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| Sätze: | 52 | |
| Wörter: | 880 | |
| Zeichen: | 5.882 |
Vor ein paar Tagen wurde im Freundeskreis - wie bei uns älteren Herrschaften nicht unüblich - über Vergangenes gesprochen. Speziell darüber, wo jeder von uns jeweils gewohnt hatte. Je nach Lebensabschnitt, Sparschwein-Inhalt und Familienplanung wurden passende Quartiere bezogen. Im Nachhinein nun ein Anlass zu erforschen, welche Bedeutung die Straßennamen unserer jeweiligen Wohnadressen haben. Wie ich auf meiner Liste sehe, vorwiegend geschichtsträchtig in Wien und Niederösterreich.
Als junges Paar fanden Hans und ich unsere erste Wohnung: "Am Tabor". Historisch: Wehranlage, befestigtes Feldlager. Speziell: Wehranlage, die den Brückenkopf der Schlagbrücke über die unregulierte Donau sicherte.
Als bereits 4-köpfige Familie zogen wir in ein Reihenhaus in der Rugierstraße. Historisch: Die Rugier waren zwischen Weichsel und Oder ansässig. Dieser ostgermanische Volksstamm kam im Zuge der Völkerwanderung bis Niederösterreich (Gegend Krems), wo die Rugier ein eigenes Reich errichteten und von Odoaker (Germane, aber Feldherr in italienischen Diensten, später König von Italien) vernichtet wurden. Die Überlebenden schlossen sich den Ostgoten an. Es gibt Vermutungen, dass die Rugier ursprünglich sogar aus Südnorwegen stammen.
Mit der Zeit füllte sich unser Sparschwein wieder, die Töchter hatten ihre eigenen Familien und es war die Aussicht auf Enkelkinder gegeben. Zeit, ein neues Haus mit großem Garten und Pool zu bauen und das zahlte sich aus! Bald krabbelten und liefen drei Enkelkids bei Omi und Opa im Garten in Groß-Enzersdorf herum. Vom neuen Domizil Kanonierweg waren es nur ein paar Schritte, um in den Nationalpark Lobau zu kommen. Historisch sind Lobau, Aspern, Essling und das Marchfeld von Napoleons Truppen belastet. Bei den schrecklichen Gemetzeln kamen auch die Kanoniere zum Einsatz, die für das Laden, Zielen und Abfeuern von Artilleriegeschützen/Kanonen zuständig waren. Über den Sieg Erzherzog Karls über Napoleons Truppen bei der offenen Feldschlacht bei Aspern möchte man sich angesichts der vielen Verwundeten und Toten nicht freuen. (Die Größenwahnsinnigen sterben nicht aus!)
Die Jahre vergingen, die Töchter-Familien fanden ihre Lebensmittelpunkte selbst bei Haus, Garten und Pool. Die Enkel wurden Teens und spielten nicht mehr Verstecken im Großeltern-Garten. Omi und Opa beschlossen, Haus- und Gartenarbeit zu überdenken - öftere Urlaube lockten. Eine Verkleinerung unserer Wohnsituation wurde angedacht. Wir fanden glücklicherweise genau das Richtige, wieder in Wien, mit bester Infrastruktur und doch im Grünen. Unsere Dachterrassen-Wohnung liegt in der Lohwaggasse. Historisch sind wir wieder auf geschichtsträchtigem Grund in Aspern gelandet, doch Herr Dr. Heinrich Lohwag war ein friedlicher Naturwissenschaftler, Botaniker, Pilzexperte und der Sohn des Schriftstellers Ernst Lohwag.
Unsere Privatsache ist Nebensache, die historische Fundsache ist (m)eine launige Sachbuch-Übung! ;-)
Vor ein paar Tagen wurde im Freundeskreis - wie bei uns älteren Herrschaften nicht unüblich - über Vergangenes gesprochen. Speziell darüber, wo jeder von uns jeweils gewohnt hatte. Je nach Lebensabschnitt, Sparschwein-Inhalt und Familienplanung wurden passende Quartiere bezogen. Im Nachhinein nun ein Anlass zu erforschen, welche Bedeutung die Straßennamen unserer jeweiligen Wohnadressen haben. Wie ich auf meiner Liste sehe, vorwiegend geschichtsträchtig in Wien und Niederösterreich.
Als junges Paar fanden Hans und ich unsere erste Wohnung: "Am Tabor". Historisch: Wehranlage, befestigtes Feldlager. Speziell: Wehranlage, die den Brückenkopf der Schlagbrücke über die unregulierte Donau sicherte.
Als bereits 4-köpfige Familie zogen wir in ein Reihenhaus in der Rugierstraße. Historisch: Die Rugier waren zwischen Weichsel und Oder ansässig. Dieser ostgermanische Volksstamm kam im Zuge der Völkerwanderung bis Niederösterreich (Gegend Krems), wo die Rugier ein eigenes Reich errichteten und von Odoaker (Germane, aber Feldherr in italienischen Diensten, später König von Italien) vernichtet wurden. Die Überlebenden schlossen sich den Ostgoten an. Es gibt Vermutungen, dass die Rugier ursprünglich sogar aus Südnorwegen stammen.
Mit der Zeit füllte sich unser Sparschwein wieder, die Töchter hatten ihre eigenen Familien und es war die Aussicht auf Enkelkinder gegeben. Zeit, ein neues Haus mit großem Garten und Pool zu bauen und das zahlte sich aus! Bald krabbelten und liefen drei Enkelkids bei Omi und Opa im Garten in Groß-Enzersdorf herum. Vom neuen Domizil Kanonierweg waren es nur ein paar Schritte, um in den Nationalpark Lobau zu kommen. Historisch sind Lobau, Aspern, Essling und das Marchfeld von Napoleons Truppen belastet. Bei den schrecklichen Gemetzeln kamen auch die Kanoniere zum Einsatz, die für das Laden, Zielen und Abfeuern von Artilleriegeschützen/Kanonen zuständig waren. Über den Sieg Erzherzog Karls über Napoleons Truppen bei der offenen Feldschlacht bei Aspern möchte man sich angesichts der vielen Verwundeten und Toten nicht freuen. (Die Größenwahnsinnigen sterben nicht aus!)
Die Jahre vergingen, die Töchter-Familien fanden ihre Lebensmittelpunkte selbst bei Haus, Garten und Pool. Die Enkel wurden Teens und spielten nicht mehr Verstecken im Großeltern-Garten. Omi und Opa beschlossen, Haus- und Gartenarbeit zu überdenken - öftere Urlaube lockten. Eine Verkleinerung unserer Wohnsituation wurde angedacht. Wir fanden glücklicherweise genau das Richtige, wieder in Wien, mit bester Infrastruktur und doch im Grünen. Unsere Dachterrassen-Wohnung liegt in der Lohwaggasse. Historisch sind wir wieder auf geschichtsträchtigem Grund in Aspern gelandet, doch Herr Dr. Heinrich Lohwag war ein friedlicher Naturwissenschaftler, Botaniker, Pilzexperte und der Sohn des Schriftstellers Ernst Lohwag.
Unsere Privatsache ist Nebensache, die historische Fundsache ist (m)eine launige Sachbuch-Übung hier auf dieser Plattform! ;-)
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JamalTuschick • Vor einer Stunde und 5 Minuten | |
| Liebe Giggu, schön finde ich es, die Episode hier noch einmal zu lesen. Die Verschränkungen von Biografie und Topografie bleiben aufschlussreich. Meine Lieblingsadressen lauten: 'Zum seidenen Strümpfchen' - so heißt eine Gasse in der Kasseler Altstadt, und 'Eiserne Hand' - so heißt eine Frankfurter Straße. "Die Eiserne Hand verläuft im Stadtteil Nordend zwischen Eckenheimer Landstraße und Friedberger Landstraße." Wikipedia | ||
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