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Die Gesellschaft der Geparden

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21.04.22 09:13
12 Ab 12 Jahren
Fertiggestellt

2 Charaktere

Alex Parker

Im Waisenhaus fühlte sie sich oft allein, da niemand sie zu verstehen schien. Als sie mit 10 Jahren eine Brief von ihren Eltern in die Hände bekommt, verändert sich ihr Leben.Auf dem Weg zu einem Geparden findet Alex endlich Freunde, welche sie verstehen und ein zuhause.

Greg Ross

Greg besitzt einen kleinen aber feinen Antiquitätenladen. Seine Narbe bezeugt seine vergangene Zeit als Held. Als Alex ihn bittet, sie auszubilden übernimmt Greg die Rolle als Lehrer und Vater.

Prolog

Vor Hunderten von Jahren wurde der erste Gepard gesichtet. Damit ist aber nicht das Tier gemeint, sondern Menschen mit besonderen Fähigkeiten, die diese zum Wohle der Menschheit einsetzten. Wo sie herkamen und wie sie entstanden sind, ist nicht bekannt. Einige vermuten, sie existierten seit dem Beginn der Zeit und dies habe einen magischen Ursprung, sicher weiss es aber niemand. Im Laufe der Zeit vermehrten sich die Geparden und verteilten sich in jeden Winkel der Welt. Auch wenn sie nicht jede Katastrophe verhindern konnten, waren sie vor Ort, um zu helfen, denn darin bestand ihre grösste Pflicht: alles zu tun, um unschuldigen Menschen zu helfen. Doch den Menschen war dies nicht genug. Sie bekamen Zweifel an den Geparden und stellten diese infrage. Es ging so weit, dass ihnen angehängt wurde, sie würden mehr Schaden anrichten, als wirklich zu helfen. Als sie weder den Ersten noch den Zweiten Weltkrieg verhindern konnten, verloren sie das Vertrauen in die Geparden völlig. Aber die Geparden konnten nicht aufhören, ihre Fähigkeiten für das Gute einzusetzen, und so kam es, dass sich vor etwa fünfzehn Jahren ein Antigeparden-Gesetz durchsetzen konnte. Dies verbot die Handlung als Gepard sowie auch das Tragen von irgendwelchen Dingen, die man mit Geparden in Verbindung bringen konnte. Als die Geparden sich nicht daran hielten, wurden sie verbannt und festgenommen. Damals ahnte aber noch niemand von der Gefahr, welche der Menschheit drohte, und dass die Geparden ihre einzige Chance waren. Nun lag es an einem einzelnen Individuum, welches bereit sein würde, die Geparden zurückzubringen. Doch was, wenn es ein solches nie geben würde?

Der Anfang einer langen Reise

Obschon alle Geparden verschwunden waren und niemand an ihre Rückkehr glaubte, verlor ein kleines Waisenmädchen nicht die Hoffnung. Es glaubte an die Rückkehr und hoffte, selbst einer zu sein. Sie war sich sicher: Die Geparden würden zurückkehren, und sie würden diese Welt retten; egal wie lange es auch dauern würde, ihre Rückkehr war für das Mädchen besiegelt.

An einem Herbstabend sass sie allein im Zimmer auf ihrem Bett. Sie betrachtete die Kette in ihren Händen; dies tat sie öfter, denn es war das Einzige, was sie noch von ihren Eltern hatte, und ausserdem hatte die Kette irgendetwas Magisches an sich, denn jeder sah in ihr etwas anderes. Marco sah ein Krokodil, Larissa einen Wolf und Spencer einen Dachs. In Gedanken in eine magische Welt vertieft, bemerkte sie Ronja nicht, die plötzlich ins Zimmer kam (sie war eine der vier Betreuer des Waisenhauses) und fragte: «Was soll so besonders an deiner Kette sein? Wahrscheinlich ist sie einfach zu alt, um genau sagen zu können, welches Tier es darstellt.» Das Mädchen antwortete ohne Zweifel in seiner Stimme: «Das glaube ich nicht. Es ist eine Kette der Geparden, und nur wenige erkennen dies.» «Wieso bist du dir dabei so sicher, Alex?» «Na ja, weil, denk mal darüber nach, wie konnten die Geparden sich damals untereinander sichtbar machen? Die Antwort: Diese Kette hat etwas damit zu tun, und jeder, der kein Gepard war, erkennt etwas anderes als den eigentlichen Geparden.» Ronja seufzte und setzte sich zu ihr aufs Bett: «Aber du bist doch auch kein Gepard, wieso siehst du also als Einzige einen Geparden?» Alex liess sich nicht davon beirren und sagte mit voller Überzeugung: «Meine Eltern waren Geparden, deshalb bin ich es zum Teil auch und deshalb haben sie mir auch diese Kette hinterlassen, damit ich eines Tages ihr Erbe weiterführen kann.» Ronja startete einen zweiten Versuch, Alex von dieser wahnwitzigen Idee abzubringen. «Dir ist aber schon bewusst, dass die Geparden verboten wurden?» Erst in diesem Moment sah Alex endlich hoch und blickte Ronja direkt in die Augen. «Nur vorübergehend, wenn die Menschen sehen, was die Geparden bewirken können … dann ändert sich alles. Damals hatten die Menschen Angst und waren verunsichert, sie müssen sehen, dass die Geparden, so wie sie, normale Menschen sind, die bereit sind, ihr Leben für die Gerechtigkeit, Sicherheit und Menschlichkeit zu riskieren.» «Wieso willst du dann dieses Risiko freiwillig auf dich nehmen?» «Es ist das Einzige, woran ich glauben kann. Ausserdem, so erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass mich jemand adoptiert; ich meine, wer will denn kein Kind, das ein Held ist? Das ist meine einzige Chance auf eine Familie», fügte das Waisenmädchen leise hinzu. «Ach, Alex. Es wird dich auch so jemand adoptieren, das weiss ich, du bist klug, mutig und hast ein riesengrosses Herz. Die richtige Familie wird dich schon finden. Glaube mir.» Sie stand auf und wollte das Zimmer verlassen, aber dann drehte sie sich noch einmal um, wusste jedoch nicht, was sie noch sagen könnte, und ging dann doch aus dem Zimmer. Alex blieb allein zurück und starrte wie hypnotisiert auf die Kette in ihren Händen. «Die Geparden werden zurückkehren, ich weiss es», flüsterte sie zu sich selbst, bevor sie aufstand und nach unten zu den anderen ging.

Das Zeichen eines Geparden

Oben angekommen, standen sie vor einer massiven alten Holztür. «Da!», sagte Greg und zeigte auf ein kleines Loch im Holz. Alex näherte sich der Tür, die Form des Lochs kam ihr irgendwie bekannt vor. Und da fiel es ihr ein! Sie nahm die Kette aus der Tasche und steckte sie in das Loch. Sie passte und plötzlich war ein Rattern zu hören, gefolgt von einem Quietschen, und die Tür öffnete sich langsam. Dahinter kam ein grosser Raum zum Vorschein, in der Mitte brannte ein kleines Feuer, nicht grösser als dreissig Zentimeter. «Ich dachte, es wäre grösser.» «Erinnere dich.» «Du sagtest, es komme auf die Anzahl der Geparden an. Also heisst das, je mehr Geparden es gibt, desto grösser ist das Feuer.» Greg nickte und lief Richtung Feuer. Alex folgte ihm zügig. Kurz davor blieb Greg stehen: «Jetzt halte deinen Unterarm ins Feuer.» «Also, äh, mir wurde beigebracht, dass man sich von Feuer fernhalten und tunlichst die Finger davon lassen sollte», zögerte Alex. «Ja, wenn es sich um ein normales Feuer handelt, dann stimmt das auch, aber das hier ist das Feuer der Geparden. Vertrau mir, Tausende vor dir haben es getan und sind unversehrt geblieben.» Da das Feuer ziemlich mickrig war, kniete Alex sich davor hin und atmete langsam ein und aus. «Wenn du würdig bist, wird es dich nicht verbrennen.» «Und wenn ich nicht würdig bin?» «Du bist es.» «Wieso bist du dir da so sicher?» «Es gibt nur wenige Menschen, die so einen starken Willen haben wie du und dazu noch so mutig sind. Ich war mir noch nie so sicher. Ich glaube an dich, also fang endlich auch an, an dich zu glauben.» Leise murmelte sie vor sich hin: «Ich bin würdig. Ich glaube. Es ist Zeit.» Ohne weiter darüber nachzudenken, streckte sie ihren Arm ins Feuer. Und wie Greg es vorausgesagt hatte, schmerzte es nicht und auf ihrem Arm entstand ein Zeichen. Alex zog den Arm wieder heraus und schaute auf ihren Arm. Nun war dort ein springender Gepard abgebildet.

In diesem Moment ertönte das gleiche Rattern wie vorhin und von der Decke kam so etwas wie ein Haken herunter, daran hing eine Kette, die der ihrer Eltern glich, sie hatte aber eine andere Farbe. Ihre eigene Kette sah hölzern aus und war es auch. Sie nahm die Kette vom Haken und wog sie in ihren Händen, sie fühlte sich leichter an als die ihrer Eltern. «Jetzt kannst du die Kräfte des Geparden anwenden. Bis du sie aber beherrschst, darfst du sie nur in Jacksons Unterricht anwenden.» «In Ordnung.» «Ich bin stolz auf dich, Alex. Du hast es geschafft!» Bei diesen Worten kamen ihr die Tränen. «Danke Greg», erwiderte sie und umarmte ihn. In diesem Moment war Alex von Glück erfüllt, denn auch wenn Greg nicht ihr Vater war, kam er einem solchen näher als irgendjemand sonst.

Auf Alex’ Wunsch blieben sie noch einige Zeit dort oben. Greg setzte sich vors Feuer und dachte an die alten Zeiten und die einstigen mutigen Geparden. Währenddessen schaute Alex sich um. Sie entdeckte eine weitere Tür. Diese liess sich leicht öffnen und dahinter kam eine Treppe zum Vorschein, die nach oben führte. Sie erklomm die Stufen bis zum Ende. Ganz oben angekommen, fand sie sich auf einem Dachboden wieder, in dem jede Menge Kisten herumstanden. Sie durchwühlte den ganzen Kram und fand in einer Kiste ein Buch mit der Aufschrift:

Buch der Geparden – 1845

Sie nahm das Buch mit nach unten. Greg war sichtlich erstaunt von Alex’ Fund. «Ich habe von diesem Buch gehört, es aber noch nie gesehen. Nimm es ruhig mit, es kann uns sicherlich noch einiges offenbaren.» Sie liefen zur Holztür zurück und verliessen diesen magischen, geheimen Orten der Geparden.

Vor der Tür gab Greg ihr die Kette ihrer Eltern zurück und sagte, sie solle nun ihre eigene Kette um den Hals tragen. «Zeige deine Kette in der Öffentlichkeit und sei stolz darauf. Auch wenn sie momentan nur wenige bemerken werden, irgendwann werden alle sie sehen und wissen, wie stark du bist.» Fröhlich, mit neuem Mut und mit neuer Hoffnung stieg Alex die Stufen hinunter. Die Gewissheit, dass eines Tages die Welt wieder mit Geparden bewohnt sein würde, erfüllte Greg mit Glück. Je länger er Alex ausbildete, desto mehr wurde ihm klar, dass sie diese Aufgabe schaffen konnte, und es auch würde.

 

 

Autorennotiz

Hey Leute!

Ich hoffe euch gefällt der Einblick in meine Geschichte. Lesen könnt ihr den Prolog, das erste Kapitel und mein persönliches Lieblingskapitel.

Hinweis: Im Buch werden unter anderem folgende Themen behandelt: Verlust, Verrat, Gewalt

Hier könnt ihr das ganze Buch ergattern. Je nachdem wo ihr am liebsten einkauft.

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Autor

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Statistik

Kapitel:3
Sätze:103
Wörter:1.593
Zeichen:9.149

Kurzbeschreibung

Geparden sind schnell, stark und… verschwunden, als die Welt sie am meisten brauchte. Als Alex einen Brief von ihren Eltern bekommt, wagt sie sich auf eine Reise ins Unbekannte. Es liegt an ihr, die Geparden zurückzubringen und die Welt zu retten. An ihrer Seite ist Greg Ross, ein geheimnisvoller Ladenbesitzer.

Kategorisierung

Diese Story wird neben Fantasy auch in den Genres Freundschaft und Familie gelistet.