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Geschwister sind immer für einander da

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3.1.2019 9:18
16 Ab 16 Jahren
In Arbeit

Zwölf Jahre zuvor

Svenja und Chris waren ihr Leben lang immer zusammen.  Sie haben immer zusammen gehalten und sich immer gegenseitig geholfen. Wenn Svenja Hilfe brauchte war Chris sofort zur Stelle. Allerdings gab es ein Geheimnis was schon neun Monate vor Chris ihrer Geburt stattgefunden hatte, was das Leben der Beiden immer mal wieder aus der Reihe brachte.

Chris hatte das Dorf verlassen, als sie 18 Jahre alt war und kam auch nur noch zu Besuch. Nein sie hatte das Dorf nicht verlassen, weil sie mit ihrer Familie nichts zu tun haben wollte. Ganz im Gegenteil: Sie wollte ihre Familie und ganz besonders ihre Schwester schützen.

Im Dorf wurde ja schon lange geredet, aber als Chris 18 Jahre wurde ging nach langer Zeit das Gerede der Leute wieder los. Chris merkte, wie sehr Svenja unter dem Gerede der Leute im Dorf belastete. Und deswegen hatte sie sich entschieden das Dorf zu verlassen.

Von einem auf den anderen Tag war Chris plötzlich nicht mehr da du auch das Gerede der Leute hörte wieder auf.

Das war  neun Monate vor Chris ihrer Geburt passiert.

Svenja war auf einer Feier im Dorf gewesen und auf dem Heimweg von einem Unbekannten vergewaltigt wurden. Zur gleichen Zeit war Svenjas Mutter aber schon mit Chris schwanger. Nur wusste dass im Dorf noch niemand. Naja auf jeden Fall erzählte man um diese Zeit das Svenja von dem Vergewaltiger schwanger war. Svenja war auch schwanger, hatte aber ihr Kind im vierten Monat verloren. Das hatte im Dorf aber kaum einer mitbekommen und so kam es zu der Geschichte, dass Chris das Kind eines Vergewaltigers ist.

Nach Chris ihrer Geburt war erst einmal Ruhe im Dorf, aber als Chris 18 Jahre wurde ging das Gerede der Leute weiter. Warum auch immer.

Für Svenja und Chris war es nie leicht gewesen mit dieser Geschichte zu leben. Und Svenja konnte auch nicht darüber reden. Ganz im Gegenteil, wenn man sie auf die Geschichte ansprach lief sie weg und fing an zu weinen.

Zwölf Jahre war es jetzt her, seit dem Chris nicht mehr im Dorf wohnte und ausgerechnet jetzt tauchte ein Mann auf, der sich für die Geschichte der Beiden interessierte. Die Leute im Dorf hatten beschlossen nicht mehr über die Vergangenheit zu reden und die Sache von damals einfach auf sich beruhen zu lassen.

Keiner im Dorf wusste wer dieser Typ war und deswegen wollte auch keiner mit ihm über diese Geschichte reden.

Es gab ja noch eine Kleinigkeit die kaum ein Mensch wusste. Kurz nach Chris ihrem Verschwinden  hatte Svenja einen Autounfall. Der Unfallgegner hatte ihr  die Vorfahrt genommen und war einfach vom Unfallort abgehauen. Bis heute wurde er nicht gefunden. Chris war damals auf dem Weg zu Svenja und fand ihre Schwester direkt nach dem Unfall.

Seltsam an dem Typen war nur, dass er von diesem Unfall wusste. Und dass konnte er eigentlich nicht wissen. Zudem wusste er von Chris ihrem Motorrad und das konnte er nur wissen wenn er am Unfallort war. Die Polizei war zwar auch vor Ort gewesen und hatte den Unfall aufgenommen.

Die Leute im Dorf wurden immer  misstrauischer und beschlossen ihm kein Wort mehr zu sagen. Es war nicht klar was der Typ von Svenja und Chris wollte und die Leute im Dorf wollten die Beiden schützen.

Es vergingen mehrere Tage und der Typ trieb sich immer noch im Dorf rum. Immer wieder versuchte er Informationen über die beiden jungen Frauen zu bekommen doch ohne Erfolg.

Dann verließ er ohne weitere Aktionen das Dorf. Es vergingen vier Wochen. Plötzlich tauchte der Typ wieder auf und dieses Mal hatte er noch zwei Freunde dabei. Er hatte schienbar beschlossen Chris und Svenja zu finden.

Mittlerweile stand fest, mit diesem Typen stimmte etwas nicht. Chris war zurzeit auch bei ihrer Schwester zu Besuch. Das würde heißen: Wenn der Typ Svenja findet, findet er auch Chris.

Aber warum hatte der Typ so viel Interesse an den Beiden. War er vielleicht der Unfallgegner von damals und hatte den Unfallort noch beobachtet, als Chris ihre Schwester fand und die Polizei den Unfall aufnahm?

Zwölf Jahre später

 

Chris war mal wieder ein paar Tage im Dorf und auch dieser seltsame Typ war wieder da. Was wollte dieser Kerl bloß. Er passte so ganz und gar nicht ins Dorf. Ganz im Gegenteil: Er schien eher ein Stadtmensch zu sein. Aber zeigte erstaunlich großes Interesse an Svenja und Chris. Aber warum versuchte er Informationen über die beiden jungen Frauen zu bekommen?

Die Leute im Dorf waren schon misstrauische geworden und gaben diesem Typen keine Antworten mehr auf seine Fragen.  Jeder Dorfbewohner merkte, dass mit diesem Typen etwas nicht stimmt, aber was wusste keiner.

Als dieser Typ nach einer Woche sich immer noch Dorf rumtrieb, reichte es den Menschen im Dorf. Seitdem der Typ hier war, hatte man Svenja und Chris nur sehr selten gesehen. Die beiden jungen Frauen hatten sich offensichtlich etwas zurückgezogen um diesem Typen nicht noch einmal über den Weg zu laufen. 

Doch heute war es anders. Svenja und Chris waren mal wieder zusammen mit dem Hund spazieren.  Als die Beiden auf ihrem gewohnten Weg liefen, kam ihnen der Typ entgegen. Er beobachtete die beiden jungen Frauen ganz genau und achtet darauf wo sie hingingen und was sie machten. Die Beiden merkten schnell, dass dieser Typ sie beobachtete. Chris war im Dorf dafür bekannt, dass sie niemals ihren Mund hielt und immer sehr direkt war.

Chris ging auf den Typen zu.

„Was wollen Sie von uns?“ fragte sie nach

„Ganz einfach. Ich möchte mehr über die Sache von vor 30 Jahren erfahren.“ Sagte der Typ

„Ach ne und deswegen muss man alle Leute im Dorf ausfragen und tagelang sich hier rumtreiben und uns beobachten.“ Sagte Chris

„Warum zum Teufel, gibt mir hier denn keiner eine gescheite Antwort auf meine Fragen?“  fluchte der Typ und behielt die ganze Zeit Svenja im Auge.

„Das ist ganz einfach. Alle Leute hier im Dorf haben mit der Sache von damals abgeschlossen und deswegen redet keiner darüber.“ Sagte Chris

„Vielleicht gibst du mir ja wenigstens eine Antwort auf die Frage: Was war vor 12 Jahren?“ fragte der Typ

„Wieso sollte ich Ihnen eine Antwort auf diese Frage geben?“ fragte Chris

„Weil ich es gerne wissen würde.“ sagte der Typ

„Und ich habe keine Lust mit Ihnen zu reden. Es ist meine Sache.“ Sagte Chris und ging zurück zu ihrer Schwester.

Der Typ ging ihr hinterher. Als er Svenja am Arm packte reichte es Chris und sie griff ein.

„Lass die Finger von meiner Schwester. Ich kann auch anders. Und wenn Sie uns weiter belästigen, werde ich die Polizei rufen.“ Schrie Chris den Typen an.

Svenja war am zittern  und wollte nur wieder zurück nach Hause. Der Hund bellte den Typen an  und Chris diskutierte mit dem Typen.

Offensichtlich war dem Typen nicht bewusst, dass Chris es ernst meinte und wirklich die Polizei rufen würde.

Svenja und Chris gingen weiter und wollten dann langsam nach Hause gehen. Doch dieser Typ folgte den beiden jungen Frauen weiterhin.

Als es Chris reichte, rief sie die Polizei an. Die Beamten versprachen ihr sofort einen Streifenwagen vorbei zu schicken.

Der Typ machte Svenja Angst und dieses merkte Chris auch. Sie ließ ihre Schwester nicht mehr aus den  Augen. Auf einmal kippte Svenja um. Ihre Kraft war am Ende. Sofort kümmerte sich Chris um sie.

Als dieser Typ den beiden näher kam, hob Chris die Hand. Chris ließ nicht zu, dass dieser Typ ihrer Schwester etwas antut.

Nach ein paar Minuten war Svenja wieder zu sich gekommen und rappelte sich langsam wieder auf. Chris machte sich Sorgen um ihre Schwester.

Als die Beiden endlich wieder zu Hause waren, zog Svenja sich zurück. Chris fand es seltsam, aber sie ließ ihre Schwester erst einmal etwas in Ruhe.

Chris machte noch schnell  etwas zum Essen und wollte dann mal nach Svenja schauen.  Als Chris das Essen fertig hatte, ging sie zu Svenja nach oben und klopfte vorsichtig an die Schlafzimmertür.

Doch Svenja antwortete ihr nicht und das war sehr seltsam. Chris öffnete vorsichtig und leise die Tür und schaute nach. Svenja lag auf dem bett und war am weinen. Chris ging auf  sie zu und nahm sie in den Arm.

„Ich habe Essen gemacht.“  sagte Chris

„Ich  kann jetzt nichts essen. Ich habe keinen Hunger.“  sagte Svenja

„Du musst aber etwas essen.“ sagte Chris

„Ich habe aber keinen Hunger.“ sagte Svenja und zog sich die Decke über das Gesicht.

So kannte Chris ihre Schwester nicht. Normalerweise hatte Svenja immer Hunger nach so einem anstrengenden Tag.

Chris blieb noch eine Weile bei Svenja sitzen und versuchte ihr  gut zuzureden.

Als Klaus von  der Arbeit nach Hause kam, sprach Chris ihn an.

„Hey.“ begrüßte Klaus sie freundlich

„Hey,“ grüßte Chris zurück.

„Alles klar bei euch?“ fragte Klaus nach

„Nicht ganz. Wir waren vorhin mit dem Hund spazieren und da hat uns so ein komischer Typ beobachtet und vollgelabert. Dieser Typ scheint sich sehr für die Vergangenheit von Svenja und mir zu interessieren.  Und seltsam war auch, dass er von Svenjas Autounfall wusste.“ erzählte Chris.

„Ich habe schon ein paar Mal so einen komischen Typen hier rumlaufen sehen, aber ich habe mir nichts dabei gedacht.“ sagte Klaus

„Jedenfalls hat Svenja sich seitdem wir zu Hause sind ins Schlafzimmer zurückgezogen und will auch nichts essen.“ sagte Chris

Chris und Klaus machten sich Sorgen um Svenja. Sie konnte dich nicht die ganze Zeit ohne etwas zu essen.

„Sie hat schon eit ein paar Tagen nichts mehr gegessen.“ sagte Klaus

„Jetzt mache ich mir noch mehr Gedanken, denn sie ist vorhin auch zusammen gebrochen und das erklärt sich jetzt auch.“ sagte Chris

„das klingt gar nicht gut. Ich habe das Gefühl, dass Svenja diesen Typen schon einmal begegnet ist und sie kann schön an die Vergangenheit erinnert wird. Das könnte erklären, warum sie nichts isst und sich zu Hause immer gleich zurückzieht.“ sagte Klaus

Für die Beiden stand fest: Svenja muss jetzt endlich etwas essen. So konnte es ja nicht weiter gehen.

Chris und Klaus beschlossen nach oben zu gehen. Chris machte Svenja noch ein Brot bevor die Beiden nach oben gingen.

Im Schlafzimmer angekommen sprach Klaus Svenja an.

„hey, du musst langsam mal etwas essen. Chris hat mir gerade erzählt, dass du heute schon umgekippt bist.“ sagte Klaus

„Konnte Chris die Sache nicht für sich behalten?“ sagte Svenja

„Sie meint es nur gut mit dir.“ sagte Klaus

„Ja ich weiß. Entschuldigung ich bin nicht gut drauf.“ sagte Svenja

„Ist ja schon gut, aber versuch jetzt mal etwas zu essen. Chris hat dir extra ein Brot gemacht.“ sagte Klaus

Chris reichte Svenja den Teller. Doch jeder Bissen fiel ihr sehr schwer. Als Chris das bemerkte, wusste sie schnell irgendetwas stimmt hier nicht.

Auch Klaus merkte, dass mit seiner Frau was nicht stimmte. Die letzen Tage hatte sie gar nichts gegessen und jetzt bekam sie das Brot kaum runter.

Chris und Klaus ließen Svenja in Ruhe essen und gingen nach unten ins Wohnzimmer.

„Irgendetwas stimmt da nicht. Jeder Bissen fällt ihr schwer und normalerweise müsste sie richtig Hunger haben.“ sagte Klaus

„Ich glaube, bei Svenja kommen gerade Erinnerungen an damals hoch.“ sagte Chris

„Das wäre jetzt gar nicht gut.“ sagte Klaus

Die Beiden waren sich einig. Sie mussten Svenja helfen so gut sie konnten und durften sie jetzt auf gar keinen Fall alleine lassen.

Klaus und Chris überlegten, wie sie diesen Typ aus dem Dorf bekommen. Seit dem dieser Typ hier im Dor f war und die Leute ausfragte, ging es Svenja immer schlechter. Sie wollte einfach nicht mehr an damals erinnert werden. Für die Beiden stellte sich nur eine Frage, warum interessierte sich dieser Typ so für die Vergangenheit von Svenja und Chris und warum wusste er von Svenjas Autounfall.

Nach einer Stunde beschloss Chris noch einmal nach Svenja zu schauen.  Sie ging nach oben und öffnete leise die Schlafzimmertür.  Als sie sah, dass Svenja schlief ging sie leise wieder nach unten.

„Ist alles in Ordnung bei Svenja?“  fragte Klaus

„Ja, sie ist eingeschlafen.“ antwortete Chris

„Das ist gut.  Dann kommt sie wenigstens ein bisschen zu Ruhe.“ sagte Klaus

  „Ich denke ihr tut der Schlaf ganz gut. Ich fahre dann auch mal nach Hause.“ sagte Chris und verabschiedete sich bei Klaus.

„Dann mach es mal gut und komm gut nach Hause.“ sagte Klaus

Chris fuhr nach Hause und machte sich Gedanken wie sie den Typen los werden konnten.

Am nächsten Tag wollte Chris nach der Arbeit wieder zu Svenja fahren.  Sie hatte ein Idee, wie sie etwas über den Typen rausfinden konnte.

An der Arbeit würde sie ihre Schwester  ja auch sehen.  Eigentlich sollte sie Svenja ablösen, aber als sie an der Arbeit an kam, war Beate immer noch da und von Svenja fehlte jede Spur.

„Hallo Chris gut dass du da bist. Weißt du wo deine Schwester ist. Sie wollte mich schon um 8:30 Uhr ablösen  und jetzt haben wir schon 12:00 Uhr. „ sagte Beate

„Das verstehe ich jetzt auch nicht. Ich sollte Svenja ja ablösen. Ich mache mal schnell meine Kase fertig und dann versuche ich sie mal anzurufen.“ sagte Chris

„Mach das. „ sagte Beate

Gesagt. Getan. Als Svenja nicht ans Telefon ging, fing Chris  an sich Sorgen zu machen.

„Sie geht nicht ans Telefon. Ich hoffe da ist jetzt nichts Schlimmes.“ sagte Chris

„Was meinst du denn damit?“ fragte Beate nach

„Ich war gestern ja noch bei Svenja und als wir mit dem Hund spazieren waren habe wir so ein seltsamen Typen getroffen, der sich seltsamerweise  für die Vergangenheit von Svenja und mir interessierte. Und komisch ist auch, dass dieser Typ von Svenjas Autounfall damals weiß und von dem weiß kaum einer etwas.“ erzählte Chris ihr.

„Das klingt nicht gut. Aber um was für einen Unfall  geht es da?“ fragte Beate

Von dem Autounfall wusste selbst Beate nichts.

„Du weißt ja, dass damals die Geschichte rum ging, dass ich Svenjas Tochter bin und aus einer Vergewaltigung stamme und daraufhin bin ich ja aus dem Dorf verschwunden.  Und kurz nach meinem Verschwinden hatte Svenja den Autounfall, weil ihr einer die Vorfahrt genommen hat.

Ich war damals gerade auf dem Weg zu Svenja und habe sie am unfallort gefunden. Die lange Version erzähle ich dir mal in Ruhe.“ sagte Chris

„Ok, das klingt aber seltsam und wenn er der Unfallgegner von damals ist.“ sagte Beate

„Das glauben Klaus und ich auch.“ sagte Chris

„ Aber was ist mit Svenja heute los?“ fragte Beate

„Ich weiß es nicht. Gestern ging es ihr nicht so gut. Und laut Klaus hatte sie schon ein paar Tage nchts gegessen, aber sie hat dann was gegessen und auch geschlafen.“ sagte Chris

Chris löste Beate ab und wollte nach der  Arbeit wie geplant zu Svenja fahren. Sie hoffte nur, dass nichts Schlimmes passiert war.

Nach der Arbeit machte sich Chris so schnell wie möglich auf den Weg  zu ihrer Schwester. Dort angekommen, sah sie wie der Typ um das Haus schlich. Jetzt war ihr auch klar, warum Svenja nicht an der Arbeit war. Der Typ musste schon den ganzen Tag hier rumschleichen.

Chris sprach den Typen an.

„Was wollen Sie hier?“ fragte sie

„Ich möchte etwas über die Sache von vor 12 Jahren erfahren und mehr über die Ermittlungen  der Polizei zum Autounfall wissen.“ sagte der Typ

„Es ist doch ganz einfach: Hier bekommen Sie keine Auskunft und auch keine Antworten auf Ihre Fragen.“ sagte Chris

„ich werde schon noch etwas rausfinden.“ sagte der Typ

„Wenn Sie nicht bald hier verschwinden, werde ich die Polizei rufen.“ sagte Chris

Daraufhin verließ der Typ das Grundstück und ging weg. Aber für immer verschwinden würde dieser Typ nicht.

Chris ging ins Haus und wollte erst einmal nach Svenja schauen.

Svenja saß im Wohnzimmer und war am zittern und am weinen.

„Hey, beruhig dich. Der Typ ist weg und wenn der noch einmal auftaucht werde ich die Polizei rufen. So kann das ja nicht weiter gehen.“ sagte Chris und setzte sich zu ihrer Schwester.

Svenja beruhigte sich etwas.

„Soll ich dich morgenfrüh zur Arbeit abholen?“ fragte Chris

„Ja kannst du gerne machen.“ sagte Svenja

„Dann bin ich morgenfrüh um kurz vor acht bei dir.“ sagte Chris

„Kannst du nicht die ganze Nacht bei mir bleiben. Klaus ist heute bei einem Freund und weiß noch nicht wann er nach Hause kommt.“ sagte Svenja

Chris merkte, dass Svenja Angst hatte alleine zu sein. Auch wenn sie im haus sicher war und der Typ nicht rein konnte.

„Ja natürlich, kann ich bei dir bleiben.“ sagte Chris

„Danke.“ sagte Svenja

Chris wusste auch wie sehr Svenja sich wünschte, dass sie wieder zurück ins Dorf zog, aber das konnte Chris noch nicht. Sie hatte Angst, dass das Gerede im Dorf wieder los ging und das wollte sie unter allen Umständen vermeiden.

Am nächsten Morgen begleitete Chris ihre Schwester zur Arbeit.  Svenja war völlig durch den Wind. Sie wusste auch nicht was sie machen sollte. Der Typ war ihr unheimlich. Chris verstand ihre Schwester, denn auch sie misstraute diesem Typen genau wie alle anderen im Dorf.

„Ich weiß nicht mehr was  ich denken soll. Dieser Typ scheint sehr großes Interesse an der Sache damals zu haben. Und wie du weißt wurde weder der Vergewaltiger von damals noch der Unfallgegner gefunden.“ sagte Svenja

„Ich verstehe dich. Aber es stehen noch viele Fragen offen. was ich an der Sache nicht verstehe ist warum dieser Typ 12 Jahre später auftaucht und so einige Sachen weiß, die kein Mensch weiß.“ sagte Chris

„Irgendwie müssen wir doch etwas über den Typen rausfinden.“ sagte Svenja

„Vielleicht sollten wir weiter machen mit der Suche nach dem Unfallgegner.“ sagte Chris

„Dann müssten wir ja noch mal an mein altes Auto in der Scheune und da war ich jetzt über 10 Jahre nicht mehr. Genau gesagt seit dem Tag, an dem wir aufgehört haben zu suchen.“ sagte Svenja

„Eines verspreche ich dir: Wir werden rausfinden wer der Typ ist.“ sagte Chris

„Wie willst du das anstellen?“ fragte Svenja nach

„Ich lasse mir etwas einfallen.“ sagte Chris

Chris war froh, dass Svenja es jetzt schaffte darüber zu reden und Chris hatte auch schon einen Plan, aber dazu musste sie an die Scheune, wo Svenjas Auto von damals steht. Dort stand auch das Motorrad von Chris damals.

„Hast du denn schon eine Idee?“ fragte Svenja

„Ja habe ich, aber dazu müssen wir an die Scheune. ich glaube nämlich wir haben da etwas übersehen.“ sagte Chris

„Ok, dann lass uns nachher dahin  gehen.“ sagte Svenja

„Können wir gerne machen.“ sagte Chris

Nach der Arbeit wollten die Beiden gleich an die Scheune fahren und sich das Unfallauto noch einmal anschauen. Irgendwas mussten die Beiden damals übersehen haben.

Pünktlich um 12 Uhr löste Beate ab und die Beiden machten sich auf den Weg zu Svenjas Unfallauto.

Svenja musste schlucken. Chris wusste, dass ihre Schwester  Angst hatte, da jetzt auch wieder Erinnerungen hoch kamen, aber  es ging einfach nicht anders.

Auf dem Weg zur Scheune schauten die Beiden sich immer wieder um, damit dieser Typ sie nicht verfolgt, denn die Beiden hatten die Befürchtung, dass der Typ Spuren verwischen wollte. Aber nach 12 Jahren.

Chris und Svenja durchsuchten das Auto und auch das Motorrad. Und tatsächlich fanden die Beiden ein Foto von dem Typen. Jetzt war klar, dieser Typ hatte etwas mit dem  Unfall zu tun.

„Jetzt haben wir den  Beweis, dass er etwas mit dem Unfall zu tun hat.“ sagte Svenja

„Ja haben wir. Jetzt müssten wir uns noch die Bilder von der Feier anschauen, ob der Typ irgendwo darauf zu sehen ist.“ sagte Chris

„Wenn der Typ wirklich auf einem der Bilder ist haben wir sowohl den Vergewaltiger und den Unfallgegner gefunden.“ sagte Svenja

Ein bisschen Erleichterung machte sich bei den Beiden bemerkbar, denn jetzt wussten sie zumindest woher der Typ die Informationen zu dem Unfall hatte.

Svenja und Chris machten sich auf den Weg zurück nach Hause. Als ihnen der Typ wieder begegnete stand fest, dass er nicht Gutes im Schilde führt.

„Was wollen Sie denn schon wieder hier?“ fragte Chris nach

„Ihr wisst doch ganz genau was ich von euch möchte. Antworten auf meine Fragen.“ antwortete der Typ

„Beantworten Sie sich die Fragen doch selber.“ sagte Chris

„Wieso sollte ich das können? Dann bräuchte ich euch ja nicht zu fragen.“ sagte der Typ

„Ganz einfach. sie brauchen von uns keine Antworten, sondern wollen nur wissen wo Svenjas altes Auto steht.“ sagte Chris

„Wieso sollte ich das wissen wollen?“ fragte der Typ

„Sie suchen etwas bestimmtes, mit dem wir beweisen können, dass sie der Unfallgegner sind.“ sagte Chris

Plötzlich erinnerte Chris sich daran, dass sie zwei Tage bevor sie verschwand Svenjas Auto hatte und darin zum Unfallzeitpunkt noch ihre Dashcam war und diese vermutlich auch noch an geschaltet war und den ganzen Unfall filmte.

„Sag mal Svenja erinnerst du dich noch an die Kamera in deinem Auto?“ fragte Chris

„Ja deine Dashcam.“ sagte Svenja

„Weißt du wo die Kamera ist?“ hackte Chris nach

„Ja die Kamera ist zu Hause im Wohnzimmerschrank.“ sagte Svenja

„Dann müssen wir die Kamera gleich mal auswerten, denn das habe ich damals gar nicht mehr gemacht.“ sagte Chris

Gesagt. Getan.  Zu Hause angekommen, schnappten sich die Beiden die Dashcam und den Laptop und schauten sich die Videos von damals an.

Und tatsächlich jetzt wussten sie wer der Typ war und hatten sogar noch einen Beweis dafür, dass er der Unfallgegner war.

Sofort machten die Beiden sich auf den Weg zur Polizei und brachten den Beamten die neuen Beweise.

Die Polizisten wussten ganz genau, dass sich der Typ im Dorf rum trieb, denn sie wurden wegen ihm schon einmal gerufen. Sofort machten sie sich auf den Weg.

Jetzt mussten Svenja und Chris nur noch beweisen, dass er auch auf der Feier war nach der Svenja vergewaltigt wurden war.

Zu Hause schauten sich die Beiden die Bilder von der Feier an und tatsächlich fanden sie auf zwei der Bilder den Typen. Nur war das noch nicht der Beweis, dass er auch der Vergewaltiger war.  Svenja und Chris waren voll in ihrem Element und merkten gar nicht, dass Klaus nach Hause kam.

„Na ihr zwei, was macht ihr?“ fragte Klaus nach“

„ Wir schauen uns Bilder an von der Feier nach der Svenja vergewaltigt wurden war. Jetzt wollen wir es ganz genau wissen, denn wir konnten vorhin schon beweisen, dass der Typ der Unfallgegner von damals war.“ sagte Chris

„Wie habt ihr dass denn gemacht, nach so langer Zeit?“ fragte Klaus

„Erinnerst du dich noch an meine Daschcam von der ich dir mal erzählt habe?“ fragte Chris

„Ja, daran erinnere ich mich.“ sagte Klaus

„Ich war damals noch mit Svenjas Auto unterwegs gewesen, bevor ich das Dorf verlassen habe und ich hatte die Kamera damals im Auto. nach dem Unfall habe ich sie aus dem Auto raus gemacht, aber mir die Videos nie angeschaut. Nachdem wir vorhin am Unfallauto waren und ein Bild von dem Typen gefunden haben, fiel mir die Kamera wieder ein und wir haben uns die Videos angeschaut. Und die Kamera hat tatsächlich den Unfall gefilmt.“ erklärte Chris

„Dann haben wir jetzt die Antwort auf die Frage, warum der Typ von dem Unfall wusste.“ sagte Klaus

„Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass er auf der Suche nach dieser Kamera war, weil sie der Beweis für seine Unfallbeteiligung war.“ sagte Chris

„Das kann schon sein, aber was wollt ihr jetzt mit den Bildern von der Feier?“ fragte Klaus nach

„Ganz einfach. er interessierte sich doch für die Vergewaltigung und jetzt glauben wir dass er auch der Vergewaltiger ist.“ sagte Chris

„Aber nur weil er  auf der Feier war, ist das kein Beweis dafür dass er der Vergewaltiger ist.“ sagte Klaus

„Das wissen wir. Wir müssen irgendwie rausfinden, dass er Svenja damals hinterher gelaufen ist.“ sagte Chris

„Ich habe da glaube ich noch eine Idee. Es muss doch noch Leute im Dorf geben, die damals auch auf der Feier waren und diese müsste man finden.“ sagte Klaus

„Aber wer?“ fragte Chris

„Ich werde mich mal im Dorf erkundigen. Vielleicht weiß ja jemand etwas, was er damals für unwichtig gehalten hat. Ich kann den Leuten ja auch mal ein Bild von dem Typen auf der Feier zeigen.“ sagte Klaus

„Gute Idee. Danke für deine Hilfe.“ sagte Chris

Für Klaus war es genauso wichtig den Vergewaltiger zu finden, denn dann würde wieder etwas Ruhe in Svenjas Leben kommen. Es war zwar schon ziemlich lange her, aber  irgendjemand muss doch noch etwas von damals wissen.

Klaus nahm sich ein Bild und ging zu Leuten, die damals auch auf der Feier gewesen sein könnten. Auch Svenja und Chris waren zu Hause nicht untätig und fanden noch mehr Bilder auf denen sie Leute endeckten, die sie heute noch wiedererkennen.

Einen kleinen Erfolg hatte Klaus inzwischen auch schon. Er hatte eine Person gefunden, die sich noch an die Feier erinnerte und auch an diesen Typen.

Svenja und Chris waren währenddessen auch im Dorf unterwegs und machten sich auf den Weg zu einer Person, die sie auf den Bildern gesehen haben. Sie hatten jetzt die Hoffnung endlich alles aufklären zu können.

„Am Abend waren alle wieder zu Hause und trugen ihre Ergebnisse zusammen. Und tatsächlich ihre Nachforschungen hatten sich gelohnt.

„Ich habe jemanden gefunden, der sich noch ganz genau an den Typen erinnern konnte. Und er erzählte mir, dass der Typ kurz nach dir die Feier verlassen hatte.“ sagte Klaus

„Und wir haben auch jemanden auf den Bildern gesehen und sind zu ihm hingegangen. Auch er erzählte uns, dass der  Typ kurz nach mir die Feier verlassen hatte und dass er selber auf dem Heimweg war und den Typen noch sah.“ sagte Svenja

„Es sieht langsam richtig eng für den Typen aus.“ sagte Chris

„Bisher wissen wir aber nicht viel. Dass alleine ist kein richtiger Beweis dafür, dass er Svenja auch vergewaltigt hat.“ sagte Klaus

„Aber wenn wir damit zur Polizei gehen, kann diese ihn damit unter Druck setzten und eventuell ein Geständnis aus ihn rausbekommen.“ sagte Svenja

„Das stimmt, aber dazu muss es erst einmal einen berechtigten Verdacht geben.“ sagte Klaus

„Klaus überleg mal, dieser Typ sucht nach Informationen zu der Vergewaltigung und er ist auch der Unfallgegner.“ sagte Chris

„Einen Versuch ist es ja wert.“ sagte Klaus.

Die Drei fuhren gemeinsam zur Polizei und erzählten den Beamten von ihrem Verdacht. Die Beamten wollten dem Verdacht nachgehen  und so wurden  auch in diesem Fall die Ermittlungen wieder aufgenommen.

Nachdem die Polizei die Ermittlungen wieder aufgenommen hatten, meldeten sich immer mehr Leute die  diesen Typen auf der Feier gesehen hatten.

Svenja war erleichtert, dass Chris und Klaus hinter ihr standen und ihr immer halfen wenn sie Hilfe brauchte. Auch in dieser Situation waren die Beiden für sie da.

„Mach dir jetzt nicht so viele Gedanken, die Polizei wird den Typen schon schnappen.“ sagte Chris

„Ich weiß, aber was ist wenn ihm die Vergewaltigung nicht nachgewiesen werden kann. Wir haben nur eindeutige Beweise für seine Unfallbeteiligung.“ sagte Svenja

„Wir wissen aber auch, dass er auf dieser Feier war und alles spricht gegen ihn.“ sagte Chris

„Nach so vielen Jahren, kann man da wahrscheinlich so wieso nichts mehr machen.“ sagte Svenja

„Der Polizist hat doch gesagt, wenn er es war, dann bekommt er seine Strafe.“ sagte Chris

Svenja ging die ganze Sache nicht mehr aus dem Kopf. Sie brauchte dringend Klarheit. Für Chris war es auch nicht leicht, denn es gab einiges was niemand wusste, seit dem sie das Dorf verlassen hatte. Und vielleicht war es auch ganz gut so. Denn warum Chris das Dorf verlassen hatte wusste nicht einmal ihre Familie ganz genau.

„Warum kommst du nicht einfach wieder zu mir?“ fragte Svenja leise

„Svenja, du weißt genau was damals passiert ist und warum ich das Dorf verlassen habe und nicht zurückkehren möchte.“ sagte Chris

Svenja merkte, dass ihre Schwester jetzt nicht darüber reden wollte und dass sie irgendwas bedrückte. Deshalb fragte sie auch nicht weiter nach sondern lies Chris einfach in Ruhe.

Ein paar Tage später lief der Typ wieder im der Nähe rum.  Für Svenja und Chris gab es keine Ruhe.

„Ich habe die Polizei schon angerufen.“ sagte Klaus

„Danke“ sagte Svenja

Klaus merkte, dass Svenja etwas auf dem Herzen lag und er wusste dass es ihr größter Wunsch wäre dass Chris wieder ins Dorf zurückkehrt. Aber sie konnte Chris auch nicht dazu zwingen.

„Sag mal Chris, warum kommst du nicht wieder hier her. Die ganze Sache ist schon so viele Jahre her?“ fragte Klaus als er mit Chris einen Moment alleine war

„Ich kann es einfach nicht. Mein Kopf sagt es ist besser  wenn ich aus dem Dorf weg bleibe. Es ist nichts mehr wie es war bevor ich beschloss das Dorf zu verlassen.“ sagte Chris

Klaus merkte, dass Chris über irgendetwas nicht reden wollte und lies sie auch in Ruhe.

Chris versuchte Svenja jetzt erst einmal auf andere Gedanken zu bringen. Sie musste jetzt einfach mal abschalten um nicht mehr über diesen Typen und die Geschehnisse von damals nachzudenken.

Klaus wusste einfach nicht mehr weiter. Wie konnte er Chris bloß davon überzeugen, wieder in das Dorf zurückzukehren.

Eines stand für ihn fest, es gab etwas das Chris verschwieg und niemanden erzählte, aber warum? Klaus ging es nicht aus dem Kopf, denn er wusste dass Chris alles machen würde um Svenja zu schützen.

Svenja und Chris waren währenddessen  mit dem Hund spazieren.

„Ich wünsche mir schon so viele Jahre, dass du wieder zurück kommst und ich weiß einfach nicht mehr  wie ich dich davon überzeugen soll.“ sagte Svenja

Svenja war vorsichtig mit dem was sie sagte, denn sie wollte Chris nicht für immer verlieren.

„Ich wünschte ich könnte wieder zurück ins Dorf kommen, das weißt du, aber das Gerede bin ich einfach leid.“ sagte Chris

„Scheiß doch einfach auf das Gerede. Dir ist es doch sonst egal was die Leute reden.“ sagte Svenja

„Lass uns mal nach Hause gehen. Ich glaube ich muss euch jetzt allen noch etwas erzählen.“ sagte Chris

Die Beiden gingen nach Hause.  Auch ihre Eltern waren da.

„Ich glaube ich muss euch da noch etwas erzählen. Es gibt da eine Sache die habe ich bisher niemanden erzählt um euch zu schützen. Zwei Monate bevor ich  das Dorf verließ folgte mir immer wieder so ein seltsamer Typ. Ich hatte keine Ahnung was der wollte.  Das Gesicht des Typen der jetzt wieder hier aufgetaucht ist sieht aus, wie das von dem der mich damals verfolgte. Das war auch der Grund, warum die Dashcam in deinem Auto war. Ich glaube das der Kerl hinter uns Beiden her ist oder über dich an mich ran will.“ erzählte Chris

Nach so vielen Jahren war endlich alles raus und alle wussten warum Chris von heute auf morgen tatsächlich verschwand.

„Wenn ich könnte wie ich wollte, wäre ich schon längst wieder hier her zurückgekehrt.“ sagte Chris

„Das ist jetzt aber ganz seltsam, er war doch der Unfallgegner von Svenja damals.“ sagte Klaus

„Er könnte sie und mich aber auch verwechselt haben. Ich hatte doch zwei Tage vorher noch Svenjas Auto.“ sagte Chris

„Stimmt. Er hat wahrscheinlich nicht gesehen, wer im Auto sitzt.“ sagte Svenjas Vater.

„Ganz genau. Aber warum hängt er sich jetzt nicht an dich dran?“ fragte Klaus

„Vielleicht sollte ich  da auch mal etwas zu sagen.  Dann kommen jetzt  mal alle Wahrheiten auf den  Tisch. 4 Monate vor Svenjas Geburt, ging hier im Dorf rum, dass Svenja einen anderen Vater hätte und damals gab es laut dem Gerede der Leute viele möglich Väter. Ich glaube fast, dass zu dieser Zeit, der Vater des Typen hier im Dorf lebte.“ sagte Svenjas Mutter

Jetzt waren wirklich alle Wahrheiten und alle Vermutungen auf dem Tisch. Jetzt musste nur noch die letzte Wahrheit rausgefunden werden und zwar was der Typ von Svenja wollte.

Was wollte dieser Typ bloß von Svenja?  Das fragten sich mittlerweile alle. Auch wenn jeder jetzt sein jahrelang geschütztes Geheimnis gelüftet hatte, war immer noch unklar  wer dieser Typ war und was er wollte.

Dann fiel Chris noch etwas ein.

„Sagt mal ging hier nicht auch eine Zeit lang das Gerücht rum, dass es noch einen Halbbruder zu Svenja und mir gibt?“

„Das stimmt. Daran erinnere ich mich auch noch.“ antwortete Svenjas Mutter

„Das würde ja bedeuten, dass hier noch jemand ein Geheimnis mit sich runträgt, was noch nicht gelüftet wurde.“ sagte Klaus

„Genau das würde es.  Der Typ ist genauso alt wie Chris. Und das passt zu den Gerüchten die im Dorf damals rumgingen.“ sagte Svenja

Irgendwie kam keiner so recht auf die Lösung. Aber was wollte der Typ ausgerechnet von Svenja. Das fragten sich immer noch alle.

Jetzt musste auch Svenjas Vater sein größtes Geheimnis lüften. Und das fiel ihm nicht gerade leicht, denn er war immer ehrlich zu seiner Frau nur einmal nicht. Das Geheimnis kannte also nicht mal seine Frau.

„Damals als du mit Chris schwanger warst, habe ich im Dorf eine Frau kennengelernt und mit der ein bisschen gefeiert. Wir hatten beide zu viel getrunken und 1 Woche später erzählte sie mir, dass sie schwanger wäre und behauptete das das Kind von mir sei. Ich kann mich leider nicht mehr daran erinnern, ob wir wirklich miteinander geschlafen haben oder nicht. Dazu hatte ich an diesem Abend einfach zu viel getrunken.“ erzählte Svenjas Vater

Im Raum machten alle lange Gesichter und auch Svenjas Mutter war nicht gerade begeistert, aber sie liebte ihren Mann so wie er war und diese Geschichte gehörte der Vergangenheit an.

„Jetzt stellt sich die Frage was der Typ will und wer er ist immer noch. Fest steht bisher nur, dass er der Unfallgegner von Svenja war.“ sagte Chris

„Wir sollten ihn mal direkt ansprechen, denn sonst bekommen wir nie Antworten auf unsere Fragen.“ sagte Klaus

„Das hat Klaus recht. nur wenn wir ihn direkt ansprechen, können wir etwas rausfinden.“ sagte Svenjas Mutter

Gemeinsam begannen alle den Typen zu suchen. Er musste ja noch im Dorf sein, denn er hatte ja sein Ziel noch nicht erreicht. An einem Waldstück fanden sie schließlich den Typ. Klaus ging auf ihn zu und sprach ihn an.

„Hallo.“ sagte Klaus

Der Typ wollte gerade wieder weglaufen, doch Klaus hielt ihn auf.

„Warten Sie doch mal. Wir wollen ihnen nichts Böses. Wir wollen doch nur mit Ihnen reden.“ sagte Klaus

Der Typ blieb stehen und dreht sich um.

„Was wollen Sie denn mit mir besprechen?“ fragte der Typ nach

„Es geht darum, dass wir einige Beweise dafür haben, dass Sie vor 12 Jahren an einem Unfall beteiligt waren und einfach abgehauen sind.“ sagte Klaus

„Darauf hat mich die Polizei auch schon angesprochen und was wollen Sie jetzt noch von mir?“ fragte der Typ

„Dann frage ich sie jetzt mal direkt: Warum verfolgen sie meine Frau und ihre Schwester?“ fragte Klaus

„Vielleicht sollten diesen Grund Ihnen die Eltern der Beiden erzählen. Denn wenn Sie alles wissen würden, würden sie mich ja jetzt nicht fragen. Aber ich kann Ihnen die Geschichte gerne erzählen, wenn Sie das wollen.“ sagte der Typ

„Dann erzählen Sie doch einfach mal.“ sagte Klaus

„Ich bin kein böser Mensch und ich hatte auch nicht vor den Beiden etwas zu tun. Das damals mit dem Unfall, das war vielleicht nicht ganz richtig, dass ich da einfach abgehauen bin, aber ich bin nicht hier  um  irgendjemanden etwas zu tun. Ganz im Gegenteil.  Vor zwei Monaten starb meine Mutter und als ich in ihren Briefen  und in ihrem Tagebuch gelesen habe, habe ich rausgefunden, dass der Mann von dem ich dachte er wäre mein Vater überhaupt nicht mein Vater ist. Also habe ich Nachforschungen angestellt und bin so auf die Beiden gestoßen. Wenn ich mich nicht verschätze ist Chris genauso alt wie ich. Klingelt es jetzt?“  sagte der Typ

„Jetzt verstehe ich das Ganze. Sie wollten also nur Ihren leiblichen Vater finden.“ sagte Klaus

„Genau das wollte ich. Und wenn ich den Beiden Angst gemacht habe tut mir das schrecklich leid.“ sagte der Typ und entschuldigte sich bei  Chris und Svenja.

Chris und Svenja konnten zuerst gar nicht glauben was sie da hörten, aber sie waren froh dass der Typ ihnen keine Angst machen wollte. Jetzt wussten sie auch endlich warum der Typ im Dorf war.

Aber warum hatte ihr Vater nicht gleich sein Geheimnis gelüftet. Dann wäre vielleicht alles anders gekommen.

„Sag mal Papa warum hast du nicht gleich dein Geheimnis erzählt?“ fragte Svenja

„Ich liebe eure Mutter und wollte sie nicht verlieren und ich dachte auch ehrlich gesagt nicht daran, dass es heute rauskommen würde.“ sagte ihr Vater

„Nun ist es aber raus gekommen und du stehst ganz locker einfach da und denkst dir es ist für uns leichter geworden.“ sagte Svenja

An ihrem Ton merkte man, dass sie sauer auf ihren Vater war und ihm im Moment einfach nicht verzeihen konnte. Auch ihre Mutter wollte mit ihrem Mann im Moment nicht reden.  Jahrelang hatte ihr Mann dieses Geheimnis gehütet und nie davon erzählt.

Keiner bemerkte, dass Chris plötzlich verschwunden war. Ausgerechnet die Person, der Svenja am Meisten vertraute.

„Wo ist eigentlich Chris hin?“ fragte Svenjas Mutter

„Keine Ahnung. Bei den ganzen Diskussionen haben wir überhaupt nicht mitbekommen, dass sie verschwunden ist.“ sagte Klaus

„Das ist nicht gut. Ich kenne Chris zu gut. Wenn sie einfach geht hat ihr etwas sehr weh getan. Außerdem kann sie jetzt am besten Svenja etwas beruhigen.“ sagte Svenjas Mutter

Svenja war immer noch so aufgewühlt, dass sie das Verschwinden ihrer Schwester nicht einmal mitbekommen hatte.

„Wir müssen Chris finden und zwar schnell. Svenja ist unruhig und hat es nicht mal mitbekommen.“ sagte Klaus

„Ja das sollten wir. Ich kann aber nicht sagen wie lange sie schon weg ist.“ sagte Svenjas Mutter

Plötzlich lief Svenja auch noch weg. Klaus ahnte nichts Gutes.

„Jetzt läuft Svenja auch noch weg.“ sagte Klaus

„Sie hat mittlerweile mitbekommen, dass Chris nicht mehr da ist und nur Svenja könnte Chris jetzt finden.“ sagte Svenjas Mutter

„Hoffentlich. Wenn Chris jetzt wieder verschwindet, bricht für Svenja eine Welt zusammen.“ sagte Klaus

„Die Beiden wären nicht die Beiden wenn sie nicht zusammenhalten würden wie Pech und Schwefel.“ sagte Svenjas Mutter

Svenja lief und lief. Sie wollte Chris um jeden Preis finden. Ihre Schwester durfte jetzt nicht gehen. Svenjas  Vater merkte erst jetzt wie schlecht es seinen Kindern ging und machte sich ebenfalls auf die Suche nach Chris.

Zwei Stunden später hatte immer noch Niemand Chris gefunden. Und sie gaben die Suche im Dorf auf. Denn hier konnte sie nicht mehr sein. Dazu war zu viel Zeit vergangen.

Am nächsten Tag verkroch Svenja sich in dunkle Schlafzimmer und wollte einfach nicht raus kommen.

Mittlerweile waren ein paar Tage vergangen. Svenja war die ganze Zeit nicht aus dem Schlafzimmer gekommen. Klaus konnte machen was er wollte. Sie hatte auch nicht gegessen und sehr wenig getrunken. Für sie war die Welt zusammen gebrochen. jetzt konnte nur noch Chris helfen.

Nur wo steckte sie?  Man kann doch nicht ohne Auto spurlos aus dem Dorf verschwinden.

Klaus beschloss noch einmal zu Svenjas Eltern zu gehen. Vielleicht hatten die Beiden noch eine Idee, wo Chris stecken konnte.

„Hallo Klaus.“ begrüßte Svenjas Mutter ihn

„Hallo. Habt ihr eventuell noch eine Idee wo Chris sein könnte? Ich mache mir Sorgen um Svenja. Sie kommt nicht aus dem Schlafzimmer, isst nichts und trinkt kaum etwas.“ sagte Klaus

„Ich habe auch keine Idee wo Chris noch sein könnte.“ sagte Svenjas Mutter

„Svenja braucht Chris jetzt. Sonst geht sie kaputt.“ sagte Klaus

„Ich weiß, aber ich habe keine Ahnung wo Chris ohne Auto hin sein könnte.“ sagte Svenjas Mutter

„Hat sie hier im Dorf jemanden bei dem sie bleiben könnte?“ hackte Klaus nach

„Ich wüsste Niemanden. Da kann dir nur Svenja weiter helfen.“ sagte Svenjas Mutter.

Jetzt wusste Klaus auch nicht weiter. Svenja wollte mit niemanden sprechen, ihre Mutter wusste nichts und er kannte Chris nicht gut genug.

Er verabschiedete sich freundlich und machte sich auf den Heimweg.

Kurz bevor er zu Hause war sah er ein Gestalt die eine Kapuze auf dem Kopf hatte und von Statur und Größe zu Chris passte. Da fiel ihm ein das Chris ihre Pferde bei ihren Eltern im Stall standen und sie diese nicht im Stich lassen würde.

Er ging langsam auf die Gestalt zu und bei näherem Hinsehen erkannte er schließlich Chris.

„Chris, warte mal bitte. Ich brauche deine Hilfe.“ sagte Klaus

„Um was geht es denn. Ist etwas mit Svenja?“ fragte Chris

Klaus merkte an Hand ihrer Reaktion, dass ihr Svenja nicht egal war.

„Svenja kommt seit Tagen nicht aus dem Schlafzimmer raus, isst nichts und trinkt kaum etwas.“ erzählte Klaus

„Das hört sich nicht gut an. Lass uns schnell zu ihr gehen.“ sagte Chris

So schnell wie möglich machten sich Chris und Klaus auf den Weg zu Svenja. Hoffentlich kam Chris an sie ran.

Kaum war Chris im Haus rannte sie zum Schlafzimmer und klopfte an.

„Lasst mich in Ruhe. Ich will von niemanden etwas wissen.“ schrie Svenja und war am weinen.

„Ich  bin es Chris. Magst du mich nicht rein lassen.“ sagte Chris

Svenja machte endlich die Tür auf. Sie fiel ihrer Schwester in die Arme.

„Lass uns mal ins Wohnzimmer gehen. „ schlug Chris vor.

Die Beiden gingen ins Wohnzimmer.

„Sag mal, was ist los? Ich habe gehört du isst nichts und trinkst kaum etwas.“ sagte Chris

„ich kann nicht mehr. Mir ist alles zu viel.“ sagte Svenja

„Das glaube ich dir.“ sagte Chris

„Wo warst du?“ fragte Svenja

„Ich war bei Bekannten. Alles ist gut. Ich wollte gerade zu meinen Pferden, als Klaus auf mich zu kam und mir das erzählte.“ sagte Chris

„Warum bist du einfach weg gelaufen und nicht zu mir gekommen?“ hackte Svenja nach

„Für mich ist diese Situation auch nicht gerade leicht. Jetzt kennen wir die Wahrheit und sie war schlimmer als ich gedacht hätte. Ich konnte in dem Moment einfach nicht anders. Glaub mir bitte, ich würde dich niemals im Stich lassen.“ antworte Chris

„Danke. Ich fühle mich gerade einfach nur belogen und betrogen von unserem Vater. Ich frage mich schon die ganze Zeit, war er die ganzen Jahre nichts davon erzählt hat und vor allem warum hat er nicht gleich mit der Sprache rausgerückt?“ sagte Svenja

„Das frage ich mich auch. Aber um ehrlich zu sein, habe ich im Moment keine Lust mit ihm zu reden.“ sagte Chris

Für Chris und Svenja war es nicht leicht. Die Wahrheit hatte wieder alles verändert und damit konnte noch niemand etwas anfangen. Keiner wusste wie er auf den Vater reagieren sollte und es hatte auch noch niemand Lust mit ihm zu reden.

Svenja und Chris waren wieder zusammen und das war im Moment das aller wichtigste.

Werden Chris und Svenja ihrem Vater verzeihen?

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Kapitel:10
Sätze:517
Wörter:7.226
Zeichen:41.190

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Diese Story wird neben Vermischtes auch in den Genres Nachdenkliches, Angst und Familie gelistet.