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Inconclusion

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29.05.26 12:03
16 Ab 16 Jahren
Heterosexualität
In Arbeit

Kapitel 1

 

Es war ein kalter Regen über Augsburg. Ein Regen, so grau und dunkel, dass man hätte glauben können, selbst Gott habe diesen Tag verflucht.

 

Es war 1:39 Uhr.

 

„Huff… huff… huff… ngh… ich muss hier weg…“

 

Blut lief an seinem Bein hinunter. Theodor humpelte dem Ausgang entgegen, der von nichts außer dem grellen grünen Notausgangsschild beleuchtet wurde. Die alte Lagerhalle lag irgendwo in Lechhausen, weit weg von jeder Hilfe.

 

„Halte durch… ich will nicht sterben… ich will nicht sterben… bitte… hilft mir jemand… bitte…“

 

Mit letzter Kraft erreichte er die Tür, stieß sie auf und trat hinaus.

 

Doch es war zu spät.

 

Ein Messer traf ihn im unteren Rücken.

 

„Ngh—! … ahhhgh…!“

 

Er fiel auf den nassen Boden. Sein Blut vermischte sich mit dem Regen und sammelte sich dunkel unter ihm. Neben seiner Hand lag eine alte Casio-Uhr. Die Zahlen glühten in demselben grellen Grün wie das Schild über der Tür.

 

1:39

 

Genau in diesem Moment starb er.

 

Doch die Uhr blieb nicht stehen. Sie verhielt sich falsch. Erst stand sie still. Dann lief sie rückwärts.

 

1:39 … 1:38 … 1:37 …

 

Dann wurde alles schwarz.

 

Theodor schreckte hoch.

 

Schweißgebadet griff er sich sofort an den Rücken, genau an die Stelle, an der ihn das Messer getroffen hatte. Oder an der er zumindest glaubte, es gespürt zu haben.

 

„Huff… huff… huff… scheiße… schon wieder derselbe Albtraum…“

 

Neben dem Bett lag sein altes Klapphandy. Er hatte es selbst wieder zusammengeflickt. Das sah man ihm auch an. Auf dem Display stand:

 

13.09.2011

23:37 Uhr

Augsburg

 

„Fuck… noch so früh… ich sollte was trinken.“

 

In der Ecke leuchtete der PC noch. Den hatte er ebenfalls selbst zusammengebaut. Darauf lief ein eigenes Betriebssystem, an dem er ewig herumgebastelt hatte. Zu viele Tabs waren offen. Nicht ordentlich, eher einfach offen gelassen, als wäre irgendwann etwas Wichtigeres dazwischengekommen.

 

Er klickte sie weg und ging in die Küche.

 

Im Kühlschrank war fast nichts mehr.

 

„Hm… nützt wohl alles nichts. Auf zum Späti.“

 

An der Garderobe hing noch die alte Jacke, die Marie ihm damals gegeben hatte. Er zog sie an, ohne lange darüber nachzudenken.

 

Marie war seit einem Monat tot.

 

Geweint hatte er nicht. Nicht richtig. Nicht um sie und auch sonst nicht. Vielleicht konnte er es einfach nicht mehr. Vielleicht redete er sich das nur ein. Was ihm wirklich zusetzte, war nicht einmal ihr Tod selbst. Es war das, was danach übrig geblieben war. Keiner mehr da. Niemand, der fragte, ob er gegessen hatte. Niemand, der ihn brauchte. Niemand, der überhaupt noch zu seinem kleinen Umkreis gehörte.

 

Draußen war Augsburg so dunkel, wie es schon lange nicht mehr gewesen war. Die alten Laternen warfen ihr orangegelbes Licht auf den nassen Gehweg. Die Stadt hätte diese Dinger längst austauschen sollen, aber sie standen immer noch da, schief und müde, als hätten auch sie keine Lust mehr, weiterzumachen.

 

Die Haltestelle sah aus, als hätte man sie vor Jahren vergessen. Das Licht darin flackerte schwach. In den Ecken hingen Spinnenweben. Auf der Scheibe klebten Reste alter Aufkleber, die der Regen längst halb abgetragen hatte.

 

Der Bus kam schließlich doch.

 

Man hörte ihn schon, bevor man ihn sah. Dieses alte Motorengeräusch, dumpf und schwer, als würde das Ding nur noch aus Gewohnheit fahren. Als er hielt, knirschten die Räder, und beim Öffnen der Tür ließ er ein langes Zischen aus.

 

Drinnen saß nur der Fahrer.

 

Ein alter Mann. Man sah ihm an, dass er schon zu viele Nächte so verbracht hatte.

 

Theodor setzte sich ans Fenster und sah hinaus. Neonlichter zogen vorbei. Der Regen lief in langen Streifen an der Scheibe hinunter. Der Motor vibrierte dumpf durch den ganzen Bus.

 

Der Späti hatte noch offen.

 

Drinnen brannte dieses grelle weiße Licht, das nachts alles noch kaputter aussehen ließ. Im Hintergrund lief alte deutsche Popmusik, leise genug, dass man sie fast überhören konnte.

 

Hinter der Kasse stand ein Mann, den man schwer einschätzen konnte.

 

Er sah gleichzeitig zu jung und zu alt für den Laden aus. Vielleicht Mitte vierzig. Vielleicht auch jünger. Sein Haar war weiß, aber nicht gefärbt. Es sah natürlich aus. Auf dem Kopf trug er etwas, das wie eine alte Mütze wirkte, nur konnte man nicht genau sagen, aus welchem Jahrzehnt sie übrig geblieben war.

 

Das Hemd, das er bei der Arbeit trug, war ihm zu groß. Er hatte es so gut es ging passend gemacht, aber richtig saß es trotzdem nicht. Seine Stimme war etwas höher, als man erwartet hätte, ruhig dabei, fast schon beruhigend. Und seine Augen hatten diesen seltsamen Blick, als läge darin ständig eine Frage, die er nie ganz aussprach.

 

Er beobachtete ihn einen Moment zu lange.

 

Dann fragte er nur, ob das alles sei.

 

Theodor zahlte, nahm das Essen und ging wieder hinaus.

 

An der Haltestelle war es noch leerer als vorher. Der Regen hatte kein bisschen nachgelassen.

 

Als der Bus wieder kam, saß derselbe Fahrer vorne.

 

Er blieb kurz stehen.

 

„Haben Sie auf mich gewartet?“

 

Der Alte lachte leise.

 

„Nein. Ist nur nichts los. Da kann man schneller die Haltestellen abfahren und schauen, wer noch mit will.“

 

Er setzte sich wieder hin.

 

Dann fiel sein Blick nach vorn.

 

Auf eine alte Casio-Uhr.

 

Der Bus fuhr weiter.

 

Er stieg aus, zog die Jacke enger und lief die Straße hinunter. Nach ein paar Schritten merkte er, dass etwas nicht stimmte.

 

Eine Haltestelle zu weit.

 

„Scheiße…“

 

Er sah sich kurz um. Kein Mensch. Nur Regen, Laternen und das matte Licht aus ein paar Fenstern.

 

Dann hörte er hinter sich eine Autotür.

 

Er drehte sich nicht sofort um. Er lief weiter.

 

Ein paar Schritte später hörte er noch eine.

 

Und noch eine.

 

Jetzt drehte er sich doch um.

 

Drei Männer waren aus einem dunklen Wagen gestiegen. Sie wirkten nicht so, als würden sie zufällig denselben Weg nehmen.

 

Der erste war groß, mit kinnlangen nassen Haaren und einer schrägen Narbe unten am Hals. Seine Augen sahen selbst aus der Entfernung traurig aus, obwohl an seiner Haltung nichts Trauriges war.

 

Der zweite war kleiner, vielleicht um die eins siebzig, mit schiefer Nase und einem Tattoo unter dem Auge.

 

Der dritte war fast so groß wie der erste, kräftig gebaut, mit kurzen Haaren, einem Piercing an der Augenbraue und dunklen Tattoos, die ihm am Hals hochzogen.

 

Sein Herz schlug sofort schneller.

 

Werde ich verfolgt?

 

Er bog in eine kleine Seitengasse ein, nur um nachzusehen.

 

Die drei Männer bogen ebenfalls ein.

 

In dem Moment wusste er es.

 

Scheiße. Scheiße. Warum verfolgen die mich? Was wollen die von mir?

 

Er fing an zu rennen.

 

„Hh… huff… hff…“

 

Die Schuhe schlugen hart auf den nassen Boden. Der Regen nahm ihm die Sicht. Hinter sich hörte er nur Schritte. Schneller als seine.

 

Dann packten sie ihn.

 

Der Kräftige mit dem Augenbrauenpiercing riss ihn an der Jacke zurück. Der Kleine mit der schiefen Nase stieß ihn gegen die Wand.

 

„Wo ist das Fragment?“

 

Theodor starrte sie nur an.

 

„Was…?“

 

Der Mann mit den kinnlangen Haaren trat näher. Die schräge Narbe unten an seinem Hals wirkte im Laternenlicht fast schwarz.

 

„Das Fragment“, sagte er noch einmal. „Wo ist es?“

 

„Ich… ich hab keine Ahnung, wovon ihr redet…“

 

Der Kleine mit dem Tattoo unter dem Auge lachte trocken.

 

„Kleiner Witzbold.“

 

„Ich schwör’s, ich weiß nicht, was ihr meint—“

 

Der Schlag kam schnell. Eine Faust traf ihn an der Schläfe. Dann trat ihm der Kräftige mit dem Schuh gegen das Gesicht. Er ging zu Boden, rutschte halb über den nassen Asphalt und versuchte sich sofort wegzudrehen, doch der Kleine packte ihn am Kragen und riss ihn wieder hoch.

 

Der Mann mit den kinnlangen Haaren sah ihn an. Dieser traurige Blick war noch immer da, nur kälter.

 

„Wenn du uns nicht sofort sagst, wo das Fragment ist, stechen wir dich ab.“

 

Theodor zitterte.

 

„Ich weiß es nicht… ich weiß es nicht… bitte…“

 

Seine Zähne schlugen leicht gegeneinander. Er bekam kaum Luft. Seine Stimme war nur noch ein dünnes, kaputtes Flehen.

 

„Bitte… ich will nicht sterben… ich will nicht sterben…“

 

Dann merkte er, was passiert war.

 

Wärme lief ihm das Bein hinunter.

 

Er hatte sich eingenässt.

 

Die Männer sahen es auch.

 

„Ach du Scheiße, er hat sich eingepisst“, sagte der Kräftige.

 

Der Kleine mit der schiefen Nase lachte kurz. Kein langes Lachen. Nur ein trockenes, hässliches Auflachen.

 

Der Mann mit den kinnlangen Haaren sah auf Theodor hinab. Sein trauriger Blick passte nicht zu seiner Stimme.

 

„Guck ihn dir an“, sagte er ruhig. „Was für ein Stück Scheiße.“

 

Theodor bekam kein Wort mehr heraus. Er weinte nicht. Er konnte nicht. Er zitterte nur und versuchte sich klein zu machen, als würde das noch irgendetwas ändern.

 

„Bitte…“

 

Das Messer blitzte kurz im Licht der Laterne auf.

 

Dann bohrte es sich in ihn.

 

Und noch einmal.

 

Und noch einmal.

 

Der Schmerz war heiß, dann plötzlich kalt. Die Stimmen der Männer wurden dumpf. Der Regen schlug weiter auf die Gasse ein, als wäre nichts geschehen.

 

Dann wurde alles schwarz.

 

Der Bus hielt.

 

Mit einem Ruck schreckte er hoch.

 

Wieder derselbe Platz. Wieder derselbe Regen an der Scheibe. Wieder derselbe Fahrer. Alles war genau wie eben.

 

Nur sein Herz raste jetzt schon.

 

„…was…?“

 

Die Finger krallten sich in den Sitz.

 

Nein. Nein, nein, nein.

 

Der Bus hielt.

 

Die Tür ging mit einem langen Zischen auf.

 

Und wieder stand da dieselbe Haltestelle.

Kapitel 2

 

Diesmal blieb er sitzen.

Nur ein paar Sekunden. Dann stand er doch auf und stieg aus. Nicht an der Straße zu sich nach Hause, sondern ein Stück früher. Er wollte nicht, dass ihm irgendwer bis vor die Wohnung folgte.

Der Regen fiel noch immer so schwer, als würde er nicht mehr aufhören wollen.

Er lief schneller als vorher, ohne genau zu wissen, wohin. Mehr aus Angst als aus Plan.

Dann sah er sie.

Ein Mädchen.

Erst nur im Augenwinkel. Eine dunkle Gestalt, nasses Haar, dieselbe Richtung wie er. Nur lief sie nicht wie jemand, der einfach nachts nach Hause wollte. Ihre Schultern waren zu angespannt. Ihr Blick ging nie direkt zurück, aber er wanderte über die Scheiben der parkenden Autos, über dunkle Hauseingänge, über alles, was hinter ihr liegen konnte.

Sie wusste, dass jemand hinter ihr war.

Oder sie ahnte es zumindest.

Theodor drehte den Kopf.

Hinten waren wieder die Männer.

Der mit den kinnlangen Haaren und der Narbe unten am Hals. Der Kleine mit der schiefen Nase und dem Tattoo unter dem Auge. Der Kräftige mit dem Augenbrauenpiercing und den Halstattoos.

Diesmal sah er es sofort.

Der Kleine sah nicht nur zu ihm.

Sein Blick hing an dem Mädchen.

Theodor spürte, wie sich in seinem Kopf etwas sortierte, obwohl sein Körper längst nur noch weglaufen wollte.

Sie verfolgen auch sie.

Und wenn sie das vorher gemerkt hat, dann ist sie vielleicht nicht zufällig hier.

Er wollte etwas rufen, brachte aber nichts heraus. Die Kehle war zu eng. Die Füße trugen ihn einfach weiter in die nächste Gasse.

Das Mädchen rannte ebenfalls hinein.

Für einen Moment dachte er, das sei schlecht.

Dann begriff er, dass es vielleicht seine einzige Chance war.

Die Männer kamen hinterher.

Am Ende der Gasse erwischten sie zuerst ihn und dann sie. Der Kräftige stieß Theodor gegen die Wand. Der Aufprall nahm ihm fast die Luft. Gleichzeitig bekam der Kleine das Mädchen zu fassen, drehte ihr den Arm auf den Rücken und zog Kabelbinder aus der Jackentasche.

 

Der Mann mit den kinnlangen Haaren kam näher. Seine Haare klebten nass am Gesicht, und die schräge Narbe unten an seinem Hals war dunkel vom Regen.

 

„Da ist es ja.“

 

Das Mädchen trat nach hinten. Ihr Absatz traf das Schienbein des Kleinen. Er fluchte, hielt sie aber fest.

 

Sie riss den Kopf zurück und traf ihn im Gesicht.

 

Sein Griff wurde locker.

 

„Lass mich los!“

 

Zum ersten Mal hörte Theodor ihre Stimme.

 

Der Kleine fing sich schnell. Seine Hand ging erneut zur Jacke. Neben den Kabelbindern blitzte ein Messer auf.

 

„Halt still, du kleine—“

 

Weiter kam er nicht.

 

Sie drehte sich unter seinem Arm weg, packte sein Handgelenk mit beiden Händen und riss es nach innen. Das Messer schnitt erst nur durch den Regen. Dann änderte sie den Winkel.

 

Die Klinge fuhr ihm knapp unter dem Schlüsselbein in die Schulter.

 

Der Kleine stieß scharf Luft aus. Er stolperte einen Schritt zurück, griff aber sofort wieder nach ihr. Blut lief ihm über die Jacke, doch seine Augen blieben wach.

 

Der Kräftige ließ Theodor los und ging auf sie zu.

 

Maya wich dem ersten Schlag aus, aber der zweite traf sie an der Seite. Sie krachte gegen die Wand, fing sich mit einer Hand ab und trat ihm gegen das Knie. Der Kräftige ging nicht runter. Er packte sie am Kragen und riss sie zurück.

 

Theodor starrte nur hin.

 

Was zur Hölle—

 

Maya griff nach seinem Augenbrauenpiercing und riss daran.

 

Der Kräftige brüllte auf.

 

Sie kam frei, duckte sich unter seinem Arm weg und wollte nachsetzen.

 

Da war der Boss schon bei ihr.

 

Seine Hand fing ihr Handgelenk ab. Er drehte es nach außen, zog sie einen Schritt aus dem Gleichgewicht und stach zu.

 

Die Klinge rammte sich in ihre Seite.

 

Sie zuckte.

 

Für einen Moment hielt sie sich trotzdem auf den Beinen.

 

Dann brach sie zusammen.

 

„Nein—“

 

Der Mann mit der Narbe drehte sich zu Theodor um. In seinen Augen lag noch immer dieser traurige Ausdruck, als hätte sein Gesicht vergessen, wie Gleichgültigkeit aussehen sollte.

 

„Du bist als Nächster dran.“

 

Theodor wollte weglaufen. Seine Beine bewegten sich nicht mehr.

 

Dann kam das Messer.

 

Und alles wurde wieder schwarz.

 

Der Bus hielt.

 

Diesmal schrie er beim Hochfahren fast auf.

 

Die gleiche Scheibe. Der gleiche Regen. Die gleiche Nacht.

 

Sein Blick ging sofort nach vorne.

 

Die Casio.

 

Der Busfahrer.

 

Etwas Kaltes hob sich in ihm. Etwas, das schlimmer war als Angst.

 

Es passiert wieder.

 

Polizei hilft nicht.

 

Der Gedanke kam schnell. Die Männer verschwanden zu schnell. Und wenn der Busfahrer mit drin hing oder sie zumindest kannte, dann würde jede falsche Bewegung sofort auffallen.

 

Er musste vorher etwas tun.

 

Als der Bus hielt, stieg er nicht erst aus und lief blind los. Er beobachtete die Straße, die Seitengassen, die Spiegelung in den Scheiben. Dann suchte er das Mädchen.

 

Es dauerte länger als gedacht. Zweimal glaubte er schon, sie verpasst zu haben. Dann sah er sie schließlich unter einem Vordach stehen, halb im Schatten, die Arme eng am Körper.

 

Er ging auf sie zu.

 

„Hey.“

 

Sie drehte sich sofort um. Wach. Misstrauisch.

 

„Wir müssen hier weg.“

 

Sie zog die Stirn kraus.

 

„Was?“

 

„Die verfolgen uns. Drei Männer. Wenn wir hierbleiben, sind wir tot.“

 

Für einen Moment sah sie ihn an, als wäre er verrückt.

 

Dann sagte sie: „Ich kann nicht gehen.“

 

„Was?“

 

„Ich kann nicht einfach abhauen. Die haben etwas, das ich brauche.“

 

„Was denn?“

 

Sie antwortete nicht. Stattdessen sah sie kurz die Straße hinunter, dann wieder zu ihm.

 

„Wenn du Angst hast, geh. Aber ich bin nicht fertig.“

 

Er spürte, wie ihm die Hände kalt wurden.

 

„Du verstehst das nicht. Die bringen uns um.“

 

„Vielleicht.“

 

Der Regen lief ihr durchs Haar. Im Licht unter dem Vordach schimmerte es heller, fast lila, aber der Regen hatte die Farbe dunkel gezogen.

 

Dann tauchten die Männer wieder auf.

 

Der Boss kam zuerst aus dem Regen, die Narbe am Hals dunkel unter den nassen Haaren. Hinter ihm der Kleine, eine Hand nahe an der Jacke. Der Kräftige folgte mit schnellen, schweren Schritten.

 

Zu früh. Viel zu früh.

 

„Scheiße…“

 

„Ich hab’s dir gesagt“, sagte sie leise, ohne den Blick von ihnen zu nehmen. „Jetzt ist es zu spät.“

 

Diesmal lief er nicht sofort.

 

Das war der Fehler.

 

Ein Teil von ihm wollte kämpfen. Ein anderer stand einfach nur da. Der Kopf wusste, dass Bewegung nötig war. Der Körper machte nicht mit.

 

Das Mädchen sprang als Erste vor.

 

Der Kleine stellte sich ihr in den Weg. Das Messer lag tief an seiner Seite, fast versteckt im Regen. Maya ging trotzdem rein. Ihr erster Schlag kam schnell, aber er blockte mit dem Unterarm und trat ihr gegen das Bein.

 

Ihr Rhythmus brach.

 

Der Kräftige kam von links. Maya sah ihn zu spät. Er packte sie am Mantel, riss sie halb herum, und für einen Moment hätte Theodor eingreifen müssen. Einen Stein, einen Tritt, irgendetwas.

 

Er tat nichts.

 

Er bewegte sich einfach nicht.

 

Maya rammte dem Kräftigen den Ellenbogen ins Gesicht. Er ließ sie los, aber der Boss war schon nah genug.

 

Seine Klinge kam von der Seite.

 

Sie traf Maya.

 

Dann trafen sie ihn.

 

Und wieder wurde alles schwarz.

 

Der Bus hielt.

 

Diesmal fuhr er nicht hoch. Er saß schon aufrecht da, als die Tür sich öffnete.

 

Die Hände zitterten trotzdem.

 

Aber etwas hatte sich geändert.

 

Er wusste jetzt, dass Warten ihn töten würde.

 

Der vierte Versuch begann nicht anders als die beiden davor.

 

Der Regen war noch immer da. Schwer, kalt und grau. Der Bus hielt, die Tür ging zischend auf, und für einen kurzen Moment sah alles wieder genauso aus wie zuvor.

 

Nur er nicht.

 

Diesmal stand Theodor sofort auf.

 

Der Blick ging kurz nach vorne zum Fahrer. Der alte Mann saß da wie immer, die Hände ruhig am Lenkrad, als hätte diese Nacht nichts mit ihm zu tun. Aber jetzt ließ ihn etwas nicht mehr los.

 

Es spielte keine Rolle.

 

Sobald er ausstieg, lief alles schneller.

 

Das Mädchen stand wieder da, halb unter einem Vordach. Der Regen glitt in dünnen Strähnen an ihren helllilanen Haaren hinunter und machte die Farbe stumpfer, dunkler, fast grau an den Spitzen. Sie sah in seine Richtung, als hätte sie längst gemerkt, dass mit dieser Nacht etwas nicht stimmte.

 

„Diesmal hörst du mir zu.“

 

Sie zog die Stirn zusammen.

 

„Was?“

 

„Drei Männer kommen. Der Kleine direkt, der Kräftige von links, der mit der Narbe hält sich erst zurück. Wenn wir hierbleiben, sind wir tot.“

 

Sie musterte ihn nur.

 

„Woher weißt du das?“

 

„Frag nicht. Komm einfach.“

 

Einen Moment lang dachte er schon, sie würde wieder nein sagen. Dann nickte sie.

 

Sie liefen los, weg von der Straße, weg von der Haltestelle, vorbei an zwei Müllcontainern und einem alten Zaun, der an einer Stelle halb eingedrückt war. Hinter ihnen fielen Schritte in den Regen. Nicht nah genug, um sie zu packen. Aber nah genug, dass klar war, dass sie nicht entkommen waren.

 

Der Kleine tauchte zwischen den Containern auf.

 

Maya lief nicht direkt in ihn hinein. Sie trat gegen einen der Müllcontainer. Der Deckel schlug hart auf, Metall kreischte durch die Gasse, und sein Blick sprang für einen Augenblick zur Seite.

 

Maya nutzte es.

 

Sie riss seine Messerhand nach unten, drehte sich unter seinem Arm weg und trat ihm gegen das Knie. Der Kleine knickte kurz ein, setzte den Fuß aber sofort wieder fest und schlug ihr den Ellenbogen gegen die Schulter.

 

Sie stolperte zurück.

 

Theodor griff nach einer leeren Flasche am Boden und warf sie.

 

Die Flasche traf den Kleinen an der Schläfe. Kein sauberer Treffer, aber genug, dass sein Kopf kurz zur Seite ruckte.

 

Maya war wieder bei ihm.

 

Ein Stoß gegen den Hals.

 

Ein Tritt gegen das Bein.

 

Dann rammte sie ihn gegen den Container.

 

Der Kleine ging auf ein Knie, die Hand noch immer am Messer. Er sah zu ihnen hoch, Blut am Mundwinkel, Augen wach.

 

„Weiter!“, rief Maya.

 

Der Kräftige kam von hinten.

 

Theodor sah das Augenbrauenpiercing im Laternenlicht, dann den Arm, der nach Maya griff. Diesmal wartete er nicht. Neben dem Zaun lag ein altes Stück Metall. Er packte es mit beiden Händen und schlug zu.

 

Der Kräftige taumelte.

 

Er fiel nicht.

 

Scheiße.

 

Theodor schlug noch einmal. Diesmal gegen die Seite des Kopfes. Der Mann sackte halb weg, ging auf ein Knie und fing sich mit einer Hand am Boden ab.

 

Der Boss kam von der Seite.

 

Seine Schritte waren ruhig. Theodor sah die nassen Haare, die Narbe, diesen traurigen Blick, und für einen Moment zog sich alles in ihm zusammen.

 

Maya griff nach einer Handvoll nassem Dreck und Glassplittern vom Boden und schleuderte sie ihm ins Gesicht.

 

Der Boss zuckte zurück.

 

Maya trat ihm gegen das Bein und schlug mit dem Ellenbogen gegen seinen Hals, knapp neben die Narbe. Er taumelte, griff nach ihr, bekam nur Stoff zu fassen.

 

Theodor schlug mit dem Metallstück nach.

 

Der Treffer saß nicht sauber, aber er saß.

 

Der Boss ging zu Boden. Seine Hand suchte sofort wieder Halt am Asphalt.

 

Er war nicht weg.

 

Nur kurz unten.

 

„Weiter!“, rief Maya.

 

„Der steht wieder auf—“

 

„Dann lauf!“

 

Sie rannten, weg von den Containern, weg von der Straße, tiefer ins Gelände hinein. Hinter ihnen hörte Theodor Husten. Metall. Einen dumpfen Fluch.

 

Dann Schritte.

 

Der Kräftige blieb ihnen auf den Fersen.

 

Maya lief vor, er direkt hinter ihr, der Atem brannte schon wieder in der Brust.

 

„Links!“, rief sie.

 

Sie rissen die Tür auf und stürzten hinein.

 

Die Halle war dunkel. Nur irgendwo weiter hinten flackerte ein schwaches Licht. Regen trommelte gegen das Blechdach, und in dem Moment, als sich die Tür hinter ihnen bewegte, sah er es.

 

Das Notausgangsschild.

 

Grün.

 

Zu grell.

 

Die Halle.

 

Die Tür.

 

Der Regen auf dem Dach.

 

Etwas daran traf ihn sofort. So hart, dass ihm für einen Moment der Atem stockte.

 

„Warte…“

 

Sein Blick hing am Schild.

 

„Was ist?“

 

Er antwortete nicht sofort.

 

„Ich kenne das…“

 

Mehr sagte er nicht.

 

Sie hörten die Schritte draußen.

 

Schwer.

 

Näher.

 

Maya zog ihn hinter eine alte Kiste, die halb unter dem Notausgangsschild stand. Theodor stolperte mit, den Blick noch immer an dem grünen Licht festgebrannt.

 

Die Tür bewegte sich.

 

Der Kräftige mit dem Augenbrauenpiercing trat in die Halle.

 

Sein Gesicht war blutig, das Piercing hing schief, und die Tattoos an seinem Hals verschwanden halb unter Regen und Dreck. Er atmete schwer. In seiner rechten Hand hielt er das Messer.

 

Er blieb kurz stehen.

 

Sein Blick ging durch die Halle, über die Kisten, über die Schatten, über den nassen Beton.

 

„Kommt raus.“

 

Maya war neben Theodor in die Hocke gegangen. Ihre Haare klebten ihr nass an der Wange. Sie hob einen Finger an die Lippen.

 

Der Kräftige trat tiefer in die Halle.

 

Ein Schritt.

 

Noch einer.

 

Theodor hörte seinen eigenen Atem viel zu laut.

 

Dann bewegte sich Maya.

 

Sie sprang hinter der Kiste hervor, warf ein altes Stück Holz nach ihm und rannte seitlich weg.

 

Der Kräftige drehte sich sofort zu ihr.

 

„Da seid ihr ja.“

 

Er ging auf Maya los. Seine Hand schoss nach vorne, bekam ihren Ärmel zu fassen und zog sie zu sich. Maya trat ihm gegen das Knie, doch er hielt sich auf den Beinen und rammte sie gegen die Kiste. Holz krachte.

 

Theodor sah das Messer auf dem Boden.

 

Es musste ihm beim Griff nach Maya aus der Hand gerutscht sein. Es lag halb im Regenwasser, das durch die offene Tür hereingelaufen war.

 

Er griff danach.

 

Der Kräftige bemerkte die Bewegung. Er drehte sich zu Theodor um, zu spät, aber nicht langsam. Für einen Moment sah Theodor nur sein Gesicht, das Augenbrauenpiercing, die Tattoos am Hals, den offenen Mund.

 

Dann stach er zu.

 

Die Klinge rammte sich in den unteren Rücken.

 

Genau dort.

 

Der Kräftige riss die Augen auf. Sein Körper machte noch einen Schritt, als hätte er nicht verstanden, was gerade passiert war.

 

Dann noch einen.

 

Vorwärts.

 

Richtung Tür.

 

Maya wich zur Seite.

 

Der Kräftige stolperte aus der Halle hinaus in den Regen.

 

Theodor folgte ihm.

 

Draußen lag derselbe nasse Boden vor der Halle. Dasselbe grüne Licht vom Schild. Derselbe Winkel. Derselbe verdammte Ort.

 

Der Kräftige wollte sich noch abfangen, aber seine Hand rutschte über den Asphalt.

 

Dann fiel er nach vorne.

 

Blut breitete sich unter ihm aus und mischte sich mit dem Regen. Das grüne Licht vom Notausgang fiel über seinen Körper.

 

Da lag er.

 

Genau so, wie Theodor sich selbst im Albtraum hatte liegen sehen.

 

Halb im Regen. Halb im grünen Licht.

 

Nur dass diesmal noch Luft in seinen eigenen Lungen war.

 

Nur dass diesmal jemand anderes dort lag.

 

Das Messer fiel ihm aus der Hand.

 

Sein Blick wanderte nach unten.

 

Blut auf den Fingern. Blut auf dem Boden. Regenwasser an den Schuhen. Das grüne Licht des Notausgangsschilds lag immer noch wie krankes Glas über allem.

 

„Ich…“

 

Mehr kam nicht.

 

Maya packte ihn am Arm.

 

„Nicht jetzt.“

 

Theodor sah sie an, aber seine Augen waren nicht richtig bei ihr.

 

„Ich hab—“

 

„Theo, lauf.“

 

Von draußen kamen Geräusche. Weit genug weg, um nicht direkt da zu sein. Nah genug, dass sie keine Zeit hatten.

 

Maya zog ihn mit sich, weg vom grünen Licht, weg von dem Körper, durch eine Seitentür hinaus auf ein schmales Stück zwischen Lagerhalle und Zaun. Theodor stolperte mehr, als dass er lief. Der Regen schlug ihm ins Gesicht. Seine Beine bewegten sich, aber sein Kopf war noch immer bei dem Mann auf dem Boden.

 

Hinter ihnen hörten sie den Kleinen fluchen.

 

Dann die Stimme des Bosses.

 

Zu weit weg, um die Worte zu verstehen.

 

Maya zog ihn weiter.

 

Sie liefen durch eine schmale Passage, vorbei an rostigen Tonnen, einem alten Lieferwagen und einer Mauer, deren Putz in großen Stücken abgeplatzt war. Erst als sie zwei Straßen weiter unter einem dunklen Vordach stehen blieben, ließ Maya seinen Arm los.

 

Theodor beugte sich sofort nach vorne und würgte, bis ihm der ganze Körper wehtat.

 

„Ich bin ein Mörder…“

 

Maya stand neben ihm, den Blick noch immer in die Richtung, aus der sie gekommen waren.

 

„Du lebst.“

 

Er hob den Kopf. Das Gesicht nass, die Augen rot, die Stimme kaputt.

 

„Ich hab ihn umgebracht.“

 

„Ja.“

 

Sie sagte es nicht hart. Nur ruhig.

 

„Und wenn du es nicht getan hättest, wärst du jetzt tot.“

 

Er lachte kurz auf. Kein echtes Lachen. Nur ein leerer Laut.

 

„Ich wollte doch nur nach Hause.“

 

Darauf sagte sie erst nichts.

 

Dann sah sie ihn an.

 

„Wir müssen weiter.“

 

„Zur Polizei“, brachte er heraus. „Ich geh zur Polizei. Ich sag, was passiert ist. Es war Notwehr.“

 

„Und dann?“

 

„Dann ist es wenigstens… ich weiß auch nicht. Irgendwas.“

 

Sie sah kurz zurück in die Richtung der Halle.

 

„Und was erzählst du denen? Drei Typen haben dich verfolgt, einer liegt jetzt hinter einer Lagerhalle und du stehst zufällig daneben?“

 

„Es war Notwehr.“

 

„Ja. War es.“

 

Kurze Pause.

 

„Sieht nur scheiße aus.“

 

Er wischte sich mit dem Handrücken über den Mund.

 

„Was soll ich denn sonst machen?“

 

„Für den Anfang? Weg hier.“

 

„Und dann?“

 

„Dann reden wir, wenn sie uns nicht mehr fast im Nacken sitzen.“

 

Der Regen lief ihm übers Gesicht. Seine Hände zitterten noch immer.

 

„Wer bist du überhaupt?“

 

„Maya.“

 

„Nur Maya?“

 

„Reicht erstmal.“

 

Er sah sie einen Moment an.

 

„Theodor.“

 

„Okay.“

 

„Und jetzt?“

 

„Jetzt gehen wir.“

 

„Wohin?“

 

„Hast du eine Wohnung?“

 

„Ja.“

 

„Gut.“

 

„Gut?“ Er starrte sie an. „Mehr fällt dir dazu nicht ein?“

 

„Was willst du hören? Dass ich begeistert bin, mit einem fremden Typen nach Hause zu laufen, der vor zehn Minuten noch im Regen gekotzt hat?“

 

Er sagte nichts.

 

„War nicht böse gemeint“, murmelte sie. „Ist nur eine beschissene Nacht.“

 

Er atmete einmal schwer aus.

 

„Ich wollte nur was essen holen.“

 

„Ja“, sagte sie. „Ich wollte auch nicht abgestochen werden. Läuft heute beides nicht.“

 

Trotz allem kam ihm ein kurzer, kaputter Laut über die Lippen. Fast ein Lachen.

 

„Wir bleiben nicht ewig da“, meinte sie dann. „Nur heute. Vielleicht morgen noch. Dann überlegen wir weiter.“

 

„Du willst mit zu mir?“

 

Erst als er es aussprach, merkte er selbst, wie absurd das klang. Eine Wildfremde, die gerade noch Gangster töten wollte, mit nach Hause nehmen. In seine Wohnung. Nach dieser Nacht.

 

Sicher war das wahrscheinlich nicht.

 

Aber allein zurückzugehen klang gerade noch dümmer.

 

„Glaub mir, das stand heute auch nicht auf meiner Liste.“

 

Sie ging schon los, ohne zu prüfen, ob er folgte.

 

Nach zwei Schritten drehte sie den Kopf leicht.

 

„Kommst du? Oder willst du warten, bis die anderen beiden auch noch hier auftauchen?“

 

Er sah zurück in die Richtung der Halle.

 

Dann zog er die Jacke enger und ging mit.

 

Ein paar Minuten später wurde es vor der Halle wieder still.

 

Nur der Regen blieb.

 

Der Mann mit der Narbe kam langsam aus der Dunkelheit. An seiner Schläfe lief Blut, und der Dreck klebte ihm noch im Gesicht.

 

Neben ihm tauchte der Kleine auf. Er hielt sich die Schulter, dort, wo Maya ihn getroffen hatte. Sein Atem ging flach. In seinem Blick lag Schmerz, aber kein Schock.

 

Der Boss blieb vor dem Körper des Kräftigen stehen.

 

Eine Weile sagte er nichts.

 

Dann ging er in die Hocke und sah auf das Messer, auf das Blut, auf den Winkel unter dem Notausgangsschild.

 

Sein Blick wanderte zur Straße, in die Theodor und Maya verschwunden waren.

 

Zum ersten Mal veränderte sich sein Gesicht.

 

Er hatte seit langem wieder Interesse an etwas gefunden, fast so als ob er Blut geleckt hätte.

 

Er zog eine Zigarette aus der Jacke, schützte die Flamme mit der Hand vor dem Regen und zündete sie an.

 

Dann nahm er sein Handy heraus.

 

Es dauerte nur zwei Freizeichen.

 

„Wir haben ein Problem“, sagte er.

 

Kurze Pause.

 

Der Regen lief über seine Haare, über die Narbe an seinem Hals, über das Blut am Boden.

 

„Nein“, sagte er dann ruhig. „Nicht verloren.“

 

Sein Blick ging wieder zu dem Toten.

 

„Wir haben ihn gefunden, den sechsten Träger.“

 

Doch Theodor wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass diese Nacht nicht das Ende gewesen war.

 

Sie war erst der Anfang.

Kapitel 3

 

Theodor Stand Vor Seiner Haustür, Die Er Vor Nicht Mal Zwei Stunden Verlassen Hatte.

Eigentlich Hätte Alles Normal Sein Müssen. Dieselbe Tür. Dasselbe Treppenhaus. Dieselbe Wohnung, In Die Er Seit Wochen Allein Zurückkam, Ohne Dass Dort Noch Irgendwer Auf Ihn Wartete.

 

Nur Diesmal Stand Maya Neben Ihm.

 

Und Genau In Dem Moment Wurde Ihm Bewusst, Wie Wenig Bereit Diese Wohnung Für Einen Zweiten Menschen War.

 

Er Zog Den Schlüssel Aus Der Jackentasche. Die Finger Zitterten Leicht, Und Obwohl Draußen Noch Immer Die Kälte In Seiner Kleidung Hing, Wusste Er, Dass Es Nicht Nur Daran Lag. Seit Marie Tot War, War Niemand Mehr Hier Gewesen. Niemand Hatte Den Flur Gesehen, Die Schuhe, Die Jacken, Den Müllsack, Den Er Seit Tagen Ignorierte. Niemand Hatte Sein Zimmer Gesehen. Vor Allem Nicht Sein Zimmer.

 

Das Licht Im Treppenhaus Summte Über Ihnen, Kalt Und Weiß. Der Flur Hatte Diese Alte, Gelbliche Farbe, Wie Gänge In Schulen, Die Irgendwann Aufgehört Hatten, Sich Mühe Zu Geben. Durch Das Fenster Fiel Das Matte Licht Der Straßenlaterne. Draußen Stand Die Weiße Fassade Des Hauses Stumpf Im Regen, Alt, Müde, Unauffällig. So Ein Bau Aus Den Sechzigern Oder Siebzigern, Der Nie Schön Gewesen War Und Trotzdem Zu Selbstverständlich Dastand, Um Wirklich Hässlich Zu Sein.

 

Theodor Bekam Die Tür Auf.

 

„so“, Murmelte Er.

 

Sie Traten Hinein.

 

Der Lange Flur Lag Vor Ihnen. Das Licht Sprang Flackernd An, Wurde Dann Wärmer, Aber Kaum Heller. Vorne Rechts Stand Der Garderobenschrank. Davor Lagen Schuhe, Seine Und Noch Ein Paar Von Marie. An Der Wand Hingen Jacken, Ein Schal Und Ein Regenschirm. Daneben Standen Zwei Leere Wasserflaschen Und Ein Halbvoller Müllsack, Der Eigentlich Längst Hätte Runtergebracht Werden Sollen.

 

Perfekt.

 

Wirklich Perfekt.

 

Maya Stellte Sich Leicht Auf Die Zehenspitzen Und Sah An Ihm Vorbei In Die Wohnung. Sie Machte Sich Nicht Einmal Die Mühe, So Zu Tun, Als Würde Sie Nicht Gucken. Ihr Blick Ging Nach Rechts, Dann Den Flur Entlang, Blieb Kurz An Den Schuhen Hängen, Dann Am Müllsack.

 

Theodor Zog Die Schuhe Aus Und Versuchte, Dabei Möglichst Normal Auszusehen.

 

„da Vorne Ist Die Küche“, Sagte Er Und Deutete In Den Flur. „du Kannst Dich Da Gern Hinsetzen. Ich Räum Nur Schnell Mein Zimmer Auf Und Hol Dich Dann Ab.“

 

Maya Sah Ihn An, Als Hätte Er Gerade Etwas Vorgeschlagen, Das Zwar Technisch Möglich War, Aber Nur Ein Sehr Komischer Mensch Freiwillig Tun Würde.

 

Dann Sah Sie Kurz In Den Flur. Schuhe, Müllsack, Jacken, Alles Halb Stehen Gelassen.

 

Ah Ja. Passt Eigentlich.

 

„du Willst Jetzt Noch Aufräumen? Um Zwei Uhr Nachts?“

 

„nur Kurz. Warum Nicht?“

 

Sie Legte Den Kopf Leicht Schief. An Ihrem Gesicht Konnte Man Sehen, Dass Sie Diese Antwort Nicht Einmal Halb Akzeptierte.

 

„ach Komm Schon. So Schlimm Kann Es Doch Nicht Sein.“

 

Theodor Verzog Den Mund. „es Ist Echt Unordentlich.“

 

„jetzt Sei Doch Keine Spaßbremse.“

 

Er Fuhr Sich Einmal Durchs Nasse Haar. Sehr Schlechte Idee. Jetzt Fühlte Es Sich Nur Noch Kälter An.

 

„ich Hatte Halt Nicht Damit Gerechnet, Dass Ich Um Zwei Uhr Nachts Plötzlich Ein Mädchen Mit Nach Hause Bringe.“ Er Sah Kurz Zur Seite, Mehr Zu Sich Selbst Als Zu Ihr. „wer Hätte Das Für Möglich Gehalten? Ich Offensichtlich Nicht.“

 

Maya Hob Eine Augenbraue, Und In Ihrem Gesicht Lag Auf Einmal Dieses Kleine, Freche Interesse, Das Ihm Schon Draußen Unangenehm Aufgefallen War.

 

„ah Ja. Ja Nee, Dann Lass Es Doch Bitte Genau So, Wie Es Ist.“

 

Er Hielt Mitten In Der Bewegung Inne. „was?“

 

„räum Nicht Auf.“ Sie Verschränkte Locker Die Arme Und Trat Einen Halben Schritt Weiter In Den Flur. „ich Will Sehen, Wie Du Wirklich Lebst. Bist Du Low Key Ein Nerd, Ein Freak Oder Einfach Wirklich Nur Langweilig?“

 

Theodor Sah Sie An.

 

„wow. Das Sind Ja Erstaunlich Viele Schlechte Optionen. Hab Ich Auch Eine Gute?“

 

Maya Tat Kurz So, Als Müsste Sie Ernsthaft Darüber Nachdenken. Ihr Blick Ging Wieder Den Flur Entlang, Als Würde Irgendwo Zwischen Garderobe Und Müllsack Vielleicht Doch Noch Ein Pluspunkt Liegen.

 

„schwierig. Das, Was Ich Bis Jetzt Von Dir Gesehen Hab, War Eher… Speziell.“

 

„speziell?“

 

„ja. Nicht Direkt Schlecht. Mehr So: Ich Bräuchte Mehr Daten, Bevor Ich Dich Komplett Verurteile.“

 

„das Klingt Ja Maximal Anstrengend.“

 

„für Dich Vielleicht.“ Maya Zeigte In Richtung Flurende. „jetzt Lass Mich Dein Zimmer Sehen.“

 

Theodor Atmete Aus. Er Wusste Nicht, Warum Er Überhaupt Noch Versuchte, Das Zu Verhindern. Sie Stand Bereits Halb In Seiner Wohnung, Hatte Blut An Der Kleidung Gesehen, Männer Sterben Sehen Und Trotzdem War Ihm Sein Zimmer Peinlicher Als Alles Andere.

 

„na Gut. Da Hinten Links.“

 

Maya Lächelte Schmal.

 

„guter Junge.“

 

Er Sah Sie Kurz An. „das War Unnötig.“

 

„mhm.“

 

„du Machst Das Absichtlich, Oder?“

 

„vielleicht.“

 

Sie Ging Schon Los, Als Wäre Damit Alles Geklärt. Theodor Blieb Einen Moment Stehen, Sah Ihr Nach Und Hob Dann Ergeben Die Hand.

 

„es Ist Aber Wirklich Nichts Besonderes.“

 

„das Lass Mal Mich Beurteilen.“

 

„natürlich. Die Kritikerin Hat Das Letzte Wort.“

 

„endlich Verstehst Du’s.“

 

Theodor Folgte Ihr.

 

Der Flur Kam Ihm Länger Vor Als Sonst. Rechts Lagen Bad, Küche, Wohnzimmer Und Weiter Hinten Maries Zimmer. Links Hinten Sein Zimmer, Daneben Das Gästezimmer Und Der Abstellraum. Früher Hatte Sich Die Wohnung Groß Angefühlt. Jetzt Waren Es Nur Noch Zu Viele Türen, Hinter Denen Keiner Mehr Etwas Machte.

 

Maya Blieb Vor Seiner Zimmertür Stehen Und Drückte Sie Auf.

 

Dann Sagte Sie Erst Einmal Nichts.

 

Und Diese Paar Sekunden Waren Schlimmer Als Jede Direkte Reaktion.

 

Theodors Zimmer Wirkte Nicht Einfach Unordentlich. Es Wirkte Wie Theodor. Voll, Überladen, Überall Angefangene Gedanken. Dinge Lagen Nicht Dort, Wo Sie Hingehörten, Sondern Dort, Wo Er Sie Zuletzt Gebraucht Hatte. Kabel, Blätter, Bauteile, Manga, Alte Geräte. Für Jeden Anderen Wäre Es Chaos Gewesen. Für Ihn Hatte Es Lange Eine Eigene Ordnung Gehabt. Er Wusste, Welcher Gedanke Was Zurückgelassen Hatte, Aber Seit Marie Tot War, War Selbst Diese Ordnung Brüchig Geworden.

 

Es Roch Schwach Nach Staub, Kalter Elektronik Und Dem Warmen Plastikgeruch Alter Geräte, Die Viel Zu Lange Gelaufen Waren. Auf Dem Boden Lagen Kabel, Mehrfachstecker, Werkzeug, Schrauben, Klamotten Und Alte Pc-teile. Neben Einem Halb Offenen Gehäuse Stand Ein Röhrenmonitor, Der Wahrscheinlich Schon Damals Alt Gewesen War, Als Andere Leute Angefangen Hatten, Flachbildschirme Cool Zu Finden.

 

Auf Dem Schreibtisch Stapelten Sich Schaltpläne, Lose Rechnungen, Notizzettel, Ein Alter Mp3-player, Zwei Kaputte Handys Und Ein Haufen Blätter Mit Formeln, Pfeilen Und Halben Ideen. Zwischen Den Sachen Standen Manga-bände, Ein Paar Zerkratzte Dvd-hüllen, Kleine Figuren Und Ein Alter Lautsprecher, Dessen Kabel Mit Isolierband Geflickt War.

 

An Den Wänden Standen Zahlen, Skizzen Und Rechenwege In Schwarzem Marker. Es Sah Nicht Nach Kunst Aus. Es Sah Aus, Als Hätten Gedanken Irgendwann Keinen Platz Mehr Im Kopf Gefunden.

 

Es War Nicht Richtig Dreckig. Aber Es War Voll. Zu Voll. Ein Zimmer, In Dem Man Sofort Verstand, Dass Jemand Sehr Viel Zeit Darin Verbrachte Und Gleichzeitig Zu Wenig Kraft Hatte, Irgendetwas Davon Wieder In Eine Normale Form Zu Bringen.

 

Maya Trat Langsam Hinein. Diesmal War Ihr Blick Nicht Nur Spöttisch. Neugier War Dabei. Vielleicht Sogar Ein Bisschen Echtes Interesse.

 

„holy.“

 

Theodor Blieb Am Türrahmen Stehen.

 

„begeisterung Fehlt Dir Anscheinend Schon Mal Nicht.“

 

Sie Ließ Den Blick Über Den Schreibtisch Wandern, Dann Zu Den Manga-bänden, Den Kleinen Figuren, Den Alten Geräten. Eine Der Figuren Nahm Sie Kurz Vom Regal, Betrachtete Sie, Stellte Sie Wieder Zurück. Dabei Sah Sie Aus, Als Würde Sie In Einem Fremden Museum Stehen, Nur Dass Der Museumsführer Am Liebsten Im Boden Verschwunden Wäre.

 

„okay“, Sagte Sie Schließlich. „du Hast Geschmack. Irgendwie.“

 

Theodor Blinzelte. „irgendwie?“

 

„ich Will Mich Nicht Zu Früh Festlegen.“

 

„danke. Sehr Lieb Von Dir.“

 

Maya Sah Von Den Manga-bänden Zu Den Alten Pc-teilen, Dann Zu Den Formeln An Der Wand.

 

„das Ist Irgendwie Schlimm“, Sagte Sie. „du Erfüllst Gerade Exakt Das Bild, Das Ich Von Dir Im Kopf Hatte.“

 

Theodor Sah Sie An.

 

„und Was War Das Bild? Ich Hoffe, Endlich Mal Was Gutes.“

 

Maya Verzog Kurz Den Mund, Als Würde Sie Überlegen, Wie Nett Sie Es Formulieren Sollte.

 

„ein Freak, Der Gras Wahrscheinlich Nur Aus Videospielen Kennt.“

 

„super. Sehr Lieb Von Dir.“

 

„ich Hab’s Noch Nett Formuliert.“

 

Sie Ging Weiter Bis Zur Wand Und Betrachtete Die Marker-spuren.

 

„nein, Ernsthaft, Was Ist Das Da An Der Wand?“ Sie Deutete Auf Die Zahlen Und Pfeile. „stromlaufplan, Dämonenritual Oder Bist Du Auch So Ein Selbsternannter Mad Scientist? Jetzt Fehlt Nur Noch Dein Ibm 5100, Dann Können Wir Reden.“

 

Theodor Sah Sie Kurz Verwundert An.

 

„du Kennst Steins;gate?“

 

„vielleicht.“

 

Sie Betrachtete Einfach Weiter Die Wand, Als Hätte Sie Ihm Damit Bereits Mehr Antwort Gegeben, Als Er Verdient Hatte.

 

Theodor Warf Ebenfalls Einen Blick Darauf. Eine Richtige Antwort Hatte Er Selbst Nicht. Zumindest Keine, Die In Weniger Als Zehn Minuten Nicht Noch Peinlicher Geklungen Hätte.

 

„das War Ein Langer Abend.“

 

Maya Sah Ihn An.

 

„das Erklärt Überraschend Wenig Und Gleichzeitig Irgendwie Alles.“

 

„dann Passt Es Ja.“

 

„low Key Schon.“

 

Sie Ging Näher An Den Schreibtisch. Ihre Finger Schwebten Kurz Über Einem Stapel Blätter, Als Wollte Sie Etwas Anfassen, Entschied Sich Dann Aber Dagegen. Theodor Merkte, Dass Er Angespannt War. Nicht, Weil Sie Etwas Kaputtmachen Könnte. Eher, Weil Sie Da Gerade In Seinem Kopf Herumstand, Ohne Zu Wissen, Dass Es Sein Kopf War.

 

„das Ist Mein Zimmer“, Sagte Er Schließlich. „mein Rückzugsort. Hier Kann Ich In Ruhe Denken Und Niemand Geht Mir Auf Die Nerven.“

 

Maya Drehte Sich Halb Zu Ihm Um. Ihre Augen Glitten Noch Einmal Durch Den Raum, Dann Blieb Ihr Blick Bei Ihm Hängen.

 

„ja, Auf Die Nerven Gehen Kann Dir Hier Wohl Wirklich Niemand. Wer Läuft Freiwillig In So Ein Zimmer Rein?“

 

„du Offenbar.“

 

„ja. Und Ich Bereue Es Ehrlich Gesagt Jetzt Schon.“

 

„stark. Vielen Dank Für Die Lieben Worte.“

 

„gern Geschehen.“

 

Sie Sagte Es So Selbstverständlich, Dass Es Fast Freundlich Wirkte. Fast.

 

Theodor Schnaubte Leise Durch Die Nase. „wenigstens Tu Ich Nicht So, Als Wär Das Hier Normal.“

 

„mach Ich Auch Nicht.“ Maya Trat Wieder Näher Zur Wand. „ich Stehe Nur Gerade Zwischen Faszination Und Leichter Sorge.“

 

„sorge?“

 

„für Die Tapete.“

 

Theodor Sah An Die Wand.

 

„die Kommt Klar.“

 

„die Sieht Aus, Als Hätte Sie Dinge Gesehen.“

 

„das Crazy“, Murmelte Er. „nicht Mal Meine Tapete Hat Hier Privatsphäre.“

 

„deine Tapete Hat Mehr Lore Als Manche Serien.“

 

Darauf Fiel Ihm Kurz Nichts Ein. Oder Zu Viel. Beides Fühlte Sich Gleich An.

 

Für Einen Moment War Es Fast Normal. Nicht Entspannt, Nicht Gut, Aber Normaler Als Alles, Was In Den Letzten Stunden Passiert War. Zwei Menschen In Einem Chaotischen Zimmer. Einer Peinlich Berührt, Die Andere Viel Zu Neugierig.

 

„hier Hab Ich Wenigstens Meine Ruhe“, Murmelte Er.

 

Maya Hörte Es Trotzdem. Sie Sah Sich Noch Einmal Um, Diesmal Ohne Dieses Direkte Grinsen.

 

„klingt Eher So, Als Würdest Du Hier Verschwinden, Wenn Draußen Alles Zu Viel Wird.“

 

Theodor Antwortete Nicht.

 

Sie Hatte Recht. Das Nervte.

 

Er Deutete Mit Dem Kopf Auf Die Tür Gegenüber.

 

„da Drüben Kannst Du Schlafen.“

 

Maya Trat Wieder Hinaus. Die Energie Aus Seinem Zimmer Nahm Sie Nicht Ganz Mit. Sie Blieb Noch Einen Moment Zwischen Ihnen Hängen, Bis Sie Vor Der Anderen Tür Stand.

 

„ist Das Zimmer Auch So Ein Erlebnis?“

 

„nein.“

 

„schade.“

 

„für Dich Vielleicht.“

 

„für Mich Auf Jeden Fall.“

 

Diesmal Öffnete Sie Die Tür Langsamer.

 

Als Maries Zimmer Vor Ihnen Lag, Veränderte Sich Die Stimmung Sofort.

 

Das Zimmer War Ordentlich. Bett Gemacht. Kommode Sauber. Auf Einem Stuhl Lag Ein Schal, Als Hätte Ihn Jemand Nur Kurz Dort Abgelegt. Auf Der Kommode Standen Bilder In Rahmen. Der Raum Roch Anders Als Theodors Zimmer. Weniger Nach Elektronik Und Staub, Mehr Nach Alter Wäsche, Holz Und Dingen, Die Seit Wochen Nicht Bewegt Worden Waren.

 

Es Wirkte Nicht Verlassen. Eher Angehalten.

 

Maya Trat Vorsichtiger Hinein Als Vorher. Das Fiel Theodor Sofort Auf. Bei Seinem Zimmer War Sie Einfach Reingelaufen, Als Hätte Sie Eine Challenge Angenommen. Hier Bewegte Sie Sich Langsamer. Ihr Blick Blieb An Den Bildern Hängen. Sie Nahm Einen Rahmen In Die Hand.

 

Darauf War Theodor Jünger. Schmaler. Neben Ihm Stand Marie Mit Ruhigen Augen Und Einem Gesicht, Das Aussah, Als Hätte Sie Mehr Geduld Gehabt, Als Gesund Für Sie War.

 

„ah“, Sagte Maya Leiser Als Eben. „da Sahst Du Aber Noch Nicht Komplett Aus Wie Ein Freak.“

 

Theodor Verzog Den Mund.

 

„danke. Schon Wieder Sehr Lieb Von Dir.“

 

„ich Meinte Das Halb Nett.“

 

„nur Halb?“

 

„mehr War Gerade Nicht Drin.“

 

Sie Betrachtete Das Bild Noch Einen Moment. Der Witz Hing Nicht Lange In Der Luft. Dafür War Der Raum Zu Still.

 

„und Ist Die Andere Person Deine Mutter?“

 

„meine Tante.“

 

Maya Nickte Langsam. Jetzt Sah Sie Sich Noch Einmal Genauer Um.

 

„und Wo Ist Deine Tante Jetzt? Ich Frag Nur, Weil Ich Ungern Aus Versehen In Das Bett Einer Lebenden Frau Einziehe.“

 

Theodor Sah Kurz Auf Den Boden.

 

„ist Kein Problem“, Sagte Er. „sie Ist Tot.“

 

Maya Hielt Inne.

 

„oh.“

 

Sie Stellte Das Bild Vorsichtig Zurück.

 

„sorry. Das Wusste Ich Nicht.“

 

„konntest Du Auch Nicht Wissen.“

 

„wann?“

 

„vor Einem Monat.“

 

Maya Sah Wieder Zu Den Bildern. Ihre Schultern Waren Nicht Mehr So Locker Wie Eben.

 

„dann Ist Das Hier Alles Noch Ziemlich Frisch.“

 

Theodor Antwortete Erst Nach Einem Moment.

 

„mhm. Kann Man So Sagen.“

 

Stille Setzte Sich Zwischen Sie. Nicht Die Unangenehme Vom Flur. Eine Andere. Schwerer. Maya War Für Einen Moment Nicht Frech, Nicht Neugierig, Nicht Auf Angriff. Einfach Nur Da.

 

Dann Sah Sie Noch Einmal Durchs Zimmer, Diesmal Fast Vorsichtig.

 

„und Außer Ihr? Was Ist Mit Deiner Anderen Familie? Geschwister, Eltern, Irgendwer? Bist Du Komplett Allein?“

 

Theodor Lehnte Sich Gegen Den Türrahmen.

 

„geschwister Hab Ich Nicht. Ich Bin Einzelkind. Also, Soweit Ich Weiß.“

 

Maya Drehte Sich Halb Zu Ihm. Sie Fragte Nicht Sofort Weiter. Ihr Blick Blieb Kurz Auf Seinem Gesicht, Als Würde Sie Überlegen, Ob Sie Die Nächste Frage Stellen Sollte. Dann Tat Sie Es Doch.

 

„und Deine Eltern?“

 

Theodor Ließ Den Blick Über Die Bilder Wandern.

 

„kenn Ich Nicht.“

 

Maya Runzelte Leicht Die Stirn. „gar Nicht?“

 

„gar Nicht.“

 

Jetzt Wurde Sie Stiller.

 

Theodor Merkte, Dass Sie Auf Eine Erklärung Wartete. Er Hätte Es Kurz Machen Können. Machte Er Normalerweise Auch. Aber In Diesem Raum, Mit Diesen Bildern Und Dem Schal Auf Dem Stuhl, Klang Die Kurze Version Auf Einmal Zu Klein.

 

„marie Hat Mich Damals Aufgenommen“, Sagte Er. „mehr Weiß Ich Nicht. Sie Hat Nur Gesagt, Dass Ich Abgegeben Wurde. Keine Namen, Keine Gesichter. Nichts.“

 

Maya Sagte Nichts. Ihre Hand Lag Noch Am Rahmen, Aber Sie Hob Ihn Nicht Mehr Hoch.

 

„das Tut Mir Leid“, Sagte Sie Schließlich.

 

Theodor Nickte Kaum Merklich.

 

„mhm.“

 

Wieder Stille.

 

Dann Fragte Sie: „hast Du Mal Versucht, Deine Eltern Zu Suchen?“

 

Theodor Lachte Kurz Auf. Nicht Wirklich Amüsiert. Eher Müde.

 

„ja, Natürlich.“

 

Er Sah An Ihr Vorbei In Den Flur. Für Einen Moment War Da Wieder Dieses Alte Gefühl, Das Er Hasste. Suchen, Obwohl Man Nicht Wusste, Wonach Genau. Fragen, Obwohl Alle Antworten Vorher Schon Verschwunden Waren.

 

„je Weiter Ich Gesucht Hab, Desto Nebliger Wurde Alles. Als Würde Jeder Weg Irgendwann Einfach Aufhören. Keine Richtigen Anhaltspunkte, Nichts, Woran Man Sich Festhalten Könnte.“ Er Machte Eine Kurze Pause. „marie Hat Auch Fast Nie Über Sie Geredet.“

 

Maya Nickte Langsam.

 

„das Crazy.“

 

„ja“, Murmelte Er. „ist Ein Ganz Brauchbares Wort Dafür.“

 

Draußen War Der Regen Leiser Geworden. Oder Vielleicht Hörte Man Ihn In Diesem Zimmer Nur Weniger. Theodor Merkte, Dass Er Nicht Gern Zu Lange Hier Drin Stand. Nicht, Weil Er Das Zimmer Nicht Mochte. Gerade Deshalb.

 

Er Hob Den Blick.

 

„und Was Ist Mit Deiner Familie?“

 

Maya Sah Ihn An.

 

„was Genau Meinst Du?“

 

„na Ja.“ Er Sah Kurz Zu Ihr, Dann Wieder Zu Den Bildern. „du Bist Neunzehn, Rennst Nachts Draußen Rum Und Verprügelst Beziehungsweise Stichst Irgendwelche Gangster Ab. Das Wirkt Jetzt Nicht Wie Ein Besonders Entspannter Lebenslauf.“

 

Für Einen Moment War Da Ein Kleines, Schiefes Ziehen Um Ihren Mund.

 

„nein. Entspannt War Da Nicht Viel.“

 

Sie Stellte Den Rahmen Nun Endgültig Zurück. Ihre Finger Blieben Kurz Darauf Liegen, Als Hätte Sie Erst Entscheiden Müssen, Ob Sie Ihn Wirklich Loslässt.

 

„meine Eltern Wurden Umgebracht“, Sagte Sie Dann.

 

Theodor Schwieg.

 

Maya Sah Nicht Zu Ihm, Als Sie Weitersprach.

 

„wegen Der Fragmente. Oder Wegen Dem, Was Sie Darüber Wussten. So Genau Hab Ich Das Nie Rausbekommen.“

 

„von Diesen Leuten?“

 

„wahrscheinlich. Oder Von Denselben, Die Zu Dieser Sorte Gehören. Ich Weiß Nur, Dass Es Mit Den Fragmenten Zu Tun Hatte.“

 

Theodor Hörte Jetzt Anders Zu. Die Müdigkeit War Noch Da, Aber Sein Blick Wurde Schärfer.

 

„weil Sie Etwas Darüber Wussten?“

 

Maya Verschränkte Die Arme, Als Hätte Der Raum Plötzlich Weniger Wärme.

 

„vielleicht Wussten Sie Zu Viel. Vielleicht Waren Sie Einfach Im Weg. Vielleicht Beides. Genau Das Versuch Ich Rauszufinden.“

 

Theodor Nickte Langsam.

 

„und Seitdem Suchst Du Danach.“

 

„seit Ich Zwölf Bin.“

 

Zwölf.

 

Er Stellte Keine Sofortige Frage. Einen Moment Sah Er Sie Nur An, Weil Sein Kopf Kurz Versuchte, Das Bild Zusammenzubekommen: Maya Mit Zwölf, Irgendwo Allein, Auf Der Suche Nach Dingen, Für Die Leute Sterben.

 

„was Weißt Du Bis Jetzt?“

 

„nicht Genug.“

 

„hilfreich.“

 

„ich Weiß. Deswegen Sag Ich’s Ja.“

 

Da War Sie Wieder, Diese Trockene Maya. Leiser Als Eben, Aber Noch Da.

 

Theodor Sah Kurz Weg, Dann Wieder Zu Ihr.

 

„was Weißt Du Wirklich?“

 

Maya Atmete Leise Durch.

 

„dass Es Sechs Fragmente Gibt. Dass Mehrere Gruppen Sie Suchen. Dass Leute Dafür Töten. Dass Manche Vielleicht Schon Welche Besitzen. Und Dass Meine Eltern Deswegen Sterben Mussten.“ Sie Machte Eine Kurze Pause. „mehr Als Das Weiß Ich Nicht Sicher Genug, Um Es Dir Als Wahrheit Hinzulegen.“

 

„diese Typen Von Heute Waren Also Nur Ein Teil Davon?“

 

„ja.“

 

„super.“

 

Maya Hob Leicht Eine Augenbraue.

 

„mehr Fällt Dir Dazu Nicht Ein?“

 

„doch. Aber Nichts, Was’s Irgendwie Besser Macht.“

 

Das Ließ Sie Stehen.

 

Theodor Merkte, Dass Sie Bei Den Fragmenten Vorsichtig Wurde. Nicht Ängstlich. Eher Wie Jemand, Der Gelernt Hatte, Informationen Nicht Einfach Fallen Zu Lassen, Nur Weil Jemand Nett Genug Fragte. Er Verstand Das. Mehr, Als Er Gerade Zeigen Wollte.

 

„hast Du Irgendeine Spur? Irgendwas Konkretes?“

 

„ja.“

 

„wohin?“

 

„weiter Nach Norden.“

 

Er Wartete Kurz. Sie Sagte Nichts Mehr.

 

„wo Genau?“

 

Maya Sah Ihn Direkt An.

 

„das Sag Ich Dir Noch Nicht.“

 

Theodor Hielt Ihren Blick Aus.

 

Natürlich Nicht. Wär Auch Zu Einfach.

 

„mhm.“

 

Maya Musterte Ihn. „du Gibst Erstaunlich Schnell Ruhe.“

 

„ich Geb Keine Ruhe. Ich Merk Nur, Wann Nachfragen Nichts Bringt.“

 

Für Einen Moment Sah Sie So Aus, Als Müsste Sie Sich Ein Grinsen Verkneifen.

 

„fair.“

 

Theodor Stieß Sich Vom Türrahmen Ab.

 

„ich Hol Jetzt Wasser.“

 

Maya Sah Kurz Zu Den Bildern, Dann Wieder Zu Ihm.

 

„wenn Das Ungefährlicher Ist Als Dein Zimmer, Gern.“

 

„die Erwartungen Sind Niedrig.“

 

„nach Der Wand Da Drüben? Ja.“

 

„stark.“

 

„du Gewöhnst Dich Dran.“

 

Theodor Ging In Die Küche.

 

Hinter Ihm Blieb Maries Zimmer Offen. Oder Mayas Zimmer. Der Gedanke Kam Ihm Kurz, Und Sofort Fühlte Er Sich Falsch An.

 

Schon Im Flur Merkte Er, Dass Wieder Etwas Anfing.

 

Erst War Es Nur Dieses Leichte Ziehen Hinter Den Augen. Dann Das Feine Sausen Im Ohr. Und Darunter, Ganz Tief, Lag Wieder Dieses Geräusch.

 

Regen.

 

Nicht Der Draußen.

 

Der Andere.

 

Der Auf Dem Hallendach.

 

Scheiße.

 

Er Blieb In Der Küche Kurz Stehen Und Legte Die Hand Auf Die Arbeitsplatte.

 

Was Passiert Mit Mir?

 

Nicht Schon Wieder.

Für Einen Moment Tat Er Gar Nichts. Er Stand Nur Da, Eine Hand Auf Der Arbeitsplatte, Die Andere Noch Halb In Der Luft, Als Hätte Sein Körper Kurz Vergessen, Was Er Eigentlich Machen Wollte.

Es War Wieder Da.

Dieses Komische Gefühl, Als Hätte Sich Die Nacht Irgendwo In Ihm Festgesetzt. Keine Klare Erinnerung. Mehr Wie Splitter. Bilder, Geräusche, Einzelne Bewegungen, Die Nicht Mehr Richtig In Die Reihenfolge Passten.

Bus.

Regen.

Halle.

Messer.

Wieder Bus.

Er Schluckte Trocken.

Das War Nicht Normal. Das Konnte Nicht Normal Sein.

War Das Wirklich Passiert? Oder Hatte Er Nur Das Gefühl, Es Schon Erlebt Zu Haben? Nein. Zu Genau. Zu Scharf. Er Hatte Gewusst, Was Sie Gleich Sagen Würde, Bevor Sie Es Gesagt Hatte. Er Hatte Gewusst, Wo Der Mann Stehen Würde. Wo Das Messer Lag.

Also Was War Das?

Eine Fähigkeit? Ein Effekt? Irgendwas Mit Diesen Fragmenten? Oder Einfach Sein Kopf, Der Gerade Komplett Auseinanderlief?

Er Schloss Kurz Die Augen Und Öffnete Sie Sofort Wieder.

Keine Ahnung.

Ich Muss Dem Auf Den Grund Gehen.

Aber Nicht Jetzt.

Erstmal Atmen, Ich Muss Herausfinden, Ob Ich Maya Überhaupt Trauen Kann.

Er Nahm Ein Glas Aus Dem Schrank Und Stellte Es Ins Becken. Dann Drehte Er Den Wasserhahn Auf.

Das Wasser Lief.

Für Einen Augenblick Sah Es Rot Aus.

Theodor Zuckte Zurück.

What The Fuck—

Er Blinzelte.

Wasser.

Nur Wasser.

Sein Atem Wurde Plötzlich Viel Zu Laut In Seinem Eigenen Kopf.

Fuck. Beruhig Dich. Du Darfst Jetzt Nicht Abkacken.

Er Sah Auf Seine Rechte Hand.

Da War Nichts.

Und Trotzdem Spürte Er Es Noch. Zwischen Den Fingern. Dieses Warme, Klebrige Gefühl, Das Längst Hätte Verschwunden Sein Müssen.

Er Rieb Daumen Und Zeigefinger Aneinander.

Einmal.

Dann Wieder.

Das Sausen Im Ohr Wurde Stärker. Ganz Kurz Hörte Er Wieder Das Blechdach. Den Regen. Das Klirren Des Messers. Das Grüne Licht.

Dann Glitt Ihm Das Glas Aus Der Hand.

Es Schlug Hart Gegen Das Becken Und Zersprang.

Maya Stand Fast Sofort In Der Küchentür.

„alles Okay Bei Dir?“

Theodor Reagierte Erst Nicht.

Er Stand Einfach Nur Da Und Starrte Auf Seine Hand.

„theo.“

Diesmal Etwas Fester.

„alles Okay?“

Jetzt Zuckte Er Leicht Zusammen Und Sah Kurz Zu Ihr Rüber, Als Hätte Er Sie Erst Jetzt Richtig Gehört.

„sorry“, Sagte Er Leise. „ich Hab Nur Das Glas Fallen Lassen.“

Maya Blieb In Der Tür Stehen.

„das Hab Ich Gesehen. Ich Meinte Eher Dich.“

Theodor Sah Wieder Auf Die Scherben.

„ich Weiß Nicht, Was Gerade Mit Mir Los Ist“, Murmelte Er. „oder Doch. Vielleicht Schon. Ich Weiß Nur Nicht, Wie Ich’s Abstellen Soll.“

Maya Sagte Erst Mal Nichts. Sie Sah Auf Seine Hände, Dann Auf Die Scherben, Dann Wieder In Sein Gesicht.

„das Vorhin War Nicht Normal“, Sagte Er Leiser. „und Ich Weiß Nicht, Ob Ich Angst Hab Oder Einfach Komplett Drüber Bin.“

Maya Trat Einen Schritt Näher.

„hör Mal Zu. Das War Nicht Normal.“ Ihre Stimme War Ruhiger Als Vorher. „und Ja, Es Kann Beides Sein. Angst Und Überforderung.“

Theodor Sah Kurz Zu Ihr.

„wow. Das Ist Ja Echt Ekelig.“

„was Soll Ich Dir Sonst Sagen?“ Maya Sah Ihn Direkt An. „du Hast Jemanden Getötet. Ich Kann Dir Das Nicht Schönreden. Da Musst Du Irgendwie Selbst Durch.“

Ganz Kurz Zuckte Sein Mund. Mehr War Nicht Drin.

„danke. Sehr Aufbauend.“

„ich Sagte Nicht, Dass Ich Gut Darin Bin.“

„merkt Man Low Key.“

Maya Sagte Darauf Nichts. Sie Sah Ihn Nur Kurz An, Als Würde Sie Prüfen, Ob Dieser Kleine Witz Wirklich Alles War, Was Er Gerade Noch Retten Konnte.

Theodor Sah Wieder Auf Seine Hand.

„sobald’s Still Wird, Ist Alles Wieder Da.“

„was Genau?“

Er Brauchte Einen Moment.

„der Regen. Dieses Dach. Das Geräusch. Ich Hör Das Immer Noch.“

Maya Musterte Ihn Ein Paar Sekunden Lang. Dann Zog Sie Einen Stuhl Vom Tisch Zurück.

„setz Dich Erstmal. Bevor Du Hier Noch Die Ganze Küche Zerlegst.“

Theodor Atmete Schwer Aus.

„stark.“

Er Sah Auf Den Boden Und Konnte Ihr Für Einen Moment Nicht Mehr Ins Gesicht Sehen.

Maya Blieb Neben Dem Stuhl Stehen.

„immer Wieder Gern.“

Sie Sah Zum Becken, Zu Den Scherben, Dann Wieder Zu Ihm.

„ich Find’s Nur Fair, Wenn Wir Nach Mehreren Toten Heute Nicht Noch Jemanden Verlieren. Vor Allem Nicht, Weil Du Dich Hier Auf Den Fliesen Verabschiedest.“

Diesmal Kam Wirklich Ein Kleiner Laut Von Ihm. Kein Lachen. Eher Der Rest Davon.

„ich Steh Doch“, Murmelte Er.

„ja, Ach Nee, Das Seh Ich.“ Sie Zeigte Kurz Auf Ihn. „aber Du Stehst Nicht Gerade Überzeugend.“

Theodor Sah Sie An.

„das Soll Helfen?“

„nicht Direkt. Ich Versuche Nur Zu Verhindern, Dass Dein Kopf Bekanntschaft Mit Dem Boden Macht.“

Ein Paar Sekunden Lang Sagte Er Nichts.

Dann Setzte Er Sich.

Für Einen Moment Sah Es Aus, Als Wollte Er Noch Irgendwas Dagegen Sagen. Dann Ließ Er Es, Setzte Sich Auf Den Stuhl Und Stützte Die Hände Auf Die Oberschenkel.

Maya Blieb Vor Ihm Stehen. Ihr Blick War Nicht Mehr Spöttisch. Nicht Weich, Aber Ernst Genug, Dass Er Es Merkte.

„du Musst Übrigens Nicht So Tun, Als Wäre Alles Okay.“

Theodor Antwortete Nicht.

Weil Er Gerade Selbst Nicht Mal Wusste, Wie Okay Überhaupt Noch Aussehen Sollte.

Draußen Regnete Es Weiter.

Und In Der Wohnung War Es Still Genug, Dass Beide Merkten, wie ähnlich Sie sich doch eigentlich waren.

Autorennotiz

Hallo, mein Name ist Mawasan.

Ich schreibe momentan mein erstes Buch, allerdings bin ich noch ein Anfänger und ein Buch ist nicht mein Endziel, genau deshalb freue ich mich wenn ihr mir auch ein gutes Feedback geben könntet, wenn es euch gefallen hat. Sollte das Werk gut bei euch ankommen,(was ich sehr hoffe), werde ich mich an Zeichnungen versuchen um es als Manga raus zu bringen, aber für erste vielen Dank das du mir eine Chance gibst und viel Spaß beim lesen!

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KHilgerss Profilbild
KHilgers Am 15.04.2026 um 23:29 Uhr
Sehr spannend. Manchmal verliere ich zwar noch den Überblick in ein paar Szenen. Zum Beispiel am Anfang von Kapitel 2 als im Kampf jemandem ein das Messer in der Kehle steckte. Wer genau hielt das Messer vorher? Vielleicht vorher nochmal beschreiben. Ansonsten sind da einige sehr schöne Beschreibungen dabei. Sehr mysteriös alles und ein guter Spannungsaufbau ist da schon drin. Ich will wissen was das Fragment ist.
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Mawasan (Autor)Am 16.04.2026 um 19:30 Uhr
Vielen, vielen Dank für deine Meinung! 😄 Natürlich werde ich mich weiter verbessern und hoffe, dir noch mehr Spaß am Lesen zu bereiten. Ich kann dir auch ein kleines Geheimnis verraten: Es ist nicht nur ein Fragment, aber ich möchte noch nicht zu viel verraten! 👀 Wenn du möchtest, kann ich dir Kapitel 3 gerne schicken. Es ist zwar noch nicht perfekt, aber lesbar und schon so gut wie fertig!

Autor

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Bewertung

Eine Bewertung

Statistik

Kapitel: 3
Sätze: 1.199
Wörter: 9.347
Zeichen: 52.668

Kurzbeschreibung

„Inconclusion“ erzählt die Geschichte des 19-jährigen Theodor, der dem mysteriösen Mädchen Maya begegnet. Nach einem verstörenden Ereignis suchen die beiden nach den Mördern ihrer Eltern. Doch mit jedem Schritt wird ihr Weg dunkler, rätselhafter und psychologisch verstörender, bis sie an Wahrheiten geraten, die weit über einen einfachen Rachefeldzug hinausgehen.

Kategorisierung

Diese Story wird neben Horror auch in den Genres Abenteuer, Krimi, Action, Drama gelistet.

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