatte sie in der ganzen Zeit noch nicht gesehen. Also ein Gewölbe konnte nur unten sein und sie war unten also konnte er nicht weit sein! Sie versuchte sich weiter anhand der Bildschirme zu orientieren aber es gelang einfach nicht, sie kannte sich hier nicht genug aus. Auf einmal erschrak sie. „Nein! Nein nein nein! Was macht sie hier?“ Ihre Tochter auf einem Balkon oder einer Art Loge, aber wo war das? Hier? In der Burg? Oh bitte bitte nicht hier!“

Also sich hier zu orientieren war fast unmöglich ohne weitere Vorkenntnisse. Langsam durchschritt sie den Raum und grübelte und überlegte, wägte ab und verwarf wieder! So ganz allein eine Entscheidung treffen, einen Plan schmieden ohne Kenntnis der Begebenheiten, das konnte nicht klappen!

Sie tigerte weiter durch den Raum und würde noch immer von rechts nach links laufen, wenn da nicht auf einmal ein kleiner Bildschirm zwischen den vielen Knöpfen zum Vorschein kam, zumindest hatte sie ihn bisher nicht wahr genommen! Sie näherte sich diesem Bildschirm und sah, dass es eine Art kleiner Computer war. Sie überlegt ob sie damit etwas anfangen könnte. Als sie ihn berührte, bemerkte sie, das er sich heraus nehmen lies. In der Hand haltend wie ein kleines Tablett war. Sie suchte sich eine Ecke von welcher aus sie die Tür und die Bildschirme im Blick hatte und setzte sich mit dem Rücken zur Wand auf den Boden. Also dieses hier war anderes als jedes war sie bisher in der Hand hatte und das waren gewiss schon viele!

Stück für Stück arbeitete sie sich durch das Menü. Irgendwann kam sie bei einer Art Routenplaner an. Ok und wie nun eine Route planen, wenn man nicht wusste wo sich der Zielort befand?!

Immer wieder schaute sie auf die Bildschirme aber es veränderte sich nicht viel, aber vielleicht sollte sie die Pause beenden, sonst würde es auffallen, wenn die Leute auf einmal so viel miteinander sprachen?! Sie drückte „Arbeit“und alles schien wieder seinen gewohnten Gang zu gehen. Auf einmal stellte sie fest, dass jeder Bildschirm mit einer Nummer beschriftet war. Ja vielleicht würde das klappen, wenn sie bei der Route die Bildschirmnummer eingeben würde...!

Also gab sie 114 ein und es kam eine Fehlermeldung. Aber es lag offensichtlich daran, das dies ja auch keine Adresse war.

Eine gefühlte Ewigkeit probierte sie damit herum.

Irgendwann erschienen viele kleine Bildschirme auf dem Bildschirm. Was war das? Sie verglich mit den anderen und ja es waren die Gleichen nur im Handtaschenformat. Aber was würde es ihr nützen? Sie konnte Wege, Räume und Gänge beobachten aber sie nicht zu ordnen, sie kannte sich hier nicht aus und das Bild war zu klein um Details zu erkennen. Auf Kamera 114 erkannte sie ihn und er stand noch immer an dem Pfosten, mit der Sprengstoffweste.

Sie tigerte durch den Raum während sie überlegte. Was sollte sie tun? Würde er wirklich seinen eigenen Sohn opfern oder war er nur der Lockvogel? Konnte es ihm nicht egal sein, was sie tat? Sie konnte ihm so ganz allein doch wohl kaum gefährlich werden!

Immer noch diesen kleinen Bildschirm in der Hand erreichte sie eine winzige, dunkle in einer hinteren Ecke eingelassene Tür.

´hier war wohl für Zwerge geplant worden. Ich bin ja schon nicht groß aber hier muss ja selbst ich auf allen Vieren durch!`

Sie klinkte vorsichtig und ja sie war offen. Auf allen Vieren krabbelte sie langsam in den Gang hinein. Es war stockdunkel und nur der kleine Bildschirm gab ihr etwas Licht. Rechts und links oben verliefen kleine dünne Kabel, jeweils 5 in verschiedenen Farben. Wie Stromkabel sahen sie eigentlich nicht aus, dafür waren sie zu dick- ´keine Ahnung wie Stromkabel aussehen können!`

Sie krabbelte weiter und weiter. Es gab kein Licht, kein Luftschacht, nichts um sich zu orientieren. Immer wieder schaute sie auf den Bildschirm, aber es veränderte sich nichts. Alles blieb wie sie es vorhin schon gesehen hatte. Ihr kam es vor als würde sie jetzt schon seit Stunden auf allen Vieren unterwegs sein, alles tat ihr weh. Sie konnte sich kaum noch vorwärts bewegen. Aber eine Umkehr war unmöglich. Es war einfach zu eng um sich zu drehen. Also konnte sie nur weiter nach vorn. Immer weiter und weiter ging es. Irgendwann schaute sie wieder auf den Bildschirm und bemerkte das etwas nicht stimmte, er war weg?! Ja wirklich er war weg! Wo konnte er hin sein? Der Pfosten war noch da aber der war jetzt leer!

Langsam stieg eine leichte Panik in ihr auf. Was wenn es jetzt passieren würde? Was wenn sie zu spät dran wäre? Was? Wenn? Ja wenn es jetzt los ging? Sie krabbelte immer schneller und schneller auch wenn sie überhaupt nicht wusste wohin, aber sie musste weiter! In einiger Entfernung sah sie einen leichten Lichtschimmer. Sie versuchte so schnell zu krabbeln, dass sie sich mehrfach den Kopf an der Decke stieß. Sie wollte hier nur noch raus. So langsam bekam sie in dem Gang Panik. Es dauerte ewig und der Lichtschein kam nicht wirklich näher. Eigentlich hatte sie bisher immer geglaubt keine Platzangst zu haben, aber das hier war echt heftig! Eine Ewigkeit war sie so gekrochen und nun glaubte sie auch das der Lichtschein heller wurde. Sie konnte Umrisse einer Tür und ein Schloss erkennen! ´oh nein ein Schloss, hoffentlich ist es nicht abgeschlossen! Ich dreh hier sonst durch!`

Jeder Meter war eine Qual, sie konnte nicht mehr und ihre Knie waren wund aber sie hatte auch Angst an der Tür anzukommen und zu erkennen, dass es ein Fehler war hier hereinzukriechen!

Sie war an der Tür angekommen. Vorsichtig versuchte sie durch das Schloss zu schauen, konnte aber nur eine Holztruhe oder einen Holzschrank erkennen. Was auch immer es war aus Holz, und eckig. Sie lauschte, konnte aber keine Stimmen hören. War das jetzt ein gutes Zeichen? Sie tastete die Tür ab und konnte keine Klinke erfühlen. ´nein! Nein! Nein!` Schrie jede Faser in ihrem Körper das konnte jetzt nicht sein! Das durfte nicht sein! Sie nahm den kleinen Bildschirm und versuchte im Halbdunkel mit ihm etwas Licht zu bekommen um etwas zu erkennen. Stück für Stück untersuchte sie die Tür, konnte aber nichts Ungewöhnliches erkennen. Es schien eine normale Tür zu sein. Was nun? Sie konnte sich auf den Bauch legen, auf den Rücken drehen aber nicht umdrehen. Sie kam einfach nicht rum, um wieder zurück zu krabbeln.

Erschöpft blieb sie liegen.

Sie musste wohl eingenickt sein. Als sie wieder munter wurde, taten ihr alle Knochen weh! Aber so richtig konnte sie sich auch nicht recken und strecken. Es ging einfach nicht. Sie schaute auf den Bildschirm und die Batterieanzeigen zeigte noch blinkende 30 % an. Also bis zurück kam sie damit ohnehin nicht mehr. Plötzlich hörte sie Stimmen. Sollte sie rufen? Sich zu erkennen geben? Was nun? Die Stimmen waren schon wieder dabei sich zu entfernen, als sie ihren ganzen Mut zusammen nahm und gegen die Tür hämmerte „hallo! Hört mich jemand? Kann mir bitte jemand helfen? Hallo!“

Die Stimmen verstummten kurz, dann hörte sie Schritte in ihre Richtung kommen. Sie rief wieder „hier hier unten hinter dieser Tür! Bitte helft mir! Lasst mich hier raus!“ Ein Flüstern, dann Stille, Stille und nun? Nach einer gefühlten Ewigkeit hörte sie wie jemand näher kam und einen Schlüssel in das Schlüsselloch steckte. Dann öffnete sich die Tür und der helle Lichtschein blendete sie wie 1000 LED Lichter. Es brannte richtig in den Au-gen. Noch bevor sie raus klettern konnte wurde sie unter den Achseln gepackt und raus gezerrt. Draußen versuchte sie sich aufzustellen aber durch die ewige auf allen Vieren vorwärts Kriecherei hatte sie das Gefühl ihre Beine wollten sich einfach nicht mehr durchstrecken. Sie konnte ihre Beine nicht gerade machen, ihre Knie nicht durchdrücken. Es ging nicht und sie sackte sofort wieder zusammen. Auf den Knien hockend hob sie den Kopf und hatte zu tun alles zu ordnen. Da standen 2 Wachen - Humanoide, ein Mann mittleren Alters und 2 Frauen. Etwas ver-wirrt wurde sie angeschaut.

Wieso bist du nicht an deiner Arbeit? Wer bist du? Was machst du hier?“

herrschte der Mann sie an. Etwas ratlos, verloren und auch frierend kniete sie da und wusste nicht so recht was sie antworten sollte. Waren es Lemminge von ihm und wollten sie bei der Zerstörung mitmachen oder waren es Gegner des Planes? Wem konnte sie trauen?

Sie zuckte mit de Schultern und schaute stur vor sich hin. Nein sie würde nichts sagen!

Auf einmal donnerte es: „Was glaubt ihr wer sie ist? Sie ist Diejenige welche hier alles durcheinander gebracht hat! Sie ist Diejenige welche sich nie unterordnen kann! Sie ist Diejenige welche immer quer läuft! Ja dieses 1 % ist sie!“

Sie wurde von beiden Wachen geschnappt und mit gezerrt. ´was denn noch? Was kann denn jetzt noch kommen?`

Sie erkannte diesen Gang mit den vielen Säulen wieder. Ja dies musste der Gang sein, wo sie seinen Sohn an einer Säule gesehen hatte. Vorsichtig schaute sie sich um hier gab es nicht viel. Nur der Gang und rechts davon viele Holztüren, in der Mitte kam ein Lichtschein von oben an. Aber das konnte nicht sein, denn da oben konnte keine Sonne sein. Was auch immer es für ein Licht war, es imitierte die Sonne hervorragend. In der Mitte war eine Art Wiese mit ca. 6 Bäumen, eine Bank und eine etwas größere Hecke. Alles sah so natürlich, so echt aus. Sie liefen den Gang weiter und gingen so Stück für Stück immer höher. Keine Treppen, nein einfach bergan. ´diesen Weg mit Inlinern runter! Das wäre gewiss lustig und sie würde richtig Geschwindigkeit drauf bekommen! Was ich wieder für komische Gedanken hab! Ich glaub ich muss mir hier um andere Dinge nen Kopf machen aber gewiss nicht, wie man seine Freizeit hier verbringen kann!`

Mittlerweile waren sie eine Etage höher und dieser Weg schien kein Ende zu nehmen. ´hier scheint alles etwas größer zu sein!`

Auf einmal sah sie aus dem Augenwinkel heraus, 2 Etagen höher eine Gestalt. ´war sie es? Nein das konnte nicht sein! Würde er sie mit hierher bringen? Meine Kleine!`Als sie kurz zögerte um genauer hinzuschauen, wurde sie weiter gestoßen. Hier gab es kein Stehenbleiben kein Zögern, einfach weiter gehen. Vielleicht hätte sie später noch einmal die Gelegenheit genauer hinzuschauen.

Sie gingen weiter und kamen so immer höher. Sollte es hier stattfinden? Wo wurde sie jetzt hingebracht?

Irgendwann näherten sie sich einer Art Podest. Sie waren am höchsten Punkt angekommen. Die Wachen ließen sie los. Sie trat an die Brüstung und schaute herunter. Das ging verdammt tief runter. „Na du lernst aber auch einfach nicht! Warum bist du nicht einfach wieder hoch, nachdem du schon davon gelaufen bist? Aber nein da kommst du noch 2x hierher wieder zurück! Du hättest 2x gehen können und dein armseliges Leben retten können! Was hat es dir gebracht? Deine Freunde tot. Der Bürgermeister tot. Und du? Tja was machen wir mit dir?“ Dieses diabolische Grinsen war wieder da. Was nun? Ohne jegliche Regung schaute sie ihn an. In ihrem Kopf wirbelten die Gedanken nur so durcheinander. Sie wollte sich aber nichts anmerken lassen.

Auf einmal sah sie hinter ihm ein junges Mädchen aus dem Schatten treten. Ja sie war es, ihre kleine Maus erschien ihr auf einmal so groß und dabei hatte sie sie nur wenige Tage nicht gesehen!

Zögerlich kam sie näher und blieb einen Meter hinter ihm stehen.

Sie schien so verändert, konnte das sein? Nach nur so wenigen Tagen?

hallo meine Maus. Ich habe dich vermisst.“ Und wollte auf sie zu stürmen aber wurde im letzten Augenblick festgehalten. „lasst mich los ihr Schweine! Ich will zu meiner Tochter!“ Eine der Wachen hielt sie fest und drückte sie mit aller Gewalt auf die Knie! „Knie nieder wenn du mit dem Meister sprichst!“ sie knallte auf ihre ohnehin schon geschundenen Knie. Schmerzverzerrt starrte sie ihn an und wartete auf eine Reaktion. Der Typ stand da wie eine Statue und zeigte keinerlei Reaktion, in seiner Mimik war nichts abzulesen. Auch bei ihrer Tochter kam keine Gefühlsregung zum Vorschein, nichts als wäre sie eine Fremde! Stand sie unter Drogen?

Schau mich an! Erkennst du mich nicht? Was hat er dir gegeben? Wach auf!“ Es kam ihr vor, als würde sie gegen eine Wand reden, keine Reaktion, wie eine lebende Puppe oder eine Hülle ihrer selbst.

Als er einen Schritt auf sie zu kam, hielt es sie nicht mehr auf dem Boden, sie sprang auf und stellte sich ihm hocherhobenen Haup-tes entgegen.

Das du dich hierher traust! Was ist mit deinem so tollen Plan? Wann soll denn hier alles in Rauch aufgehen? Die ersten Sprengladungen hast du wohl schon angebracht?“

Er brach in ein schallendes Gelächter aus. „Hahaha meinst du meinen Sohn, ja ich weiß das du ihn gesehen hast! Nein der war nur ne Attrappe, ein Clone seiner Selbst! Glaubst du mit ein wenig TNT kann ich ne ganze Zivilisation mit einem mal auslöschen?“ Er hielt sich vor Lachen den Bauch, keine Reaktion bei den Wachen oder ihrer Tochter. ´also war er doch kein Spitzel, aber hatte ich mich mit seinem Clone unterhalten? Wen hatte ich aus dem Sack gerettet? Wer war der Echte?`

also willst du keine Sprengladungen zünden? Wie willst du dann so viele tausende Leben auslöschen? Wie willst du dafür sorgen, das die Menschen sich nicht mehr in diesem Bereich aufhalten? Du bist doch größenwahnsinnig!“ „Ich sprach von einem großen Knall, dieser kann verschieden aussehen! Was willst du eigentlich? Du bist hier runter gekommen, wärst du oben geblieben, dann wüsstest du nicht was hier geplant wird und du würdest dein kleines unwichtiges Leben weiter leben wie bisher! Aber du bist hier herunter gekommen und nun glaubst du alles über den Haufen werfen zu können und mir einen Strich durch meinen Plan machen zu können! Aber sieh ich stehe wieder vor dir und wieder stehen meine Wachen neben dir und wieder stell ich dich, diese 2. Chance hatten andere nicht, vor die Wahl! Entscheide dich für oder gegen mich! Deine Tochter hat sich für mich entschieden“ sagte er und griff ihre Hand und zog sie sacht an sich um sie dann demonstrativ von hinten über die Schulter zu umarmen. „mein Sohn hat sich gegen mich entschieden! Wenn ich ihn finde, dann wird er mich kennen lernen!“ Sprach er und drehte sich laut lachend weg! Etwas hilflos stand sie da. Was nun?

Also ich warte immer noch auf eine Entscheidung von dir! Für oder gegen mich?“ ´gibt es da etwas zu entscheiden. Von meiner Tochter ist keine Hilfe zu erwarten. Aber sein Sohn scheint ihn noch aufhalten zu können, er ist noch frei! 2 gegen.....`

Sie erhob ihre Nase, straffte die Schultern, und antwortete: „ohne mich! Wenn dein Sohn sich gegen dich stellen kann! Dann kann ich es wohl auch! Mach mit mir was du willst aber du wirst mich nicht brechen können, vielleicht biegen aber niemals brechen! Ich werde mich nicht an solch einem Massenmord beteiligen!“

Ihr stieg die Galle empor und sie musste sich fast übergeben! Ja ihr war wie ihm vor die Füße kotzen! Kotz übel und es wurde nicht besser! Er nickte seinen Wachen zu und sie wurde hart an den Oberarmen gepackt und davon geschleift. In diesem Augenblick war ihr dies auch egal. Ihr war einfach nur schlecht! ´wann hatte ich das Letzte gegessen. Na gut solange war es nun auch nicht her! Vielleicht war etwas in dem Essen was ich nicht vertrage. Was nur die Anderen vertragen, weil sie an diese Menge gewöhnt sind. Egal ich muss kotzen!` Es kam ihr hoch und sie würge ein ums andere Mal. Nein diese Blöße wollte sie sich nicht geben. Sie würde draußen im Schnee noch genug kotzen können, oder wo auch immer er sie hinbringen würde. Vielleicht war es auch bald einfach vorbei. Kein Sprengstoff, was aber dann?

Sie bekam gar nicht mit wie sie immer weiter und weiter, tiefer und tiefer in dieses Gebäude geschleift wurde. Wo sie jetzt war, war ihr unmöglich auszumachen. Kein Lebewesen war zu sehen. Es war totenstill nur diese Blechschuhe auf dem Steinfußboden.

Es wurde immer kälter und die Lichter wurden immer weniger.

Irgendwann waren sie draußen, es musste draußen sein, so kalt wie es war. Natürlich hatte sie die falsche Kleidung an aber das war ja Absicht. Sie sollte hier wohl erfrieren. Es wurde eine hölzerne Tür geöffnet. Sie wurde hinein oder besser gesagt hinaus geschoben und hinter ihr wurde die Tür fest verschlossen.

Solltest du dich da hinaus finden, kommst du an der Grenze zur Oberwelt heraus. Kleiner Tipp geh! Geh und komm nie wieder! Ich warne dich!“

´jeder Andere wäre schon tot! Was soll das? Wieder bekomme ich eine weitere Chance?! Ich glaub es ja nicht! Da scheint ja Einer doch kein Herz aus Stein zu haben! Oder, oder er empfindet doch noch etwas für mich!` dachte sie und grinste in sich hinein. ´er will also das ich mich selbst umbringe oder erfriere aber mich direkt zu töten oder den Finger auf den Abzug legen will er selbst nicht!`

Etwas verloren stand sie da. Die Sicht war extrem eingeschränkt, da hier kaum Laternen waren und durch viele hohe Hecken drang auch kein weiteres Licht. Wo war sie? Es schien merkwürdig. Hinter ihr die Holztür, rechts und links 3 m hohe Hecken, undurchdringlich! ´es ist doch nicht etwa, nein das wäre kindisch. Das ist doch nicht wirklich ein Labyrinth!` Sie grinste und lief los. Plötzlich stoppte sie abrupt.

´nein nein nein falsch falsch falsch! Ich darf nicht einfach los rennen! Ich muss mir den Weg merken, Schritt für Schritt! Ich werde es schaffen!`

Sie schloss die Augen und zählte, breitete ihre Arme aus und lies die Äste durch ihre Finger gleiten. 1, 2, 3, 4, 5, 6, rechts eine Lücke, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13 links eine Lücke, Autsch Scheiße Sackgasse! Links rein, 14, 15 wieder links rein 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, rechts rum, 11, links, 12, 13, links, 14, rechts 15, rechts 16, 17, 18, 19, 20, 21, rechts, 22, 23, rechts 24, 25, 26, links, 27, 28 29, rechts, links, 30, 31, 32, links 33, 34, rechts, 35, 36 37, jetzt ging es nach rechts, links und geradeaus. Was nun? Wenn sie jetzt jeden Gang ausprobieren wollte, bräuchte sie Papier und Stift um sich alles aufzuschreiben.

Sie hatte ja noch den Zettel von ihrer Flucht einstecken und auch den Stift. Also fing sie an sich alles aufzumalen. Aber so würde sie Jahre brauchen um alles abzugehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Merken war unmöglich! Und es war auch zu dunkel, um sich irgendwelche Zeichen in den Untergrund zu malen. ´Mensch bin ich blöd! Ich hab doch noch diesen Bildschirm! Keine Ahnung was der kann aber vielleicht gibt es hier auch Kameras und ich kann sehen wo ich bin!`

Vorsichtig zog sie den Bildschirm aus ihrem Kleid, peinlichst darauf bedacht, es nicht zu offensichtlich zu machen, sie wusste nicht ob irgendwo Kameras waren. Von der Kreuzung aus ging sie 3 Schritte weiter nach rechts und wieder rechts rein, es war eine Sachgasse, aber das war gut so. Sie ging bis zum Ende hockte sich hin, lies ihre Haare über den Bildschirm fallen und machte ihn an. Immer mit ihrem Körper und den Haaren ihn verdeckend, damit kein Lichtstrahl nach draußen drang. „Na gibst du auf? Soll ich dich raus holen lassen? Du wirst schon noch erkennen, dass du ohne mich nichts bist, ohne mich nichts kannst und ohne mich nicht überleben wirst! Ha ha ha!“ donnerte seine Stimme von allen Seiten. ´der ist doch nicht ganz richtig! Der hat doch nen Knall!` Sie stand auf: „DU wirst nicht erleben, dass ich dich um Hilfe bitte eher verrecke ich hier!“ „Wie du willst! Deine Tochter ist da vernünftiger!“ Wut stieg in ihr hoch! „Du Schwein! Du elendes Schwein! Lass sie in Ruhe oder du wirst es mir büßen! Ich werde dich jagen, ich werde dich finden und ich werde dich zur Strecke bringen!“

Sie drehte sich wieder zur Hecke und verbarg den Bildschirm mit ihren Haaren. Also verschiedene Monitore waren zu sehen, auch auf die einzelnen konnte sie klicken und sie so durch Berührung vergrößern aber das brachte ihr nichts! Wieder zurück im Menü merkte sie, das unten rechts in der Ecke eine Meldung angezeigt wurde. Sie klickte darauf und es tat sich ein Bild auf, es war eine Art Labyrinth von oben. Sie überlegte. ´ja ja ja, das ist es. Es ist das Labyrinth in welchem ich mich befinde, aber wie kann ich dieses Bild steuern?`