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Die Wahrheit

89
24.10.17 19:20
12 Ab 12 Jahren
Heterosexualität
Fertiggestellt

Sie saß auf dem Boden, lehnte gegen der Wand und keuchte. Es atmete sich mühsam, während sie weinte, während ihr die Tränen von den Wangen liefen.
„Er … er gehört zu HYDRA“, sagte sie zu sich selbst. Versuchte sich klarzumachen, was das hieß.
Skyes Gedanken rasten.
Ein Moment von damals kam ihr in den Sinn.
 

„Ich musste lernen uns zu beschützen … so, wie ich versuche, dich zu beschützen.
Das ist das, was mir liegt.“



Vielleicht war das der Moment gewesen, in dem sie begonnen hatte, Grant mehr als nur ein bisschen zu mögen. Vielleicht war der Moment auch etwas eher oder später. Was wusste sie schon.
Außer, dass es wohl nicht ernstgemeint war.
Alles Lügen.

Computer zu hacken war einfach. Die wahren Intentionen von Menschen zu erkennen dagegen … vielleicht sollte sie einfach aus Jux und Tollerei versuchen, an geheime Daten aus dem Pentagon zu kommen. Wäre einfacher. Viel einfacher. Selbst unter aktuellen Umständen.

Es wäre auch einfacher gewesen, hätte sie nie realisiert, dass sie ihn auf diese Weise mochte. Oder hätte er sich einfach weiter so benommen, wie nach der Sache mit Miles … aber nein, er hatte wieder mit seiner dämlichen beschützen-Masche anfangen müssen.
Ihr unbedingt sagen müssen, dass es ein wir gab.
Alles Lügen.

Fakten. Zurück zu den Fakten. Sie schloss ihre Augen, versuchte sich auf die Tatsachen zu konzentrieren. Oder zumindest auf das, von dem sie glaubte, dass es die Tatsachen waren.
Sie musste sich beruhigen. Einen kühlen Kopf bewahren.

Er hatte sie beschützt. Mehrfach.
Um seiner Rolle gerecht zu werden. Anders hätte er nie so weit kommen können. Das war logisch. So logisch.
Er hatte sie eingewiesen. In ihre Aufgabe als Agent. Er hatte sie ausgebildet. Ihr das Schießen beigebracht. Auch wenn er gelegentlich etwas … gut, vielleicht etwas mehr dabei verzweifelte, selbst wenn er es nicht offen zeigte.
Er hatte sich für sie eingesetzt. Mehrfach.

Das konnte doch nicht nur alles Teil seiner Rolle gewesen sein. Das …
Sie hatten viel Zeit miteinander verbracht. So viel Zeit. Zeit, die sie verändert hatte. Zeit, die ihn verändert hatte. Hatte sie bis eben zumindest gedacht. Bis sie Eric …

Sie versuchte nicht an das Blut zu denken.

Offensichtlich hatte Ward – schon war sie wieder zurück beim Nachnamen – stur wie ein Ochse sein Ding durchgezogen, scheißegal, was war, hatte sinnloses Gefasel zum Thema Teamfähigkeit von sich gegeben, sein ganzes Auftreten nur Tarnung.
Und das um HYDRA zu helfen.

Verdammt, all sein Gerede davon, dass er niemanden verzeihen konnte, der sie verletzte … und dann gehörte er selbst zu diesen Mistkerlen, die sie fast umgebracht hatten.

„Okay … okay …“ Sie redete weiter mit sich selbst. Sammelte sich. Sie musste weitere Schritte überdenken. Ihre Gefühle nicht überhand nehmen lassen.
Scheiße, jetzt dachte sie schon, wie er geredet hatte.
Aber da hatte er nun einmal Recht … Sie musste es ignorieren, dass sie auf ihn stand. Dass sie ihm vertraut hatte und das praktisch bedingungslos. Sie musste ignorieren, dass ihr Innerstes brannte, wenn sie von ihm als Verräter dachte.

Sie stand auf, ging zu den Spiegeltüren über dem Waschbecken, und machte sie auf. Hetzte dann weiter zum Schrank an der Wand. Sah sich im gesamten Badezimmer um.
Sie musste etwas finden, mit dem sie sich wehren konnte, bevor er hier war.

Nein, sie bereute es nicht, ihm ihr Herz geschenkt zu haben – auch wenn es verdammt kitschig klang –, denn sie mochte den Grant Ward, den sie kennengelernt hatte.
Aber sie würde die Person, die vor der Tür stand bezahlen lassen. Dafür, dass diese Person ihr Herz gebrochen hatte. Dass diese Person sie alle verraten hatte. Dass diese Person ihre Familie, denn das waren die anderen Agents aus dem Bus für sie, zerstörte.

Ihr Blick fiel auf das Bild und für einen Augenblick schloss sie die Augen. Spürte, wie die Panik, die eben noch von ihr Besitz ergriffen hatte, langsam nachließ. Spürte, wie sie ruhig wurde.

Warum nicht den Spieß umdrehen? Warum nicht selbst eine Rolle spielen?
Warum nicht im großen Stück um HYDRA und S.H.I.E.L.D. selbst die Zügel in die Hand nehmen?
Das Theater hatte sie schon immer gemocht.

Vielleicht würde sie das dann bereuen.
Aber jetzt musste sie erst einmal überleben und die anderen bei erster Gelegenheit warnen. Vielleicht auch herausfinden, was Ward wirklich vorhatte. Was HYDRA wirklich vorhatte.


Für Chekse Hamond

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Autor

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Sätze:48
Wörter:760
Zeichen:4.304

Kurzbeschreibung

Skye realisiert, welches Spiel Ward spielt. Sie versteht, was hinter den Kulissen abläuft. Und sie weiß wirklich nicht, was sie jetzt noch von ihm denken soll.

Kategorisierung

Diese Fanfiction wurde mit canon aware, Headcanon und Schmerz und Trost getaggt.