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Rauschen 1.14 ~ Ende

19
19.06.20 18:42
18 Ab 18 Jahren
Asexualität
Fertiggestellt

Sein Tag war es nicht. Die Träume hatten wieder begonnen, sie waren schlimmer als zuvor und hatten ihn nicht viel schlafen lassen, die Nächte waren zu kurz und die Tage zu lang. Labbock tat mit seinen nervigen Fragen das übrige dazu und Erik machte ihn verantwortlich für sein Befinden. Seit es anfangen hatte versuchte er es zu verheimlichen, aber er schaffte es immer schwerer bis zur Toilette.

Erik hatte stark abgenommen, das war nicht zu übersehen. Das es am Wachstum lag, redete er sich ein, aber jegliche Kraft hatte er verloren und der Anblick im Spiegel verhieß nichts Gutes. Er musste stark sein nur diesen Moment bis er aus dem Haus war. Erneut suchte er nach seinen Zigaretten. Diese waren in der verdreckten Jeans vom Vortag, und diese lagen im Wäschekorb. Erik durchstöberte die Schmutzwäsche bis er sie gefunden hatte. In anderthalb Stunden begann die Schule. Das was vor wenigen Minuten geschehen war schien er irgendwie zu verdrängen, alles fühlte sich so an als wäre er vor wenigen Sekunden aus einem schlechten Alptraum erwacht und so verhielt er sich. Er musste noch duschen, Frühstücken, die fehlenden Hausaufgaben zu Ende bringen. Isabella ihren Morgenkuss geben, Karoline abholen und noch so vieles anderes erledigen was er nach Hinten geschoben hatte. Suzanna kam gerade am Bad vorbei, Erik hing auf Knien über dem Wäschekorb. Bald, nicht mehr lange und er würde sich besser fühlen, wenn er endlich nicht mehr schweigen musste.

„Mama, wo sind die Badetücher!” Er hievte sich auf die Ecke der Badewanne und schlug die Badtür zu.

„Alles in Ordnung?” Sie stand im Flur und war froh das er reagierte.

„Ja Mam. Würdest du mir bitte ein Badetuch zukommen lassen!”

„Sind denn keine mehr da?”

„Würde ich sonst fragen?” Er stellte die Dusche an und blieb kraftlos am Wannenrand.

„Ich leg dir nachher eins vor die Tür!”

„Danke!” , rief er während er tief atmete. Diese Schwächeanfälle wurden mehr, er wusste das er verloren hatte, doch es war nur eine halbe Stunde bis zu Suzanna zur Arbeit musste.

„Will der gnädige Herr sonst noch was!”

„Mehr Taschengeld wenn das möglich ist, wäre ich dir zu Tiefst dankbar!”

„Mal sehen was sich machen lässt!”

„Kannst du mir was für die Schule einpacken ich glaube ich schaffe das heute nicht! Ausnahmsweise nehme ich dein Ökozeug, ich brauch was ordentliches Ma.”

"Hast du was vor? Aber nicht mit Karo tauschen? Du sollst was essen."

"Sie mag eben, das Karnickelfutter!"

„Okay. Zwanzig Minuten! Dann kann ich dich mitnehmen.” Die Tür ging zu. Erik nahm eine Lappen und tauchte ihn ins Wasser der Wanne.

Er rasierte sich, da war wieder dieser stille, ruhelose Ausdruck in seinen Augen, er sah weg, denn er war jemand der stark war, den nicht so schnell zermürben würde, jedenfalls in diesem Moment. Vorsichtig strich er mit der Hand über seinen Hals. Der Spiegel zeigte ein leicht pickliges blasses Gesicht. Die fettigen schimmernden Haare waren gegelt und stachen strubbelig in alle Richtungen.

„Ab nach unten mit dir du hübsches Kerlchen!” Er munterte sich auf und prüfte seinen Gesichtsausdruck. Seine Schultasche stand bereit im Flur, Karoline würde ihm in Puncto Hausaufgaben schon helfen, auch wenn es seiner Meinung nach sowieso keinen Sinn hatte, schließlich begannen bald die Ferien. Am Ende der Treppe erwartete ihn Jonas, so setzte er sein sorgloses geübtes Lächeln auf, es wich, als er Labbock erblickte.

„Du weißt, weswegen ich hier bin?"

"Nein woher?"

"Das letzte Mal haben wir ihnen doch gesagt, das wir die Zusammenarbeit mit ihnen beenden werden!" Das Suzanna diesen Bullen überhaupt ins Haus gelassen hatte.

"Wir können es auf die sanfte und die harte Art angehen! ...Du bist letzten Unterredung ja einfach abgehauen. Noch mal entkommst du uns nicht. Dies Mal bist du dran...” Er legte den Schlüssel mit dem Anhänger auf den Tisch. "Ist doch deins?"

"Ich lauf nicht davon! Hatte ich nicht vor... Also war es kein Traum?” Labbock war überrascht und gleichzeitig verwirrt von der Frage.

„Alles Real! Bist du jetzt bereit zu reden?”

„Ähm nein! Warum sollte ich?” Erik schluckte und blickte zu Suzanna.

„Komm schon Junge, du kommst mit aufs Revier!” Sein Kollege Benedikt, zog die Handfesseln raus. Erik hielt seine knochigen Hände vor sich.

„Kann mir jemand die Sache erklären ich versteh nicht!” Unwissend sah Jonas Labbock an . „Es ist das Beste wenn sie nachher aufs Revier kommen und bringen sie ihren Anwalt mit. Wir glauben dass ihr Sohn was mit den letzten Einbrüchen, in der Feriensiedlung, der letzten Monat zu tun hat. Es sind eindeutige Beweise gefunden worden die dafür sprechen.” Er kassierte Erik´s Schlüssel wider ein.

"Ich dachte es geht um die andere Sache?" Suza verstand es nicht.

"Dazu können wir uns nicht äussern, da es im Moment nicht der Grund ist weswegen wir hier sind er muss erst Mal mit uns mit, in der neuen Sache!" Benedikt sagte es routinemäßig auswendig.

„Hast du das getan?” Suza bemerkte wie er reuig ihren Blick mied.

"Ja!"

„Sag nichts weiter, hast du verstanden.” , zischte Jona ihn an und Erik unterwarf sich sofort, ohne Eckard Paulsen den Familienanwalt hatte er wenig oder gar nichts zu sagen. Labbock führte Erik ab.

"Kann ich mein Frühstück mitnehmen? Bitte ich hab wirklich Hunger?"

"Geht in Ordnung ..." Benedikt griff die Tüte auf die Erik geschielt hatte und blickte hinein. Es war zwei belegte Vollkornbrote mit etwas Gemüse.

"An Dreistigkeit bist du nicht zu überbieten? Was Junge? Komm!"

"Es tut mir Leid Mama, sag Izzy das ich sie lieb habe, ja!"

"Wie lange kann es dauern Herr Benedikt? Bis er wieder zu Hause ist meine ich?" Jonas schien nach dem Ärgern der letzten Wochen wenig überrascht.

"Wenn er geständig ist und kooperiert, ist er in ein zwei Tagen wieder bei ihnen! Allerspätestens Freitag und danach sehen wir weiter. Alles andere müssen wir abwarten. Es reicht wenn sie ihn heute Nachmittag besuchen. Sorgen sie nur für einen Beistand."

"Danke!"



 

„So so! Herr Martin! Da wären wir wieder. Wir zwei!” Ihm fiel der dicke übergrosse Pullover auf, aber auch die eingesunkenen Wangen. "Ist dir so kalt wir haben fast Sommer. Oder nur schlecht geschlafen?"

„Ja ?”, fragte Erik unwissend. Er wippte mit den Füssen und kaute nervös am Daumen.

„Sag mir bitte mal warum du das getan hast? Du hat genug Probleme und baust so eine Scheiße? Du?”

„Ich bin seit ein paar Monaten fünfzehn und möchte mit sie von ihnen angeredet werden, wenn es genehm ist!”

„Ein ganz schön vorlautes Mundwerk hast du, aber das wird man dir auch noch austreiben! Diesmal wirst du Rede und Antwort stehen das verspreche ich dir!” Von der aufreibenden letzten Nacht war Labbock nichts anzumerken.

„Muss es denn für alles einen Grund geben?” Er schien überheblich überlegen.

„Tatsache ist, vor zwei Nächten bist du nachweislich bei deinen Nachbarn eingebrochen, sie haben eine versteckte Videokamera, und welch Zufall du bist wirklich sehr gut zu erkennen!”

„Warum glauben sie ich sei es gewesen? Sind diese Einbrecher nicht vermummt?” Er fühlte sich sicher und glaubte das Labbock von diesem Video gesprochen hatte und überschätzte sich.

„Klar ! Doch dieser Einbrecher hat seine Schlüssel im Sessel vergessen! Und du hast selbst bestätigt das es deiner ist. Zudem ist dieser Jemand bei den letzten Malen immer nachlässiger geworden.”

„ Na schön und was wollen sie hören...” Nach einiger Zeit des reiflichen Überlegens. „Ich war in der Nacht in diesem Haus, aber ich hab nichts gestohlen! Nix von Wert!”

„Tja, aber du hast den Kühlschrank leer geräumt und bist ... eingebrochen! Was geht in deinem kleinen Hirn vor sich?"

"Es reicht!" Benedikt war bewusst an welcher Stelle Labbock Erik´s Nerven traf.

"So ein dünnes Hemd bist du ! Kriegst du zu Hause nicht genug zu Essen?”

"Es reicht wirklich Labbock!" Benedikt hatte seine bösen Blick geerntet er wollte sein eigenes Spiel durchziehen. Labbock war es der anderes im Sinn hatte.

"Sie sind still und halten sich raus!"

„Das hat nichts mit meinen Eltern zu tun, falls sie darauf hinaus wollen?”

„Ist das vielleicht irgendeine Mutprobe gewesen erkläre es uns. Hat dich jemand angestiftet oder hat sie dich eventuell dazu erpresst, dann kommst du gerade so davon !”

„Niemand anderes außer mir hat damit nichts zu schaffen! Es war ganz allein meine Entscheidung als ich mich dazu entschlossen hab das durch zu ziehen!” Erik fiel es schwer Labbock der ihn wie ein Satellit umkreiste zu folgen, es ermüdete ihn.

„Du ganz allein?” Benedikt sah Erik in die Augen, sie schienen müde und beobachteten doch jede Regung,aber es war Labbocks Fall.

„Ich hab gehört, das du dieses Schuljahr ganz schön in den Sand gesetzt hast! Dazu erwartet dich noch eine Anklage wegen schwerer Körperverletzung bei dem anderen Chaoten, der es nie lernen wird die Klappe zu halten! Es sieht gar nicht gut für dich aus!”

„Da hat ihr Schoßhund, prima Arbeit geleistet. Ich bezweifle das sie ihre saubergeleckten Finger dreckig machen. Alles um sonst ich werde das Jahr schaffen und ich werde mich wieder bessern das braucht nur seine Zeit! ”

„Zeit wirst du genug im Jugendknast haben! Du bist der Sache wohl nicht bewusst aber wie du selber eben sagtest, du bist fünfzehn und somit Strafmündig! Es sind schon Jugendliche für weniger bestraft worden! Du hast im letzten Jahr soviel Scheisse gebaut, du musst uns entgegen kommen.”

„Aber ich bin vorher nie aufgefallen und ich bin mir sicher das ich nur Sozialstunden ab brummen werde!” Er schien zuversichtlich.

„Blödsinn wer hat dir das erzählt, du kommst mit schweren Jungs zusammen, was da abgeht kannst du dir vorstellen? Du wirst mindestens ein Jahr absitzen! Denn du hast dich nicht an die Regeln der Gesellschaft gehalten! Zu dem was dich in den nächsten Monaten erwartet es sieht nicht gut aus für dich!” In diesem Moment holtet Labbock ein paar wichtig aussehende Papieren aus einer Akte.

„Das wird sie teuer zu stehen kommen ! Nur für die Aufzeichnung ... Hallo? Zwei starke Kerle verhören ein dünnes Hemdchen ohne dessen Anwalt und versuchen ihn einzuschüchtern. Fehlanzeige meine Herren!” Kein Wort würden sie von ihm raus bekommen, über das was sie wirklich von ihm hören wollten. Die Sache mit den Einbrüchen kam ihn nur gelegen.

„Was wollen sie wirklich Labbock? Es ist jetzt wie lange ein Monat, sechs Wochen, ich weis das sie mich verfolgen, sie sind der Grund das es mir schlecht geht!"

„Wir schließen einen Kompromiss und ich versuch dafür zu sorgen, dass du noch mal davon kommst und dein Leben wieder in den Griff kriegst. Du kennst das Mädchen ? Marie?” Er legte Erik ein Bild von Mariechen vor. Auf dem Bild hielt sie ihren Teddy in der Hand und lächelte fröhlich. Mariechen ... ging es ihm durch den Kopf. Er hatte sie fast vergessen. Labbock beobachtete jedes Zucken im Gesicht. Es musste ein Geheimnis dahinter gewesen sein.

„Was für ´ne Frage ist das. Ich kenn sie Marie Streicher, aus Tschanzberg, sie müsste jetzt wie alt sein Acht Jahre?” Erik durfte nichts sagen, er würde ihr jetziges Leben gefährden. Aber wieso sprach er von Mariechen, nur weil er es die ganze Zeit geplant hatte?

„Wir wissen eines dieses Kind ist missbraucht worden, stellt sich die Frage von Brandner ... oder von dir!”

"Wie bitte!" Die Farbe wich ihm aus dem Gesicht. Warum glaubte er ihm, es war eine perfide Lüge: „Ich hab sie beschützt, ich, dabei ist es die Aufgabe von euch Bullen uns zu beschützen! Sie lügen, ganz eindeutig...das sie zu solchen Mitteln greifen sagt alles ?”

„Diese Aussage liegt uns aber seit heute morgen vor!”

"Moment mal das kann nicht sein... Warum ausgerechnet heute und nicht schon vor Wochen? Heute morgen, weil es in ihren Plan passt oder wie?" Labbock legte ihm ein Blatt Papier vor, als Erik es sich genauer ansehen wollte zog er es weg. Es war im Grunde egal gehörte zu seinen Spielchen. Erik musste sich zusammen reißen ihn nicht an die Kehle zu springen. Das war eine Lüge. Vielleicht wollte er ihn nur aufstacheln, damit er sagte, was er hören wollte. Auch auf sich entbrannt die Wut. Die Leere in seinen Augen kehrte zurück. Labbock lies ihn nicht gehen, weil dies seine letzte Chance war, ohne lästige Fragen beantworten zu müssen an Erik heran zu kommen.

„Was hast du ihr getan?” Ganz dicht Auge in Auge trat er an ihn heran. Erst war es ein Tropfen, der ihm vom Kinn rann, er schluckte das schmerzende Gefühl runter.

„Ihr gar nix."

"Warum hast du es zugelassen!" Labbock richtet die Frage direkt an Erik.

"Eine Frage an sie wieso glauben sie die Geschichten nicht mehr die sie sich zurecht gelegt haben, sie haben doch so darauf bestanden! Es ist nicht meine Schuld! Ich konnte mich nicht wehren."

"Woher wusstest du was dir blüht?"

"Ich habe gesehen und zu spüren bekommen wozu dieser Mensch in der Lage war, ich habe es nie vergessen, er hat verdient was er bekommen hat."

"Noch nicht!"

"Oh doch und glauben sie nicht das es vorbei ist, das Monster wird uns nie verzeihen das wir ihm sein Spielzeug weggenommen haben. Ich hab Marie nie angerührt... ich habe sie beschützt so gut ich konnte und sie hat mein Leben gerettet.” Diesmal klappte es nicht. Erik blickte weg zur Seite, er wollte ihm die Genugtuung nicht geben. Auch Benedikt empfand das es zu weit gehen aber konnte es nicht ändern.

„Sie hat dein Leben gerettet? Und du sagst du konntest dich nicht wehren?”

„Sie hat nichts, das haben sie alles erfunden! Marie ist unversehrt nicht wahr? ... sie lügen ... es sind Lügen ...”, sagte Erik mehr zu sich selbst um seine Version der Geschichte bei zu behalten

„Woher weißt du es?”

„Das könnte ich mir nie verzeihen!” Er zeigte auf den Aktendeckel.

„Du hast in der ersten Vernehmung angegeben, dass Brandner dich ein Mal vergewaltigt hat..., aber wir wissen es war viel öfter ... auch wissen wir das Marie alles mitangesehen hat.” Erik unterdrückte seine Wut, er hörte kaum noch zu. Auch für Benedikt war einiges neu und merklich hielt er sich nun zurück. Labbock zog etwas aus seiner Jackentasche. Erik sah eines der Polaroids.

„Ein Mal, wenn überhaupt … Sagen sie es doch wie es ist, ich hab ihr scheiß Leben gerettet. Glauben sie mir ich bereue es von Minute zu Minute mehr? Es ist nicht schön seinen Arsch hin zu halten. Ich verachte jeden der sich an Kindern vergeht... doch sie sind schlimmer …. Labbock sie quälen und stecken ihre Krallen so weit in die Wunden bis es nicht mehr geht. Sie reißen ihre Beute bis nichts mehr übrig ist." Er atmete schwer und hielt sich die Hand vor den Mund: " Gleich kotz ich ihnen die Bude voll! Fragen sie was sie fragen wollen und lassen sie mich in Ruhe! Ich hab auch meinen Stolz.”

„Du weißt mehr als du zu gibst, und das werde ich beweisen!”

„Es wurde uns auch ein Videoband zugespielt und noch ein paar andere brisante Unterlagen!” Er legte ihm weitere der Polaroids vor und nur eine Person konnte ihm das angetan haben. Schwer war es an was anderes zu denken, vor allem einen klaren Kopf zu bewahren. Er wich Labbocks erneut Blicken aus, er flüsterte in Eriks Ohr : „Ich habe mir alles angesehen, du hattest Spaß an dem was er mit dir gemacht hat? Denkst du dran wenn du dir einen runter holst? Wer ist Piete?” Erik sprang ihm an aber Benedikt und er stellten ihn schnell ruhig. Er hatte Angst den Jungen zu zerbrechen.

„Entweder arbeitest du mit uns zusammen oder du gehst ins Kittchen es ist ganz einfach!” Sie hatten ihn wieder fest auf den Tisch gedrückt.

„Ich lass mich nicht erpressen!”

„Warum ist es für dich so schwer nach zu geben?” Benedikt konnte und wollte ihn nicht mehr festhalten.

"Ich lass dich jetzt los Junge okay und du setzt dich einfach nur auf den Stuhl und benimmst dich."

"Okay!Okay!" Erik spürte wie der Druck nach lies und rutsche kraftlos zurück auf seinen Platz.

„Ich denke es reicht Labbock!” Benedikt nahm Labbock beiseite.

"Was sie denken ist mir egal, der wird nie reden wenn wir nicht unsere Mittel ausschöpfen."

"Besser sie hören auf sein Anwalt in in Anmarsch!"

Eckard Paulsen betrat den Raum. Er schüttelte Labbock die Hand, dann Benedikt, Erik winkte ihn stumm ab.

Der Anwalt bemerkte die Fotos. Das Mädchen hatte er schon mal gesehen, was aus ihr geworden war wusste er nicht. Labbock sammelte die Fotos schnell ein.

„Sie haben doch nicht etwa vor ohne mich angefangen?”

„Wir halten uns an die Gesetze des Staates! Zudem sind wir ja alte Freunde.” Er lächelte und klopfte Erik auf die Schulter. Dann begann sie mit dem Verhör in Sachen der neuen Einbruchsserie.


 

 

Zum ersten Mal hatte Erik Gefühl mit dem was er getan hatte, das Falsche gemacht zu haben. Erik stritt nichts ab und die Stunde war schnell um.

„Kann ich mal aufs Klo? Mir geht´s nicht gut. Die Luft ist etwas zu stickig!”

„Sicher! Weglaufen ist nicht, wir wissen wo du wohnst! Benedikt sie gehen mit ihm !” Sie lachten sich an, weitestgehend hatten sie sich geeinigt. Labbock hatte die Sache mit Mariechen nicht mehr erwähnt es gehörte auch nicht hier her und jetzt galt es auch wieder als Kathleens Fall, aufgrund der neu erbrachten Beweise, das hörte Erik aus dem Nebensätzen heraus und er ärgerte sich das er auf Labbocks Drohung herein gefallen war.

„ Sie können gerne mitkommen!” Erik verzog keine Miene.

”Nein ist nicht nötig!” Labbock lachte hämisch und das Benedikt folgte Erik nach. Er sah nicht zurück und auch nicht hinter oder neben sich sich.

Die Toilette hatte drei kleine Abschnitte, Waschbecken und einzelne Klos. Erik wählte die letzte mit den milchigen Glasfenster. Benedikt hielt sich bei den Waschbecken auf und Erik schloss die Tür. Dann erbrach er sich mehrfach.

"Ich hab daneben gekotzt, das ist wirklich ekelig, können sie mir was zum saubermachen holen!" Und schon hing er wieder über der Schüssel.

"Das macht das Reinigungspersonal später!"

"Ich bleib hier bis jemand kommt, ich schließe auch ab bloß holen sie jemanden!"

"Du bleibst da ja?"

"So will ich nicht unter Leute bitte! Außerdem mag ich es nicht wenn mir jemand zuhört, wie mir vorne und hinten rauskommt."

"Ist ja gut, ich bin gleich wieder da!" Es war zu einfach und Benedikt zu weich für diesen Beruf, es brauchte Schweine wie Labbock, dessen war Erik sich sicher. Manches war so einfach und andere Sachen bekam er einfach nicht in seinen Kopf. Wieso war Karolin ihr Versprechen nichts wert, sie war gegen ihn, wie konnte sie ihm nur weh tun und auch hier wusste er das sie im Grunde nur getan hatte worum er sie beten hatte, um Hilfe. Jetzt war es wichtig schnell eine Lösung zu finden. Nervös ging er in der kleinen Zelle auf und ab, wartete durch das Erbrochene auf dem Boden. Labbock würde sicher mit irgendeinem Trick was deichseln, irgendwann und das zeigte er heute sehr deutlich , würde er diesen Fall wieder übernehmen. Karoline hatte ihn verraten, aber nur an die Kommissarin und mehr hatte er nicht gewollt, ihre Hilfe. Dieser versiffte dreckige Boden wurde mit jedem seiner Schritte klebriger. Er wollte nicht mehr und er schlug seinen Kopf hart gegen die steinerne Rückwand. Wieder blickte er zum Boden, dort sollte er die Lösung und Ruhe finden die er brauchte. Das Einzigste was er sah waren seine Schuhe. Dann setzte er sich auf die Toilette und legte seinen Fuß auf den Oberschenkel des anderen Beines. Aus der Untersten Seite der Schuhsohle über der Gummibeschichtung zog er eine Rasierklinge hervor. Seit ein paar Monaten hatte er die seltsame Angewohnheit, spitze und scharfe Gegenstände in den Schuhen zu verstecken. Mit allem konnte man irgendwie ein Schloss knacken. Sein Pullover warf er über die Klotür und er landete genau davor. Das Hemd darunter war schneeweis und unbefleckt. Er krempelte die Ärmel hoch und setzte senkrecht an an seinem sehnigen dürren Arme an.

Labbock und Paulsen hatten ein volles Geständnis, der Junge hatte nicht viele Probleme gemacht, unüblich für ihn. Sie trafen Vereinbarungen und die Strafsache war ohne großen Aufwand durch.

Erik war jetzt fünfzehn Jahre und für die neun gestanden Brüche hatte er zwischen drei bis vierzehn Monaten Jugendknast zu erwarten, trotz seiner Kooperation oder gleichwertige Jugendarbeitsprogramme, das lag jedoch in der Hand der zuständigen Richter.

Kathleen glaubte sich verguckt zu haben als Erik stur von Benedikt begleitet an ihr vorbei ging. Die Kapuze seines Pullovers bedeckte sein Gesicht, seine Schultern hingen schwer hinunter. Er schaute scheu zur Seite aber schien sie nicht erkannt zu haben. Seit dem letzten Mal hatte er noch mehr abgebaut, wie lange es her war wusste sie nicht mehr, vielleicht war es einer der Tag Karolines Geburtstag. Aber was machte er hier, die Befragung wenn es eine geben sollte, sollte bei ihm zu Hause in sicherer Umgebung stattfinden, und nicht auf dem Revier. Sie unterhielt sich gerade mit Sandra Waldorf und schob den Gedanken weg bis Benedikt aus der Toilette kam.

Sie warteten fünf Minuten, zehn Minuten, dreizehn Minuten. Eckard Paulsen dachte nach das Erik´s Aussage war präzise gewesen, jedoch nur wenn man nach bohrte und das Einzige was gefehlt hatte waren am Ende ein paar billige Lebensmittel. Schwer verstellbar bei so einem Hänfling. Als Benedikt allein zurück kam beschlich Kathleen Kiley ein ungutes Gefühl.

Die fünf Minuten für den Toilettengang schienen Benedikt sehr lang, als da dieses Geräusch war. Er sah bei den Waschbecken nach und blickte zur Reinigungsfrau.

"Was ist ist das?"

"Keine Ahnung!" Plink, plink, plink, plong. Nichts. Als nächstes vermutete er ein defektes Heizungsrohr und neugierig untersuchte er die Sache. Plink, plink, plong. Das Geräusch wurde lauter je dichter er den Toiletten kam und er sah die Schweinerei. Die Tür war verschlossen und Erik hatte sich innen an die Tür gelehnt. Der Pullover davor hatte die tiefrote Larche gestaut

„Hey Junge! Mach auf! Bist du da Junge? Holen sie Hilfe.” Benedikt versuchte ihn von der Nebentoilette zu erreichen. Ihm würde man die Schuld geben. Er sollte auf den Jungen acht geben, aber damit hatte er nun wirklich nicht gerechnet.

Kathleen war eine der Ersthelfer, ein anderer band ihm die Wunden ab, sie sprach ihm Mut zu, legten ihn auf die Seite und hielt ihn ruhig, als der Schock einsetzte. Niemand hatte Erik´s Problem erkannt oder sie wollten es nicht sehen wie seine Familie und lebten mit seinen Launen. Bewusstlos lag er im komplett rotgefärbten Hemd. Die Aufruhr hatte Paulsen und Labbock aufmerksam gemacht wie sollten sie die Sache erklären und vor allem wer war für das was passierte verantwortlich.
 

Kathleen war im Gespräch mit Benedikt der sie über den Stand der Dinge informierte.

"Das wird auch für sie Konsequenzen haben! Melden sie sich beim diensthabenden Beamter, wir nehmen das dann später auf."

"Ich hätte dazwischen gehen müssen aber er ist nun mal mein Partner!"

"Wenigstens sind sie jetzt ehrlich."

Sie blickten beide zu Labbock und Benedikt verließ die Kommissarin, schob sich am überraschten Labbock vorbei und verschwand.

"Diesmal sind sie zu weit gegangen und ich schwöre ihnen das wird sie den Job kosten."

"Kommen sie er hat es so oft versucht glauben sie wirklich, das er es diesmal geschafft hat."

"Er ist ein Kind! Sie vergessen das immer wieder!"

"Dieses Kind hat uns belogen, unsere ganze Arbeit kann umsonst gewesen sein, und er kennt das Puzzelteilchen, was uns fehlt!"

"Sie wollen einen Namen, hier haben sie ihn!" Sie schlug gegen die defekte Toilettentür die sich öffnete. In großen Lettern stand dort PIETE LANG.

"Sie sind vorerst suspendiert Labbock, genauso wie Benedikt!"

"Und der Fall!"

"Geht sie nichts mehr an, diesmal haben sie sich ihr eigenes Grab geschaufelt!"

Kathleen blieb noch lange auf der Toilette, diesmal war es keine Spielerei oder ein Unfall, diesmal war es tot ernst. Ein Kurier überreichte ihr ein gerichtliches Dokument. Es waren nur wenige Stunden, die zwischen eigenwilligen Entscheidungen und dem offiziellen Weg lagen.

Im Krankenwagen wachte Erik kurz auf, er versuchte sich von den Verbänden zu befreien, doch seine Kraft reichte nicht aus. Zu dem verhinderte einer der Sanitäter schlimmeres.

„Hör auf Junge! Warum machst du das? Ist doch schwachsinnig ! Aber keine Angst wir kriegen dich durch das schwör ich dir!” Der Sanitäter stellte ihn ruhig indem er ihn an der Trage fesselte.

„Nein! Nein ! Ich sag nichts!” ,lispelte Erik bevor er weg trat.

„Ja klar du sagst nichts das wünscht du dir! Aber da bist du an der falschen Adresse!” Er sah sich sein Gesicht an, so jung, es war eine Schande.

Autorennotiz

Ende Teil 1

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Kapitel:3
Sätze:391
Wörter:4.237
Zeichen:23.987

Kurzbeschreibung

Erik ist 14 Jahre alt als er eines Tages nach einem Streit mit seinem Vater spurlos verschwindet. Was anfangs nach einer pubertären Laune aussieht, ändert sich mit der Entführung der 7 jährigen Marie. Erik wird Monate später an einem Bahnhof aufgefunden und es zeigen sich erste Parallelen in den beiden Fällen, denn Erik bestädtigt Marie und ihren derzeitigen Aufendhaltsort, zu kennen .

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