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Menschenzoo

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3.7.2018 19:49
12 Ab 12 Jahren
Fertiggestellt
Ich sehe Menschen, so weit das Auge reichet, die weilend auf diesem
              Planeten seiend. Alle verschieden und doch so gleich. Menschen  
              verschiedenen Alters, Geschlechts, Herkunft und doch im Kern gemeinsam.
              Menschen mit verschiedener Geschichte und doch Teil eben jener.
              Menschen mit freiem Willen und doch Schicksal und Naturgesetzen
              unterworfen. Menschen, die unvernünftig handeln und doch des Verstandes
              mächtig sind.
              Ich sehe die Masse, doch nicht das Individuum. Ich sehe die Oberfläche, die
              Maske, das was ich sehen soll, doch nicht das, was ich sehen will, das Wesen
              im Inneren. Jene Frau mit der Blume in der Hand. Woher hat sie diese, von
             wem oder für wen ist diese? Jener Mann in diesem Buche lesend. Welche    
              Träume, Ziele verfolgt dieser?
               Ich sehe Menschen, die in eine Richtung gehen, doch sehe ich nicht, in 
               wohin dieser Weg sie führet. Wo sind Start und Ziel? Unzählige Gesichter
               und doch sind sie gesichtslos. Ein flüchtiger Moment, ein Blick und für
               immer verschwunden. Verlust oder Gewinn, es spielt keine Rolle, sie sind
              weg in der Dunkelheit, entgehen meinem Blickfeld, werden verschlungen
              von der Ewigkeit. Kehren nie wieder!
              Geheimnisvoll, mystisch und doch uninteressant, bedeutungslos. Jene Zeit
              vor uns liegt, die niemand von jenen mehr miterleben wird. Nicht mehr als
              ein kurzes Aufleuchten stellt die menschliche Existenz dar. Und doch
              überwältigt mich das Geheimnis des Seins, der Sinn der Masse. Jeder dort
              könnte mein Glück sein. Und doch werde ich diesen unbekannten Helden
              nie kennenlernen.
              Menschen, Menschen, Menschen umgeben mich. Und doch alleine im
              Kosmos. Jeder seinem eigenen Stern folgend, nach seinem eigenen Glücke
              strebend. Zusammen im Universum und doch jeder seinen eigenen Kampf 
              bestreitend. Frei und doch gefangen. Kein Platz, keine Zeit, kein Mensch, nur
              die Masse und das Sein an sich.
              Ich sehe Kunst. Eine Masse zusammengesetzt aus Einzelnen. Unermesslich in
             all dieser Komplexität, ungreifbar in der Schnelllebigkeit des Lebens,
             unerreichbar aufgrund des Individualismus jedes Einzelnen. Ich stehe
             außerhalb und bin doch mittendrin. Ich bin der Einzelne in der Masse.
             Und nichts besonderes, diene nur einem Zweck, meine Existenz so
             bedeutungslos wie die eines jeden anderen auch.
             Denken sie so wie ich? Sind sie sich ihrer Funktion das einzelne Steinchen im
             großen Mosaik des Lebens zu sein, bewusst? Wir sind getrennt, stehen    
             alleine da. Sind dennoch verbunden und haben eines gemeinsam, das 
             Menschsein! Ich beobachte, ich denke, ich gehöre dazu. Alle sind wir Teil des
             Seins und das ist was ich sehe!

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MichaelLutzs Profilbild MichaelLutz

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