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Aurinko

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Aurinkos Kommentare

Zur Story Kinder ihrer Eltern 1
Am 12.01.2019 um 20:50 Uhr
(2) Ich werde jetzt glaube ich nicht zu jeder einzelnen Figur etwas sagen, ich hoffe, du verzeihst mir das, das würde ich glaube ich nicht angemessen schaffen. Aber zu ein paar Leuten möchte ich mich doch noch kurz äußern.

First of all: Die Oma! Oh mein Gott! *packt Fähnchen aus* Sie ist eine großartige Mischung aus Großmuttertraum und knallhart-Patin. Ich liebe sie. Über alles. Und gerade als ich dachte, dass ich diese Figur in all ihren Facetten nicht noch toller finden könnte, kommst du mit dem letzten Kapitel her, reißt ihren Heiligenschein herunter und machst aus der lieben, alten Frau endgültig die kalte, berechnende, alles für’s Geschäft tuende Patin. Es war großartig – sie ist großartig. Auch, wie du es geschafft hast, dass sie – ganz im Sinne einer Patin – halt immer irgendwie da war, obwohl sie so oft ja gar nicht selbst vorkommt, aber man immer das Gefühl hatte, sie sei präsent, war großartig. Ich konnte mir so gut vorstellen, wie sie in diesem Büro sitzt, diese Krisensitzung abhält und dann entscheidet, dass sie ihrer Enkelin jetzt den Mordauftrag gibt, weil es einfach so sein muss, weil das die Regeln sind. Sogar die – sorry – abgedroschensten Klischee-Mafiosi-Sätze haben bei ihr irgendwie stimmig gewirkt. Ich mag das wirklich sehr. Ich würde ja jetzt fast sagen, ich hätte sie gerne noch mehr in Action erlebt, aber irgendwie war ja andererseits alles, was passiert ist, irgendwie von ihr gesteuert – und wenn das nur darüber passierte, dass sie eben die Regeln vorgegeben hat, an die sich alle zu halten hatten. Irgendwie hätte ich noch so gerne mehr von ihrer Vorgeschichte erfahren: Wie war das, als ihr Mann noch gelebt hat, welche Rolle hatte sie da? Nach welchen Kriterien, außer denen, die wir kennen lernen, führt sie den Laden? War sie schon immer so knallhart, wie sie da am Ende wirkt oder hat sich das mit der Zeit entwickelt? Ich weiß, dass du auf all diese Fragen eine Antwort hast und ach…ich glaube, noch lieber als ein Dina/Jodie-Sequel hätte ich ein „The becoming of Omi!“- Prequel. Sie ist badass und liebevoll und eine tolle Patin und wahrscheinlich eine noch viel tollere Oma und wenn du wirklich mit dem Gedanken einer Fortsetzung spielst, will ich mehr Screentime für sie.

Mit Dina hatte ich gerade am Anfang wirklich meine Probleme. Sie wirkte mir zu lange etwas wie der „Kerl der Geschichte“ mit ihren multiplen Frauengeschichten, ihrer Toughness, dem Hang, Dinge mit Gewalt und den Fäusten zu lösen. Aber vielleicht muss man so sein, wenn man in einem Mafia-Clan eine hohe Position bekleidet. Die Szene unter der Dusche, wo man merkt, dass das alles eben doch nicht so spurlos an ihr vorbeigeht, war für mich unglaublich wichtig, weil man da gemerkt hat, dass es ihr eben doch nachhängt, sie berührt, etwas mit ihr macht. (Zwar nur, bis sie dann in den Wald geht, aber wie gesagt, das ist dann vielleicht einfach „Das Business“) Da hatte ich irgendwie das Gefühl, dass ich ihr mal nahe komme. Zwar konnte man aus ihren Frauengeschichten auch einiges über sie erfahren – besonders weil ich davon ausgehe, dass sie auch für verschiedene Phasen in ihrem Leben stehen, in denen ihr verschiedene Dinge wichtig waren. Das mit Jodi jetzt ist ja schon fast eine Art Familienphase, denn immerhin hat sie sich mit ihr bewusst jemanden ausgesucht, der ein Kind hat und der damit ja auch für eine gewisse Form der Sicherheit steht, nach die sie sich vielleicht auch sehnt, gerade in diesem kriminellen Umfeld, in dem sie aufgewachsen und seitdem ja auch nicht mehr wirklich rausgekommen ist. Was ich auch toll an ihr fand war, dass du die ganzen Klischeedramen, die sich bei ihr ja Zuhauf angeboten hätten (Tote Eltern, offensichtlich Bindungsprobleme, tötet Menschen, Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung) nicht als solche ausgeschlachtet hast, sondern sie einfach Teil dessen sind, was sie ist. Sehr gut gemacht, don’t feed the Dramalama. Und auch, wenn sich das zum Ende hin nochmal ein bisschen geändert hat, so ganz warm geworden bin ich mit ihr noch nicht. Aber ich glaube, sie ist mir einfach ein bisschen zu sehr Macho.

Generell mochte ich es, wie die Mafia-Handlung bei dir zwar immer der rahmengebende Handlungsstrang war, an dem sich alles entlanghangelte, aber nie der Quell für unnötiges Drama oder zu dominant wurde. Du hast immer genug Platz gelassen, für all die tollen kleinen Szenen (die Kinder im Schnee, die Sache mit der Pommes, hach, ich bin fast dahingeschmolzen!) die einem das Herz erwärmt und deine Figuren so menschlich, so nah und alles so real gemacht haben. Das war sehr, sehr schön und auch ein Grund, warum ich das heute alles in einem Rutsch durchgelesen habe, danke dafür. Und dann das Ende, so böse, so beiläufig, so konsequent, so perfekt. Wie es sein muss.

Dann…bleibt mir wohl nichts anderes übrig als nochmal zu sagen, wie gern ich das hier gelesen habe und zu hoffen, deinem Wunsch hiermit entsprochen zu haben. Ich las deinen Scheiß.
Heippä hei
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Zur Story Kinder ihrer Eltern 1 1
Am 12.01.2019 um 20:38 Uhr
Moi,
ja, ich bin deiner Aufforderung also nachgekommen und hab deinen ‚Scheiß‘ gelesen. Und jetzt hab ich mir hier sogar einen Account zugelegt. Look what you do to me.

Anyway. Auf geht’s. Ich hab ja schon sporadisch auf Twitter immer wieder was mitgekriegt, hab dann aber als ich anfing zu lesen, doch etwas gebraucht, bis ich durch das Thema – und vor allem die vielen Figuren! – durchgestiegen war. Ich weiß ich sage das immer, aber in den Seminaren sagt man uns immer, dass man positives Feedback wiederholen soll, also mach ich das jetzt, in der Hoffnung, dass du mir immernoch glaubst, dass ich das nach wie vor ernst meine: Deine Figurenarbeit. Es in diesem Geflecht mit so vielen unterschiedlichen Charakteren, die ja aber dohc alle hauptsächlich durch ihre Zugehörigkeit zur Familie ausgezeichnet werden, zu schaffen, dass man sie alle als unterschiedliche Charaktere wahrnimmt, das ist wirklich eine Leistung, vor der ich den Hut ziehen möchte. Ja, ok, ich bin zwischendrin auch mal durcheinander gekommen, wer jetzt wer war und welche Aufgaben hatte und gerade das erste Kapitel lang war ich wirklich überfordert , aber…wie immer bei dir, machte dieses…ich will es nicht Namedropping nennen, weil das so negativ konnotiert ist und den Kern des Ganzen ja auch nicht trifft, deswegen…sagen wir Figurenfülle. Diese Figurenfülle macht total Sinn, weil jeder für irgendwas gebraucht wurde, jeder hat seinen Zweck gehabt, um die Story voranzubringen, auch Bernadette, bei der ich ziemlich lang gerätselt habe „was die da eigentlich sollte“. Ich hab’s verstanden und das ist das, was ich an deinen Geschichten so sehr liebe: Es hat alles einen Sinn. Nichts und niemand passiert ohne Grund, auch hier nicht, ich wusste bei jeder Szene, warum du sie gebracht hast, was sie mir sagen sollte.

Das geht ja schon mit dieser tollen, kleinen Sequenz los, in der Dina und Jodie sich zum ersten Mal begegnen. Das ist alles so toll und beiläufig eingefädelt, dass es halt wirklich so passieren könnte und überhaupt nicht erzwungen wird. Es ist nicht dieses klassische „Prota und Loveinterest treffen sich“-Ding, da sind keine Funken in ihren Augen und obwohl wir draußen sind, singen nicht plötzlich die Vögel. Und trotzdem spürt man als Leser sofort, dass da was ist zwischen den beiden. Eine Anziehung, eine Sympathie, irgendwas. Und all das drückst du so wunderbar in diesem kleinen Dialog aus, indem Jodie ihre Angst vor den Hunden äußert und Dina sie daraufhin zurückhält (schon allein: DIE HUNDE! Diese Doppeldeutigkeit des exernalisierten Abwehrmechanismus, den Dina dann für sie zurückschraubt, ach. Ganz großes Kino, ganz groß.) … man will sofort mehr von den beiden lesen. Man will, dass sie sich wieder treffen, mehr Zeit miteinander verbringen, sich besser kennenlernen. Dementsprechend glücklich war ich, als Dina ihr dann den Kuchen vorbeigebracht hat. Ich fand, man hat da gemerkt, dass da wirklich was ist zwischen denen, etwas, dass über diese erste Anziehung hinausgeht. Das fand ich sehr, sehr schön. Und auch, wenn du den beiden meiner Meinung nach auch gerne mehr Screentime hättest geben könne, prinzipiell finde ich gut, wie die miteinander umgehen. Man merkt, dass die was aneinander haben, da ist Chemie, das finde ich gut. Auch, wie sich das immer wieder in so Kleinigkeiten äußert, etwa wenn Dina erst versucht, sie vor dem neuen Job zu schützen, weil sie Angst um sie hat, ist einfach wunderbar. Ich persönlich fand das zum Beispiel viel beeindruckender, als die Alpha-Male-ich-verprügel-jeden-der-mein-Mädel-anfasst!-Kiste. Das war mir ein bisschen too much – hat aber natürlich auch die Impulsivität und gewissermaßen ja auch die Gewaltbereitschaft herausgestellt, die Dina innewohnt. Also ich kann total verstehen, warum du das gemacht hast, den Punkt, wie wichtig Jodie für Dina ist, fand ich aber an anderer Stelle besser gemacht. Prinzipiell würde es mich schon interessieren, wo das mit den beiden jetzt noch hingeht, wie das wird, wenn Jodie dann da arbeitet und ob sie dann immer noch so unterstützend Dina gegenüber ist, wie jetzt, wenn sie vielleicht mal live mitkriegt, wie die ihre „Geschäfte“ regelt. Aber du hast auf jeden Fall genug Anhaltspunkte geliefert, dass man sich das auch schön zusammenreimen kann.
(Es gibt hier ne Zeichenbegrenzung für Reviews?! Ok....cool...Teil zwei kommt.)
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