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| Sätze: | 16 | |
| Wörter: | 572 | |
| Zeichen: | 3.308 |
Der Sommer lag wie Staub auf meinem Fensterbrett im Licht,
"The Fallout" lief – mehr war's in diesem Moment nicht.
Der Vorspann zog vorbei, doch irgendetwas blieb besteh'n,
ein Song, den ich nicht kannte, ließ mich nicht mehr weitergeh'n.
Ich suchte nach dem Titel, lud ihn irgendwann herunter,
zwischen all den andern Tracks verschwand er scheinbar munter.
Doch manche Wege fangen leise an, fast unbemerkt und schlicht –
erst Jahre später merkst du: Genau dort begann die neue Sicht.
Ein paar Wochen später fuhr'n wir durch den Abend, ohne Ziel,
meine AirPods spielten leise, einfach irgendein Gefühl.
Dann grinst der Kumpel neben mir: „Hörst du grad Juice WRLD?“ – ganz normal.
Ich frag nur: „Kennst du den denn überhaupt?“ Er lacht nur: „Überall.“
Der Fahrer lacht nur trocken auf: „Wer kennt den bitte nicht?“
Ich nickte nur, doch dieser Satz verließ mich plötzlich nicht.
Damals war's nur ein Name, irgendein Gespräch im Fahrtwind –
heute weiß ich: Genau dort nahm die Reise ihren Anfang.
Erst waren's fünf, die ich inzwischen auswendig schon kannte,
jede Hook saß tiefer, als ich's damals ahnte,
Aus fünf wurden zehn, aus zehn irgendwann fast alle,
jeder Track traf einen Nerv auf seine eigne, stille Weise.
Doch irgendwann war's nicht mehr nur Musik, die mich berührt',
sondern der Mensch, der jede einzelne Zeile führt,
Ich hörte nicht mehr bloß die Stimme – ich verstand ihr Gewicht...
und plötzlich war ich Fan von Juice – nicht einfach seiner Musik.
Monatelang gesucht – doch jeder Server war verschwunden,
jeder Link ins Leere, jede Hoffnung nur Sekunden.
Immer wieder dachte ich: „Das kann doch gar nicht sein...“
tausend deutsche Juicies – doch jeder schien allein.
Also schob ich jeden Zweifel langsam aus dem Blick,
sagte: „Scheiß drauf, dann bau ich eben selbst das erste Stück.“
Ein Server. Ein Gedanke. Mehr war da am Anfang nicht...
doch manchmal reicht genau ein Funke für ein ganzes Gegengewicht.
Zehn neue Member? Das war damals schon ein Fest,
jeder Join war wie ein Beweis: „Vielleicht klappt's jetzt.“
Tagsüber Links verschickt, nachts noch Leute angeschrieben,
während andere nur redeten, bin ich drangeblieben.
Manchmal kam 'ne ganze Woche einfach gar nichts rein,
trotzdem ließ ich diesen Traum nie einen Augenblick allein.
Denn ich wusste: Was Bestand hat, wächst nur langsam in die Zeit –
und wer zu früh schon aufgibt, sieht nie, was Geduld befreit.
Heute join'n sie täglich, ohne dass ich jemanden noch frag',
früher jagte ich noch jedem einzelnen Member hinterher, Tag für Tag.
Was als kleiner Server anfing, wurde langsam mehr als das,
heute trägt die Sache Namen, die ich damals kaum gefasst.
Sieben Plattformen, eig'ne Marke, Management im Hintergrund,
erste Shout-outs, erste Treffen – Stein für Stein auf festem Grund.
Wenn ich heute kurz zurückseh', wirkt der Anfang fast zu klein...
doch genau aus diesen Anfängen konnte nur Geschichte sein.
Nun sitz ich wieder auf der Couch, gleiches Licht, gleiche Wand,
der Film läuft wie ein Echo aus der Zeit, die ich verstand.
„Conversations“ setzt ein – doch diesmal trifft es anders hart,
weil jeder einzelne Moment mir heute doppelt klar erspart.
Früher war das nur ein Song, irgendwo im Hintergrund,
heute klingt er wie der Anfang aus nem ganz eig’nen Grund.
Und ich merk erst jetzt, wie leise große Dinge starten –
und wie laut sie werden können, wenn sie Jahre später warten.
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