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Das wahre Leben

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27.11.2019 20:12
12 Ab 12 Jahren
Fertiggestellt

Ich weiß nicht, welcher Tag es ist, und eigentlich ist es mir egal. Ich sitze hier in der Strandbar und Songs von Bob Marley chillen auch hier. Mein Kopf ist schwer und so mag ich es, so weiß ich, dass ich lebe. Mein Kopf ist sicher noch high von gestern. Mein Kopf ist schwer und ich koste die Morgensonne im Halb-Schwindel, ich spüre die Seele des Lebens und wie wir uns verbinden, jetzt sehe ich die Wahrheit von allem vor mir.

Ich schwinge hin und her, die Wellen schwingen da vorn vor mir und wir schwingen stundenlang zu Bob Marley.

Händchenhaltende brave Leute spazieren da vorn, bleiben stehen und schauen aufs Meer, auf den weiten Horizont, den nur ich sehen kann, wie sollen sie auch mit ihrem primitiven Lebensblick.

Da zum Horizont gehe ich heute wieder nach Sonnenuntergang, da wo alles und alle Sinne intensiver werden, da wo das Leben anfängt und es sich splitternackt vor einem enthüllt.

Da ist wahres Leben, da soll man sein. Nie wieder blind sein, nie so sein, wie diese händchenhaltenden Spaziergänger der Sklaverei da vor mir.

Drei Jahre später sterbe ich, meine Mutter verstreut meine Asche ins Meer, hier an meinem Lieblingsstrand, sie schaut nach oben auf meine Lieblingsbar und schaut traurig auf die Leute da mit ihren leeren Augen, die auf den weiten Horizont blicken und weit entfernt in einer anderen Welt scheinen. Sie läuft langsam und ruhig den Strand entlang. Dann stoppt sie und weint. Sie hebt die Hand und wischt sich die Tränen weg. Aber, aber, geliebte Mutter: ich hielt doch deine Hand! Komm! Spazieren wir weiter am Strand entlang.

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Munzs Profilbild Munz

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Sätze:12
Wörter:278
Zeichen:1.565

Kategorisierung

Diese Story wird neben Drama auch im Genre Alltag gelistet.