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Einzug in ein Chaos

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27.01.23 10:13
16 Ab 16 Jahren
Homosexualität
Fertiggestellt

Ich tue es schon wieder, ihr gebt mir ein Wort und ich schreibe ein Kapitel mit weniger als tausend Worten und baue dieses ein. Simple Worte, aber es können auch ausgefallene sein oder ein ganzer Satz, den ich einbauen muss.

Ihr seid also gefragt, könnt mich und meine kreative Ader unterstützen und hinterher bei Gefallen der Idee lesen, was ich mit eurem Wort verfasst habe. Ich habe mir obendrein meine Jungs aus der funny Moments WG in Prag dazugeholt, man muss sie aber nicht kennen, da es Namen sind und ich knapp auf ihre Äußerlichkeiten eingehe. Hier kann es also gay zugehen, aber auch normal, lustig oder auch mal traurig. Es hängt sehr von den Worten ab, was Ashton in der WG alles erlebt. Zusätzlich muss ich aber anmerken, dass er einen Crush auf Tom hat und dieser so gesehen sein bester Freund ist. Vielleicht kommen sie zusammen oder sie bleiben Freunde.

1. Schabrackentapir
2. Brennende Bratpfanne
3. 7 Minuten im Himmel
4. Inliner
5. Freunde ✔
6. Alleine
7. Himmel ✔

8. Teufel

9. Wasser ✔

10. Stillschweigen ✔

11. Kaffee ✔

12. Globus ✔

13. Eistropfen

14. Sommerhitze

15. Sofa

16. In die Hosen gemacht

17. Angst ✔

18. springen

19. Bananen Splits

20. Narbe

21. Cheese Cake

22. Ahornsirup

23. Stinkkäfer

24. Sklave ✔

25. Flaschenöffner

26. König

27. Zahnpasta

28. „Warum liegt da ein Tanga unter meinem Bett?"

29. Hängematte

30. O-Saft

31. Scharade

32. Irrsinn

33. Nudelsuppe

34. Superkalifragilistikexpialigetisch

35. Sommernachtstraum

36. Sex-on-the-Beach

37. Strandbar

38. Strandparty

39. Pinzette

40. „Zugabe, Zugabe, Zugabe!"

41. „Das ist jetzt aber grammatikalisch nicht korrekt."

42. Schere-Stein-Papier

43. Schicksal

44. Vertrauen

45. Geheimnis ✔

46. schlüpfrige Details

47. Sushi ✔

48. Strandmuschel

49. Sinneskrise

50. Mojito

51. Netflix

52. Luft

53. Gerüchte

54. Pooljunge

55. Rucksack

56. Katzenbeerdigung

57. Erzgalgenschwengel

58. Sodom und Gomorrha

59. Leidenschaftlicher Zungenkuss

Ich beginne hier auch erst, wenn ich einige Worte bekommen habe, zusammensammle und dann kann ich auch planen, was genau ich mit euren Worten machen kann. Bestimmt fallen euch noch ganz viele ein, sodass ich für Zwischendurch, wenn ich anderswo einen Hänger habe, hier arbeiten kann. Es werden immer nur bis zu 1000 Wörter und das sollte machbar sein. Nun ganz viel Spaß beim Lesen oder Mitmachen.

 Nun ganz viel Spaß beim Lesen oder Mitmachen

 

Den Prolog habe ich noch frei geschrieben, damit ich es leichter habe und es endlich einmal losgeht. Alle weiteren Kapitel werden durch eines eurer Worte aufgebaut und ich freue mich riesig, diese einbauen zu können. Gerne dürft ihr noch Worte nennen, da ich vorhabe, die 200 Kapitel vollzumachen. Nun aber genug von meinem Palaver und let's go mit dem Vi ... äh Kapitel.

 

⚜⚜⚜⚜⚜
 

Der letzte Karton stand endlich oben im letzten Stockwerk. Es war geschafft, der Umzug geglückt und jetzt hieß es nur noch einräumen, Füße hoch und ankommen. Ashton lächelte zufrieden, blickte zu seinen Freunden, mit denen er ab heute unter einem Dach wohnte.

"Feiern wir meinen Einzug?", fragte er frech heraus und pickte den großgewachsenen Helmut in die Seite.

"Klar, aber erst die Arbeit, dann das Vergnügen", erwiderte der braunhaarige Riese, schob das Küken der Wohngruppe aus der Küche und sanft in Richtung seines Zimmers.

Bockig blies der Jüngere die Wangen auf, trottete etwas lustlos in sein Zimmer und blickte auf gut zehn Kisten, die es galt, auszupacken. Leise seufzend, öffnete er eine davon, studierte den Inhalt und stellte fest, dass er seine Bücher gefunden hatte.

"Wo steckt eigentlich Tom?", wollte er wissen, während er bereits den ersten Stapel Lesewerk in sein Regal stellte und sich den nächsten vornahm.

Helmut begann verwegen an, zu grinsen, während er Ashton mit seinen Büchern half. "Er müsste jeden Moment zurück sein. Er hatte irgendwas Dringendes zu erledigen."

"Aja und was? Was kann dringender sein, als mein Einzug?" Der junge Mann mit dem Karamell farbigen Haar schmollte, fand es überhaupt nicht witzig, dass sich sein bester Freund vor der Arbeit drückte und lieber in der Innenstadt vergnügte. Dabei hatte er versprochen zu helfen und jetzt das.

Ashton war enttäuscht und das sah auch Helmut. Kopfschüttelnd stellte er Harry Potter zu den anderen Büchern und trat auf den Jüngeren zu. "Sei nicht so mies gelaunt. Tom kommt bestimmt gleich und dann hilft er dir auch. Notfalls lassen wir ihm zwei Kisten übrig."

Ein interessanter Gedanke, der gefiel, seine Laune deutlich besserte. "Gut, lassen wir ihm zwei Kisten ..." Ashton unterbrach sein Reden, sah erfreut zu seiner Zimmertür, in der Tom stand und beide mit hochgezogene Augenbraue ansah. "Was wollt ihr mit zwei Kisten?"

Ertappt wie zwei kleine Schuljungen standen die beiden hochgewachsenen Männer da, schwiegen verhaltend und machten sich zurück an die Arbeit. Tom hingegen lachte leise vor sich hin, ehe er sich aufraffen konnte, eine Kiste zu öffnen und den Inhalt einzusehen. Eine Menge Kabelsalat, eine Tastatur und vieles mehr, was deutlich für den Schreibtisch vorgesehen war. Ganz weit unten die Webcam. Ein sehr wichtiges Arbeitsutensil, welches Tom direkt auf Ashtons Bett legte, während Helmut sich bereits dem nächsten Karton widmete. Der erste war verräumt, wurde von Ashton bereits zerlegt und in die Ecke gestellt.

"Wir kommen gut voran", lobte Helmut, der mit seinen neunundzwanzig Jahren der älteste im Raum war und scherzhaft als Mutter der WG ernannt wurde. Probleme hatte er damit nie gehabt, ermahnte sogar oft zu Ruhe und Ordnung oder aber machte es sich zur Aufgabe, seine Freude kulinarisch zu verwöhnen. Kochen war sein Gebiet, eine Lebensaufgabe, die Helmut gerne bewerkstelligte. Und nun, wo Ashton eingezogen war, bot sich die Gelegenheit perfekt.

"Soll ich nachher etwas kochen?"

"Och nö", stöhnte Tom sofort, während er Mauspad und Monitor auf den Schreibtisch stellte. "Grillen wäre viel geiler bei dem Wetter."

"Dann muss Jerome sich darum kümmern. Den Grill fasse ich nicht mehr an", erwiderte Helmut mit einem so breiten Grinsen, dass sich feine Linien unter seinen braunen Augen abzeichneten.

Tom begann sofort an zu kichern, während sein bester Freund nur Bahnhof verstand und ratlos zwischen seinen beiden Mitbewohnern stand. Er hoffte irgendwie noch aufgeklärt zu werden. Dumm sterben konnten andere, er aber wollte nicht dazugehören.

 Dumm sterben konnten andere, er aber wollte nicht dazugehören

 

Das Grillen fiel dann doch aus. Gründe gab es dafür genug und einer war, dass sie nichts im Kühlschrank hatten, was man irgendwie verwenden konnte. "Und jetzt?", fragte Helmut in die Runde.

"Sushi bestellen?", erwiderte Jerome und sah bereits grinsend zu Ashton. "Selbstverständlich zahlt unser Küken."

"Wieso ich? Ich bin eingezogen", beschwerte sich der Jüngste und sah den blonden Lockenkopf mürrisch an. Als Tom eingezogen war, musste er auch nicht ... ach Mist, da war der Kühlschrank voll und obendrauf waren noch ein paar Jungs da, die zur Agentur gehörten. Jetzt waren sie zu viert, eigentlich fünf, aber irgendwie fehlte jede Spur von Kevin.

"Na schön, ich zahl das Sushi. Wir sind ja nicht so viele, außer Kevin kommt noch dazu", lenkte Ashton schließlich nach reichlicher Überlegung ein.

"Eher weniger. Er hat ein Date", erwiderte Jerome wissend.
 

"Echt? Mit wem?", fragte Helmut und eine wilde Spekulation begann.

"Weiß nicht, aber er hat eines", murmelte Jerome, während er nachdenklich zur Terrassentür sah. "Essen wir draußen? Das Wetter ist mega."

"Klar, aber erst bestellen", mischte Tom sich ein, stieß Ashton in die Seite und sah ihn anschließend auffordernd an. "Na hopp, wir haben Hunger."

Kopfschüttelnd zückte dieser sein Handy, bestellte eine gute Auswahl an frischen Sushi und für Tom extra noch die bekannten Maki, die er so sehr liebte und nie genug haben konnte. Konnte er nicht selber ein leckeres Maki sein oder sich dieses auf den gesamten Körper drapieren? Nein, besser noch. Er platzierte es auf Toms nackten Oberkörper.

"Woran denkst du?" Helmut stieß ihn an. "Du scheinst zu träumen."

Ertappt wurden seine Wangen noch dunkler. "Ähm ... an Sushi?"

"Sushi? Ernsthaft? Du sabberst fast." Misstrauisch besah Helmut sich den Jüngern, der ihm mehr als deutlich auswich und versuchte abzulenken. "Ich mag eben Sushi."

"Ich auch, aber ich sabber dann nicht, außer es ..." Helmut hielt inne. "Okay, wer ist es?"

"Wer ist was?", fragte Ashton leise nach und rutschte ein Stück weit weg.
 

Helmut rückte jedoch nach und grinste. "Mir kannst du es sagen, ich verrate es auch nicht weiter."

War das so sicher, dass Helmut es für sich behalten würde? Er galt als Mutti der Wohngruppe, sorgte sich gerne mal und ob er schweigen konnte, wenn er wusste, dass es Tom war? Nicht, dass er am Ende mit seinem Freund darüber sprach und dieser es ausplauderte. Jerome konnte schon ein richtiges Plappermaul sein. Erst recht, wenn es um solch pikante Informationen ging. Da musste er schon vorsichtig sein und abwägen. 

"Du erzählst es nicht Jerome?", fragte Ashton vorsichtig nach, setzte extra seinen besonders niedlichen Blick auf und versaute diesen extrem, als er doch rüber zu Tom sah.

Bestimmt sah er jetzt aus, wie Gollum. Hässlich und keineswegs liebenswert, oder gar sexy. Schlimmer konnte es echt nicht mehr werden, außer, der Lieferant würde das Sushi nach Sumatra in den Regenwald bringen.

 Schlimmer konnte es echt nicht mehr werden, außer, der Lieferant würde das Sushi nach Sumatra in den Regenwald bringen

 

Stillschweigen konnte Helmut, egal, was Ashton ihm sagen würde, er konnte es für sich behalten. Wie es schien, fiel es dem Nesthäkchen ohnehin schwer, zu reden, sich zu offenbaren und einen Namen zu nennen.

"Wollen wir nachher draußen reden?", bot er dem Jüngeren leise an, worauf dieser dankbar nickte. "Essen und dann reden", murmelte Ash leise, während er zwanghaft versuchte sich nichts anmerken zu lassen. Schon niedlich, wie Helmut fand und irgendwie beschlich ihn das Gefühl, er würde diese Person kennen, die dem Küken den Kopf verdreht hatte.

War es am Ende Kevin? Oh bitte nicht, das würde in einer Katastrophe enden und für ein gebrochenes Herz sorgen. Helmut biss sich auf die Unterlippe, wollte es ansprechen, doch da klingelte es bereits an der Tür und Ashton rannte sofort vor. Er würde warten, sich in Geduld üben und solange beten, dass er nicht am Ende doch noch recht hatte.

"Sushi Time", rief Ashton, stellte die vielen Tüten auf die Theke der Küche und holte bereits Teller.

"Ich hole das Bier", rief Jerome, sprang über die Couch, eilte zum Kühlschrank und holte vier Flaschen Pilsener heraus. "Nimmt sich jeder und dann auf die Terrasse?"

"So war es geplant", erwiderte Ashton ruhig, öffnete die Verpackung mit den Makis und suchte nach den Stäbchen zum Essen. Dabei sah er bereits Toms argwöhnischen Blick und musste lachen. "Ach komm, notfalls nimmst du die Hände oder ich füttere dich."
 

Tom brummte lediglich zur Antwort, schnappte sich ein paar seiner geliebten Maki und verzog sich bereits mit Jerome schon nach draußen. "Was hat den denn gebissen?", fragte sich Helmut, ehe er sein Bier schnappte, nach draußen schritt und sich zu seinem Freund auf die Sitzgruppe lümmelte.
 

Ashton zuckte mit den Schultern, griff sich die Stäbchen, etwas Sushi. Hatten sie auch alles, fehlte noch was? Kurz sah sich das Küken um, dann aber lief er raus zu den anderen und setzte sich. "Ihr hättet auch schon anfangen können", grinste er, als er sah, dass seine Mitbewohner tatsächlich gewartet hatten.

"Nichts da, angestoßen wird immer, wenn jemand neu einzieht." Jerome nahm sein Bier, ebenso Helmut und auch Tom stieß kurze Zeit später mit Ashton an. "Angucken nicht vergessen, sonst habt ihr sieben Jahre schlechten Sex."

"Witzig, Jerome, wirklich witzig", erwiderte Tom, kam aber dennoch seiner Bitte nach, denn schlechter Sex war nicht sonderlich förderlich in seinem Beruf. Das dämliche Grinsen des Lockenkopfes ignorierte er dennoch.

"Können wir jetzt endlich essen? Ich hab Hunger", beschwerte sich Helmut und auch Ashton sah aus, als würde er gleich vom Fleisch fallen. "Ich würde sagen, wir essen."

"Guter Plan", lenkte Tom ein, nahm die Stäbchen und sah diese an, als würde er bereits einen Schlachtplan entwickeln, wie man nun genau mit diesen Dinger Makis aß.

Ashton beobachtete ihn, schüttelte dann aber leise lachend den Kopf. "Du lernst es nie."

"Muss ich ja nicht", murmelte Tom, legte die Stäbchen weg und nahm stattdessen seine Finger.

Sturkopf dachte sich Ashton, erhob sich dann aber, setzte sich neben ihn und hielt ihm ein Maki mit Stäbchen vor den Mund.

"Äh ...?"

"Nicht Äh, das heißt Ahh", erklärte Ashton, hielt das Maki weiterhin seinem besten Freund hin und musste sich bereits das Lachen verkneifen. Er war aber auch ein Schussel und manchmal schlimmer als ein Kleinkind. Augenrollend öffnete Tom schließlich doch noch den Mund, ließ sich widerwillig füttern.

"Sind sie nicht süß, die zwei?", flüsterte Jerome seinem Freund zu, der sich seinen Lachs schmecken ließ und die beiden Jüngeren nachdenklich ansah.

 
Süß waren sie wirklich, passten sogar seiner Meinung nach perfekt zusammen und doch waren sie seit Kindertagen beste Freunde. Man sagte zwar, Liebe und Freundschaft lagen dicht zusammen, aber Helmut konnte sich nicht vorstellen, dass sowas langfristig Bestand hatte. Lange nachdenken konnte er jedoch nicht, die Tür knallte zu und als er sich umdrehte, sah man einen ziemlich genervten Kevin.

 
"Oha", entfuhr es ihm und auch Jerome sah so aus, als wolle er aufspringen und fragen, wie das Date verlaufen war.

Tom und Ashton sahen sich schweigend an, aßen ihr Sushi und hin und wieder tauschten sie mitfühlende Blicke aus.

 
"Fragt lieber nicht", murrte Kevin, der nach draußen kam, sich zwischen Jerome und Helmut quetschte und dem Lockenkopf das Bier klaute.

 
"Ich wollte auch gar nicht fragen", versicherte Jerome sofort, während Helmut bereits aufstand und sich Ashton schnappte.

"Kevin ist es hoffentlich nicht", flüsterte er dem Küken zu, schob Ashton in Richtung seines Zimmers und bugsierte ihn auf seinen Schreibtischstuhl. Verwirrt wurde er angesehen, dann aber schüttelte der blonde Junge lachend den Kopf. "Kevin mag zwar heiß sein, aber er ist mir etwas zu alt und auch nicht mein Typ."

"Nicht?" Helmut atmete erleichtert aus. "Gut, weil die Laune können wir wohl die nächsten Tage mit ansehen."


"Ne, oder?" Ashton rollte mit den Augen und blickte zum Fenster raus, ehe er sich wieder dem Älteren zuwandte. "Es ist Tom."

 

 

Die Information traf Helmut völlig unerwartet und doch lächelte er. Tom sah schon verdammt gut aus, war in Ashtons Größe und Alter. Ein Vorteil, auch, dass sie sich lange schon kannten und blind vertrauten. Vielleicht entwickelte sich da etwas. Wünschen würde er es beiden, sie sahen einfach süß zusammen aus und Freundschaft war eine gute Basis.

"Weiß er das?"

Ashton schüttelte den Kopf. "Nein, bisher nicht."

Helmut nickte verstehend, ehe er näher an den Jüngeren trat und ihm durch die Haare wuschelte. "Kopf hoch, das wird schon. Flirte mit ihm, mach Andeutungen oder mach ihn eifersüchtig. Sowas zieht immer, wenn er sich auch für dich interessieren sollte."

"Hast du Jerome so auch herumgekriegt?", fragte Ashton mit einem fiesen Grinsen, ehe er bereits darüber nachdachte, mit wem er Tom eifersüchtig machen könnte. Vielleicht mit Ethan? Nein, der war schon vergeben und so gut kannte er den braunhaarigen Lockenkopf auch gar nicht.

Kevin war auch keine gute Wahl, er hatte ein Date gehabt und wirklich flirten tat er auch nie. Jedenfalls mit keinem seiner Kollegen. "Mir fällt niemand ein", beklagte er sich letztendlich und setzte sich frustriert auf sein Bett.

Helmut schüttelte den Kopf über den Jüngeren, dennoch überlegte auch er. "Was, wenn wir Kevin einbeziehen? Immerhin fliegen wir in den nächsten Tagen gemeinsam nach Sumatra. Wir könnten ihn einweihen und ein kleines Geheimnis daraus machen."
 

"Ist er nicht etwas alt mit seinen fast 31 Jahren? Ich bin immerhin erst 19", antwortete Ashton, war skeptisch und Tom wusste auch ganz genau, dass er nicht auf ältere Männer stand.

Helmut seufzte auf. "Also gut, dann nicht Kevin, sondern jemand anderes." Damit fing eine längere Stille an, die beide Jungs zum Nachdenken nutzten, überlegten und abwägten. Es verstrichen Minuten, ehe Helmut buchstäblich die Erleuchtung kam.

"Ich glaube, ich hab es", jubelte er siegessicher. "Kieran fliegt doch auch mit."

Kieran war nochmal wer? Nachdenklich schaute Ashton den Älteren neben sich an und versuchte selber darauf zu kommen, wen er genau meinte. War das jetzt dieser kurz rasierte Typ mit den braunen Augen, der Blonde, der aussah wie ein Model oder doch jemand ganz anderes? "Sorry, aber wer ist er?"

"Er ist mein Cousin. Der braunhaarige Wuschelkopf mit dem soften Blick."

Helmut hatte einen Cousin, dazu einen, der im gleichen Job arbeitete? Davon wusste Ashton nichts, aber wenn er genauso wie Helmut war, dann würde er sicher bei diesem kleinen Geheimnis dabei sein. "Nimmst du Kontakt auf?", bat er daher leise, setzte seinen Dackelblick auf und dem konnte man nur schwer widerstehen. Auch Helmut nicht, der sofort sein Handy zückte und Kieran anschrieb.

Spannung lag in der Luft, Ashton platze beinahe vor Nervosität und auch sein Nebenmann sah aus, als würde er jeden Moment, dass Nagel kauen beginnen. Sekunden verstrichen, einige Minuten und dann kam endlich die langersehnte Antwort.

 Sekunden verstrichen, einige Minuten und dann kam endlich die langersehnte Antwort

 

 

“Was schreibt er?” Neugierig beugte sich Ashton zu Helmut rüber und blickte in dessen Handy. Was er zu lesen bekam, zauberte ihm ein dickes Grinsen auf die Lippen. Fies, aber durchaus ein angemessener Preis für ein bisschen Hilfe, die Kieran nicht ganz umsonst tat. Auch für seinen Cousin nicht, der entsetzt auf das Display blickte und gar nicht begeistert wirkte.

“Der spinnt doch”, murrte der Ältere leise, doch Ashton lächelte einfach dreist weiter vor sich hin.

“Es ist doch nur einen Tag. So schlimm wird das sicher nicht”, fing er an, Helmut beruhigen zu wollen. “Was wird er schon groß verlangen? Ein Mittagessen, einen Pokerabend?”

“Oh, bitte nicht, ich hasse Poker. Damit kann ich nichts anfangen”, stöhnte Helmut genervt, rollte unterstreichend mit den Augen und legte vorerst das Handy neben sich auf das Bett.

Schon einmal hatte er sich zum Sklaven gemacht, einen Tag lang den Taxifahrer gespielt, gekocht, geputzt und den Arsch nachgetragen. Kieran konnte gnadenlos sein, sich fiese Dinge ausdenken und von ihm verlangen. Nein sagen, war schwer, denn dann setzte sein kleiner Cousin den Welpenblick auf und der zog nicht nur, der sah auch ziemlich niedlich aus.

“Das fällt doch auf, wenn ich einen Tag alles machen muss. Jerome ist zwar blond, aber keinesfalls dumm.” Kaum hatte er das gesagt, musste er lachen. Sein Schäfchen kannte ihn leider etwas zu gut und das seit einigen Jahren schon. Er kannte auch Kieran und dessen Art.

Das Aussehen eines Engels, den Teufel jedoch im Leib. Wenn Helmut es genauer betrachten wollte, dann erinnerte Kieran stark an jemanden, der lange nicht mehr da war. Schwer seufzte er und blickte Ashton an. “Also schön, ich mache es. Aber nur, weil du es bist.”

“Ernsthaft?”, wollte der Jüngere nochmals wissen, kassierte ein Nicken und erst dann fiel er Helmut um den Hals. “Du bist echt der Beste. Jerome hat dich gar nicht verdient.”

“Lass ihn das ja nicht hören. Er macht sonst dich zum Sklave und das bis an dein Lebensende”, scherzte Helmut, packte sich kurz darauf den entsetzten Ashton, schmiss ihn um und setzte sich frech auf dessen Becken.

“Was wird das, wenn es fertig wird?”

Sofort sahen beide Jungs zur Tür in das fragende Gesicht von Tom, der lässig am Türrahmen lehnte und auf eine Antwort wartete.

“Nun ja, wir haben ein wenig …”, fing Ashton an, sich zu erklären, doch Helmut fiel ihm prompt ins Wort und setzte seinen Plan direkt um. “Ich hab ihm angedroht, dass wenn er meinem kleinen Babycousin das Herz bricht, dann brech ich ihm die Knochen.”

Tom runzelte die Stirn und blickte Ashton an. “Du stehst auf Kieran?”, fragte er und deutlich sah Helmut Enttäuschung in dessen Gesicht. Die Information ließ ihn scheinbar nicht ganz kalt.Wie es schien, war etwas zwischen beiden, was man herauskitzeln musste oder aber die Unzufriedenheit war anderer Natur.

“Stört es dich?”, fragte Helmut daher direkt nach, schwang sich vom Bett herunter und trat innerlich lachend an Tom vorbei. 

“Äh nein”, rief dieser ihm nach, wandte sich dann aber rasch seinem besten Freund wieder zu, der noch immer auf dem Bett lag und sich nur langsam wieder aufraffte.

 

 

Immer noch war Tom enttäuscht und das sah nun auch Ashton. "Du bist sauer, weil ich dir nichts gesagt habe." Er konnte es verstehen, sie waren beste Freunde und man erzählte sich ohne Ausnahme wirklich alles. Wobei es über Kieran nichts zu sagen gab, denn Helmut hatte bewusst gelogen.

Ashton spielte nur mit, versuchte sich nichts anmerken zu lassen. "Ich wollte erst sichergehen, weißt du? Ich kenne Kieran ja nur aus seiner Akte und jetzt fliegt er mit nach Sumatra."

"Wie kann man jemanden heiß finden, den man nicht kennt?" Tom setzte sich mit fragendem Gesichtsausdruck neben seinen Freund und sah ihn aufmerksam an. "Normal lernt man doch erst jemanden kennen und sagt dann, er ist heiß."

Normal, war dem so, das konnte Ashton nicht abstreiten, aber das konnte er unmöglich sagen. Der Plan wäre gefährdet und momentan sah es nicht so aus, als wäre Tom in irgendeiner Form eifersüchtig. Mehr wirkte er angefressen, dass er ihm etwas verheimlicht hatte. Ashton tat es leid, einen Rückzieher konnte er jedoch nicht machen. Dafür war es zu spät und zu gerne würde er wissen, ob Tom etwas fühlte und für wen. "Ach komm, du findest bestimmt auch irgendwen toll und hast es mir nicht gesagt."

"Vielleicht, bin mir nicht sicher", antwortete Tom darauf sofort.

Er war sich nicht sicher? Tom nahm ihn doch auf den Arm. Bestimmt sagte er das nur, weil er noch immer bockig war und ihm eins auswischen wollte. Ganz schön frech und gehörte bestraft. Ashton grinste gelassen. Vorerst jedenfalls. "Du schwindelst", merkte er an, ignorierte das verblüffte Gesicht seines besten Freundes und machte es sich lieber zur Aufgabe, ihn gnadenlos durchzukitzeln.

Lachend zuckte Tom sofort weg, fiel nach bei dem Gerangel nach hinten auf Ashtons Bett und versuchte seinen flinken Fingern zu entkommen. "Gnade", flehte er halb lachend, doch Ashton dachte gar nicht daran, aufzuhören.

"Erst, wenn du sagst, wen du toll findest?" Kurz darauf ließ er doch von Tom ab, blickte auf ihn herab und versuchte irgendetwas in seinem Blick zu erkennen. Außer den blauen Augen sah er nicht viel und rasch wandte er den Blick ab. "Scheinbar ist da wirklich niemand, den du toll findest", murmelte er leise, rutschte von seinem Freund weg und noch bevor er aufstehen konnte, packte Tom ihn am Handgelenk und hielt ihn auf.

 

 

Tom sah seinen besten Freund an, sah, wie dieser kämpfte, sich versuchte loszureißen und den Blick abwendete. Scheinbar war es ihm unangenehm und das traf Tom schwer. Ohne etwas zu sagen, ließ er Ashton los, verließ dessen Zimmer und schloss hinter sich die Tür. Schweigend betrat er das Wohnzimmer, setzte sich zwischen Helmut und Jerome.

"Alles gut?", fragte Kevin, der gegenübersaß, somit sah, dass es dem Jüngeren scheinbar nicht ganz so gut erging.

Tom antwortete nicht, lehnte sich aber an Jerome an und das war Zeichen genug, dass etwas nicht stimmte. Kevin fragte nicht weiter, tauschte jedoch besorgte Blicke mit Helmut aus. Deutlich rang dieser mit sich einfach aufzustehen und Ashton zu befragen, was vorgefallen war. Stattdessen blieb er sitzen, strich Tom beruhigend über den Kopf und ging ganz in seiner Rolle der WG Mutti auf.

Fragend kratzte sich Kevin am Kopf, verdrängte sein missratenes Date und erhob sich ohne ein Wort. Er wollte sichergehen, dass es Ashton gutging, dass er nicht kurz vor ihrem Trip nach Sumatra in ein emotionales Loch fiel. Es reichte, dass er selber kurz davor war und böse daran zu knabbern hatte, dass sein Date sich letztendlich anders entschieden hatte. Reden wollte er darüber nicht, machte sich lieber auf und spazierte strickt zu Ashtons Zimmer.

Bevor er an dessen Zimmertür klopfte, legte er den Kopf an diese, horchte und doch konnte er nichts hören, was auf einen Streit hinwies. Das Küken war emotional, konnte bei Kleinigkeiten weinen und besonders, wenn es um Tom ging. Entweder gab es keinen Streit oder aber Ashton schluckte seine Trauer herunter. Zaghaft klopfte er daher an, wartete einen Moment und öffnete schließlich die Tür.

"Alles okay bei dir?", fragte er gleich und lächelte, als er merkte, Ashton beschäftigte sich mit seinem Globus. Er drehte ihn langsam nach rechts, dann wieder nach links und schließlich stoppte er. Fast als würde er etwas suchen und nicht finden.

"Suchst du unser Reiseziel?"

"Hm", brummte der Jüngere, starrte weiterhin auf die nachgebildete Erdkugel und seufzte auf. "Geht's Tom gut?"

Kevin nickte auf die Frage hin, trat näher und streckte den Finger aus, um den Globus zu stoppen. "Sumatra liegt in Südostasien und gehört zum Inselstaat Indonesien. Wintersachen brauchst du also kein, falls du dir darüber Gedanken machen solltest."

"Das ist mir klar", murrte Ashton, stellte den Globus weg und seufzte abermals auf. "Ich mache mir eher Sorgen wegen Tom. Er scheint sauer auf mich zu sein."

"Sauer? Auf dich?", wiederholte Kevin. "Er wirkt eher enttäuscht."

Enttäuscht? Sicher wegen der Sache mit Kieran, dass er ihm nichts gesagt hatte und das, obwohl sie seit Kindertagen beste Freunde waren. Ashton biss sich auf die Unterlippe und vergrub seine Hände krampfend in der Bettdecke. "Der Trip wird die Hölle werden."

"Übertreib es nicht", erwiderte Kevin. "Wir sind zum Arbeiten dort, nicht, um Urlaub zu machen. Rede einfach mit Tom und ich bin mir sicher, ihr biegt das wieder hin."

"Gibts da überhaupt was zu biegen?", fragte sich Ashton selber. "Wir hatten ja keinen Streit, nur ..." Er machte eine Pause. Sollte er Kevin alles erzählen? Er war sich nicht sicher, kaute auf seiner Unterlippe.

"Nur was?", hinterfragte Kevin bereits, wirkte neugierig und es schien ihn von seinem schief gelaufenem Date abzulenken, was sicher gut für die Dynamik der kleinen Gruppe wäre. Ashton atmetet tief durch, erzählte alles, öffnete sich und ließ dabei keine Einzelheiten aus. Es tat gut offen zu reden und Kevin hörte ohne Einwand zu, unterbrach ihn nicht oder tadelte in irgendeiner Art und Weise sein Empfinden.

 Es tat gut offen zu reden und Kevin hörte ohne Einwand zu, unterbrach ihn nicht oder tadelte in irgendeiner Art und Weise sein Empfinden

 

Lange hatten sie Ashtons Einzug nicht mehr gefeiert. Die Stimmung war am Ende ziemlich gekippt und Kevin hatte Mühe, das Küken noch umstimmen zu können. Letztendlich hatte er es dann aufgeben, Ashton alleine gelassen und machte sich lieber daran, seinen Koffer zu packen. Zwar flogen sie erst morgen Abend, aber Kevin hasst es unter Zeitdruck Dinge für die nächsten vier Wochen packen zu müssen. Das konnten Helmut und Jerome dann besser und waren es gewohnt, auf den letzten Drücker noch Zahnpaste und Socken in irgendeine Reisetasche zu scheißen.

Tom hatte bereits alles zusammen und wie es bei Ashton aussah, das wusste er gar nicht. Nachfragen wollte er jetzt nicht auch noch, das konnte er morgen früh machen und ihm diese Nacht noch Ruhe lassen. Die nächsten Wochen würden anstrengend werden, an den Nerven ziehen und für manchen Kummer sorgen. Vielleicht sollte er ein Auge auf Ashton haben, ihn und sich selbst ablenken. Helmut und Jerome würden eher für sich sein wollen und Kieran? Nun, er hatte ganz andere Sorgen, soweit er das mitbekommen hatte. In seinen Schuhen wollte er nicht stecken, aber er wäre da, wenn es Kummer gäbe. Seinen eigenen konnte er somit verdrängen, weit von sich schieben und vielleicht kam irgendwann der Tag, an dem er jemanden kennenlernte, der ihn zu schätzen wusste.

Der nächste Morgen wirkte chaotisch. Überall wuselte jemand herum, fragte nach irgendwelchen Dingen, die man gesehen haben sollte und die noch in den Koffer gehörten. Die meisten Fragen kamen jedoch von Ashton, der teils planlos durch die WG lief. Ein deutliches Zeichen dafür, dass er wenig geschlafen hatte. Verübeln konnte es Kevin ihm nicht. Verliebt sein war eine Sache, die einem mehr als nur eine schlaflose Nacht bereiten konnte. Besonders dann, wenn man sich in einen guten Freund und Kollegen verknallt hatte.

"Mach mal langsam, Ashton", wandte er sich ruhig an den Jüngsten und stoppte ihn kurz vor seiner Zimmertür. "Du scheuchst noch die Hühner auf."

"Welche Hühner?", fragte Ashton verwirrt nach, schielte aber dabei in Richtung Badezimmertür, an der Tom nur im Badehandtuch bekleidet stand.

Kevin folgte den Blicken, grinste und stupste den Jüngeren wieder an, damit er ihm folgen konnte. "Hühner aufscheuchen ist ein Spruch. Wirklich Hühner sind hier keine, außer du zählst dich dazu."

"Ey", beschwerte sich Ashton, ehe er sich in sein Zimmer mogelte und seinen Koffer besah. Kleidung war reichlich darinnen, ebenso Unterwäsche, Badesachen, Duschgel und was man sonst für die Körperhygiene brauchte. "Wann genau fliegen wir nochmal los und schweben im Himmel?"

"Im Himmel?", wiederholte Kevin leise lachend. "Du meinst eher in den Wolken, du Trantüte."

"Hab ich doch ...", setzte Ashton an, stoppte jedoch, da er sich bewusst wurde, dass er abgelenkt und Blödsinn geredet hatte. Verlegen strich er sich durch das dunkelblonde Haar und packte schnell noch eines seiner Bücher ein.

"Mach dir und vor allem mir nichts vor. Ich kenne das noch ziemlich gut", antwortete Kevin ruhig. "Mir ging es mal genauso wie dir und letztendlich ist es irgendwann in die Brüche gegangen."

"Das wusste ich nicht", murmelte Ashton betroffen, während er seinen Koffer schloss und neben sein Bett stellte. "Ich dachte immer du bist unantastbar und trennst beruflich und privates."
 

"Heute mache ich das auch so, damals aber war ich jung und naiv, schwebte auf rosa Wolken und krachte in Rekordzeit runter auf den Boden der Tatsachen", erzählte Kevin dem Jüngeren. "Was ich sagen will, pass auf dich und dein Herz auf. Du bist noch jung und Gefühle können sich leider viel zu schnell verändern." Kevin seufzte, schob seine Erinnerungen weit von sich und hinterließ einen nachdenklichen Ashton.

 

 

Bis zum Abflug hatte Ashton kaum geredet, saß nun zusammen mit Kevin und Helmut am Flughafen und hielt Ausschau nach Kieran. Jerome hatte es sich zusammen mit Tom zur Aufgabe gemacht, Kaffee zu organisieren. Den würden sie nicht nur vor, sondern auch nach dem Flug gut gebrauchen können und wenn Helmut ehrlich war, ging es ohne die schwarze Brühe gar nicht mehr.

“Siehst du Kieran schon?”, fragte Ashton leise, reckte den Kopf nach links, dann nach rechts und doch sah er ihn noch immer nicht. Wo steckte der Kerl? So klein war er doch gar nicht oder hatte Helmut geschwindelt und er war am Ende ein Zwerg?

“Er kommt gleich. Notfalls klingel ich ihn an”, erwiderte Helmut, zog bereits sein Handy aus der Hosentaschen und steckte es wieder zurück, als er das viel zu lange und hochgezogene I hörte. Kieran. Niemand konnte so fiepend den Namen Kevin aussprechen, ihn unnötig in die Länge ziehen und dabei so süß wirken. Kevin grinste bereits, wurde stürmisch umarmt und für einige Sekunden nicht mehr losgelassen.

“Und was ist mit mir?”, beschwerte sich Helmut gespielt, breitete seine Arme aus und sah seinen Cousin auffordernd an. Kieran schmunzelte, dann sprang er seinem Cousin in die Arme und es dauerte deutlich länger, bis er diesen wieder losgelassen hatte. Ashton beobachtete dies eine Weile, erkannte, wie ähnlich die beiden sich sahen und doch verschieden waren.

Charakterlich unterschieden sie sich dann doch stark. Helmut war zwar älter, aber deutlich zurückhaltender. Kieran hingegen war jung, wild und ungehalten. Ein bisschen wie Tom und doch gab es auch da Unterschiede. Wo steckte er überhaupt? Ashton sah sich um, erkannte blonde Locken in der Menge und zwei Kaffeebecher, die vorsichtig balanciert wurden. Dahinter Tom. Auch er hatte zwei Becher in der Hand und lächelte.

Ashton seufzte, zuckte dann aber zusammen, als Kieran aus dem Nichts den Arm um ihn legte und seinem Blicken folgte. “Das ist er also?”

Ashton nickte knapp.

“Erinnert ein wenig an einen typischen Sonnyboy. “ Kieran zuckte mit den Schultern und schritt auf Jerome zu. Einer der beiden Becher war für Helmut und genau diesen nahm Kieran ihm ab. “Lieb von dir, dass du an meinen Kaffee gedacht hast.”

Kevin schwieg, Ashton klappte nur der Mund runter und Helmut versetzte es einen Stich. Sein Kaffee konnte er sich abschminken, aber vielleicht teilte Jerome seinen? Wohl kaum. Sein Schaf war eigen, wenn es um Kaffee ging und auch Kevin musste schon derart betrunken sein, dass er seinen Wachmacher mit jemandem teilte.

“Guck nicht so”, grinste Kieran frech seinen Cousin an, nahm einen großen Schluck aus dem Becher und stöhnte übertrieben, genüsslich dabei auf. “Woooaarrr geil, besser noch als jeder Fick.”

“Kieran!”, ermahnte Kevin ihn streng. “Nicht am Flughafen, okay?”

Frech wurde ihm darauf hin die Zunge herausgestreckt. “Später dann.” Neckisch zwinkerte Kieran dabei jedoch Ashton zu.

“Übertreib es bitte nicht”, mischte sich Helmut endlich ein.

“Keep cool, ich bin schon brav.” Beschwichtigend hob Kieran die Hände, innerlich aber ließ er ihn bereits leiden. Helmut war die nächsten Tage sein Sklave und das würde er bitter nutzen. Der Kaffee war da erst der Anfang gewesen.

“Ich kenne dich, Kieran”, murrte Helmut leicht gereizt durch den Kaffeeentzug. Er wirkte wie ein Lämmchen, aber dieses steckte in einem Teufelskostüm und konnte ihn so manches Mal auf die Palme bringen. Und sicher nicht nur ihn. Vorsichtig warf Helmut einen Blick zu Tom. Er wirkte ruhig, trank seinen Kaffee und scrollte durch sein Handy.

Kevin trat an den Riesen heran und reichte ihm seinen Becher. “Trink mal nen Schluck. Ich pass schon auf, dass Kieran uns nicht wieder hopps nimmt.”

“Dann teilst du dir ein Zimmer mit ihm?” Skeptisch runzelte Helmut die Stirn. Das durchkreuzte Ashton und seine Pläne, die sie zuvor sorgsam geschmiedet hatten. Tom würde sich das Zimmer mit ihm teilen und zwischen beiden herrschte noch immer eine kleine Eiszeit.

 

Endlich waren sie nach mehreren Stunden Flug gelandet und Ashton war mehr als froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Er mochte fremde Länder, aufregende Orte, doch fliegen gehörte weniger zu seiner Leidenschaft. Dumm nur, dass das eine ohne das andere nicht ging. Meistens jedenfalls.

"Das werden mega geile Wochen", hörte er Jerome neben sich jubeln, lächelte ihn schwach an und konnte ihm nur zustimmen. Sumatra war schon schön. Auf Fotos. Zuvor war er noch nie hier, hatte aber viel Aufregendes gehört.

Kevin redete dauernd von der Villa. Jene, die mitten auf einem Hügel erbaut wurde und jeden erdenklichen Luxus bot. "Wo bist du mit deinen Gedanken hin?", wollte Jerome wissen, der bereits seinen Koffer nahm.

"Keine Ahnung, vermutlich schon im Pool", grinste Ashton frech und hielt am Kofferband Ausschau nach seiner Reisetasche.

"Wir teilen uns ein Zimmer, oder willst du deins mit Kevin beziehen?" Tom stand plötzlich neben ihm, griff sich seinen blauen Rucksack und wartete darauf, dass irgendwo ein silberner Koffer auftauchte.

"Sicher, wenn ich dich nicht störe?"

"Tust du nicht. Ich möchte nur nicht mit Kieran in ein Zimmer. Ich kenne den nicht und Jerome zieht schon zu Helmut", erklärte Tom sich und hoffte, dass Ashton nicht andere Pläne hatte. Am Ende wollte er mit diesem Kieran in ein Zimmer oder sich mit Kevin eins teilen. "Was sagst du?"

"Gut, machen wir das halt so. Wir müssen ja nicht den ganzen Tag im Zimmer hocken", erwiderte Ashton gespielt desinteressiert, nur um eine Reaktion von seinem besten Freund zu entlocken.


Er sprang sogar darauf an, sah ihn wie ein geschlagener Hund an, ehe er sich wortlos seinen Koffer schnappte und Jerome zum Taxi folgte. Ashton blieb grinsend zurück. Tom tat ihm schon ein wenig leid, aber der Plan musste durchgeführt werden und vielleicht war es ganz gut, wenn sie sich ein Zimmer teilten. Kieran würde sicher oft aufschlagen, oder nicht? Hielt er sich überhaupt an den Plan oder gab es am Ende bloß Drama und unnötigen Streit?

Fragen über Fragen und dann war da noch sein bester Freund Tom, der bockig vor ihm lief und seltsame Grimassen zog. Ashton ließ ihn machen, trottete aus dem Flughafen heraus und übergab sein Gepäck an den Fahrer des Wagens, der auf sie wartete und reserviert worden war. Kurz darauf folgte Helmut, dann Kevin und Kieran.

"Ich mache gleich einen fetten Salto in den Pool. Oben vom Balkon aus", hörte ich Kieran reden.

"Dem schließe ich mich an und abends grillen wir und lassen es ordentlich krachen", stimmte Jerome mit ein, worauf eine weitere Unterhaltung folgte, die Ashton nur noch am Rande mitbekam. Er war zu müde, seine Augen schlossen sich und doch rüttelte es an seiner Schulter kurz bevor er ganz weg war. "Wir sind da."

"Schlafmütze", stichelte Helmut nicht ernstgemeint, stieg lachend aus dem Auto und ehe Ashton sich versah, saß er für einen Moment alleine auf dem Rücksitz. Auch nicht schlecht. Die Ruhe war angenehm und zum ersten Mal sah er die prächtige Villa von außen. Weiß und modern. Hier und da eine Rundung und so gebaut, dass man nur wenig sah. Jedenfalls von der Seite der Nachbarn. Von vorn sah man genug, besonders die prunkvolle Auffahrt, die mit vielen Steinen gepflastert war. Rechts und links Büsche, Laternen und oben kurz vor der Eingangstür erkannte er einen Brunnen.

Ein Paradies, welches er die nächsten Wochen in vollen Zügen genießen würde. Aber erst schlafen oder sich im Haus umsehen. Das stand auf dem Plan, alles andere konnte warten. Ebenso Tom.

Tom ... ein Seufzen entwich seinen Lippen und sofort blitzten seine blauen Augen vor Ashton auf, zogen ihn in ihren Bann. Verdammt, er durfte nicht so denken. Er war sein bester Freund und das seit mehreren Jahren. Alles andere durfte nicht sein, würde vieles zerstören und er war sich sicher, dass Tom ihn nicht so sah, wie er ihn sah.

"Willst du im Wagen übernachten?" Helmut, der mit vor der Brust verschränkten Armen vor dem Auto stand und ihn dennoch amüsiert ansah.

Ertappt kletterte Ashton aus dem Wagen, fuhr sich peinlich berührt durch seine blonden Haare und grinste. "Ich war nur überwältigt, das ist alles."

"Sicher?" Skeptisch wurde er von oben bis unten angesehen, ehe Helmut den Arm um ihn legte und zum Eingang der Villa führte. "Die anderen warten schon und Jerome hat auch noch kein Zimmer ausgesucht, da er warten wollte."

 

Während Ashton seinen Koffer nach oben brachte, hatten Jerome und Kieran bereits den Schalk im Nacken sitzen und lieferten sich unten im Pool eine gnadenlose Wasserschlacht. Immerhin zwei, die ihren Spaß hatten. Er hingegen musste erstmal sein Zimmer suchen und im oberen Stockwerk gab es mehr Türen, als Personen anwesend waren. Nebenei gab es noch eine riesige Bar, einen Billardtisch und einen kleinen, nach hinten angelegten Garten. Ein perfekter Ort, wenn man für sich sein wollte.

"Suchst du Tom?"

"Nein, unser Zimmer", erwiderte Ashton, ohne sich umzudrehen und Kevin anzusehen. "Hier sind eindeutig zu viele Türen."

"Ihr habt das Zimmer ganz hinten. Ist das größte, damit ihr euch nicht zu sehr auf die Nerven geht. War meine Idee, dass ihr es bekommt", gestand Kevin, dem es nicht entgangen war, dass zwischen den beiden eine mittelschwere Krise herrschte. Erst eine kleine Eiszeit. Jetzt aber entwickelte sich das Ganze ungesund für beide weiter.

"Ihr solltet reden. So riskierst du nur euere Freundschaft und am Ende zieht noch einer von euch ganz aus." Kevin sprach auch hier aus eigener Erfahrung. Bis heute wusste er nicht einmal, warum diese zerbrach und der Kontakt am Ende abgebrochen wurde. Er selber wäre mit einer Freundschaft klargekommen. So aber hatte es ihm das Herz gebrochen und ihn für einige Jahre in ein bodenloses Loch geworfen.

"Sei nicht so stur, wie ich es damals war." Kevin kam langsam auf Ashton zu und lächelte. "Ihr beiden erinnert mich so stark an mich selber und ich hab alles kaputt gemacht, was man nur kaputt machen konnte."

Ashton blinzelte einige Male, dann aber nickte er. "Hab schon verstanden", murmelte er, nahm seinen Koffer wieder in die Hand und trottete langsam zu dem Zimmer, in welchem er die nächsten Wochen wohnen würde.

Vor der Tür blieb er einen Augenblick stehen, dann klopfte er zaghaft an, ehe er langsam die Klinke herunterdrückte und sie ganz öffnete. Das Zimmer war leer, nur Toms Sachen standen oder lagen herum und von ihm selber fehlte jede Spur. Tief seufzte Ashton, ehe er seinen Rucksack auf das Bett stellte und sich umsah. Platz hatten sie genug, sogar ein geräumiges Badezimmer und einen Balkon, der bis rüber zum Fitnessraum grenzte. Einzig das Bett war ein Fiasko. Ein riesiges Bett, indem sie zu zweit schlafen sollten.

"Das kann ja lustig werden", murmelte er leise, während er bereits seinen Koffer öffnete, seine Badehose und ein Handtuch aus diesem heraussuchte. Sonnencreme hatte er keine eingepackt. Sicherlich würde aber Helmut aushelfen können und hatte mehr als nur eine Tube dabei. Ashton schnappte sich eilig seine Sonnenbrille, schlüpfte aus den Klamotten und rein in die Badehose, die schlicht hellblau war und seine sonnengebräunte Haut gut unterstrich. Zu kurz war sie nicht, auch nicht zu eng und so konnte er sich den anderen zeigen.

Ashton eilte schließlich nach unten, raus auf die Terrasse, wo Helmut und Kevin lagen und das ganz ohne Badebekleidung. Schamgefühl hatten beide nicht und wo er die beiden schonmal genauer betrachtete, waren sie besser gebaut, als er es war. Ashton verzog sich rasch auf die letzte noch freie Liege und setzte seine Sonnenbrille auf. Dabei fiel ihm die Sonnencreme wieder ein.

"Helmut?", fragte er etwas lauter und sah in dessen Richtung, wartete darauf, dass er sich rührte.

"Tom ist hinten im Garten, wenn du ihn suchen solltest", antwortete Helmut und zuckte im nächsten Moment arg zusammen, als ihn ein Schwall Wasser mitten ins Gesicht traf.

"Kieran! Du gottverdammter Teufel", regte er sich auf, erhob sich von seiner Liege und hob drohend die Faust. "Warte nur ab, du Ekel!"

"Chill mal, Helmi. Kieran macht doch nur Spaß", lachte Jerome und schwamm langsam an den Rand des Beckens.

"Ich chill dich gleich mal", murrte Helmut zischend, schnappte sich sein Handtuch und legte es in die Sonne zum Trocknen.

"Was ist denn hier los?", wollte Tom wissen, der nur langsam zu den anderen kam und feststellte, dass alle Liegen besetzt waren. Vorsichtig schielte er dennoch zu Ashton, der seinen Blick kurz erwiderte und schließlich zu sich winkte. Ein Anfang, den Kevin sofort gespannt verfolgte.

Bevor Tom jedoch an der Liege ankam, schoss Kieran aus dem Pool und setzte sich dreist zu Ashton. "Sorry Tom, aber hier sitz schon ich."

"Ich würde meinen, Ashton hat mich als seinen besten Freund zu sich gewunken und nicht dich!", erwiderte Tom schnippisch, trat einen Schritt auf Kieran zu und schob ihn dreist von der Liege herunter. "Ups", entschuldigte er sich nicht gerade überzeugend, ehe er sich setzte und Kieran zornig anfunkelte.

"Ich dachte ja, es herrscht Funkstille bei euch." Kieran schoss genauso dreist zurück und setzte sogar noch einen drauf. "Ashton wollte von mir den Rücken eingecremt haben. Also zieh Leine."

"Hä?", kam es stattdessen von Kevin, der direkt neben ihnen lag und davon etwas mitbekommen hätte. "Wann genau hat Ashton dich darum gebeten?", wollte er wissen und zwinkerte Tom aufmunternd zu.

"Oben hat er das gesagt", murrte Kieran und rappelte sich auf. "Oben in seinem Zimmer."

Tom sah zu Ashton, der bereits den Kopf schüttelte. "Ich war nur kurz oben und hab mich umgezogen. Ich hab nicht mal Sonnencreme dabei."

"Nicht?" Tom seufzte und knuffte seinen Freund in die Seite. "Kannst meine haben. Nicht, dass du noch aussiehst wie ein Krebs." Schmunzelt erhob er sich und trat an Kieran vorbei, der die Chance nutzte und sich sofort auf Ashtons Liege ausbreitete.

 

Man sah deutlich, dass Kieran und Tom sich mit Blicken beinahe erdolchten, sich am liebsten an die Kehle sprangen oder einfach dreist ins Wasser stoßen wollten. Helmut sah es, Kevin und auch Jerome war alarmiert einzugreifen, sollten sie sich wirklich körperlich angehen. Ashton war das sehr unangenehm, immerhin trug er die Schuld daran, dass sich beide ansehen, wie streitsüchtige Hennen.

"Chillt doch bitte mal", bat er die beiden, hoffte, sie würden sich vertragen und am Ende nicht zerfleischen.

"Chillen?", wiederholte Tom und sah Ashton verwirrt an. "Ich hab nicht angefangen. Ich hab mich nicht zwischen uns gedrängt. das war er und scheinbar gefällt dir das auch noch."

Das hatte gesessen und bevor er reagieren konnte, war Tom auch schon davongerauscht. Mit schlechtem Gewissen blieb Ashton zurück, biss sich auf die Unterlippe und sah Hilfe suchend zu Helmut rüber. Dieser deutete lediglich an, Tom zu folgen, mit ihm zu reden, ehe das Ganze noch ganz andere Formen annahm. Verstehend nickte Ashton, erhob sich hastig von seiner Sonnenliege und eilte nach drinnen. Hastig nahm er gleich zwei Stufen der Treppe, welche sich mittig im Wohnzimmer nach oben erstreckte und mit ihrer Breite beinahe herrschaftlich wirkte.

Oben im ersten Stock angekommen wurde Ashton jedoch langsamer und nachdenklich. Sollte er Tom die Wahrheit sagen, darüber sprechen, was er für ihn empfand? Was, wenn es die Freundschaft endgültig zerstören würde? Käme er damit klar oder würde er am Ende die WG und Agentur verlassen?

Ashton wurde zusehends unsicherer, hatte sogar Angst und doch wollte er mit Tom reden. Es musste raus, aus der Welt geschaffen werden und eine dicke Entschuldigung stand auch noch an. Ashton schluckte, dann öffnete er langsam die Tür zu ihrem gemeinsamen Zimmer. Wie zu erwarten, lag Tom auf dem Bett, das Handy in der Hand.

"Können wir reden?", murmelte Ashton, schloss hinter sich die Tür und trat langsam näher auf den Anderen zu.

Tom reagierte vorerst nicht, legte dann aber sein Handy weg und klopfte eben sich auf das Bett. Ashton kam den nach, wenn auch nur langsam. Mit etwas Abstand setzte er sich, schnappte sich eines der Kissen und klemmte es sich wie eine Art Schutz vor den Bauch. Unsicher knabberte er auf seiner Unterlippe, sah Tom dann aber an, der ihn mit hochgezogener Augenbraue abwartend ansah.

"Ich weiß nicht, wie und wo ich anfangen soll", nuschelte Ashton leise, legte das Kissen wieder weg und rutschte etwas näher zu Tom. "Kieran ist eigentlich gar nicht so doof."

"Zu dir vielleicht, aber zu mir und scheinbar hat er es mit Helmut auch", grummelte der Andere sichtlich bockig, rutschte ein Stück runter und legte den Kopf schließlich auf Ashtons Beinen ab. fast automatisch kraulte dieser ihm über den Kopf, grinste, als er merkte, wie Tom sich langsam entspannte und die Augen schloss.

"Er macht das meinetwegen", fing der Blondschopf erneut an. "Also für mich irgendwie ..."

Schwer schluckend blickte er auf Tom. Die halbe Miete war gewonnen, ein Teil angesprochen und doch fehlte noch etwas ganz Entscheidendes, was auch Tom bemerkte.

"Warum sollte er das für dich machen?" Verwirrt schlug Tom die Augen auf und blinzelte hoch zu seinem besten Freund, der mit hochrotem Kopf wegblickte und auswich. War es ihm jetzt unangenehm? Tom verstand die Haltung seines Freundes nicht, setzte sich auf und griff nach seinem Kinn, nur damit er ihn ansehen konnte. "Weich mir nicht aus. Ich bin dein bester Freund!"

"Nicht nur das", erwiderte Ashton leise und hörte sein Herz hart gegen seine Brust klopfen. "Du bist viel mehr als nur mein bester Freund."

Es war gesagt, war ausgesprochen und es gab kein Zurück mehr. Ausweichen ging ebenfalls nicht, denn Tom zwang ihn noch immer, ihn anzusehen. Kurz schluckte Ashton den dicken Kloß in seinem Hals herunter. "Tut mir leid."

"Hä?" Tom sah ihn entgeistert an. "Was bitte tut dir leid? Dass ich dein bester Freund bin?"

"Nein, du Idiot", murrte Ashton und boxte ihm in die Seite. Nicht feste, aber es reichte, dass Tom ihn losließ. "Mir tut es leid, dass ich so blöd bin und mehr für dich empfinde." Mit jedem Wort wurde er leiser, doch Tom hatte ihn ganz genau verstanden.

Wortlos stand er auf und verließ das Zimmer. Zurück blieb Ashton, der fassungslos die Tür anstarrte und gleichzeitig spürte, wie sein Herz in zwei Teile brach.

 Zurück blieb Ashton, der fassungslos die Tür anstarrte und gleichzeitig spürte, wie sein Herz in zwei Teile brach

 

Tom fühlte sich schlecht, dennoch brauchte er Zeit für sich und musste über das nachdenken, was Ashton ihm zuvor gesagt hatte. Hastig streifte er sich im Gehen das Shirt über den Kopf, warf es achtlos in irgendeine Ecke und betrat die Terrasse. Ohne auf die anderen zu achten, sprang er in den Pool, schwamm einige Runden, um den Kopf freizubekommen. Skeptisch wurde er dabei von Kevin beobachtet, der anschließend zu Helmut sah.

"Gehst du, oder soll ich?", wollt er von dem braunhaarigen Riesen wissen.

Helmut zog lässig seine Sonnenbrille herunter und blickte Kevin fragend an. "Wieso soll ich immer gehen? Mir reicht schon, dass ich den Babysitter für Kieran spiele."

Kevin grinste. "Du meinst eher, den Sklaven spielen." Ein Schmunzeln legte sich auf seine Lippen, dann aber erhob er sich und beließ es dabei, Helmut aufziehen zu wollen. Mit Kieran hatte er wirklich genug zutun und oftmals fragte Kevin sich, warum er sich das gefallen ließ und ihm nicht mal einen ordentlichen Tritt verpasste?

Vielleicht kam das die Tage noch und Kieran würde sich zusammenreißen oder am Ende handzahm werden. Kevin wünschte es sich zunehmend, denn derzeit war die Gruppendynamik echt für den Arsch. Herangeführt durch Tom und Ashton. Mehr noch durch Letzteren, der durch seinen blödsinnigen Plan alles durcheinanderbrachte. Kevin seufzte, stapfte die Treppen rauf und auf das Zimmer der beiden Sturköpfe zu.

Ohne anzuklopfen, betrat er den Raum, sah Ashton auf dem Bett liegen und näherte sich ihm. "Können wir reden?", setzte Kevin an, setzte sich und zog den Jüngeren an sich.

Ashton antwortete vorerst nicht, kuschelte sich aber sofort, nachdem Kevin ihn an sich gezogen hatte, an und brummte leise. Es dauerte, dann hob er den Kopf und blickte den Älteren an. Kevin sah deutlich, dass er geweint hatte und das wegen Tom.

"Lass dir Zeit", murmelte er und strich beruhigend durch das honigblonde Haar.

Kurz nickte Ashton, genoss die Nähe und die Ruhe, die von Kevin ausging. Langsam atmete er tief ein, dann aus und schließlich setzte er sich aufrecht hin. "Ich hab’s ihm gesagt", nuschelte er so leise, dass Kevin Mühe hatte, ihn überhaupt folgen zu können. Verständnisvoll nickte er deswegen, wartete ab, was daraufhin passiert war.

Ashton schluckte, wieder flossen Tränen, die er sich sofort wegwischte. "Schuldigung", murmelte er und versuchte sich zu sammeln.

"Er erwidert es also nicht?", fragte Kevin vorsichtig nach, doch Ashton schüttelte den Kopf und wieder liefen Tränen. "Er ist einfach raus und hat mich alleine gelassen."

Für Kevin war es nachvollziehbar, es erklärte Toms Verhalten am Pool und bestimmt würde er auf Ashton noch zukommen. So konnte er das nicht stehenlassen. Sie mussten darüber reden. So schnell wie möglich, da bereits klar war, dass sie einen gemeinsamen Dreh hatten und ein Shooting.

"Ihr müsst das klären oder willst du deinen Job riskieren? Du weißt, dass Lukas ungern sieht, wenn hier schlechte Stimmung herrscht." Eindringlich sah er Ashton dabei an, hoffte, er würde sich einen Ruck geben und auf Tom zugehen.

Ashton seufzte schwer. "Ich klär’ es, aber gib mir noch ne Stunde oder zwei, okay?"

Kevin nickte zufrieden. "Ich zähle auf dich." Er zwinkerte dem Jüngeren zu, wuschelte ihm durch die Haare und erst dann erhob er sich, ließ ihn alleine und die gewünschte Zeit, die er brauchen würde, um die richtigen Worte zu finden.

 

Lange schwieg Ashton, lag einfach in Kevins Armen und starrte vor sich hin. Er schien entweder zu überlegen oder war in Gedanken ganz weit weg von allem. Hin und wieder entwich ihm ein Seufzen, welches Kevin dazu animierte ihm durch die Haare und über den Kopf zu streicheln. Ashton war nun mal das Küken, dazu ein süßes und er konnte nachvollziehen, dass Helmut ihn nur allzu oft bemutterte. Grinsend setzte der Ältere sein Werk fort, beobachte jedoch jede Reaktion des Anderen. Minuten verstrichen, schließlich eine halbe Stunde, bis Ashton genug hatte und mit einem Ruck hochfuhr.

"Ist dir die Erleuchtung gekommen?", fragte Kevin verwirrt nach.

Kurz lachte Ashton daraufhin, boxte den Anderen leicht in die Seite und schüttelte schließlich den Kopf. "Die Erleuchtung nicht, aber eine Idee."

"Hört, hört, das Küken hat eine Idee." Kevin schmunzelte, wurde umgehend dafür bestraft und frech vom Bett runtergeschubst. Empört sah er auf und Ashton an, der nur breit grinste und sich hastig aufraffte.

Zielstrebig trat er anschließend auf seinen Koffer zu, öffnete diesen und fing an zu suchen. Hemden sowie Shirts flogen auf das Bett, dann einige Hosen. Irgendwann fand Ashton auch seine Sonnenbrille, die er vorsichtig auf den Tisch legte.

"Was wird das?", wollte Kevin wissen, konnte nicht ganz folgen und runzelte daher die Stirn.

"Party am Strand, dazu Sex on the Beach, Mojito und viele andere leckere Cocktails", verriet Ashton, während er schon ein sauberes Shirt anzog und in eine dunkelblaue, kurze Hose schlüpfte.

Kevin konnte nur halb folgen, fragte sich, ob Party und Alkohol das Problem lösen könnten, tat aber so, als wäre diese Idee mehr als okay. "Dann werf ich mich mal in Schale, hm?", witzelte er, stand auf und verließ das Zimmer.

Ashton grinste vor sich hin, seine Laune stieg. Er freute sich den freien Tag zu nutzen, mit Tom zu reden und jeder wusste, dass Alkohol die Zunge lockerte. Keine Ahnung, ob das bei seinem besten Freund funktionierte, aber einen Versuch war es wert. Schon zuvor das Handtuch werfen und scheitern kam nicht infrage, dafür war Ashton alles zu wichtig. Vor allem aber die Freundschaft.

Sie kannten sich zu lange, seit dem Kindergarten und Ashton hatte es nie für möglich gehalten, dass aus Tom so ein heißer Kerl wurde. Gut, damals sah er schon gut aus, aber jetzt? Ashton seufzte, schlüpfte in seine Turnschuhe, setzte die Sonnenbrille auf und schnappte sich seine Geldbörse, ehe auch er das Zimmer verließ. Auf der Treppe lief ihm Kieran über den Weg, hatte es scheinbar eilig und beachtete ihn gar nicht erst. Gut so, weitere Probleme blieben aus und der Ausflug zur Strandbar konnte stattfinden.

Hoffnungsvoll betrat er schließlich die Terrasse, blieb erstaunt stehen und betrachtete Helmut und Jerome. Beide waren bereits umgezogen, hatten sich lässige Kleidung angezogen und sogar seinen alten, in die Jahre gekommenen Strohhut hatte der blonde Lockenkopf aufgesetzt. Helmut hingegen trug Sonnenbrille, dazu eine dieser großen, die viele als Fliegerbrille betitelten. Sie stand ihm jedoch, auch, wenn sie sein halbes Gesicht verdeckte. Ashton musste schmunzeln. Die beiden waren schon süß zusammen und er beneidete sie darum.

Kaum waren beide in der Agentur, waren sie auch schon ein Paar und das nicht nur vor, sondern auch hinter der Kamera. Die Fans nahmen es gut auf, ihr gemeinsamer Account schoss durch die Decke und jeden Tag gab es süße Bilder. Ashton wollte das auch, wusste aber auch, dass Tom bereits sehr viel weiter war, von seinen Fans geliebt wurde und darunter waren etliche, die weiblich waren. Hübsch waren sie obendrauf und er wusste, wie gern Tom mit Mädchen flirtete und etliche Beziehungen hinter sich hatte. Vieles sprach also dafür, dass Tom durch und durch hetero war.

"Seid ihr ready?", fragte Kevin, der endlich umgezogen zu ihnen kam und sein Handy in die Hosentasche steckte.

"Wir warten noch auf Tom", erwiderte Helmut. "Er ist noch oben und zieht sich um."

Oben? Wie oder wann war er hochgegangen? Ashton war verwirrt, ließ sich aber nichts anmerken. Erst, als Tom zu ihnen stieß, war er wieder ganz da und seine Laune hob sich enorm. Mit dem weißen, ärmellosen Shirt und der verwaschenen knielangen Jeans sah Tom sogar verdammt gut aus.

"Können wir dann los?"

"Klar, Kieran kommt nach, er muss noch telefonieren und das kann dauern", antwortete Jerome auf Kevins Frage und hakte sich bei Helmut unter.

"Dann rufe ich uns ein Taxi oder wollt ihr fahren?", wollte Tom wissen.

"Ne, Taxi. Ich will schließlich was trinken", grinste Helmut schon breit.

"Ich kann auch fahren. Ich hatte nicht vor, mich zu betrinken", schlug Ashton kleinlaut vor.

"Nicht, und was willst du stattdessen trinken? Etwa Milch?" Ziemlich freche Worte von Jerome, der diese mit einem Lächeln unterstrich.

Genauso frech streckte Ashton dem Älteren die Zuge raus. "O-Saft geht immer oder alkoholfreie Cocktails."

"Der Punkt geht eindeutig an Ashton", mischte sich Tom ein. "Und jetzt hopp, los mit euch", scheuchte er nur wenige Sekunden allesamt zur Garage.
 

 

Sehr lange dauerte die Fahr bis runter zum Strand nicht. Angeregt wurde dennoch gesprochen, sich über das Shooting ausgetauscht und, auf welches Tier sich der ein oder andere freute.

"Ganz klar, Tapir", grinste Tom vor sich hin, während Kevin eher für Tiger war und Helmut sich auf niedliche Nashornbabys freute, die man sogar streicheln konnte. Komodowarane hingegen zählten zu Jeromes liebsten Tieren, waren jedoch nicht erreichbar und mit bis zu sechs Tagen Fahrzeit nach Flores nicht drin. Privat vielleicht, aber dieses Mal musste er schweren Herzens verzichten und sich auf die Schabrackentrapire freuen. Süß waren sie allemal, farblich glichen sie einem Panda und Babys waren mehr gestreift.

"Gut, Tapire. Meine Echsen müssen warten", schmollte Jerome ein letztes Mal, sah aus dem Fenster heraus und sah bereits den Strand. Es war viel los, überall Liegen, Handtücher und Sonnenschirme.

"Gehen wir eher in einer Bar nahe dem Strand?", wollte Ashton wissen, fuhr die nächste Straße rechts runter, dann wieder links und ein weiteres Stück geradeaus.

"Strandparty", erklang es von der Rückbank im Chor, übertönte Toms Worte, der mehr für abseits und es somit beschlossene Sache war. Kurz grummelte Tom vor sich hin, dann sah er schweigend aus dem Fenster.

Ansonsten verlief die Fahrt ins Innere der Stadt ruhig, ein Parkplatz war kurz darauf gefunden und Ashton parkte ordentlich ein. Sonnenbrillen wurden aufgesetzt, lässig das Auto verlassen. Gnadenlos brannte ihnen die Sommerhitze entgegen, das Verlangen nach gekühlten Getränken stieg.

"Alter, ist das heiß. Da ballert der Alkohol ja richtig rein", merkte Helmut an, ehe er seinen Sonnenhut aufsetzte, Jeromes Hand in seiner verhakte und los stiefelte.

"Deswegen trinke ich nur O-Saft", grinste Ashton, folgte den beiden älteren Männern und auch Kevin und Tom setzten sich in Bewegung.

"Ich könnte jetzt einen Bananen Splits vertragen oder Cheese Cake wäre geil", brabbelte Tom vor sich hin, trottete den anderen hinterher und sah sich interessiert um.

"Mit Ahornsirup schmeckts noch besser", antwortete Kevin darauf, lachte, als Tom das Gesicht verzog und sich ekelte. "Bäh, wer ist bitte Käsekuchen mit diesem widerlichen Zeug?"

Wütend über diese Worte drehte sich Ashton um und funkelte seinen besten Freund böse an. "Ich ess sowas und das weißt du!"

Kevin schüttelte den Kopf und schlug Tom kurz darauf auf den Hinterkopf. "Wie lange kennt ihr euch jetzt? Seit dem Kindergarten oder erst seit wenigen Tagen?"

Tom rieb sich grummelnd den Kopf. "So oft isst er das doch gar nicht und wenn, dann mehr auf nem Pfannkuchen."

Sichtlich genervt rollte Kevin mit den Augen. So langsam reichte es auch ihm. Er kam sich vor wie im Kindergarten, wie ein Erzieher, der zwei Streithammel zu bändigen hatte. Tief atmete er nochmals durch, versuchte den Ärger und die Wut herunterzuschlucken.

"Klärt das endlich. Ihr habt morgen ein Shooting zusammen und sollt ..." Kevin brach den Satz ab und schluckte. Ein Paar, Tom und Ashton sollten ein Paar vorgeben. Wie sollte das gehen? Kevin hatte es damals deutlich einfacher, es gab keinen Streit und irgendwie wusste auch keiner, dass da überhaupt schon Gefühle vorhanden waren. Ashton hingegen wusste es, hatte es Tom gestanden und wie es bei ihm aussah, wusste keiner. Vielleicht nicht mal er selber.

 

Gemütlich saßen die Jungs kaum später in einer der vielen Strandbars, genossen ihre Cocktails und redeten über anstehende Shootings und einige Drehe, wo Jerome sogar Regie führen durfte. Ashton hörte nur halb zu, er wusste auch so, was auf ihn zukam und mit wem er zusammenarbeiten musste. Nämlich mit diesem Teufel, der ihm gegenübersaß, genüsslich seinen bestellten Eisbecher aß und so lasziv den Löffel dabei ableckte, dass ihm fast die Luft wegblieb.

Ihm kam es vor, als würde Tom das absichtlich machen. Provozieren konnte er bedauerlicherweise schon immer. Ashton wandte rasch den Blick ab, nippte an seinem Orangensaft und begann aus Langeweile mit den Untersetzern zu spielen. Vielleicht bekam er dieses Kartenhaus hin, aber so, wie Jerome bei jedem Lachen auf den Tisch haute, konnte er sein Vorhaben vergessen. Da bleib nichts stehen und die Mühe wäre umsonst. Und jetzt?

Entweder er brachte sich ins Gespräch ein oder aber ... Ein freches Grinsen legte sich direkt auf seine Lippen, während er in Gedanken schon sehr viel weiter war und Tom bereits den Löffel mopste. Ein paar Sekunden später griff er nach dem silbernen Ding, streckte seinem besten Freund die Zunge heraus und schob sich genüsslich die Portion Eis in den Mund. Dabei saute er sich ziemlich ein und sah aus, wie ein kleines Kind mit Milchbart. Tom lachte nur, war ihm nicht mal böse, sondern beugte sich über den Tisch und wischte mithilfe seines Daumens die Eiscreme aus Ashtons Mundwinkel weg. Die neugierigen Blicke seiner Freunde und Kollegen ignorierte er, ebenso das Getuschel.

Ashton fühlte sich einen Moment wie sieben Minuten im Himmel, er genoss es sogar, angefasst und liebevoll auf diese spielerische Art gesäubert zu werden. Dann aber steckte sich Tom provokativ den Finger in den Mund und leckte ihn ab.Zu viel für Ashton, der knallrot anlief und ein nicht ganz jugendfreies Kopfkino hatte. Mürrisch sah er den Anderen an und blies die Wangen auf. "Du alter Stinkkäfer. Das machst du doch mit Absicht!"

"Stinkkäfer?", wiederholte Tom leise kichernd und roch demonstrativ unter seinen Achseln. "Da riecht nichts und da stinkt auch nichts."

"Doch, deine Art stinkt zum Himmel", keifte Ashton weiterhin, wurde dann aber von Kevin, der direkt neben ihm saß, böse in die Mangel genommen.

"Merkst du eigentlich noch was? Tom war voll nett zu dir, hat sogar geflirtet und du?" Kevin schüttelte fassungslos den Kopf. "Wie dumm kann man bitte sein oder wie blind?"

"Kevin, lass ihn, ich denke, wir machen das unter uns aus", mischte Tom sich ein, während er seinen Stuhl zurückschob und aufstand. "Na komm, gehen wir ein Stück und reden", wandte er sich schließlich an seinen besten Freund und reichte ihm obendrauf die Hand. Schweigend nahm Ashton diese Geste an, erhob sich von seinem Platz und folgte Tom zum Strand.
 

 

Ashton konnte sich aufraffen, folgte seinem besten Freund und gemeinsam gingen sie runter zum Strand. Gesprochen wurde dabei nicht, eher liefen sie schweigend nebeneinander her, blickten zu Boden und erst, als sie den sandigen Boden unter ihren Füßen spürten, beziehungsweise Ashton in seinen Turnschuhen hatte, murrte er kurzzeitig auf.

"Warte mal, ich muss die Schuhe ausziehen", merkte der honigblonde Junge kurz darauf an, streifte diese ab und nahm sie in die Hand.

Nickend tat Tom es ihm gleich, ging anschließend ein paar Schritte vor und setzte sich in den warmen Sand. Kurz warf er einen Blick hinter sich, ob Ashton nachkam. Mit etwas Abstand setzte dieser sich dann auch neben ihn und blickte starr gerade aus aufs Meer. Dabei kaute er unentwegt auf seiner Unterlippe, knetete immer wieder nervös seine Finger.

"Ich weiß nicht, wie ich mit dir umgehen soll? Was du gesagt hast, hat mich komplett überfordert, aber auch überrascht", sprach Tom einfach als er merkte, dass sein bester Freund neben ihm, scheinbar zu aufgeregt und unsicher war.

Verstehend nickte Ashton, schob den Sand unter seinen Füßen hin und her."Sorry, wollte dich damit nicht überrumpeln und auch nicht mit Kieran, den ich überhaupt nicht kenne."

Tom stöhnte genervt unter diesem Namen auf. "Ich mag ihn nicht. Er ist so anders als Helmut. Viel zu wild und bor, ne, ich finde keine Worte für den."

Ashton lachte darauf hin leise, solange, bis sein Freund ihn packte und nach hinten in den Sand drückte. "Und den wolltest du ernsthaft daten, ja?"

"Öhm ..." Leicht überfordert blinzelte er Tom über sich an und schluckte. Sein Herz raste, er war viel zu nahe und doch war es angenehmem aufregend. Als kleine Jungs hatten sie oft gerangelt, kamen sich dabei unbewusst näher. Sie waren eben kleiner, unbeschwerter und keiner dachte damals an Liebe, Sexualität und den Wunsch, den jeweils anderen küssen zu wollen

Das Verlangen seinen besten Freund zu küssen wurde immer stärker, die einladenden Lippen waren zu nahe, zu verlockend. Keiner von beiden sprach, niemand rührte sich auch nur einen Zentimeter. Es ging eher von Tom aus, der sich Ashtons Lippen nährte, die eigenen kurz mit der Zunge befeuchtete und kurz bevor er ihn erreichen konnte, stieß dieser einen kleinen Schrei aus. Schmerzhaft verzog sich sein Gesicht und versuchte im selben Moment hinter sich zu greifen. Auf irgendwas Spitzem lag er drauf, bohrte sich in seinen Rücken und verursachte Schmerzen. Tom bemerkte dies, half ihm und ergriff den Übertäter.

Mürrisch blickte Ashton die Strandmuschel in Toms Hand an. "Blödes Ding", maulte er, wollte sie greifen, wegschmeißen und am liebsten Tom endlich küssen. Fast war es so weit gewesen, er seinem Traum nahe und diese blöde Muschel hatte alles kaputtgemacht. Er war wütend und enttäuscht, zugleich.

"Früher hast du die gesammelt." Nachdenklich sah Tom die Strandmuschel an, dann Ashton, der bockig unter ihm lag und den Störenfriede böse anfunkelte. Sofort schlich sich ein Grinsen auf seine Lippen. "Hey, nun bock nicht herum. Vielleicht war das nicht gewollt .... also hier meine ich."

"Hö?" Ashton erwachte aus seiner Trotzphase. Große, braune Augen trafen auf blaue, versinken beinahe darin und wieder machte sein Herz einen Purzelbaum, während sein Puls durch seinen Körper wie ein Schnellzug rauschte. "Ist das nicht egal?", murmelte er schließlich und biss sich dezent auf die Unterlippe. "Morgen müssen wir noch ganz andere Sachen machen."

Tom schüttelte daraufhin den Kopf. "Nein, ist es nicht. Ich befinde mich in einer Sinnkrise und weiß nicht mal genau, was ich fühle oder empfinde. Dich dann am Strand vor anderen zu küssen, wäre einfach falsch." Tom machte eine kleine Pause, dann sprach er weiter und das so, dass Ashton nicht wieder ausflippte oder gar davonrannte. "Küssen würde ich dich gerne alleine. Einfach, damit ich mir sicher sein kann, ob ich mich nicht irre oder dich am Ende verletze."

Verstehend nickte der Blondschopf, schubste Tom im selben Moment aber von sich herunter und grinste ihn an. "Das wirst du aber heute noch irgendwann tun müssen. Morgen gehts zum Shooting und Tapire streicheln." Darauf freute sich Ashton sogar, er mochte diese Tiere, war generell ein Tierfreund.

Tom lachte, klopfte sich den Sand von seinen Klamotten und erhob sich. "Zeit haben wir ja noch. Heute Abend und die ganze Nacht." Unterstreichen reichte er Ashton die Hand, die zögerlich angenommen wurde. "Na komm, ich wette, Kieran ist auch schon da und geht den anderen wieder auf den Sack."

 

"Gehen wir zurück?", fragte Tom. "Nicht, dass noch weitere Gerüchte entstehen."

Gerüchte? Was meinte Tom damit? Ashton sah ihn verwirrt von der Seite an. "Was meinst du?"

Tom blieb stehen, sah seinen besten Freund an und runzelte die Stirn. "Hast du es noch nicht gehört? Ich dachte, du hättest die letzten Tage genug mit Kevin gesprochen."

Schon, aber, was für Gerüchte im Umlauf waren, hatten sie dabei nicht besprochen. Oder war Ashton etwas entgangen? Fieberhaft überlegte den Blondschopf, doch da war nichts, außer, dass Kevin etwas Ähnliches, wie er durchgemacht hatte.

"Klär mich halt auf, ich hab echt keinen Plan, was da die Runde machen soll?" Unterstreichend sah er Tom wie einen Welpen an.

Tom musste grinsen, dann aber erzählte er, was gerade die Runde machte und worüber sich einige bereits das Maul zerrissen. Nicht schön, aber Kevin stand über den Dingen und wusste es besser.

"Warte?", unterbrach Ashton seinen besten Freund. "Wer ist Andre und wer Paula? Muss ich die beiden kennen?"

Tom ließ einen tiefen Seufzer verlauten und knuffte Ashton freundschaftlich in die Seite. "Du kennst Andre nicht? Ernsthaft? Er war jahrelang einer der wenigen Darsteller, der am meisten mit Kevin gedreht hat. Irgendwann war mehr zwischen ihnen, aber das ging mächtig in die Hose", erklärte er.

Ashton verstand. Kevins Warnung ergab Sinn, er sprach aus Erfahrung, die nicht besonders gut verlaufen war. Und wer war jetzt nochmal Paula? Was hatte ein Mädchen damit zutun? War Kevin nicht ebenso gay, wie sie alle hier? Fragezeichen tummelten sich in seinem Kopf und er verstand nur Bahnhof.

"Paula hat jetzt was damit zutun?", wollte er wissen und stieg noch immer nicht dahinter, was daran ein Gerücht sein sollte.

"Es macht die Runde, dass Andre dieses Mädchen ebenfalls gedatet haben soll und, dass beide zusammen sind."

Erstaunt blinzelte Ashton seinem besten Freund entgegen. "Glaubst du das? Ich meine, man kann ja zwei Menschen daten, aber letztendlich entscheidet doch das Herz und der Verstand, mit wem es klappen könnte und mit wem nicht."

"Schon, aber ich finde es seltsam, wenn das stimmen sollte", erwiderte Tom, strich sich durch die Haare und lächelte seinen besten Freund schließlich an. "Heute Abend Netflix?"
 

Was sollte daran komisch sein? Ashton verstand es nicht wirklich. Wenn sie jetzt mit diesem Andre zusammen war, war dem so und Kevin sollte das akzeptieren. Paula war nicht das einzige Mädchen, es gab weitaus mehr und darunter sich auch die richtige Frau für ihn.

"Vikings?", fragte Ashton und ließ das Thema Kevin erstmal sein. Es klang so auch schon kompliziert, wie Sodom und Gomorrha und diese Paula schien der verheerende Feuerregen zu sein, der letztendlich alles vernichtete.

Tom fand den Vorschlag gut, er liebte diese Serie, war jedoch noch nicht weit gekommen und wenn er recht überlegte, waren sie bei Folge drei. Spannend war es alle Male, der Ton war rau und zeitgemäß für Wikinger. Es war ihr gemeinsames Ding, ihre Zeit und darauf freute sich Ashton genauso sehr, wie Tom selber. Endlich waren sie wieder da, wo sie vor wenigen Tagen aufgehört hatten. Fehlte nur noch eines. Dieser Kuss, der Bauchschmerzen verursachte.

 

Bis in die Abendstunden saßen die Jungs zusammen in der Bar, hatten gelacht, geredet, Gerüchte aus der Welt geräumt und waren nun auf dem Weg zurück zur Villa. Kieran war nicht mehr aufgetaucht. Entweder hatte er es vergessen oder aber die Lust war ihm vergangen. Ashton dachte an letzteres, fuhr die Straße zur Villa hoch und parkte einige Zeit später den Wagen in der Einfahrt.

Helmut sprang als Erster aus dem Auto, dann folgte Jerome und Kevin kletterte noch vor Tom müde hinterher. Ashton schloss noch ab, dann betrat er durch eine Lücke im Zaun den Garten und erblickte Kieran in der Hängematte. Schlafend und völlig tiefenentspannt. Einen Moment betrachtete er den Schlafenden, betrat dann aber durch die Terrassentür die Villa und sah verwirrt zu den anderen, die bereits das Sofa einnahmen und tuschelten. Jerome grinste dabei diebisch und auch Helmut sah aus, als hätte er den Teufel im Nacken sitzen.

"Ihr plant was", sprach Ashton laut das aus, was ihm im Kopf herumschwirrte und sofort nickten alle vier synchron. "Und was genau?", fragte er weiter und versuchte den Blicken von Helmut zu folgen.

Dieser sah nach draußen, grinste noch eine Spur breiter und da wusste Ashton, wen es treffen würde. Kieran. Schlafend und wehrlos. Ziemlich gemein, aber irgendwie hatte er es verdient. Kieran hatte Helmut die Tage genug gereizt, provoziert und herumgescheucht. Eine kleine Abreibung war mehr als gerecht.

"Zahnpasta kommt immer gut", antwortete der braunhaarige Riese endlich, erhob sich kaum später von seinem Platz und eilte nach oben.

Oha, irgendwie tat Kieran ihm leid, Zahnpasta war zwar nicht schlimm, klebte aber furchtbar in den Haaren. Bestimmt sogar und doch kam kein Laut über Ashtons Lippen, als Helmut wieder herunterkommen und stolz die Tube in den Händen hielt. Vage schielte Ashton zu seinem besten Freund, der mit einem Mal aufstand und in die Küche zum Kühlschrank schritt. Scheinbar hatte er kein Interesse daran, Kieran eine auszuwischen, holte stattdessen zwei Falschen Bier und schnappte sich den auf der Theke liegenden Flaschenöffner.

"Kommst du?", wandte sich der Braunhaarige Junge an seinen blonden Freund, ignorierte das Gezeter im Garten gekonnt und Helmut seinen kleinen Triumph über seinen Cousin, der über und über mit Zahnpasta beschmiert war.

Ashton schmunzelte darüber, ebenso wie Kieran tobte, sich vor Helmut aufbaute und im Gegensatz zu diesem wie ein Zwerg wirkte. Ein Anblick, den Jerome und Kevin zum Anlass nahmen, sich darüber lustig zu machen. Nicht bösartig, eher frech und zutreffend. Einen Moment sah Ashton dem Schauspiel noch zu, dann folgte er Toms Aufforderung und hastete nach oben. Vikings wartete, dazu ein kühles Bier und Tom. Ein bisschen aufgeregt war er schon.

Zum Glück hinterfragte niemand, was sie beide jetzt schon oben wollten und nervös gab sich der Blondschopf erst jetzt auf der Treppe. Ihm schlug das Herz bis zum Hals, seine Hände wirken schwitzig und sein Puls raste. Der Mund fühlte sich trocken an und Ashton hatte das Gefühl, wenn er jetzt sprechen müsste, würde er krächzen wie eine Krähe. Hippelig war er dazu auch noch, freute sich auf eins, zwei Folgen seiner Lieblingsserie und darauf, diese endlich wieder mit Tom zu gucken.

Hatten sie überhaupt Chips? Waren die anfangs wichtig oder könnte man diese später noch holen? Fragen über Fragen, ein dicker Knoten im Magen und einen Mund so staubtrocken, wie die Wüste Sahara. keine besonders guten Bedingungen, aber da musste Ashton jetzt durch und das ganz alleine.

 

Gut gelaunt sauste Ashton die breite Treppe nach unten, schritt direkt in die offene Küche und zur Kaffeemaschine. Misstrauisch wurde er dabei von Helmut und Kevin beobachtet, die sich anschließend fragende Blicke zuwarfen.

"Denkst du, die beiden haben geknutscht?", nuschelte der braunhaarige Riese seinem guten Freund und Kollegen zu.

"So gut wie seine Laune ist, haben die wohl mehr als nur geknutscht." Kevin biss in seinen Toast und suchte dabei akribisch Ashtons Hals nach verräterischen Spuren ab. Nicht eine Bissspur war zu finden, nichts, was darauf hindeutete, dass die Nacht irgendwas gelaufen war. Enttäuscht wandte Kevin den Blick ab und sah stattdessen verwirrt hinter sich.

"Was willst du mit dem Rucksack?", fragte er Tom, der gerade dabei war einige Sachen in diesen zu packen.

"Geht dich nichts an", erwiderte Tom sachlich, ließ sich nicht stören und packte Sonnenmilch und ein großes Handtuch ein.

"Geheimnisse?", hinterfragte Kevin weiter, doch Tom schwieg, verriet nichts und auch Ashton mischte sich nicht ein, sondern trank in Ruhe seinen Kaffee.

Helmut grinste. "Wir bekommen die schlüpfrigen Details schon irgendwie heraus." Herausfordernd sah er das Küken an, doch Ashton gab sich unwissend und tat so, als hätte er nichts gehört. Gemeinheit, dabei war er nur neugierig, wollte wissen, was gestern Abend noch passiert war.

"Die lassen uns echt ins kalte Wasser springen", grummelte Helmut, während er sich ein Brötchen aufschnitt und bockig in der Butter herumstocherte.

"Gewöhne dich lieber dran", schmunzelte Kevin, erinnerte sich an seine alte Beziehung zurück und wie er damals versuchte, anfangs alles normal wirken zu lassen. Drei Tage ging es gut, dann hatte es sein bester Freund herausgefunden und direkt machte es die Runde. Kevin beschloss daher erstmal abzuwarten, Tom und Ashton zu beobachten und wer weiß, vielleicht verrieten sich beide.

"Aufgeregt?", ertönte noch eine Stimme, sprach direkt Tom an, der sich nur umdrehte und Kieran ansah, als wolle er ihn jeden Moment fressen.

"Kieran, lass gut sein, oder soll ich wieder die Zahnpasta holen?", mischte sich Helmut rasch ein.

"Ne, ne, dieses Mal keine Zahnpasta. Ich weiß etwas Besseres." Diebisch grinste Kevin, beugte sich vor und flüsterte Helmut zu, woran genau er dachte. Beide lachten kurz auf, nickten sich zu und schnell verschwand Kevin darauf nach oben.

"Was habt ihr vor?" Misstrauisch sah Kieran seinen Cousin an, wirkte nicht sehr glücklich, sondern eher angespannt, was folgen könnte. Was könnte schlimmer als Zahnpasta in den Haaren sein? Kaltes Wasser, Honig? Dafür würde Kevin aber doch nicht nach oben gehen.

"Chill mal, noch machen wir gar nichts", lenkte Helmut ein, verkniff sich das Lachen, als Kevin schon bedrohlich hinter Kieran trat und das mit einer Pinzette in der Hand. Selbst Tom schmunzelte und Ashton musste aufpassen, dass er sich nicht an seinem Kaffee verschluckte.

Kieran sah aus, als würde er sich jeden Moment in die Hosen machen. Unsicher, ängstlich und wie ein kleiner Junge, der verdammt großen Bockmist gebaut hatte.

"Heute noch ein blöder Spruch, ein krummes Ding und ich rasiere dir die Eier mit der Pinzette", drohte Helmut seinem Cousin an, der gleich darauf kreidebleich wurde und sich stillschweigend aus der Küche verdrückte.

Kurz darauf fingen die anderen an zu lachen, amüsierten sich köstlich und doch wurde Tom als Erstes wieder ernst und sah Ashton auffordernd an. "Kommst du? Wir müssen los."

 

 

Völlig entspannt saßen Tom und Ashton auf dem Rücksitz, während Marty den Wagen lenkte, zum vorgesehenen Shooting fuhr und sich auf den Verkehr konzentrierte. Hin und wieder sah er jedoch durch den Rückspiegel und lächelte vor sich hin. Ein seltener Anblick, der Ashton ein wenig verunsicherte.

“Nervös?”, hinterfragte Marty direkt das Verhalten und sah erneut nach hinten.

“Ähm … ja …”, stammelte der Angesprochene verlegen, blickte schnell aus dem Fenster, um seine erröteten Wangen zu verstecken, die jedoch nicht verborgen blieben.

Tom hatte es bemerkt, griff nach der Hand seines besten Freundes und drückte sie leicht. Durch diese kleine Geste entspannte Ashton sich deutlich, atmete nochmal tief durch und dachte an die süßen Schabrackentapire, die bereits warteten. Die wirkten wie kleine Elefanten, nur mit sehr kurzem Rüssel und schwarzweiß gefleckt. Einfach niedlich und sie zu streicheln, darauf freute sich Ashton am allermeisten. Auf die gemeinsame Zeit mit Tom jedoch auch, nur versuchte er das zu verstecken.

Tom schien es ähnlich zu gehen, in seinen Kopf konnte Ashton jedoch nicht gucken. Er konnte nur raten, seine Mimik verriet genauso viel, wie die eines Fisches. Bei dem Gedanken musste der blondhaarige, junge Mann grinsen, sogar leise lachen.

“Darf ich mitlachen?” Wieder Marty, der dieses Mal etwas strenger in den Rückspiegel blickte.

“Öh …” Ashton wusste nicht ganz, was er sagen sollte, sah nun unsicher zu Tom, der mit der Schulter zuckte und den Fotografen am Steuer nicht einschätzen konnte.

Der deutlich ältere Mann bemerkte das Verhalten beider Jungs, lachte leise vor sich hin und ließ schließlich die Bombe platzen. Ganz blöd war er nicht, hatte über die Jahre einiges gesehen, mitbekommen und ihm etwas vormachen, war gar nicht so leicht.

“Mal gucken, wie lange ihr beiden das vor den anderen geheim halten könnt”, sprach Marty es direkt an und sorgte für entsetzte Gesichter auf der Rückbank. Beide schluckten, sahen sich an und wussten nicht, was sie darauf sagen sollten.

“Ihr verhaltet euch anders als vor wenigen Tagen. Sowas fällt auf und erinnert mich an Kevin und Andre. Die beiden waren zwar ein bisschen älter als ihr, aber genauso”, erklärte der Mann am Steuer, bog um die Ecke und parkte schließlich den Wagen.

Ashton und Tom schwiegen noch immer, kletterten still von der hinteren Sitzbank und steckten sich, nachdem sie ausgestiegen waren. In wenigen Minuten wurde es ernst, die Hüllen fielen und sorgten bei Ashton für ein seltsames Gefühl. Sicher hatte er kein Problem mit seiner Nacktheit, aber wann genau hatte er sich Tom so das letzte Mal gezeigt? Es musste Jahre her sein, irgendwann im Kleinkindalter. Jetzt waren beide erwachsen und scheinbar erging es Tom nicht viel anders. Er lief sogar rot an, als sich ihre Blicke trafen und unsicher verschwanden seine Hände in den Hosentaschen.

Marty betrachtete die beiden einen Moment lang, dann zuckte er zusammen und sah nach oben. Regen setzte ein, erschwerte das Shooting und veranlasste sie dazu, zu warten und sich unterzustellen. Petrichor lag in der Luft, der Geruch von einem Regenschauer auf der Erde und tief sog Marty die Luft ein.

“Entspannt euch einfach und denkt nicht weiter nach”, riet er den beiden Jungs, während er die Wartezeit mit einer Zigarettenpause überbrückte. “Es sind nur Fotos und nichts weiter. Das kriegt ihr hin.”

Aufmunternd schenkte er den beiden ein Lächeln, zog an seinem Glimmstängel und betrachtete erneut den Himmel. Graue Wolken, die rasch über seinen Kopf hinwegzogen, aber nicht so schnell, dass sie die nächste halbe Stunde anfangen konnten. Laut seufzte der glatzköpfige Fotograf, drehte sich um und schmunzelte, als er die beiden Jungs hinter sich sah. Tom und Ashton nutzen den Regen, um sich auf ihr Shooting vorzubereiten, tauschten einen leidenschaftlicher Zungenkuss aus und schienen von ihrer Umgebung nichts mitzubekommen. Marty lächelte, drehte sich wieder um und stellte fest, dass der Himmel langsam aufklarte.

 

 

So, das war es. Bis auf wenige Worte habe ich wirklich alle eingebaut und nur die ausgelassen, die so gar nicht passen wollten. Daher ist mein Fazit auch, dass ich solche Geschichten nicht mehr schreibe. Jedenfalls nicht mit Worten meiner Leser, da es doch sehr ausbremsen kann und ich viele Worte einfach herausnehmen musste, um nicht Jahre an dieser Geschichte zu schreiben. Aber immerhin haben sich Tom und Ashton noch bekommen und sind wirklich ein süßes Paar. Das war geplant, wurde erfolgreich umgesetzt und hoffentlich stellt es euch ein wenig zufrieden. Über Kommentare freue ich mich jedenfalls immer.

 

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Autor

Pragomas Profilbild Pragoma

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Statistik

Kapitel:22
Sätze:1.051
Wörter:13.783
Zeichen:81.056

Kurzbeschreibung

Ashton zieht frisch in die Prager WG und stellt diese gewaltig auf den Kopf. Wie genau das geschieht, entscheiden meine Leser, mit Worten, die sie mir nennen werden oder genannt haben.

Kategorisierung

Diese Story wird neben Liebe auch in den Genres Erotik, Alltag und Freundschaft gelistet.