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| Sätze: | 16 | |
| Wörter: | 554 | |
| Zeichen: | 3.236 |
"Arme Tölpel", dachte sie sich. Sie wussten nicht, was eine Rotunde war, wenig überraschend war es ein Leichtes sie um ein inniges Gebet mit gesenktem Kopf zu bitten, damit sie ihr innbrünnstiger Glaube nicht sehen ließ, was sie in Wirklichkeit tat. In den Kleidern einer Wanderpriesterin würde sie niemand verdächtigen, fürchten würde sie schon gar niemand, wozu auch, es war effektiver ihnen Tinkturen und detaillos geschnitzten Tant um den Hals zu hängen, ein Messer an der Kehle wäre kurzlebiger und vor allem - schlecht für die Langlebigkeit ihrer zarten Haut. Zweifelsohne hatte sie in der Vergangheit dem ein oder anderen Tunichtgut die Kehle aufgeschlitzt um hinterher seine Taschen zu plündern, doch die Rolle der gottesfürchtigen Frau gefiel und stand ihr, so wie sie es betrachtete, besser. Zudem ergab sich die Sache hier von ganz allein. Überall diese Türme und gefluteten Ruinen einer vergangennen Zivilisation, die schon den am geringesten für Kultismus und Aberglaube Anfälligen, zu Spekulationen und Anbetung aller Art einladen würde. Was würde sie denn mehr tun, als diesen Menschen zu erzählen, was diese sich nicht ohnehin schon selbst erzählt hatten, nur OHNE, dass sie daran verdient hatte, und das, nun ja, DAS ging nun wirklich nicht.
Wer würde sie verurteilen, bestand ihr Schaffen doch auf Glaube und Vertrauen, was unterschied sie von einem der Gesalbten aus dem Westen? Wären Opportunismus und Übervorteilung gotteslästerliche Schandtaten, versänke die aufgesetzte Frömmigkeit in Armut und Mittellosigkeit. Kein Händler würde mehr mit gefüllten Säckchen in sein Heim zurück kehren, kein Soldat, dem etwas an seinem Leben liegt, würde morgen noch, sich seinem Leben erfreuend, seine Klinge pollieren.
Was denken die Leute sich, fragt sie sich immer wieder. Dass ein Adelsmann seinen Leuten befielt, sich lautstark anzukündigen um dann von einem Pfeilhagel in Schlamm und Erde genagelt zu werden? Natürlich nicht, er wird das Lager auskundschaften lassen, und dann im Schutze der Morgen oder Abenddämmerung einen Schleich und Meucheltrupp entsenden, um die feindlichen Reihen schon im Voraus auszudünnen. Er wird kritische Strukturen als erstes zerschlagen, damit sie unbrauchbar werden und am Ende, wenn er ein schlauer Schlachtführer ist, seine Männer gut gesättigt und bezahlt sowie das unsichtbare Glück ihnen gewogen, dass den ein oder anderen Pfeil den niemand im Blick hat, sein Ziel verfehlen lässt, dann werden sie triumphieren. Ist er deswegen ein unwürdiger Adelsmann, sind seine Soldaten deswegen furchtbare Menschen? Nein, sie erfüllen ganz einfach ihren Zweck. Ehre ist etwas für Leute, die nicht Gefahr laufen, sich die Hände schmutzig zu machen, denn wer blindlinks in eine Situation läuft und hofft ihm wird Gnade und Güte zu Teil, oder Gott bewahre, auf die Götter vertraut, der wird an seinem eigenen Blut ersticken.
Diese Wahrheiten können den Leuten gefallen oder nicht, das spielt keine Rolle, denn es sind Wahrheiten die keiner Bestätigung bedürfen. Sie unterscheidet nicht die Würdigen von den Unwürdigen, nicht die Guten von den Bösen, lediglich trennt sie die klugen von den dummen und ganz gewiss die Lebenden von den Toten, und sie, ja sie, sie zog es vor zu den Lebenden zu gehören.
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lavoce • Vor 30 Minuten | |
| Fantasy ist nicht so mein Genre, aber die gefällt mir! (du darfst übrigens auch antworten auf die Kommentare😉 - nicht unbedingt auf diesen, aber naja ...) | ||
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Giggu • Vor einer Stunde und 12 Minuten | |
| Gelungene Fantasiestory👏...von der Wirklichkeit nicht allzu weit weg, fürcht ich.🤔 | ||
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