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Der Clan des "Dark Phönix"

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27.6.2017 13:03
12 Ab 12 Jahren
Workaholic

Es war wieder so weit, so wie in jeder langen Sommernacht, als die Lagerfeuer entzündet wurden, alle Mitglieder des Clans sich versammelten, ob groß oder klein, ob Jung oder alt und dann wurden die zahlreichen Geschichten von damals erzählt.

Dieses mal aber war alles irgendwie anders ……

 

Ein älterer Mann mit einem Stab als Stütze in der rechten Hand trat ans Lagerfeuer heran, mehrere ältere Mitglieder

des „Dark Phönix“ Clans standen plötzlich auf, senkten kurz ihren Kopf um ihm Respekt zu zollen und baten

den alten Mann sich zu setzen, so als ob sie ihn schon ewig kannten und ihm alles zu verdanken hätten.

Es war irgendwie eine unheimliche Stille am Lagerfeuer, so etwas hatte es schon lange nicht mehr gegeben

und einer der älteren Mitglieder des Clans stand unerwartet auf, verbeugte sich noch einmal tief vor

dem alten Mann mit dem Stab und bat ihn die alte Geschichte vom Anfang des

„Dark Phönix“ – Clans zu erzählen.

 

Der alte Mann nickte ihm kurz und knapp zu, räusperte sich und fing an zu erzählen.

 

Einst waren wir zahlreich, doch dann nahte das Unheil und verschlang alles, was wir aufgebaut hatten.

Der Rest der Gemeinschaft verletzt und zerschunden, standen sie sich gegenüber und schworen Rache und Zusammenhalt in einer neuen Gemeinschaft.

Aus der verbrannten Erde erhob sich der „ Dark Phönix“, um eine neue starke Gemeinschaft zu erschaffen.

Nach jahrelanger Trauer um die Gefallenen Kameraden der einst so mächtigen Gilde, das abschied nehmen der verlorenen Männer, Frauen und Kinder, die Verletzungen, die viele bei diesem Kampf davongetragen hatten versorgt und wieder geheilt erblühte die neue Gemeinde langsam aber sicher zu neuem Glanz.

Noch war der Clan des „Dark Phönix“ nicht in alter Stärke erwacht, aber es wurden Freundschaften geschlossen, Handel getrieben und jeder wusste, mit dem sich erhobenen „Dark Phönix“ an Ihrer Seite, welcher sich aus der verbrannten Erde empor hob, um über den neuen Clan zu wachen, die neue und noch innigere Freundschaft, welche sich nach diesem Unglück entwickelte wird diese Gemeinschaft stärker machen als je zuvor.

 

Ja, Leute und dann kam das unvorhersehbare. ..............

Aber diese Geschichte kennt ja fast jeder, da man sie ja fast jeden Abend an den Lagerfeuern erzählt,

………..oder etwa nicht?

Die jüngeren am Lagerfeuer schüttelten aufgeregt und neugierig über das was kommen würde den Kopf und

bettelten schon fast den alten Mann an weiterzuerzählen.

Also gut, dann fangen wir mal ganz von vorne an zu erzählen für die, die diese Geschichte noch nicht kennen sollten.

Das heißt, nach dem großen Unheil und dem Neuanfang mit dem mächtigen „Dark Phönix“.

 

Als viele Monde vergangen, die Gebäude wieder neu und prunkvoller hergerichtet waren,

ja sogar eine prachtvolle Halle der Weisheit und eine große Halle, die nach Fertigstellung in

Die heiligen Hallen" benannt wurde.

erschien der „Dark Phönix“ landete inmitten der neu aufgebauten Stadt, stemmte seine langen scharfen Krallen in den Boden und fing mit seiner kraftvollen, tiefen, aber doch ruhigen und warmherzigen Stimme an zu reden.

„Brüder und Schwestern des neuen Dark Phönix – Clans, ich ließ euch die Heiligen Hallen bauen, da es jetzt an der Zeit ist, einen Rat zu gründen, welcher in diesen Hallen sein Recht spricht.

Ich werde euch und euren Gefolgsleuten mit all meiner Macht vom großen Horizont aus vor Unheil bewahren.“

Nach seiner ehrfürchtigen Ansprache stieß der Phönix einen grellen Schrei aus, richtete seinen gewaltigen Körper auf und flog gen Himmel.

Die Gefährten standen noch einige Zeit wie versteinert auf dem großen Platz der Stadt, die Augen weit aufgerissen, ja man kann sagen in ihren Gesichtern sah man die Ehrfurcht und vielleicht auch ein bisschen Angst, denn es war, seit der Katastrophe das erste mal, das sie den gewaltigen Phönix gegenüber standen und seinen heißen Atem im Gesicht spürten.

Einer der Gefährten, noch die Augen weit aufgerissen sammelte sich und ergriff das Wort.

„ Freunde, Waffen Kameraden, Brüder und Schwestern der Phönix hat gesprochen und er hat Recht lasst uns in die Heiligen Hallen gehen und beraten was zu tun ist.“

Die anderen Gefährten, welche sich sichtlich noch vom Auftritt des Phönixes erholen mussten, stimmten mit ein und gemeinsam gingen sie zu den „Heiligen Hallen“.

Es war ein riesiges Gebäude mit zwei großen schweren Eichentüren verschlossen, an denen jeweils ein riesiger Ring aus Metall angebracht wurde um diese Türen überhaupt bewegen zu können. Über diese Türen sah man ein großes mit Gold eingearbeitetes Kunstwerk, welches den Phönix mit weit aufgeschlagenen Flügeln widerspiegelte.

Zwei der stärksten Männer umfassten die Eisenringe und öffneten die Türen, um den anderen einlass zu gewähren.

Die Fackeln, die sich im gesamten Raum an den Wänden befanden wurden entzündet und die Türen mit einem hörbar dumpfen Geräusch verschlossen.

Inmitten der großen Halle stand ein aus Eiche hergestellter großer Runder Tisch, umgeben mit sieben, ebenso prachtvoll angefertigten Stühlen, in denen die Namen der Gefolgsleute in die Lehnen der Stühle geschnitzt wurden. Der Boden glitzerte im Schein der Wandfackeln und bestand aus edlen schwarzen und weißem Marmor.

Die Gefährten begaben sich an den ihnen vorbestimmten Platz, legten ihre zahlreichen Waffen in die extra für sie angefertigten Waffenständer setzten sich anschließend, um über die letzten Ereignisse zu sprechen und so wie es vom Phönix aufgetragen wurde, den hohen Rat der neuen Gemeinschaft zu besiegeln, um Recht und Ordnung aufrecht zu erhalten.

Zu dem jetzt anerkannten und besiegelten Rat der neuen Gemeinschaft zählten die sechs

Gefährten, welche dem Unheil der vorangegangenen Gemeinschaft um Haaresbreite entkamen und ein neues Mitglied, welches einige Monde nach der Katastrophe eintraf.

 

Zum einen war einer der neuen Ratsmitglieder, wer kennt ihn nicht, Wii

einer der ältesten und ich denke der weiseste von allen.

Eigentlich ist er ein stiller und ernster Gefährte,

jedenfalls hat ihn noch niemand lächeln sehen, so wie man sich erzählt,

aber wenn er seinen scharfen Blick durch die Runde streifen ließ und mit

seiner rauen Stimme anfing zu sprechen, verstummten alle, die in seiner unmittelbaren Umgebung saßen und hörten schon fast auf zu atmen um bei ihm nicht in Ungnade zu fallen.

Ja manchmal hatte man sogar das Gefühl, als ob sogar die Vögel aufhörten zu singen,

denn jeder wusste, wenn Wii einmal nach seinem Kampfstab griff ist alles vorbei.

 

Dann waren da noch Legolas und Matzeabi beides treue Waffenkameraden und

wahrscheinlich die stärksten Kämpfer in der Gemeinschaft. Mit dem Schwert vermochten die beiden gleich gut umzugehen, als wäre es ihnen bei der Geburt mit in die Wiege gelegt worden.

Äußerlich jedoch ähnelten sie sich, als wenn man eine rote Rose mit einem Kaktus vergleichen würde, aber wenn man diese beiden mutigen Streiter erst einmal richtig kennen lernte, könnte man denken es seien Brüder, denn öfter kam es sogar vor, das sie wie in einem Chor anfingen zu sprechen und beide zusammen machten immer die verrücktesten Sachen, welche die anderen Gefährten manchmal auf die Palme brachte.

 

Kommen wir zu Panem, ein wahrer Held der vergangenen Zeiten.

Sein Gesicht gezeichnet von schwersten Verbrennungen, war er derjenige, der bei diesem damaligen Unheil Kräfte entwickelte, die sich kein Mensch vorstellen kann.

Als damals alle Häuser in Flammen standen und die Bewohner keine Chance hatten dem Feuer zu entgehen, war er es, der viele Anhänger der Gemeinschaft vor den Flammen gerettet hat, selbst als er wie eine lebende Fackel herumgelaufen und vor Erschöpfung mehrmals zusammenbrach, rappelte er sich immer und immer wieder auf, um so viele Gefährten zu retten als möglich.

Seit jenen Tagen aber zog er sich innerlich zurück, verdeckte sein gekennzeichnetes Gesicht stets mit einer Kapuze und machte sich immer noch Vorwürfe, nicht noch mehr Gefährten gerettet zu haben.

 

Jetzt zu unserer schönen Smoei.

Was soll man sagen, ihr Gesicht glich als wäre es persönlich von den Göttern erschaffen,

dazu die strahlenden Augen, ihr sanftes lächeln und ihre langen roten Haare, welche sich im Mondschein spiegelten als würde jeden Moment die Sonne aufgehen.

Aber wer unsere Smoei kennt, weiß natürlich sie ist eine begabte Künstlerin mit dem Messer und keiner im Lande kann es mit ihren Fähigkeiten im Bogenschießen aufnehmen.

Ja auch die jungen Knaben die ihr hinterher pfiffen, wenn sie über die Straßen geht, brauchte sie nur einen scharfen Blick zu zuwerfen und sie suchten vor Angst das Weite. Einem hartnäckigen Verehrer soll sie sogar einmal mit dem Messer in Sekunden ein durchgestrichenes Herz auf die Stirn geritzt haben.

 

Unser sechstes Ratsmitglied, es war nicht anders zu erwarten, unsere Rosilda.

Rosilda war, wie eine Mutter für alle und eine hochbegabte Heilerin.

Sie konnte wirklich jede Verletzung heilen, solange noch ein bisschen Leben

im Körper vorhanden war und sie hatte immer ein offenes Ohr für jedermann.

Selbstverständlich konnte sie auch Leben nehmen, wenn es darauf ankam und ihre

Schützlinge in Gefahr waren. Kräuterkunde und Gifte waren ihr Spezialgebiet, aber das Messer war ihr nicht ganz unbekannt, mit dem man auch in ihrer Hand keine Bekanntschaft machen wollte.

Nur bei dem armen Panem drang selbst sie nicht durch, obwohl sie seine schweren Verbrennungen vollständig verschwinden lassen könnte, doch Panem verweigerte es ihr, damit er sich selbst immer an diese schreckliche Zeit erinnern konnte.

 

Das siebte und letzte Mitglied des Rates war der kleine Prinz.

Jetzt fragt sich jeder natürlich was das wohl für ein Name sei, oncontextmenu="return false;" onmousedown="return false;" onmousemove="return false;" oncopy="return false;" unselectable="on"> „der kleine Prinz“ < aber das ist ganz einfach zu erklären.

Den Name „der kleine Prinz“ wurde ihm von seinen Gefährten verpasst, weil er jedes mal, wenn er zum Beispiel zum essen in die Taverne kam, den Stuhl abputzte, sein Besteck und seinen Becher penibel mit einem Tuch säuberte, bevor er überhaupt etwas davon benutzte. Dann neckten ihn schon immer die anderen mit einem lächeln im Gesicht und sagten so was wie „ Ach da ist er wieder unser Prinz“ und da er auch noch der kleinste im Bunde war nannten ihn die anderen nach einiger Zeit einfach nur noch der kleine Prinz.

Der kleine Prinz, wie man ihn also nannte, kam leider erst einige Monde später nach der Katastrophe in die Stadt, sonst hätte er sicherlich mit seinen Zauber-Fähigkeiten einiges an Leid schmälern können, denn er beherrschte einige Elemente der Natur.

Nun war der hohe Rat besiegelt, die Stadt wieder neu aufgebaut und die Tavernen jeden Tag gefüllt.

Die Stadt wurde so erbaut, das im Norden der Stadt riesige Berge, wo auch der Phönix weit oben sein Hort errichtet hatte waren und ab den Bergen fing eine riesige weiße Mauer an,

welche sich um die gesamte Stadt zog mit unzähligen großen Türmen zur Verteidigung dazwischen. Der Eingang zur Stadt wurde durch eine schwere Zugbrücke gesichert und um die Mauern verlief ein großer Wassergraben.

Alles in allem ist es mit der Zeit eine sehr ansehnliche Stadt geworden, die genug Schutz gegen Gefahren von außen bot.

Eines Tages, als die Sonne allmählich unterging, die Kälte langsam  emporstieg und die Wache die Zugbrücke langsam hochziehen wollte, näherten sich von weitem zwei Gestalten mit hoch umher fuchtelnden  Armen und schrien Leibeskräften, doch die Wache konnte kein Wort verstehen, da diese zwei Gestalten noch so weit entfernt waren.

Die beiden Wachen ließen die Brücke in Ihrer Position stehen und einer der Wachen blies in ein großes Horn, welches das Signal zum Alarm auslöste. In wenigen Minuten waren die meisten Türme voll mit Kämpfern und die Mitglieder des Hohen Rates fanden sich alle am Tor ein.

Wii, der um einige Sekunden schneller am Tor war, wurde von  einer der Wachen über den Zwischenfall informiert.

Er befahl die Zugbrücke wieder ganz nach unten zu senken und das Tor zu öffnen, umfasste seinen Kampfstab so fest, das man schon seine weißen Handknöchel sehen konnte und starrte den beiden, noch immer näher kommend und mit den Armen umherfuchtelnden Gestalten, mit ernster Miene entgegen.

Die beiden Gestalten waren ca. noch 150 Fuß von den anderen entfernt, als Wii entschlossen einige Schritte nach vorne ging und laut „Halt“ rief.

Die beiden Gestalten hörten die raue und kräftige Stimme von Wii und blieben abrupt stehen.

Jeder konnte die Anspannung, welche sich breit machte spüren, da es schon dämmerte und keiner der Gefährten richtig erkennen konnte was dort vorne jetzt vor sich ging.

Aber alle waren bereit im Falle eines Überfalls oder was sonst noch passieren könnte.

Smoei spannte ihren Bogen, Legolas und Matzeabi standen mit ihren gezogenen Schwertern ca. 10 Fuß hinter Wii, Panem wie immer wenn es gefährlich wurde, entschlossen und zu allem bereit mit seinen überdimensionalen Messern in jeder Hand, Rosilda stand gleich hinter Smoei und mischte irgend etwas für die Pfeile zusammen, der kleine Prinz hatte beide Hände vor seinem Körper und zwischen seinen Handflächen funkelte ein blaues Licht und den Phönix konnte man aus der Ferne durch seinen grellen Schrei erkennen.

Die Spannung wurde immer größer bei den Gefährten, als sich Wii entschlossen und zielstrebig diesen Gestalten immer weiter näherte.

Legolas   und Matzeabi blieben selbstverständlich in einem Abstand von ca. 10 Fuß hinter Wii, um ihm gegebenenfalls erforderliche Rückendeckung zu geben.

 

Nach gefühlten etlichen Stunden hatte Wii die beiden Gestalten erreicht und stand jetzt genau vor ihnen, schaute sie ernst an, zog seine Augenbrauen runter, lockerte seinen Griff um seinen Kampfstab, nahm seinen  Daumen und gleichzeitig seinen Zeigefinger in den Mund und pfiff  dreimal laut.

Es waren zwei kurze und ein langer Pfiff, welches das Signal zur Entwarnung war, dann winkte er Legolas und Matzeabi zu sich heran.

Da die beiden immer noch einen Sicherheitsabstand zu Wii hatten, dauerte es ein bisschen

Bevor sie zu ihm stießen.

In dieser Zeit musterte Wii die beiden, die immer noch wie am Erdboden  angewachsen da standen und zitterten.

Wii merkte, dass dieses zittern nicht durch die aufsteigende Kälte kam, sondern eher durch die Strapazen, welche die beiden durchgemacht haben mussten, denn die beiden sahen einfach nur furchtbar aus.

Ein junges rothaariges Mädchen, die Sachen die sie trug verdreckt und aufgerissen, ihre Haare verfilzt, das Gesicht, die Arme und Beine zerkratzt und schwarz vor Dreck.

Ihr junger Begleiter, welcher neben ihr stand und genauso furchtbar aussah wie dieses Mädchen, sackte plötzlich in sich zusammen und viel wie ein nasser Sack auf den Boden.

Fast im gleichen Moment wie dieser junge Mann zusammenbrach trafen Legolas und Matzeabi ein.

Ein kurzes Nicken von Wii reichte vollkommen aus, Legolas und Matzeabi

steckten gekonnt ihre Schwerter weg, zogen den zusammengebrochenen jungen Mann hoch und Matzeabi legte ihn sich über seine Schulter.

Legolas und Wii stützten das junge Mädchen zwischen sich und gingen so schnell es halt unter diesen Umständen machbar war zurück in Richtung Stadt.

Smoei, die immer noch ihren Bogen leicht gespannt hielt, trotz Entwarnung durch Wii

sah als erstes die herannahenden Freunde, mit den anderen im Schlepptau auf die Stadt zukommen.

Besorgt um ihre Freunde und was auch immer dort hinten geschehen sein mag rief sie in aller Hektik den andern, die vor den Toren warteten zu:

 „ Lauft ihnen entgegen irgendetwas ist passiert“!

Noch nicht einmal ganz zu Ende gerufen sprintete Panem als erstes los, als wenn der Leibhaftige persönlich hinter ihm her wäre und erst einige Sekunden später reagierten die anderen Gefährten und liefen  Wii, Legolas und Matzeabi entgegen.

Bei den drei Gefährten angekommen, sahen sie die total heruntergekommenen Gestalten.

Die eine Gestalt, die regungslos wie ein Sack Mehl über Matzeabi`s Schulter hing, wurde  von den anderen behutsam herunter gehoben und mit dem Rücken ins Gras gelegt.

Rosilda schaute sich den regungslosen Körper an, horchte an seiner Brust, schob mit dem Daumen die Augenlider nach einander hoch und sagte schon fast wie im Befehlston

„Panem und du kleiner Prinz ihr bringt den jungen in mein Haus, legt ihn ins Bett, deckt ihn zu und macht heißes Wasser fertig!“

Ohne zu zögern ergriffen Panem und der kleine Prinz die dünnen Arme des jungen Burschen, zogen ihn behutsam hoch, legten sich jeder einen Arm auf die Schultern und machten sich den restlichen Weg auf in die Stadt, so wie es ihnen Rosilda aufgetragen hatte.

Während Rosilda den Jungen Mann untersuchte, hatten Wii und Legolas  das junge Mädchen auch schon mit dem Rücken ins Gras gelegt, so dass  Rosilda ohne Verzögerung auch sie kurz untersuchen konnte.

Rosilda schaute Wii und Legolas an und sagte zu den beiden auch wieder fast wie im Befehlston „ Nehmt sie vorsichtig hoch und kommt!“

Wii  und Legolas. nahmen das junge Mädchen, was mit der Zeit auch bewusstlos geworden war vorsichtig hoch und legten sich auch, wie es Panem und der kleine Prinz  vorgemacht hatten, die  Arme  auf die Schultern und gingen ebenfalls weiter in Richtung Stadt.

In Rosilda`s Haus angekommen brachten sie das Mädchen in den Raum, wo auch schon der junge Mann hingelegt wurde.

Das war ein Raum den Rosilda in ihrem Haus für solche Notfälle einrichten ließ.

In diesem Zimmer standen vier Betten, an der Wand war ein riesiges Regal mit verschieden gefüllten Gläser mit irgendwelchem Flüssigkeiten, Pulver und Körnern drin, unter den Gläsern waren mehrere Holzkästen gefüllt mit unterschiedlichen Kräutern und Blätter, daneben ein Schrank in dem sich viele sorgfältig gestapelte weiße Tücher und Decken befanden,

Es war einfach so eingerichtet, wie man es von einer Heilerin erwarten konnte.

Rosilda bat ihre Gefährten freundlich hinaus, damit sie in Ruhe ihre Arbeit verrichten konnte.

Keiner der Gefährten entgegnete ihr ein Wort, da sie ganz genau wussten, dass

sie den kürzeren gegenüber Rosilda ziehen würden und allen war bekannt, wenn Rosilda arbeiten musste, sollte man sie am besten in Ruhe lassen, sonst hätte man schlechte Karten.

Rosilda untersuchte die beiden Fremden jetzt genauer, säuberte ihre Körper, versorgte ihre Wunden, hüllte ihre Körper in große weiße Tücher ein, deckte sie dann mit einer Decke zu und mischte ihre geheimen Mixturen, wovon sie eine  in ihren Mund träufelte und mit der anderen kleinere weiße Tücher tränkte, welche sie dann jeweils auf die Stirn ihrer Patienten legte.

Die beiden Fremden waren immer noch bewusstlos, aber sahen vom optischen schon viel besser aus, als auf der Wiese vor der Stadt.

Es vergingen einige Monde ehe sich eine Besserung des Gesundheitszustandes prognostizieren ließ.

Rosilda musste wirklich ihr ganzes Können aufweisen, um beide am Leben zu erhalten

und auf einmal geschah das, was keiner mehr für möglich gehalten hatte.

Das rothaarige Mädchen schlug auf einmal ihre Augen auf, als Rosilda gerade dabei gewesen ist ihre Verbände zu wechseln.

Sie fing sofort an zu stammeln: „ Ich…..Ich…..“

Rosilda versuchte sie zu beruhigen, gab ihr etwas von ihrem selbstgemachten Saft, aber das Mädchen fing aufgeregt wieder an herum zu stammeln „Ich… Ich muss…..“

Doch dann verließen sie wahrscheinlich ihre Kräfte und sie schlief ein, oder es könnte natürlich auch an dem Saft gelegen haben, welchen ihr Rosilda zu trinken gab.

  Als so ca. zwei oder auch drei Monde vergangen waren, schien sich die gleiche Szene erneut abzuspielen

 Das Mädchen schlug die Augen auf und fing erneut an zu stammeln:

 „ Ich…. Ich muss ….“

Rosilda versuchte sie erneut zu beruhigen und wollte ihr wieder ihren selbstgemachten Saft geben, doch das Mädchen holte unerwartet mit ihrer Hand aus und schlug Rosilda den Becher aus der Hand.

Rosilda wich erschrocken zurück und man hörte den blechernen Klang des Bechers, welcher immer noch auf dem Fußboden umher hopste.

Rosilda stand behutsam auf, sagte nur kurz und knapp zu dem Mädchen:

„ Bleib liegen ich hole dir Wasser!“

Das Mädchen trank den ganzen Becher leer, so als hätte sie tagelang in der Wüste verbracht und fing erneut an zu sprechen.

Diesmal klang ihre Stimme ruhiger und entschlossener:

„Ich muss …. mit eurem Anführer sprechen!“

Rosilda runzelte die Stirn, dann fragte sie gezielt und in einem ebenfalls ruhigen Ton genauer nach, welche Gründe dieses Mädchen bewegte, sich mit einem Anführer wie sie es nannte zu treffen.

Dem kleinen Mädchen rollten die Tränen über die Wangen und sie sagte nur schluchzend:

„Böses ist uns passiert ….. meine Familie ….. mein Volk…. „

Ihre Tränen wurden immer mehr.

 Rosilda nahm sie betroffen in die Arme und  versprach ihr  zu helfen, aber als Gegenleistung verlangte sie, dass sie heute noch einmal die Medizin nehmen müsse, um Kräfte zu sammeln.

Die kleine schluchzte, nickte einfach nur und trank dann den Saft von Rosilda aus.

Fast im gleichen Augenblick, als das Mädchen wieder einschlief regte sich neben ihrem Bett der junge Mann.

Rosilda wandte sich zu ihm hin, wechselte den getränkten Umschlag auf der Stirn und beruhigte ihn mit ihrer ruhigen und sanften Stimme.

Ja den Burschen hatte es schwer erwischt, er hatte hohes Fieber, Schüttelfrost und eine seiner Wunde war stark entzündet.

Der nächste Tag brach an und Rosilda machte gerade die neuen Verbände, als das Mädchen wieder aufwachte.

Da Rosilda ihren Gemütszustand kannte, wandte sie sich auch gleich zu ihr um und erkundigte sich mit ruhiger Stimme um ihr befinden.

Das Mädchen, was jetzt auch bedeutend ruhiger geworden ist, als am Tag zuvor antwortete auch in demselben ruhigen Ton:

„ Mir geht es gut aber…..“

Rosilda unterbrach sie mitten in ihrem Satz:

„ Ganz ruhig und jetzt fangen wir von vorne an. Wie heißt du denn kleines und wer ist dein Begleiter? „

„ Mein Name ist Efrania,  mein Begleiter ist mein bester Freund und heißt Avedo, aber ich muss ……“

Wieder ließ Rosilda sie nicht weitersprechen und unterbrach sie erneut.

Rosilda erzählte ihr, dass es in dieser Gemeinde keinen Anführer gab, sondern einen

Rat, welcher gemeinsam die Entscheidungen treffen würde und sie selbst eines dieser Ratsmitglieder sei.

Efrania schaute sie verwirrt an, denn sie kannte solch eine Struktur nicht und hatte auch noch nie davon gehört.

Rosilda bemerkte ihre Unsicherheit und fragte sie was passiert sei und woher  sie diese Verletzungen hätten.

Efrania wollte antworten und in diesem Moment viel ihr Blick auf Avedo, welcher immer noch bewusstlos im Bett lag.

Bevor sie aber fragen konnte, beantwortete Rosilda schon ihre noch nicht gestellte Frage: „ Ihm geht es gut, er schläft nur und braucht noch ein bisschen Ruhe.“

Sichtlich erleichtert über Rosilda´s Aussage fing Efrania an zu erzählen, dass Ihre Volk von Unholden überfallen, ihre Leute verschleppt und ermordet wurden.

Das sie zusammen mit Avedo losgeschickt worden sei um Hilfe zu holen und diese Reise bis hierher so in etwa zehn oder fünfzehn Monde gedauert hätte.

Wieder fingen die Tränen bei Efrania an über ihre Wangen zu laufen.

Rosilda nahm Efrania in die Arme und versprach ihr alles zu tun, um die anderen Ratsmitglieder zu überzeugen ihnen  Hilfe zu gewähren.

Sie gab ihr einen Kuss auf die Stirn lächelte, gab Efrania noch einmal die Medizin,

welche sie auch ohne zu streiken trank.

Nach einer kurzen Zeit ist Efrania wieder eingeschlafen und Rosilda wandte sich Avedo zu um ihm die Verbände zu wechseln.

Am frühen Abend hatte Rosilda ihre Patienten versorgt und ging in die Taverne, um ihre erste Mahlzeit an diesem Tag einzunehmen.

Die anderen Mitglieder des Rates trafen einige Zeit später ein, setzten sich zu Rosilda, schauten sie kurz an, aber keiner wagte es ihr irgendetwas zu sagen, denn Rosilda sah echt mitgenommen aus und das einfach nur, weil sie sich einfach keine Unterstützung holen wollte.

 

Wie oft schon sagten die anderen zu ihr:

„ Rosi nimm dir endlich einen Lehrling und bringe ihm die Kunst des Heilens bei, du gehst uns noch zu Grunde!“

Sie winkte immer nur  ab und meinte immer nur sie fände nicht die richtige Person, welche annähernd die Voraussetzungen einer Heilerin aufweisen könnte.

Alle saßen still am Tisch, den Kopf  nur knapp über ihre Teller und schlürften leise ihre Suppe.

 Smoei, welche Rosilda am nahesten stand, schulte vorsichtig über ihren Suppenteller blickte Rosilda in die Augen und merkte irgendetwas stimmt nicht mit ihr und wagte den ersten Satz am Tisch.

„Rosi ist alles in Ordnung mit dir?“

Sie seufzte leicht auf und wollte die Ereignisse schildern, die sich zwischen ihr und Efrania abgespielt hatten, doch sie kam nicht weit, denn während sie den Namen Efrania nannte, fingen Legolas und Matzeabi beide fast gleichzeitig an zu grinsen und sagten:

„Oh jetzt hat die kleine rothaarige wenigsten schon einen Namen.“

Und kicherten vor sich hin, bis sie den bösen Blick von Rosilda spürten und Panem, der gleich neben Legolas saß stieß ihm seinen Ellenbogen zwischen die Rippen.

Wii setzte seinen eisernen Blick auf und schaute den beiden nacheinander fest in die Augen, sofort hörten sie auf  irgendwelche Geräusche von sich zu geben, außer dem plötzlichen Schlürfen ihrer Suppe und bat Rosilda weiter zu berichten.

Sie gab die  Ereignisse, welche sich in ihrem Haus abgespielt haben wieder und bat um eine Ratsversammlung.

Wii nickte leicht mit dem Kopf und sagte mit ruhiger Stimme:

„Rosi hat Recht, wir müssen uns zusammensetzen und über die Geschehnisse die dem Volk der beiden passiert sind beraten, bevor uns ein ähnliches Schicksal widerfährt und herausfinden, ob das nicht doch unser alter Feind ist. Aber das werden wir erst machen wenn alle ausgeruht sind!“

Mit seinem letzten Wort richtete er gleichzeitig seinen Blick auf Rosilda.  

Sie schloss leicht ihre Augen und nickte ihm zu.

Der nächste Morgen brach an Rosilda verarztete noch ihre Patienten und dann fanden sich alle in der Heiligen Halle ein.

Jeder setzte sich  auf seinen Platz, dann fingen sie an die Geschehnisse zu analysieren und zu beratschlagen was das Beste für die Gemeinschaft wäre.

Dabei wurde selbstverständlich auch über die Folgen einer eventuellen Einmischung in die Geschehnisse der anderen Gemeinde diskutiert.

 Nach einigen Stunden waren sich alle einig, dass man die Geschehnisse vor ihren Toren nicht ignorieren kann, vor allem sollte es wirklich der Feind von damals sein und der kleine Prinz machte den Vorschlag, dass jemand zum Phönix empor steigen sollte um seinen Beistand zu erbitten.

Es herrschte kurze Stille, als Smoei ihren Vorschlag unterbreitete Legolas und Matzeabi für diese Mission zu schicken.

 

Legolas und Matzeabi  schauten Smoei mit großen Augen an und stammelten fast wieder gleichzeitig:

„iiiich …“

 

Panem grinste und machte sich noch einen Scherz:

„Ihr seid doch die stärksten und talentiertesten, vielleicht haben wir dann mal ein bisschen Ruhe“

Die beiden waren außer sich und wetterten gleichzeitig los.

Bevor es aber dazu kam das sich alle an die Kehle gingen, beruhigte Rosilda und der kleine Prinz die Streithähne und  bestätigten Panem´s Aussage, dass sie die stärksten der Gemeinde wären und nur sie diesen Aufstieg zum Phönix schaffen würden.

Beide waren von den Worten sehr angetan, setzten sich gerade hin und machten sich noch ein Stück größer als wie sie eigentlich waren, doch dann schauten sie sich beide an, zogen ihre Augenbrauen runter, schauten in die Runde, verschränkten ihre Arme, schüttelten den Kopf

und Legolas sagte in einem schnippischen Ton:

„Zu dem Phönix hochklettern und uns fressen lassen …. Nein danke!“

 

Jetzt redeten alle auf die beiden ein.

Es ging zu wie in einem Hühnerstall, als Wii nach einiger Zeit plötzlich mit der Faust auf den Tisch haute seine Augenbrauen verärgert runterzog und seinen strengen Blick  durch die Runde gleiten ließ.

Alle schauten ihn mit offenen Augen an und keiner wagte es jetzt noch einen Ton von sich zu geben oder mit den Augen zu blinzeln

Wii ließ diese Stille noch einen Augenblick verharren stand auf, ballte seine Hände zu Fäusten, mit denen er sich auf den Tisch abstützte, dann schaute er Legolas und Matzeabi  an.

Den beiden lief ein kalter Schauer über den Rücken, da sie Wii noch nie so verärgert gesehen hatten und dann ertönte seine kräftige Stimme.

„Ihr beide seid die richtigen für diese Aufgabe. Ja, ich muss den anderen zustimmen ihr seid die stärksten und passt aufeinander auf und deswegen werdet ihr gehen! Wir müssen herausfinden was es mit dem anderen Volk auf sich hat und ob es nicht doch unser alter Feind ist.“

Legolas und Matzeabi wagten es erst gar nicht irgendetwas entgegenzusetzen, denn so wie

Wii gerade drauf war, währe das die schlechteste Entscheidung gewesen, die sie treffen könnten.

Wii schien sich etwas beruhigt zu haben, denn seine Augenbrauen nahmen eine normale Haltung an und er setzte sich wieder.

Diesen Moment nahm Legolas zum Anlass, um doch noch etwas entgegenzusetzen.

„Aber ….“

Er spürte wieder diesen stechenden Blick von Wii und hörte abrupt auf seinen Satz zu beenden.

Nach einer Weile der Stille fragte Wii die anderen, ob jetzt noch irgendjemand triftige Gründe entgegenzusetzen hätte und alle, schüttelten nur den Kopf ohne ein weiteres Wort zu verlieren.

Na ja, beim genaueren hinsehen, sah man schon das die Mundwinkel von Legolas und Matzeabi verärgert über ihre Situation nach unten verzogen waren, aber auch sie fügten sich ihrem Schicksal und schüttelten ebenfalls ihren Kopf.

Dann wurde die Ratsversammlung als beendet erklärt, alle bereiteten noch einige Sachen für den Aufstieg der beiden vor, ruhten sich noch etwas aus und so brach auch schon der nächste Morgen an.

Alle kamen auf den großen Platz mitten in der Stadt, sie brachten für den beschwerlichen Aufstieg Vorräte, Seile und gute Ratschläge mit.

Rosilda gab ihnen noch einige Salben, Tränke und zum Schluss richtete Wii das letzte Wort an Legolas und Matzeabi.

„Freunde es ist Zeit aufzubrechen, der Weg wird nicht einfach für euch, aber denkt immer daran, ihr seid die besten für diese schwierige Aufgabe, passt auf die rutschigen Felsen auf, je höher ihr kommt, wird sich auf den Felsen Eis bilden. Viel Glück auf euren Weg, wir vertrauen und glauben an euch.“

Nach unzähligen Umarmungen und guten Wünschen, machten sich dann die beiden auf den Weg.

Sie waren voll gepackt, jeder trug einen großen Rücksack, über die Schultern hatten sie sich die Seile gehängt und ihre Schwerter hatten sie gegen Messer eingetauscht, welche sie im Halfter am Bein festgezurrt hatten.

Die Reise zum Berg hinauf ging los alle winkten noch so lange, bis die beiden nicht mehr zu sehen waren. Nach einer ganzen weile beschwerlichen Fußmarsches wurde es langsam dunkel die beiden Bergsteiger schauten sich um, sahen sich noch einmal die Stadt von oben an, welche auf sie jetzt wie eine Spielzeug Stadt wirkte und suchten sich dann einen geeigneten Platz zum übernachten.

Sie fanden eine kleine Vertiefung im Berg, wo gerade einmal Platz für vier Personen war, aber es reichte aus um dort zu übernachten.

Die kleine Höhle bot Schutz vor Regen und vor allem gegen den eisigen Wind, der nachts hier oben heftiger zu werden schien.   

Legolas und Matzeabi machten es sich ein bisschen gemütlich, in dem sie ihre Rucksäcke als Lehne für ihre Rücken postierten, vor dem Eingang der kleinen Höhle hingen sie eine Decke, um die Kälte ein bisschen abzuhalten und dann machten sie ein kleines Feuer und legten sich dicht aneinander geschmiegt hin.

Matzeabi konnte nicht schlafen und versuchte mit Legolas ein Gespräch anzufangen:

„Ein Glück wir haben einige Äste zwischendurch gesammelt wa?“

„Jep“

„Was die anderen jetzt wohl machen?“

„Weiß nicht.“

„Legolas, bist du sauer auf mich?“

„Na ja Matze, du hättest mich in den Heiligen Hallen zum Schluss mehr unterstützen können!“

„Hast du Wii gesehen, der war so sauer, der hätte uns beide gleichzeitig in zwei Hälften geteilt.“

Legolas atmete tief ein und hörbar aus.

„Ja ich weiß.“

„Legolas?“

„Ja.“

„Aber Recht haben sie schon, wen hätten sie sonst schicken können?

Den kleinen Prinz? …..

Der  hätte es mit seinen kurzen Beinen noch nicht einmal über den ersten Stein geschafft.“

Beide fingen an zu kichern und Legolas stimmte mit ein.

„Oder …  Panem, der hätte wohl die ganze Nacht damit verbracht mit seinen großen Messern  den Wind und die Kälte zu bekämpfen anstatt sich ein Feuer zu mach“

Wieder Kicherten die beiden vor sich hin und Matzeabi kam Wii, Rosilda und Smoei in den Sinn.

„Na ja Wii ist schon zu alt für so eine Kletterei und wenn Smoei sich im Gesicht verletzen würde, währe das ja auch nicht so toll, ja und Rosi muss sich ja um die anderen beiden kümmern.“

„Ja Matze du hast schon Recht, wir sind halt die, die diesen Berg bezwingen können und ich hoffe, Rosi kann der kleinen rothaarigen …. Wie heißt die noch?“

„Efrania“

„Ach ja Eeefraaania … helfen, denn sie sieht echt süß aus oder?“

„Weiß nicht, vor lauter Dreck und Schrammen konnte ich nicht viel sehen, außer ihre roten Haare halt.“

„Aber ich habe sie ja mit Wii zusammen gestützt und dann ins Gras gelegt. Was meinst du als sie da gelegen hat mit ihren roten Haaren, wie toll sie ausgesehen hat?“

„Kann schon sein, aber jetzt müssen wir schlafen!“

Beide kuschelten sich noch einmal in ihre Decken ein und mit einem leichten Grinsen im Gesicht schliefen sie ein.

Der nächste Morgen brach an, Legolas und Matzeabi nahmen die Decke von dem Höhleneingang, verstauten ihren restlichen Kram wider zurück in ihre Rucksäcke, stärkten sich noch ein bisschen und machten sich dann weiter auf den Weg nach oben.

Es wurde immer schwieriger und so wie es Wii ihnen vorausgesagt hatte, bildete sich Eis auf den Felsen.

Beide blieben dicht zusammen, hielten nebenbei Ausschau nach einem sicheren Unterschlupf, doch so viel Glück wie in der letzten Nacht hatten sie leider nicht.

Sie kletterten noch eine Weile den Berg hinauf merkten aber, dass ihre Kräfte allmählich nachließen und entschieden sich für die sicherste Lösung, indem sie dieses mal nur einen kleinen Felsvorsprung als Nachtlager nutzten.

Ihre Rucksäcke nutzten sie als Sitze, sie schmiegten sich ganz dicht zusammen, zogen die Decken über ihre Köpfe, so als wenn sie in einem Zelt saßen um sich vor den noch eisigeren Wind als letzte Nacht zu schützen.

„Matze?“

„Ja … was ist.“

„Mir … ist ...verdammt kalt.“

Beide zitterten vor Kälte und konnten kaum noch sprechen.

„Warte …mein Freund, Rosi hat uns doch so einen Saft mitgegeben der uns aufwärmen soll, ich suche ihn raus. …..hier trink einen Schluck, aber nicht so viel. Rosi hat gesagt, wenn man zu viel davon trinkt, verbrennt ein der Saft von innen! …und besser Legolas?“

„Oh ja, das ist echt gut, Rosi kann einfach solche Sachen brauen, die man wirklich gebrauchen kann und wir haben Glück sie als Freundin zu haben.“

„Ja ..da hast du verdammt noch mal recht und jetzt lass uns versuchen zu schlafen, morgen wird ein anstrengender Tag!“

„Alles klar bis morgen früh.“

Die beiden waren von diesem Tag so erschöpft, dass sie auch gleich einschliefen.

Wii und die anderen Freunde von Legolas und Matzeabi standen gemeinsam hinter Rosilda´s Haus und schauten den Berg hinauf.

Sie sahen die dunklen Schnee Wolken über die Berge ziehen und jeder machte sich sorgen um die beiden.

Wii fing leise an, sich selbst Vorwürfe zu machen.

„Hätte ich die beiden nur nicht so hart ran genommen, wäre ich doch bloß alleine gegangen, was ist wenn sie es nicht schaffen?“

Wii entrann eine  Träne und Rosilda, die gleich neben ihm stand merkte es, schmunzelte leicht über den ach so harten Wii und fragte ihn leise und behutsam:

„Wii weinst du etwa?“

„Nein …das war der Wind, der mir in die Augen geweht ist, aber eins kann ich dir versichern Rosi, wenn die beiden Haudegen wieder heile und gesund bei uns sind, werden wir das größte und schönste Fest feiern was diese Stadt je erlebt hat.“

Rosilda nahm den Arm von Wii, legte ihn sich über die Schulter, neigte ihren Kopf zur Seite, so dass er an Wii´s Körper angelehnt war und sprach ganz leise zu ihm:

„Ach du alter Brummbär.“

Dann schulte sie ihn von unten an und lächelte.

Wii zog Rosilda noch enger an sich heran, gab ihr einen Kuss auf ihre Stirn und so standen die beiden noch eine weile und schauten den Berg hinauf.

Als sich die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke zwängten, erwachten unsere beiden Bergsteiger.

Sie erkundigten sich gegenseitig nach ihrem Befinden, packten wieder mal ihr Hab und Gut sorgfältig zusammen stärkten sich ein wenig und machten sich weiter auf den Weg.

Der steile Pfad, wenn man ihn als – Pfad –  bezeichnen konnte, wurde immer schmaler und rutschiger durch die überfrierende Nässe.

Legolas, der mit einigen Schritten vorausging, hielt auf einmal an.

„Matze es wird zu gefährlich, wir sollten uns ein Seil nehmen und uns die Enden um den Bauch fest machen, so können wir besser auf uns aufpassen und uns nicht verlieren!“

„Ja das sollten wir, ich konnte dich schon gar nicht mehr sehen.“

Der Wind heulte in den Bergen so Heftig, so dass die beiden sich schon fast anschreien mussten und der aufkommende Schnee machte den Aufstieg nicht leichter.

Beide zurrten sich jeweils die Enden des Seils um den Bauch, so wie sie es besprochen hatten und marschierten weiter.

Nach einigen Stunden der mühsamen Kletterei hörte Legolas, der immer noch vorne ging die Stimme von Matzeabi.

„Legolas …. ich kann nicht mehr …. ich bin fertig.“

„Komm schon Matze noch ein kleines…..“

Legolas konnte seinen Satz nicht zu Ende führen, da spannte sich plötzlich das Seil und er hatte alle Mühe sicheren Halt zu finden.

Er schrie vor Verzweiflung nach unten.

„Maaatze….“

Doch es kam keine Antwort und er versuchte es erneut, nur lauter.

„Maaatze….“

Wieder nichts.

Legolas bemerkte knapp unter sich einen kleinen Felsen, welcher ein kleines Stück empor ragte, kroch langsam runter, wickelte mehrmals das Seil um ihn, löste das Seilende von seinem Bauch, verknotete es am Felsen, legte seinen Rucksack hinter den Felsen, packte sich dann das Seil zog zwei, drei mal daran, um zu prüfen, ob es fest genug ist und versuchte zu Matzeabi herunter zu klettern.

Er sah Matzeabi regungslos ein Stück tiefer liegen und kroch so behutsam es eben ging an ihn heran.

„Shit …. Matze, hey Matze,“

rief er und gab ihm mehrere Klapse auf die Wange.

„Au … was ?“

„Junge, was heißt hier was? Du bist runtergerutscht und lagst nur noch so da.“

„Ich? Aber … aaaah,  Legolas ich kann mein Bein nicht bewegen, ich muss hier sterben.“

Legolas schaute auf seine Beine und sah das sich ein Fels auf seinem linken Bein befand.

„Bleib ruhig liegen, ich muss mir das ansehen!“

„Geh ohne mich weiter ich werde hier alleine verrecken!“

Legolas schaute sich das Bein von Matzeabi an und stellte fest das der Felsen sich auf einen anderen gelegt hatte und so ein Holraum entstand, in dem jetzt das Bein von Matzeabi eingeklemmt war.

„Hast du denn Schmerzen Matze?“

„Nein … aber das ist doch normal wenn dir das Bein abgeschlagen wurde.“

Legolas legte sich auf den Bauch und schaute sich die Lage genauer an.

„Du Dussel, dein Bein ist noch dran, du kannst es nur nicht herausziehen, weil es eingeklemmt ist.“

„Echt und deswegen tut es nicht weh?“

„Ja, ich glaube du hast nicht einmal einen Kratzer am Bein abbekommen, soviel Glück muss man erst mal haben. Wir müssen jetzt nur noch den Felsen runter kriegen.“

„O.K. aber denk daran, das ich hier liege und nicht weg kann!“

Legolas überhörte einfach den letzten Satz von Matzeabi, ging hinter den Felsen und stemmte sich mit seiner ganzen Kraft gegen ihn und merkte wie der Felsen sich schon leicht bewegte.  Es reichte aber nicht aus, er stemmte sich gegen, ließ los, stemmte sich gegen, ließ los, stemmte sich gegen und der Felsen bewegte sich endlich.

Er rollte neben Matzeabi´s Kopf runter in die Schlucht und man hörte nur noch die Geräusche vom Aufschlag, die mit der Zeit immer leiser wurden.

Matzeabi wetterte los.

„Bist du verrückt geworden? Du erzählst mir mein Bein ist in Ordnung und zertrümmerst mir fast den Kopf?“

„Ist doch gut gegangen und kannst du dein Bein wieder bewegen?“

„Ja, aber …….“

Legolas unterbrach einfach sein Gejammer,

“Komm schon wir müssen weiter, es wird bald dunkel!“

Sie stiegen noch eine Weile den Berg hinauf, suchten nebenbei aber schon einen geeigneten Platz um zu übernachten.

Wieder mussten sie ihren ausgewählten Schlafplatz notdürftig herrichten und in der Stadt spielte sich jeden Abend das gleiche Szenarium ab.

Alle Freunde der beiden versammelten sich stillschweigend hinter Rosildas Haus, da man von dort aus den besten Blick auf den Berg hatte, starrten hinauf und hofften das Beste für die beiden.

Der nächste Morgen brach an und wie jeden Morgen verstauten die beiden ihre Habseligkeiten und machten sich wieder auf den Weg.

Die beiden Gefährten waren schon fast am Ende ihrer Kräfte, als Legolas plötzlich anfing herumzuschreien.

„Matze, Matze schau mal!  … Nun komm schon und sieh dir das mal an!“

Matzeabi kroch die letzten Meter so schnell er halt konnte zu Legolas hoch und staunte nicht schlecht, als er das sah.

Nicht weit vor ihnen sahen sie, wie sich aus dem Nichts eine grüne und fruchtbare Oase ausbreitete.

Sie sammelten noch einmal ihre letzten Kräfte und bewegten, nein man konnte schon fast sagen sie rannten in Richtung der grünen Wiese.

Oben angekommen, ließen sie sich vor Freude einfach mit ausgestreckten Armen und Beinen ins Gras fallen, wobei fast beiden gleichzeitig nur noch ein Wort von den Lippen ging.

„Endlich.“

Die Sonne wärmte ihre Körper und sie schliefen vor Erschöpfung einfach ein.

Einige Stunden vergingen ehe die beiden wieder aufwachten, dann schauten sie sich gemeinsam um und konnten gar nicht glauben, was sie alles zu Gesicht bekamen.

So weit sie sehen konnten, standen Apfel-, Pfirsich-, Birnen Bäume, Büsche mit Früchten, die sie vorher noch nicht einmal gesehen hatten.

Zuerst waren ihre Augen groß und es zeichnete sich ein breites Grinsen auf ihren Gesichtern ab, aber dann nach kurzer Zeit schauten sich beide an, zogen die Augenbrauen herunter und es Schoss ihnen nur ein Gedanke durch den Kopf, den niemand von beiden wagte auszusprechen.

Sie streiften mit ihren Augen starr in ihrer neuen Umgebung herum, bis sich ihre Augen wieder trafen.

Jeder von ihnen hatte leicht Tränen in den Augen, die sie versuchten voreinander zu verbergen, wiederum bedeutete es aber, dass sich in ihrem Kopf die gleichen Gedanken abspielen mussten.

„Legolas?“

Nur der Gedanke an die nächste Frage ließ bei Matzeabi die Tränen kullern.

„Matze nicht, …  hör auf! Du denkst doch nicht auch etwa..?

Weiter kam Legolas nicht mit seiner Frage und auch bei ihm fingen die Tränen an auf seine Wange zu kullern.

Ohne weitere Worte zu verlieren, vielen sie sich in die Arme und fingen bitterlich an zu weinen.

„Aber .. wir haben doch alles versucht Matze. Das kann doch nicht sein, das wir jetzt beide Tod sind und vor allem was wird aus den anderen?“

„Ich weiß, aber was sonst? Hast du eine bessere Erklärung?“

Das Schluchzen der beiden wurde immer lauter und wehleidiger, wenn jemand das hörte, hätte es ihm glatt das Hertz zerrissen.

Der innerliche Schmerz ließ ihre Knie weich werden und sie sanken beide, sich immer noch in den Armen liegend auf den Boden, dann ertönte eine tiefe Stimme im Hintergrund.

„Was jammert ihr hier so rum?“

Legolas und Matzeabi versteinerten mit dem Klang der Stimme, kniffen ihre Augen zu und wagten es gar nicht in Richtung der Stimme zu schauen.

„Oh shit das auch noch.“

Stammelte Legolas leise.

„Was denn?“

Flüsterte Matzeabi zurück.

„Ich habe schon lange nicht mehr gebetet.“

„Oh man jetzt sind wir am A…“

Matzeabi schluckte das letzte Wort herunter und im gleichen Moment wurden die beiden von etwas harten auf die Seite geschubst.

Sie hielten sich beide noch fester wie zuvor, kniffen die Augen so fest zu wie sie konnten und bewegten sich nicht ein Millimeter.

Wieder ertönte die Kräftige Stimme.

„Hey ihr da, steht auf!“

Die beiden blieben regungslos dort liegen, wo man sie hin geschubst hatte und gaben keinen Ton von sich.

„Na gut wie ihr wollt, dann gehe ich einmal davon aus, dass ihr Tod seid und werde euch nach eurer Art bestatten.“

Matzeabi brach sein Schweigen, und tuschelte leise vor sich hin.

„Wie … doch nicht Tod?“

In seinem Kopf ging es drunter und drüber, seine Gedanken schossen hin und her wischen Vergangenheit, Zukunft, Gegenwart, dann machte er langsam seine Augen ein bisschen auf, blickte vorsichtig durch seine Augenschlitze in die Richtung, aus der diese unheimliche Stimme kam.

Er erblickte die Umrisse eines gewaltigen, mit Federn verzierten Fußes mit fünf langen glänzenden Krallen am Ende.

Plötzlich schoss ihm nur ein Gedanke durch den Kopf, nein wir sind nicht Tod und das sind, nein das müssen die Füße des Phönixes sein, wir haben es tatsächlich geschafft.

Matzeabi versuchte sich von Legolas zulösen, doch je mehr er es versuchte, umso fester wurde der Griff von Legolas, weil er dachte man will Matze von ihm wegziehen.

„Legolas, lass mich doch mal los! Er ist es, wir haben es geschafft.“

Der Griff um Matzeabi wurde locker und er stemmte sich immer noch sichtlich geschwächt auf seine Beine und ging ein, zwei Schritte auf den Phönix zu.

„Ja du bist es wirklich, wir haben es tatsächlich geschafft. Du bist unser Phönix.“

Legolas blieb mit aufgerissenen Augen vor staunen einfach sitzen und brachte kein einziges Wort zu Stande.

„Ich euer Phönix ha, ha, ha, ich bin ein Phönix, da hast du Recht.“

Der Phönix ging ein kleines Stück nach hinten, senkte seinen gewaltigen Kopf nach unten in Richtung Matzeabi, wo sein spitzer Schnabel gerade so vor seinem Gesicht halt machte und seine Stimme klang auf einmal richtig zornig.

„Ich bin aber nicht … euer Phönix.“

Matzeabi, der vor Angst einen Kloß im Hals bekam, als er den riesigen Schnabel auf sich zu kommen sah, welcher knapp vor seiner Nasenspitze halt machte und den heißen Atem beim sprechen des Phönix auf seinem Gesicht spürte, wollte etwas entgegensetzen, bekam aber vor Angst kein einziges Wort heraus.

Legolas, der immer noch dort saß, wo er hin geschubst wurde, begutachtete  den Phönix noch einmal von oben nach unten neigte seinen Kopf leicht zur Seite, zog die Augenbrauen leicht nach unten, so als wenn er ihn hypnotisieren wollte  und ließ seine Gedanken kreisen.

Jetzt viel ihm alles wieder ein, als kleines Kind hatte er Geschichten gehört, wo die Phönixe

von mächtigen Zauberern versklavt wurden.

Sie wurden gezwungen gegen sich selbst zu kämpfen als Belustigung für das Volk der Magier, es wurde ihnen auf schmerzhafte Weise ihre Fähigkeit des Fliegens genommen und

so nutzte man diese armen Geschöpfe auch als Reittiere.

Legolas meldete sich zu Wort, seine Stimme war vor Angst leise, kaum hörbar, aber er musste es einfach versuchen.

„Aber du bist doch der Phönix, der aus der Asche unserer Stadt auferstanden ist und uns gegenüber einen Eid geleistet hat, oder etwa nicht?“

Der Phönix schulte über Matzeabi, hob seinen Kopf, schaute Legolas grimmig an, welcher schon Angstschweiß auf seine Stirn hatte und ließ einen grellen Schrei in seine Richtung los.

„Du hast Recht, ich bin aus der Asche eurer Stadt auferstanden und habe euch gegenüber einen Eid geleistet, aber dennoch bin ich frei und gehöre niemanden, so wie ihr es behauptet.“

Jetzt wusste Legolas, warum der Phönix so zornig Reagiert hatte, es waren nicht nur Geschichten, es  muss genau so passiert sein, wie ihm damals der alte Mann erzählt hatte, aber auch er hörte sich die vielen Geschichten als Kind immer nur an, weil der Mann der diese Geschichte erzählte sie so schön spannend machte, aber daran richtig geglaubt hatte er eigentlich nicht.

Legolas rappelte sich auf, nahm seinen rechten Arm hoch, legte seine Handfläche auf seine Brust, verbeugte sich vor dem Phönix und erhob sich wieder.

 „Mächtiger Phönix, vergebt uns unsere schlecht gewählten Worte, wir wollten euch nicht Kränken, mein Name ist Legolas und dies ist mein Begleiter Namens Matzeabi wir wurden auserwählt euch um Beistand zu bitten´.“

Der Phönix verharrte noch eine Weile in seiner Position, schaute Legolas fest in die Augen, so wie es Wii immer tat, wenn er sauer war.

Es schien so als könne er durch die Augen direkt in seine Seele blicken, um herausfinden ob jemand aufrichtig ist, oder ihn so wie in der damaligen Zeit  hintergehen will.

Nach einer gefühlten Ewigkeit der Stille hörte man so etwas Ähnliches wie ein kleines schnaufen und er richtete, aber dieses Mal sichtlich behutsamer als zuvor seinen Körper wieder auf und ging noch einen kleinen Schritt behutsam nach hinten, um den beiden einen kleinen Freiraum zu gewähren.

„Also gut, ich werde euch vergeben, du scheinst mir aufrichtig zu sein, aber wage es nicht mich zu enttäuschen!

Kommt ruht euch bei mir aus und stärkt euch ihr seid meine Gäste, es wird euch hier kein Leid geschehen!“

Matzeabi schaute Legolas fragend an und bekam von ihm nur ein leichtes nicken als Bestätigung.

Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, folgten sie dem Phönix zu einer Höhle, welche wohl für ihn als Behausung diente, denn der Eingang alleine war riesig und dennoch musste der Phönix seinen Kopf etwas senken, damit er hindurch gehen konnte.

Gleich hinter dem Eingang befand sich ein riesiger Raum, wo sich mehrere Gänge abzeichneten, welche noch tiefer in den Berg führten.

Der Phönix blieb stehen streifte mit einem seiner Flügel über dem Boden, so das sich dort wie aus dem Nichts ein kleines, aber doch wärmendes Feuer entfachte.

Die beiden staunten nicht schlecht, da dieses Feuer ohne Holz oder ähnliche Hilfsmittel einfach auf dem steinernen Fußboden in einem Kreis anfing zu lodern.

„ Ihr könnt euch vor meiner Höhle die Früchte zum stärken nehmen, sie sind für euch nahrhaft und hier könnt ihr euer Nachtlager aufschlagen! Alles Weitere werden wir morgen besprechen.“

Der Phönix deutete mit seinem Kopf auf eine hintere Ecke der Höhle, wo sich Stroh auf dem Fußboden befand und verschwand in einen der Gänge, die weiter in den Berg hineinführten.

Matzeabi schaute dem Phönix misstrauisch hinterher, drehte sich zu Legolas um und sah wie sich Legolas das schon gemütlich machte.

Er lehnte seinen Rucksack gegen die Wand breitete eine Decke über dem Stroh aus und ging in Richtung Ausgang, wobei er von Matzeabi aufgehalten wurde.

„Bist du sicher, das wir nach allem was da hinten vorgefallen ist, ihm trauen können?

Nicht das er uns als sein Frühstück mitgenommen hat, darauf kann ich verzichten.“

„Ach Matze, los leg deinen Rucksack ab und komm mit! Wenn wir uns gestärkt  und es uns auf dem Stroh gemütlich gemacht haben, werde ich dir die Geschichten vom Phönix erzählen, die ich als kleines Kind gehört habe. Danach wirst du alles verstehen und dein misstrauen ablegen.“

Matzeabi, der immer noch sehr misstrauisch gegenüber dem Phönix war begleitete Legolas nach draußen, denn er war derjenige dem er blind vertraute.

Sie aßen sich an den Früchten, die fast direkt vor der Höhle wuchsen satt, probierten die ein oder andere Frucht, welche sie zuvor noch nie gesehen hatten nahmen sich einige Früchte mit und machten sich das so richtig gemütlich auf ihrem Nachtlager.

Wie versprochen fing Legolas an die Geschichten, welche er als Kind über die Phönixe hörte zu erzählen, doch er kam nicht allzu weit, denn er hörte neben sich nur noch ein leichtes schnarchen.

Er schaute neben sich und da lag Matzeabi, noch mit einer Frucht in der Hand und träumte wahrscheinlich schon von seinem nächsten Abenteuer.

Die ersten Sonnenstrahlen, die sich in der Höhle verirrten und auf die Gesichter der beiden

tanzten, weckten Legolas und Matzeabi ganz sanft aus ihren Träumen.

So gut wie in der letzten Nacht hatten sie schon lange nicht mehr schlafen können, als sich schlagartig die Höhle wieder verdunkelte und sich der gewaltige Kopf des Phönixes im Eingang der Höhle abzeichnete.     

Matzeabi wich erschrocken zurück, stieß sich dabei seinen Hinterkopf mit voller Wucht an der Felswand und in seinem Kopf spukte nur ein Gedanke.

Ich habe es gewusst …. Ich habe es gewusst. …Ich will kein Frühstück sein und ich Dummkopf  habe mein gutes Schwert gegen ein Messer eingetauscht.

Legolas hörte das dumpfe Geräusch neben sich, schaute Matzeabi stirnrunzelnd an, der immer noch wie besessen irgendetwas vor sich hinmurmelte und seinen Rücken fest gegen die Felswand drückte.

Kopfschüttelnd sah er wieder in Richtung des Phönix und begrüßte ihn so wie er es gewohnt und erzogen wurde.

„Guten morgen Herr Phönix.“

„Ich wünsche euch auch einen schönen Morgen, aber man ruft mich Azur und ich erlaube euch mich auch so zu rufen. Kommt beide raus, es ist ein schöner Tag und wir haben viel zu besprechen!“

Legolas sah, das Matzeabi immer noch wie versteinert an der Felswand klebte und die Lippen sich ohne Unterbrechung bewegten, er nahm seinen Arm, um ihn aus seinem Schock zustand zurückzuholen, doch Matzeabi löste sich aus dem Griff.

„Ich warte erst einmal hier und sehe mir an wie es dir ergeht, dann komme ich später nach.“

„Oh man Matze, hör endlich auf damit, du verhältst dich wie ein kleines Kind!“

Wetterte Legolas, er stand auf ging hinaus und vernaschte einige Früchte, welche ihm den Abend zuvor am besten geschmeckt hatten.

Einige Zeit später kroch auch Matzeabi, aber immer noch vorsichtig aus der Höhle und gesellte sich zu den beiden, welche schon mächtig am lachen waren.

„Ja, ja, ist ja schon gut ich habe verstanden, aber Vorsicht ist mein zweiter Name“

und fing lauthals an zu lachen.

„Aber sag mal …Azur.“

Matzeabi schulte unauffällig zu Legolas hinüber, welcher nur kurz mit dem Kopf nickte, denn er wusste nicht mehr so genau, ob er den Namen des Phönixes richtig aussprach.

„Wie kommt es, das hier oben alles so grün und warm ist und wie …..“

Azur unterbrach ihn, da er schon ahnte, Matzeabi würde ihm tausende Fragen hintereinander stellen, bevor er überhaupt in der Lage wäre die erste zu beantworten.

„Setzt euch! Ich werde euch ein bisschen über mich, die Fähigkeiten der Phönixe und über die vergangenen Tage erzählen.“

Azur machte es sich ebenso bequem wie die beiden und fing an zu berichten, wie er von einem Magier unter der Stadt gefangen gehalten worden war, da er sich gegen sie auflehnte und nur durch das Feuer in der Stadt wieder zu neuem Leben erweckt werden konnte.

Er berichtete, dass ein Phönix die Macht besäße aus einer vereisten Landschaft eine blühende Oase  zu erschaffen, über die arglistige Täuschung der Magier ihnen gegenüber und das Leid welches den Phönixen widerfahren ist.

Die Details über seine genauere Herkunft, über seine Freunde, Familie ließ Azur sichtlich weg, da er wahrscheinlich nicht gerne an diese schrecklichen Zeiten erinnert werden wollte und gewiss auch nur seinen engsten Freunden diese Erlebnisse offenbaren würde.

Legolas und Matzeabi lauschten der Stimme von Azur, dem das sprechen über die vergangenen Zeiten manchmal sichtlich schwer viel.

Ja man hatte allmählich das Gefühl als wären die drei alte Waffenkameraden, welche sich über ihre gewonnenen Schlachten triumphierend unterhalten würden.

Azur gab ein schwerfälliges, leichtes schnaufen von sich, schwieg noch einen kleinen Moment um innezuhalten, dann fragte er die beiden mit einer hörbar schweren Stimme, welche Beweggründe sie veranlasst hätten, diesen schweren weg zu ihm auf den Berg auf sich zu nehmen. 

Die beiden sonst so lustigen Gefährten waren von Azur´s Erzählungen sichtlich gerührt und es viel auch ihnen das sprechen schwer.

Nach einem kleinen Moment des Schweigens sammelte sich Legolas, er fing mit einer ruhigen Stimme an zu berichten was ihnen und vor allem dem Volk der anderen beiden widerfahren ist, über die Vermutung es könne sich um ihren alten Feind handeln und um die bitte des Beistandes.

Ohne ein weiters Wort zu verlieren stand Azur auf, setzte seinen gewaltigen Körper in Bewegung mit einem leicht gesenkten Kopf.

Nach einigen Schritten, die anscheinend zur Überlegung dienten kehrte er zu Legolas und Matzeabi zurück, welche immer noch auf dem Boden lagen und auf die Antwort von Azur

warteten.

„Ich kann euch nicht begleiten ….“

Matzeabi unterbrach ihn mitten im Satz,

„aber……“

Er vernahm wieder diesen eisigen Blick, den er auch schon von Wii kannte, wenn er richtig sauer war und brach seinen angefangenen Satz abrupt ab.

„Es tut mir leid um das geschehen des anderen Volkes, aber sollte ich mich entschließen euch auf eure Mission zu begleiten, würde ich meinen Eid euch und eurem Volk gegenüber brechen und euch schutzlos all den Gefahren aussetzen die noch kommen werden.

Ein Phönix bricht niemals einen geleisteten Schwur und das ist mein letztes Wort.“

Azur kehrte den beiden nach seiner Ansprache den Rücken zu, ging einige Schritte, da er genau wusste sie würden versuchen ihn zu überzeugen sich der Mission anzuschließen.

Es herrschte ein kleiner Moment der Stille, als Matzeabi aufstand, in Richtung Azur ging und ihn zu sich bat.

Azur blieb stehen, drehte sich zu ihm um und wartete auf das was geschehen würde.

Ganz untypisch für Matzeabi wählte er seine Worte mit bedacht.

„Großer Azur, ich weiß unser Anfang war alles andere als leicht, aber sollten die Strapazen, welche wir auf uns genommen haben um zu dir zu kommen umsonst gewesen sein?

Kannst du uns nicht irgendwie deine Unterstützung gewähren, auch ohne deinen heiligen Schwur zu brechen?“

Azur, erstaunt über die gut gewählten Worte von Matzeabi, hüllte sich einen Moment im Schweigen.

 „Ja du hast Recht ihr habt viel auf euch genommen, um zu mir auf den Berg zu kommen und ich kann euch nur ein Angebot machen, um meinen Schwur aufrecht zu erhalten und euch bei eurer Mission zu unterstützen.

Ich werde euch von meinem Gewand eine Feder mitgeben, solltet ihr in höchster Gefahr sein, so werft sie ins Feuer, ich werde es spüren und euch so schnell ich kann zur Hilfe eilen.“

„Danke für dein Angebot, welches wir auch sicherlich zu schätzen wissen Azur, aber bedeutet das jetzt, für diese Mission haben wir etwas um dich zu rufen und sollten wir irgendwann einmal deinen Rat brauchen, oder erneut um Beistand bitten wollen, müssen wir erneut diesen Berg hochkraxeln?

Also nee, das kannst du vergessen, das mache ich bestimmt nicht noch einmal mit.“

Nur bei dem Gedanke diesen Berg irgendwann noch einmal hinauf  klettern zu müssen, löste bei Matzeabi so etwas wie ein Trauma aus und er vergaß all diese vornehmen Worte und redete wie immer, gerade das was ihm auf der Zunge lag, musste ohne zu überlegen ausgesprochen werden.

„Matzeabi beruhige dich, ich kann dich ja verstehen. Ich werde doch keinen Eid leisten euch zu beschützen und dann verlangen, dass ihr jedes Mal den gefährlichen Berg empor steigt.

Bei unserem ersten Zusammentreffen in eurer Stadt, wollte ich es euch noch nicht so einfach machen, mich wann immer ihr wollt  zu rufen, das wirst du doch sicherlich verstehen, nach allem was uns Phönixen geschehen ist, aber ich denke du hast Recht, die Zeit ist gekommen einander voll und ganz zu vertrauen!“

Azur steckte seinen Kopf unter einen seiner Flügel, zupfte mit seinem Schnabel eine kleine Feder aus seinem Gewand, dann legte er sie Matzeabi vor die Füße.

Während Azur seinen Kopf wieder erhob drückte er ihn sanft nach vorne, wobei Matzeabi vor Schreck einen kurzen Schrei ausstieß und auf seinem Hosenboden im Gras landete.

Fast im gleichen Moment drehte Azur sich mit dem Rücken zu Matzeabi, entfachte  mit einem seiner Flügel ein loderndes Feuer auf dem Boden, stieß einen grellen Schrei in Richtung der Flammen, nahm seinen rechten Fuß hoch und stach seine scharfen Krallen mitten ins Feuer, welches sofort erlosch.

Er senkte seinen Kopf herunter, gerade dort wo vor Sekunden noch das Feuer loderte und pickte ein seltsames Amulett aus dem Boden, er nahm es mit seinem Schnabel vorsichtig hoch, drehte sich wieder in Richtung Matzeabi, der immer noch vor Schreck mit weit aufgerissenen Augen dort saß und legte es neben der Feder ab.

Das sonderbare Amulett war kreisrund, es sah aus wie das Feuer auf dem Boden und beim genaueren hinschauen könnte man denken, dass Feuer wäre in dem Amulett gefangen und loderte dort weiter. In der Mitte des Amuletts war ein Abbild eines empor fliegenden Phönix und dort wo die Große Schwanzfeder des Bildes war, schien eine kleine Öffnung zu sein.

„Diese Feder nehmt ihr mit auf eure gefährliche Reise. Solltet ihr in höchster Gefahr sein, entzündet sie und ich werde euch zu Hilfe eilen. Das Amulett hingegen übergebt ihr dem ältesten eures Rates! Solltet ihr meine Hilfe oder meinen Rat benötigen blast in die Öffnung des Amuletts und ich werde erscheinen. Jetzt aber solltet ihr euch mit Vorräten eindecken und  euch auf die Heimweg machen!“

 Azur drehte sich fast gleichzeitig mit seinen letzten Worten um und war im begriff zu gehen,

als er die Stimme von Matzeabi vernahm.

„Hey Azur kannst du uns nicht auf deinem Rücken in die Stadt fliegen?“

Oh man, diese Frage hätte er mit Sicherheit nicht stellen sollen, aber zu seiner Verteidigung muss man auch sagen, Matzeabi wusste nichts über diese Demütigung der Phönixe, das sie gegen ihren Willen als Reittiere benutz wurden, da er ja eingeschlafen ist als Legolas ihm die Geschichten der Phönixe erzählen wollte.

Jede andere Aussage oder Frage wäre in Ordnung gewesen, aber nicht diese.

Azur blieb abrupt stehen, drehte blitzschnell seinen Kopf in Richtung Matzeabi und man vernahm so etwas Ähnliches wie ein Knurren.

Legolas, der ja fast alle Geschichten von den Phönixen kannte, hörte nur die Worte,

„….auf deinem Rücken…“ und ahnte was geschehen würde.

Nach diesen Worten sprang er blitzschnell auf, sprintete in die Richtung der beiden, stellte sich vor Matzeabi, sah dabei schon den gewaltigen Kopf von Azur auf ihn zu rasen, riss seinen Arm hoch die Handfläche in Richtung Azur zeigend, kniff die Augen fest zu und schrie aus Leibeskräften „Azur bitte nicht“.

Alles ging so verdammt schnell, Legolas bemerkte an seiner Handfläche die Schnabelspitze von Azur und schloss schon innerlich mit seinem Leben ab.   

Azur brach seinen Angriff  schlagartig ab, richtete seinen gewaltigen Körper vor ihnen auf, so dass ein riesiger Schatten über die beiden viel.

Matzeabi lag wie versteinert mit dem Rücken im Gras, da er von Legolas so hart angerempelt wurde, dass er keine Chance hatte sich auf den Beinen zu halten  und wusste gar nicht was hier gerade geschehen ist.

Legolas stand immer noch mit zugekniffenen Augen und seiner erhobenen Hand vor Azur, als wenn er den riesigen Phönix mit seiner bloßen Hand aufhalten könnte.

Dann vernahm er die tiefe Stimme von Azur und machte zur Vorsicht erst einmal nur ein Auge auf und das andere hielt er immer noch zugekniffen.

„Wolltet ihr mich wirklich täuschen und mich hintergehen? Habe ich mich wirklich so geirrt und ihr seid nicht besser als die Magier der vergangenen Tage“?

 Legolas nahm jetzt seinen Arm herunter, öffnete jetzt auch das andere Auge und sah hoch zu Azur.

„Azur hör mich an!“

„Also sprich und wähle deine Worte mit Bedacht!“

Schallte es von oben herunter.

„Ich versichere dir, es war keine Absicht von Matzeabi dich an das Leid der vergangenen Tage zu erinnern, denn er wusste doch nichts über diese Demütigungen, die dir und  deinem Volk passiert sind. Solltest du noch immer Zweifel an meinen Worten haben und uns Mistrauen, biete ich dir als Vertrauensbeweis mein Leben an als Wiedergutmachung.“

Legolas senkte seinen Kopf ging runter auf seine Knie, als er von hinten Matzeabi spürte, wie er ihn am Arm hoch zog und hinter sich drückte.

„Nein Azur, solltest du wirklich ein Leben nehmen wollen als Wiedergutmachung, dann ist das doch offensichtlich meins, da ich es doch gewesen bin, der dich erzürnt hat.

Ich werde es auf keinen Fall zulassen, das sich jemand für mich opfert.“

„Also gut, “ schallte es von oben erneut herunter und von hinten ertönte die bedrückende Stimme von Legolas, „ nein, nicht Matze, was soll ich denn ohne dich machen?“

Azur entspannte sich sichtlich, denn er senkte schon leicht seinen Körper und seine Stimme ertönte erneut, aber nicht mehr so zornig wie am Anfang.

„Seid ihr endlich fertig?“

Legolas und Matzeabi schauten sich kurz an, runzelten die Stirn und schauten dann zu Azur hoch.

„Ja, ich habe viel leicht etwas überzogen reagiert, aber ihr müsst verstehen, dass der Schmerz, die Demütigungen und die Trauer um die Verluste immer noch tief in meinem Herzen sitzen. Es ist Mutig von euch, sich für sein Volk zu opfern und genau das hat mich nachdenklich gestimmt.

Ich denke euer Herz ist rein und wir sollten diesen Teil der Wiedergutmachung ruhen lassen!“

„Also …. .vergibst du uns?“

Stammelten Legolas und Matzeabi zögerlich im Chor.

Die Stimme von Azur klang auf einmal richtig traurig und beklemmend, ja man könnte sogar schwören es entglitt ihm eine Träne.

„Ja, … denn ihr habt mich an meinen Bruder und mich erinnert, als wir uns gegen die Magier auflehnten. Mein Bruder wurde gefangen genommen und gefoltert, man sicherte mir zu, sollte ich mich ihnen unterwerfen, würde er nicht mehr leiden müssen. Ja,…… ich tat es und musste dann mit ansehen, wie man ihn tötete. Der Magier fing lauthals an zu lachen und sagte zu mir:“

„Siehst du Azur, jetzt muss dein Bruder nicht mehr leiden.“

Legolas und Matzeabi senkten ihre Köpfe, denn sie konnten sich vorstellen wie es ist einen geliebten Menschen zu verlieren, da die beiden vor wenigen Minuten fast dem gleichen Schicksal ausgesetzt gewesen wären.

Beide hoben langsam ihren rechten Arm, legten ihre Handfläche auf ihr Herz, verbeugten sich tief vor Azur und baten Ihn erneut um Vergebung, da sie alte Wunden wieder aufgerissen und den damaligen Schmerz erneut entfachten.

„Ich danke euch für eure Anteilnahme, es ist schön zu wissen, das man wieder wahre Freunde gefunden hat, aber so wie es sich gehört, werde ich mich auch bei euch für meine Unbeherrschtheit entschuldigen.“

Azur senkte mit seinen Worten gleichzeitig seinen Kopf.

„Matzeabi ……“

„Nein Azur, nenn mich Matze, so wie es alle meine besten Freunde tun.“

„Also …. Matze, ich denke, wir können uns wieder einander vertrauen und dieser Zwischenfall hat uns ein bisschen unsere Herzen für neue Freundschaften geöffnet, aber dennoch werde ich euch nicht auf meinen Rücken tragen, das müsst ihr einfach verstehen.

Seit damals diese Geschichte mit den Magiern und dann noch das mit meinem Bruder geschehen ist, ab diesen Moment habe ich mir selbst geschworen, niemals wird jemand noch einmal meinen Rücken besteigen, lieber wähle ich den Tod.“

 „Gut Azur, ich habe es verstanden und werde es akzeptieren, aber kannst du uns den Abstieg nicht doch ein bisschen erleichtern?“

„Habe ich doch schon, indem ich euch eine Feder aus meinem Gewand gab.“

Matze zog ratlos seine Augenbrauen hoch, so dass sich Falten auf seine Stirn bildeten.  

„Ich gab euch meine Feder vorrangig für eure Mission um mich rufen zu können, aber ich habe euch doch erzählt, welche Fähigkeiten wir Phönixe besitzen und ein kleiner Teil dieser Fähigkeiten steckt auch in dieser Feder. Das heißt, wenn es nachts kalt wird, streicht ihr mit der Feder über den Boden und es wird sich ein wärmendes Feuer entfachen und unmittelbar in einem gewissen Umkreis wird Eis, Schnee und Kälte verbannt.

Sollte auf euren Weg auf ein nicht zu überwindendes Hindernis stoßen, wie zum Beispiel ein großer Felsen, legt die Feder in eure Handfläche und richtet sie auf den Felsen, der dann von einer Feuerwelle erfasst und weggeschleudert wird.“

Erstaunt über die Macht einer so kleinen Feder und den ganzen Geschehnissen an diesem Morgen, beschlossen die drei den Bund der Freundschaft neu zu besiegeln, und eine weitere Nacht mit Gesprächen zu verbringen, ehe Legolas und Matzeabi aufbrechen würden.

Wenn man es nicht besser wüsste und die drei sehen würde, könnte man glauben sie würden sich schon ihr ganzes Leben lang kennen, so gut war das Verhältnis zwischen ihnen geworden.

Der morgen brach an Legolas und Matzeabi sammelten ihre Habseligkeiten zusammen, verstauten sie wieder in ihre Rucksäcke, holten sich noch einen Vorrat an Proviant, verabschiedeten sich schweren Herzens von Azur und machten sich dann auf den Heimweg.

Das laufen machte den beiden nicht mehr fiel aus, zum einen waren sie glücklich Azur als wahren Freund für sich gewonnen zu haben und zum anderen waren sie aber auch glücklich ihre anderen Freunde wieder zusehen und über das erlebte zu berichten.

Selbstverständlich waren sich die beiden einig, dass keiner von den anderen erfahren sollte,

dass sie völlig aufgelöst auf dem Berg standen und ihnen die Tränen rollten, da sie dachten ihre Reise währe zu Ende.

Endlich war es soweit, sie hatten die Höhle wieder gefunden, in der sie ihre erste Nacht verbrachten. Ihnen war klar, es dauerte jetzt nur noch einen Tagesmarsch, ehe sie ihre lieben wieder in die Arme nehmen konnten.

Matzeabi entzündete mit der Feder von Azur ein wärmendes Feuer, sie legten sich wieder dicht nebeneinander hin und redeten noch über die Zeit mit Azur bevor sie einschliefen.

Gegen frühen Abend  ertönte dann das große Horn in der Stadt.

Es waren zwei lang gezogene Töne, denn einer der Wachen, der den direkten Befahl von Wii erhalten hatte, nach den beiden jeden Tag Ausschau zu halten, entdeckte die beiden, wie sie vom Berg in Richtung Stadt kamen und gab das vereinbarte Signal.  

Alle horchten auf, dann rannten sie in die Richtung des Berges, wo sie Legolas und Matzeabi noch vor etlichen Tagen winkend verabschiedet hatten.

Wii der für sein alter immer noch fit wie ein junger Bursche war, war der erste, der ihnen entgegen rannte und wenn man ihn nicht als harten Kerl kennen würde, hätte man schwören können, dass ihm sogar Tränen der Freude und der Erleichterung das die beiden unversehrt zurück kamen in die Augen schoss.

Sie rannten noch ein kleines Stück den Berg hinauf, wo sie den beiden endlich vor Freude um den Hals fallen konnten.

Ja, das war ein Wiedersehen, es flossen bei allen, na ja selbstverständlich nicht bei Wii, denn er konnte seine Tränen gut verbergen, vor Freude die Tränen.

Sie nahmen ihnen die schweren Rucksäcke ab und bombardierten sie gleichzeitig mit etlichen Fragen, die sie natürlich gar nicht richtig beantworten konnten, denn wenn sie die Antwort präsentieren wollten, kamen schon die nächsten zwei, drei Fragen hinterher geschossen.

Sie geleiteten die beiden den restlichen Weg hinunter in die Stadt, wo Legolas und Matzeabi zu ihrem erstaunen sogar von Efrania und Avedo begrüßt wurden.

 

Zwar musste Avedo noch auf Krücken gehen, aber er wollte es sich nicht nehmen lassen

sich höchst persönlich bei den beiden zu Bedanken, da sie den schwierigen und gefährlichen Weg auf sich genommen hatten, um ihren mächtigen Verbündeten um Beistand zu bitten, denn solch eine Aufopferung für ihr Volk waren sie nicht gewohnt.

Efrania und Avedo waren schon bei einigen Völkern mit der Bitte um Beistand gewesen, aber stießen bis dahin immer nur auf Ablehnung, ja sogar mit Steine und Knüppel wurden die beiden Hilfesuchenden schon von anderen Clans vertrieben.

Matzeabi stieß Legolas leicht seinen Ellenbogen in die Seite, wobei Legolas sofort verlegen und  rot im Gesicht wurde.

Legolas bekam beim Anblick von Efrani kein Ton mehr heraus, da Efrania sauber und mit vernünftigen Sachen für Legolas noch schöner aussah wie auf der Wiese, wo sie die beiden auf gelesen hatten.

Umso mehr übernahm Matzeabi das reden, da ihm der Trubel um seine Person richtig zu gefallen schien.

„Mensch emm warte ….. ah Efrania du bist ja auch hier, gut siehst du aus, das hat unsere Rosi aber wieder gut hinbekommen und ich kenne einen der sich auch darüber freut.“

Matzeabi grinste vor sich hin und stieß Legolas erneut seinen Ellenbogen in die Seite.

„Oder Legolas ?“

„Emm … ja …hallo Efrania“

Brachte Legolas nur noch zögerlich heraus, aber ein Glück für Legolas, das Rosilda zufällig in seiner Nähe war.

Sie erkannte die Verlegenheit von Legolas und übernahm kurzer Hand das Zepter, was Legolas sichtlich erleichten ließ.

Rosilda und Wii tauschten nur einen kurzen Blick aus, und Wii wusste sofort, was Rosilda von ihm wollte, denn sie verstanden sich manchmal auch ohne ein Wort zu verlieren.

Wii nahm sich Matzeabi an seine Seite, verwickelte ihn in ein Gespräch und Rosilda versuchte auf ihre sanfte Art und Weise Legolas und Efrania zusammenzuführen, ohne das sich einer von beiden unbehaglich fühlen musste.

Es wurde ein riesiges Lagerfeuer entzündet, die schmackhaftesten Speisen zubereitet und wirklich, so wie es Wii versprochen hatte, war es wahrscheinlich das größte und schönste Fest, welches die Stadt je gesehen hatte.

Das Fest ging bis in den frühen Morgenstunden hinein und so beschlossen alle sich diesen Tag noch etwas auszuruhen und am Folgetag sich erneut in den Heiligen Hallen einzufinden, um über die nächsten Schritte, die sie tun würden zu beraten.

In der Zwischenzeit brachten Legolas und Matzeabi das Amulett, welches ihnen Azur übergeben hatte zu ihrem Goldschmied und baten ihn eine Goldene Kette für das Amulett anzufertigen.

So wie besprochen, fanden sich am nächsten Tag alle Ratsmitglieder in der Heiligen Halle ein, bevor die Ratsversammlung aber eröffnet wurde, baten Legolas und Matzeabi ihre Freunde, an ihren Stühlen stehen zu bleiben.

Verblüfft über das was gleich geschehen sollte, schauten sich alle fragend an, taten aber das was Legolas und Matzeabi von ihnen verlangte.

Beide gingen auf  Wii zu, blieben in einen angemessenen Abstand zu ihm stehen, verbeugten sich kurz vor ihm und überreichten ihm im Namen von Azur das Amulett.

Alle versuchten einen Blick auf dieses Amulett zu erhaschen, denn das war eines der Geschehnisse, welche die beiden für sich behalten hatten, um einen geeigneten Moment zu finden, das Amulett im Namen von Azur feierlich an Wii zu übergeben.

Legolas hatte zusammen mit Matzeabi noch eine kurze Rede vorbereitet, die bei der Übergabe durch Legolas verlesen werden sollte.

Legolas holte eine kleine Schriftrolle aus seiner Tasche, rollte sie vor sich aus, räusperte sich kurz,  um die Aufmerksamkeit der anderen auf sich zu lenken und fing mit ruhiger, aber klarer Stimme an Vorzulesen.

„Im Namen des mächtigen Phönix Azur, übergeben wir dir „Wii“ das Amulett des Phönix.

Dieses Amulett wurde von Azur persönlich geschmiedet, um den Eid zwischen ihm und dem Clan des Dark Phönix neu zu besiegeln.

Sollte der Clan des Dark Phönix  Beistand oder Rat von dem mächtigen Azur benötigen, sollst du „Wii“ der Auserwählte sein, welcher ihn mit diesem Amulett rufen darf.“

Alle blieben noch eine weile still und regungslos stehen, da sie mit so etwas nicht gerechnet hatten.

Selbst Wii schien irgendwie erstaunt, oder viel leicht besser gesagt verblüfft  gewesen zu sein über solch eine ehrenhafte Zeremonie, welche dann auch noch von Legolas und Matzeabi durchgeführt wurde.

Er nahm das Amulett hing es sich um den Hals, verbeugte sich ebenfalls vor Legolas und Matzeabi und seine raue Stimme ertönte.

„Ich danke Azur und selbstverständlich euch beide, da ihr diesen Bund zwischen uns neu besiegeln konntet. Hiermit gelobe ich, dieses Amulett wie meinen Augapfel zu hüten, zu beschützen und nur im äußersten Notfall den Phönix Azur zu rufen.

Möge dieses Bündnis für immer bestand haben.“

Mit den letzten Worten von Wii klopften alle anderen Anwesenden mit den Fäusten mehrfach leicht auf den Tisch, um ihre Zustimmung zu demonstrieren.

Es dauerte jetzt noch eine Weile ehe Ruhe eingetreten war und alle wieder wie gewohnt auf ihre Plätze saßen.

Die Rats Versammlung wurde eröffnet und die Gespräche gingen über mehrere Stunden, aber anders wie beim letzten Mal, waren sich alle Ratsmitglieder über die Vorgehensweise einig.

Es war allen klar, diese Mission sollte nur der Aufklärung dienen, es musste ein kleiner Trupp sein, welcher sich aber auch im Notfall verteidigen könnte und sollte die Möglichkeit bestehen, ohne selbst in größere Gefahr zu geraten, könnte man versuchen die Leute von Efrania und Avedo aus der Gefangenschaft zu befreien.

Für diese Aufgabe musste man jemanden haben so wie Smoei, da sie wachsame, geschulte Augen besaß und die Gefahr schon von weitem erkennen konnte, wie der kleine Prinz, der durch seine Fähigkeiten der Magie Illusionen zum Schutz der Truppe heraufbeschwören konnte, Panem, der selbst wenn eine Situation aussichtslos zu sein schien, übermenschliche Kräfte entwickeln konnte, um die anderen zu beschützen und sich jeglicher Gefahr stellte, selbstverständlich mussten auch Legolas, Matzeabi und Efrania mit zu dieser Truppe gehören.

Legolas und Matzeabi als  Beschützer und Künstler mit ihren Schwertern und natürlich Efrania als Wegweiserin, da Avedo immer noch auf Krücken gehen musste und dadurch die Mission in Gefahr geraten könnte. Natürlich hätte man auch Rosilda mitschicken können, aber eine Stadt ohne Heilerin zu lassen, schien allen zu gefährlich zu sein und Wii, von seinem Alter mal abgesehen war einer, der stets den kühlen Kopf bewahrte, wenn es Ärger oder Probleme gab und deswegen konnte die Stadt auch auf ihn nicht verzichten.

Es war also beschlossene Sache. Die Ratsversammlung wurde als beendet Erklärt, Efrania, die schon vor den Toren der Heiligen Halle gespannt auf das Ergebnis der Versammlung wartete, wurde von den anderen über die Vorgehensweise und das Ziel dieser Mission unterrichtet.      

Ohne weitere Worte zu verlieren, begab sich jeder von ihnen in ihre Unterkünfte und jeder traf für diese wichtige Reise Vorbereitungen.

Rosilda mischte und braute einige Salben und Säfte für ihre Freunde zusammen, Legolas, Matzeabi und Panem schärften ihre Klingen und machten noch zusammen einige Kampfübungen, Smoei spannte ihren Bogen neu, holte sich von Rosilda mehrere Tinkturen für ihre Pfeile, der kleine Prinz begab sich in eine Art Meditation, welche mehrere Stunden andauerte, um seine Fähigkeiten und seine Konzentration zu stärken, Efrania, die auch sehr gut mit einem Messer umgehen konnte und eine gekonnte Fallenstellerin war, packte ihren Rucksack zusammen und redete noch eine halbe Ewigkeit mit Avedo und Rosilda.

Wii hingegen sammelte alle alten Karten zusammen, welche er auf mühsame Weise über die Umgebung des Landes selbst angefertigt hatte und machte eigens für diese Mission eine Art Landkarte, für die Gefährten.

Der Tag des Abschiedes war gekommen, so wie immer wenn es um wichtige Missionen oder Verkündungen ging, kamen alle des Clans auf den großen Platz mitten in der Stadt.

Wii besprach mit den Auserwählten noch einige Details, übergab ihnen seine angefertigte Karte und richtete, wie bei jeder Mission noch einmal das Wort an alle.

„Freunde der Tag des Aufbruchs ist gekommen, gebt auf einander Acht und denkt bitte daran, diese Mission sollte an erster Stelle zur Aufklärung dienen, vermeidet wenn möglich Kämpfe

und vor allem meidet die Hauptwege!

Wir alle wünschen euch viel Erfolg auf euren Weg, kommt gesund und unversehrt zu uns zurück!“

Nach der kurzen Ansprache von Wii wurden alle noch einmal mit etlichen Umarmungen verabschiedet und schon sollte es losgehen.

Die Gefährten machten sich langsam auf den Weg, als Wii noch einmal Legolas und Matzeabi zu sich rief, er legte jedem eine Hand auf die Schulter und sprach in einem leisen, aber ernsthaften Ton zu ihnen.

„Ihr beiden habt den Berg bezwungen und den Bund mit Azur neu geschmiedet, also verlasse ich mich auf euch. Passt auf euch und die anderen auf und kehrt unversehrt zurück!“

Wii klopfte den beiden noch einmal auf die Schulter und nickte kurz mit seinem Kopf.

Ohne ein Wort zu verlieren legten Legolas und Matzeabi ihre rechte Hand auf ihr Herz, senkten als Bestätigung kurz und knapp ihren Kopf, und schlossen zu den anderen auf.

Alle schauten den sechs Gefährten noch eine ganze Weile winkend hinterher, ehe sie am Horizont verschwanden.

Ja, selbst Azur flog noch einige hundert Meter über ihre Köpfe mit und verabschiedete sich dann mit einem grellen Schrei von ihnen, als er sich auf den Rückweg machte.

 

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Kapitel:5
Sätze:316
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Kurzbeschreibung

Eine Gemeinschaft wurde von einem Unheil heimgesucht, wobei auch alle Häuser nieder brannten. Aus eben dieser Asche entstieg ein Kräftiger Phönix, der Ihnen seine Treue anbot. Mit der Zeit wurde die Stadt wieder neu aufgebaut, ein Rat gegründet und eines Tages kamen Fremde und baten um Hilfe und die Abenteuer begannen. Die Ratsmitglieder hatten besondere Fähigkeiten und jeder war auf seine Art und Weise einzigartig. In diesem Rat war zum Beispiel eine Heilerin, ein Magier, eine hervorragende Bogenschützen, ........ usw. Da diese Geschichte noch nicht zu Ende geschrieben ist, werde ich diese weiter ausbauen und wer auf Fantasy, Gefühle und Spannung steht ist hier willkommen.