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Black Magic

18
15.1.2019 20:53
16 Ab 16 Jahren
Homosexualität
Fertiggestellt

ιllιlı.ıl    Black Magic    lıιllιlı. 


All the girls on the block knocking at her door
Wanna know what it is make the boys want more

 


  Meine Blicke folgten einer Frau, die ihren Mantel enger um sich schlang und mit einem Lächeln auf den Lippen davon eilte. Ich wusste, was sie hier wollte, obwohl ich die Worte von meinem Versteck aus nicht gehört hatte. Eine Weile wartete ich noch, bis die eifersüchtige Dame fort war.
  Katzenhaft schwang ich mich von dem Ast herab, auf dem ich hockte und landete galant auf der weichen Wiese darunter. Die Sonne sank bereits hinter der Stadt und tauchte das Landhaus vor mir in rötliches Licht. So sah es noch einladender aus, als sonst. Ich tänzelte den Schotterweg entlang, strich über die Köpfe der bunten Tulpen im Vorgarten und klopfte schließlich an die Tür.
  Es dauerte auch nicht lange, bis die Holztür geöffnet wurde.   „Lila?“ Heißt du Lianne und klatschst dir violette Farbe in die Haare, wirst du diesen Spitznamen nie mehr los. Die Frau, die öffnete sah mich mit einer Mischung aus Überraschung und Freude an. Ich liebte es Leute dabei zu beobachten, wie sich ein Gefühl in ihrem Gesicht ausbreitete
 „Nein, dich hab ich ja ewig nicht mehr gesehen.“ Sie lachte kurz und dann wurde ich in eine Umarmung an ihre große Brust gezogen. Als ich mich endlich wieder löste, strahlte sie mich noch immer an.   Ich grinste und hob die Hand. „Jo! Lang nicht gesehen.“
 „Allerdings. Komm rein.“, bot sie mir an und ich folgte ihr bereitwillig. In der Küche bekam ich auch schon direkt einen Kaffee und wir setzten uns gemeinsam an den Tisch. Sie hatte ja keine Ahnung, wen sie in ihr Haus gelassen hatte.  

  Ohh Amanda hatte sich verändert. Aus dem Mauerblümchen vom College war eine junge Frau geworden, sexy und stolz. Die Haare Ginger, die Augen Smaragde. Ihr Körper war wie geschaffen für die Schönheitsideale meiner Heimatstadt. „So So… Du brichst also nun reihenweise Herzen.“, stellte ich fest und schlich zwischen den Bücherregalen ihrer Bibliothek herum. Verdammt warum hatte jedes Landhaus hier in der Gegend eine Bibliothek? Wieso?!   Ich zog ein Buch hervor. „Glück und Liebe – der Schlüssel zum Erfolg?“, las ich laut und betrachtete den vergriffenen Einband, auf dem ein Glasgefäß mit einer goldenen Flüssigkeit zu sehen war, in der ein Schlüssel schwamm. „Das nennt man auch-„
  „Schwarze Magie?“ Sie zog mir das Buch aus der Hand und tippte mir dann gegen die Nase. „Männer legen es doch darauf an, dass man sie verzaubert. Aber davon hast du, als Freizeit-Straßenmagierin nunmal keine Ahnung. Zauberst du noch für Geld?“ Mit ihrer Schönheit hatte sie auch an Arroganz gewonnen. Ich grinste frech zurück und zog die Nase kraus. „Ich zaubere nicht für Geld, sonder für ein Lächeln. Übrigens bin ich inzwischen angestellt, fest und LEGAL.“
  Amanda sah mich an, den Kopf leicht schief gelegt und zeigte beim Lächeln eine Reihe weißer Zähne. „Wo denn?“   Ich legte den Kopf ebenfalls schief und zwirbelte schüchtern meine lila Strähnen. „Find‘s selbst raus.“
  
  Die Gespräche zwischen uns wurden typisch mädchenhafter, kitschiger. Alte Erinnerungen, sie am College in der Oberstufe, ich einige Jahrgänge unter ihr. Hochschauend zu ihr. Damals war sie still gewesen, schlau, weder beliebt noch verhasst. Sie war die Durchschnittliche. Ich war immer die kleine Niedliche.
  Und jetzt? Jetzt war sie erwachsen und ich war immer noch die Niedliche.   

  Wir redeten über Schminke, über Klamotten, über Jungs. Vor allem über Jungs.  
   „Also, erzähl mal. Was ist es, was die Jungs so verzaubert?“, fragte ich, als sie irgendwann von ihrer vierten Männerbekanntschaft schwärmte. Ohgott würg, sie konnte echt schnulzig werden. Sie grinste lasziv und beugte sich zu mir vor. Ich hatte Blick auf ihr Dekolleté „Das ist mein Geheimnis.“, raunte sie und ich zog die Augenbrauen hoch.
  Wir lachten viel an diesem Abend und ich bohrte tiefer nach.  „Wir sind Freunde und haben uns mal geschworen alles zu teilen, was wir über die Magie herausfinden. Ich hab dir gezeigt, wie man Illusionen macht, jetzt zeigst du mir, wie man Jungs rumkriegt.“ Dabei knuffte ich sie mit der Schulter an und wir vielen beide um.
  Sie lachte. „Nagut, weil wir Freunde sind.“   Es war inzwischen dunkel. In der Nacht sah ihr einladendes Landhaus gleich eine Nummer unheimlicher aus, besonders, weil wir nun auf dem Boden der Bibliothek knieten und die Hände aufeinanderlegten. „Es ist leichter, als du meinst. Du musst die Person für die du schwärmst einfach nur dazu bekommen diesen Trank zu trinken. Es ist dabei wichtig, dass die Person an diesem Tag schon einmal Blickkontakt zu dir hatte.“, erklärte sie und ich nickte begierig. „Alles klar.“
„Es ist egal, ob die Person über den Zauber Bescheid weiß. Die Magie funktioniert IMMER und kann nicht gebrochen werden.“
   „Gut.“ Ich grinste.   Sie grinste zurück. „Für wen ist es denn, was ich dir beibringe?“, wollte sie wissen.     „Vielleicht… für einen guten Freund“, druckste ich etwas. Ich war nicht ganz sicher, was ich ihr darauf antworten sollte. Wir hatten uns lange nicht gesehen und sie musste ja nicht direkt jedes Detail aus meinem neuen Leben erfahren… andererseits konnten sicher einige Informationen nicht schaden. „Ich lernte ihn kennen in London. Er hatte Spaß an meinen Zaubertricks und hat schnell herausgefunden, dass es echte Magie ist und kein Taschenspielertrick. Dass ich eine der wenigen bin, die Magie nutzen können. Wir hatten ein Date. Das will doch mal was heißen, im Zeitalter von Handys, PCs und so, wo alles wichtiger ist, als menschlicher Kontakt.“ Ich schloss kurz lächelnd die Augen und dachte an sein Gesicht. Sein schönes Gesicht, ja schön war es bestimmt… welche Augenfarbe hatte er eigentlich? Irgendwas Dunkles vermutlich. Amanda lachte. „Na das lohnt sich doch. Aber warum wurde nichts draus?“, fragte sie nach und riss mich zurück.   „Och.. wir haben uns einfach wieder auseinander gelebt.“ Ich lächele und sah niedlich aus. „Zeigst du es mir jetzt?“, flehte ich.   „Du bist ja ungeduldig… Okay. Ich sage dir den Text. Ich werde ihn nur einmal sagen, also merke ihn dir gut!“ Der Druck gegen meine Hände verstärkte sich und dann sahen wir uns in die Augen.
„ Take a sip of my secret potion
I’ll make you fall in love
For a spell that can’t be broken
One drop should be enough “
  Ich horchte ihren Worten. Jetzt sollte was passieren oder? Magie sollte da sein. Meine Hände kribbelten, oder war das nur die Berührung ihrer Finger?  „Das ist alles?“, wollte ich wissen. Sie nickte. „Das ist alles.“ Wir sahen beide zu Boden. Das Glas Wasser, das dort stand, hatte eine goldene Farbe bekommen. Ich griff danach und hob es stauend vor mein Gesicht. „Hey, wie cool!“ Neugierig schwenkte ich den Liebestrank und die goldene Flüssigkeit schwappte langsam und zähflüssig hin und her, hinterließ goldene Schmieren am Rand des Glases.   Amanda nahm mir das Glas aus der Hand und füllte es um in eine Phiole. Dann gab sie es mir. „Für deine große Liebe.“   Ich nickte und steckte es ein. Nicht dass ich je vorgehabt hätte den armen Ray damit zu verführen, es kam mir inzwischen sogar unglaublich banal vor ihn überhaupt für diese Ausrede benutzt zu haben.   
   Schließlich wand ich mich mit einem Lächeln an Amanda. Ich zückte meinen Dolch. „Amanda… es tut mir echt leid, aber wegen der Verbrechen, der schwarzen Magie derer du dchuldig bist, werde ich dich töten. Verband der Hexenjäger, wir konzentrieren uns auf schwarze Hexen, die ihre Künste gegen Menschen richten und deine Liebestränke sind derlei Natur.“ Ich grinste sie an. Damit hatte sie sicher nicht gerechnet! „Sorry, Amanda.. aber Lila ist inzwischen Jägerin Lianne.“
  Ich suchte sie… Die Überraschung. Ich wollte sie sehen. Ich wollte wissen, wie es aussah, wenn Amandas Augen sich weiteten. Erst erstaunt, dann entsetzt. Meine Klinge war auf sie gerichtet. Der Dolche aus Silber, fähig einer Hexe ihre Kräfte zu nehmen und sie zu töten. Mein ganzes Spiel, alles worauf ich hingearbeitet hatte, als ich mich zu ihr begeben hatte. Doch Amanda blieb ruhig. „Ich weiß… ich gestehe.. es ist nur so.. Lila… du bist gar nicht in der Lage mich zu töten. Möchtest du da nicht mal drüber nachdenken.“
  Ihr Blick wurde flehend. Hatte etwas Unschuldiges, mit den großen grünen Augen und veranlasste mich tatsächlich meine Waffe zu senken. Wie lange kannten wir uns jetzt schon? Seit 12 Jahren.. Verdammt lange Zeit. Scheiße viel erlebt. Wollte ich sie jetzt echt töten? Ich war mit der festen Absicht gekommen, es zu tun. Den Beweis, dass sie schwarze Magie ausführte, hatte ich sogar an meiner Gürteltasche hängen. Sie gefährdete die Menschen damit. Sie nutzte sie aus, verdrehte Männern den Kopf, stellte sie bloß, zwang sie in die Knie... aber war das so schlimm?
  Sie kam langsam näher, streckte die Hand nach meiner Wange aus und berührte mich. Es war eine angenehme Berührung. Dann schloss sie mich in den Arm und ich mich fühlte mich wohl. Hörte ihren ruhigen Herzschlag, ein völliger Kontrast zu meinem Herz, was gerade fast aus meiner Brust springen wollte. Wann hatte ich verlernt zu töten?
 

Girl, you belong to me
I got the recipe
And it's called black magic

Magic

Black Magic - Little Mix

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Kurzbeschreibung

Lianne will von Amanda wissen, wie sie mit ihrer Magie Jungs verführt. Doch was hat Lianne mit dieser Information vor?

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