Storys > Gedichte > Philosophie > Lähmender Nebel

Lähmender Nebel

11
10.12.2018 23:34
12 Ab 12 Jahren
Fertiggestellt

Lähmender Nebel

Es ist 22:18.

Dunkel.

Ihr holt mich ab.

Ihr seid zu viert.

Habt gute Laune.

Die Musik läuft.

Ihr redet.

Ihr fragt wie es war, ich hör schon gar nicht mehr zu.

Wir fahren eine Straße entlang durch ein kleines Dorf.

Wenig Verkehr um die Zeit.

Landleben eben.

-

Du fährst konzentriert.

Durch einen kleinen Wald.

Vor dir auf der Straße bildet sich Staub.

Dunkler, dicker Nebel.

Du setzt dich auf.

Bist jetzt konzentriert.

Niemand sagt was.

-

Die anderen werden aufmerksamer.

Ich schaue ehrfürchtig aus der Frontscheibe.

Der Nebel verblasst.

Du wirst entspannter.

Lehnst dich etwas zurück.

-

Wieder kommt Nebel auf.

Wieder setzt du dich auf.

Konzentrierst dich.

Ich werde unruhiger.

Immer noch Stille.

-

Wieder und wieder dasselbe Spiel.

Wir sind aus dem Wald raus.

Nur noch ein bisschen dann sind wir da.

-

Wir kommen auf eine andere Straße.

Eine Bekannte.

Du bist sie schon etliche Male gefahren.

Kennst sie im Schlaf.

-

Wieder kommt der Nebel.

Diesmal lehnst du dich nicht vor.

Bist nicht noch aufmerksamer.

Wahrscheinlich weil du die Straße eben kennst.

-

Du fährst einfach hinein.

Er ist dichter als die Male zuvor.

Man erkennt leicht das Scheinwerferlicht eines Autos.

Es hat Probleme mit dem Nebel.

-

Du wirst leicht panisch.

Die anderen jetzt auch.

Ich sitze und beobachte.

Das zweite Auto kommt näher.

Auf der falschen Spur.

 

Du versuchst noch nach rechts zu ziehen.

Zu spät.

Das Auto kracht frontal in uns.

Es wird Dunkel.

-

 

Ich wache auf.

War Bewusstlos.

Mein Kopf dröhnt.

Man hört Sirenen die immer lauter werden.

Ich will schreien.

Es wird wieder Dunkel.

-

Grelles Licht.

Alles wackelt.

Menschen reden hektisch.

Jemand spricht von einem Wunder.

Dunkelheit.

-

Stimmen.

Piepende Geräte.

Gespräche darüber das ich Tod sein müsste.

Gespräche darüber das ich die Einzige bin.

Gespräche darüber wie grässlich das ist.

Kein Gefühl.

Nirgendwo.

Müdigkeit die überhand nimmt.

Schlaf.

-

Menschen die meinen Namen sagen.

Menschen die ich nicht erkenne.

Augen die mich traurig anschauen.

Kein Gefühl.

Nirgendwo.

-

Tauber Körper.

Kein Gefühl.

Gelähmt.

Vollwaise.

Feedback

Logge Dich ein oder registriere Dich um Storys kommentieren zu können!

Autor

BeADreamerIns Profilbild BeADreamerIn

Bewertung

Noch keine Bewertungen

Statistik

Sätze:15
Wörter:356
Zeichen:1.979

Kategorisierung

Diese Story wird neben Philosophie auch in den Genres Trauriges und Nachdenkliches gelistet.