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Carton

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29.06.20 17:54
6 Ab 6 Jahren
Fertiggestellt

,,Kannst du ein Geheimnis bewahren Carton“, fragte mich Nico die Ratte. Ich nickte kurz und damit begann unser Abenteuer um den Sternenstaub … .

Wir stiegen auf das Dach eines kleinen Turmes und schwangen uns letztlichhinauf um alles unter uns geschehene zu überblicken. Da waren die anderen Ratten. Einfache Leute, Handwerker, Müller; und teils ihre größeren Kinder. ,,Was tun sie da“, fragte ich Nico als ich bemerkte und mir klar wurde das sie etwas spezielles im Sinn hatten. Nico schwieg erst. Dann sagte er abgeklärt und ruhig: ,,Sie suchen Sternenstaub,mein Freund, mehr nicht.“ Sternenstaub überlegte ich, was sollte

das sein? Er gab mir die Antwort auf meine Frage vorzeitig! ,,Es ist eine seltene, fast metalische Materie, in rosaner Farbe. Weicher als Gold und wertvoller als jedes bekannte Platin. So wertvoll und selten dieses auch sein mag. ,,Warum suchen sie es“, wollte ich von Nico noch wissen. Dieser wartete wieder ein wenig mit seiner Antwort. Dann sagte er: ,,Es liegt auf der Hand; um Reich zu werden.“ Ich verstand langsam den Trubel dort unten. Viel hatte ich mir nicht aus Reichtum bislang gemacht doch war er

wohl selten so offensichtlich greifbar nahe gewesen in Carton. Die Stadt der Ratten war dem Rausch nach Reichtum verfallen und das war nicht nur in Nico`s weisen Augen beängstigend mitanzusehen. Hier waren Ratten, nicht Menschen doch benahmen sie sich wie jene. Vielleicht lebten wir schon zu lange in der Stadt, nahe der menschlichen Zivilisation. Carton war eine unterirdische Stadt im Kanaluntergrund einer alten Bauernstadt. Niemand war bislang hierher vorgedrungen, niemand hatte uns je zu sehen bekommen. Alles einseitig könnte man sagen. Wir kannten die Menschen, die Menschen aber auch uns. Die

Menschen aber auch uns? Das war eine gute Frage an such selbst wie ich fand. Hatten wir doch schon so viel von ihrer Lebensweise bislang übernommen. Ein Gesellschaftliches Model ihrem Gleich hatten wir mit Carton erschaffen. Und doch war, wie gottlob zu verlautbaren und zu verbuchen war, die Ratte noch nicht menschlich hier. Vermenschlicht vielleicht, doch menschlich nein. Das war es was wir in diesem Augenblick auf dem Dach zu bestaunen vermuteten, bedrückend war es. Ratten die nach Reichtum statt nach Nahrung suchten, denen alles gleich war; nur um an Sternenstaub zu gelangen. Doch woher

kam dieses sonderbare Gut? Der Name sagte es ja bereits im Grunde. Aus den Sternen. Wer es unter unsere Stadt geschafft hatte war nicht gänzlich bekannt. Vermutet wurde vieles. Letztlich aber stand das eine fest: ,,Es änderte unsere Gesellschaft - es änderte uns Ratten.“

So war und ward es Gestern gewesen. Heute sah es noch immer danach aus. Ich lief durch die Stadt und hörte den Suchenden zu. Es ging um Gewinne, Schürfrechte; Schürfpflichten und vieles andere. Ich heiße übrigends Noctan. Ich bin ebenfalls eine ansässige Ratte und fühle mich so sehr wohl im Grunde. Wenn sich nicht alles verändert - kurzgesagt. Ich würde mich nicht als so intelligent wie Nico einstufen und doch bin ich auch nicht auf den Kopf gefallen. Ich sage das hiermit ganz Selbstbewusst. Heute geht es - es ist nicht immer so meine Art. Im

Grunde bin ich aber eine stinknormale Ratte. Ihr habt mich vermutlich noch nicht gesehen - sicher aber wohl mal einen meiner Rasse. Bis 2019 ging es uns Ratten nicht bestens aber wir lebten. Und nun da wir zivilisiert in einer Stadt namens Carton leben passt alles fast sehr gut. Doch ich beschrieb es eben schon zu Anfang es änderte sich nun da wir Ratten beginnen die Menschen und ihre Lebensart zu kopieren. Aber ich wiederhole mich. Einiges schien mir daran garnicht schlecht doch nun mündet es in ein Problem das wir Sternenstaub beim Namen nennen können. Dieses Zeug ist Wertvoll, leicht zu verarbeiten, und, und nun kommt das schwierige daran -

sein Besitz macht irgendwie süchtig. Wir lebten zuweilen von Tausch und austausch doch mit diesem Besitztum ist eine Seuche über das Volk der catonischen Ratten gekommen. Sternenstaub; ein Zeug das wunderschön nicht ist aber seine Besitzer reich macht. Es liegt unter Carton in der Erde vergraben so scheint es. Wozu wir es nutzen? Als buntes Zahlungsmittel das jeder akzeptiert in Carton. Gefunden werden kann es schwer wie es scheint. Ob es letztlich aus den Sternen kommt weiss, wie gesagt schon, niemand so genau aber es ist nun plötzlich da und hat diesen sonderlichen Namen bekommen. Wer es

hat, will mehr davon. Und insbesondere in höheren Kreisen wird es als Besitztum sehr geschätzt. Ich weis noch nicht genau was es damit aufsich hat und eben dazu bin ich nun hier an Ort und Stelle um es heraus zu finden. Obgleich ich mich frage ob ich das überhaupt wirklich ernsthaft und von Dauer will. Scheint es doch die Ratten zu komischen Gesellen zu machen. Eigenbrödlerisch wie die Maulwürfe und Besitzgierig wie die Elstern im Nest; und ansich. Deren Art war es allerdings stets schon. Unsereins war das Besitztum nie so viel Wert und ein Zankpunkt ansich. Zumindest nicht von Dauer. Das änderte sich mit dem sonderbaren auftauchen des

Sternenstaubs sehr. Nun bin ich hier und ach ja da steht ja einer dieser Großschürfer, wie wir sie nennen. ,,Guten Tag“. Er hört mich nicht und so will ich es nochmals etwas näher versuchen.

,,Guten Tag nochmal“, sagte ich. Er schien sehr beschäftigt zu sein. ,,Jaa, guten Tag“, kam es kurz zurück. ,,Ich würde gerne wissen was es mit diesem Sternenstaubzeugs aufsich hat“, sagte ich keck. ,,Es wirkt fluorizierend und macht glücklich“, sagte der Verkäufer, oder was er auch war. ,,Auf einmal wurde mir die Wahrheit schlagartig bewusst.“ Sternenstaub war, wie nannten es die Meschen, eine Droge. Ich hatte schon davon gehört. Ich entschied es näher zu prüfen und

wollte es Zuhause testen; um und und meine Theorie erproben. ,,Könnte ich etwas davon haben?“fragte ich. Der Besitzer schien nicht begeistert und schaute mich zweifelnd an. ,,Nur noch wenig. Ich erwarte erst wieder eine Lieferung. Die wäre auch günstiger.“ Ich überlegte. ,,Was wollen sie dafür haben.“ ,,Mindestens etwas im Wert von 4-5 Nahrungeinheiten pro Miligramm. ,,4-5 Nahrungseinheiten“, rief ich laut aus. Ich zog Blicke auf mich und den Verkäufer. ,,Ja“, flüsterte er. ,,Nun ruhig“, fügte er hinzu. Die Gesellschaft um mich schien wieder in ihre Gespräche vertieft zu

werden. Obgleich es nun wohl noch mehr um dieses merkwürdige stinkteure Zeug ging. Ich ahnte eine weitere Verteurerung und unterschrieb einen Schuldbrief der dem Verkäufer 5 Nahrungsrationen meines Arbeitgebers zusicherte. Dann ging ich mit einem kleinen Tütchen unter dem Pelz heimwärts. Nein, doch nicht. Ich ging zu Nico. Dieser wohnte nicht weit und oder nicht weit weg. Ich läutete wie es sich gehörte und er war nicht Zuhause. So beschloss ich doch Heim und heimwärts nun zu gehen. Unterwegs traf ich niemanden doch diese leichte Tüte mit dem seltsamen Stoff war zu sonderbar in

seinem Geruch. ,,Haben die Menschen nicht etwas das sie Gift nennen und das für jeden und jede Ratte gefährlich ist“, überlegte ich laut denkend. Ich blieb an diesem Gedanken hängen. Zuhause angekommen kochte ich mir aus Resten ein Süppchen und machte es mir im spärlich eingerichteten Eigenheim gemütlich. Dann zog ich mein kleines Microskop heraus, ich hatte es zuvor aus dem Schrank geholt wo es seit langem stand. Ich hoffte damit das Zeug betrachten zu können. Nicos Vater hatte es mir einst mal Geschenkt, doch dieser war nun schon länger tot. Es war eines

seiner seltenen Geschenke gewesen und ich erinnerte mich beim Aufbau an meinen damaligen Geburtstag. Nicos Vater war ein ernster aber netter Rattenmann gewesen. Ich wollte nicht über seinen Tod nachdenken und so kam ich von weiteren Gedanken ab. Ich nahm die Tüte mit dem Miligramm Sternenstaub zur Hand. Ich öffnete sie und nahm alles was darin war in Augenschein. Ein seltsames Zeug, merkwürdig in Beschaffenheit und Farbe. Letzlich aber nicht viel davon und so nahm ich ein Körnchen zur Hand und legte es unter das Okular auf den Lichtschein der Kerze die darunter brannte. In einer kleinen Glasschale

versteht sich. Ich glaube Petrischale ist der genaue Begriff. Nun was sah ich? Es war ein komisches Harzzeugm ähnlich Kaugummi und Baumharz zugleich. Metallfäden waren auch darin, das konnte ich sehen. War das synthetisch Hergestellt?! Es schien fast so. Ich ahnte schlimmes noch nicht. Doch gleich würde sich meine Theorie bestätigen. Es war ein tödlicher Giftstoff wohl auch. Ich sah Rohölschlieren und anderes das darauf verwies. So ging das eine Weile, ich war gebannt. Neugierig suchte ich in dem Ganzen mehr zu erkennen, fand aber nixhts. Ich

entschloss mich es ohne Microskop zu prüfen. Dutzende von Ratten kauften und besaßen es und letztlich wurde es aber immer weniger. Ich nahm meinen Mut zusammen und roch daran. Das roch nicht gut. Nein geradezu abstoßend. Ich kam nicht herum es zu prüfen mit den Pfoten. Es war weich, mehlig, krieselig und fest in mancher Hinsicht und es klebte wenn man es zusammenpresste. Ich war mir nun ganz sicher. Dieses Zeug war nicht zufällig unter Carton, es war von Menschenhand erschaffen. Ob es Gift im eigentlichen Sinn war, ich wusste es nicht – aber es war stark zu vermuten. Doch hatte das schon einer geahnt. Ich glaubte nicht ernsthaft und fest daran.

Und dieses Zeug wurde in großen Mengen verkauft und konsumiert. Es bekam sogar den Gloreichen und schönen Namen Sternenstaub. Das durfte nicht sein. Ich entschloss es zu melden was ich entdeckt darüber hatte. Ich war mir sicher , es war gefährlich. Lebensgefährlich. Vielleicht sogar das. Als ich das Haus verlies eilte ich mich, ich hatte die Sternenstaubtüte Zuhause gelassen und wollte zur Behörde für Rattenangelegenheiten des öffentlichen Interesses. Es ging länger. Viel war auf der Straße los, es dauerte bis mich alle im

Sternenstaubwahn, vorbeiliessen und ich letztlich bei den Polizeibeamten anlangte. Ich ging hinein. Das Beamtenheim und sein Posten war spärlich besetzt. Es war nicht viel los. ,,Wissen sie was was wir nicht wissen,“ fragte mich einer Beamten vorahnend. Das tat ich und so gab ich ihm auf den Weg was ich entdeckt und herausgefunden hatte. Es war erstaunlich wie seine Miene sich veränderte während des Gesprächs. Der eben noch interessierte Beamte wurde zu einem missmutigen Schalterbeamten. Letztlich sagte er: ,,Ich weiss, wir wissen das!“ ,,Was, sie wissen das und wissen das es

so gefährlich ist vermutlich oder zumindest sein könnte.“ Der Beamte wurde ganz ruhig - nicht direkt nachdenklich aber bekümmert . Er schnaufte tief und Atmete tief durch, dann sagte er: ,,Es ist uns allen alles schon bekannt, aber die Sache geht in die höchsten Kreise unserer Gesellschaft“. ,,Sie dürften Recht haben.“ Ich wurde nun auch nachdenklich, nein verstört. Konnte das sein? Durfte das sein. Nein. Nein, das durfte nicht sein. Ich musste doch jemanden warnen. ,,Es ist Gift vermutlich oder Giftig und sie wissen das; und ändern es nicht.“ ,,So ist es“,sagte er. ,,Wir dürfen es

nicht. Es ist legal. Legal nach ihm zu suchen, legal damit Geld zu machen oder es zu Geld zu machen.“ Unfassbar, dachte ich. Ich verlies den Beamtenposten und wusste mir nicht zu helfen. Was sollte ich tun. Unsere Rattengesellschaft war in Gefahr. In Gefahr zu sterben vielleicht auch. Ich war Machtlos. Ich beschloss nochmals Nico aufzusuchen. Er war wieder nicht Zuhause. Ich ging zum Platz wo die Sternenstaubschürfer waren und standen. Es waren mehr geworden. Wer oder was war das!? Da war ja Nico, er stand da. Er hatte ein Pappbanner um und dieses zierten die

Buchstaben: S T E R N E N S T A U B - Lebensraub ( Gefährlich schön )

Ich war stolz und Verstand. Verstand ihn.

Autorennotiz

2019 © Simon Käßheimer

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Thekota12 Am 24.11.2019 um 10:03 Uhr
Schöne Geschichte, gefällt mir.
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Simon (Autor)Am 05.06.2020 um 18:39 Uhr
Dankeschön. :)

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Kapitel: 4
Sätze: 191
Wörter: 1.976
Zeichen: 11.600

Kurzbeschreibung

Ein kleines Abenteuer mit etwas Moral