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Masery Akins - Flammen

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30.05.21 18:27
12 Ab 12 Jahren
In Arbeit

Wo bin ich? 

Panik überkam mich und durchflutete meinen Körper. 

Schwärze. 

Nichts als Schwärze umgab mich. 

Ich hörte das ängstliche Klopfen meines Herzens. 

Schnell, laut und unregelmäßig.

Was war geschehen? 

Keuchend drang mein Atem aus meinem Mund. Die Trockenheit in meiner Kehle, machte es mir schwer zu schlucken. Unkontrolliertes Zittern schoss durch meine Gliedmaße. Knarrende, knackende Geräusche drangen gedämpft zu mir hindurch. 

Warum konnte ich mich nicht bewegen? Tausende kleine Stiche, wie nadelspitzen, bohrten sich quälend in meinen Rücken. Meine Hand ertastete verkrampft den Boden. 

Kalt, erdig und steinig. 

Ein Wald? 

Meine Gedanken waren verwoben, wie ein Knäuel Wolle. 

Wer war ich? 

Ich versuchte angestrengt mich zu erinnern, doch es gelang mir nicht. Die Angst hatte mich einfach zu sehr im Griff. Krämpfe überfluteten mich Wellenartig. Ich schloss meine Augen. Versuchte ruhig zu atmen. Doch ein tiefes Grollen, in nicht allzu weiter Entfernung, ließ mich aufhorchen. 

Was war das? 

Mein Herz schlug noch schneller, es galoppierte davon. Ich musste hier weg. Krampfhaft versuchte ich erneut mich zu bewegen. Schmerzen folgten darauf. Brennende, stechende Schmerzen in meinen Venen. Wie ein Lauffeuer breiteten sie sich aus und nahmen mich vollends ein. Stumme Schreie entflohen meinem Mund. 

Ich brannte. 

Ich war das Feuer.

Würde ich nun sterben? 

Oder war ich bereits Tot?

Ein Duft, unverkennbar, kroch in meine Nase. Ein Duft welcher mich schon sehr lange verfolgte...

Ruckartig schreckte ich auf, als mein Wecker läutete. Schweißperlen liefen in dünnen Rinnsalen meine Schläfen hinab. 

Mein Herz hämmerte in meiner Brust. Ein Traum, es war nur ein Traum. Versuchte ich mich zu beruhigen. Unglaublich wie real Träume doch werden konnten. Sämtliche Muskeln in meinem Körper waren an und verspannt. Mein Kopf schien zu explodieren. Ich atmete tief ein und aus. Setzte mich aufrecht und wusch mir den Schweiß von meiner erhitzten Stirn. Behutsam setzte ich meine Füße auf den kühlen Dielenboden und stand auf. Die letzten Tage waren wohl zu viel für mich. Dachte ich mir und schleppte mich in mein Badezimmer. 

 

Ich hörte das poltern meines kleinen Bruders nebenan. Ruben war wach und suchte wohl nach seinen Spielsachen. Mum hatte alles in Kisten gepackt. Was meines Erachtens total unnötig war. Denn unser neues Haus war nur fünf Meilen von unserem alten Zuhause entfernt. Säcke hätten es auch getan. Die Pentland Hills waren unglaublich schön. In mitten der Highland's , am Rande des Nationalparks waren mehrere winzige Siedlungen, mit nicht mehr als zwanzig Häusern. Eines davon war nun mein neues Zuhause. Es gefiel mir hier sehr gut. Ich liebte die Natur und davon gab es hier mehr als genug. Allein die Lage unseres Hauses war phänomenal. Wir lagen direkt am Glencorse Burn, ein Bach dessen Ursprung in mitten der Pentland Hills lag. Klares, sauberes Trinkwasser. Ich hatte mir fest vorgenommen, in den Sommermonaten zum Glencorse Reservoir zu wandern. Von dort aus hatte man sicherlich eine unglaubliche Aussicht. Das würden ganz bestimmt tolle Fotos werden. Außerdem sah man dort bei niedrigem Wasserstand die mittelalterliche St. Catherine's Chapel. 

Ich drehte den Wasserhahn auf und spritzte mir das kühle nass ins Gesicht. Das wummern meines Kopfes wurde allmählich besser. Doch der Blick in den Spiegel verriet jedem umgehend, wie meine Nacht war. Mein von Sommersprossen übersätes Gesicht, schien noch blasser zu sein als sonst. Meine sonst so strahlenden Blauen Augen, wurden von dunklen Ringen überschattet. Genervt rollte ich mit den Augen. Toller Start an der neuen Schule, dachte ich mir. Ich band mir meine schwarzen Haare zusammen und Schritt zurück in mein Zimmer. Es würde eine Ewigkeit dauern, bis ich was passendes zum anziehen fand. Also durchforstete ich etliche Kisten, nur um eine Jeans und einen Pullover zu finden. Zu meinem Glück war es mein Lieblingspullover. Ein sattes dunkles grün, nicht zu figurbetont und mit einem riesigen Rollkragen. 

 

„Masery bist du wach?! Masy?!", ertönte die Stimme meiner Mum hallend im Treppenhaus. 

„Ja Mum, gib mir zwei Minuten!", rief ich zurück und rollte ein weiteres Mal mit meinen Augen.

 

Ich schnappte mir meine Tasche und warf sie mir über die Schulter. Mein Blick schweifte über das Chaos, welches sich mein Zimmer schimpfte. Das momentan nichts weiter als mein Bett und etliche Kisten beinhaltete. Genervt öffnete ich die Tür und blickte in zwei braune Augen.

 

„Masyyy, weißt du wo mein Bagger ist?", fiepte Ruben und zog eine Schnute. Nervös knetete er seine kleinen Hände und sah mich ungeduldig an.

„Leider nicht mein kleiner. Hast du Mum schon gefragt?", lächelte ich und wuschelte ihm durch seine braunen Locken. Kopfschüttelnd verneinte er meine Frage und hing sich an mein Bein. Sowie er das immer tat. Grinsend stampfe ich mit ihm im Schlepptau die Stufen hinab.

Dabei gab ich Zombie Geräusche von mir, was Ruben wiederum zum Lachen brachte.

Ich liebte diesen kleinen Quatschkopf. Auch wenn er nur mein Halbbruder war. So war Ruben ein sehr wichtiger Teil meines Lebens. Erst recht, nachdem sein Vater uns verlassen hatte. Eddie hatte uns allen was vorgespielt und er war verdammt gut in seiner Rolle gewesen. Selbst ich hatte ihm mein Herz geöffnet. Obwohl niemand meinen Dad ersetzen konnte. Keith ging morgens zur Arbeit und kehrte nicht mehr zurück. Es war eine schwere Zeit. Mum war der Depression verfallen und ich war noch so jung. Gerade sechs Jahre alt. Er fehlt mir immer noch, doch Eddie konnte diese Lücke beinahe schließen. Mum wurde schwanger und Ruben kam zur Welt. Eddie begann zu trinken. Den Auslöser dazu, fanden wir nicht. Irgendwann, ich glaube es war sogar an Ruben's dritten Geburtstag, packte er seine Koffer und verließ uns. Mum war ziemlich gefasst gewesen. Als hätte sie dies bereits geahnt. Dies ist nun etwas mehr als ein Jahr her. Mum und ich waren ein eingespieltes Team. Ich kümmerte mich, wann immer es ging, um meinen Bruder. Während sie Arbeiten ging. Mum war Rechtsanwaltsgehilfin in Penicuik, unser vorheriger Wohnort. 

 

„Masery Schatz, du hast nur noch dreißig Minuten!", rief Mum aus der Küche. „Du möchtest doch sicherlich pünktlich sein.", fügte sie hinzu und erschien lächelnd in der Tür. 

Kopfschüttelnd wandte sie sich ab. 

 

„Wir sind ja schon da Mum.", antwortete ich ihr und warf Ruben eine Grimasse zu. Was den kleinen Fratz erneut zum Lachen brachte. Sein Bagger schien nun nicht mehr so wichtig zu sein. 

Die Küche war der einzige fertige Raum in diesem Haus. Eine große Fensterfront, welche nach Norden ausgerichtet war, bildete meines Erachtens das Herzstück dieses Raumes. Denn die Aussicht war phänomenal. Eine große Terrasse, mit Blick auf unseren Garten und den dahinter liegenden Mischwald. Hinter dem sich die hügelige Landschaft der Highlands erstreckte. Ein freistehender Herd und die kleine gegenüberliegende Küchenzeile versprühte einen gewissen Charme. Ich mochte den Cottage Style. Mum reichte mir eine Tasse Kaffee, während wir uns an den kleinen alten Tisch setzten. 

 

„Bist du aufgeregt?", fragte sie mich lächelnd und nahm einen Schluck aus ihrer Tasse.

 

„Schon, aber schlimmer als in der Stadt kann es nicht werden. Immerhin gibt es in dieser Gegend nicht so viele Leute.", gab ich ehrlich zurück und schluckte meine Nervosität runter. 

 

„Du machst das schon. Sie werden dich mögen. Außerdem sind es nur noch sechs Wochen bis zu den Ferien.", lächelte Mum mir aufmunternd zu.

 

Mein Blick ging kurz zu Ruben. Er war dabei seine Cornflakes zu verdrücken. Als er inne hielt.

„Mummy, darf ich auch in den Kinderhort?", fragte er mit großen Kulleraugen.

 

„Natürlich mein Schatz, Masy wird dich hinbringen. Ich muss mich nun auf den Weg machen.", zwinkerte sie ihm zu, stand auf und gab ihm einen Kuss. Bevor sie die Küche verließ, formte sie wortlos viel Glück.

 

Lächelnd stopfte er sich den letzten Löffel in den Mund. Ich nahm meinen coffee to go Becher und füllte ihn. Den würde ich heute benötigen. 

 

„Bist du soweit?", fragte ich Ruben. Welcher mir zunickte.

„Dann mal los, sonst komm ich noch zu spät.", fügte ich hinzu.

 

Draußen war es herrlich. Die kühle frische Luft tat unglaublich gut. Sie war so rein, wie man es selten erlebte. Der Kinderhort war in unserer Siedlung, weshalb hier morgens einiges los war. Denn alle Kinder der umliegenden Siedlungen, mussten hier her in den Hort. Erstaunlicherweise waren nur wenige mit dem Auto unterwegs. Fahrräder und Pferdekutschen waren überwiegend das erwählte Fortbewegungsmittel. Irgendwie mittelalterlich, dachte ich mir.  Der Hort war ein großer alter Bauernhof, dessen eine Scheune umgebaut worden war. In Ruben's Augen funkelte es. Er liebte Tiere, hier würde er sich wohl fühlen. Da war ich mir zu einhundert Prozent sicher. Er zog mich regelrecht hinter sich her. Eine Frau mit blonden kurzen Haaren lächelte mir freundlich entgegen. 

 

„Hallo, mein Name ist Inna. Du musst Ruben sein.", sprach sie und reichte meinem Bruder die Hand, der sie zaghaft entgegen nahm und nickte. „Sind sie die Mutter?", fügte sie lächelnd hinzu und reichte auch mir die Hand.

 

„Nein, ich bin seine Schwester. Masery.", gab ich ihr zu verstehen.

 

„Entschuldige. Du kannst ihn beruhigt hier lassen. Es wird ihm hier gefallen."

 

„Sei lieb und stell keine Dummheiten an, Ja?", warnte ich ihn liebevoll aber bestimmend.

 

„Immer Masy!", grinste der kleine frechdachs und lief davon.

 

„Willkommen in unserer Siedlung. Euch wird es hier gefallen.", sagte Inna, nickte und lief in Richtung der vielen Kinder. Dort wo auch mein Bruder hingelaufen war.

 

Schweren Herzens wandte ich mich ab und ging los. Die Glancorse High lag etwas abseits unserer Siedlung. Auf einer kleinen Lichtung, in einem kleinen Waldstück. Ein Eichhörnchen kreuzte meinen Weg, was mir ein weiteres Lächeln entlockte. Die Gegend hier war soviel besser, als alles, was ich bisher gesehen hatte. Alte Laternen säumten den schmalen Trampelpfad, welchen ich gewählt hatte. Es gab auch eine nicht befestigte Straße, für jene die mit einem Auto herkamen. Meine Kamera hatte ich heute bewusst Zuhause gelassen. Sonst wäre ich definitiv zu spät gekommen. Als ich das Gebäude erspähte, war ich etwas enttäuscht. Es war wesentlich kleiner als der Kinderhort. Ich fragte mich, wo später all diese Kinder untergebracht werden sollen? Dieses Gebäude hatte nicht mehr als schätzungsweise zehn bis fünfzehn Säle. Da waren die Klassen bestimmt groß. Mein Herz begann zu klopfen. Und es schlug noch schneller, als ich die Stufen zum Eingang empor stieg.

Ich spürte die vielen Blicke, welche auf mir ruhten. Unbewusst senkte ich meinen Blick zu Boden. Es war mir sehr unangenehm. Im Inneren der Schule, war deutlich mehr los als auf dem Vorhof. Das Sekretariat war kaum zu verfehlen. Es war in mitten der Eingangshalle gebaut worden. Was ich persönlich etwas eigenartig fand. Ich blickte zur Uhr, nur noch zehn Minuten. Ich musste mich beeilen. Schnell ging ich zu der Tür und klopfte an.

 

„Herein!", flötete eine fröhliche Stimme und ich öffnete die Tür.

Hinter einem aus altem Eichenholz gefertigten Schreibtisch, saß eine ältere Dame mit grauen Haaren, welche mir freundlich zu lächelte.

 

„Komm ruhig rein liebes, ich beiße nicht.", zwinkerte sie.

„Du musst Masery Akins sein, richtig? Was für ein schöner, außergewöhnlicher Name. Ich bin Dona.", sprach sie drauf los und nahm mir so ein wenig meine Aufregung.

 

„Danke Dona. Ich wollte meinen Stundenplan abholen.", antwortete ich ihr und hatte den Schreibtisch erreicht. 

 

„Natürlich. Hier, du wirst bei Mr. Grant in der Klasse unterkommen. Links den Korridor runter, letzter Klassensaal.", lächelte sie und überreichte mir meinen Stundenplan. Gerade als ich ihr antworten wollte, klingelte ihr Telefon. Ich wandte mich um und Schritt zurück auf den Flur. 

Nur noch wenige Schüler tummelten sich in den Gängen. Ich musste mich beeilen. Mein Herz schlug nun wieder schneller. Auch mein Mund blieb von der Aufregung nicht verschont. Er war so trocken, wie die Wüste selbst. Der Blick auf den Plan verriet mir, dass ich nun Geschichte hatte. Die Tür des Saales stand noch offen. Ich nahm einmal tief Luft und schritt hinein. Augenblicklich verstummten alle Gespräche. Neugierig wurde ich beäugt. Was ich als äußerst unangenehm empfand, ich stand nicht gerne im Mittelpunkt. Als die Tür hinter mir dann noch ins Schloss fiel, zuckte ich zusammen. Was ein leises Gelächter zur Folge hatte.

 

„Genug! Wie ihr sehen könnt haben wir eine neue Schülerin in unserer Klasse. Würdest du dich und bitte kurz vorstellen?", ertönte eine freundliche Stimme hinter mir. Ich sah ihn an und nickte dem jungen Professor mit den Brauen Haaren zu.

 

„Ich bin Masery Akins, bin siebzehn Jahre alt und komme aus Penicuik.", fiepte ich noch immer mit gesenktem Blick. 

 

„Gut Masery , dann nimm bitte Platz.", entgegnete mir Mr. Grant und wies auf den einzig freien Platz in der Klasse. Ich folgte seinem Blick. Es war ein einzel Platz, worüber ich mich etwas freute. 

 

Mit weichen Knien ging ich los und wäre beinahe gestolpert. Ich war zu aufgeregt. Schnell setzte ich mich hin, immer noch ruhten alle Blicke auf mir. Obwohl Mr. Grant bereits am reden war. Ein Mädchen vor mir, mit roten Haaren und mindestens genauso vielen Sommersprossen wie ich, wandte sich kurz zu mir um. Lächelnd warf sie mir einen zerknüllten Zettel zu.

Eilig nahm ich ihn, ehe Mr. Grant diesen sah. Denn es gab nichts peinlicheres, als einen Zettel laut vor der Klasse vorlesen zu müssen. Mr. Grant schrieb grade Stichworte an die Tafel. Das Thema war der zweite Weltkrieg. Umgehend war ich erleichtert, denn dies hatte ich schon durchgenommen. Sie hingen hier wohl etwas mit dem Stoff hinterher.

Mit feuchten Händen entfaltete ich das zerknitterte Papier und las folgende Zeilen.

 

„Masery, halte dich an mich. Wenn du Ärger aus dem Weg gehen möchtest. Lass dich auf niemanden sonst ein." Fiona.

 

Verständnislos starrte ich auf den Zettel. 

Mulmig hob ich meinen Blick und sah ich mich um. Ich wurde regelrecht angestarrt. Ich spürte wie mir die Hitze in meine Wangen stieg und senkte erneut meinen Blick. Ich fühlte mich hier fehl am Platze. Die Stunde zog sich eine Ewigkeit hin. 

Als es endlich läutete, blieb ich vorerst noch sitzen. Auch Fiona war noch an ihrem Platz.

Erst als niemand außer uns beiden mehr im Raum war, sprach ich sie an.

 

„Wie hast du das gemeint?", wedelte ich mit dem Zettel.

Sie setzte eine ernste Miene auf und betrachte mich Stillschweigend. Dann begann sie aus tiefster Seele zu lachen.

 

„Man! Du bist ja vielleicht seltsam. Ich wollte nur die erste sein, die dich kennenlernt! Was hast du denn gedacht, wo du hingeraten bist?", lachte sie immer noch. Während ich mich etwas schämte.

 

„Du hast eine komische Art dich vorzustellen.", entgegnete ich ihr und ging gemeinsam mit Fiona zur Tür. „Keine Ahnung, aber alle haben mich angestarrt. Niemand hat gelächelt, bis auf dich.", fügte ich noch hinzu.

 

„Naja, du bist die neue. Was hast du erwartet? Das niemand Notiz von dir nimmt? Oder das alle gleich offen auf dich zu kommen? Du bist hier auf dem Land und du bist die erste von außerhalb des Reservoirs.", lächelte sie und gab mir einen sanften Schubs.

„Alle hier sind sehr nett, sie müssen dich nur erst noch kennenlernen.", fügte sie noch hinzu.

 

„Ich dachte, hier auf dem Land seid ihr offner. Zumindest ist mir das in der Siedlung so vorgekommen.", antwortete ich nachdenklich. Wobei ich erst mit drei Leuten gesprochen hatte. 

„Wie meinst du das, mit außerhalb des Reservoirs?", hing ich noch an und folgte ihr in das kleine Bistro der Schule.

 

„Du und deiner Familie, ihr seid die ersten von außerhalb des Reservoirs. Soll heißen, hier ist bisher niemand aus der Stadt zugezogen. Alle die hier leben, wohnen schon immer hier. Es sind die Gründerfamilien dieser Siedlungen.", lächelte sie und lenkte uns zu einem Tisch, an dem eine kleine Gruppe saß.

 

Dies waren interessante Informationen. Darüber wollte ich unbedingt mehr erfahren. Nur eben nicht jetzt, denn nun war das kennenlernen das oberste Gebot.

 

„Hey Leute, ich hab jemanden mitgebracht!", flötete Fiona und zerrte mich auf einen Stuhl.

Verlegen blickte ich in neugierige Gesichter.

 

„Hallo...", wisperte ich und spürte wie mir die Röte in die Wangen schoss.

 

„Das ist Ellie, Joina, Torin und Fillan.", grinste Fiona und ließ sich neben mir nieder.

Ellie war ein hübsches Mädchen, mit langem kupfernem Haar und Grauen Augen. An deren sich nun kleine Lachfältchen bildeten. Sie reichte mir freundlich ihre Hand. 

Joina war beeindruckend gut aussehend. Solche glatte Haut, hatte ich noch nie zuvor gesehen. Sie sah aus wie ein Model. Lange braune Haare mit blonden Strähnen zierten ihr perfekt symmetrisches Gesicht mit den vollen Lippen und ihren braunen Augen. Musternd nickte sie mir zu. Torin war eher ein plumper Junge, nicht sehr groß, Blondes kurzes Haar und grauen Augen. Schüchtern nickte er mir zu. Fillan hingegen war ein Adonis. Er war groß und muskulös gebaut. Seine rotbraunen Locken fielen ihm locker bis an sein markantes Kinn. Seine Augen leuchteten in einem Smaragd grün, wie man es sonst nur von Edelsteinen kannte. Er sah wirklich gut aus. Bestimmt ist er schon vergeben, dachte ich mir. Lächelnd reichte auch er mir seine Hand. Während ich erneut die Röte in meinen Wangen aufsteigen spürte.

 

„Masery? Das ist ein sehr schöner, seltener Name.", durchbrach Ellie das peinliche schweigen mit einem sanften Lächeln auf ihren Lippen.

 

„Danke, mein Dad hat ihn ausgesucht. Er ist etwas altbacken, deshalb könnt ihr ruhig Masy rufen. Das tun alle.", gab ich verlegen zurück und spielte mit einer Haarsträhne, die sich selbstständig gemacht hatte.

 

„Nein wirklich, er ist wunderschön.", bestätigte Ellie erneut und sah mich interessiert an. 

 

„Hast du dich denn hier schon eingelebt? Wie gefällt dir diese Gegend? Hast du Geschwister?", schossen nun etliche Fragen aus ihr heraus. Was mich etwas überforderte.

 

„Ähm, Ja, also die Gegend ist sehr schön. Ich liebe die Natur.", antwortete ich wahrheitsgemäß. 

„Ich habe einen kleinen Bruder, er heißt Ruben.", bei seiner Erwähnung formte sich ein kleines Lächeln auf meinen Lippen. Während die Gruppe vor mir, fragliche Blicke tauschten. 

„Eingelebt habe ich mich noch nicht so richtig, aber das wird noch werden und ihr seid alle hier geboren? Im Reservoir?", versuchte ich die Aufmerksamkeit von mir umzulenken. Ich fühlte mich nicht sonderlich wohl, im Mittelpunkt zu stehen.

 

„Natürlich! Normalerweise leben hier nur die Gründerfamilien und deren Verwandten.", gab Fillian mit einem schiefen grinsen von sich. Was ihn noch süßer aussehen ließ.

„Das ihr hier her gezogen seid, bedeutet, dass auch dein Ursprung hier im Reservoir sein muss.", hing er überzeugend an.

 

„Hmm, ich wüsste nicht, dass jemand aus meiner Familie hier je gelebt hat. Ich werde dazu mal meine Mum befragen. Jedenfalls würde dies meine Liebe zur Natur erklären.", lachte ich und trank ein Schluck Wasser, währen die anderen mir lächelnd zu nickten.

 

„Was macht ihr so nach der Schule? Wärt ihr dazu bereit mir das Reservoir zu zeigen? Irgend welche schönen Plätze oder wichtige Bauten?", fragte ich verlegen.

 

„Wir hängen immer gemeinsam ab. Du kannst dich uns gerne anschließen", gab Torin von sich.

„Ja wir werden dir alles zeigen.", hing Fiona an.

 

Dankend nickte ich ihnen zu. Nur Joina schien äußerst skeptisch zu sein. Bisher hatte sie kein Sterbenswörtchen gesagt. Ihr Blick war noch immer musternd und kalt. Sie schien mich nicht zu mögen. Ohne ein Wort stand sie auf und ging davon.

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Autor

AnkeSabineBs Profilbild AnkeSabineB

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Kapitel:3
Sätze:397
Wörter:3.341
Zeichen:19.387

Kurzbeschreibung

Masery zieht mit ihrer Familie in ein Reservoir abseits der Städte in den schottischen Highlands. Anfangs wirkt dort alles harmonisch. Jedoch ändert sich dies bereits am ersten Tag an ihrer neuen Schule. Verwirrt und wütend flüchtet sie in den Wald, wo sie eine kleine Lichtung fand. Dort trifft sie auf den mysteriösen Jungen Namens Aiden. Welcher so urplötzlich verschwand, wie er aufgetaucht war. Legenden werden aufgewühlt und sehr bald schon befindet sich Masery in mitten einer solchen Legende.

Kategorisierung

Diese Story wird neben Fantasy auch im Genre Mystery gelistet.