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| Sätze: | 19 | |
| Wörter: | 191 | |
| Zeichen: | 1.133 |
Das Schreien einer Frau.
Das Wiehern der Pferde.
So dicht beieinander.
Dazwischen eine ruhige, klare Stimme.
C.M.?
Der Schrei eines Neugeborenen.
Lachen.
Feiern.
Gesammelte Gaben auf dem Eichenpfeiler.
Ich lege meine Hand darauf. Auf Münzen, Schälchen, verdorrte Kräuter. Doch ich spüre nur Nässe. Der Rauch ist längst verzogen. Hand ruht auf Kerben. Alte Asche im Holz. Fingerspitzen kribbeln. Was hat dieses Holz gesehen? Was überlebt?
Und woher kamen SIE?
Sie fluteten die Feuerfelder mit kochendem Schmerz.
Ich friere.
Wann kippte es?
Wann wurden heilende Hände gefährlich?
Wann weibliches Wissen lächerlich?
Und was geschieht mit Frauen, die hören?
Ich schlucke.
Und erinnere mich.
Die rituellen Handlungen der römischen Ärztin vor Augen:
Zupfe Kräuter vom Ufer.
Statt Rauch.
Ein Wedeln durch die Luft.
Frischer Geruch steigt auf
unter die Zeit.
Zum Abschluss lege ich die Bündel auf den zersplitterten Pfahl. Schwere atmet in ihm. Da beginne ich zu singen. Rau und kratzig. Den Schauder der Geschichte in der Kehle.
Vielleicht kann ich wenigstens über die Narben streichen.
Das Holz ächzt.
Unter mir ein leises Wiehern. Und eine ruhige, klare Stimme.
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