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Darkness

13
02.12.22 06:01
16 Ab 16 Jahren
Homosexualität
In Arbeit

Wird derzeit überarbeitet. Für genauere Informationen bitte "Kopfkino" lesen, danke.

 

 

Dobrý den!

Auf Deutsch Guten Tag und willkommen zu einer Geschichte, die ich nicht alleine schreibe. Einigen ist sie bekannt, anderen eher nicht und doch wird ein wenig geändert, denn durch Kritik an anderen Werken kann ich hier nun noch ein wenig basteln und daran arbeiten.

Das dauert jedoch, braucht Zeit und daher wird es nur alle vier bis fünf Wochen ein Kapitel geben. Beginnend mit dem 2. November.
Wenn ihr trotz Korrektur dennoch Unstimmigkeiten findet, dann schreibt sie bitte in die Kommentare. Scheut euch nicht, Fehler aufzuzeigen und ich werde mich sicher nicht scheuen, diese Kritikpunkte umzusetzen oder euch deswegen zu beißen.

Bedenkt aber bitte, dass hier zwei Autoren schreiben. Wenn ihr also Kritik verfassen wollt, dann guckt genau wer was geschrieben hat. Ein Abschnitt steht immer für Loona oder mich und wir hätten daher gerne gesondert Kritik und nicht ich alleine, denn das ist nicht fair ihr gegenüber.
Damit die Abschnitte noch besser erkennbar sein werden, arbeite ich wohl mit drei Punkten dazwischen, mit Sternen oder gestrichelten Linie. Mal gucken, wie ich das machen werde, damit ihr den besseren Überblick habt und nichts durcheinanderbringt.

Wenn du mit zu vielen Namen auf einmal nicht klarkommst, ist die Geschichte nichts für dich.

Ebenso, wenn du mit wechselnder Sicht ohne Anmerkung ein Problem hast oder generell eines mit mir als Autor. 

Der Prolog startet wie oben schon einmal genannt am 2. November. Bis dahin verbleiben wir mit lieben Grüßen und schaut unbedingt mal bei der lieben Loona vorbei.

 Bis dahin verbleiben wir mit lieben Grüßen und schaut unbedingt mal bei der lieben Loona vorbei

 

Sichtlich müde von seinem letzten Dreh kam Eliot zurück in die WG, ließ sich galant auf der Couch nieder und hangelte nach der auf dem Tisch liegenden Fernbedienung.

„Schon fertig?" Cloud, der aus der Küche kam, setzte sich neben ihn und reichte ihm ein Bier.

Eliot brummte lediglich, nahm einen tiefen Schluck aus der Flasche und sah in Richtung Dachterrasse. Draußen standen Robin und Nick, ebenso noch drei Jungs und irgendwie sah es schwer danach aus, als würden sie diskutieren. „Stress?"

Cloud seufzte und nickte knapp. „Die alte Leier, nichts Neues."

Eliot rollte genervt mit den Augen, warf die Fernbedienung neben sich auf das Sofa und stand auf. Immer das Gleiche. So gt wie nie herrschte Harmonie in der WG und das war, seit Peter hier ein und aus ging. Es war kein Wunder, dass Justin sich immer mehr zurück in sein Zimmer zog und auch Sebastian schien sich mehr unwohl als geborgen zu fühlen. Man sah Eliot deutlich an, dass er gereizt war, als er schwungvoll die Tür zur Terrasse aufschob und sich zwischen Robin und Nick stellte. „Was ist dieses Mal euer Problem? Wieder unser ungebetener Gast?"

„Peter nervt nur noch", grummelte Sebastian hinter ihm, griff sich die Hanteln und sah es vor, noch zu trainieren. „Und wer hat ihn wieder hereingelassen?", wollte Eliot wissen, doch darauf hatte Sebastian keine Antwort, zuckte mit der Schulter und sah unsicher zu Justin rüber. „Ich war es nicht. Mich nervt der Vogel genauso und man hat keine ruhige Minute mehr."

Eliot seufzte. „Du, Nick? Immerhin bist du noch sein Coach und ganz ehrlich, ich will den auch nicht dauernd hier haben. Hat der kein zu Hause, oder was stimmt bei dem nicht?"

***

Statt einen Blick über seine Schulter zu seinem besten Freund zu werfen, sah Nick hinaus in die Ferne. Er war selber am meisten genervt von Peters Verhalten und auch davon, dass er ihn coachte. Aber genauso wusste er auch, dass er Peter schlecht linksliegen lassen konnte. Es war nun mal sein Job. Oft gab es Dinge im Berufsleben, die einem quer schlugen, aber man musste damit umgehen.

„Ich coache ihn, Eliot", entgegnete er leise. „Ich kann ihn ja schlecht draußen stehenlassen. Letztendlich müssen wir alle irgendwie mit ihm klarkommen."

Dann, ohne weiter darauf einzugehen, stieß er sich vom Geländer ab und verschwand nach drinnen. Selbst Basti, der gerade dabei war, eine Hantel hochzustemmen, beachtete ihn nicht. Er verschwand in der Küche, öffnete den Kühlschrank und nahm sich ein Bier heraus. Cloud hatte er heute noch gar nicht gesehen und er wusste nicht, wo sich die beiden aufhielten. Ebenso Justin, aber der hielt sich im Zweifelsfall in seinem Zimmer auf. Schweigend betrat Nick wieder die Dachterrasse und lehnte sich neben Eliot an das Geländer. Zwar waren beide genervt, aber sie waren dann doch beide so gestrickt, dass sie keinen Streit provozierten.

„Wie war dein Dreh?", fragte er leise und sah seinen besten Freund von der Seite an. Plötzlich ging die Tür erneut auf. Bevor Nick aufsehen konnte, herrschte schlagartig eine andere Stimmung. Sebastian legte seine Hantel ab und verschwand nach drinnen und Eliot spannte sich an.

„Verschwinde! Ich will mit Nick reden!"

Peter.

Nick wollte nicht, dass Eliot ging, da er dringend mal wieder ein wenig Zeit mit seinem besten Freund verbringen wollte. Leider sah er aber auch, wie er seine Schultern hängen ließ und den Boden anschaute. Er kannte seinen Freund gut genug, um zu wissen, dass er nicht wütend war, sondern gerade ziemlich frustriert, vielleicht auch ein wenig traurig. Dann drängelte sich Peter plötzlich neben ihn und stieß Eliot unsanft zur Seite. Nick selber warf seinem besten Freund einen traurigen Blick zu und starrte auf den Boden.

***

Ja, er war sein Coach und wessen Idee war das wieder? Luke seine jedenfalls nicht, denn er hatte von Anfang an, jemand anderen auf dem Schirm und Andreas hatte sich letztendlich mit Luke über seinen Kopf hinweg dazu entschieden. Etwas, was Eliot bis heute nicht verstand, sich darüber aber auch nicht weiter aufregte.

„Mag sein, dass wir mit ihm klarkommen müssen, aber wir müssen ihn nicht zusätzlich neben der Arbeit auch noch daheim ertragen." Besonders dann nicht, wenn ich einen anstrengenden Tag hinter mir habe. Aber das dachte Eliot sich nur, immerhin kam da vorerst keine Antwort, sondern eine Art Flucht? Er sah verwirrt seinem besten Freund nach, dann zu Robin, der mit der Schulter zuckte und sich nach drinnen zu Cloud verzog. Auch gut, dann war er nun eben mit Basti alleine, da auch Justin gegangen war und es nicht länger auf der Terrasse ausgehalten hatte.

Wie im Irrenhaus, aber deutlich entspannter. Jedenfalls so lange wie Peter nicht da war und doch häuften sich seine Besuche. Vielleicht half das Altbewährte wieder herunterzukommen und noch ehe Nick zurückkam, zog Eliot aus seiner Hosentasche einen Joint hervor und zündete diesen an. Den ersten Zug spürte er gar nicht, es war, als würde er reine Luft rauchen. Der Zweite folgte und das genau in dem Moment, als Nick neben ihm auftauchte, sich nach seinem Dreh erkundigte. Er grinste kurz und nahm noch einen tiefen Zug.

„Schon gut, immerhin durfte ich heute Kris vögeln." Ein Privileg, das nicht jeder hatte. Kris war bekannt dafür, selten als Bottom zu fungieren und doch hatte Eliot heute Glück gehabt und durfte die obere Rolle einnehmen.

„Willst du ..." Er hielt inne, er sah Sebastian mit hochgezogener Augenbraue nach und schließlich zu Peter, der wie von der Biene gestochen nach draußen trat und erneut nervte. Augenblicklich veränderte sich Eliots Haltung, wechselte in den Ignoriermodus und doch dauerte es nicht lange und seine Stimmung brodelte innerlich wie ein Vulkan. Wenn er eines nicht leiden konnte, dann, dass man ihn herumschubste und das hatte sich seit seiner Kindheit keiner mehr getraut, oder gar nur daran gedacht. Noch einmal zog er an seinem Joint, warf ihn schließlich weg und hob den Blick. Er sah genau zu Peter, war jedoch ruhig und setzte sich nur langsam in Bewegung.

„Pass mal auf, du kleine Kröte", fing er an, kam noch einen Schritt näher. „Ich war bisher immer ein sehr toleranter Mensch, aber so langsam ist das Fass dann auch mal voll. Arbeit ist eine Sache, aber privat ist etwas ganz anderes und wenn du keine Freunde hast, dann such dir welche." Eliot kam noch näher, stand nun fast genau vor Peter und doch erinnerte er sich daran, dass er nicht der Typ für Streit war. Normal. Inzwischen aber hatte er die Nase gestrichen voll und da half es auch nicht, dass Cloud und Robin gemeinsam auf die Terrasse kamen.

„Leo, lass es, der Kerl ist es nicht wert." Robin wieder. Das Muttertier der WG und doch hatte er irgendwie recht. Die Finger würde er sich an Peter nicht schmutzig machen, dafür waren sie ihm zu schade.

„Du hast fünf Minuten, Kleiner. Danach verpisst du dich und ich will dich die nächsten Tage hier in der WG nicht sehen, verstanden?" Eliot wandte sich ab, hatte genug und verzog sich nach drin ins Wohnzimmer.

***

Nick lehnte an dem Geländer und blickte seinem besten Freund hinterher. Innerhalb von zwölf Jahren hatte er ihn nur einmal so erlebt und heute war es das zweite Mal. Allerdings wusste er auch, dass es Eliot wie die Pest hasste, herumgeschubst zu werden. Da hatte Peter wohl eine Grenze überschritten. „Was möchtest du?", murmelte er, blickte Peter nicht an, sondern musterte die Betonplatten unter sich. Viel lieber würde er jetzt irgendetwas mit Eliot machen. Aber gut, fünf Minuten, damit konnte er leben. Dann würde er Peter selbstständig wegschicken.

„Ich wollte mit dir was machen", erwiderte er unschuldig, was Nick beinahe noch fassungslos machte.

Er war mit Leo im Gespräch gewesen und dieser ... platzte dazwischen, nur weil er etwas mit ihm machen wollte? So langsam wurde auch Nick wütend.

„Du wolltest mit mir etwas machen?", fragte er bemüht ruhig nach. „Ich habe bereits etwas mit Eliot gemacht."

„Aber der ist doch jetzt weg."

Nick warf einen fassungslos, wütenden Blick in seine Richtung und atmete einmal tief durch. Gerade musste er sich wirklich beherrschen.

„Du hast ja jetzt Zeit." Peter blickte zu ihm. In seinen Augen lag ein Funkeln. „Komm! Wir gehen in die Stadt."

Er griff bestimmt nach Nicks Hand und stieß sich vom Geländer ab. Geradewegs begab er sich in Richtung der Tür und wollte ihn hinter sich herziehen.

Nick riss sich jedoch los und starrte ihn mit bösen Blicken nieder.

„Sag mal gehts noch?", fragte er noch einigermaßen ruhig, aber als Peter erneut nach seiner Hand greifen wollte, war auch seine Geduld am Ende.

„Sieh zu, dass du aus dieser WG verschwindest", rief er rasend und deutete ärgerlich in Richtung Haustür. „Du kannst nicht einfach hier auftauchen, jeden Tag, und alles für dich beanspruchen. Mein Leben dreht sich nicht nur um dich und mein Beruf auch nicht. Hauptsächlich dreht sich mein Leben um meinen besten Freund und meine anderen Freunde. Aber wenn du jemals dazugehören willst, musst du noch so einiges an deinem Verhalten ändern!" Nicks Stimme war so laut, dass er sicher auch drinnen zu hören war. Eigentlich wunderte es ihn sogar, warum Robin nicht herauskam. Oder Eliot.

„Verschwinde", ergänzte er nachhaltig, aber bestimmt. Dass Peter ziemlich betroffen dreinschaute, interessierte ihn gerade recht wenig. Er war selbst wütend. Immerhin begab sich Peter langsam nach drinnen und Nick drehte sich um. Mit seinen Armen stützte er sich auf dem Geländer ab und blickte hinunter. Es dauerte gar nicht lange, da sah er unten eine Gestalt ihre Auffahrt entlang gehen. Ein tiefes Seufzen entfuhr ihm. Wie er sich jetzt wieder beruhigen sollte, war ihm ein Rätsel. Das letzte Mal, als er sich so gezeigt hatte, kannte er Eliot noch nicht einmal.

***

Gemeinsam hatten sich Eliot, Cloud und Robin auf die Couch verzogen. Dennoch sahen sie immer wieder mal raus zu Nick, den sie sichtlich bedauerten, da er ziemlich genervt schien und Peter nicht den Anschein machte, sich wirklich an die fünf Minuten zu halten. „Der rafft es echt nicht", murmelte Eliot, trank sein Bier leer und stand auf, um sich noch ein Zweites aus der Küche zu holen.

„Bringst du mir eins mit?" Der blonde Lockenkopf Cloud drehte sich um und blickte über den Rand der großzügigen Couch.

Eliot nickte lediglich, sah aber kurz in die Richtung zu Sebastians Zimmer und überlegte. Er sah vorhin auch nicht sonderlich begeistert aus, hatte sogar die Flucht ergriffen und dabei war er noch gar nicht so lange hier. Toller Start. Nicht. Bestimmt hatte er sich das auch anders vorgestellt, ruhiger und nicht so chaotisch, wie es derzeit lief. Eliot öffnete den Kühlschrank, griff sich drei Bier und hielt inne, da er Nick hörte und ebenso Peter, der scheinbar nicht vorhatte, zu gehen.

So langsam wurde es echt anstrengend und der Stimmlage nach zu urteilen, war Nick mehr als sauer. Er seufzte, überlegte, ob er dazwischen gehen sollte, entschied sich dann aber dagegen. Wie es schien, war er damit nicht alleine. Cloud und Robin blieben ebenfalls auf dem Sofa sitzen, während Justin aus seinem Zimmer kam, vorsichtig um die Ecke schielte und schließlich in die Küche schlich.

„Nick scheint richtig sauer zu sein", murmelte Justin leise, worauf Eliot nickte und die drei Flaschen vor sich öffnete.

„Er kriegt sich schon wieder ein. Normal ist er recht ruhig. Also mach dir keinen Kopf", erwiderte Eliot, schritt zurück ins Wohnzimmer, reichte Cloud sein Bier und folgte Nick lieber raus auf die Dachterrasse. „Reife Leistung", grinste er schon wieder, gesellte sich neben ihn und hielt ihm die Flasche unter die Nase. „Könntest du gebrauchen, so wie du gerade wirkst."

Eliot nahm selbst einen tiefen Schluck aus seiner Flasche, drehte sich jedoch um und mit dem Rücken lehnte er entspannt am Geländer. Eigentlich wollte er seinen besten Freund etwas wegen ihres freien Wochenendes fragen, aber derzeit wirkte Nick noch zu angespannt auf ihn und er wartete vorerst ab. Vielleicht half es, ihn einfach ein bisschen zu ärgern, an alte Zeiten zu erinnern.

„Weißt du noch, wie Luke damals Rocco aus dem Haus gejagt hat, weil er den Dreh gestört hat?" Eliot grinste wissend in sich hinein, hatte das Szenario wieder deutlich vor Augen und musste leise lachen. Luke sollte man nicht ärgern, ebenso ein paar der anderen Kameraleute. Da fiel ihm dann doch noch etwas ein und das sollte Nick vielleicht wissen, da er die nächsten Tage selber einen Dreh hatte. „Wir kriegen demnächst einen neuen Regisseur. Soll nen ziemlich scharfer Hund sein, da er ziemlich viel Erfahrung und schon in Hollywood gedreht hat."

Hollywood. Ein Traum und Robin war vor wenigen Wochen mit Cloud dort. Ebenso Thomas und Anton und allesamt hatten sie ihm damit die Nase lang gemacht. Da war selbst er neidisch, der zu dem Zeitpunkt im verregneten London gewesen war und außer dem Big Ben nicht wirklich etwas von der Stadt gesehen hatte.

***

Eine ganze Weile stand Nick alleine und starrte hinunter auf die leergefegten Straßen. Irgendwie war heute nichts los. Keine Leute, die unten entlangliefen oder zu laute Passanten, die man hätte beobachten können. Er war in seinen Gedanken versunken und fragte sich, ob er zu hart gewesen war. Es gab zwei neue Bewohner in der WG, die auch in der Agentur neu waren und noch nicht alles kannten. Innerlich hoffte er, dass er sie jetzt nicht verscheucht hatte. „Reife Leistung", ertönte es da plötzlich hinter ihm. Er musste sich nicht einmal umdrehen, um zu wissen, wer sich zu ihm gesellte. Dankend nahm er das Bier entgegen, welches ihm kurz darauf unter die Nase gehalten wurde und nahm einen großen Schluck.

Die kühle Flüssigkeit glitt seine Kehle hinab, während er sich umdrehte und das Geländer als Rückenlehne benutzte. Er lehnte seinen Kopf gegen Eliots Schulter und drehte sein Bier in seinen Händen. Gerade brannte ihm soviel auf der Seele, aber er wusste nicht, wie er es aussprechen sollte. Umso dankbarer war er über Elliots Ablenkungsversuch.

„Luke und Rocco waren sowieso eine Nummer für sich", murmelte er leise und ein mildes, kaum erkennbares Lächeln huschte für wenige Sekunden über seine Lippen. Das mit dem Regisseur war Nick tatsächlich schon zu Ohren gekommen und ein klein wenig freute er sich drauf. Aber jeder Regisseur brachte seine Macken mit. Es baumelte ihm ein wenig davor, welche Karten er ziehen würde, wenn man einen Dreh störte.

Er reagierte nur mit einem Nicken darauf, dann brach einen Moment Stille ein. Eine solche Stille, die lediglich von leisem Vogelgezwitscher gestört wurde.

„War ich zu hart?", murmelte Nick leise vor sich hin. „Justin hat doch bestimmt Angst bekommen, so laut wie ich war. Er ist noch total neu und kennt uns gar nicht und schüchtern ist er auch."

Er seufzte beinahe traurig auf und schloss seine Augen. „Ich hasse es so laut zu werden", murmelte er leise, sah dabei aber Eliot nicht an, sondern nach drinnen, wo sich gerade alle Bewohner auf die Couch quetschten und beinahe neugierig auf die Dachterrasse schauten.

***

Rocco war eben Rocco und bekannt dafür, andere zu ärgern. Nicht alle, aber die meisten hatte er bereits durch den Kakao gezogen und Eliot fragte sich insgeheim, wann er an der Reihe wäre. Lange dauern würde das sicherlich nicht mehr, da war er sich sicher.

„Rocco eben", grinste er schief, während er seine freie Hand in Nicks Nacken legte und zu streicheln begann. Nick schien sich zu sorgen, darum, ob er zu hart war und Justin damit vielleicht verschreckt hatte. „Wegen Justin mach dir keinen Kopf, ich hab bereits mit ihm geredet und ihm gesagt, dass du eigentlich ein ganz Ruhiger bist."

Einen weiteren Schluck trinkend sah Eliot lächelnd vor sich hin.

„Zu hart warst du nicht, du warst ehrlich und ich bewundere dich, dass du dich derart zurückhalten konntest", merkte er an, dann aber musste er lachen und schüttelte den Kopf über seinen Freund. „Du hasst es so laut zu werden?", wiederholte er, nachdem er sich wieder gefangen hatte. „Ich erinnere dich an deine Lachorgie und daran, dass du in Afrika beim Dreh mit Darius die halbe Villa zusammen gekeucht hast."

Keuchen war noch untertrieben, Billy hatte sich schon Sorgen gemacht und selbst Andreas hatte es damals vorgezogen, sich lieber Kopfhörer aufzusetzen. Da war bei ihm selber auch nicht an Mittagsschlaf zu denken gewesen, beziehungsweise daran, einfach am Pool zu liegen und die Seele baumeln zu lassen.

„Peter braucht scheinbar hin und wieder einen verbalen Tritt. Anders lernt der das nicht", ging er auf das Thema nochmals ein, ehe er Nick dichter an sich zog und einen Kuss auf dessen Haarschopf hauchte. „Und jetzt denk mal an was anderes, wir haben immerhin bald Wochenende und dazu frei."

***

Eliots Argumente entsprachen der Wahrheit. Seine Lachorgie war die eine Sache und er wusste gar nicht mehr, was überhaupt so witzig gewesen war. Der Dreh mit Darius war aber auch eine Nummer. Er war ganz schön zur Sache gegangen. Nick lehnte seinen Kopf leicht in den Nacken und auch wenn er gerade nicht viel redete, half es ihm zuzuhören. Eliot redete ebenso wenig, aber alleine der Gedanke an die kleinen lustigen Erinnerungen halfen ihm, um ein wenig auf andere Gedanken zu kommen. Der Ausblick auf das freie Wochenende half ihm ebenfalls. Langsam löste Nick sich aus der zärtlichen Umarmung seines besten Freundes und gab ihm einen sanften Kuss auf die Wange, der so viel hieß wie: „Danke." Dann trat er zurück und griff noch ein letztes Mal das Thema von vorhin auf: „Formulieren wir es anders ... ich hasse es, Leute zu verletzen oder andere traurig zu sehen."

Er musterte Eliot ausgiebig. Ein müdes Lächeln umspielte Nicks Lippen und dann nahm er einen Schluck von seinem Bier.

„Kommst du auch mit rein?", fragte er, wartete seine Antwort aber gar nicht mehr ab.

Er ging direkt rein und ließ sich unter den Blicken aller Jungs auf den freien Sessel fallen. Er spürte die Blicke der anderen Jungs deutlich auf sich sitzen. Aber keiner sagte etwas oder regte sich. Es herrschte angespannte Stimmung, trotz der Tatsache, dass Peter weg war. Aber Nick wollte jetzt auch nicht als erster etwas sagen.

***

Wie lange sie nebeneinander standen und eine Weile schwiegen, wusste Eliot nicht, aber die Stille war angenehm und wie es schien, half es nicht nur Nick, sondern auch ihm. Die Blicke seiner Kollegen und Freunde waren ihm egal, sie kannten es nicht anders und besonders Robin und Cloud. Basti und Justin würden sich mit der Zeit daran gewöhnen. Ganz sicher sogar. Basti eher noch als Justin, aber auch er würde damit sicher bald kein Problem mehr haben und würde auftauen. Eliot schmunzelte wegen des Kusses, ebenso wegen der Worte, die Nick kaum später leise, aber dennoch sehr verständlich von sich gab.

„Hmm, noch mehr hasst du es, wenn man dich selber verletzt", gab er nachdenklich zu verstehen, ehe er sich vom Geländer abstieß und nach drinnen folgte. Während Nick sich im Sessel niedergelassen hatte und somit alle Sitzplätze belegt waren, sah Eliot es vor, erst mal stehenzubleiben. Zwar rutschten die Jungs auf dem Sofa nochmals enger zusammen, doch lehnte er ab und schüttelte unterstreichend den Kopf. Ihm war nicht nach sitzen, jedenfalls nicht in Form von dem Gefühl einer Ölsardine. Und doch hatte er scheinbar die Rechnung ohne Sebastian gemacht, der sich erhob, auf ihn zukam und schließlich zur Couch zog. Sichtlich überrumpelt ließ er sich zwischen Cloud und Justin nieder und noch ehe er wusste, was Basti genau geplant hatte, saß dieser bereits auf seinem Schoss und klaute ihm sein Bier.

„Super, wir haben ne Mutti, nen Psychologen und einen Frechdachs hier wohnen", seufzte er. „Ach ja und nicht zu vergessen ein scheues Reh", fügte er grinsend hinzu, ehe er Basti das Bier abnahm. „Und was seid ihr dann? Dinosaurier?"

Fast hätte Eliot sich verschluckt und sah Basti entsetzt an. „Na hör mal, so alt bin ich nun auch wieder nicht. Nick ist sogar länger als ich dabei und wenn du auf Dinosaurier stehst, dann solltest du dich lieber mit Luke oder Lukas befassen." Frech grinste Eliot, leerte sein Bier und sah rüber zu Nick. „Oder was meinst du? Sind wir echt schon so alt, dass wir als Urgestein durchgehen?"

 

Nick verfolgte amüsiert die Gesprächsfetzen von Eliot und Sebastian. Es war nichts Neues, dass Basti eine freche Ader an sich hatte. „Nein, wir sind ja nicht mal dreißig. Allerdings ... da Basti uns als Dinosaurier bezeichnet ... scheinen wir wohl sehr viele Dinge zu wissen und in sehr vielen Dingen Ahnung und Erfahrung zu haben. Danke für das Kompliment, Basti", entgegnete er gelassen.

Im Augenwinkel bemerkte er, wie Justins Mundwinkel leicht zuckten. Bevor Nick darauf allerdings weiter eingehen konnte, landete plötzlich etwas in seinem Gesicht. Er schnappte sich den Übeltäter, das Kissen und sah zu Basti, der ihn mit frechen Blicken herausforderte, sich ein Grinsen aber nicht verkneifen konnte.

„Basti", murmelte er, seine Stimme klang so tief, dass sie einem leisen Knurren glich. „Das bekommst du zurück."

Aber nicht jetzt ergänzte Nick in Gedanken. Er bemerkte den amüsierten Blick von Justin, der ihn und Basti eingehend musterte und Clouds Grinsen, was er versuchte hinter seiner Bierflasche zu verstecken. Diese kleinen Neckereien halfen, um ihn auf andere Gedanken zu bringen. Wollte er vorhin noch ein wenig Abstand haben, fühlte er sich jetzt auf dem Sessel beinahe einsam.

Er fühlte sich wie ein Lehrer vor der Klasse, den alle ansehen. Seufzend stand er auf und legte das Kissen behutsam auf den Sessel. Dann ging er um den kleinen Couchtisch herum und setzte sich auf die Lehne neben Justin.

„Leo ...?", fragte er leise. „Hast du irgendeine Idee für unser freies Wochenende? Ich bin ja dafür, dass wir irgendetwas tun, was uns ablenkt. Irgendwo hinfahren, um einfach mal abzuschalten ..."

***

Weise und besonnen wie der alte Mann aus Herr der Ringe. Eliot grinste in sich hinein, stellte sich Nick als Gandalf mit Hut und Stock vor. Ein komisches Bild, zudem waren sie eine lustige Truppe, die sich ziemlich gut ergänzten. Die Harmonie war scheinbar zurück, dazu Bastis innerer Clown, der mit Kissen um sich warf und diebisch grinste. Er schmunzelte, so waren sie damals auch. Jung, naiv und immer zu Späßen bereit.

So etwas verging aber auch nicht von heute auf morgen, man hatte auch mit fast dreißig noch den Schalk im Nacken sitzen und dennoch schien Nick darauf, keine Lust zu haben. Es schien ihm aber zu helfen, er wirkte schon deutlich entspannter, gesellte sich letztendlich sogar zu ihnen.

Ob er Ideen für das Wochenende hatte? Reichlich sogar. „Schon", erwiderte er daher. „Wir könnten mal wieder um die Häuser ziehen und diesen mega angesagten Schuppen unsicher machen, der vor wenigen Wochen Eröffnung hatte."

Eliot hatte aber auch noch einiges andere im Kopf an Vorschlägen. Darunter auch ab in den Wald und einfach mal ausgedehnt wandern. „Oder wir fahren in die Blockhütte meiner Großeltern. Ist allerdings ne zweistündige Autofahrt", schlug er als letzte Option vor und ignorierte Clouds blöden Spruch, das sei viel zu kitschig und eher etwas für Paare. „Mir egal, man hängt uns ohnehin ständig irgendwas an."

„Selbst Schuld, wenn man das nicht mal dementiert", grinste Robin neben seinem Freund.
 

Eliot erwiderte das Grinsen. „So hat man aber immerhin seine Ruhe. Manche Fans können nämlich echt nervig sein."

Besonders auf Instagram, dachte er sich und rollte unterstreichend mit den Augen.

***

Als Nick Eliots amüsiertes Grinsen sah und seinen nachdenklichen Blick konnte er das unausgesprochene beinahe erahnen. „Ich werde nicht mit dir wandern gehen, nur über meine Leiche." Zu seiner Überraschung war der nächste Vorschlag die Waldhütte von Leos Großeltern. Cloud, der breit grinste, konnte sich einen Spruch nicht verkneifen.

„Wir sind doch ein Paar", entgegnete Nick locker. Er war sich sicher, dass Eliot den kleinen Scherz verstand, auch wenn er Cloud gegenüber soeben gesagt hatte, dass viele uns nur als Paar sehen wollten. „Ich bin für den neu geöffneten Club, Schatz", rief er in die neuentstandene Diskussion zwischen Cloud, Robin und Eliot.

Robin verstummte und sah verwirrt zwischen den beiden Hin und Her. „Wie jetzt? Seid ihr doch zusammen?"

Nick überging die Frage bewusst. Robin musste eigentlich am besten wissen, dass Eliot und er kein Paar waren. Nick warf einen vorsichtigen Blick zu diesem, der aber offenbar noch in Gedanken war oder ihn ignorierte. Als sein Blick zu Justin huschte, bemerkte Nick, dass Justin ihn vorsichtig von der Seite ansah.

„Man ... du bist aber wirklich ein scheues Reh", murmelte er und legte seinen Arm um Justins Schultern. „Entspann dich. Ich beiße nicht."

Justin entspannte sich tatsächlich ein wenig und warf ein schüchternes Lächeln zu ihm herauf. So schüchtern und das, obwohl Nick der erste Drehpartner von Justin war. „Du weißt, dass ich nicht beiße."

Basti grinste breit bei der Aussage, aber ausnahmsweise folgte mal kein dummer Spruch. Für Basti musste Nick sich ohnehin noch etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Vielleicht ein wenig Salz im Kaffee? Oder statt einem Schoko-Cappuccino einen Karamell-Cappuccino? Nochmal sah er zu Eliot, aber er wirkte noch immer so abwesend. „Leo? Hast du mich gehört? Ich bin fürs Abfeiern."

***

Nur über seine Leiche? Ein verwegenes Grinsen stahl sich auf Eliots Lippen, er sah Nick kurz herausfordernd an, ehe er leise lachen musste und sich köstlich über Robin amüsierte. Wie lange kannten sie sich jetzt? Acht, beinahe neun Jahre und dann so was. Also wirklich. Er war echt fassungslos über seinen Kumpel, darüber, dass er ernsthaft dachte, sie seien ein Paar. Klar sie drehten viel zusammen, machten privat viel, aber da hörte es dann auch schon auf. Man schlief sogar in getrennten Zimmern und Betten und das musste doch auffallen?

Aber scheinbar träumte Robin in letzter Zeit zu viel oder übersah so manches. Abgesehen von Cloud. Den sah selbst Robin und das blind. Wie die beiden sich gefunden hatten, war ihm ein Rätsel, sie waren so unterschiedlich und doch schien es zu passen. Sein Blick wanderte zu Justin, zu ihrem Reh der WG und skeptisch zog Eliot die Augenbraue hoch. Wann genau hatten sie eigentlich das letzte Mal jemanden, der so war wie Justin? So still und brav? Ihm fiel nicht mal jemand ein und das musste schon etwas heißen.

Alle anderen waren nicht ansatzweise so still. Selbst Basti nicht, der dümmlich grinste. Warum war ihm entgangen, ebenso was gerade um ihn herum gesprochen wurde! „Hm, was?" Sichtlich planlos sah er in die Runde, ignorierte das Kichern von Bastian und ebenso den sanften Schlag auf den Hinterkopf. „Sorry, war in Gedanken und hab wohl nichts mitbekommen", entschuldigte sich Eliot, pfiff dabei unschuldig und doch zwickte er Cloud ins Bein für dessen Frechheit. „Autsch", entfuhr es diesem, der kaum darauf aufstand und in die Küche schritt.

„Also, was machen wir jetzt am Wochenende?", fragte Eliot an Nick gewandt.

***

Nick verdrehte seine Augen, konnte sich aber wie Basti kein Grinsen verkneifen. „In diesen neuen Club gehen", erwiderte er und widmete seine Aufmerksamkeit dann wieder den anderen. Er leerte sein Bier in einem Zug und stellte die leere Flasche auf den Tisch, bevor er aufstand und Cloud in die Küche folgte. Dieser stand hinter der Herdplatte. Langsam trat Nick näher und schaute über seine Schulter. „Machst du Abendessen?", fragte er neugierig. Als er sich umschaute, konnte er aber keine Zutaten auf der Arbeitsfläche erkennen.

Der blonde Lockenkopf drehte sich zu ihm um und blickte ihn an. „Ich wollte jetzt damit anfangen, ja. Aber wir haben nur noch so wenige Sachen hier, wird wohl ein Essen aus Resten. Morgen muss definitiv eingekauft werden, wenn wir nicht allesamt an einem kläglichen Hungertod sterben wollte."

Nick nickte, bückte sich und öffnete den Kühlschrank. „Wer will noch alles nen Bier?", rief er. Von Basti und Robin kam eine Zustimmung. Das passte perfekt. Es waren die letzten drei Falschen. Nick reihte sie nebeneinander auf der Theke auf und öffnete allesamt. Dann nahm er die Flaschenhälse geschickt zwischen seine Finger und brachte sie in das Wohnzimmer. „Also ... Robin, Justin euer Bier." Justin warf ihm einen verwirrten Blick zu, aber als er ihm zuzwinkerte, blieb er glücklicherweise ruhig.

„Und ich?", empörte sich Basti kaum darauf und musterte Nick. „Ich wollte auch ein Bier."

„Tut mir leid, aber Klein-Basti ist leider noch zu klein. Ein Bier ist nur etwas für große Leute. Für Dinosaurier", entgegnete er mit einem charmanten Lächeln. Dann trat er hinter Eliot, der erneut ein wenig nachdenklich wirkte. Nick schlang seine Arme lässig von hinten um ihn und leckte über sein Ohrläppchen. Im Augenwinkel sah er, wie Justin einen großen Schluck nahm und die Flasche an Basti weiterreichte.

„Keine Ahnung, ob du mich verstehst, Leo. Aber ich bin dafür, dass wir um die Häuser ziehen und die Stadt unsicher machen. Der Club klingt super. Vielleicht lernst du ja dann mal jemanden kennen und bist nicht ständig in Gedanken bei deinem Phantom Freund." Eilig löste Nick sich und trat vorsichtshalber einen Schritt zurück, während er seinen Freund nicht eine Sekunde aus den Augen ließ. Wer wusste schon, wie er darauf reagieren würde?

***

Feiern wollte er also, um die Häuser ziehen und den neuen Club abchecken. Dann würden sie das machen, doch Nick hatte sich bereits in die Küche verzogen, sprach mit Cloud und schließlich wollte er wissen, wer alles noch ein Bier wollte. Er jedenfalls nicht. Zwei reichten dann doch und wie es schien, wollte Justin auch eins haben? Das wunderte ihn ja dann doch, ebenso der Spruch von Nick über Dinosaurier. Aber gut, Sebastian hatte damit angefangen und dann musste er damit auch klarkommen. Dinosaurier. Eliot schüttelte den Kopf darüber, aber immerhin war Justin so nett und teilte sein Bier.

Ein guter Anfang und ... wie schnell und woher nun Nick auf einmal kam, dazu neckend sein Ohr malträtierte wusste er nicht, sah aber entsprechend über seine Schulter und ihn an. „Mann, ey. Immer an mein Ohr. Du weißt genau, ich kann es nicht ...", setzte er an, wischte sich die feuchte Spur von seinem Ohr und verdattert blinzelte er Nick an. Was hieß hier denn Phantom Freund? Er betrachtete seinen besten Freund eine Weile, er schien zu überlegen, was er darauf nun antworten sollte. Aufziehen wäre eine Möglichkeit, aber zu langweilig für seinen Geschmack. Eliot schob vorerst Basti von seinem Schoss, ignorierte dessen Gezeter und stand langsam und lauernd auf. „Um die Häuser willst du also ziehen, ja? Dazu mit mir und meinem unsichtbaren Freund? Ja, das hab ich sehr wohlverstanden, Nick Summers."

„Oha", entfuhr es Robin, der genau wusste, wenn man seinen vollständigen Namen genannt bekam, dass Eliot irgendwie angefressen war oder aber seine Stimmung drohte zu kippen. So was wie ein Warnschuss, den man nur selten erlebte. Dennoch trat auch Robin einen Schritt zurück, beziehungsweise sprang er vom Sofa und direkt in die Küche.

Eliot lachte innerlich, ehe er weiter auf Nick zuschritt. „So was nennt sich echt bester Freund? Ich bin maßlos enttäuscht, echt mal." Unterstreichend zog er eine schmollende Schnute, sah betroffen wirkend zu Boden und wandte sich schließlich innerlich lachend ab.

***

Langsam schob Eliot Basti von seinem Schoß, ein Zeichen für Nick langsam rückwärtszugehen und im Notfall die Flucht zu ergreifen. Er rechnete beinahe damit gejagt zu werden oder mit einer Kissenschlacht. Als er ihn jedoch mit seinem vollen Namen ansprach, stutzte Nick. Das war meist ein Zeichen, dass er wirklich angefressen war. Allerdings konnte er sich das jetzt nicht vorstellen. Immerhin war Eliot vorhin für ihn da gewesen, um ihn aufzumuntern und jetzt? Jetzt war er tatsächlich angefressen, was ihm die vorgeschobene Unterlippe seines besten Freundes bewiesen hatte. Er schmollte.

„Eliot", murmelte er leise. „Leo, komm schon. Das war doch bloß Spaß." Beinahe betrübt stand er mitten im Raum und schaute Eliot hinterher.

„Nick", murmelte Robin plötzlich und sah ihn beinahe mitleidig an. „Du weißt doch ganz genau, dass Leo das nicht leiden kann und es war wirklich nicht nett von dir", lehrte Robin.

„Nicht schon wieder", nuschelte Justin so leise, dass ihn kaum jemand verstand und verschwand schleichend, aber schnell die Treppe hinauf.

Nick stutzte und blickte zu den restlichen drei. Basti, der noch immer irritiert vor der Couch stand. Er schien gar nicht zu verstehen, was hier plötzlich abging. Er seufzte und trat auf die Couch zu, stieg über die Lehne und ließ sich mit Abstand zu den anderen sinken. Hatte er jetzt wirklich dafür gesorgt, dass Eliot angefressen war und Justin wieder vorzog, alleine zu sein?

Nick zog seine Knie an die Brust, schlang seine Arme darum und bettete sein Kinn auf seine Knie. Nicht einmal Robin oder Cloud beachtete er. „Ich wollte doch bloß ein wenig Spaß machen", nuschelte er. „Warum versteht, dass heute keiner ..."

„Ich wäre ja auf deiner Seite", entgegnete Basti und ließ sich neben ihn sinken. „Aber du hast mir kein Bier mitgebracht ..."

„Hast doch jetzt ein Bier", entgegnete Nick. Er schloss seine Augen und atmete tief durch. Es schien ihn echt getroffen zu haben, dass Eliot jetzt angefressen war. Sein Tag war ohnehin heute ziemlich blöd gewesen. Da war das ganze Drama um Peter, sein Ausraster, Leo, der für ihn da war. Zu allem Übel folgte jetzt auch noch ein Streit kurz vor ihrem gemeinsamen Wochenende.

„Nick ... vielleicht solltest du dich entschuldigen", murmelte Robin beinahe väterlich.

„Entschuldigen? Wofür? Ich hab ihn ja nicht verletzt, ich hab lediglich ein wenig Spaß gemacht. Ist doch nicht meine Schuld, wenn er es nicht versteht", erwiderte Nick trotzig und schaute auf den schwarzen Bildschirm des Flachbildfernsehers an der gegenüberliegenden Wand.

„Jetzt sei nicht so ein Sturkopf", erwiderte Basti. Er stieß Nick sanft gegen sein angewinkeltes Bein.

„Du kannst ganz ruhig sein, immerhin hast du uns als Dinosaurier bezeichnet", grummelte Nick. Er meinte es gar nicht böse, aber dass dann auch Basti aufstand und ihn enttäuscht ansah, verschlechterte seine Laune nur noch mehr.

„War doch nicht böse gemeint", murmelte er und verzog sich mit seiner Flasche Bier.

Na super. Da waren es nur noch drei. Nick fühlte sich wirklich schlecht. Nur durch einen kleinen Scherz war der schöne gemütliche Abend vorbei. Damit war bestimmt auch das harmonische Abendessen gelaufen, welches Cloud gerade in der Küche zubereitete.

***

Eliot ging nicht wirklich auf sein Zimmer, stand im Flur und linste um die Ecke. Fast musste er lachen, saß Nick da wie ein begossener Pudel und doch tat er ihm dann wieder leid. Er schien es nicht als Scherz gesehen zu haben, aber innerlich Lachen sah man auch niemandem an und in Köpfe konnte zum Glück auch noch keiner gucken. Er wartete noch ein bisschen ab, solange, bis sich Basti verzogen hatte und erst dann schlich er sich von hinten an. Eliot hielt beinahe die Luft an, setzte nur langsam einen Fuß vor den anderen und schlang, nachdem er die Couch erreicht hatte, frech die Arme um Nick und riss ihn um.

„Wie lange kennen wir uns jetzt?", fragte er frech heraus, setzte sich auf Nicks Hüfte, packte sich seine Hände und drückte sie ihm über den Kopf zusammen. „Lange genug, meine ich. Du hättest es eigentlich sehen müssen, dass ich nur spiele." Unterstreichend streckte er ihm die Zunge raus, ließ seine Hände wieder los, die jedoch blitzschnell in seine Seiten packten und gnadenlos zu kitzeln begannen.

Robin schüttelte mit dem Kopf, betrat schmunzelnd die Küche und gesellte sich zu Cloud. „Wie es scheint, haben sie sich wohl wieder vertragen."

Cloud nickte, drückte seinem Freund die Teller vor die Brust und rührte wieder in den Töpfen. „Dann kann er ja morgen einkaufen und am besten nimmt er gleich Basti und Justin mit."

„Gute Idee", grinste Robin, während er den Tisch eindeckte und nochmals zu Eliot und Nick sah. Eliot hatte sich in den Kopf gesetzt, sich für die Zunge zu rächen, beugte sich entsprechend nach vorn und leckte Nick einmal quer durch das Gesicht. Grinsend richtete er sich schließlich wieder auf, schnappte sich eines der Kissen und sah ihn herausfordernd an.

„Und jetzt wird ein anderes Gesicht gezogen, sonst gehe ich am Wochenende allein in den Club und reiß mir was auf." Wirklich aufreißen wollte er zwar keinen, aber gucken war sicherlich eine Option, der er nicht abgeneigt war. Spaß haben stand da eher im Vordergrund, einfach mal wieder abtanzen und nicht an den nächsten Dreh denken zu müssen.

***

Eliots Überfall brachte Nick völlig aus dem Konzept. Obwohl es sich sein bester Freund auf seiner Hüfte bequem gemacht hatte und ihn frech angrinste, hatte er einige Sekunden mit dem Gleichgewicht zu kämpfen. Aber sagen tat er nichts. Er ließ ihm gar keine richtige Möglichkeit zu antworten. Nick war ziemlich geschockt davon, dass Eliot es offenbar gespielt hatte. Vielleicht hätte er es sehen müssen, aber an einem Scheiß Tag wie heute, lag der Fokus dann doch auf anderen Sachen. Plötzlich begann er ihn zu kitzeln. Seine Finger bohrten sich ein wenig in seine Taille und gleichzeitig huschten sie flink über seinen gesamten Bauch.

Nick verlor seine angespannte Haltung sehr schnell und wandte sich unter lautem Lachen. Er versuchte sich zu befreien, was schwerer war als gedacht. Plötzlich verschwanden seine Finger und Nick nutzte die kurze Gelegenheit, um ein wenig durchzuatmen. Wer wusste schon, was Eliot als Nächstes tun würde? Auf einmal leckte eine lange Zunge durch Nicks Gesicht, welcher angewidert das Gesicht verzog. „Mensch, Leo", schimpfte er. „Musste das jetzt wirklich sein? Das ist sowas von eklig!"

Nick legte seine Hände bestimmt an seine Brust und schob ihn von sich runter. „Mach das nie wieder", sagte er und sah ihn streng an. Ein Lächeln konnte er sich aber nicht verkneifen. Innerlich war er dann doch mehr als froh und erleichtert, dass Eliot alles nur gespielt hatte. „Ich höre ja schon auf, so ein Gesicht zu ziehen", erwiderte er und verdrehte innerlich seine Augen.

„Ich lasse es mir doch nicht entgehen, dass du etwas aufreißen willst", entgegnete Nick mit einem frechen Lächeln und verpasste Eliot einen freundschaftlichen Schlag gegen seinen Oberarm. Dann stand er langsam auf, sah erst Eliot an, dann in die Küche und schließlich zu dem gedeckten Tisch. Das Essen schien offenbar nicht mehr allzu lange zu dauern. „Ich hole mal unser scheues Reh." Mit einem letzten Blick an Leo wandte er sich ab und stieg die Stufen hinauf. Justins Zimmer lag beinahe direkt gegenüber von seinem.

Vor der Tür verharrte er kurz, ehe er die Hand anhob und zaghaft gegen das dunkle Holz klopfte. Stille. „Justin?", fragte er mit gedämpfter Stimme und klopfte nochmal. „Justin? Das Abendessen ist fertig."

Plötzlich wurde die Tür aufgerissen, so ruckartig, dass Nick zwei Schritte nach vorne taumelte und leicht gegen Justin prallte. Er räusperte sich, beinahe verlegen und trat zurück. „Sorry." Nick selber war die Situation gerade ein wenig peinlich.

Justin nickte jedoch nur und trat an ihm vorbei. „Ich habe keine Lust, in so einer Stimmung zu essen", brummte er.

„Leo hat mich verarscht", murmelte er. „Er ist gar nicht sauer und er hat durch mein Gesicht geleckt." Der Gedanke daran schauderte Nick noch immer, aber immerhin hatte er es geschafft, Justin ein kleines Lächeln auf das Gesicht zu zaubern. Offenbar war das Reh, dann doch ein wenig schadenfroh.

Nick sah sich nicht mehr nach Justin um, sondern nahm zwei Stufen auf einmal nehmend die Treppe wieder hinunter. „Wo ist Basti?"

„Auf dem Balkon", erwiderte Robin.

„Und Leo?" Irritiert blinzelte Nick.

„Auf der Couch."

Aber als Nick dorthin blickte, war nichts zu sehen. Vielleicht, oder eher ganz sicher, hatte er sich einfach bequemer hingesetzt oder hingelegt. Dadurch konnte man ihn gar nicht sehen. Aber in Nicks Kopf huschte der Gedanke, dass Eliot sich irgendwo verstecken könnte und ihn erschrecken würde. Er blickte sich um und in alle erdenklichen Verstecke, konnte aber nichts Auffälliges entdecken.

***

Lachen war gesund, Lachen hob die Stimmung und Nicks Lachen steckte sogar Eliot kurzzeitig an, aber eher, weil er wie ein Karpfen wirkte, der nach Wasser schnappte. Er konnte nicht anders, als diebisch zu grinsen und dieses wurde noch breiter, da Nicks Gesicht einfach göttlich war. Im Grimassen schneiden war er ziemlich gut und dieser angewiderte Blick erst.

Eliot lachte lauthals los, fand es urkomisch und schüttelte schließlich doch den Kopf. „Sorry, aber ich mache das immer wieder", neckte er. „Immer dann, wenn du ne Schnute ziehst und herum bockst", drohte er spielerisch an, ehe er sich normal hinsetzte. Den seichten Schlag ignorierte er gekonnt, den Spruch jedoch weniger, der schon ziemlich frech und dreist war. So, so, dabei sein wollte er dann schon, wenn er was aufriss. Ne Tüte Chips wohl eher, die zickte immerhin nicht herum oder stellte Ansprüche. Doch vorerst hüllte sich Eliot darüber in Schweigen, hob lediglich die Hand und winkte Nick hinterher.

Sollte er ruhig mal das Rehlein holen, vielleicht fraß er es auch gleich auf? Wer weiß. Bei Nick war man derzeit nie sicher. Er musste sich nur zurück an Robin erinnern. Anfangs hatte Nick ihn auch beinahe gefressen und das nur, weil er genau wie Justin war und sich Wochen später erst aus dem Schneckenhaus getraut hatte. Sebastian war da etwas anders, er stand über den Dingen, fügte sich sehr schnell ein und ärgerte auch schon mal dreist die anderen. Besonders Nick schien es vermehrt zu treffen und doch sahen ihn nach kurzer Zeit alle als ihren liebsten und besten Kollegen. Das war er aber auch, abgesehen von Kris, Dario und Bill.

Die drei waren mittlerweile am längsten da, ließen sich nur noch schwer aus der Ruhe bringen und das lag eindeutig am Alter. Schabernack gab es da keinen mehr und ... Eliot sah sich kurz um, erst nach links, dann nach rechts und dann Richtung Küche und Balkon. Ob er? Er plante schon den nächsten Blödsinn, huschte hastig aus dem Wohnzimmer rüber ins Gästebad und schielte aus dem Türspalt. Wie es schien genau rechtzeitig, Nick kam runter, suchte scheinbar nach ihm und hatte die Flinte bereits gerochen. Tja, zwölf Jahre Freundschaft zahlten sich eben aus und man kannte sich beinahe schon blind.

Sogar im Dunkeln erkannten sie sich oder aber sie wussten ganz genau, was der Andere mochte oder gar hasste. Nur eins wusste Eliot noch immer nicht oder aber er hatte es schlicht nicht mitbekommen und übersehen. Toller, bester Freund, dachte er sich, trottete aus dem Bad heraus und auf den suchenden Nick zu. „Mir ist da echt was eingefallen, was mir nie aufgefallen ist", murmelte er, schlang seine Arme um ihn und seufzte.

„Ich bin entweder blind oder einfach nur dumm", grummelte er mit mürrischem Unterton. „Hab ich je mitbekommen, dass du ne Beziehung hast oder auf was du generell privat stehst? Ist mir da irgendwas in zwölf Jahren entgangen?" Fragen, die ihn beschäftigten, einfach in seinem Kopf waren und auf die er dennoch keine Antwort hatte, sie aber gerne wissen würde. Sie waren immerhin beste Freunde und Nick hatte das Drama mit Bill schließlich auch mitbekommen.

***

Nick zuckte leicht zusammen, als sich plötzlich Eliots Arme von hinten um ihn schlangen. Wusste er es doch! Eigentlich wollte er etwas sagen, fluchen und sich befreien. Aber die plötzliche Frage über eine Beziehung oder auf was er stand, ließen ihn dann doch verharren. Es war ihm gar nicht bewusst gewesen, dass Eliot solche Dinge nicht wusste. Obwohl ... eigentlich müsste er nach ihren vielen Drehtagen und Jahren ganz genau wissen, worauf er abfuhr. „Kann ich dir das nicht später erzählen? Mit einem Bier auf dem Zimmer?", fragte Nick leise. „So viel gibts da auch gar nicht, weil du das meiste ohnehin bereits weißt." Er drehte sich in der Umarmung um und schlang seine Arme um Eliot. Einen kleinen Moment wollte er sich dann doch herausnehmen. „Danke, dass du mich heute ausgehalten hast", murmelte er leise.

Es machte ihm noch immer zu schaffen, dass er dermaßen die Fassung verloren hatte. Andererseits war er froh, dass Peter endlich weg war. Vorerst. Da war dieses flaue Gefühl in seinem Magen, welches immer bei Unwohlsein kam. Und gerade fühlte er sich ziemlich unwohl, was nicht an seinen Mitbewohnern lag, sondern an der stillen Angst, dass Peter jetzt andere Karten ziehen würde. Peter ihn bei Luke verpfeifen würde und, dass er dann richtig Ärger bekommen würde. Er hofft nur, dass man ihm seine Angst nicht ansah. Langsam trat Nick zurück und sah zu Eliot.

„Hast du auch so einen Hunger?", fragte er und versuchte damit seine Angst zu überspielen. Ohne auf eine Antwort zu warten, ging er zu dem Tisch. Justin half Cloud und Robin die Sachen auf den Tisch zu räumen und setzte sich anschließend, während Cloud die Tür zu Dachterrasse öffnete und Basti Bescheid gab.

***

Später bei einem Bier in ihrem Zimmer klang gut, jedoch hatte Eliot das dumme Gefühl, Nick würde ihm ausweichen. Das meiste wusste er bereits? Klar, Sachen vom Dreh, von der Arbeit, aber alles andere Fehlanzeige. Besonders, wenn Nick allein im Urlaub war. Was war da? Man rief an, schickte ein Foto und wie toll der Trip nach Marokko war. Privates gab es da nicht. Nichts, was auf irgendwas schließen würde. „Klar, erzähl es mir später bei einem Glas Wasser. Bier ist nämlich alle", erwiderte er gelassen, ignorierte das Geklapper hinter sich aus der Küche und doch herrschte ein reges Treiben, welches sich auf ihn übertrug. Hunger hatte er schon irgendwie, immerhin war seine letzte Mahlzeit das Frühstück und das hatte mehr aus Kaffee bestanden.

Eliot tat es Nick also nach, dennoch war er stutzig und sah seinen besten Freund skeptisch an. Irrte er sich oder kam ihm dieser seltsam ruhig vor? Seit Peters Verschwinden wirkte er anders und er hätte schwören können, dass Nick etwas bedrückte. Eliot beließ es vorerst dabei, er setzte sich neben seinen besten Freund und ebenso Sebastian nahm, nachdem man ihn gerufen hatte Platz.

„Morgen muss jemand einkaufen und es wäre gut, wenn das zwei machen oder drei. Je nachdem wie wir Zeit haben", merkte Cloud, während er nach und nach die Teller füllte an und sah aufmerksam in die Runde. „Basti, du hast doch morgen frei, oder?"

„Schon", erwiderte er, nahm einen Schluck aus seinem Glas und sah rüber zu Eliot.

„Ich komme ja schon mit, hab ja eh nichts zu tun", merkte dieser an, ehe Basti überhaupt etwas sagen konnte.

„Macht euch am besten ne Liste und vergesst das Bier nicht", mischte sich Robin ein.

„Vielleicht auch frisches Obst und Eis." Obst und Eis? Was hatte Justin denn damit vor? Dachte er an die Gesundheit?

Eliot musste jedenfalls schmunzeln. „Dann also auch mal was Gesundes. Eier sind aber auch auf jeden Fall auf der Liste und Schinken."

„Ich will Schokolade", warf Sebastian ein und Cloud war der Meinung, dass Reis und Nudeln vernünftig wären.

In Gedanken notierte sich Eliot bereits einiges, dann aber sah er zu Nick. „Hast du einen speziellen Wunsch?"

***

Schweigend verfolgte Nick die einzelnen Gesprächsfetzen seiner Mitbewohner. Wiedergeben, was gesagt wurde, konnte er jedoch nicht. Mit seinen Gedanken war er ganz anders. Er dachte noch immer an Peter. Allerdings freute er sich auch auf das gemeinsame Wochenende mit Leo und malte sich bereits Einzelheiten aus. Nur langsam leerte er seinen Teller. Plötzlich stieß Basti ihn in die Seite. Nick schreckte auf und blickte verwirrt zu dem Braunhaarigen rechts neben ihm. „Hast du einen Wunsch?"

Für das Wochenende? Da fiel ihm für Sonntag doch einiges ein. „Neben dem Ausschlafen am Sonntag könnten wir durch die Stadt schlendern." Nick formulierte das so selbstverständlich, dass selbst Justin im Lachen ausbrach. Er verstand nicht, was an seiner Aussage so witzig gewesen war. Irritiert warf er einen Blick in die Runde. Selbst Basti, Cloud und Robin hatten ein Grinsen auf den Lippen.

„Einen Wunsch zum Einkaufen. Leo und Basti gehen morgen einkaufen", erklärte Cloud.

„Bier. Das ist nämlich alle."

„Ach! Dabei hattest du doch Leo vorhin noch vorgeschlagen, ihm etwas mit einem Bier auf dem Zimmer zu erzählen", erwiderte Cloud amüsiert.

„Ja, das hatte ich gehört."

Hatte er das wirklich gesagt? Das war ihm gar nicht mehr bewusst gewesen. Dabei hatte er die letzten drei Bierflaschen aus dem Kühlschrank genommen und mit Cloud noch kurz darüber geredet gehabt. Er schob seinen Teller von sich und nahm einen großen Schluck aus seinem Wasserglas.

„Man ... was ist denn heute mit dir los?", fragte Basti. Beinahe klang er ein wenig besorgt und sah Nick von der Seite an.

Nick tat es jedoch mit einem leichten Schulterzucken beiseite. „Joghurt, Honig und Nutella." Wieder blickte er in die Runde. Aber als diesmal in keinem Gesicht ein Grinsen zu sehen war, war Nick sich sicher, dass er nun doch drei Sachen genannt, die noch fehlten. „Kaffeepulver auch. Ich bin der Meinung, dass es sehr knapp ist." Nick blickte zu seinem besten Freund.

Gemeinsam auf dem Zimmer und über sein Liebesleben reden? Irgendwie graute es ihm davor ein wenig. Bisher hatte er mit absolut niemandem darüber gesprochen. Zwar wusste Nick, dass Eliot schweigen und mit Sicherheit auch nicht verurteilen würde. Aber sein Liebesleben lag zwölf Jahre zurück und gehörte seiner Vergangenheit an, mit der er eigentlich abgeschlossen hatte.

 Aber sein Liebesleben lag zwölf Jahre zurück und gehörte seiner Vergangenheit an, mit der er eigentlich abgeschlossen hatte

 

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Pragomas Profilbild Pragoma

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Kapitel:3
Sätze:648
Wörter:8.684
Zeichen:50.351

Kurzbeschreibung

Nick und Eliot sind nicht nur Kollegen, sie sind auch beste Freunde. Seit zwölf Jahren gehen sie durch dick und dünn und doch fehlt beiden etwas. Während Eliot Sebastian findet, findet Nick etwas ganz anderes. Etwas, was sein Leben verändert, zum Alptraum macht und ihm verdammt viel abverlangt.

Kategorisierung

Diese Story wird neben Liebe auch in den Genres Drama und Freundschaft gelistet.