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Der einsame Indianer

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21.3.2018 0:14
6 Ab 6 Jahren
Fertiggestellt

Colm Ashi, was in der Sprache seines ehemaligen Stammes starker Baum bedeutete, war der einsame Indianer der Prärie. Er hatte bei einem Überfall von weißen seinen Stamm und seine übrigen Brüder verloren und sich entschlossen allein von nun an zu reiten. Er lebte von der Jagd und war eben der Spur eines Bären auf der Fährte als einige Reiter ihm näherkamen. Colm Ashi entschloss sich ihnen zu entgehen und ritt in querer Richtung davon um sich gewohnt zu verstecken. Doch dieses Mal glückte es nicht. Die Reiter hatten ihn ebenfalls bemerkt und entschlossen sich ihm zu folgen. Warum auch immer, sie kamen näher. Colm Ashi saß in einem hohen Gebüsch und seine Spuren waren alles was ihn verrieten. Sein Pferd Osti lag neben ihm - er hatte es zum liegen auf Kommando abgerichtet. Osti schnaubte und Colm Ashi fürchtete seine Verfolger. Diese kamen näher, schienen aber keine Fährte lesen zu können. Und so ritten sie an ihm vorbei. Es war gut gegangen. Colm Ashi wollte aus seinem Versteck kommen als ihm ein Nachzügler der Reiter auffiel. Er hatte ihn gesehen. Tik, was soviel wie Mist heißt in seiner Stammessprache, war alles was Colm Ashi noch heruas bekam. Dann trompete der Reiter auch schon auf seiner Feldtrompete und die anderen Reiter machten – lange schon weg, kehrt. Es waren Kavalleriereiter. Weiße von denen, welche, ein Indianer eigentlich nicht zu befürchten haben sollte. Doch hier in der Prärie gab es das Gesetz das geschrieben auf Papier war nur selten. Oder es griff nicht. So machte sich Colm Ashi ernsthaft Überlebenssorgen. Er saß mit einem Sprung auf und gallopierte davon. Der Trompeter folgte ihm schnell. Ein wettreiten war entbrannt. Die restlichen Reiter schlossen sich ihrem eingeholten Kollegen an und gemeinsam waren sie nun fünf die Colm Ashi folgten. Er ritt wie er konnte – schlug haken mit Osti und zuletzt gaben es die fremden Kavallieriereiter auf ihm zu folgen. Er hatte sie hinter sich gelassen. Osti jedoch war am Ende seiner Kräfte inzwischen und verlangte nach Wasser, Colm Ashi gab ihm aus seinem Trinkschlauch der an einer Lederblase hing. Er lobte Osti und ritt wieder langsamen Schrittes. Colm Ashi war lange Jahre so schon unterwegs. Oft war er gejagt worden, oft entkommen. Ob ihm immer ein Leides durch seine Verfolger, wie dieses Mal, drohte wusste er nicht. Er war eben vorsichtig. Nachdem er die Bärenfährte verloren hatte. Entschloss er sich auf kleineres auf die Jagd zu gehen. Er zog seinen Bogen. Langsam ritt er weiter. Er näherte sich vorsichtig einem großen Gebüsch. Da stieben einige Vögel wie erwartet daraus auf. Er legte blitzschnell auf sie an und schon schnellte der Pfeil von der Sehne. Einige Meter weiter fiel etwas ins Gras. Er hatte getroffen. Ehe er seine Beute jedoch holte ging er dem Gebüsch nahe um dort einen kleinen Tümpel zu finden. Eine Wasserstelle. Osti sollte sich satt trinken. Er stieg ab und näherte sich seiner niedergegangenen Beute. Es war ein kleinerer Feldvogel den er fast perfekt erwischt hatte. Der Indianer legte ihn nieder um seinen Pfeil zu befreien. Der Vogel regte sich noch leicht, er gab ihm einen kurzen festen Tritt ins Genick, er sah nichts gerne leiden. Dann suchte er sich eine geeignete Stelle um ein kleines Feuer zu machen. Er fand sie beim Wasserloch. Osti stand ruhig schnaufend dort. Er war wieder ruhig. Die Sonne brannte weiter aber es wurde schon langsam Abend. Colm Ashi wollte seine Beute noch Tags braten und verzehren und so eilte er sich ehe es dunkel war ein Feuer zu schlagen. Schnell brannte ein kleines Feuer das er mit Ästen anheizte. Es wurde schon Abend in wenigen Stunden. Er entfiederte den Vogel, dann legte er ihn beiseite um einen Ast zurecht zu schnitzen. Er zog ihn auf anschließend und brut ihn. Alles wäre weiter ruhig verlaufen, doch das sollte wohl diesen Tag`s nicht sein. Colm Ashi hatte ein ungutes Gefühl. Das trügte ihn selten und so nahm er es ernst. Ehe er einen Bissen genommen unterbrach er um zu lauschen. Da war es wieder. Zu spät. Er erwachte festgebunden auf dem Boden. Man hatte ihn in vier Richtungen an den Boden gebunden, so dass er der Sonne ausgeliefert war. Wie war das zugegangen? Osti war weg. Colm Ashi suchte sich aus seiner Lage zu befreien. Es mussten Indianer gewesen sein. Er schaffte es nicht die fesselnden Stricke zu lösen oder einen der Pflöcke zu lösen.

Er überlegte und hoffte auf Manitu. Stunden vergingen.

Osti wiehrte. Er war seinen Dieben entkommen und entgangen. Er gallopierte näher und begann mit den Hufen an den Pflöcken zu scharren. Was war das doch für ein Pferd. Colm Ashi war sehr froh seinen tierischen Freund zu haben. Er motivierte ihn ruhig weiter zu graben. Dann zog er am tief gesetzten Pflog und er löste sich zusehends. Colm Ashi war frei! Eine Hand - dann noch eine. Er löste seine Fesseln und dankte erst Manitu dann Osti. Osti verstand vielleicht nicht – doch er war sichtlich froh. Wahrscheinlich hatte er doch verstanden. Colm Ashi suchte nicht nach Rache. Dennoch hätte er gerne seine Peiniger gekannt. Er wusste warum er ein einsamer Indianer – der einsame Indianer war. Schlechte Menschen gab es in weiß und rot. Er war ein Menschenfeind; doch nur weil er darin geschult worden war.

Autorennotiz

Alle Rechte liegen beim Autor Simon Käßheimer

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Sätze:90
Wörter:916
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Kurzbeschreibung

Eine kurzes Indianerabenteuer.

Kategorisierung

Diese Story wird neben Abenteuer auch in den Genres Western und Nachdenkliches gelistet.