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Darkness

7
08.05.21 17:01
16 Ab 16 Jahren
Homosexualität
In Arbeit

Dobrý den!

 

Wenn ihr Unstimmigkeiten findet, dann schreibt sie bitte in die Kommentare.


Scheut euch also bitte nicht, Fehler aufzuzeigen und ich werde mich sicher nicht scheuen, diese Kritikpunkte umzusetzen oder euch deswegen zu beißen.

Beschwerden über wechselnde Sichtweise und vorkommende Wiederholungen nehme ich jedoch nicht mehr ernst, da ich bereits mehr als deutlich angemerkt habe, dass hier zwei Autoren schreiben. Braucht ihr also nicht mit ankommen und könnt ihr steckenlassen.

Bedenkt bitte, dass hier zwei Autoren schreiben. Wenn ihr also Kritik verfassen wollt, dann guckt genau wer was geschrieben hat. Ein Abschnitt steht immer für Loona oder mich und wir hätten daher gerne gesondert Kritik und nicht ich alleine, denn das ist nicht fair ihr gegenüber.


Bis dahin verbleiben wir mit lieben Grüßen und schaut unbedingt mal bei der lieben Loona vorbei. 

 

 

Sichtlich müde vom letzten Dreh kam Eliot zurück in die WG, ließ sich galant auf der Couch nieder und hangelte nach der auf dem Tisch liegenden Fernbedienung.
„Schon fertig?" Cloud, der aus der Küche kam, setzte sich neben ihn und reichte ihm ein Bier. Eliot brummte lediglich, nahm einen tiefen Schluck aus der Flasche und sah Richtung Dachterrasse. Draußen standen Robin und Nick, ebenso noch drei Jungs und irgendwie sah es schwer danach aus, als würden sie diskutieren. „Stress?"
Cloud seufzte und nickte knapp. „Die alte Leier, nichts Neues." Eliot rollte genervt mit den Augen, warf die Fernbedienung neben sich aufs Sofa und stand auf. Immer das Gleiche. Nie herrschte Harmonie in der WG und das war seit Peter ein und aus ging. Es war kein Wunder, dass Justin sich immer mehr zurück in sein Zimmer zog und auch Sebastian schien sich mehr unwohl als geborgen zu fühlen. Man sah Eliot deutlich an, dass er gereizt war, als er schwungvoll die Tür zur Terrasse aufschob und sich zwischen Robin und Nick stellte. „Was ist dieses Mal euer Problem? Wieder unser ungebetener Gast?"
„Peter nervt nur noch", grummelte Sebastian hinter ihm, griff sich die Hanteln und sah es vor noch zu trainieren. „Und wer hat ihn wieder hereingelassen?", wollte Eliot wissen, doch darauf hatte Sebastian keine Antwort, zuckte lediglich mit der Schulter und sah unsicher zu Justin rüber. „Also ich war es nicht. Mich nervt der Vogel genauso und man hat keine ruhige Minute mehr."
Eliot seufzte. „Du, Nick? Immerhin bist du noch sein Coach und ganz ehrlich, ich will den auch nicht dauernd hier haben. Hat der kein zu Hause, oder was stimmt bei dem nicht?"

Statt einen Blick über seine Schulter zu seinem besten Freund zu werfen, sah Nick hinaus in die Ferne. Er war selber am meisten genervt von Peters Verhalten und auch davon, dass er ihn coachte. Aber genauso wusste er auch, dass er Peter schlecht links liegen lassen konnte. Es war nun mal sein Job. Es gab häufig Dinge im Berufsleben, die einem quer schlugen, aber man musste damit umgehen. „Ich coache ihn, Eliot", entgegnete er leise. „Ich kann ihn ja schlecht draußen stehen lassen. Letztendlich müssen wir alle irgendwie mit ihm klarkommen." Dann, ohne weiter darauf einzugehen, stieß er sich vom Geländer ab und verschwand nach drinnen. Selbst Basti, der gerade dabei war eine Hantel hochzustemmen, beachtete ihn nicht. Er verschwand in der Küche, öffnete den Kühlschrank und nahm sich ein Bier heraus. Cloud hatte er heute noch gar nicht gesehen und er wusste nicht, wo sich die beiden aufhielten. Ebenso Justin, aber der hielt sich im Zweifelsfall im Zimmer auf. Schweigend betrat Nick wieder die Dachterrasse und lehnte sich neben Eliot an das Geländer. Zwar waren beide genervt, aber sie waren dann doch beide so gestrickt, dass sie keinen Streit provozierten.
„Wie war dein Dreh?", fragte er leise und sah seinen besten Freund von der Seite an. Plötzlich ging die Tür erneut auf. Bevor Nick aufsehen konnte, herrschte hier ruckartig eine andere Stimmung. Sebastian legte seine Hantel ab und verschwand nach drinnen und Eliot spannte sich an.
„Verschwinde! Ich will mit Nick reden!" Peter. Nick wollte nicht, dass Eliot ging, da er dringend mal wieder ein wenig Zeit mit seinem besten Freund verbringen wollte. Leider sah er aber auch, wie er seine Schultern hängen ließ und den Boden anschaute. Er kannte seinen Freund gut genug, um zu wissen, dass er nicht wütend war, sondern gerade ziemlich frustriert, vielleicht auch ein wenig traurig. Dann drängelte sich Peter plötzlich neben ihn und stieß Eliot unsanft bei Seite. Nick selber warf seinem besten Freund einen traurigen Blick zu und starrte auf den Boden.

Ja, er war sein Coach und wessen Idee war das wieder? Luke seine jedenfalls nicht, denn er hatte von Anfang an jemand anderen auf dem Schirm und Andreas hatte sich letztendlich mit Luke über seinen Kopf hinweg dazu entschieden. Etwas, was Eliot bis heute nicht verstand, sich darüber aber auch nicht weiter aufregte. „Mag sein, dass wir mit ihm klarkommen müssen, aber wir müssen ihn nicht zusätzlich neben der Arbeit auch noch daheim ertragen." Besonders dann nicht, wenn ich einen anstrengenden Tag hinter mir habe. Aber das dachte Eliot sich nur, immerhin kam da vorerst keine Antwort, sondern eine Art Flucht? Er sah verwirrt seinem besten Freund nach, dann zu Robin, der mit der Schulter zuckte und sich nach drinnen zu Cloud verzog. Auch gut, dann war er nun eben mit Basti alleine, da auch Justin gegangen war und es nicht länger auf der Terrasse ausgehalten hatte.
Wie im Irrenhaus, aber deutlich entspannter. Jedenfalls so lange wie Peter nicht da war und doch häuften sich seine Besuche. Vielleicht half das altbewährte wieder herunterzukommen und noch ehe Nick zurückkam, zog Eliot aus seiner Hosentasche einen Joint hervor und zündete diesen an. Den ersten Zug spürte er gar nicht, es war, als würde er reine Luft rauchen. Der zweite folgte und das genau in dem Moment, als Nick neben ihm auftauchte und sich nach seinem Dreh erkundigte. Er grinste kurz, nahm noch einen tiefen Zug. „Schon gut, immerhin durfte ich heute Kris vögeln." Ein Privileg, was nicht jeder hatte. Kris war bekannt dafür selten als Bottom zu fungieren und doch hatte Eliot heute Glück gehabt und durfte die obere Rolle einnehmen.
„Willst du ..." Er hielt inne, er sah Sebastian mit hochgezogener Augenbraue nach und schließlich zu Peter, der wie von der Biene gestochen nach draußen trat und erneut nervte. Augenblicklich veränderte sich Eliots Haltung, wechselte in den Ignoriermodus und doch dauerte es nicht lange und seine Stimmung brodelte innerlich wie ein Vulkan.
Wenn er eins nicht leiden konnte, dann das man ihn herumschubste und das hatte sich seit seiner Kindheit keiner mehr getraut oder gar nur daran gedacht. Noch einmal zog er an seinem Joint, warf ihn schließlich weg und hob den Blick. Er sah genau zu Peter, war jedoch ruhig und setzte sich nur langsam in Bewegung.
„Pass mal auf, du kleine Kröte", fing er an, kam noch einen Schritt näher. „Ich war bisher immer ein sehr toleranter Mensch, aber so langsam ist das Fass dann auch mal voll. Arbeit ist eine Sache, aber privat ist etwas ganz anderes und wenn du keine Freunde hast, dann such dir welche." Eliot kam noch näher, stand nun fast genau vor Peter und doch erinnerte er sich daran, dass er nicht der Typ für Streit war. Normal. Nun aber hatte er die Nase gestrichen voll und da half es auch nicht, dass Cloud und Robin gemeinsam auf die Terrasse kamen.
„Leo lass es, der Kerl ist es nicht wert." Robin mal wieder. Das Muttertier der WG und doch hatte er irgendwie recht. Die Finger würde er sich an Peter nicht schmutzig machen, dafür waren sie ihm zu schade.
„Du hast fünf Minuten, Kleiner. Danach verpisst du dich und ich will dich die nächsten Tage hier nicht sehen, verstanden?" Eliot wandte sich ab, hatte genug und verzog sich nach drin ins Wohnzimmer.

Nick lehnte an dem Geländer und blickte seinem besten Freund hinterher. Innerhalb von zwölf Jahren hatte er ihn nur einmal so erlebt und heute war das zweite Mal. Allerdings wusste er auch, dass es Eliot wie die Pest hasste, herumgeschubst zu werden. Da hatte Peter wohl eine Grenze überschritten. „Was möchtest du?", murmelte er, blickte Peter nicht an, sondern musterte die Betonplatten unter sich. Viel lieber würde er jetzt irgendetwas mit Eliot machen. Aber gut. Fünf Minuten, damit konnte er leben. Dann würde er Peter selbstständig wegschicken. „Ich wollte mit dir was machen", erwiderte er unschuldig, was Nick beinahe noch fassungslos machte. Er war mit Leo im Gespräch gewesen und dieser ... platzte dazwischen, nur weil er etwas mit ihm machen wollte? So langsam wurde auch Nick wütend.
„Du wolltest mit mir was machen?", fragte er bemüht ruhig nach. „Ich habe was mit Eliot gemacht."
„Aber der ist doch jetzt weg."
Nick warf einen fassungslos, wütenden Blick in seine Richtung und atmete einmal tief durch. Gerade musste er sich wirklich beherrschen. „Du hast ja jetzt Zeit."
Peter blickte zu ihm. In seinen Augen lag ein Funkeln. „Komm! Wir gehen in die Stadt." Er griff bestimmt nach Nicks Hand und stieß sich vom Geländer ab. Geradewegs begab er sich in Richtung der Tür und wollte ihn hinter sich herziehen.
Nick riss sich jedoch los und starrte ihn mit bösen Blicken nieder. „Sag mal gehts noch?", fragte er noch einigermaßen ruhig, aber als Peter erneut nach seiner Hand greifen wollte, war auch seine Geduld am Ende.„Sieh zu, dass du aus dieser WG verschwindest", rief er rasend und deutete ärgerlich in Richtung Haustür. „Du kannst nicht einfach hier auftauchen, jeden Tag, und alles für dich beanspruchen. Mein Leben dreht sich nicht nur um dich und mein Beruf auch nicht. Hauptsächlich dreht sich mein Leben um meinen besten Freund und meine anderen Freunde. Aber wenn du jemals dazugehören willst, musst du noch so einiges an deinem Verhalten ändern!" Nicks Stimme war so laut, dass er sicher auch drinnen zu hören war. Eigentlich wunderte es ihn sogar, warum Robin nicht herauskam. Oder Eliot.
„Verschwinde", ergänzte er nun ruhig, aber bestimmt. Dass Peter ziemlich betroffen dreinschaute, interessierte ihn gerade recht wenig. Er war selbst wütend. Immerhin begab sich Peter langsam nach drinnen und Nick drehte sich um. Mit seinen Armen stützte er sich auf dem Geländer ab und blickte hinunter. Es dauerte gar nicht lange, da sah er unten eine Gestalt ihre Auffahrt entlang gehen. Ein tiefes Seufzen entfuhr ihm. Wie er sich jetzt wieder beruhigen sollte, war ihm ein Rätsel. Das letzte Mal, als er sich so gezeigt hatte, kannte er Eliot noch nicht einmal.

Gemeinsam hatten sich Eliot, Cloud und Robin auf die Couch verzogen, dennoch sahen sie immer wieder mal raus zu Nick, den sie sichtlich bedauerten, da er ziemlich genervt schien und Peter nicht den Anschein machte, sich wirklich an die fünf Minuten zu halten. „Der rafft es echt nicht", murmelte Eliot, trank sein Bier leer und stand auf, um sich noch ein zweites aus der Küche zu holen.
„Bringst du mir eins mit?" Der blonde Lockenkopf Cloud drehte sich um und blickte über den Rand der großzügigen Couch. Eliot nickte lediglich, sah aber kurz in die Richtung zu Sebastians Zimmer und überlegte. Er sah vorhin auch nicht sonderlich begeistert aus, hatte sogar die Flucht ergriffen und dabei war er noch gar nicht so lange hier. Toller Start. Nicht. Bestimmt hatte er sich das auch anders vorgestellt, ruhiger und nicht so chaotisch, wie es derzeit lief. Eliot öffnete den Kühlschrank, griff sich drei Bier und hielt inne, da er Nick hörte und ebenso Peter, der scheinbar nicht vorhatte zu gehen.
So langsam wurde es echt anstrengend und der Stimmlage nach zu urteilen war Nick mehr als sauer. Er seufzte, er überlegte, ob er dazwischen gehen sollte, entschied sich dann aber dagegen. Wie es schien, war er damit nicht alleine. Cloud und Robin blieben ebenfalls auf dem Sofa sitzen, während Justin aus seinem Zimmer kam, vorsichtig um die Ecke schielte und schließlich in die Küche schlich. „Nick scheint richtig sauer zu sein", murmelte er leise, worauf Eliot nickte und die drei Flaschen vor sich öffnete. „Er kriegt sich schon wieder ein. Normal ist er recht ruhig. Also mach dir keinen Kopf", erwiderte Eliot, schritt zurück ins Wohnzimmer, reichte Cloud sein Bier und folgte Nick lieber raus auf die Dachterrasse. „Reife Leistung", grinste er schon wieder, gesellte sich neben ihn und hielt ihm die Flasche unter die Nase.
„Könntest du gebrauchen, so wie du gerade wirkst." Eliot nahm selbst einen tiefen Schluck aus seiner Flasche, drehte sich jedoch um und mit dem Rücken lehnte er entspannt am Geländer. Eigentlich wollte er seinen besten Freund etwas wegen ihres freien Wochenendes fragen, aber derzeit wirkte Nick noch zu angespannt auf ihn und er wartete vorerst ab. Vielleicht half es, ihn einfach ein bisschen zu ärgern, an alte Zeiten zu erinnern.
„Weißt du noch, wie Luke damals Rocco aus dem Haus gejagt hat, weil er den Dreh gestört hat?" Eliot grinste wissend in sich hinein, hatte das Szenario wieder deutlich vor Augen und musste leise lachen. Luke sollte man nicht ärgern, ebenso ein paar der anderen Kameraleute. Da fiel ihm dann doch noch etwas ein und das sollte Nick vielleicht wissen, da er die nächsten Tage selber einen Dreh hatte. „Wir kriegen demnächst einen neuen Regisseur. Soll nen ziemlich scharfer Hund sein, da er ziemlich viel Erfahrung hat und schon in Hollywood gedreht hat."
Hollywood. Ein Traum und Robin war vor wenigen Wochen mit Cloud dort. Ebenso Thomas und Anton und allesamt hatten sie ihm damit die Nase lang gemacht. Da war selbst er neidisch, der zu dem Zeitpunkt im verregneten London war und außer dem Big Ben nicht wirklich etwas von der Stadt gesehen hatte.

Eine ganze Weile stand Nick alleine und starrte hinunter auf die leer gefegten Straßen. Irgendwie war heute nichts los. Keine Leute die dort entlangliefen oder zu laute Passanten, die man hätte beobachten können. Er war in seinen Gedanken versunken und fragte sich, ob er zu hart gewesen war. Es gab zwei neue Bewohner in der WG, die auch in der Agentur neu waren und noch nicht alles kannten. Innerlich hoffte er, dass er sie jetzt nicht verscheucht hatte. „Reife Leistung", ertönte da plötzlich hinter ihm. Er musste sich nicht einmal umdrehen, um zu wissen, wer sich zu ihm gesellte. Dankend nahm er das Bier entgegen, der ihm kurz darauf unter die Nase gehalten wird und nahm einen großen Schluck daraus.
Die kühle Flüssigkeit glitt seine Kehle hinab, während er sich umdrehte und das Geländer als Rückenlehne benutzte. Er lehnte seinen Kopf gegen Eliots Schulter und drehte sein Bier in seinen Händen. Gerade brannte ihm soviel auf der Seele, aber er wusste nicht, wie er es aussprechen sollte. Umso dankbarer war er über Elliots Ablenkungsversuch. „Luke und Rocco waren sowieso eine Nummer für sich", murmelte er leise und ein mildes, kaum erkennbares Lächeln huschte für wenige Sekunden über seine Lippen. Das mit dem Regisseur war Nick tatsächlich schon zu Ohren bekommen und ein klein wenig freute er sich drauf. Aber jeder Regisseur brachte seine Macken mit. Es baumelte ihm ein wenig davor, welche Karten er ziehen würde, wenn man einen Dreh störte.
Er reagierte nur mit einem Nicken darauf. Dann brach einen Moment Stille ein. Eine solche Stille, die lediglich von leisem Vogelgezwitscher gestört wurde. „War ich zu hart?", murmelte Nick leise vor sich hin. „Justin hat doch bestimmt Angst bekommen, so laut wie ich war. Er ist noch total neu und kennt uns gar nicht und schüchtern ist er auch." Er seufzte beinahe traurig auf und schloss seine Augen. „Ich hasse es so laut zu werden", murmelte er leise, sah dabei aber Eliot nicht an, sondern nach drinnen, wo sich gerade alle Bewohner auf die Couch quetschten und beinahe neugierig auf die Dachterrasse schauten.

Rocco war eben Rocco und bekannt dafür, andere zu ärgern. Nicht alle, aber die meisten hatte er bereits durch den Kakao gezogen und Eliot fragte sich insgeheim, wann er an der Reihe wäre. Lange dauern würde das sicherlich nicht mehr, da war sich er sicher. „Rocco eben", grinste er schief, während er seine freie Hand in Kevins Nacken legte und zu streicheln begann. Nick schien sich zu sorgen, darum, ob er zu hart war und Justin damit vielleicht verschreckt hatte. „Wegen Justin mach dir keinen Kopf, ich hab bereits mit ihm geredet und ihm gesagt, dass du eigentlich ein ganz Ruhiger bist." Einen weiteren Schluck trinkend sah Eliot lächelnd vor sich hin.
„Zu hart warst du nicht, du warst ehrlich und ich bewundere dich, dass du dich derart zurückhalten konntest", merkte er an, dann aber musste er lachen und schüttelte den Kopf über seinen Freund. "Du hasst es so laut zu werden?", wiederholte er, nachdem er sich wieder gefangen hatte. „Ich erinnere dich an deine Lachorgie und daran, dass du in Afrika beim Dreh mit Darius die halbe Villa zusammen gekeucht hast." Keuchen war noch untertrieben, Billy hatte sich schon Sorgen gemacht und selbst Andreas hatte es damals vorgezogen sich lieber Kopfhörer aufzusetzen. Da war bei ihm selber auch nicht an Mittagsschlaf zu denken gewesen, beziehungsweise daran einfach am Pool zu liegen und die Seele baumeln zu lassen.
„Peter braucht scheinbar hin und wieder einen verbalen Tritt. Anders lernt der das nicht", ging er auf das Thema nochmals ein, ehe er Nick dichter an sich zog und einen Kuss auf dessen Haarschopf hauchte. „Und jetzt denk mal an was anderes, wir haben immerhin bald Wochenende und dazu frei."

Eliots Argumente entsprachen der Wahrheit. Seine Lachorgie war die eine Sache und er wusste gar nicht mehr, was überhaupt so witzig gewesen war. Der Dreh mit Darius war aber auch eine Nummer. Er war ganz schön zur Sache gegangen. Nick lehnte seinen Kopf leicht in den Nacken und auch wenn er gerade nicht viel redete, half es ihm zuzuhören. Eliot redete ebenso wenig, aber alleine der Gedanke an die kleinen lustigen Erinnerungen halfen ihm, um ein wenig auf andere Gedanken zu kommen. Der Ausblick auf das freie Wochenende half ihm ebenfalls. Langsam löste Nick sich aus der zärtlichen Umarmung seines besten Freundes und gab ihm einen sanften Kuss auf die Wange, der so viel hieß wie: „Danke." Dann trat er zurück und griff noch ein letztes Mal das Thema von vorhin auf: „Formulieren wir es anders ... ich hasse es Leute zu verletzen oder andere traurigen zu sehen."
Er musterte Eliot ausgiebig. Ein müdes Lächeln umspielte Nicks Lippen und dann nahm er einen Schluck von seinem Bier. „Kommst du auch mit rein?", fragte er, wartete seine Antwort aber gar nicht mehr ab. Er ging direkt rein und ließ sich unter den Blicken aller Jungs auf den freien Sessel fallen. Er spürte die Blicke der anderen Jungs deutlich auf sich sitzen. Aber keiner sagte etwas oder regte sich. Es herrschte eine ziemlich angespannte Stimmung, trotz der Tatsache, dass Peter weg war. Aber Nick wollte jetzt auch nicht als erster etwas sagen.

Wie lange sie nebeneinander standen und eine Weile schwiegen, wusste Eliot nicht, aber die Stille war angenehm und wie es schien, half es nicht nur Nick, sondern auch ihm. Die Blicke seiner Kollegen und Freunden waren ihm egal, sie kannten es nicht anders und besonders Robin und Cloud. Basti und Justin würden sich mit der Zeit daran gewöhnen. Ganz sicher sogar. Basti eher noch als Justin, aber auch er würde damit sicher bald kein Problem mehr haben und würde auftauen. Eliot schmunzelte wegen des Kusses, ebenso wegen der Worte, die Nick kaum später leise, aber dennoch sehr verständlich von sich gab.
„Hmm noch mehr hasst du es, wenn man dich selber verletzt", gab er nachdenklich zu verstehen, ehe er sich vom Geländer abstieß und nach drinnen folgte. Während Nick sich im Sessel niedergelassen hatte und somit alle Sitzplätze belegt waren, sah Eliot es vor erst mal stehenzubleiben. Zwar rutschten die Jungs auf dem Sofa nochmals enger zusammen, doch lehnte er ab und schüttelte unterstreichend den Kopf. Ihm war nicht nach sitzen, jedenfalls nicht in Form von dem Gefühl einer Ölsardine und doch hatte er scheinbar die Rechnung ohne Sebastian gemacht, der sich erhob, auf ihn zukam und schließlich zur Couch zog. Sichtlich überrumpelt ließ er sich zwischen Cloud und Justin nieder und noch ehe er wusste, was Basti genau vorhatte, saß dieser bereits auf seinem Schoss und klaute ihm sein Bier.
„Super, wir haben ne Mutti, nen Psychologen und einen Frechdachs hier wohnen", seufzte er. „Ach ja und nicht zu vergessen ein scheues Reh", fügte er grinsend hinzu, ehe er Basti das Bier abnahm. „Und was seid ihr dann? Dinosaurier?"
Fast hatte Eliot sich verschluckt und sah Basti entsetzt an. „Na hör mal, so alt bin ich nun auch wieder nicht. Nick ist sogar länger als ich dabei und wenn du auf Dinosaurier stehst, dann solltest du dich lieber mit Luke oder Lukas befassen." Frech grinste Eliot, leerte sein Bier und sah rüber zu Nick. „Oder was meinst du? Sind wir echt schon so alt, dass wir als Urgestein durchgehen?"

 

 

 

Nick verfolgte amüsiert die Gesprächsfetzen von Eliot und Sebastian. Es war nichts Neues, dass Basti eine freche Ader an sich hatte. „Nein, wir sind ja nicht mal dreißig. Allerdings ... da Basti uns als Dinosaurier bezeichnet ... scheinen wir wohl sehr viele Dinge zu wissen und in sehr vielen Dingen Ahnung und Erfahrung zu haben. Danke für das Kompliment, Basti", entgegnete er gelassen. Im Augenwinkel bemerkte er, wie Justin's Mundwinkel leicht zuckten. Bevor Nick darauf allerdings weiter eingehen konnte, landete plötzlich etwas in seinem Gesicht. Er schnappte sich den Übeltäter, das Kissen und sah zu Basti, der ihn mit frechen Blicken herausforderte, sich ein Grinsen aber nicht verkneifen konnte. „Basti", murmelte er, seine Stimme klang so tief, dass sie einem leisen Knurren glich. „Das bekommst du zurück."
Aber nicht jetzt ergänzte Nick in Gedanken. Er bemerkte den amüsierten Blick von Justin, der ihn und Basti eingehend musterte und Clouds Grinsen, was er versuchte hinter seiner Bierflasche zu verstecken. Diese kleinen Neckereien halfen, um ihn auf andere Gedanken zu bringen. Wollte er vorhin noch ein wenig Abstand haben, fühlte er sich jetzt auf dem Sessel beinahe einsam.
Er fühlte sich wie ein Lehrer vor der Klasse, den alle ansehen. Seufzend stand er auf und legte das Kissen behutsam auf den Sessel. Dann ging er um den kleinen Couchtisch herum und setzte sich auf die Lehne neben Justin. „Leo ...?", fragte er leise. „Hast du irgendeine Idee für unser freies Wochenende? Ich bin ja dafür, dass wir irgendetwas tun, was uns ablenkt. Irgendwo hinfahren, um einfach mal abzuschalten ..."

Weise und besonnen wie der alte Mann aus Herr der Ringe. Eliot grinste in sich hinein, stellte sich Nick als Gandalf mit Hut und Stock vor. Ein komisches Bild, zudem waren sie eine lustige Truppe, die sich ziemlich gut ergänzten. Die Harmonie war scheinbar zurück, dazu Bastis innerer Clown, der mit Kissen um sich warf und diebisch grinste. Er schmunzelte, so waren sie damals auch. Jung, naiv und immer zu Späßen bereit. So was verging aber auch nicht von heute auf morgen, man hatte auch mit fast dreißig noch den Schalk im Nacken sitzen und dennoch schien Nick darauf keine Lust zu haben. Es schien ihm aber zu helfen, er wirkte schon deutlich entspannter, gesellte sich letztendlich sogar zu ihnen.
Ob er Ideen für das Wochenende hatte? Reichlich sogar. „Schon", erwiderte er daher. „Wir könnten mal wieder um die Häuser ziehen und diesen mega angesagten Schuppen unsicher machen, der vor wenigen Wochen Eröffnung hatte." Eliot hatte aber auch noch einiges andere im Kopf an Vorschlägen. Darunter auch ab in den Wald und einfach mal ausgedehnt wandern. „Oder wir fahren in die Blockhütte meiner Großeltern. Ist allerdings ne zweistündige Autofahrt", schlug er als letzte Option vor und ignorierte Clouds blöden Spruch, das sei viel zu kitschig und eher etwas für Paare. „Mir egal, man hängt uns ohnehin ständig irgendwas an."
„Selbst Schuld, wenn man das nicht mal dementiert", grinste Robin neben seinem Freund. Eliot erwiderte das Grinsen.
„So hat man aber immerhin seine Ruhe. Manche Fans können nämlich echt nervig sein." Besonders auf Instagram, dachte er sich und rollte unterstreichend mit den Augen.

Als Nick Eliots amüsiertes Grinsen sah und seinen nachdenklichen Blick konnte er das unausgesprochene beinahe erahnen. „Ich werde nicht mit dir wandern gehen, nur über meine Leiche." Zu seiner Überraschung war der nächste Vorschlag die Waldhütte von Leos Großeltern. Cloud, der breit grinste, konnte sich einen Spruch nicht verkneifen. „Wir sind doch ein Paar", entgegnete Nick locker. Er war sich sicher, dass Eliot den kleinen Scherz verstand, auch wenn er Cloud gegenüber soeben gesagt hatte, dass viele uns nur als Paar sehen wollten. „Ich bin für den neu geöffneten Club, Schatz", rief er in die neuentstandene Diskussion zwischen Cloud, Robin und Eliot.
Robin verstummte und sah verwirrt zwischen den beiden hin und her. „Wie jetzt? Seid ihr doch zusammen?"
Nick überging die Frage bewusst. Robin musste eigentlich am besten wissen, dass Eliot und er kein Paar waren. Nick warf einen vorsichtigen Blick zu diesem, der aber offenbar noch in Gedanken war oder ihn ignorierte. Als sein Blick zu Justin huschte, bemerkte Nick, dass Justin ihn vorsichtig von der Seite ansah. „Man ... du bist aber wirklich ein scheues Reh", murmelte er und legte seinen Arm um Justins Schultern. „Entspann dich. Ich beiße nicht."
Justin entspannte sich tatsächlich ein wenig und warf ein schüchternes Lächeln zu ihm herauf. So schüchtern und das, obwohl Nick der erste Drehpartner von Justin war. „Du weißt, das ich nicht beiße." Basti grinste breit bei der Aussage, aber ausnahmsweise folgte mal kein dummer Spruch. Für Basti musste Nick sich ohnehin noch etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Vielleicht ein wenig Salz im Kaffee? Oder statt einen Schoko-Cappuccino einen Karamell-Cappuccino? Nochmal sah er zu Eliot, aber er wirkte noch immer so abwesend. "Leo? Hast du mich gehört? Ich bin fürs Abfeiern."

Nur über seine Leiche? Ein verwegenes Grinsen stahl sich auf Eliots Lippen, er sah Nick kurz herausfordernd an, ehe er leise lachen musste und sich köstlich über Robin amüsierte. Wie lange kannten sie sich jetzt? Acht beinahe neun Jahre und dann so was. Also wirklich. Er war echt fassungslos über seinen Kumpel, darüber, dass er ernsthaft dachte, sie seien ein Paar. Klar sie drehten viel zusammen, machten privat viel aber da hörte es dann auch schon auf. Man schlief sogar in getrennten Zimmern und Betten und das musste doch auffallen?
Aber scheinbar träumte Robin in letzter Zeit zu viel oder übersah so manches. Abgesehen von Cloud. Den sah selbst Robin und das blind. Wie die beiden sich gefunden hatten, war ihm ein Rätsel, sie waren so unterschiedlich und doch schien es zu passen. Sein Blick wanderte zu Justin, zu ihrem Reh der WG und skeptisch zog Eliot die Augenbraue hoch. Wann genau hatten sie eigentlich das letzte Mal jemanden, der so war wie Justin? So still und brav? Ihm fiel nicht mal jemand ein und das musste schon etwas heißen.
Alle anderen waren nicht ansatzweise so still. Selbst Basti nicht, der dümmlich grinste. Warum war ihm entgangen, ebenso was gerade um ihn herum gesprochen wurde! „Hm, was?" Sichtlich planlos sah er in die Runde, ignorierte das Kichern von Bastian und ebenso den sanften Schlag auf den Hinterkopf. „Sorry, war in Gedanken und hab wohl nichts mitbekommen", entschuldigte sich Eliot, pfiff dabei unschuldig und doch zwickte er Cloud ins Bein für dessen Frechheit. „Autsch", entfuhr es diesem, der kaum darauf aufstand und in die Küche schritt.
„Also was machen wir jetzt am Wochenende?", fragte Eliot an Nick gewandt.

Nick verdrehte seine Augen, konnte sich aber wie Basti kein Grinsen verkneifen. „In diesen neuen Club gehen", erwiderte er und widmete seine Aufmerksamkeit dann wieder den anderen. Er leerte sein Bier in einem Zug und stellte die leere Flasche auf den Tisch, bevor er aufstand und Cloud in die Küche folgte. Dieser stand hinter der Herdplatte. Langsam trat Nick näher und schaute über seine Schulter. „Machst du Abendessen?", fragte er neugierig. Als er sich umschaute, konnte er aber keine Zutaten auf der Arbeitsfläche erkennen.
Der blonde Lockenkopf drehte sich zu ihm um und blickte ihn an. „Ich wollte jetzt damit anfangen, ja. Aber wir haben nur noch so wenige Sachen hier, wird wohl ein Essen aus Resten. Morgen muss definitiv eingekauft werden, wenn wir nicht allesamt an einem kläglichen Hungertod sterben wollte." 
Nick nickte, bückte sich und öffnete den Kühlschrank. „Wer will noch alles nen Bier?", rief er. Von Basti und Robin kam eine Zustimmung. Das passte perfekt. Es waren die letzten drei Falschen. Nick reihte sie nebeneinander auf der Theke auf und öffnete allesamt. Dann nahm er die Flaschenhälse geschickt zwischen seine Finger und brachte sie in das Wohnzimmer. „Also ... Robin, Justin euer Bier." Justin warf ihm einen verwirrten Blick zu, aber als ich ihm zuzwinkerte, blieb er glücklicherweise ruhig.
„Und ich?", empörte sich Basti kaum darauf und musterte Nick. „Ich wollte auch ein Bier."
„Tut mir leid, aber Klein-Basti ist leider noch zu klein. Ein Bier ist nur etwas für große Leute. Für Dinosaurier", entgegnete er mit einem charmanten Lächeln. Dann trat er hinter Eliot, der erneut ein wenig nachdenklich wirkte. Nick schlang seine Arme lässig von hinten um ihn und leckte über sein Ohrläppchen. Im Augenwinkel sah er, wie Justin einen großen Schluck nahm und die Flasche an Basti weiterreichte.
„Keine Ahnung, ob du mich verstehst, Leo. Aber ich bin dafür, dass wir um die Häuser ziehen und die Stadt unsicher machen. Der Club klingt super. Vielleicht lernst du ja dann mal jemanden kennen und bist nicht ständig in Gedanken bei deinem Phantom Freund." Eilig löste Nick sich und trat vorsichtshalber einen Schritt zurück, während er seinen Freund nicht eine Sekunde aus den Augen ließ. Wer wusste schon, wie er darauf reagieren würde?

Feiern wollte er also, um die Häuser ziehen und den neuen Club abchecken. Dann würden sie das machen, doch Nick hatte sich bereits in die Küche verzogen, sprach mit Cloud und schließlich wollte er wissen, wer alles noch ein Bier wollte. Er jedenfalls nicht. Zwei reichten dann doch und wie es schien, wollte Justin auch eins haben? Das wunderte ihn ja dann doch, ebenso der Spruch von Nick über Dinosaurier. Aber gut, Sebastian hatte damit angefangen und dann musste er damit auch klarkommen. Dinosaurier. Eliot schüttelte den Kopf darüber, aber immerhin war Justin so nett und teilte sein Bier.
Ein guter Anfang und ... wie schnell und woher nun Nick auf einmal kam, dazu neckend sein Ohr malträtierte wusste er nicht, sah aber entsprechend über seine Schulter und ihn an. „Man ey, immer an mein Ohr. Du weißt genau, ich kann es nicht ...", setzte er an, wischte sich die feuchte Spur von seinem Ohr und verdattert blinzelte er Nick an. Was hieß hier denn Phantom Freund? Er betrachtete seinen besten Freund eine Weile, er schien zu überlegen, was er darauf nun antworten sollte. Aufziehen wäre eine Möglichkeit, aber zu langweilig für seinen Geschmack. Eliot schob vorerst Basti von seinem Schoss, ignorierte dessen Gezeter und stand langsam und lauernd auf. „Um die Häuser willst du also ziehen, ja? Dazu mit mir und meinem unsichtbaren Freund? Ja, das hab ich sehr wohlverstanden, Nick Summers."
„Oha", entfuhr es Robin, der genau wusste, wenn man seinen vollständigen Namen genannt bekam, dass Eliot irgendwie angefressen war oder aber seine Stimmung drohte zu kippen. So was wie ein Warnschuss, den man nur selten erlebte. Dennoch trat auch Robin einen Schritt zurück, beziehungsweise sprang er vom Sofa und direkt in die Küche.
Eliot lachte innerlich, ehe er weiter auf Nick zuschritt. „So was nennt sich echt bester Freund? Ich bin maßlos enttäuscht, echt mal." Unterstreichend zog er eine schmollende Schnute, sah betroffen wirkend zu Boden und wandte sich schließlich innerlich lachend ab.

Langsam schob Eliot Basti von seinem Schoß, ein Zeichen für Nick langsam rückwärtszugehen und im Notfall die Flucht zu ergreifen. Er rechnete beinahe damit gejagt zu werden oder mit einer Kissenschlacht. Als er ihn jedoch mit seinem vollen Namen ansprach, stutzte Nick. Das war meist ein Zeichen, dass er wirklich angefressen war. Allerdings konnte er sich das jetzt nicht vorstellen. Immerhin war Eliot vorhin für ihn da gewesen, um ihn aufzumuntern und jetzt? Jetzt war er tatsächlich angefressen, was ihm die vorgeschobene Unterlippe seines besten Freundes bewiesen. Er schmollte.
„Eliot", murmelte er leise. „Leo, komm schon. Das war doch bloß Spaß." Beinahe betrübt stand er mitten im Raum und schaute Eliot hinterher. „Nick", murmelte Robin plötzlich und sah ihn beinahe mitleidig an.
„Du weißt doch ganz genau, dass Leo das nicht leiden kann und es war wirklich nicht nett von dir", lehrte Robin.
„Nicht schon wieder", nuschelte Justin so leise, dass ihn kaum jemand verstand und verschwand schleichend, aber schnell die Treppe hinauf.
Nick stutzte und blickte zu den restlichen drei. Basti, der noch immer irritiert vor der Couch stand. Er schien gar nicht zu verstehen, was hier plötzlich abging. Er seufzte und trat auf die Couch zu, stieg über die Lehne und ließ sich mit Abstand zu den anderen sinken. Hatte er jetzt wirklich dafür gesorgt, dass Eliot angefressen war und Justin wieder vorzog, alleine zu sein? Nick zog seine Knie an die Brust, schlang seine Arme darum und bettete sein Kinn auf seine Knie. Nicht einmal Robin oder Cloud beachtete er. „Ich wollte doch bloß ein wenig Spaß machen", nuschelte er. „Warum versteht, dass heute keiner ..."
„Ich wäre ja auf deiner Seite", entgegnete Basti und ließ sich neben ihn sinken. „Aber du hast mir kein Bier mitgebracht ..."
„Hast doch jetzt ein Bier", entgegnete Nick. Er schloss seine Augen und atmete tief durch. Es schien ihn echt getroffen zu haben, dass Eliot jetzt angefressen war. Sein Tag war ohnehin heute ziemlich blöd gewesen. Da war das ganze Drama um Peter, sein Ausraster, Leo, der für ihn da war. Zu allem Übel folgte jetzt auch noch ein Streit kurz vor ihrem gemeinsamen Wochenende. „Nick ... vielleicht solltest du dich entschuldigen", murmelte Robin beinahe väterlich. „Entschuldigen? Wofür? Ich hab ihn ja nicht verletzt, ich hab lediglich ein wenig Spaß gemacht. Ist doch nicht meine Schuld, wenn er es nicht versteht", erwiderte Nick trotzig und schaute auf den schwarzen Bildschirm des Flachbildfernsehers an der gegenüberliegenden Wand.
„Jetzt sei nicht so ein Sturkopf", erwiderte Basti. Er stieß Nick sanft gegen sein angewinkeltes Bein.
„Du kannst ganz ruhig sein, immerhin hast du uns als Dinosaurier bezeichnet", grummelte Nick. Er meinte es gar nicht böse, aber dass dann auch Basti aufstand und ihn enttäuscht ansah, verschlechterte seine Laune nur noch mehr. „War doch nicht böse gemeint", murmelte er und verzog sich mit seiner Flasche Bier. Na super. Da waren es nur noch drei. Nick fühlte sich wirklich schlecht. Nur durch einen kleinen Scherz war der schöne gemütliche Abend vorbei. Damit war bestimmt auch das harmonische Abendessen gelaufen, welches Cloud gerade in der Küche zubereitete.

Eliot ging nicht wirklich auf sein Zimmer, stand im Flur und linste um die Ecke. Fast musste er lachen, saß Nick da wie ein begossener Pudel und doch tat er ihm dann doch wieder leid. Er schien es nicht als Scherz gesehen zu haben, aber innerlich Lachen sah man auch niemandem an und in Köpfe konnte zum Glück auch noch keiner gucken. Er wartete noch ein bisschen ab, solange, bis sich Basti verzogen hatte und erst dann schlich er sich von hinten an. Eliot hielt beinahe die Luft an, setzte nur langsam einen Fuß vor den anderen und schlang, nachdem er die Couch erreicht hatte, frech die Arme um Nick und riss ihn um.
„Wie lange kennen wir uns jetzt?", fragte er frech heraus, setzte sich auf Nicks Hüfte, packte sich seine Hände und drückte sie ihm über den Kopf zusammen. „Lange genug, meine ich. Du hättest es eigentlich sehen müssen, dass ich nur spiele." Unterstreichend streckte er ihm die Zunge raus, ließ seine Hände wieder los, die jedoch blitzschnell in seine Seiten packten und gnadenlos zu kitzeln begannen.
Robin schüttelte mit dem Kopf, betrat schmunzelnd die Küche und gesellte sich zu Cloud. „Wie es scheint, haben sie sich wohl wieder vertragen."
Cloud nickte, drückte seinem Freund die Teller vor die Brust und rührte wieder in den Töpfen. „Dann kann er ja morgen einkaufen und am besten nimmt er gleich Basti und Justin mit."
„Gute Idee", grinste Robin, während er den Tisch eindeckte und nochmals zu Eliot und Nick sah. Eliot hatte sich in den Kopf gesetzt sich für die Zunge zu rächen, beugte sich entsprechend nach vorn und leckte Nick einmal quer durch das Gesicht. Grinsend richtete er sich schließlich wieder auf, schnappte sich eines der Kissen und sah ihn herausfordernd an.
„Und jetzt wird ein anderes Gesicht gezogen, sonst geh ich am Wochenende allein in den Club und reiß mir was auf." Wirklich aufreißen wollte er zwar keinen, aber gucken war sicherlich eine Option, der er nicht abgeneigt war. Spaß haben stand da eher im Vordergrund, einfach mal wieder abtanzen und nicht an den nächsten Dreh denken zu müssen.

Eliots Überfall brachte Nick völlig aus dem Konzept. Obwohl es sich sein bester Freund auf seiner Hüfte bequem gemacht hatte und ihn frech angrinste, hatte er einige Sekunden mit dem Gleichgewicht zu kämpfen. Aber sagen tat er nichts. Er ließ ihm gar keine richtige Möglichkeit zu antworten. Nick war ziemlich geschockt davon, dass Eliot es offenbar gespielt hatte. Vielleicht hätte er es sehen müssen, aber an einem Scheiß Tag wie heute, lag der Fokus dann doch auf anderen Sachen. Plötzlich begann er ihn zu kitzeln. Seine Finger bohrten sich ein wenig in seine Taille und gleichzeitig huschten sie flink über seinen gesamten Bauch.
Nick verlor seine angespannte Haltung sehr schnell und wandte sich unter lautem Lachen. Er versuchte sich zu befreien, was schwerer war als gedacht. Plötzlich verschwanden seine Finger und Nick nutzte die kurze Gelegenheit, um ein wenig durchzuatmen. Wer wusste schon, was Eliot als Nächstes tun würde? Auf einmal leckte eine lange Zunge durch Nicks Gesicht, welcher angewidert das Gesicht verzog. „Man, Leo", schimpfte er. „Musste das jetzt wirklich sein? Das ist sowas von eklig!"
Nick legte seine Hände bestimmt an seine Brust und schob ihn von sich runter. „Mach das nie wieder", sagte er und sah ihn streng an. Ein Lächeln konnte er sich aber nicht verkneifen. Innerlich war er dann doch mehr als froh und erleichtert, dass Eliot alles nur gespielt hatte. „Ich hör ja schon auf so ein Gesicht zu ziehen", erwiderte er und verdrehte innerlich seine Augen.
„Ich lass es mir doch nicht entgehen, dass du etwas aufreißen willst", entgegnete Nick mit einem frechen Lächeln und verpasste Eliot einen freundschaftlichen Schlag gegen seinen Oberarm. Dann stand er langsam auf, sah erst Eliot an, dann in die Küche und schließlich zu dem gedeckten Tisch. Das Essen schien offenbar nicht mehr allzu lange zu dauern. „Ich hol mal unser scheues Reh." Mit einem letzten Blick zu Leo wandte er sich ab und stieg die Stufen hinauf. Justins Zimmer lag beinahe direkt gegenüber von seinem.
Vor der Tür verharrte er kurz, ehe er die Hand anhob und zaghaft gegen das dunkle Holz klopfte. Stille. „Justin?", fragte er mit gedämpfter Stimme und klopfte nochmal. „Justin? Das Abendessen ist fertig."
Plötzlich wurde die Tür aufgerissen, so ruckartig, dass Nick zwei Schritte nach vorne taumelte und leicht gegen Justin prallte. Er räusperte sich, beinahe verlegen, und trat zurück. „Sorry." Nick selber war die Situation gerade ein wenig peinlich.
Justin nickte jedoch nur und trat an ihm vorbei. "Ich habe keine Lust in so einer Stimmung zu essen", brummte er.
„Leo hat mich verarscht", murmelte er. „Er ist gar nicht sauer und er hat durch mein Gesicht geleckt." Der Gedanke daran schauderte Nick noch immer, aber immerhin hatte er es geschafft Justin ein kleines Lächeln auf das Gesicht zu zaubern. Offenbar war das Reh, dann doch ein wenig schadenfroh. Nick sah sich nicht mehr nach Justin um, sondern nahm zwei Stufen auf einmal nehmend die Treppe wieder hinunter. „Wo ist Basti?"
„Auf dem Balkon", erwiderte Robin. „Und Leo?" Irritiert blinzelte Nick.
„Auf der Couch."
Aber als Nick dorthin blickte, war nichts zu sehen. Vielleicht oder eher ganz sicher, hatte er sich einfach bequemer hingesetzt oder hingelegt. Dadurch konnte man ihn gar nicht sehen. Aber in Nicks Kopf huschte der Gedanke, dass Eliot sich irgendwo verstecken könnte und ihn erschrecken würde. Er blickte sich um und in alle erdenklichen Verstecke, konnte aber nichts Auffälliges entdecken.

Lachen war gesund, Lachen hob die Stimmung und Nicks Lachen steckte sogar Eliot kurzzeitig an, aber eher, weil er wie ein Karpfen wirkte, der nach Wasser schnappte. Er konnte nicht anders, als diebisch zu grinsen und dieses wurde noch breiter, da Nicks Gesicht einfach göttlich war. Im Grimassen schneiden war er ziemlich gut und dieser angewiderte Blick erst.
Eliot lachte lauthals los, fand es urkomisch und schüttelte schließlich doch den Kopf. „Sorry, aber ich mach das immer wieder", neckte er. „Immer dann, wenn du ne Schnute ziehst und herum bockst", drohte er spielerisch an, ehe er sich normal hinsetzte. Den seichten Schlag ignorierte er gekonnt, den Spruch jedoch weniger, der schon ziemlich frech und dreist war. So, so, dabei sein wollte er dann schon, wenn er was aufriss. Ne Tüte Chips wohl eher, die zickte immerhin nicht rum oder stellte Ansprüche. Doch vorerst hüllte sich Eliot darüber in Schweigen, hob lediglich die Hand und winkte Nick hinterher.
Sollte er ruhig mal das Rehlein holen, vielleicht fraß er es auch gleich auf? Wer weiß. Bei Nick war man derzeit nie sicher. Er musste sich nur zurück an Robin erinnern. Anfangs hatte Nick ihn auch beinahe gefressen und das nur, weil er genau wie Justin war und sich Wochen später erst aus dem Schneckenhaus getraut hatte. Sebastian war da etwas anders, er stand über den Dingen, fügte sich sehr schnell ein und ärgerte auch schon mal dreist die anderen. Besonders Nick schien es vermehrt zu treffen und doch sahen ihn nach kurzer Zeit alle als ihren liebsten und besten Kollegen. Das war er aber auch, abgesehen von Kris, Dario und Bill.
Die drei waren mittlerweile am längsten da, ließen sich nur noch schwer aus der Ruhe bringen und das lag eindeutig am Alter. Schabernack gab es da keinen mehr und ... Eliot sah sich kurz um, erst nach links, dann nach rechts und dann Richtung Küche und Balkon. Ob er? Er plante schon den nächsten Blödsinn, huschte hastig aus dem Wohnzimmer rüber ins Gästebad und schielte aus dem Türspalt. Wie es schien genau rechtzeitig, Nick kam runter, suchte scheinbar nach ihm und hatte die Flinte bereits gerochen. Tja, zwölf Jahre Freundschaft zahlten sich eben aus und man kannte sich beinahe schon blind.
Sogar im Dunkeln erkannten sie sich oder aber sie wussten ganz genau, was der Andere mochte oder gar hasste. Nur eins wusste Eliot noch immer nicht oder aber er hatte es schlicht nicht mitbekommen und übersehen. Toller, bester Freund, dachte er sich, trottete aus dem Bad heraus und auf den suchenden Nick zu. „Mir ist da echt was eingefallen, was mir nie aufgefallen ist", murmelte er, schlang seine Arme um ihn und seufzte. „Ich bin entweder blind oder einfach nur dumm", grummelte er mit mürrischem Unterton. „Hab ich je mitbekommen, dass du ne Beziehung hast oder auf was du generell privat stehst? Ist mir da irgendwas in zwölf Jahren entgangen?" Fragen die ihn beschäftigten, einfach in seinem Kopf waren und auf die er dennoch keine Antwort hatte, sie aber gerne wissen würde. Sie waren immerhin beste Freunde und Nick hatte das Drama mit Bill schließlich auch mitbekommen.

Nick zuckte leicht zusammen, als sich plötzlich Eliots Arme von hinten um ihn schlangen. Wusste er es doch! Eigentlich wollte er etwas sagen, fluchen und sich befreien. Aber die plötzliche Frage über eine Beziehung oder auf was er stand, ließen ihn dann doch verharren. Es war ihm gar nicht bewusst gewesen, dass Eliot solche Dinge nicht wusste. Obwohl ... eigentlich müsste er nach ihren vielen Drehtagen und Jahren ganze genau wissen, worauf er abfuhr. „Kann ich dir das nicht später erzählen? Mit einem Bier auf dem Zimmer?", fragte Nick leise. „So viel gibts da auch gar nicht, weil du das meiste ohnehin bereits weißt." Er drehte sich in der Umarmung um und schlang seine Arme um Eliot. Einen kleinen Moment wollte er sich dann doch herausnehmen. „Danke, dass du mich heute ausgehalten hast", murmelte er leise.
Es machte ihm noch immer zu schaffen, dass er dermaßen die Fassung verloren hatte. Andererseits war er froh, dass Peter endlich weg war. Vorerst. Da war dieses flaue Gefühl in seinem Magen, welches immer bei Unwohlsein kam. Und gerade fühlte er sich ziemlich unwohl, was nicht an seinen Mitbewohnern lag, sondern an der stillen Angst, dass Peter jetzt andere Karten ziehen würde. Peter ihn bei Luke verpfeifen würde und, dass er dann richtig Ärger bekommen würde. Er hofft nur, dass man ihm seine Angst nicht ansah. Langsam trat Nick zurück und sah zu Eliot.
„Hast du auch so einen Hunger?", fragte er und versuchte damit seine Angst zu überspielen. Ohne auf eine Antwort zu warten, ging er zu dem Tisch. Justin half Cloud und Robin die Sachen auf den Tisch zu räumen und setzte sich anschließend, während Cloud die Tür zu Dachterrasse öffnete und Basti Bescheid gab.

Später bei einem Bier in ihrem Zimmer klang gut, jedoch hatte Eliot das dumme Gefühl, Nick würde ihm ausweichen. Das meiste wusste er bereits? Klar, Sachen vom Dreh, von der Arbeit aber alles andere Fehlanzeige. Besonders, wenn Nick allein im Urlaub war. Was war da? Man rief an, schickte ein Foto und wie toll der Trip nach Marokko war. Privates gab es da nicht. Nichts, was auf irgendwas schließen würde. „Klar, erzähl es mir später bei einem Glas Wasser. Bier ist nämlich alle", erwiderte er gelassen, ignorierte das Geklapper hinter sich aus der Küche und doch herrschte ein reges Treiben, welches sich auf ihn übertrug. Hunger hatte er schon irgendwie, immerhin war seine letzte Mahlzeit das Frühstück und das hatte mehr aus Kaffee bestanden.
Eliot tat es Nick also nach, dennoch war er stutzig und sah seinen besten Freund skeptisch an. Irrte er sich oder kam ihm dieser seltsam ruhig vor? Seit Peters Verschwinden wirkte er anders und er hätte schwören können, dass Nick etwas bedrückte. Eliot beließ es vorerst dabei, er setzte sich neben seinen besten Freund und ebenso Sebastian nahm, nachdem man ihn gerufen hatte Platz.
„Morgen muss jemand einkaufen und es wäre gut, wenn das zwei machen oder drei. Je nachdem wie wir Zeit haben", merkte Cloud während er nach und nach die Teller füllte an und sah aufmerksam in die Runde. „Basti du hast doch morgen frei, oder?"
„Schon", erwiderte er, nahm einen Schluck aus seinem Glas und sah rüber zu Eliot.
„Ich komm ja schon mit, hab ja eh nichts zu tun", merkte dieser an, ehe Basti überhaupt etwas sagen konnte.
„Macht euch am besten ne Liste und vergesst das Bier nicht", mischte sich Robin ein.
„Vielleicht auch frisches Obst und Eis." Obst und Eis? Was hatte Justin denn damit vor? Dachte er an die Gesundheit?
Eliot musste jedenfalls schmunzeln. „Dann also auch mal was Gesundes. Eier sind aber auch auf jeden Fall auf der Liste und Schinken.
"Ich will Schokolade", warf Sebastian ein und Cloud war der Meinung, dass Reis und Nudeln vernünftig wären.
In Gedanken notierte sich Eliot bereits einiges, dann aber sah er zu Nick. „Hast du einen speziellen Wunsch?"

Schweigend verfolgte Nick die einzelnen Gesprächsfetzen seiner Mitbewohner. Wiedergeben was gesagt wurde, konnte er jedoch nicht. Mit seinen Gedanken war er ganz anders. Er dachte noch immer an Peter. Allerdings freute er sich auch auf das gemeinsame Wochenende mit Leo und malte sich bereits Einzelheiten aus. Nur langsam leerte er seinen Teller. Plötzlich stieß Basti ihn in die Seite. Kevin schreckte auf und blickte verwirrt zu dem Braunhaarigen rechts neben ihn. „Hast du einen Wunsch?"
Für das Wochenende? Da fiel ihm für Sonntag doch einiges ein. „Neben dem Ausschlafen Sonntag, könnten wir durch die Stadt schlendern." Nick formulierte das so selbstverständlich, dass selbst Justin in Lachen ausbrach. Er verstand nicht, was an seiner Aussage so witzig gewesen war. Irritiert warf er einen Blick in die Runde. Selbst Basti, Cloud und Robin hatten ein Grinsen auf den Lippen.
„Einen Wunsch zum Einkaufen. Leo und Basti gehen morgen einkaufen", erklärte Cloud.
„Bier. Das ist nämlich alle."
„Ach! Dabei hattest du doch Leo vorhin noch vorgeschlagen, ihm etwas mit einem Bier auf dem Zimmer zu erzählen, erwiderte Cloud amüsiert. „Ja, das hatte ich gehört."
Hatte er das wirklich gesagt? Das war ihm gar nicht mehr bewusst gewesen. Dabei hatte er die letzten drei Bierflaschen aus dem Kühlschrank genommen und mit Cloud noch kurz drüber geredet gehabt. Er schob seinen Teller von sich und nahm einen großen Schluck aus seinem Wasserglas.
„Man ... was ist denn heute mit dir los?", fragte Basti. Beinahe klang er ein wenig besorgt und sah Nick von der Seite an.
Nick tat es jedoch mit einem leichten Schulterzucken beiseite. „Joghurt, Honig und Nutella." Wieder blickte er in die Runde. Aber als diesmal in keinem Gesicht ein Grinsen zu sehen war, war Nick sich sicher, dass er nun doch drei Sachen genannt, die noch fehlten. „Kaffeepulver auch. Ich bin der Meinung, dass es sehr knapp ist." Nick blickte zu seinem besten Freund.
Gemeinsam auf dem Zimmer und über sein Liebesleben reden? Irgendwie graute es ihm davor ein wenig. Bisher hatte er mit absolut niemandem darüber gesprochen. Zwar wusste Nick, dass Eliot schweigen würde und mit Sicherheit auch nicht verurteilen würde. Aber sein Liebesleben lag zwölf Jahre zurück und gehörte seiner Vergangenheit an, mit der er eigentlich abgeschlossen hatte.

 Aber sein Liebesleben lag zwölf Jahre zurück und gehörte seiner Vergangenheit an, mit der er eigentlich abgeschlossen hatte

 

Nick blickte zu seinem besten Freund. Gemeinsam auf dem Zimmer und über sein Liebesleben reden? Irgendwie graute es ihm davor ein wenig. Bisher hatte er mit absolut niemandem darüber gesprochen. Zwar wusste Nick, dass Eliot schweigen würde und mit Sicherheit auch nicht verurteilen würde. Aber sein Liebesleben lag zwölf Jahre zurück und gehörte seiner Vergangenheit an, mit der er eigentlich abgeschlossen hatte.

Ausschlafen? Eliot blinzelte verwirrt über Nick, musste schließlich grinsen und da war ihm klar, dass er in Gedanken ganz woanders war und nicht bei der Einkaufsliste. Ihn beschäftigte tatsächlich etwas und das galt es herauszufinden. Er beobachtete seinen besten Freund daher eingehend, aber irgendwie sah er aus wie immer, nur ruhiger und mehr in Gedanken als sonst. Immerhin aber nicht so sehr, dass ihm aufgefallen war, dass der Kaffee knapp wurde.
Den brauchte man hier auch in Massen, da einige bereits um fünf Uhr aufstanden oder noch früher, wenn es sich um einen Flug ins Ausland handelte. Jener bestand Eliot derzeit nicht vor und darüber war der Blonde mit dem smarten Lächeln und Tunnel im Ohr durchaus dankbar. Das ständige Hin und Her zwischen Prag und Bratislava war anstrengend genug und manchmal fragte er sich, wie andere das schaffen.
„Hoffentlich kann ich mir das bis nachher alles merken", erwiderte Eliot nachdenklich, schob sich eine Gabel in dem Mund und sah verwirrt Basti nach, der aufgestanden war und die Küche absuchte. Eine Weile ging das so, Sebastian öffnete jede Schublade und erst als er gefunden hatte, was er suchte, setzte er sich zurück zu den anderen und notierte bereits alles, was es einzukaufen galt.
Eliot grinste, kratzte die Reste auf seinem Teller zusammen und schob sich den letzten Bissen in seinen Mund. „Schreib mal noch Wasser und Cola auf. Nur Bier und Kaffee sind nichts auf Dauer."
Basti notierte auch das, dann legte er die Liste weg und widmete sich wieder seinem Essen, ehe ihm doch noch etwas einfiel. „Kann man zwar nicht einkaufen, aber wäre dennoch wichtig, anzumerken, dass ich persönlich dafür bin, die nächsten Tage einfach mal für bestimmte Leute die Tür zuzulassen? Egal, wer davor steht."
„Und wenn Luke vor der Tür steht oder schlimmer noch Gustav?"
„Die beiden sind eine Ausnahme", mischte Eliot sich ein. „Ebenso falls dieser Dobermann hier auftauchen sollte, was ich aber nicht annehme, da dies eine private WG ist und kein Drehort."

Nick hörte, auch nachdem er seine Wünsche für den Einkaufszettel geäußerte hatte nur zur Hälfte zu. Dass Eliot daran zweifelte, sich alles merken zu können und Basti vorschlug vorerst bestimmte Leute nicht mehr in die WG zu lassen, bekam er dann doch mit. Er warf einen Blick zu seinem besten Freund rüber und stellte fest, dass dieser ihn ebenfalls musterte. „Sich Sachen zu merken war noch nie deine Stärke", murmelte er leise in sein Glas Wasser und schielte vorsichtig zu ihm hinüber. Gerade waren es diese kleinen Momente, die ihn auf andere Gedanken brachten. Na ja. Eher war es Eliots Reaktionen, die ihn aufmunterten, da er meistens zurück ärgerte. Basti notierte sich alle Sachen sorgfältig auf einem Zettel, lehnte sich dann leicht vor und blickte in die Runde.
Nick blickte auf. Den Vorschlag, dass man vorerst die Tür für bestimmte Leute nicht öffnete, gefiel ihm ziemlich gut. Letztendlich war es ganz gut so. Sie mussten dringend daran arbeiten Justin ein wenig aus seinem Schneckenhaus zu holen und an der Atmosphäre allgemein, die sich vor allem seit Peters Anwesenheit ziemlich geändert hatte. „Find ich gut", murmelte er leise. Nick hatte dennoch keinen Appetit mehr und wartete nur noch darauf, dass alle endlich fertig waren. Es dauerte, vor allem Eliot schien extra langsam zu essen. Dann endlich, gefühlt nach vierzig Minuten, hatte er endlich seinen letzten Happen gegessen.
„Also ... da Nick und Leo noch ein privates Gespräch über Männer und Liebe zu führen haben und Robin und ich gekocht haben, werden Sebastian und Justin jetzt die Küche aufräumen", sagte Cloud in die Runde. Im selben Moment schob er seinen Stuhl zurück und stand auf. Er beugte sich leicht über den Tisch und begann alle Teller ineinander zu stapeln und am Ende, legte er das ganze Besteck auf den letzten Teller.
Nick stand auf, nahm die ineinander gestapelten Teller und brachte sie noch in die Küche. Nachdem er diese neben der Spüle abgestellt hatte, nahm er zwei frische Gläser aus dem Schrank und klemmte sich eine Wasserflasche unter seinen Arm. „Kommst du jetzt, du neugieriges etwas?" Er ging bereits zur Treppe vor, wartete dort dann aber auf Eliot, da sie nicht abgesprochen hatten, in welchem Zimmer sie miteinander sprechen wollten. War sein Zimmer überhaupt aufgeräumt?
Nick hatte es sich heute Morgen vorgenommen, aber er glaubte, dass Peter genau in dem Moment kam, als er anfangen wollte. Daher dürfte sein Zimmer noch genauso chaotisch aussehen wie heute Morgen. „Du hattest dein Zimmer vorgeschlagen oder Leo?", rief er. Hoffentlich würde Eliot seinen kleinen Trick, ihn von seinem Zimmer fernzuhalten nicht durchschauen.

Sachen merken war nie seine Stärke? Aha, nur gut, dass er sich wenigstens Nick seinen Namen und dessen Gesicht merken konnte. „Deinen Arsch erkenne ich aber schon noch. Sogar im Dunklen", erwiderte Eliot daher leicht gehässig, ehe er bereits wieder grinste und eher über Peter nachdachte, der die nächste Zeit sowas wie Hausverbot hatte. Gut so, auf ihn hatte er wenig Lust. Weder auf sein dummes Gesicht, noch auf seine penetrante Stimmlage, wenn er das Kreischen anfangen würde. Und das tat er dann doch ziemlich gerne und aus dem Grund heraus, dass es mal wieder nicht nach seiner Nase ging. Zum Kotzen so ein Verhalten, zu ändern war es jedoch nicht. Das musste Peter dann schon selber und das konnte bei ihm dauern.
Eliot seufzte, schob sich den letzten Bissen in den Mund und schob seinen Teller von sich, der kaum später von Cloud eingesammelt und auf die anderen gestellt wurde. Basti und Justin würden also abspülen und Nick und er selber hatten ja auch noch etwas vor. Ein wichtiges Gespräch unter Männern, unter alten Echsen, die die Nase vom Jagen scheinbar voll hatten. Oder auch nicht. Er sah zu Sebastian, dann zu Justin, der sich langsam erhob und zur Spüle trat. Die zwei waren so grundverschieden und doch passten sie ganz gut in die WG rein. Basti, der Clown und Justin das Reh. Tag und Nacht und wie Sonne und Mond.
Eliot grinste bei dem Gedanken, sah dabei jedoch Nick an. Neugieriges Etwas, also bitte. So neugierig war er dann auch nicht, folgte seinem Freund jedoch nach oben und stieß beinahe mit ihm zusammen, da er einfach stehen geblieben war und unschlüssig wirkte. Offenbar überlegte er welches Zimmer sie nutzen sollten und da Nick etwas zu lange darüber nachdachte, schritt er schnurstracks an ihm vorbei und zu seinem Zimmer. Galant öffnete er die Tür, drehte sich um und grinste.
„Komm schon rein, mach's dir bequem und fühl dich ganz wie zu Hause." Schwungvoll schloss er hinter ihnen die Tür und genauso übermütig schmiss er sich auf sein großes Bett, sah seinen besten Freund aufmerksam an und pattete neben sich. „Dann erzähl mal. Von mir und meinen jugendlichen Eskapaden weißt du eh schon alles. Na ja, abgesehen von dieser einen Sache", grinste Eliot, mopste sich eins seiner Kissen und klemmte sich dieses entspannt hinter den Kopf.

Nick schlich beinahe hinterher, war aber heilfroh und erleichtert, als Eliot die Tür zu seinem Zimmer öffnete und ihn hereinschickte. Er verschloss die Tür, schmiss sich auf sein Bett und pattete neben sich, während er zu ihm sah. Nick zögerte einen Moment, dann sprang er neben Eliot und benutzte statt einem Kissen lieber seine Schulter. Beinahe nervös zupfte er am Bettlaken herum und schien Löcher in die Luft zu starren.
Eliot war zwar sein allerbester Freund und bis auf Nicks Liebesgeschichten wusste er wirklich alles. Aber seine Liebesgeschichten waren irgendwie privat, niemand wusste davon. Er brachte auch nie einen One-Night-Stand mit hierher, sondern schlief immer dort und haute mitten in der Nacht ab. Eine kleine Sache, die sich eingegliedert hatte. „Wie ich schon sagte Leo ... da gibts nicht soviel zu erzählen. Es ist nicht einmal annähernd so spannend wie dein Liebesleben. Ich hatte meine letzte Beziehung vor zwölf Jahren. Er war mein erster Freund. Wir waren mehrere Jahre zusammen, aber irgendwann war er umgezogen. Erst hatten wir eine Fernbeziehung probiert, aber das hatte nicht funktioniert. Die gegenseitige Eifersucht war es, die uns auseinander gebracht hatte. Das ist inzwischen, glaube ich, zwölf Jahre her. Seitdem hatte ich ein paar One-Night-Stands. Nicht besonders viele und auch alles einmalige Sachen. Beziehungen hatte ich strickt abgelehnt. Hauptsächlich, weil es durch unseren Job zu kompliziert gewesen wäre ... aber langsam denk ich, dass der Richtige einfach noch nicht dabei war ..."
Vorsichtig blickte er zu Eliot auf. Er wusste, dass er ihn niemals auslachen oder verurteilen würde. Vielleicht würde ein dummer Spruch kommen, aber damit würde er umgehen können. Erst jetzt wurde ihm Eliots letzter Satz: „Bis auf die eine Sache", richtig klar. „Aber ... Leo ...? Was für eine Sache weiß ich nicht? Was verschweigst du mir?" Plötzlich fühlte er sich wieder ein wenig besser, nicht mehr so nervös. Eher war er jetzt neugierig, auf Eliots eine Sache. Über sein Liebesleben zu erzählen, hatte ihm dann schon eine ziemliche Überwindung gekostet. „Heißt das, du hast bei dem Namen Nick erst meinen Arsch vor deinen Augen und dann mein Gesicht?"

Eliot ließ Nick gewähren, als dieser seine Schulter als Kissen nutzte und sich scheinbar so besser entspannen konnte. Entspannung trug zudem dazu bei, dass man gelöster war und damit sprudelte es nur so an Worten aus einem heraus. Jedenfalls war das bei ihm so und zugegeben, er war wirklich neugierig aber auch perplex. Nick hatte nicht viel zu erzählen, dazu nur eine Beziehung und die lag ganze zwölf Jahre zurück? Er war erstaunt, aber er konnte es auch verstehen. Beziehungen führen war nicht leicht, schon gar nicht in ihrem Job und auch nicht, wenn man dann doch mal etwas mit einem Kollegen hatte und das über einige Jahre. Davon konnte Eliot zumindest ein Lied singen.
„Weißt du, Nick ...", fing er an, drehte sich und warf ihn somit von seiner Schulter. „Besondere Menschen verdienen auch besondere Menschen und scheinbar gibt es diesen besonderen Menschen nicht oder noch nicht." Irgendwo da draußen aber bestimmt und auch für Nick. Vielleicht nicht jetzt, aber in ein paar Jahren. „Schau mich mal an, ich hatte einige Beziehungen, darunter eine zu Bill und wie er ist, das weißt du. Sowas will man auf Dauer nicht haben." Man sah sich kaum noch am Ende und wenn doch, dann endete es im Stress oder im Vorwurf, er würde sich zu wenig kümmern. Dabei hatte er sich immer gekümmert, täglich geschrieben, telefoniert und sogar die Webcam angeschmissen.
Alles auf Dauer ein Fiasko und irgendwann endete es unschön in einer Trennung. Zwei Rebellen waren dann doch einer zu viel gewesen. Da wäre es deutlich besser, wenn man sich jemand ruhigeren suchte und genau das tat er bereits. Auch, wenn er wegen der Sache mit dem Dinosaurier noch immer beleidigt war. „Sag bloß, du hast das noch nicht mitbekommen?", fragte Eliot verschwörerisch, spielte mit den blonden Haaren seines besten Freundes, ehe er doch lachen musste. Aber nur wegen der Sache mit seinem Gesicht, beziehungsweise seinem Hintern.
„Nein ... haha. Ich hab erst dich vor Augen und dann deinen Arsch in der Hand. Du kennst mich doch, ich erkenn die Vorzüge auch im Dunkeln, besonders deine und da gehört dein heißer Arsch nun mal dazu." Unterstreichend kniff er in genanntes Körperteil, klatschte einmal darauf und überlegte, ob er nicht neckisch einmal reinbeißen sollte. Aber nein, das hob er sich für später auf.
Erst war da noch etwas, beziehungsweise wusste er nicht, ob da was war. „Erinnerst du dich an Robin seinen Geburtstag? Ist so gesehen ja auch noch nicht so lange her und Sebastian ist drei Tage vorher eingezogen", erzählte er und erinnerte sich nur zu genau an diesen Tag. Alles nach Stunden angetrunken und nicht mehr ganz klar im Kopf. „Ich hab mit Basti rumgemacht und das hatte nichts mit einem Dreh oder ähnlichem zu tun. Keine Ahnung wie er das sieht, aber mich hat es irgendwie so ein bisschen erwischt."

Nick fiel bei Eliots ruckartiger Bewegung mit seinem Kopf in die weichen Kissen. Beschweren tat er sich nicht. Es waren Leos Worte, die ihn verstummen ließen. Schließlich hatte dieser irgendwie recht. Sein besonderer Mensch war noch nicht dabei, aber irgendwann würde dieser bestimmt noch kommen. Ganze sicher. Er wusste auch noch ganz genau, wie die Beziehung zwischen Bill und Eliot war. Soweit schien sie super zu sein, aber schon nach einiger Zeit taten sich die zwei Rebellen gegenseitig nicht mehr gut. Das Nächste ging so schnell. Erst fragte er ihn, ob er es noch nicht mitbekommen hatte und dann fing Eliot plötzlich an zu lachen, faselte etwas von Hintern und Gesicht und Vorzügen.
Nick konnte es nur zur Hälfte verstehen. Plötzlich hatte er Leos Hand auf seinem Po. Es war nichts, was nie passieren würde. Zwischen ihnen passierte es sogar ziemlich häufig. Da sind die Hände manchmal noch ganz woanders. Aber, alles war Spaß. Nick lachte auch und begann sich unter seinem Griff zu winden. Er legte seine Hände auf Eliots Brust und stieß ihn bestimmt ein wenig von sich. Gerade wollte er erneut ansetzen und nach der einen Sache fragen, aber da begann er bereits selber zu erzählen.
Von Robins Geburtstag, von Basti und ... „Ehrlich? Du hast was für den Kleinen über?", fragte er. Nick stellte es nicht infrage, aber ein wenig seltsam fand er es dann schon, da Basti jünger war. „Darum saß er vorhin auf deinem Schoß, oder?", fragte er nach. „Du versuchst ihm unauffällig nah zu sein und ein wenig deine Gefühle zu überspielen?" Nick ließ ihm gar keine Zeit zu antworten, sondern griff nach Eliots Händen. Er drückte ihn in die Matratze und machte es sich auf seinem Bauch bequem. „Aber ganze ehrlich ... Leo. So wie Basti dich ansieht und vor allem vorhin angesehen hat. Ich glaube nicht, dass es für ihn unbedeutend war."

War Nick jetzt kitzlig am Hintern oder guckte er gerade so deppert, dass er lachen musste? Eliot war sich nicht sicher, wirkte irritiert und dachte erstmal nach. Vermutlich aber kitzlig, denn das würde seinen Lachflash von diesem einen Dreh erklären, den er ziemlich deutlich vor sich hatte, dann aber abschüttelte. Nick schien jedenfalls überrascht zu sein, dass er sich tatsächlich ein bisschen in Sebastian verguckt hatte und das obwohl da ein paar Jahre dazwischen lagen. Zwei Jahre um genau zu sein und doch störten diese weder ihn, noch scheinbar Nick, der plötzlich ganz Ohr war und seine ganz eigenen Theorien hatte. Unauffällig war er jedoch nicht. Nicht wirklich, beziehungsweise hatte Sebastian sich eher auf seinen Schoss gesetzt und doch sah es danach aus, als hätte er das gemacht, um Platz zu sparen.
Gefühle überspielte er aber keine. Jedenfalls nicht bewusst oder doch? Eliot runzelte die Stirn. „Überspielen tu ich da rein gar nichts, jedenfalls nicht bewusst", erwiderte er seinem besten Freund und ächzte kurz unter dessen Gewicht auf, als er es sich dreist auf seinem Bauch bequem machte. Zwar war Nick nicht sonderlich schwer, aber das kam dann doch ziemlich schnell und unverhofft. Anders als beim Dreh, da konnte es dann doch anders kommen. Der letzte gemeinsame lag jedoch schon lange zurück. Nick hatte mit den Neulingen zu tun und er selber eher mit denen, die schon alteingesessen waren. Wie Sebastian sagen würde, es handelt sich um Dinosaurier und da war er bereits wieder in Gedanken bei ihm. Blicke waren ihm jedoch keine aufgefallen, Basti schaute so ziemlich jeden an.
Sogar Robin und Cloud oder auch mal Justin, der jedoch Blicken ziemlich häufig auswich. „Ich hab dafür scheinbar kein Gespür mehr. Bin zu alt und aus der Übung", merkte er ernst an und grübelte erneut. Flirten konnte er aber seit der Trennung mit Luke hatte er scheinbar wirklich das Feingefühl für die wichtigen Dinge verloren und das lag nun auch schon über ein Jahr zurück. „Liebe ist echt mal kompliziert", grummelte er vor sich hin.

Die ganze Geschichte um Eliot und Basti faszinierte Nick beinahe. Er wusste von Leos Beziehung zu Bill, die leider schlecht endete und auch von der Beziehung zu Luke. Das war Eliots letzte Beziehung gewesen. Wenn Nick genau darüber nachdachte, hatte er ihn seitdem nicht mehr flirten gesehen, ab und zu mal ein paar Blicke auf den Po, aber mehr nicht. Er bekam ja nicht einmal die Flirt-versuche der anderen mit. Nick selbst war nicht unglücklich, aber wünschte sich schon heimlich still und leise, endlich jemanden zu finden. Umso mehr freute er sich für Eliot. Es war so offensichtlich, dass zwischen beiden etwas gelaufen war. Selbst bei Basti konnte man es nicht übersehen.
Er war ziemlich häufig, dort wo Eliot war und er suchte seine Nähe. Gut ... vielleicht steigerte Nick sich dort auch in irgendetwas rein. „Alt ja", erwiderte er mit einem sanften Lächeln. „Aber nicht aus der Übung. Du musst einfach ein wenig aufmerksamer sein. Ich meine ... Basti saß auf deinem Schoß, was er nebenbei bemerkt, bei noch keinem anderen gemacht hatte. Er hat dir beim Abendessen immer wieder Blicke zugeworfen. Ein paar, aber ich habs dennoch gesehen." Nick sah ihn an. Dann setzte er sich auf, rutschte an die Bettkante und stand auf. „Ich hab eine Idee", murmelte er leise und blickte auf seinen Freund nieder. „Wir könnten Sebastian mit zum Feiern nehmen. Du kennst mich, ich würde dort ohnehin jemanden finden und bevor du dort alleine bist, hast du Basti mit, mit dem du etwas machen kannst. Vorausgesetzt er hat Zeit ..." Nick wirkte beinahe ein wenig unsicher. Er musterte seinen besten Freund eingehend. Vielleicht war es falsch, aber irgendwie wollte er jetzt umso mehr, dass Eliot glücklich war, da er niemanden hatte.
Das Thema Liebe konnte man schon durchaus als kompliziert auffassen, dabei war es doch weit mehr und gar nicht allzu kompliziert. „Leo ... Liebe ist nicht kompliziert, sie wird bloß von allen als kompliziert empfunden. Zum einen, weil man plötzlich mit einem Mensch auskommen muss, der nicht zur Familie gehört. Und zum anderen, weil viele ihre eigenen Gefühle nicht in Worte fassen oder drücken sich sogar davor. Dabei ist doch das Einzige, was man praktisch tun muss, auf sein Herz zu hören." Ja ... da sprach die Weisheit aus ihm. Aus jemanden, der bisher nur einen Freund hatte und seitdem jeder Beziehung aus dem Weg ging. Aber bisher hatte sein Herz auch noch nicht gesprochen.

Alt aber nicht aus der Übung, so, so. Eliot musste bei dieser Aussage schon schmunzeln. Allerdings war auch ihm aufgefallen, dass Sebastian sich nicht bei jedem auf den Schoß setzte oder gar in die Nähe von jemand anderem. Seltsam, dass ihm das erst jetzt auffiel und Nick dafür aber umso mehr. Dabei war er es, der seit zwölf Jahren keine Beziehung mehr hatte. Da schien dann aber doch mehr hängengeblieben zu sein oder es war ziemlich lang und intensiv. So wie Nick vorhin gesprochen hatte musste es Letzteres sein. Eliot beließ es beim Zuhören, immerhin richtete sich Nick auf und brabbelte etwas von einer Idee. Wie genau diese aussah, erklärte er kaum später.
Basti mit in den Club nehmen, damit er nicht alleine war? Was sollte das denn jetzt? Er war empört, eigentlich wollte er mit Nick alleine um die Häuser ziehen und nicht dabei zugucken, wie er sich irgendwen aufriss. „Eigentlich", begann er, dann aber verstummte er und sah Nick erneut skeptisch an. Vielleicht war es doch keine so schlechte Idee Sebastian mitzunehmen. Fragen konnte man ja und wer weiß, ob er am Wochenende nicht schon etwas anderes geplant hatte. Eliot schnappte sich wieder sein Kissen, rollte sich auf den Bauch, knautschte es zusammen und betete schließlich seinen Kopf darauf. „Wenn wir Basti mitnehmen, suchst du dann offiziell, oder wird das nur so nen einmaliges Ding?" Neugierig war er ja schon, immerhin sah man Nick selten flirten und wenn doch, dann mehr mit der Kamera als mit einer lebenden Person.
Von Liebe hatte er dann aber doch mehr Ahnung, als er selber oder aber es kam ihm so vor, weil er bisher immer irgendwie gescheitert war und gerne nach einigen Jahren alles gegen die Wand fuhr. Vielleicht war er für Beziehungen einfach nicht geschaffen oder aber es lag daran, dass seine Partner alle älter waren und somit etwas schwieriger in der Handhabung. „Wenn es Liebe nicht ist, dann bin ich kompliziert oder unfähig", grübelte Eliot. „Vielleicht waren es auch immer die Falschen und ich noch nicht wirklich bereit für etwas Langfristiges." Sich auf den Rücken rollend starrte er schließlich die Zimmerdecke an und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. „Was machen Cloud und Robin da anders? Die sind seit Jahren zusammen und wirken immer noch wie auf Wolke sieben."

Nick betrachtete Eliot vorsichtig. Irgendwie wirkte er ein wenig bedrückt und nachdenklich. Sauer? Enttäuscht? Nein, das war es nicht, schließlich fragte er kurz darauf, ob er sich im Club offiziell umschauen würde oder bloß nach etwas Einmaligem. Nick drehte sich auf die Seite und stützte sich auf seinem Ellenbogen ab. Sein Blick ruhte auf Eliot. „Sagen wir, ich gehe mit der Einstellung: Offen für alles in den Club. Ich kann mich ja schlecht vorab entscheiden, ob ich nur Sex will oder eine Beziehung." Er hielt inne. Alleine das wird ein riesiger Schritt für ihn werden. Aber vielleicht würde es ihm ganz guttun, mal mit einer anderen Einstellung an die Sache heranzugehen. Plötzlich seufzte Eliot auf. Er redete verwirrendes Zeugs. Etwas davon, dass er kompliziert oder zu unfähig sei, nicht bereit für etwas Langfristiges sei.
Nick rutschte näher an ihn heran und legte seinen Arm über Eliots Rücken. „Hör auf, so einen Unsinn zu reden. Du hattest mehrere Beziehungen als ich. Und nur, weil deine von kurzer Dauer waren, heißt es absolut nicht, dass du zu unfähig oder unreif bist. Und kompliziert gar nicht. Hör bloß auf, so zu denken!" Nick warf ihm beinahe einen beleidigenden Blick zu. „Cloud und Robin lassen die Probleme nicht so lange bei sich und sie lassen es nicht zu, dass die Probleme die beiden zerstören. Das heißt, wenn es Probleme gibt, sprechen die beiden direkt darüber und klären die Dinge. Das ist eigentlich das Wichtigste! Und bevor du jetzt irgendetwas anderes behaupten solltest. Du hast auch das bei deinem Ex Freunden gemacht. Aber gibt halt auch oft Dinge, die man nicht so einfach klären kann. Gerade dann, wenn eine Beziehung noch nicht so lang war, könnte sie daran kaputtgeh -" Nick wurde davon unterbrochen, dass Bastian die Tür einfach aufstieß.
„Sorry", murmelte Basti, betrat jedoch das Zimmer verschloss die Tür und setzte sich wie selbstverständlich auf das Bett. „Eliot, wann gehen wir morgen einkaufen? Ich würde gerne ausschlafen ..." Sein Blick glitt unsicher zwischen Nick und Eliot hin und her und Nick bemerkte, wie seine Mimik für kurze Zeit ziemlich bedrückt wirkte. Genauso schnell war sein mildes Lächeln wieder auf den Lippen.

Offen für alles. So war er damals auch. Jedenfalls bis Bill dazwischen kam und danach war es vorbei mit dem offen für alles. Danach kam nämlich erstmal gar nichts mehr und anfangs hatte er sogar Luke weggeschoben. Eher aber aus dem Grund, weil er ganze zwölf Jahre älter war und nur noch hinter der Kamera stand. Etwas, was Eliot so gar nicht verstand. Er sah immer noch verdammt heiß aus, hatte den Körper eines jungen Mannes und doch hielt er sich aus allem heraus, was sich vor und nicht hinter seiner Nikon befand.
Eliot schüttelte den Gedanken ab, spürte einen Arm und sah zu Nick auf, der ihn mit Worten tadelte. Vielleicht war es Unsinn, vielleicht aber auch nicht. Er seufzte. „Ich beneide die beiden. Sie sind immer so harmonisch." Eliot lächelte vor sich hin, immerhin waren Bill und er das zu Anfang auch und ebenso Luke, der ihn sogar auf Händen getragen hatte. Irgendwann wurde es dann aber doch zu viel, unterstreichend das Gerede und am Ende lief es so weit, dass man Luke immer mehr in andere Bereiche steckte und Andreas hinzuzog. Und jetzt? Jetzt kam auch noch einer aus Hollywood, den keiner einschätzen konnte.
Eliot biss frustriert in sein Kissen, sah aber auf, als plötzlich die Tür aufgerissen wurde und Sebastian hereinkam. Brannte die Küche, oder was war los? Er ließ sein Kissen los und setzte sich auf. „Du willst ausschlafen? Und wie lange gedenkst Du zu schlafen?", wollte er dann doch wissen, um besser planen zu können. Morgen war Mittwoch, da war wenig los in den Läden und mittags einkaufen würde auch noch gehen, da man den gesamten Nachmittag noch hatte und etwas vom Abend. Wo er gerade darüber nachdachte, fiel ihm ein, dass er ja noch was vorhatte. Eliot krabbelte kurzerhand zu seinem Nachtsprint, öffnete die obere Schublade und holte etwas heraus. „Ausschlafen klingt nach einem Plan, wenn ich mir das genauer betrachte", sprach er, steckte sich einen Joint an und grinste. „Aber nicht länger als Zwölf."

„Wirklich Leo? Denk nicht soviel darüber nach! Du warst mit Billy und Lukas auch harmonisch und ich mit meinem Ex ebenfalls. Aber es gibt nun mal Dinge, die nicht ewig halten. Außer unsere Freundschaft vielleicht", erwiderte Nick, obwohl Basti daneben saß. „Außerdem ... Basti" Nick sah den Braunhaarigen an und verkniff sich ein Grinsen. „Hast Du das Klopfen verlernt? Und ... ich bin mir ziemlich sicher, dass Du nicht bloß hierherkommst, um zu fragen, ob Du ausschlafen kannst, das ist totaler Schwachsinn."
Bevor Basti überhaupt antworten konnte, kam von Eliot bereits die Aussage, dass nicht länger als zwölf geschlafen werden soll.„Heißt das jetzt bis zwölf schlafen oder heißt das um zwölf muss ich bereits geduscht sein und etwas gegessen haben?"
Nick musterte die Bettdecke unter seinen Händen, die plötzlich sehr viel interessanter war. Er verkniff sich ein Grinsen. Es war einfach zu offensichtlich, dass Basti sich absichtlich dumm anstellte, um bei Eliot sein zu können. Er zog genüsslich an seinem Joint. Nick sah ihn angewidert an, wenn er eins wie die Pest hasste, dann war es, wenn jemand in einem geschlossenem Raum neben ihm rauchte. „Leo", grummelte er und rutschte von ihm weg. „Du weißt genau, wie sehr ich, dass in geschlossenen Räumen hasse. Ich bekomme davon totale Kopfschmerzen." Nick setzte sich komplett an die andere Bettkante und musterte Eliot und Basti schließlich. Basti saß inzwischen näher bei Eliot, aber nur, weil Nick sich umgesetzt hatte. Verdammt ... morgen war erst Mittwoch.
Nick hatte noch gar keinen Plan für morgen und er hat auch keinen Dreh. Morgen war sein freier Tag. Größtenteils. Er hatte ein Gespräch mit Luke und Justin, es ging wohl mal wieder ums Coachen. Das scheue Reh zu coachen erwies sich als schwer. Nick hätte tatsächlich geglaubt, dass es leicht sein würde, aber das war es nicht. Justin wirkte in vielen Dingen noch zu schüchtern und zu unsicher, obwohl er definitiv keine Jungfrau mehr wahr. Eines der größten Probleme war höchstwahrscheinlich, dass Justin seine Drehpartner richtig kennenlernen musste, dann würde er vielleicht ein wenig auftauen. Mit dem ganzen Hin und Her von Peter war es mehr als kompliziert, vielleicht konnte Nick morgen ein wenig Zeit mit Justin verbringen? Er stand auf, in der Hoffnung, dass Eliot jetzt seinen Joint ausmachen würde.

Langsam kam Eliot runter, dennoch sah er fassungslos zu Nick, der einfach über seine Ex-Freunde weiter sprach und das, obwohl Basti zwischen ihnen hockte. „Nick!", entfuhr es ihm gereizt, ehe er genüsslich an seinem Joint rauchte, den Rauch ausblies und zu grinsen begann. Anklopfen war hier etwas, was kaum einer tat. Abgesehen von Nick und Robin. Der Rest aber riss ungeniert Türen auf und darunter auch gerne mal die Klotür. Sein Grinsen wurde noch breiter, was sicher auch am Cannabis lag und nicht nur an der Vorstellung, wie Cloud auf dem Klo gehockt und sich aufgeregt hatte.
Er nahm noch einen Zug, blickte zu Basti und er schien zu überlegen. „Bis zwölf kannst du gerne schlafen. Kannst aber auch schon eher aufstehen und mir beim Einseifen helfen." Dann aber wandte er sich an Nick, der grummelte und sich wegen des Rauchs aufregte. „Mach halt das Fenster auf, Mimose." Eliot stand jedoch selber auf, trat an jenes heran und öffnete es schwungvoll. Den Joint schnippte er raus auf die Straße, drehte sich um und kniff Nick ohne Vorwarnung in den Hintern. „Schlimmer als ein Weib. Die zicken auch rum. Sicher, dass du ein Kerl bist?", neckte er, setzte sich dann aber zurück auf sein Bett und sah ihn skeptisch von oben bis unten an. „Erde an, Nick. Huhu?"
War ihm der Rauch nicht bekommen oder war er schon wieder in Gedanken? Eliot sah kurz zu Basti, dann aber fiel ihm auch noch etwas an. „Ach da war ja was. Stimmt." Unterstreichend klatschte er in die Hände. „Eigentlich wollten wir das Wochenende ja in einen Club, aber wir gedenken dich mitzunehmen." Sein Blick wanderte zu Basti, dann wieder zu Nick, der noch immer nicht ganz da war. „Man, man, man." Eliot erhob sich erneut, fasste Nick am Arm und bugsierte ihn zurück zu seinem Bett. „Lebst du noch?"

Eliot sah kurz zu Basti, dann aber fiel ihm auch noch etwas an. “Ach da war ja was. Stimmt.” Unterstreichend klatschte er in die Hände. “Eigentlich wollten wir das Wochenende ja in einen Club, aber wir gedenken dich mitzunehmen.” Sein Blick wanderte zu Basti, dann wieder zu Nick, der noch immer nicht ganz da war. “Man, man, man.” Er erhob sich erneut, fasste Nick am Arm und bugsierte ihn zurück zu seinem Bett. “Lebst du noch?”

Nick hing so in seinen Gedanken und überlegte sich eine coole Aktion, die er morgen mit Justin machen konnte. Vielleicht eine Fahrradtour? Er bevorzugte ja eher laufen, da hatte man mehr Zeit zum Reden. Freizeitparks und alles andere, was Geld kostete, fiel weg. Aber vielleicht konnten sie zusammen joggen gehen, das hatte Justin bisher tatsächlich noch nie mit anderen gemacht.
Plötzlich legte sich eine Hand um sein Handgelenk und zog ihn auf das Bett. Nick stolperte dabei über seine eigenen Füße und landete schließlich halb auf Eliot. „Wenn ich tot wäre, würde ich wohl kaum stehen, oder?“ Er hob ärgerlich eine Augenbraue und musterte Jack, der mal wieder ganz er selbst war. „Was hab ich denn jetzt so Wichtiges verpasst?
Basti war schneller im Antworten. „Jack hat dich eine Mimose genannt, wegen des Rauchens und er hat mir vorgeschlagen, dass ich ihm beim Einseifen helfen kann.“ Basti nahm seine Unterlippe zwischen seine Zähne und sah auf die Bettdecke. Er wirkte ein wenig so, als wäre es ihm peinlich?
Nick warf Eliot einen tadelnden Blick zu. „So, so …? Er darf dir beim Einseifen helfen, darf ich das auch?“ Innerlich musste er sich das Lachen verkneifen. Eigentlich kannte er ja bereits die Antwort. Im nächsten Moment griff er neben sich, schnappte sich das Kissen und warf Eliot damit ab. „Es hat nichts mit Unmännlichkeit zu tun, wenn man das nicht leiden kann. Ich habe dich bloß darauf aufmerksam gemacht.“
Kurz machte Nick eine Pause und wartete auf eine Reaktion. „Du solltest eigentlich wissen, dass ich männlich bin, … ansonsten muss ich es dir wohl doch nochmal zeigen.“ Frech streckte er Eliot die Zunge raus und lehnte sich zurück in die Matratze.
Basti schien durch die kurzen Sätze ein noch breiteres Grinsen auf den Lippen zu haben. „Wenn ich dir beim Einseifen helfe, was bekomme ich dafür?“ Das freche Grinsen auf Bastis Lippen, zwang Nick dazu sich das Lachen zu verkneifen. Er wusste bereits, was Basti da vorschwebte.

Überrascht blickte Eliot seinen besten Freund an, als dieser halb auf ihm lag und andeutete, er würde noch leben. Ja, das sah und hörte er dann doch, ebenso die Frage, was er wichtiges verpasst hatte. Eigentlich nicht viel, nur sein Frotzeln über seine Männlichkeit, aber das nahm ihm dann doch Sebastian ab, der Kevin erstmal alles brühwarm unter die Nase band. Ebenso wurde auch nicht verschwiegen, dass er vom Einseifen unter der Dusche gesprochen hatte. Den tadelnden Blick verstand er dann aber nicht wirklich. Seine Worte dafür umso mehr.
“Du hast mir beim Einseifen schon öfter geholfen, ich erinnere dich an Bali. An das tolle Badezimmer ohne Wände”, schwärmte Eliot schon wieder, fischte das Kissen, welches ihn am Kopf getroffen hatte von diesem herunter und legte es neben sich. Er sollte wissen, dass Nick männlich war? Die Augenbraue hebend betrachtete er seinen besten Freund eine Weile, dann legte sich aber ein schiefes Grinsen auf seine Lippen.
“Deinen Schwanz hab ich schon so oft gesehen, den muss ich mir nun wirklich nicht antun. Jedenfalls nicht jetzt”, erwiderte er wissend und musste aber dabei derart lachen, dass man das schon gar nicht mehr ernst nehmen konnte. Die freche Zunge wurde allerdings bewusst ignoriert, denn Eliot sah zu Basti, der eine sehr konkrete Frage stellte und das so gerissen, dass er erstmal schlucken musste. Was er für die Hilfe beim Einkaufen bekam? Eliot musste darüber erstmal genau nachdenken und das konnte bei ihm dann schon mal länger dauern.
Er ging in Gedanken nochmal die Einkaufsliste durch und da stand bereits Schokolade drauf und das ziemlich weit oben. Frühstück ans Bett? Kam erstmal in die engere Auswahl, dennoch überlegte er weiter und darüber, was Sebastian überhaupt gerne mochte außer Schokolade. Eine gute Frage, er hatte keine Ahnung. Man kannte sich eben dann doch noch nicht lange. Bei Nick wäre das deutlich einfacher gewesen oder aber auch bei Cloud und Robin. Dann aber kam ihm doch eine Idee, eine, die wohl jedem gefallen würde.
“Nun ja …”, fing er an. “Freu dich mal auf dein nächstes freies Wochenende. Dann wirst du den ganzen Tag speziell von mir allein verwöhnt und kannst frei über mich verfügen.” Ein Zwinkern folgte, dann aber erhob er sich von seinem Bett und setzte sich ans Fenster. Nicht, dass Nick wieder meckerte, wenn er rauchte und gerade brauchte er einfach eine ganz normale Zigarette.

Nick betrachtete seinen besten Freund die ganze Zeit von der Seite und es war tatsächlich interessanter, als er dachte. Er konnte sich noch genau an Bali erinnern, wie sie gemeinsam unter der Dusche standen und sich eingeseift hatte, er andersherum aber auch bei ihm. Gerade war das aber nur Nebensache. Viel interessanter war die Reaktion auf Bastis Frage mit dem Einseifen. Eliot hatte daraus einfach mal Einkaufen gemacht und alles darauf bezogen. Nick biss sich auf seine Lippe, um nicht zu lachen, wie Basti.
Dieser sah Eliot gerade jedoch die ganze Zeit an. Der Vorschlag, ein ganzes Wochenende lang von ihm verwöhnt zu werden gefiel auch Nick. „Dann geh ich aber das nächste Mal mit dir einkaufen“, entgegnete er grinsend. Er konnte bereits ahnen, dass Eliot das verneinen würde und das dieser Vorschlag bloß für Basti galt. Eliot stand plötzlich auf und verschwand am geöffneten Fenster. Nick konnte genau sehen, dass er sich schon wieder eine Zigarette anzündete.
Basti stand ebenfalls auf und stellte sich mit ein wenig Abstand zu Eliot. „Einseifen, Jack. Du weißt, was das ist? Wenn meine nassen Hände über deinen nackten Körper fahren und dieser kaum später von reichlich Schaum bedeckt wird. Das nennt man einseifen. Also?“ Sein Blick ruhte weiterhin auf Jack. „Wenn du mich für das Einkaufen ein ganzes Wochenende verwöhnst und so gesehen mein Sklave bist, was bekomme ich denn dann, wenn ich dich einseife?“
Nick grinste breit. Basti gefiel ihm, andererseits tat ihm Eliot ein wenig leid. Er konnte sich nur zu gut vorstellen, dass er sich gerade in einer ziemlichen Zwickmühle befand und dort nicht so leicht herauskommen würde. Aus diesem Grund stand Nick auch auf. Innerhalb weniger Schritte war er bei der Fensterbank, stellte sich zwischen die beiden und sah seinen besten Freund an, der dort mit einer Zigarette in der Hand stand. Bei geöffnetem Fenster war es für ihn kein Problem. Nick lehnte sich mit dem Rücken gegen die Fensterbank und sah zu Eliot.

„Leo …? Warum rauchst du in letzter Zeit soviel? Ist es wegen dem ganzen Scheiß mit Peter?“ Nick war tatsächlich ein wenig besorgt, wahrscheinlich hörte man diese Besorgnis auch heraus. Schließlich hatte er schon öfter mitbekommen, wie andere Kollegen und auch gute Freunde an diesem Beruf kaputtgegangen waren. Er wollte nicht, dass das nun auch bei Eliot passierte.

Wie, was, wer und wer wollte mit ihm einkaufen? Eliot runzelte die Stirn, dann aber dämmerte es auch ihm, dass irgendwas falsch lief. Gewaltig schieflief und er sich zum Deppen machte. Gut, das kam oft vor, aber gerade war es dann doch mehr als peinlich. Und unangenehm, da Basti mit etwas Abstand neben ihm stand und ihm wortwörtlich erklärte, wie er ihn unter der Dusche einseifen würde. Musste das jetzt sein, noch dazu so im Detail?
“Sicher weiß ich, was einseifen ist”, erwiderte er, versuchte sich aber zeitgleich etwas anderes vorzustellen und nicht, wie Bastian ihn tatsächlich einseifte. Stellte sich jedoch als ziemlich schwierig heraus, so schwierig, dass Eliot sich auf die Unterlippe biss, tief ein atmete und an Omas Krampfadern dachte. Alles andere käme jetzt komisch, besonders, weil Nick auch noch da war und sich bereits zwischen ihn und Basti stellte. Zum Glück, denn das hätte richtig übel enden können. Nochmals atmete er tief durch, dann war er so weit gefasst, dass er Basti auf seine Frage antworten konnte.
“Wenn du dich überhaupt traust, mich einzuseifen. Immerhin müsstest du dafür schon etwas eher aufstehen.” Nochmals zog er an seiner Zigarette, wandte sich dann aber kurz Nick zu, der diesbezüglich auch noch eine Frage hatte. Mit Peter hatte das nichts zu tun, auch nicht mit Stress. Woran das gerade genau lag, wollte er dann aber auch nicht sagen, immerhin stand diese Person ebenfalls im Raum. “Müssen wir jetzt echt über diese Kröte reden?”, wollte Eliot wissen, schnippte die aufgerauchte Kippe aus dem Fenster und rollte unterstreichend mit den Augen. “Peter hat damit nichts zu tun. Wegen dem rauche ich sicher nicht und am Stress liegt das auch nicht. Nicht wirklich”, murmelte er am Ende leise.
“Hat eher mit nem Dreh zu tun, der in nächster Zeit geplant ist.” Eliot stieß sich ab, ging ein paar Schritte durch sein Zimmer und blieb schließlich stehen. Gestresst fuhr er sich durch die Haare. “Das wird nen Dreier und rate mal, wer außer mir dabei sein wird.”

Eliot konnte ihm schon ein wenig leidtun. Inzwischen kannte Nick seinen besten Freund lange genug, um zu sehen, dass er gerade ziemlich litt. Kurz warf er einen Blick Richtung Basti, der Eliot auch noch unschuldig angrinste. Gerade hatte Eliot ihm sozusagen eine Herausforderung geboten und so, wie man Basti kannte, ließ er sich diese nicht entgehen.
„Wetten …“, murmelte Sebastian leise und streckte Eliot die Hand entgegen. Keine Sekunde später nahm er diese wieder weg und schob sie in seine Hosentaschen. „Du wirst ja sehen“, murmelte er und lächelte sanft. „Ich werd mich mal in mein Bett verziehen.“ Basti stieß sich von der Wand ab und verschwand, ohne auf eine Reaktion zu warten, aus dem Zimmer.
Ein paar Minuten wartete Nick noch, drehte sich um und stützte sich mit den Ellenbogen auf der Fensterbank ab. Für ihn war es mehr als offensichtlich, dass Basti auch etwas für Eliot empfand. Aber gut … Basti war noch ziemlich neu in diesem Chaos Trupp, daher kannte Nick ihn auch noch nicht so gut. Andererseits hoffte er es wirklich für Eliot, dass er endlich jemanden haben würde.
„Es ist seinetwegen, oder?“, fragte er leise, sah seinen besten Freund dabei aber nicht an. „Du bist nicht nur ein wenig in ihn verknallt, sondern eindeutig in ihn verknallt und er macht dich verrückt, oder?“ Langsam drehte er sich zu Eliot und ließ seinen Blick über dessen Gesicht gleiten. Noch immer wirkte er angespannt, was Nick gut nachvollziehen konnte, schließlich hatte Basti beinahe alle Karten gezogen. Bei den Aussagen wäre er ebenso angespannt.
„Und mit ihm hast du den Dreh? Mit Basti und wem?“ Nick fragte sich, warum er jetzt erst davon erfuhr, hoffte aber innerlich, dass die dritte Person nicht Peter sein würde. Das wäre ziemlich beschissen für beide. Dann boxte er Eliot freundschaftlich gegen den Oberarm. „Hast du eigentlich gemerkt, dass Basti die ganze Zeit auf Flirtkurs war und er immer einen Grund gefunden hat, das Zimmer nicht zu verlassen?“

Wetten sollte man nur abschließen, wenn man sich dieser sicher war und das war Sebastian mit Sicherheit nicht. Eliot war Frühaufsteher, meist schon gegen sieben oder acht wach und da könnte es dann doch schwierig werden, ihn unter der Dusche einseifen zu wollen. Vielleicht zog Basti deswegen auch seine Hand zurück, oder aber er hatte echt keine Ahnung, auf was er sich da einlassen würde. Wobei er das ohnehin schon halb wusste, beziehungsweise gespürt hatte.
Eliot ging gedanklich nicht weiter darauf ein, andernfalls müsste er an Peter denken und nach dem stand ihm echt nicht der Sinn. “Hmm … ich seh’s ja dann”, grinste er, ehe er Basti eine gute Nacht wünschte und langsam wieder in seine freche Art verfiel. Aber erst, als Nick ihn ansprach, das sagte, was so offensichtlich war.
Recht hatte er aber, dazu kannte er ihn seit Jahren und merkte bei weitem schneller, wenn Eliot ernsthaft in jemanden verknallt war und nicht nur für diesen schwärmte. “Hör auf, mir ist fast das Messer in der Hose aufgegangen”, murrte er, wurde dabei sogar ziemlich rot um die Ohren und das war dann doch ein sehr deutliches Zeichen, dass es nicht nur beruflich war.
Der Dreh machte ihm da deutlich mehr Sorgen und das nicht, weil Basti dabei war, sondern wegen der anderen Person. Eliot seufzte und lehnte sich an Nicks Schulter an. Schwach lächelte er, er hatte durchaus gemerkt, dass Basti am flirten war. Kein normal denkender Mensch würde jemanden in der Dusche einseifen. Schon gar nicht, wenn man sich erst ein paar Tage kannte. Das hätte sich Nick damals auch nicht getraut und umgedreht auch nicht.
Eliot erinnerte sich noch daran, wie unsicher sie damals waren, einige Anläufe brauchten und das war nur ein Dreh. Danach seifte man sich dann doch öfter ein, aber nur den Rücken und nichts anderes. “Mit Basti alleine hätte ich nicht mal nen Problem. Im Gegenteil. Mich nervt es eher, dass Bill dabei sein wird.” Seit der Trennung damals hatte er weder mit ihm gesprochen, noch hatte er ihn nochmals gesehen. Luke hatte damals alle Hebel in Bewegung gesetzt, dass sie unterschiedliche Drehorte bekamen, sich nicht mehr sahen und jetzt?
Eliot wusste nicht, wie er damit umgehen sollte. Es war Jahre her, dazu war er in Basti vernarrt und offensichtlich schien dieser auch mehr für ihn übrigzuhaben. “Und ich Blödmann red vom Einkaufen und checke es nicht.” Leise lachte er über sich selber, dann aber wurde er wieder ernster.
“Wie soll das nächste Woche funktionieren? Ich hab mit Bill seit Jahren kein Wort gewechselt und jetzt soll ich wieder mit ihm drehen, noch dazu mit Basti?” Sich von Nick lösend schritt er zu seinem Schreibtisch, drückte ihm kaum später das Drehbuch in die Hand und setzte sich frustriert auf sein Bett. “Ich weiß jetzt schon, dass das mächtig Stress geben wird.” Warum stand im Drehbuch und da stand deutlich, dass er eher so die Nebenrolle hatte und Bill den Hauptakt.

Nick blinzelte irritiert. Eliot hatte seinen Kopf gegen seine Schulter gelehnt und gerade als er seinen Arm um ihn legen wollte, marschierte Eliot zu seinem Schreibtisch. Nick sah ihm nach. Er wirkte ziemlich bedrückt. Offenbar machten ihm die Gedanken an den kommenden Dreh doch ziemliche Sorge, von dem er soeben erzählt hatte. Also mit Sebastian und Bill. Leos Exfreund, mit dem er seit Jahren nicht mehr gesprochen hatte. Dieser Gedanke stoß selbst Kevin schräg auf.
„Verdammt … du tust mir leid“, murmelte Nick leise und trat langsam hinter seinen besten Freund. Er legte ihm seinen Arm um die Schultern. „Das ist wirklich eine Scheiß Situation. Aber ich würde da nicht so drüber nachdenken. Bill ist dein Ex, aber eure Beziehung liegt doch inzwischen mehrere Jahre zurück und seitdem hattet ihr keinen Kontakt mehr. So wie ich dich kenne, hast du keine Gefühle mehr für ihn. Das mit Basti könnte ein Problem werden. Bill wird euch damit wahrscheinlich aufziehen und ein paar dumme Sprüche reißen. Viel wichtiger ist aber, dass du und Basti zusammenhaltet und das schaffst du.“
Nick hielt inne und warf seinem besten Freund einen Blick von der Seite zu. Erst jetzt wurde ihm bewusst, was er dort gesagt hatte. Praktisch kam es dem Satz: „Salz in die Wunde streuen“ gleich. Er zog Eliot in eine Umarmung. „Sorry man … ich wollte dich gerade nicht direkt darauf ansprechen …“ Er schwieg und verharrte. „Wie wäre es mit Ablenkung? Ich schätze, die wird dir gerade ziemlich guttun.“
Auffordernd blickte Nick zu Eliot. Er trat einen Schritt zurück und dachte selber ein wenig nach. Es gab mehrere Möglichkeiten. Zum Beispiel einen Film schauen oder aber raus an die frische Luft gehen. Die beste Möglichkeit, war für ihn jedoch, mit den anderen Mitbewohnern abzuhängen. Auf der Dachterrasse oder im Wohnzimmer. Zum einen würde es Eliot ablenken und Justin wahrscheinlich ein wenig helfen. Bei dem Gedanken an das scheue Reh musste Nick lächeln. Er war aber auch ziemlich niedlich. „Wie wäre es, wenn wir zu den anderen gehen?“

Eliot tat sich selber leid. Er saß da echt zwischen den Stühlen und hatte keinerlei Ahnung, was da genau auf ihn zukam. Gefühle waren da keine mehr, nicht ansatzweise und das war ihm lange schon klar. Er hätte sich sonst nicht auf Luke einlassen können und selbst da war nichts mehr, außer Freundschaft. Blöde Sprüche kamen da bestimmt, allein schon wegen des Alters. Bill war zwei Jahre älter als er und somit nochmals sehr viel älter als Sebastian. Zudem Profi, einer der ganz großen und das noch bevor Nick und er in die Elite aufgestiegen waren.
“Schon gut, ich weiß wie es gemeint ist”, lächelte Eliot schwach, ließ die Umarmung zu und erwiderte diese sogar. Nicht lange, Nick löste sich und kam ihm mit Ablenkung, die ganz sicher nicht verkehrt war. Zu den anderen gehen war sicher nicht die schlechteste Idee und Eliot wusste, dass der Rest noch wach war und irgendwo rumlungerte. “Du willst doch nur unser Bambi aus der Reserve locken”, grinste er schon wieder in alter Manier, schwang sich aus den Federn und schritt bereits zur Tür. “Ist aber keine schlechte Idee. Der Kleine muss mal lockerer werden.” Ziemlich schnell sogar, immerhin kam sowas nicht gut an und wer weiß, wie dieser neue Kameramann war.
Sicher sah der das nicht gerne, wenn der schon Blockbuster in Hollywood gedreht hatte. Darunter hatte er sogar Regie bei einigen Van Diesel Filmen gehabt und da wusste man schon in etwa, dass mit dem sicher nicht gut Kirschen essen war. Eliot öffnete die Tür, trat in die Flur raus und schließlich die Treppe runter ins Wohnzimmer. Auf dem Sofa hockten Robin und Cloud, wobei Robin mehr mit seinem Handy als mit seinem Freund beschäftigt war.
Eliot sprang die letzten zwei Stufen runter, lümmelte sich auf den Sessel und warf Cloud mit einem Kissen ab. “Bist du Rob zu langweilig geworden?”
Cloud warf zurück und schüttelte den Kopf. “Er textet mit seinem Cousin, der wieder im Lande ist.”
Eliot zog die Stirn kraus. “Wieder im Lande? War er weg? Wusste gar nicht, dass er überhaupt nen Cousin hat.”
“Hat er, er studiert in Prag. Frag mich aber nicht was”, erwiderte Cloud. “Hab ihn nur zweimal gesehen und das ist schon etwas her.”

Eliot öffnete die Tür, trat in die Flur raus und schließlich die Treppe runter ins Wohnzimmer. Auf dem Sofa hockten Cloud und Robin, wobei Letzterer mehr mit seinem Handy als mit seinem Freund beschäftigt war. Eliot sprang die letzten zwei Stufen runter, lümmelte sich auf den Sessel und warf Cloud mit einem Kissen ab. „Bist du Rob zu langweilig geworden?“
Jerome warf zurück und schüttelte den Kopf. „Er textet mit seinem Cousin, der wieder im Lande ist.“
Eliot zog die Stirn kraus. „Wieder im Lande? War er weg? Wusste gar nicht, dass er überhaupt nen Cousin hat.“
„Hat er, er studiert in Prag. Frag mich aber nicht was“, erwiderte Cloud. „Hab ihn nur zweimal gesehen und das ist schon etwas her.“

Er hatte ihn vollkommen durchschaut. „Vielleicht“, murmelte Nick, als er Eliot die Treppe hinunter folgte.  „Ich geh mal nach unserem Reh schauen“, murmelte er leise.
„Justin ist, glaube ich auf der Dachterrasse. Er hatte vorhin etwas in die Richtung gesagt“, rief ihm Robin zu.
Kurz warf er Eliot nochmal einen Blick zu, der war jedoch bereits mit Cloud in ein Gespräch vertieft. Er eilte die Treppe wieder hinauf, folgte dem Flur, der inzwischen in Dunkelheit gehüllt war und schob anschließend die Tür zur Dachterrasse auf. Tatsächlich hockte Justin allein auf der Bank an der rechten Seite. Er schien nichts zu tun. Weder hatte er sein Handy in der Hand, noch rauchte er. Langsam ließ Nick sich neben ihn sinken. „Ziemlich viel heute, was?“, fragte er in die Stille hinein.
Obwohl er Justin nicht ansah, bemerkte er, dass er ihn anschaute und scheu nickte. „Ja … Peter bringt alles durcheinander.“
„Er wird vorerst nicht mehr kommen, er hat Hausverbot. Morgen gehen Leo und Basti einkaufen und ich hatte mir überlegt, dass wir beide etwas zusammen machen könnten in der Zeit“, erklärte Nick. „Warum sitzt du eigentlich hier so allein?“
„Ihr wart alle beschäftigt …“
„Unsinn! Du wohnst hier, du hast immer das Recht uns zu stören, nur bei einem Dreh solltest du es lassen, da handelst du dir bloß ärger mit den Kameraleuten und den Regisseuren ein. Das würde nicht gut enden.“ Nick verschränkte seine Arme vor der Brust. Inzwischen war es draußen nicht nur dunkel, sondern auch ziemlich kühl. Er rieb über seine nackten Oberarme und stand schließlich wieder auf. Einladend streckte er Justin seine Hand entgegen. „Krank nützt du uns gar nichts. Komm.“
Justin zögerte, eine Weile sah er Nick an, dann nahm er jedoch seine Hand und ließ sich hoch helfen. „Wir gehen noch ein wenig zu den anderen. Basti schläft bereits …“ Das waren jedenfalls seine Worte gewesen. Wer wusste schon, was er tatsächlich tat. „Alle anderen sind noch wach.“
Justin nickte, entzog Nick seine Hand und folgte ihm nach drinnen. Da kam Nick plötzlich die Idee, vielleicht half es auch, die Spielseite an Justin zu wecken. „Wer als erster unten ist“, murmelte er plötzlich und stieß Justin auffordernd in die Seite, bevor er lossprintete. Er rannte durch den dunklen Flur. Justin war gar nicht so langsam, wie er dachte. Er erreichte sogar schneller die Treppe. Auf der Treppe drängte er Justin immer wieder zur Seite und versuchte vorbeizukommen. Dummerweise tat Justin genau dasselbe. Dann standen sie plötzlich unten, waren völlig außer Atem und sahen sich eisern an. „Ich war zuerst hier unten“, rief er triumphierend.
„Ich war zuerst hier. Du kamst gar nicht hinterher.“
„Hör doch auf zu lügen“, sagte Nick und knuffte ihn in die Seite. Eigentlich wollte er Justin bloß zur Couch schieben. Justin ließ es sich nicht gefallen und wehrte sich, was dadurch wie kämpfen aussah. Keiner der beiden achtete auf das Mobiliar. Erst als sie gegen die Couchlehne stießen und darüber fielen. Justin direkt auf Nick und die Füße auf Robins Schoss, sagten beide erneut auf einem Mund.
„Ich war zuerst unten.“ Innerlich grinste Nick sich einen ab. Ihm war es egal, wer zuerst unten gewesen war, aber es war genau das, was Justin gerade aus seinem Mauseloch lockte und daher würde er dieses Spiel jetzt weiter treiben.

Eliot war in sein Gespräch mit Cloud so vertieft, dass er nur kurz Nick wahrnahm und er auf der Suche nach Justin war. Dennoch nickte er seinem besten Freund kurz zu, wandte sich dann aber wieder dem blonden Lockenkopf zu und nahm die Unterhaltung erneut auf. Das Thema war durchaus spannend, immerhin war ihm nicht bewusst, dass Helmut Geschwister oder Cousins hatte.
„Hast ihn die Jahre aber gut vor uns versteckt“, schmunzelte Eliot. „Sieht er dir ähnlich?“
Robin schüttelte den Kopf auf die Frage hin und tippte weitere Nachrichten. Cloud lachte leise und knuffte seinen Freund in die Seite. „Ihr seid euch schon ähnlich. Ihr habt beide braune Augen und seid die Vernunft in Person.“
Eliot grinste daraufhin nur noch breiter. „Noch ein Muttertier.“
„Eher ein Faultier“, erwiderte Robin bissig, erhob sich von seinem Platz und reichte ihm kurz sein Handy. Neugierig sah dieser sich sofort ein Foto an, welches Robin und seinen Cousin zeigte. Beide braune Augen, dunkle Haare und doch verschieden. Robin wirkte auf den ersten Blick reifer, während dem anderen die Unschuld im Blick lag und nicht nur da, sondern seine ganze Mimik wirkte so.
„Wie alt ist er gleich nochmal?“ Eliot schätzte ihn nicht älter als 18 Jahre und der sollte schon studieren?
„Er wird im September 26″, erwiderte Robin, nahm wieder neben Cloud auf dem Sofa Platz und sah einen verwirrten Eliot. „Was? Das Bild ist vor drei Jahren entstanden”, rechtfertigte er sich, doch bevor Eliot darauf eingehen konnte, sauste Nick nach unten, ebenso Justin, der sich scheinbar darum stritt, wer zuerst unten angekommen war.
Sie kabbelten sogar, Justin landete halb auf Robin, der sanft aber bestimmend dessen Füße von seinem Schoß schob. „Sorry Justin, aber mir scheint, als wäre Nick eine Millisekunde schneller gewesen.“
„Gar nicht, Justin war schneller“, mischte sich Cloud ein, zwinkerte diesem zu und wandte sich an Eliot. Auffordernd sah er ihn an, doch er antwortete nicht sofort. Er sah beide zwar an, doch in seinem Kopf rotierte es ganz gewaltig, dennoch wich er geschickt dem Kissen aus, welches Cloud nach ihm warf und steckte es hinter seinen Rücken.
„Bist’e in Gedanken wieder bei Bastian, oder was?“, neckte nun auch noch Robin. „Bestimmt“, grinste sein Freund. „Sieht doch ein Blinder, dass es Leo erwischt hat.“
„Ach sei doch still“, murrte Eliot, warf das Kissen zurück und traf allerdings Justin. „Hey“, beschwerte der sich, warf aber zurück und traf ihn sogar mit voller Wucht ins Gesicht. „Ups …“
Eliot legte das Kissen ganz langsam weg, ebenso stand er genauso langsam auf und noch ehe Justin richtig reagieren konnte, hatte er ihn schon an den Füßen gepackt, welche immer wieder unter einem Lachen wegzuckten.
„Haha, Eliot nicht“, lachte Justin, kugelte sich auf dem Sofa und fiel beinahe von diesem herunter.
„Sorry, aber der Verlierer wird nun mal von mir gekitzelt“, rechtfertigte sich dieser, ließ dann aber doch von Justin ab und trat einen Schritt zurück.

Nick ächzte unter Justins Gewicht leise auf und hoffte innerlich darauf, dass er aufstehen würde. Allerdings hatte er da die Rechnung ohne die anderen gemacht. Plötzlich diskutierten Robin und Cloud ebenfalls mit, wer als Erstes unten war. Dann flog plötzlich ein Kissen zu Leo was Nick aber nur im Augenwinkel mitbekam. Erst als Eliot zurückwarf, was bei seiner Wurfkunst nur ins Auge gehen konnte, bekam Justin das Kissen direkt ins Gesicht und Nick ebenso, der unter Justin lag. Dann bewegte Justin sich auf ihm, holte mit dem Kissen aus und traf Eliot volle Breitseite im Gesicht.
Ein triumphierendes Grinsen machte sich auf seinen Lippen breit. Leo hatte es verdient. Beinahe in Zeitlupe stand dieser nun auf und kam auf die beiden zu. Nick verfolgte ihn mit seinem Blick, war jedoch hilflos ausgeliefert, da auf ihm noch jemand lag. Zum Glück wandte Eliot sich an Justin und begann seine Füße zu kitzeln. Dieser zuckte so wild mit seinen Beinen umher und wandte sich auf ihm, dass er vorsichtshalber seine Hände an Justins Taille legte und ihm so am Herunterfallen hinderte. Sein Lachen war ziemlich laut, aber es tat gut. Ehrlich gesagt kam es Nick sogar so vor, als würde Justin gerade das erste Mal so unbefangen Lachen.
Augenblicklich stieß Nick die angehaltene Luft aus und schob Justin vorsichtig von sich runter, damit er sich endlich aufrecht hinsetzen konnte. Im ersten Moment schien Justin verwirrt zu sein, aber dann setzte er sich einfach neben ihn auf die Armlehne. Justins Blick ruhte auf ihm und es dauerte nicht lange, da lehnte er seinen Kopf gegen Nicks Schulter, das kleine Grinsen hatte er aber noch immer auf dem Gesicht. „Dann hast du halt gewonnen“, murmelte dieser. „Aber du hast auch unfaire Mittel benutzt.“
„Gar nicht. Bei einem Spiel ohne Regeln kann man doch keine unfairen Methoden nutzen“, rechtfertigte Nick sich und sah dann zu Eliot. Die kurzen Andeutungen über ihn und Basti, die von Robin und Cloud kamen, hatte er durchaus mitbekommen. „Wussten eigentlich alle, dass du was mit ihm hattest und was empfindest, außer ich?“, fragte da er plötzlich frei heraus. Es schien ja tatsächlich so zu sein. Nick lehnte seinen Kopf gegen Justins. Das einzig gute war doch gerade, dass Justin ein wenig auftaute und aus sich herauskam.

Justin taute so weit auf, dass Eliot sich gerade fragte, ob da ein neuer Mensch vor ihm saß. Er lachte, suchte sogar die Nähe zu Nick und das ganz von sich aus. Zufrieden sah er die beiden an, dennoch brannte da scheinbar eine Frage unter Nicks Nägeln und diese war, ob er der einzige war, der nicht gewusst hatte, das da etwas mit Bastian gelaufen war.
„Schon“, fing Eliot an, wurde aber von Robin unterbrochen, der sein Handy kurz wegsteckte. „Ich wusste nur, dass Leo und Bastian auf meinem Geburtstag rumgemacht haben. Alles andere weiß ich auch erst seit heute Morgen und das aber von Cloud und nicht von Leo.“
So, so, er hatte also geplaudert. Eliot sah ihn daher kurz böse von der Seite an, dann aber schmunzelte er schon wieder. „Es wusste so eigentlich nur Cloud, dann Robin und woher das Justin weiß, weiß ich nicht. Entweder hat er gute Ohren und Augen oder aber er muss es von Basti selber haben.“ Könnte schon sein, wobei sich Eliot das nicht wirklich vorstellen konnte. „Ist doch außerdem jetzt auch egal, wer es schon wusste und wer nicht. Wissen doch eh schon alle und irgendwann weiß es die ganze Agentur“, erklärte Eliot und wurde erneut von Helmut überfahren mit Worten.
„Auf Luke sein blödes Gesicht bin ich dann gespannt.“
Cloud nickte daraufhin und lachte leise. „Er ist doch selber schuld. Hätte ja nicht so ein Aufriss machen müssen.“
„Können wir jetzt aufhören über meinen Ex zu reden? Reicht, dass ich nächste Woche Bill sehen muss und das nach Jahren“, knurrte Eliot beide böse an. Er wollte jetzt weder etwas von dem einen noch von dem anderen hören und zum Glück sah auch Justin das so.
„Sebastian und Eliot sind eh viel süßer zusammen.“ Ein Grinsen legte sich auf Justins Lippen, dann zwinkerte er ihm zu und Eliot sah ihn fassungslos an. „Wer bist du und was hast du mit Justin gemacht?“


Nick schaute alle nacheinander an. Er konnte es nicht fassen, dass es tatsächlich alle außer ihm wussten. Er wusste ja nicht einmal, dass zwischen den beiden an Robins Geburtstag etwas lief. Offenbar hatte sogar Justin etwas mitbekommen und Nick warf ihm einen ärgerlichen Blick zu. „Verräter“, brummte er. Im nächsten Moment grinste er jedoch schon wieder. Cloud und Robin hatten jetzt ausgerechnet das Thema um Jacks Ex-Freunde angeschnitten und Justin beendete es mit einem „Eliot und Sebastian sind eh viel süßer zusammen.“
Leo wirkte beinahe fassungslos, was auch seine Frage zum Ausdruck brachte, was mit Justin gemacht wurde.
Auch Nick schaute jetzt gespannt zu Justin. Auf die Antwort war er wirklich neugierig. „Nichts“, murmelte er leise. „Es fällt mir nur schwer mich hier richtig einzufinden … irgendwie bin ich eingezogen, während das mit Pip voll im Gange war. Er ist so besitzergreifend und reißt alles an sich, das macht mir ein wenig Angst.“
Nick wirkte schockiert. Er konnte nicht glauben, dass das tatsächlich der komplette Grund war. Der Auslöser für sein Verhalten, dass er sich die meiste Zeit im Zimmer verkroch und vorzog alleine zu sein. „Und nun zu dir Jack“, murmelte Nick. „Ich bin wirklich enttäuscht von dir. Ich hätte gedacht, dass dein bester Freund es zuerst erfährt …“ Natürlich war er nicht enttäuscht, vielleicht ein klein wenig. Aber er konnte Eliot verstehen und letztendlich hatte er es ja noch erfahren. Plötzlich stieß Justin Nick in die Seite und deutete unauffällig nach hinten zur Treppe.
Basti. Innerlich schluckte Nick und hoffte, dass er dort noch nicht allzu lange stand. Langsam ging Basti an der Couch vorbei, an der noch ein Platz frei gewesen wäre und setzte sich schließlich auf die Lehne des Sessels. Nick folgte ihn mit Blicken und zog anschließend eine Augenbraue hoch. Wollte er nicht eigentlich schlafen? „Es ist noch zu früh, ich kann nicht schlafen. Außerdem seid ihr zu laut.“ Basti warf Eliot einen kurzen Blick zu, der Nick nicht entging. Dann lehnte er sich aber gegen die Lehne und stützte sich mit seinem Ellenbogen darauf ab.
„Basti, könntest du dich bitte auf einen freien Platz setzen? So geht die Lehne kaputt“, sagte Robin, schaute von seinem Handy auf und direkt zu Basti.
„Ein Shirt wäre auch ratsam“, fügte sein Freund hinzu.
„Echt jetzt? Ihr dürft nackt herumlaufen und Nick darf sich auf die Lehnen setzen und ich nicht? So schwer bin ich jetzt auch nicht“, erwiderte Basti gereizt. Anscheinend war er doch ein wenig müde, so gereizt, wie er gerade wirkte.

Nichts hatte er gemacht. So ganz glauben wollte Eliot das dann doch nicht, sagte aber auch nichts dazu, sondern hörte einfach nur den Grund, warum Justin derzeit so war, wie er war. Wieder mal Peter und so langsam nervte das genauso, wie als wenn Nick schmollte und das wegen Sachen, die noch frisch und nicht mal richtig angefangen hatten. Dementsprechend sah er ihn auch an. „Sorry, aber wenn Peter hier ein und aus geht, rede ich sicher nicht über Basti. Da kann ich es auch gleich in die Zeitung setzen.“
Robin  sah auf, Cloud grinste nur und Nick schien aus irgendeinem Grund zu schlucken. Warum bekam Eliot auch erst mit, als Basti das Wohnzimmer ganz betrat? Wollte er nicht schlafen und was hieß hier bitte zu laut? War lachen nun verboten? Eliot wollte darauf etwas sagen, doch war Robin schneller und ließ wieder die Mutti raushängen. Als ob die Lehne so schnell kaputtgehen würde, aber so wie er schaut, meinte er das wohl durchaus ernst. Warum aber Cloud nun auch noch mitmachte, war selbst ihm ein Rätsel. Normal sagte er selten was, wenn jemand oben ohne herumlief.
Eliot seine Reaktion fiel dementsprechend aus. Er setzte sich sogar gerade dafür hin, nahm eines seiner Beine hoch und sah Cloud abschätzend an. „Wehe ich seh nochmals Robin ohne Shirt, der kann sich demnächst bitte dann auch mal eins anziehen und wo wir gerade dabei sind“, holte er weiter aus. „… Mach das nächste Mal die Klotür zu oder schließ ab.“
Cloud sah fassungslos zu ihm rüber, sein Mund klappte auf und doch war Eliot noch nicht fertig. „Basti könnte sich zudem setzen, wenn ihr zwei nicht auf dem Sofa wie Gott in Frankreich liegen würdet. Zudem ist es ziemlich frech, den Abend am Handy zu verbringen, während andere anwesend sind. Du kannst auch am Tag mit dem Baby schreiben. Bestimmt muss das eh gleich ins Bett.“
Das Paar sah sich entsetzt an, dann zu Nick und schließlich zu Eliot, der weder grinste, noch aussah, als würde er scherzen.

Nick schaute seinen besten Freund fassungslos an. Erst sein Spruch an ihn gerichtet, den konnte er verstehen. Alles andere auch. Cloud und Robin hatten es durchaus verdient. Aber warum, ignorierte er Sebastian? Der im übrigen gerade ziemlich überrumpelt wirkte und sich langsam auf den Boden vor den Sessel setzte. Er schien sich sehr unwohl zu fühlen. „Leo … das von mir war im Übrigen ein Scherz. Mir ist der Grund schon klar gewesen.“ Nick sah zu seinem besten Freund rüber, jedoch schnell wieder weg. Gerade schien die Stimmung nicht so gut zu sein, daher beschloss er sich einfach ein wenig mit Justin zu beschäftigen. „Also … morgen“, holte er aus und schaute zu dem Braunhaarigen neben ihn. „Idee?“
„Ehm … nö.“ Die Antwort kam so schnell, dass Nick kurz aufmuckste, aber schnell wieder ernst wurde. Anschließend wandte er sich wieder ab und blickte zu Cloud und dessen Freund. „Robin, das ist so ein Bullshit! Die Lehne geht nicht kaputt, du sitzt ja schließlich selber oft genug drauf und Cloud … darf ich dich mal an euren Blowjob in der Küche erinnern? Hört auf, hier wegen so nen Kleinigkeiten rumzumeckern und fasst euch lieber mal an euere eigenen Nasen“, mischte sich nun auch Nick ein. Er fand es mehr als daneben, dass ausgerechnet die Beiden etwas dazu sagen mussten.
Er schaute wieder zu Basti, der dort beinahe verloren auf dem Boden wirkte. Aber es sagte auch niemand etwas. Plötzlich nach einem beinahe endlosen Schweigen, wobei es nur wenige Minuten waren, schaute Basti auf und blickte in die Runde. Auf Nick wirkte er ziemlich müde und dadurch irgendwie nur noch süßer. Es war ihm beinahe anzusehen, dass er bloß umarmt werden wollte. Aber ihm fiel vor allem auf, das Basti Eliot nicht ansah, bei dem grimmigen Gesichtsausdruck von seinem besten Freund war es vermutlich auch ganz ratsam.
Ihr WG Pärchen schien gerade ohnehin ziemlich geplättet von Leos Ansage zu sein und wohl auch von Nick, der seinen Senf noch dazu gegeben hatte.
Basti zögerte, lehnte dann aber doch seinen Kopf gegen Eliots Bein, was Nick ein kleines Lächeln entlockte. Eine Antwort auf seine Frage hatte er noch immer nicht. „Jungs … wirklich. Könntet ihr mir nicht einfach sagen, wenn ich was falsch gemacht habe? Das ist besser, als hinter meinem Rücken darüber zu reden.“
Eliot wusste, dass es ein Scherz war von Nicks Seite aus und genau deswegen war er darauf auch nicht weiter eingegangen. Er sah er noch immer ziemlich angefressen zu Robin  und Cloud. Innerlich aber lachte er bereits wieder, immerhin hatte Nick auch noch etwas zu sagen und das war dann schon etwas frecher als seine Ansage. Eliot überlegte, ob er noch etwas sagen sollte, er ließ es aber bleiben und sah stattdessen verwundert an sich runter. Da hockte Basti vor ihm und wollte allen ernstes wissen, ob er etwas falsch gemacht hatte. Er wirkte beinahe wie ein getretener Hund.
Zögerlich streckte er seine Hand aus und strich Sebastian durch die Haare. „Du hast nichts falsch gemacht. Wir haben zwar über dich geredet aber nicht schlecht“, murmelte er, sah unsicher zu Justin und Nick, doch Justin gab ihm blind zu verstehen, dass es genau jetzt richtig wäre Klartext zu reden. Ausgerechnet das Reh, aber gut, dann musste es wohl vor allen anderen sein.
Eliot atmete tief durch und rutschte so weit vor, dass er sich problemlos nach vorn beugen konnte. „Anfangs gings eigentlich um Luke, um Robin und Clouds Baby und dann um Bill …”
“Und dann hat Justin gesagt, dass Leo und du eh viel süßer als Pärchen wärt‘, mischte sich Robin ein und dieses Mal murrte Jack Eliot, sondern lächelte ihm sogar dankbar zu. Cloud mischte sich nicht ein, eher wartete er ab, ebenso Justin, der unruhig hin und her rutschte. Wie es schien, lief hier gerade ein Film und Eliot und Basti spielten darin die Hauptrolle.
„Unsere Aktion vor ein paar Tagen ist keinem verborgen geblieben“, grinste er schließlich und pustete frech Basti ins Ohr. Unterstreichend rutschte er ganz vom Sessel, setzte sich hinter ihn und schlang beide Arme um ihn.

Nick entging nicht Bastis schwaches Lächeln, als Eliot Hand durch seine Haare strich. Er versicherte ihm, dass er nichts falsch gemacht hatte. Doch redete Eliot noch weiter und erklärte, worüber genau gesprochen wurde. Nick verfolgte das Ganze im Stillen und lächelte innerlich. Mit mehr hatte er seitens Eliot gar nicht mehr gerechnet, als sein bester Freund dann aber von dem Sessel rutschte und sich hinter Basti setzte und seine Arme um ihn schlang, konnte Nick sein Grinsen nicht mehr verkneifen. Stumm machte er zu ihm ein Daumen hoch Zeichen und versuchte sein stolzes, glückliches Lächeln zu verbergen. Er freute sich gerade so sehr für die beiden, dass sie sich gerade vor allen anderen ein ganzes Stück näher gekommen waren, auch wenn nicht direkt über Gefühle gesprochen wurde.
Neidisch war Nick nicht, eher war er stolz und freute sich für seinen besten Freund. Er würde einfach im Club intensiv suchen. Ein dunkelhaariger Mann würde mit Sicherheit dabei sein. Bis dahin muss sich Justin wohl oder übel mit ihm vergnügen. Unterstreichend schlang Nick seine Arme um den Jüngeren und bettete sein Kinn auf Justins Schulter. „Du hattest recht, die beiden sind viel süßer. Ich finde ja, dass sie sogar den Süßfaktor von Cloud und Robin übersteigen“, murmelte er und blickte zu den beiden neben sich. „Nichts gegen euch, ihr seid trotzdem unglaublich süß, die beiden sind süßer.“

Bastian sagte so gar nichts, aber immerhin hörte er zu, suchte sogar seine Nähe und kuschelte sich am Ende an ihn. Da brauchte es dann doch keine Worte, die Handlung war eindeutig und das Gähnen deutete darauf hin, dass Basti nicht nur müde war, sondern sich auch noch pudelwohl fühlte. „Müde?“, murmelte er daher leise, worauf ein Nicken folgte und doch sah Eliot eher zu Nick, der ein bisschen mit Justin auf Kuschelkurs ging, aber das wohl eher freundschaftlich und nicht so wie er und Basti.
Davon hätte er dann ja doch etwas mitbekommen und er konnte sich nicht vorstellen, dass Nick mit so einem schüchternen Reh etwas anfangen konnte.
Dafür war Nick dann doch manchmal etwas zu wild. Allerdings nur manchmal. Sein Lächeln entging Eliot jedenfalls nicht, ebenso die Geste mit dem Daumen und er meinte etwas zu hören, was Robin dann doch empört die Wangen aufplustern ließ. Cloud nutzte das aus, kniff Robin in die Wange und grinste. Wie es schien, herrschte wieder Ruhe und Harmonie in der WG.
Zum Glück, Eliot mochte diese Unruhe nicht, ebenso wenn sich alles unwohl fühlte und nun schwiegen sie alle, wirkten jedoch entspannt und ausgeglichen. Er schmunzelte zufrieden, ehe er feststellte, dass Basti tatsächlich eingeschlafen war. Kopfschüttelnd grinste er, löste langsam seine Arme und stand leise auf. „Ich bring die Schlafmütze mal ins Bett“, wandte er sich in die Runde, fasste vorsichtig Basti unter den Armen und hob ich mit Leichtigkeit hoch.
Eliot schlich sich an Nick und Justin ran und blieb kurz stehen bei den beiden. „Danke Bambi. Hast was gut bei mir.“
„Blödsinn“, murmelte dieser knapp, worauf Eliot erneut grinsen musste, dann aber die Treppe nach oben verschwand.
Leise schlich er zu Bastians Zimmer, öffnete die Tür und legte ihn auf seinem Bett ab. Allerdings kam ihm die Frage, ob er wirklich schlief, griff dann aber doch nach der Decke und deckte ihn zu. Leise schlich er wieder zur Tür, drehte sich nochmal um und doch schien Basti wirklich zu schlafen.

Nick war so hin und weg von Eliot und Basti, die einfach auf dem Boden hockten und kuschelten. Sie redeten nicht einmal miteinander. Dann erhob sich Eliot auf einmal und hob Basti hoch. So schlapp wie dieser in seinen Armen hing, schien er offenbar zu schlafen. Oder aber er tat so, weil er sich etwas anderes erhoffte. Bei Basti wäre auch das nicht wegzudenken. Leo hielt bei Justin und ihm kurz inne und blickte zu beiden hinab. Die Person in seinen Armen hielt er mit Leichtigkeit. „Danke Bambi. Hast was gut bei mir.“
„Blödsinn“, erwiderte Justin und winkte ab. Fassungslos schaute Nick seinem besten Freund hinterher, wie dieser nun die Treppe hochging.
„Er … hat dich gerade mit einer Kinderbuchfigur gleichgesetzt. Noch dazu einer, bei der die Mutter qualvoll in einem Feuer ums Leben kam“, murmelte er. Er war nicht wegen der Wortwahl fassungslos, sondern viel mehr, weil Justin sich das so einfach gefallen ließ. Schüchternes Reh … okay, aber daran arbeiteten wir. Aber Bambi? Er war doch keine Pussy und auch nicht weiblich. Justins irritierten Blick nach zu urteilen, schien er gar nicht zu verstehen, was Kevin wollte.
„Lass dir nicht immer alles gefallen", mischte sich Cloud nun ein und schaute beide an. Dann lehnte er sich gegen seinen Freund.
„Übrigens ist es unglaublich, dass du Leo und Basti süßer findest als uns, früher hast du uns geshippt“, murmelte er weiter und zog einen Schmollmund, was Nick zum Grinsen brachte.
„Lass ihn. Ich finde uns immer noch am aller süßesten“, flüsterte Robin da in Clouds Ohr.
Allerdings konnte Nick das trotzdem hören und er konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Dann stand er plötzlich auf. „So … Mitternacht! Ich werde mal schlafen gehen“, sagte er in die Runden, wuschelte kurz durch Justins Haare und warf den anderen beiden ein Grinsen zu. „Bitte nicht allzu laut heute Nacht“, ergänzte er noch und ging anschließend im dunklen die Treppe hoch. Kein so guter Plan, wie sich herausstellte. Er lief gegen irgendetwas gegen und schaffte es geradeso sein Gleichgewicht wiederzubekommen oder war es Hilfe von jemanden anderen?

Länger als geplant stand Eliot noch immer an der Tür, blickte grinsend zum Schlafenden, der sich auf die andere Seite gedreht hatte und irgendwas im Schlaf brabbelte. Was genau verstand er nicht, aber es war auch egal und nicht wichtig. Er selber hatte auch schon oft im Schlaf gesprochen, jedenfalls hatte Nick das mal erwähnt und ihn damit einige Tage aufgezogen. Und wenn schon, man verarbeitete Dinge und man träumte auch schon mal etwas lauter. Besser, als wenn man schnarchen und damit andere stören würde. Er grinste, verließ dann aber doch das Zimmer und schloss leise die Tür hinter sich. Er war selber müde, wollte zudem früh aus den Federn und mittags stand auch noch der Einkauf an. Danach kam erstmal gar nichts und er hatte so gesehen auch keine Ahnung, was er morgen noch machen konnte.
Vielleicht einfach gar nichts, Füße hochlegen, lesen oder einen Film gucken. Im Kino war er auch lange nicht mehr gewesen oder schwimmen. Eliot seufzte, schlich sich durch den Flur und stieß mehr oder weniger mit jemandem zusammen, der fast kippte, wenn er nicht gewesen und ihn davon abgehalten hätte. „Alter“, grummelte er leise, dann aber merkte er, dass es Nick war. „Warum machst du dir nicht das Licht an?“, wollte er wissen, schaltete jenes im selben Moment an und blickte seinen müden Freund an. „Oha …“ Mehr sagte er nicht, schüttelte den Kopf und bugsierte seinen besten Freund zu dessen Zimmer.
„Du siehst ziemlich fertig aus und gehörst ins Bett“, merkte er mit besorgter Stimme an. „Leg dich hin und wegen Peter, mach dir keinen Kopf. Die nächsten Tage kommt der nicht hier rein und wehe, wenn doch, dann schmeiß ich ihn eigenhändig raus“, drohte er an, wuschelte Nick dabei durch die Haare und trat schließlich einen Schritt zurück. „Gute Nacht“, murmelte er, drehte sich um und lief leise gähnend zu seinem Zimmer.

Am nächsten Morgen wachte Nick beinahe mit den ersten Sonnenstrahlen auf und stand auf. Während er sich eine erfrischende Dusche gönnte, wurde ihm etwas bewusst. Seit gestern hatte Leo nun Sebastian und er würde demnach ein wenig kürzer kommen. Er selber war seit ganzen zwölf Jahren alleine. Vielleicht war er auch ein wenig eifersüchtig. Gerade jetzt, wo ihm all die Sachen vor Augen geführt wurden, die er alleine machte.
Nachdem er sich abgetrocknet hatte und in frische Klamotten geschlüpft war, schlich er leise den von Sonnenstrahlen beleuchtenden Flur entlang und die Treppe hinunter. Er wollte das Frühstück heute vorbereiten. Nick setzte frischen Kaffee auf und hockte sich anschließend vor den Kühlschrank. Viel Auswahl blieb ihm nicht, aber immerhin reichten die wenigen Lebensmittel dort drin noch für Rührei mit Bacon. Er stellte sich die Sachen bereit und trat, nachdem er die Kühlschranktür geschlossen hatte vor den Herd. Rührei mit Bacon war eines seiner Spezialitäten und er beherrschte diese ziemlich gut, das sagte sogar Bastian inzwischen.
Während er das Rührei in der Pfanne brutzelte, hörte er leise Schritte, die knapp hinter ihm endeten. „Hey“, murmelte Sebastian leise und schaute über seine Schulter, als er gähnte. „Bin ich jetzt mit Eliot zusammen?“, fragte er leise. „Ich weiß, dass wir über unsere Nacht gesprochen haben und das er etwas für mich übrig hat, aber wir haben nicht über Beziehung gesprochen oder uns geküsst …“ Ein leichtes Schmunzeln glitt auf Nicks Lippen. Süß, wie unsicher er auf einmal wirkte.
„Er hat dich gestern ins Bett getragen“, erwiderte Nick und wurde er ernst. „Das ist ein Gespräch, dem du dich mit Leo stellen musst. Da kann und werde ich mich nicht einmischen. Machst du mal bitte das Bacon in die Pfanne?“
Sebastian kam meiner Bitte nach und packte den Bacon in die Pfanne. Es dauerte nicht mehr lange, da war das Bacon fertig. Nick reichte Basti einen Teller und tat sich und ihm ein wenig auf. Ebenso schenkte er Basti und sich Kaffee ein. „Kommst du mit auf die Dachterrasse? Das Wetter ist so schön.“
Bastian stimmte dem zu und folgte Nick die Treppe hinauf, bis auf die Dachterrasse. „Muss ich das Gespräch wirklich mit ihm führen? Ich hasse solche Gespräche“, brummte Basti leise und setzte sich auf die Liege.
„Mit Leo sind solche Gespräche ziemlich locker und nicht angespannt, mach dir keinen Kopf und warte erstmal ab, wie er heute Morgen auf dich reagiert.“

Die Nacht war kurz, Eliot kam es vor, als hätte er weniger als drei Stunden geschlafen, als sein Wecker gegen viertel vor zehn klingelte und ihn unsanft aus dem Traumland riss. Grummelnd warf er das Kissen nach dem Störenfried, richtete sich leise gähnend auf und streckte sich ausgiebig. Erst als jeder Knochen einmal geknackt hatte, schwang er die Decke zur Seite und stand ganz auf. Müde tappte er erstmal rüber ins Badezimmer, aufs Klo und dann erst nach unten, wo ihm bereits auf der Treppe der Duft von frischem Kaffee entgegenkam. Nanu waren schon alle wach? Um die Ecke linsend sah er Nick auf der Terrasse sitzen, dann Basti und beide schienen zu frühstücken und sich zu unterhalten. Auch das noch. Dabei wollte Sebastian doch ausschlafen. Was zum Geier machte er schon um diese Zeit auf der Dachterrasse? Grübelnd nahm sich Eliot einen Kaffee, lehnte sich gegen die Anrichte und nippte vorsichtig an dem schwarzen Gebräu.
„Morgen“, murmelte Robin, als er die Küche betrat, sich ebenfalls einen Kaffee nahm und sich neben ihn stellte. „Wollte Basti nicht ausschlafen?“
„Das dachte ich auch“, murmelte Eliot in seine Tasse, nahm noch einen Schluck und trat schließlich raus auf die Terrasse. „Morgen“, brummte er halbwegs wacher, setzte sich zu Sebastian auf die Liege und lehnte sich frech an ihn an. „Du willst die Wette gewinnen, oder warum bist du schon wach?“ An die hatte Eliot nämlich erst gar nicht gedacht und sah daher kurz zu Nick, aber wie es schien, hatte er ihn nicht absichtlich geweckt.
Oder aber er spielte hier ganz hoch Poker, was er aber nicht glaubte. So fies war Nick dann doch nicht, wobei er das schon mal werden konnte aber eher auf andere Art. Eliot  verwarf den Gedanken daher, nippte nochmals an seinem Kaffee und stellte schließlich die Tasse weg. „Du weißt schon, dass unsere Dusche ziemlich eng ist, oder?“, grinste er Basti direkt an. „Viel Platz ist da nicht zu zweit.“


Bastian legte augenblicklich einen Arm um Eliot und genoss es, dass dieser sich an ihn lehnte und auch ein wenig frech war. „Zu eng?“, fragte er nach und auf seinen Lippen breitete sich ein freches Grinsen aus. „Ich kenne da ein paar Stellungen, die recht wenig Platz benötigen. Zum Beispiel könntest du mich reiten oder …“
„Basti“, murmelte Nick plötzlich leise. „Ich trinke meinen Kaffee, da will ich jetzt wirklich nicht wissen, wie ihr beide es unter der Dusche treibt!“
Bastian schluckte kurz, schwieg dann aber und trank lieber seinen Kaffee weiter. „Eliot? Steht das eigentlich noch mit der Party?“, fragte Sebastian leise nach und fuhr ihm durch  die weichen Haare.
Nick richtete sich auf und schaute zu Justin, welcher gerade die Dachterrasse betrat, beinahe im Halbschlaf taumelte er zu der Mauer und lehnte sich drüber. Er musterte ihn. Irgendwie wirkte er nicht nur müde, sondern auch ein wenig kränklich. Langsam, mit seiner Kaffeetasse in der Hand, richtete er sich auf und trat neben Justin. „Justin …?“
„Hm?“
„Alles ok bei dir? Dein Aussehen kommt dem eines Zombies ziemlich nah.“
„Hab schlecht geschlafen.“
Nick musterte ihn von der Seite. „Schau mich an!“ Bestimmt legte er seine Hand unter Justins Kinn und drehte sein Gesicht, sodass er es betrachten konnte. Hängende Augenlider, glasige Augen, blasse Hautfarbe. „So wie du aussiehst, gehörst du ins Bett.“
„Aber wir wollten doch heute etwas machen …“
„Holen wir nach“, versprach Nick und tätschelte seinen Kopf. „Ab ins Bett mit dir, wir kommen später nach dir schauen.“ Kurz warf Nick einen Blick in die Runde. Eliot und Basti, die auf der Liege hockten und wie ein Pärchen aussahen. „Komm ich bring dich noch kurz rein.“
„Ich schaff das alleine!"“ Justin sah ihn vorwurfsvoll an. „Bin kein Baby mehr.“ „Aber offenbar ziemlich trotzig bei Krankheiten“, entgegnete Nick locker, lehnte sich an die Mauer und schaute Justin zu, wie er wieder hineinging.

Eliot grinste bereits in seine Kaffeetasse rein, wartete auf eine Antwort und die kam so unvorbereitet, dass er sich fast an seinem Kaffee verschluckte und erstmal husten musste. Das hatte echt gesessen und das am frühen Morgen. Er räusperte sich dezent, musste aber schon wieder grinsen, da er Sebastian zwar einiges zutraute, aber nicht so eine Schlagfertigkeit. Frech schon, aber das überstieg so ziemlich alles. Eliot sah daher kurz zu Nick, der scheinbar an Stellungswechsel unter der Dusche kein Interesse hatte und sich lieber Justin zuwandte. Normal hätte er schon gekontert aber so früh mussten dann derartige Ausschweifungen nicht sein.
Genießend schloss er dennoch die Augen, fuhr doch eine recht vertraute Hand durch seine Haare und das, obwohl er das nicht ansatzweise mochte. Jedenfalls nachdem er geduscht und seine Frisur in Form gebracht hatte. Bei einem Dreh war es egal, da kam es oft vor, dass man hinterher wie ein frisch geficktes Eichhörnchen aussah und Gedanken machte man sich weniger um seine Haare. Dafür aber mehr um seinen Partner und … Party? Was denn für eine Party?
Anfangs noch verwirrt fiel es ihm aber selber wieder ein, dass Sebastian vom Wochenende und von dem Club sprach.
„Sicher steht das noch an. Willst du mit? Immerhin stand das ja ebenso auf dem Plan“, erwiderte Eliot, sah dabei aus dem Augenwinkel heraus Justin und stutzte. „Hmm?“ Fragend legte er den Kopf schief, sah aber weiterhin zu Nick und Justin und irgendwas stimmte nicht mit dem Reh. Es wirkte blass, krank und irgendwie schwankte er stark. Seltsam, dabei ging es ihm gestern offensichtlich noch ganz gut oder aber er brütete etwas aus. Eliot leerte seinen Kaffee, stellte die Tasse auf den Tisch und blickte Basti an.
„Also ich geh jetzt duschen, und zwar nur duschen. Für jegliche andere Dinge haben wir nicht wirklich Zeit und privat nehme ich mir dann doch lieber ausreichend Zeit.“ Neckisch zwinkerte er dem Jüngeren zu und ignorierte seine schmollende Schnute.
Müsste er heute nicht einkaufen hätte er schon Zeit aber nicht unter der Dusche und schon gar nicht bei einem ersten Mal? Da war er dann doch altmodisch und bevorzugte sein oder ein anderes Bett. Wahlweise vielleicht noch das Sofa oder den Küchentisch. Aber alles zu seiner Zeit und …
„Was?“ Eliot runzelte die Stirn, Basti sah nicht sonderlich angetan aus und zog noch immer diese mehr als niedlich wirkende Schnute. Noch bevor er Sebastian am Arm packte und hochzog, kam ein Seufzen über seine Lippen, welche sich nur wenige Sekunden später, auf die Sebastians legten, sich jedoch rasch wieder lösten. „Na komm, ich wollt heute noch einkaufen und je eher wir fertig werden, umso mehr haben wir noch vom Tag.“

Also keinen Sex? Basti schmollte noch immer, aber er wird auch nichts erzwingen. Er folgte Eliot, zog sich im Bad aus und stieg zu ihm in die Dusche. „Zu kalt“, murmelte er und stellte das Wasser ein klein wenig wärmer, dabei beobachtete er genau Eliots Gesichtszüge. Eigentlich hatte er sich vorgenommen ihn einzuseifen, aber durch seine deutliche Aussage jetzt, drückte er ihm bloß das Duschgel in die Hand. „Beeil dich! Wir wollen noch einkaufen.“
Dass er von Eliot ein wenig angefressen war, erwähnte er nicht. Basti selbst war bereits mit dem einschäumen fertig und spülte den ganzen Schaum ab, als er ein gedämpftes Klingeln wahrnahm. Erst einmal und kurz darauf mehrmals.
„Wenn das … ist“, grummelte Basti und stieg aus der Dusche. „Scheiße“, murmelte er und schaute sich um. Er war hier in Eliots Bad, stand splitterfasernackt im Raum und schaute alarmiert zu ihm. “Ich hab keine Klamotten und kein Handtuch“, nuschelte er und hampelte unwohl von einem Bein auf das andere, während er mit seinen Händen sein Intimbereich versteckte.

Eliot ignorierte Bastis Schnute, die sich bis ins Bad und unter die Dusche zog. Diese konnte dann doch ziemlich gefährlich werden und er wollte auf keinen Fall etwas überstürzen oder mit der Tür ins Haus fallen. Dafür war er zu sehr in die Jahre gekommen, hatte aus Fehlern gelernt und doch war er überrascht, dass Basti wohl noch immer schmollte. Er hatte noch immer nichts gesagt, sich schweigend ausgezogen und einfach dreist in die Dusche gestellt. Eliot seufzte, schälte sich aus seinen Klamotten, gesellte sich zu Sebastian in die etwas zu enge Kabine und stellte das Wasser an. Genau richtig, Basti aber zu kalt und wie es schien, war er wohl sauer oder enttäuscht?
Eliot nahm das gereichte Duschgel in die Hand, ließ es aufschnappen und schäumte sich kaum später selber ein. Von wegen Rücken einseifen, dachte er sich, grinste kurz wissend und stellte es zurück zu den anderen Duschsachen.
Basti schien bereits fertig zu sein, drängelte ihn sich zu beeilen und stieg bereits aus der Dusche. „Mach mal …“ Er hielt inne, hörte die Klingel und rollte bereits genervt mit den Augen, da es stark nach Peter klang. „Wehe das ist wieder diese Kröte, ich box ihn eigenhändig aus der Bude raus“, grummelte er, ehe er zu lachen begann und Bastis Tanzeinlage zusah.
Lange hielt die gute Laune jedoch nicht an, es klingelte erneut und Basti sah aus, als würde es ihm nicht sonderlich gefallen, so nackt in seinem Badezimmer zu stehen. Eliot stieg daher galant aus der Dusche, schritt rüber in sein Zimmer zum Schrank und holte zwei große, flauschige Badetücher heraus. „Du stellst dich aber auch an. Als hätte ich noch nie nen nackten Kerl gesehen.“ Er kam mit den Handtüchern zurück, warf eines davon Basti zu und band sich seins locker um die Hüfte. „Wie es scheint, haben Helmut und Jerome wieder Tomaten in den Ohren“, grummelte er, verließ das Bad und tappte nach unten und direkt zur Haustür, die er schwungvoll öffnete und eine Person ansah, die er noch nie gesehen hatte.
Groß, dazu kurz rasierte Haare und einen Blick drauf, der einem Dobermann glich. „Was soll das? Mal auf die Uhr …“
Weiter kam er nicht, der Fremde fiel ihm bereits ins Wort und sah alles andere als angetan aus. „Deine vorlaute Art zieht vielleicht bei Luke, aber sicher nicht bei mir.“ Eliot blinzelte einige Male, dann aber dämmerte es ihm. „Scheiße …“
„Martin reicht“, erwiderte sein Gegenüber, ehe er die Wohnung betrat und mittig in dieser stehenblieb.
„Ich zieh mir mal was an und hold die anderen“, murmelte Eliot, ehe er hastig nach oben sauste und in sein Zimmer. Mist, verdammter. Das war der neue Regisseur und dazu dieser, der ein ziemlich scharfer Hund war. Einer, der schon in Hollywood gedreht hatte und das mit richtigen schauspielern. Fuck, grummelte er gedanklich, schlüpfte in eine Jogginghose, ein bequemes, weißes Shirt und eilte in Richtung Cloud und Robins Zimmer.
Klopfen musste er aber nicht, riss Robin schon verschlafen die Tür auf und gähnte. „Ist das wieder Pip, der geklingelt hat?“
„Ne, aber die Doge aus Hollywood steht unten.“


Eilig lief auch Nick herunter, das Sturmklingeln alleine hatte schon gereicht, um ihm schlechte Laune zu verursachen. Wütend baute er sich auf. „Hat dir Kröte der Rausschmiss gestern nicht gereicht? Du hast hier absolut …“
Martin räusperte sich. „Habt ihr ein Problem mit nehm Stalker?“, fragte er.
Irritiert blickte Nick auf und blinzelte. Nicht Peter stand vor ihm, sondern der neue Regisseur. „Fuck, sorry … ich wollte wirklich nicht …“
„Dein Kollege ist mich eben auch schon so angegangen. Aber da du, das jetzt auch tust und ich gestern nicht da war. Das klingt schon verdammt nach einem Stalker.“
„Ja … na ja“, murmelte Nick verlegen. Es war ihm wirklich peinlich. „Möchten Sie einen Kaffee?“, fragte er. Dann schaute er ihn an. „Wollten Sie nicht erst übermorgen kommen?“
Lautes Treppengepolter ließ Nick aufschauen und Cloud, Robin und Basti kamen herunter.
„Seid ihr nicht sechs Bewohner?“, fragte Martin.
Nick nickte. „Ja. Justin liegt im Bett mit der Zombieritis.“
„Zombieritis?“, fragte Basti irritiert nach.
Obwohl er mit Eliot duschen war, wirkte er mehr angefressen, als entspannt, stellte Nick fest. „Ja … Blass, schwach … das übliche halt.” Er tat es mit einem Schulterzucken ab und verschwand in der Küche. Viel Kaffee war nicht mehr da. Aber er goss Martin eine frische Tasse Kaffee ein und setzte anschließend neuen auf.
Ganz im Gegenteil zu heute Morgen vermied Basti jetzt gekonnt Eliots Nähe, stattdessen gesellte er sich zu ihm und lehnte sich gegen ihn. „Milch ist leider leer.“ „Zucker auch“, erwiderte Robin. „Tut mir leid, ich hatte gar nicht auf dem Schirm, dass du heute kommst. Wir wollten heute einkaufen gehen.“
Nick bekam Martins Reaktion gar nicht mit, da Basti ihn einnahm. „Eliot ist so ein Arsch. Er lässt mich stehen, lacht mich aus …“
„Basti … du weißt, ich bin für dich da und du kannst mit mir über alles reden, aber nicht jetzt, okay? Ihr beide klärt das schon.“

Einen Moment dauerte es bei Robin, dann verstand er und drehte sich um. „Cloud zieh dich an, wir müssen sofort nach unten.“
„Ich geh schon mal runter“, verabschiedete Eliot sich, schritt den Flur entlang zur Treppe und diese nach unten. Den Stimmen nach zu urteilen war Nick schon wieder unten, sprach mit dieser Bulldogge und noch bevor er sich weiter Gedanken machen konnte, tauchten Cloud, Robin und Basti ebenso auf. Letzterer immer noch angefressen und mit einem Gesichtsausdruck, der ganze Bände sprach.
Super und so sollte er mit Basti einkaufen? Eliot hatte schon jetzt keine Lust mehr, ebenso auf diesen Typen, den Robin scheinbar schon kannte, so wie er mit ihm sprach. „Woher kennen die sich?“, wandte er sich daher leise an Cloud.
„Uff, ich hab keine Ahnung“, nuschelte dieser, doch auch er hatte längst erkannt, dass sein Freund diesen Regisseur deutlich länger und auch besser kannte.
„Na toll“, murrte Eliot, sah Basti hinterher, der sich an Nick hängte und rollte genervt mit den Augen.
Wie konnte man sich bitte so anstellen? War er im Kindergarten gelandet oder was sollte das Verhalten? So ganz schlau wurde er daraus nicht und jetzt, wo er sich das Ganze genauer betrachtete, fragte er sich, ob das mit Sebastian überhaupt Sinn machte. Vielleicht waren sie doch zu unterschiedlich, der Altersunterschied zu hoch und er noch gar nicht bereit, sich überhaupt wieder auf jemanden einzulassen.
Cloud merkte, dass es in Eliot arbeitete, ebenso Robin, der jedoch nichts sagte, sondern sich angestrengt unterhielt. Erst, als Eliot sich rührte, umdrehte und erneut nach oben ging, regierte er. „Und wo willst du jetzt hin?“
„Einkaufen, und zwar alleine.“
Cloud sah zu Robin und dann zur Treppe. „Soll ich?“
„Ne lass mal, ich mach das schon“, seufzte der Braunhaarige, ehe er sich bei seinem Onkel entschuldigte und ebenfalls nach oben schritt.
„Leo?“ Robin rief ihm nach, doch wirklich reagieren tat er erst, als er sein Zimmer betrat und ihn auffordernd ansah. „Ist irgendwas vorgefallen? Du hast plötzlich ne komische Laune und Basti sieht aus, als würde er jeden Moment explodieren.“ Eliot antwortete vorerst nicht, kramte stattdessen seine Zigaretten vom Nachttisch und zündete diese erst an, nachdem er das Fenster geöffnet hatte. „Es ist eben nichts vorgefallen. Nichts, was so einschneiden sein könnte, dass man sich wie ein Kleinkind benehmen und bocken muss.“
Robin seufzte, aber er verstand Jack und ebenso Basti. „Besser, du sagst ihm, was los ist, dass du nicht mehr wie früher bist und privat ein ganz anderer Mensch.“
Eliot nickte, zog noch zweimal an seiner Zigarette und schnippte sie aus dem Fenster. „Für Kindergarten bin ich zu alt und bevor das richtig wehtut, beende ich es lieber gleich.“
„Was?“ Robin sah seinem Kollegen fassungslos hinterher, brauchte einen Moment und eilte ihm hastig nach. „Leo, warte!“ Er rannte die Treppen runter, stolperte fast die letzte Stufe über seine Füße und fluchte. „Jetzt bleib halt stehen, verdammt.“

„Es ist eben nichts vorgefallen. Nichts, was so einschneiden sein könnte, dass man sich wie ein Kleinkind benehmen und bocken muss."
Robin seufzte, aber er verstand Jack und ebenso Basti. „Besser, du sagst ihm, was los ist, dass du nicht mehr wie früher bist und privat ein ganz anderer Mensch."
Eliot nickte, zog noch zweimal an seiner Zigarette und schnippte sie aus dem Fenster. „Für Kindergarten bin ich zu alt und bevor das richtig wehtut, beende ich es lieber gleich."
„Was?" Robin sah seinem Kollegen fassungslos hinterher, brauchte einen Moment und eilte ihm hastig nach.
„Leo, warte!" Er rannte die Treppen runter, stolperte fast die letzte Stufe über seine Füße und fluchte. „Jetzt bleib halt stehen, verdammt."

Cloud blickte zu Nick. Er wirkte ein wenig besorgt, vor allem, als Eliot auftauchte und Robin ihm hinterher eilte. Das konnte nur Stress bedeuten und darauf hatte Nick jetzt am allerwenigsten Lust. Er entschloss bei Martin zu bleiben und Robin die Sache regeln zu lassen. „Ehm ..." Nick räusperte sich. „Möchten Sie eine Führung?"
„Bitte. Der ein oder andere Raum würde sich ja eventuell als Drehkulisse eignen." Im ersten Moment war Nick geschockt, aber dann nickte er und führte ihn in die Küche.
Basti trat in das Wohnzimmer, ging zur Treppe und schaute einen Moment unschlüssig zwischen Eliot, der mit dem Rücken zu ihm stand und Robin hin und her. Dann räusperte er sich.
„Leo?" Er hielt ihm die Kaffeetasse hin. „Ich wollte mich entschuldigen ... ich hab da offenbar was in den falschen Hals bekommen. Sorry." Das stimmte zwar nicht zu hundert Prozent, aber es war immerhin ein Anfang. Unschlüssig stand er dort und wartete auf eine Reaktion. Robin stand dort wie angewurzelt, deutete ein Kopfschütteln an, welches Basti ignorierte.
Er wollte jetzt nichts wegen des Einkaufens sagen und schwieg. Alleine einkaufen fiel weg, das waren immerhin zu viele Lebensmittel. Und mit Eliot? Basti schluckte. Auch wenn er es sich nicht eingestehen wollte, machte er jetzt nicht den Eindruck, als würde er mit ihm einkaufen gehen wollen.

Endlich blieb Eliot stehen, ließ es sogar zu, dass Robin sich ihm näherte und ihn vorsichtig zu sich umdrehte. Beinahe schon flehend sah er ihn an. „Überlege dir das gut. Ich kenn dich und ich kenn Basti. Du bist nen Sturkopf, er ein Sensibelchen und da prallen nun mal Welten zusammen." Besonders, wenn einer jünger war und dazu neu, den anderen noch nicht kannte oder nur das, was man in den Filmen sah. „Ich weiß, dass du Basti magst, dass er dich mag und es wäre echt schade, wenn es endet, bevor es richtig angefangen hat."
Eliot erwiderte darauf vorerst nichts, er schien zu überlegen, ging in sich und drehte die Zeit zurück. Bill war wie er ein Dickkopf, dazu rebellisch und Luke? Ruhig und bestimmend, deutlich älter und auch reifer. Da war kein Sensibelchen oder ein kleiner Kasper, der schon morgens andere liebevoll mobbte. Ihn mobbte und dann so süß dabei war, dass man ihm gar nicht böse sein konnte.
Eliot biss sich auf die Unterlippe, vernahm ein dezentes Räuspern hinter sich und drehte sich langsam zu um. Da stand er, dazu mit Kaffee in der Hand und einem Blick drauf, der ihn erstmal schlucken ließ. Unsicher und doch wirkte Basti auf ihn, als wäre er noch immer angefressen. Er seufzte, nahm den Kaffee an, trank einen Schluck und reichte diesen Robin, der ihn schweigend mitnahm und die beiden vorerst in Ruhe ließ.
Eliot nutzte das, ging einen Schritt auf Basti zu und sah ihn ernst an. „Tut mir leid, dass ich nicht der bin, den man in bestimmten Filmen sieht. So war ich vielleicht vor Jahren mal, aber mittlerweile bin ich deutlich ruhiger und hab meine Prinzipien."
„Davon merk ich jetzt erstmal nichts, aber vielleicht hab ich dich auch mit dem falschen Fuß erwischt", mischte sich Martin ein, der jedoch mahnend von Robin angesehen wurde und Richtung Sofa geschoben wurde.
„Misch dich da nicht ein, du bist nicht besser und hast fast deine Ehe an die Wand gefahren."
Eliot grinste kurz, schenkte dann aber Basti wieder seine volle Aufmerksamkeit. „Nenn mich ruhig altmodisch, aber ich fall nicht mehr mit der Tür ins Haus." Mit jedem gesagten Wort kam er näher, beugte sich schließlich vor und streifte Bastians Wange mit seinen Lippen, ehe er frech zu seinem Ohr wanderte. „Weißt du, ich fang klein an und die Nummer unter der Dusche steht da leider eher in der Mitte. Anfangs solltest du da eher mit dem Küchentisch oder meinem Bett Vorlieb nehmen."

Erleichtert atmete Basti aus und sah Eliot an. Eine Weile hatte er ernsthaft gedacht, dass er ablehnen würde. Aber er hatte seinen Kaffee angenommen und erklärte sich. „Dachtest du echt, wir hätten unter der Dusche gevögelt? Leo wirklich ... ich rede viel Bullshit, aber ich habe schon mitbekommen, dass du von der Idee nicht begeistert warst, da zwinge ich dich doch nicht. Vielleicht hätte ich dich eingeseift. Aber mehr hätte ich nicht gemacht. Ich hab übrigens ... warst du echt sauer, weil ich bei Nick in der Küche stand? Du hast uns so giftig angesehen, dabei habe ich nur mit ihm geredet, ihn um Rat gefragt ..."
Basti sah zu Eliot auf und lächelte ihn etwas zurückhaltend an. Dann beugte er sich vor und hauchte einen Kuss auf seine Wange. „Also ... gehen wir noch zusammen einkaufen?"
Nick lehnte sich lächelnd in den Türrahmen der Küche und musterte die beiden zufrieden. Für einen kurzen Moment sah Eliot wirklich so aus, als würde er einen Rückzieher machen und alles hinschmeißen. Langsam gesellte er sich zu den beiden und grinste beide breit an. „Wie ich sehe, seid ihr wieder besser drauf. Bringt ihr bitte noch Chips und Honig mit, wenn ihr einkaufen geht? Ich will Justin ein wenig aufmuntern, der liegt im Bett und sieht aus wie ein Zombie ..."
„Eh ... klar", nuschelte Bastian und sah dann wieder zu Eliot. „Oder?"
Nick hingegen stellte sich auf Zehenspitzen und hauchte Jack einen Kuss auf die Wange. „Ich freu mich ehrlich für dich", flüsterte er. Dann verschwand er in Richtung Wohnzimmer und gesellte sich wieder zu Martin und Robin „Tut mir leid ... heute ist es hier irgendwie ziemlich chaotisch. Justin ist krank. Basti und Eliot wollten einkaufen und ehrlich gesagt ... haben wir noch gar nicht mit Ihnen gerechnet." Dann schaute Nick von Robin zu Martin, die ziemlich vertraut miteinander wirkten. Seltsam vertraut, wo Martin doch eigentlich komplett neu in der Agentur war. „Ihr kennt euch, oder?", fragte er und blickte abwechselnd zwischen den beiden hin und her.

Mit Bastis sehr direkter Art musste Eliot sich dann doch noch arrangieren, dennoch nickte er und grinste wissend. „Für einen Moment dachte ich das wirklich. Besonders als du auf der Terrasse beim Kaffee davon sprachst." Eingeseift hätte er ihn dann aber doch? Aja, also doch die Wette, die aber nicht aufgehoben, sondern nur verschoben wurde. Für ihn jedenfalls und vielleicht drehte er den Spieß auch einfach mal um und seifte Bastian ein. So in Gedanken grinste er, dann aber runzelte er die Stirn.
„Ob ich bitte was war? Giftig, ich?" Eliot schüttelte den Kopf. „Nein, ich war eher kurz davor alles hinzuschmeißen", gestand er leise, biss sich erneut dabei auf die Unterlippe und vernahm dennoch die leise Frage. Gemeinsames Einkaufen. Klar, immerhin war das angedacht und so waren sie immerhin beide aus dem Schneider raus und mussten sich nicht mit diesem komischen Kerl bei Robin befassen.
„Sicher, dann müssen wir uns nicht mit diesem Vogel da hinten beschäftigen. Der kommt mir etwas komisch", nuschelte er, ehe er Nick neben sich wahrnahm und dessen Bitte nach Chips und Honig für Justin. Ihm schien es wirklich schlecht zu gehen und Eliot überlegte, was dem Kleinen noch helfen konnte wieder schneller auf die Beine zu kommen.
„Bring ich mit und ich schau mal, ob ich noch Tee oder sowas auftreiben kann. Ansonsten bring ich ne extra Ration Obst mit", antwortete er, ehe er nach Sebastians Hand griff und ihn Richtung Küche zog. „Tüten, wir brauchen noch Tüten und mindestens nen Korb", redete er im Gehen, lief an Robin vorbei und schnappte nur am Rande das Gespräch auf.
Irgendwas mit vertraut hörte er, ging aber nicht darauf ein, da die Frage immerhin an Robin ging. „Na ja, ich kenn Martin, seit ich auf der Welt bin. Er ist quasi mein Onkel und war aber einige Jahre in Hollywood unterwegs."
„Dein Onkel? Also der Vater von Ben?" Cloud sah sich Martin dabei genauer an und da fiel ihm die Ähnlichkeit auf. Beide hatten braune Augen, dazu diesen ernsten aber dennoch kecken Blick aber ansonsten schien er den Rest von seiner Mutter zu haben.
Martin lachte das erste Mal, dann aber nickte er und wuschelte Robin durch die zerzausten Haare. „Mein Neffe, ja. Wobei man beiden schon nachsagte, dass sie Brüder sein könnten."
„Blödsinn, so ähnlich sind wir uns gar nicht", erwiderte Robin rasch. „Ben studiert und ich dreh Filme."
„Sag ich doch, ihr seid euch ähnlich."
Robin blinzelte verwirrt dann aber klappte ihm der Mund auf. „Ben wird aber doch nicht die Art Filme drehen."
Martin schüttelte darauf den Kopf und konnte ihn damit ein Stück weit beruhigen. „Nein, er studiert Medienwissenschaften und Theater neben Germanistik und steht damit irgendwann so wie ich, hinter der Kamera."

Nick grinste. Also doch! Sie kannten sich, besser als er vermutete und noch dazu hatte er einen Sohn. Neugierig drängte er sich zwischen die beiden und grinste. „Ist er heiß? Single? Wann lerne ich ihn kennen?"
„Also ... im Grunde", begann Cloud. „Sieht er genauso aus wie Robin, bloß ein wenig dunklere Haare, freundlicher und heißer", murmelte er und grinste seinen Freund frech an.
„Ey."
„Perfekt. Wann lern ich ihn kennen?"
Martin wirkte er im ersten Moment ein wenig irritiert oder überfordert, dann fing er sich und schaute Nick an. „Bitte?"
„Eh ... bald, oder Martin? Er ist doch wieder hier?"
Nick ließ ihn gar nicht zu Wort kommen. Er wandte sich ab. „Super! Bald lern ich ihn kennen. Perfekt, wo ich doch ohnehin auf der Suche bin."

Verwirrt stolperte Basti in die Küche, blieb mitten im Raum stehen und musterte Eliot traurig. Hinschmeißen? Jetzt? Wo es doch noch nicht mal richtig angefangen hatte? „D-Du wolltest hinschmeißen ...? Aber warum?" Er trat einen Schritt auf ihn zu und sah ihm in die Augen.
„Ich weiß, dass ich gewöhnungsbedürftig und anstrengend sein kann. Aber ich steh zu den Leuten, die ich mag. Ich kenne euch alle noch nicht, das weißt du. Aber ich verstehe nicht, warum du etwas hinschmeißen willst, was noch nicht mal angefangen hatte. Mir ist bewusst, dass ich ein ganzes Stück älter bist als ich und auch ruhiger und Prinzipien hast. Die hat jeder. Außerdem bin ich ja auch kein Wirbelwind oder Sexmonster ... so gut kennst du mich glaube ich inzwischen."
Basti schluckte und griff bestimmt nach Eliots Hand. „Was hab ich dir getan, dass dich dazu getrieben hat beinahe hinzuschmeißen."

Deutlich konnte Eliot in der Küche hören über wen oder was im Wohnzimmer gesprochen wurde und am deutlichsten hörte er dann doch Nick heraus. Sieh an, da war wohl jemand extrem neugierig aber zugegeben, Robin war schon heiß und wenn es da eine jüngere Version gab, dazu genau wie er, dann konnte er diese Neugier durchaus verstehen. Zumal er das Baby bereits gesehen hatte und doch war das Bild einige Jahre alt und äußerlich konnte man sich dann ja schon verändern.
Sein Typ war es dann aber nicht, er mochte keine braunen Augen, eher helle und mit diesem „Fass mich nicht an" Blick war es nicht sehr viel besser bestellt. Gut, den hatte Robin anfangs auch drauf, heute jedoch eher den gegenteiligen Blick. Wehe, wenn nicht, aber dann ... Eliot grinste, sah jedoch zu Basti, der mittig in der Küche stand und traurig zu ihm blickte.
Oje, da war ja noch was und der Blick glich dem von einem geschlagenem Hund. Da hatte er ja etwas angerichtet und könnte sich selbst dafür eine Schelle verpassen. Jedoch hörte er vorerst nur zu und doch schmunzelte er, als Bastian sich selber als nicht Wirbelwind bezeichnete. Da lag er aber völlig daneben. Er seufzte, zog Sebastian, nachdem dieser seine Hand griff und festhielt zu sich und mit der noch freien, strich er ihm eine Strähne aus dem Gesicht.
„Es ist und war nicht deine Schuld. In keiner Sekunde hörst du?" Eliot plagte das schlechte Gewissen, welches sich kontinuierlich festbiss und ihm gehässig zuflüsterte, dass er erst denken und dann reden sollte. „Ich war zu lange mit Luke zusammen und hab mir wohl zu viel abgeguckt. Besonders, dass man irgendwann ruhiger wird und vieles entspannter angeht", grummelte er über sich selber, ehe er doch wieder schmunzelte. „Heißt aber nicht, dass ich ein alter Mann bin. Verkneif es dir also."
Das Gelächter seitens Cloud, der kurz die Küche betrat, ignorierte er gekonnt, immerhin ging es um Basti und nicht um Robin oder Nick. „Wobei Dinosaurier schon süß war. Aber dann bin ich eher so ein gemütlicher mit Keule, der im Ernstfall auch mal austeilt."
„Wie keiner, der zubeißen kann?"
„Man Cloud." Eliot warf dem Lockenkopf fast den Korb hinterher, ehe er den Kopf schüttelte und Basti ansah. „Schätze wir müssen einfach mehr reden, wie mir scheint."

Basti versuchte dem Blick von Eliot standzuhalten, er versuchte es wirklich. Aber Clouds Sprüche machten es nicht gerade leichter. Ebenso Eliots Aussage. Alter Mann? Da musste er sich dann doch auf die Lippe beißen, um nicht zu lachen. Und dann der Vergleich mit dem Dinosaurier. „Du kannst ziemlich gut austeilen, nur das mit dem Reden ist schwer, wenn du mich nicht lässt."
Er machte eine Pause und schob seine Hände unter Eliots Shirt. „Sorry ... das war falsch formuliert. Wir reden schon. Aber unser Problem ist, dass wir nie alleine sind, wenn wir reden. Und noch was ... du bist ein Apotosaurus. Ein gemütlich, entspannter Dino, der ab und an mit seinem langen Schwanz austeilt. Wobei man den Schwanz auf zwei Sachen beziehen kann."
Basti sah zu Eliot auf und brachte jetzt doch ein schwaches Lächeln zustande. Mit Dinosauriern kannte er sich ziemlich gut aus. Zum Glück. Er strich seinen Rücken hinauf und benutzte seine Schulter als Stütze für seinen Kopf. Er genoss den Augenblick, atmete Eliots Duft ein. Auf das Einkaufen war er schon ziemlich gespannt, schließlich waren sie da alleine.
„Wirklich?"
Basti fuhr herum und trat von Eliot zurück.
Nick lehnte im Türrahmen und musterte die beiden prüfend. „Dinosaurier? Apotosaurus? Basti... es gefällt mir, dass du dich mit den Arten auskennst, aber Jack tut es nicht." Nick stieß sich vom Türrahmen ab und schritt auf die beiden zu. „Aber das mit dem Schwanz ... Basti wir haben Besuch. Ich kann verstehen. Ihr müsst dringend reden. Alleine unter vier Augen und in Ruhe. Na los, verzieht euch schon." Er stieß Leo frech in die Seite. „Und erst denken dann sprechen. Das schaffst du."
Basti verfolgte Nick mit seinen Blicken und schmunzelte, als er Eliot in die Seite stieß. Er war nicht mehr wütend. Ehrlich gesagt war er sogar erleichtert, dass er ihn nicht wegstieß und Nick das unterstützte. „Können wir los?", fragte Basti schließlich. „Sorry, ich wollte euch nicht unterbrechen. Also?"
„Mich stört es nicht, wenn ihr verschwindet", erwiderte Nick frech.

Wollte Basti ernsthaft jetzt lachen und das nur wegen einer Aussage, die ziemlich gut hinkam? Eliot zog skeptisch die rechte Augenbraue in die Höhe, entspannte sich jedoch schnell wieder, da sich freche, flinke Finger und sein Shirt schoben und zielsicher seinen Rücken entlangstrichen. Zur Folge bekam er eine Gänsehaut, eben weil Basti so sanft über die Haut fuhr. Reden taten sie ja wirklich, aber alleine sah anders aus und war wohl wirklich mal dringend vonnöten. Aber Apo-was? Aposaurus? Nie gehört? Hatte der was mit diesem Apo red zu tun von dem immer alle sprachen?
Wohl kaum, also scheinbar ein Dinosaurier und damit etwas, wovon er weniger Ahnung hatte. „Ich bin froh, wenn ich weiß, wie ein T-Rex aussieht und, dass das Fleisch frisst", erwiderte Eliot, sah dann aber zu Nick, der sich bereits einmischte und versuchte aus der Küche zu jagen.
„Geht auch netter, wenn du uns loswerden willst", grinste er gelassen seinem besten Freund entgegen, ehe er sich den Korb schnappte und Basti an der Hand. „Gehen wir. Nicht, dass Justin noch jammert, weil der Tee alle ist oder Robin wieder Gelüste auf Nutella verspürt." Das Gemoser aus dem Wohnzimmer ignorierte er, ebenso den Versuch mit einem Kissen abgeworfen zu werden.
Dann aber blieb er doch stehen. „Haben wir den Einkaufszettel mit?" Hilfesuchend sah er zu Basti, dann zu Cloud, der zu lachen begann, da Robin ihn voll mit einem Stressball am Kopf getroffen hatte und sich übelst freute.
„Sehr witzig, du Nutellatier", grummelte Eliot, hob den Ball auf und warf diesen zurück. Allerdings traf dieser eher Martin und nicht Robin.

„Gelüste auf Nutella verspüre ich gleich, wenn ihr nicht verschwindet", murmelte Nick und warf beiden einen amüsierten Blick zu, ehe er sich zu den anderen in die Küche gesellte.
Bastian schaute zwischen Eliot und Robin hin und her. Ein leises Lachen konnte er sich jedoch nicht verkneifen. Bestimmt griff er nach Eliots Hand und warf den anderen und vor allem Martin einen entschuldigten Blick zu. „Tut mir leid ... manchmal ist er nicht besonders treffsicher", sagte Sebastian und fügte leise ein: ‚In vielen Dingen', hinzu. Bevor Eliot allerdings dazu kam etwas zu erwidern, hauchte er ihm einen Kuss auf die Wange. „Zettel hab ich, dich hab ich ... wir sind weg." Bastian löste sich von ihm und trat aus der Haustür hinaus. Er hatte keine Ahnung, was Eliot da drinnen jetzt noch tat, aber er musste hier draußen jetzt erstmal eine rauchen. Er war neu hier und gleich war er mit Eliot komplett alleine. Eigentlich war das ja kein Problem, aber es war in der neuen Situation das erste Mal und er war ziemlich nervös.
Nick sah Basti hinterher und anschließend zu Eliot, der plötzlich alleine dort stand. „Jetzt geh schon, du Idiot, sonst geht Basti bestimmt gleich alleine." Nick lächelte schwach, dann wandte er sich Robin zu. „Ich werde dem kranken Hühnchen mal Gesellschaft leisten, ihr beide seht jetzt nicht so als, als ob ihr Gesellschaft wollt."

Was war er nicht? Treffsicher? Und das von Basti. Na warte, dachte sich Eliot, schwieg vorerst und doch grinste er bereits, als Sebastian ihn versöhnlich auf die Wange küsste. Alles musste er ja nun auch nicht vor den Anderen erwähnen. Besonders nicht, wenn dieser Pitbull noch da war. Und der war ernsthaft Robin sein Onkel? Armer Kerl, aber seine Sache und die von diesem Baby auf dem Bild, welches Nick ja zu gerne kennenlernen wollte, wenn er das richtig verstanden hatte.
So kurz darüber nachdenkend löste sich Sebastian, schritt bereits vor und hatte den Zettel. Gut so, denn alles hatte er nicht mehr im Kopf. Kaffee und Obst, Bier und irgendwie war da noch Käse und Reis. Und von einem frechen Nick stand da nichts drauf. Nicht, dass er wüsste, aber dennoch frech zu ihm sah. „Ich geh ja schon. Viel Spaß mit Justin. Kannst ja schon mal üben, wie man mit so braven Jungs umgeht." Unterstreichend streckte er ihm die Zunge raus, schritt aus der Wohnung und Basti hinterher, der unten stand und eine rauchte. Keine schlechte Idee, aber erst die Arbeit und dann das Vergnügen.
„Ich hol mal eben das Auto, dann kannst du noch fertig rauchen", sprach er den Jüngeren an, ehe er die Straße überquerte und locker zu den Garagen rannte. Kurz sah er nochmals zu Basti, dann aber öffnete er das schwere Tor, öffnete den roten Fiat und stieg lässig ein. Der Schlüssel steckte, wurde umgedreht, das Fahrzeug galant bewegt und direkt auf die andere Straßenseite. Von innen öffnete er die Tür, beugte sich zum Beifahrersitz rüber und grinste. „Darf ich dich ein Stück mitnehmen?"

„Ich hol mal eben das Auto, dann kannst du noch fertig rauchen", sprach er den Jüngeren an, ehe er die Straße überquerte und locker zu den Garagen rannte. Kurz sah er nochmals zu Basti, dann aber öffnete er das schwere Tor, öffnete den roten Fiat und stieg lässig ein. Der schlüssel steckte, wurde umgedreht, das Fahrzeug galant bewegt und direkt auf die andere Straßenseite. Von innen öffnete er die Tür, beugte sich zum Beifahrersitz rüber und grinste. „Darf ich dich ein Stück mitnehmen?"


„Sehr gerne.“ Sebastian stieg ein und schaute Eliot von der Seite an. Irgendetwas an seiner Ausstrahlung verriet ihm, dass da noch etwas kam. „Ich sehe dir an, dass du dich wegen der Treffsicherheit noch revanchieren wirst … aber Leo? Das war bloß die Wahrheit“, murmelte der Jüngere und verkniff sich ein freches Grinsen. Dann lehnte er sich entspannt zurück und schaute aus der Windschutzscheibe. „Also mal ehrlich …, wenn du beim Sex auch so treffsicher bist, dann kann das ja ein sehr langer Akt werden.“
Vorsichtig sah er zu Eliot, griff nach seiner Hand und beachtete ihn nicht weiter. Erst einmal wollte er auf seine Reaktion warten, dann konnte er immer noch einen draufsetzen.

Eliot wartete bis Basti einstieg, neben ihm saß und sich anschnallte. Gerade, als er losfahren wollte, roch sein Sitznachbar scheinbar den Braten, dass er etwas vorhatte und sprach es direkt an. Ziemlich schlau und leider auch ziemlich schnell darin, ihn zu durchschauen. Tatsächlich wollte er sich revanchieren und das am besten mit … ach das war die Wahrheit? Er blickte Basti abschätzend an, sah sein Grinsen. „Die Wahrheit, so, so. Verträgst du die denn auch oder das Echo?“, grinste nun er frech, schielte jedoch schon auf die Hand, die nach seiner griff und festhielt. Aja, so sah das also aus. Basti wollte reden und dabei mussten sie eigentlich einkaufen.
„Können wir meine Treffsicherheit und die Länge des Aktes später besprechen? Ist gerade schlecht und etwas ungünstig, wenn ich noch fahren soll.“ Eliot beugte sich zu Basti, lächelte und küsste ihn rasch auf die Wange, ehe er dann doch endlich losfuhr. „Wir reden nach dem Einkauf darüber, versprochen und das auch alleine.“ Und wehe es stört jemand, dachte er sich und fuhr bester Laune Richtung Supermarkt.
Allerdings sank die Laune, der Parkplatz war brechend voll und er war gezwungen ziemlich weit hinten zu parken. „Na toll, warum müssen die jetzt alle einkaufen“, grummelte er, zog den Schlüssel ab und sah zu Basti. „Stell dich mal auf ne lange Schlange ein und auf alte Omas, die Kleingeld an der Kasse zählen.“ Eliot schnallte sich ab, öffnete die Wagentür und stieg langsam aus. Nun hieß es Augen zu und durch, ab durch die Mitte und dabei an alles denken, was auf dem Zettel stand.

„Dir ist es peinlich?“, fragte Bastian mit einem Seitenblick auf Eliot. Dennoch grinste er und stimmte seinem Vorschlag zu. In Ruhe und in Eliots oder seinem Zimmer war es dann doch noch privater. Jetzt, wo er auf den vollen Parkplatz fuhr, ziemlich weit hinten parkte und ziemlich genervt wirkte, war es das falsche Thema.
Lange Schlangen und Omis mit Kleingeld? Beides kannte Basti nicht und Eliot kannte Basti offenbar noch nicht richtig. Bestimmt trat Sebastian auf Eliot zu, griff nach seinen Händen, trat näher und schaute den Dunkelblonden an. „Jetzt sei doch nicht so genervt. Ich verspreche dir, du wirst nicht anstehen müssen und keine Omis mit nervigem Kleingeld vor dir haben.“
Frech beugte er sich runter, grinste und leckte über seine Nase. „Noch eine Zigarette, bevor wir uns in das Chaos stürzen?“ Er hauchte einen sanften Kuss auf Jacks linken Mundwinkel und trat dann zurück, während er ihn abwartend musterte.

Keine Omas und keine Schlange anstehen? Klang schon gut, aber wie genau wollte Basti das anstellen? Eliot ahnte bereits böses, musste aber dennoch schmunzeln, denn so eine flüchtige Oma im Supermarkt war schon zum Brüllen komisch. Wobei Basti sie wohl kaum vertreiben oder erschrecken würde. Eher würde er frech werden so wie gerade jetzt. Nur mit dem Unterschied, dass er denen kaum die Nase ableckte. „Von ablecken war aber jetzt nicht die Rede.“ Gelassen und ruhig nahm er es hin, ebenso den Kuss, wenn er auch recht kurz war und wohl eher danach aussah, ihn versöhnlich sich zu stimmen. Musste er aber nicht, er war ziemlich ruhig, verzog nicht einmal das Gesicht, da er es gewohnt war, dass man ihm schon mal frech das Gesicht leckte?
Andere Körperstellen ebenso aber die standen derzeit nicht zur Debatte. „Zigarette klingt echt gut, die beruhigt die Nerven im …“ Weiter kam er nicht, fuhr ihm ein Einkaufswagen in die Haken und genervt drehte sich Eliot um. „Kannst du nicht aufpassen?“, wollte er wissen, sah den Kerl vor sich an und doch sah er verwirrt hinter diesen und fing das Grinsen an. „Vergiss es einfach. Passiert“, winkte er ab, wandte sich Basti wieder zu und hielt ihm seine Schachtel Zigaretten hin.

Verwirrt schaute Basti zwischen Eliot und den zwei Männern, die in seinem Alter zu sein schienen, hin und her. Er war verwirrt von seinem Freund. Erst ging er die beiden an und dann winkte er ab. Er konnte sich nicht erklären, warum er so reagierte. Vielleicht kannte er die beiden? Doch dann hielt er Sebastian auch schon die Zigarettenschachtel hin. Dankbar griff er in diese und zog eine Zigarette hinaus. Er zündete sie sich an und nahm den ersten Zug. Sein Blick lag dabei auf Eliot und er ließ ihn nicht aus den Augen. Manchmal war er schon ein kleines Rätsel und Basti fiel es schwer ihn zu durchschauen.
Er kniff seine Augen leicht zusammen, da die Sonne ihn ein wenig blendete. Er lächelte ihn zwischen seinen Zügen an und bekam im Augenwinkel mit, wie die zwei Männer weitergingen.
„Kennst du die? Erst pappst du die an und dann ist es dir plötzlich egal und du winkst ab? Ist das ein Ex, von dem ich nichts weiß?“, fragte Basti ziemlich frech. Er trat seine Zigarette aus, trat hinter Eliot und schlang einen Arm um seinen Bauch.
„Rauch noch langsamer, dann hab ich noch mehr Zeit mit dir zu kuscheln“, flüsterte Basti leise. „Obwohl … Wartemal. Das Kuscheln verschieben wir auf nachher. Ich besorge uns schon mal einen Einkaufswagen.“
Er hauchte einen Kuss auf Eliots Ohr und löste sich. Zum Glück waren die Einkaufswagen beinahe neben ihm und er musste nur auf die andere Seite des Parkplatzes. Eilig fischte er sich einen Einkaufschip aus der hinteren Hosentasche, schob ihn in den Einkaufswagen. Basti stellte den rechten Fuß auf dem Einkaufswagen und nahm mit dem linken Anschwung. Elegant fuhr er zu Eliot rüber und bremste gerade noch rechtzeitig vor ihm ab. „Na, fertig?“, fragte er grinsend.

Hm kennen tat er die beiden nicht, aber den einen dann doch vom sehen her und das Babygesicht war ganz sicher Robins kleiner Cousin. Aber der Andere sagte ihm rein gar nichts. Vielleicht sein Freund, ein Kumpel oder noch ein Cousin von Robin? Eliot zündete sich vorerst eine Zigarette an, dann aber antwortete er und das so, dass man sie nicht hören konnte. „Den einen kenn ich vom sehen. Das ist der Sohn von der Bulldogge, die hoffentlich nachher, wenn wir zurückkommen weg ist.“ Dennoch drehte er sich nochmal um, sah die beiden nochmals an und grinste. „Ja, doch, das ist eindeutig Robins Cousin“, stellte er grinsend fest, ehe sich freche Hände um seinen Bauch schlangen und da jemand kuscheln wollte.
An wen erinnerte ihn das bloß? Er schmunzelte, dachte an seine Anfänge zurück und wie sehr er und Nick gekuschelt hatten. Hin und wieder brauchte man das, auch auf einem Parkplatz und doch löste sich Basti wieder und holte stattdessen einen Einkaufswagen. Einkauf ging dann wohl doch vor und Kuscheln wurde einfach dreist auf später verschoben. Wäre er jetzt fies, würde er es belassen, sich faul auf die Couch legen und das alleine. Aber so fies war er nicht, kuscheln tat er dann doch gerne und dabei einen Film sehen.
Nur welchen? Er überlegte, zog an seiner Zigarette und trat sie schließlich aus. Ob Basti … noch bevor er zu Ende denken konnte, stand dieser vor ihm und das mit einem fröhlichen und breiten Grinsen. „Logisch bin ich fertig. Dann mal auf in den Kampf um die Melonen“, merkte er frech an, sprang vorn auf den Wagen und sah Bastian herausfordernd an. „Schiebst du oder schiebe ich?“

Der Sohn von dieser Bulldoggen? Basti musterte Eliot neugierig. „War das der, auf den Nick offenbar abfährt? Hab da vorhin sowas am Rande mitbekommen.“ Basti stellte sich auf die untere Stange des Einkaufwagens und stützte sich am Griff ab. Frech beugte er sich vor und ließ seinen Blick auf Eliots Lippen ruhen. Die sahen aber auch zu verlockend aus. „Ich fahre“, murmelte er grinsend. „Willst du dich reinsetzten?“
Basti war ein wenig in der Jugend hängengeblieben, aber nur manchmal. Der Braunhaarige konnte auch anders. Geschickt sprang er vom Einkaufswagen, trat herum und direkt vor den Kleineren. Er schlang seine Arme um ihn und lehnte sein Gesicht gegen Eliots Schulter. „Ganz ehrlich … ich würde jetzt viel lieber mit dir im Bett liegen statt einkaufen. Warum müssen wir eigentlich einkaufen … hätten das nicht Cloud und Robin machen können? Oder Justin? Nick?“
Er seufzte auf, trat zurück und lächelte. „Sorry, dass ich dich hier so voll jammere, aber ich bin momentan echt unmotiviert …, obwohl es mit dir ja fast Spaß macht.“ Dann trat Basti wieder hinter den Wagen und schob ihn auf Eliots Höhe. „Hey, was hältst du davon, wenn wir Nick überraschen und ihm den Bulldoggen Sohn mitbringen?“

Ja, Nick schien wohl auf den abzufahren, warum auch immer. Eliot war es ohnehin schleierhaft wie das gehen konnte, ohne die Person gesehen zu haben. „Ja, scheint so“, gab er daher zu, beobachtete Basti genau bei seinem Vorhaben und grinste. Der Einkauf wurde sicherlich alles andere als langweilig und ja, kuscheln wäre jetzt wirklich etwas, was er lieber tun würde. Aber in den Wagen setzten? Und wo packten sie dann alles andere hin? Auf ihn? Nichts da. Hinterher bekam die Milch einen Schlag oder die Kartoffeln bekamen Haare. „Reinsetzen kannst du dich ja, aber pass auf, dass du dich dann nicht auf die Eier setzt.“
Das Wort Eier betonte er extra und als Basti um den Wagen herumkam, hob er abwehrend die Hände, nahm sie jedoch gleich wieder runter, da Bastian sich erneut ankuschelte. „Justin ist krank und Cloud ist chronisch faul. Der geht selten einkaufen und wenn doch, dann mit Robin“, erwiderte er auf die Frage, warum andere nicht einkaufen konnten. Warum aber Kevin nicht ging war ihm ein Rätsel, wobei es sicher mit Basti zusammenhing.
„Nick wird wohl nicht gegangen sein, weil er nicht stören will und außerdem kümmert er sich doch um Justin und Rob kriecht seinem Onkel gerade tief in den Hintern.“ Eliot sah hinter sich, zu Bastian, doch war der schon wieder zurückgetreten und erklärte sich. Unmotiviert war er? Gut, das war er auch aber das lag eher am nächsten Dreh, wo sie beide ihre Rollen hatten. Ob Basti deswegen so lustlos war? Er sah ihn eine Weile an. „Ich denke nicht, dass sich Nick darüber freuen wird, wenn wir den mitbringen. So wie der wirkt, weiß er nicht mal was Robin beruflich treibt. Hinterher hat der ein Trauma und verklagt uns oder schlimmer noch, wir haben seinen Ollen an der Backe kleben. Ne du, das lassen wir mal lieber.“
Er lief dabei neben Bastian, steuerte bereits Richtung Eingang zum Supermarkt und schnappte sich eins von den Prospekten. Angebote gingen immer und hin und wieder fand man auch noch nützliche Dinge, die man nicht immer gleich auf dem Schirm hatte. Er blätterte durch die paar Seiten, warf es dann aber in den Wagen. „Auf zur Obstbar und bloß nicht den Reis vergessen. Mama schimpft sonst und nuckelt wieder am Nutella Glas.“

Frech grinste Basti und schob den Wagen neben seinem Freund her. Die chronische Faulheit von Cloud hatte er auch schon registriert, ebenso, dass Nick sich um Justin kümmerte und die zwei in Ruhe ließ. Aber Robin und schleimen? Das war ihm neu. „Zwei Sachen Leo, zwei. Also zum einen muss Robin dann nachher ja ordentlich braun sein, wenn er durch den Arsch der Bulldogge kriecht und zum anderen … willst du wirklich, dass ich mich in den Einkaufswagen setze und mir meine Eier quetsche? Das ist nicht sehr förderlich für Sex oder kuscheln.“
Im Augenwinkel musterte Basti ihn und biss sich auf die Unterlippe, um nicht zu lachen. Er ließ den Wagen neben der Obstbar stehen und trat vor die Wassermelonen. Er nahm zwei davon und packte sie in den Wagen. Ausgerechnet die zwei letzten. Anschließend packte er noch Bananen und Pfirsiche ein. Als er hinter den Wagen trat und gerade weiter zur Kaffeeabteilung wollte, fielen ihm die zwei Männer auf, die Eliot mit dem Einkaufswagen angefahren hatten.
„Hey!“, rief der eine und lief mit dem Einkaufswagen auf die beiden zu. „Können wir eine Wassermelone haben? Ich mein … ihr habt zwei und es ist keine mehr da.“
„Nein“, entgegnete Basti entschlossen. „Du hast meinen Freund angefahren, warum sollte ich dir oder euch eine Wassermelone abgeben? Wir haben noch vier Fressmonster zu Hause da brauchen wir beide Melonen.“
„Und wenn ich dir sage, wie ich heiße?“, fragte der Andere herausfordernd. Basti seufzte und wandte sich genervt an Eliot. „Könntest du vielleicht auch mal etwas sagen? Eigentlich interessiert mich sein Name nicht und diskutieren will ich auch nicht.“ Es war ihm egal, dass die zwei anderen Männer das hörten.

Was zur Hölle hatten Basti seine Eier jetzt mit den anderen Eiern zu tun? Eliot schüttelte den Kopf. „Deine Eier habe ich gar nicht gemeint, außer du bist ein Huhn und legst welche“, gab er frech zurück, lief lässig durch den Supermarkt und doch wunderte er sich, was Basti alles in den Wagen packte. Gut Obst stand auf der Liste, aber Wassermelone? Die Stirn runzelnd schritt er weiter, nahm eine Packung Kaffee aus dem Regal und legte sie in den Wagen. In genau dem Moment wurde Basti angesprochen, dazu von dem Typen vom Parkplatz und das wegen zwei Melonen. Eliot sah dem ganzen skeptisch zu, hob die rechte Augenbraue und verschränkte die Arme vor der Brust.
Basti schien das gut im Griff zu haben, jedoch war ihm irgendwie komisch und besonders, als dieser Kerl irgendwas von seinem Namen sagte und ebenso Basti bereits ihn bat, ebenfalls etwas zu sagen. Auf deine Verantwortung, dachte er sich, trat jedoch vor diesen frechen Kerl und sah ihn eingehend an. „Du hast meinen Freund gehört. Zisch ab und such dir deine Melonen woanders. Zur Not nimmst du ne Honigmelone, die dürfte dir und deinem Baby hinter dir wohl reichen. Ansonsten schau mal bei den Babyprodukten, vielleicht haben die noch Wassermelone im Glas.“ Ein gehässiges Grinsen legte sich auf seine Lippen, ebenso legte er den Arm um Basti und sah sein gegenüber böse an. „Und noch was! Uns interessiert dein Name nicht. Nicht heute und nicht irgendwann und jetzt zieh Leine.“
Er wollte noch einen Spruch hinterherschicken, doch zu seinem Erstaunen konnte das Babyface wohl auch reden. „Ziemlich arrogant von dir, Eliot.“
„Bitte, was? Arrogant, ich?“ Eliot lachte und sah zu Basti. „Bin ich arrogant oder eher bissig und sag das, was ich denke?“ Innerlich aber fragte er sich, woher das Babygesicht ihn kannte. Von seinem Vater vielleicht oder hatte Robin da mal was erzählt?

Bastis Blick ruhte auf Eliot, wie er dort mit verschränkten Armen stand und die zwei Männer musterte. Er wirkte offenbar schon ein wenig gereizt und das ließ er die beiden auch deutlich spüren. Die Aussage von dem Babyface schien Leo dann aber schon aus dem Konzept zu bringen und ein wenig unsicher zu stimmen.
Bestimmt trat Basti neben seinen Freund und schaute die beiden anderen Männer herausfordernd an. „Arrogant?“, fragte Bastian und hob eine Augenbraue. Dann musterte er Eliot eingehend, ließ seinen Blick langsam über sein Gesicht und seinen Körper gleiten. Arrogant war er keineswegs, eher manchmal ein wenig frech rebellisch und herausfordernd, aber da war Basti mit seiner sehr sensiblen Ader doch noch schlimmer.
„Leo ist der freundlichste Mann, den ich kenne. Von arrogant sehr weit entfernt. Gerade vielleicht ein wenig bissig aber mit Recht. Dein Tollpatsch Freund dort baggert mich vor meinem Boyfriend an“, sagte Basti ziemlich deutlich. „Sorry … aber da wäre ich auch bissig. Woher kennst du eigentlich seinen Namen?“, fügte er dann aber hinzu und schaute beide erwartungsvoll an. Ihm fiel nicht ein Grund ein.
Eliot hatte gesagt, dass er das Babyface bloß von einem Foto kannte, aber woher wollte er dann seinen Namen kennen? Die einzige Antwort, die ihm einfiel und logisch erschien, war die, dass er Gaypornos schaute. Laut aussprechen wollte er diesen Verdacht jetzt aber auch nicht.

Deswegen war Eliot sauer. Anton baggerte seinen festen Freund an und irgendwie musste Ben dann ja doch innerlich frech grinsen. „Steht euch leider aber nicht auf der Stirn tätowiert, dass ihr nen Paar seid. Woher soll Anton das bitte wissen?“, rechtfertigte er sich daher und warf diesem bereits einen warnenden Blick zu, der so viel sagte, er solle sich gefälligst entschuldigen. Jedoch blies der nur bockig die Wangen auf und gab sich stinkig.
„Jetzt zick hier nicht rum, sondern entschuldige …“ Mitten im Satz brach Ben ab, er sah Basti an, der nun wissen wollte, woher er Eliot kannte. „Ist doch kein Geheimnis was er macht und, dass er von Robin ein Kollege ist. Allerdings sagt mir dein Gesicht irgendwie so gar nichts. Bist wohl noch frisch und noch nicht lange dabei.“ Weiterhin sah er Bastian an, dann aber nuschelte ihm Anton etwas ins Ohr und ließ die drei vorerst alleine. Ben sah ihm kurz nach und drehte sich wieder um. „Ich kenn so gesehen alle von euch, immerhin arbeite ich gerade die Kartei durch, damit ich nächste Woche weiß, mit wem ich es zu tun habe“, antwortete er endlich richtig und das erstaunte nun auch Eliot.
„Kartei durcharbeiten? Jetzt sag nicht, du arbeitest auch noch bei uns?“ Eliot wirkte nicht so begeistert, dann aber fiel ihm was ein und er grinste. Frech beugte er sich zu Basti rüber, biss ihm kurz sachte in sein Ohrläppchen und leckte versöhnlich darüber. „Scheint so, als müsstest du ihn nicht zu Nick bringen.“ Eher müssten sie wohl dafür sorgen, dass Nick nicht ins Büro taumelte und das könnte dann doch schwierig werden.
Vielleicht aber sah er das auch zu eng, zu sehr als bester Freund, der alles scante und dann doch zugab, dass er die Person nicht tragbar oder tauglich fand. Eliot ohrfeigte sich innerlich. Nick stellte sich bei ihm auch nicht an, mischte sich nicht ein und er? Er stand hier und mischte sich in Sachen ein, die nicht einmal stattgefunden hatten. „Basti, ich bin ein schlechter, bester Freund“, jammerte er daher gespielt und doch grinste er schon wieder. Jedoch nicht lange. Etwas kullerte gegen seine Füße und wieder dieser Idiot, der scheinbar auch noch zu blöd war, eine einfache Melone zu tragen.

Dann lag Bastian mit seiner Vermutung also gar nicht so falsch. Zwar schaute dieser Mann keine Gaypornos, studierte aber die Darsteller, um Regie zu führen. Viel wichtiger war aber gerade Eliots Reaktion. Bastis größte Angst war, dass er die Beziehung abstritt oder diese nicht in der Öffentlichkeit zeigen wollte. Dass er ihm jetzt das Gegenteil bewies, erleichterte Basti ziemlich, er griff bestimmt nach Eliots Hand und schaute kurz in seine blauen Augen.
Anschließend blickte er wieder zu den zwei anderen Männern, wovon der eine, Anton, gerade verschwand. Verwirrt schaute er ihm nach und wandte sich anschließend wieder dem anderen zu. Er wollte jetzt eigentlich keinen Streit anfangen, schon gar nicht da er auch für die Männer arbeiten würde. Statt zu kontern, suchte Basti innerlich nun nach einer Lösung, um die Situation zu entschärfen. Vielleicht einladen? Aber das fand Basti nicht als die beste Lösung.
Er war völlig in Gedanken versunken, als Eliot plötzlich irgendetwas von schlechter, bester Freund murmelte. „Du spinnst doch. Nick und du seid unzertrennlich, nichts von schlechter bester Freund. Hör auf so ein Müll zu reden“, entgegnete er und registrierte erst dann die Melone vor Eliots Füßen, erneut von diesem Anton.
„Man du bist aber auch ein Tollpatsch“, murmelte Bastian versöhnend. „Wo hast du eigentlich diese Melone her? Wir hatten doch die letzten beiden …“ Basti musterte beide eingehend und lächelte versöhnend. „Sorry nochmal … wir finden bestimmt eine gemeinsame Lösung …“ Er drückte Eliots Hand und sah erwartungsvoll in seine blauen Augen. Hoffentlich würde er jetzt nichts Falsches sagen.

Basti schien nicht wirklich zu verstehen, was er damit meinte, dass er ein schlechter, bester Freund sei und daher Mist redete. „Ich erklär es dir später“, murmelte er daher, musste jedoch leise lachen, da Basti einfach zu drollig war und den anderen als Tollpatsch betitelte. Irgendwie war das ja richtig aber so wie dieser Adam schaute, fand er das weniger witzig.
„Das ist ne Honigme …“
Ben stoppte ihn, hielt ihm den Mund zu und seufzte. „Er ist nicht nur ein Tollpatsch, er bringt einen ständig in peinliche Situationen. Honigmelone wird schon mal gehen, so verwöhnt sind wir ja dann doch nicht.“
Wir? Hatte Eliot das jetzt richtig verstanden und die beiden waren ebenso ein Paar? Autsch, das wäre natürlich ziemlich blöd, aber ganz gut für … Eliot grummelte leise, mehr aber über sich und seine Gedanken. „Honigmelone passt gut zu Parmaschinken und dazu ein gutes Glas Weißwein.“ Er zwinkerte Anton zu, dann aber sah er auf die Uhr. „Langsam müssten wir mal weiter. Robin kann echt sauer werden, wenn wir zu lange brauchen. Wobei wir sagen können, dass wir von seinem Baby aufgehalten wurden.“
„Ich gebe dir gleich ein Baby“, hörte er diesen bereits und musste lachen.
„Sorry, aber ich hab dein altes Bild gesehen und da sahst du aus wie ein Baby.“ Versöhnlich reichte er Ben jedoch die Hand. „Seh es locker, in ein paar Jahren wirst du froh sein, wenn du noch immer so aussiehst.“
„Vermutlich“, erwiderte Ben, ehe er sich umdrehte und nach Anton suchte. Wo war er jetzt wieder hin, noch dazu ohne was zu sagen? So langsam war es dann auch mal genug und so schnell würde er mit ihm nicht nochmal einkaufen gehen. „Man sieht sich die Tage wohl dann öfter und sorry wegen der Melonennummer“, entschuldigte er sich, nahm seinen Wagen und machte sich auf die Suche nach seinem besten Freund.

Unschlüssig stand Basti neben Eliot und sah die beiden an. Sein Freund unterhielt sich mit Ben und er wollte da nicht zwischen reden. Stattdessen schaute er Anton hinterher, wie dieser verschwand und nahm sich vor ebenfalls die Regale studieren. Er löste sich von Eliot und trat an das Regal hinter ihm. Kurz warf er einen Blick in den Einkaufswagen, in dem bisher bloß Obst lag. Hinter ihm im Regal war Kaffee und Süßzeug, wie Nutella und Konfitüre. Perfekt. Langsam räumte er Kaffeepulver, Filtertüten, Nutella und Honig in den Einkaufswagen. Noch immer sprach Eliot mit diesem Ben und Basti stützte sich auf dem Einkaufwagen ab und musterte die beiden. Es war durchaus besser mit diesem Ben in einem grünen Licht zu stehen, aber er wusste nicht, was er bei der Unterhaltung beitragen sollte. Wenn Ben Regie führte, stellte sich eine wichtige Frage. Bens Vater wirkte sehr streng. Wenn er und sein Sohn jetzt häufig in der WG herumhingen, was würde passieren, wenn Peter wieder auftauchen sollte? Er schluckte.
Seitdem Peter gestern weg war, hatte sich die Atmosphäre in der WG ruckartig verändert. Justin zeigte sich und knüpfte Kontakte. Basti selbst war entspannter und konnte wieder herumalbern und Eliot und Nick wirkten weniger gereizt. „Leo? Können wir jetzt weiter, Robin braucht schließlich sein Nutella.“

Entweder war Basti in Gedanken oder aber es wurde so viel Kaffee getrunken, dass sie mittlerweile zwei Packungen davon brauchten. Eliot sah jedenfalls skeptisch zu, wie Basti durch die Gänge huschte, ihn gar nicht beachtete und ebenso nicht mitbekam, dass sich Babygesicht bereits verabschiedet hatte. Eine Weile sah er ihm noch zu, dann in den Wagen und da fiel ihm der Tee für Justin ein. „Bevor Robin sein Nutella bekommt, kriegt Justin seinen Tee“, erwiderte er, als Basti sich wieder näherte und einige Süßigkeiten in den Wagen packte. Schokolade war bekannt, aber Gummibärchen und Zuckerwatte in der Dose? Wer kam bitte auf solche Ideen?
Er sah sich diese genauer an, dann Basti. „Wer isst sowas? Schmeckt das überhaupt?“ Skeptisch drehte er die Dose in seiner Hand, dann aber legte er sich zurück und überlegte, welchen Tee er für Justin nehmen wollte. Kräuter oder doch etwas gegen Erklärung? Vielleicht war auch ein Magentee richtig oder alle drei? Eliot runzelte die Stirn, er wirkte überfordert und sah sich suchend um. „Ich hasse es, wenn andere krank sind. Da fühlt man sich gleich mit schlecht und ich hab keinen blassen Schimmer, welchen Tee ich nehmen soll.“

Basti verfolgte Eliots zögernde Reaktion vor dem Teeregal. Er wirkte ziemlich unsicher. Er trat hinter ihn und legte einen Arm um ihn. Krankheiten waren absolut nicht Bastis Fall, ebenso wenig oder dieses Süßzeug. Zuckerwatte in einer Dose? „Keine Ahnung … Schwangere? Aber das ist ja genauso wie Keksteig zum Naschen. Gibts ja auch in Dosen.“ Dann betrachtete er die Teesorten im Regal. Ehrlich gesagt war er genauso unschlüssig wie sein Freund. Magentee, Erkältungstee, Kamillentee. Kräuter. „Leo“, murmelte er. „Ich kenn mich mit Tee absolut nicht aus. Lass uns einfach alles mitnehmen.“ Basti schnappte sich bereit den Magen und Erkältungstee und schmiss diese in den Einkaufswagen, ehe der Kräutertee folgte. „Und jetzt das Nutella. Wenn wir das vergessen, hängt Robin uns damit eine Woche in den Ohren. Holst du das? Und ich besorge eben zwei Sechser Bier?“
Er stellte sich direkt vor Eliot, schaute zu ihm hinunter und küsste ihn dann auf die Lippen. Ein Räuspern hinter sich ließ ihn aufschrecken. Langsam löste er sich, seine Hände ließ er aber an Eliots Taille. „Du schon wieder“, murmelte Basti und musterte den Schwarzhaarigen.
„Sorry. Kaffee vergessen. Macht weiter“, erwiderte dieser entschuldigend und griff an ihm vorbei.

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Autor

Deidaras Profilbild Deidara

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Kapitel:8
Sätze:2.380
Wörter:32.469
Zeichen:186.426

Kurzbeschreibung

Nick und Eliot sind nicht nur Kollegen, sie sind auch beste Freunde. Seit zwölf Jahren gehen sie durch dick und dünn und doch fehlt beiden etwas. Während Eliot Sebastian findet, findet Nick etwas ganz anderes. Etwas, was sein Leben verändert, zum Alptraum macht und ihm verdammt viel abverlangt.

Kategorisierung

Diese Story wird neben Liebe auch in den Genres Drama, Freundschaft und Angst gelistet.