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Rauschen 1.06

14
08.12.19 11:01
18 Ab 18 Jahren
Heterosexualität
Homosexualität
Fertiggestellt

 

“Man oh man du hast auch nichts gerlernt, was hab ich dir das letzte Mal gesagt, ich entscheide wann wir uns wiedersehen! Mach dich nützlich hier nimm das hier!” Er wies Erik an Labbock zu fesseln, der langsam wieder zu sich kam , ihn und das Mädchen würde er am Leben lassen, dafür sollte Erik mit ihm mitkommen, da sie noch was zu klären hatten. Erik fesselte Labbock drückte ihn sein Taschenmesser in die Hand, erst beim dritten Mal behielt dieser es, denn er wollte das Erik sich damit beschützte, doch Maries Unversehrtheit war ihm in diesem Augenblick weit wichtiger. Labbock verstand den Jungen nicht.

„Es ist nicht nötig das du dich in Gefahr bringst!”

„Sie verstehens nicht? Was bleibt mir anderes übrig? ... Sie habens versaut!” Innerhalb von Sekunden sah Labbock das Leben aus Erik´s Augen weichen und er fand nur eine Leere.

„Hört auf zu reden! Stopf ihm das Maul!” Er warf ihm ein Tuch hin, zum Knebeln. :„Seh zu , wir haben nicht ewig Zeit!”

Aber Erik stopfte es Lubbock nur in den Mund. Er sah zu Marie, strich ihre Hand und dann verschwanden sie. Marie lebte und das war in Eriks Augen das Wichtigste. Sascha Brandner schubste ihn aus dem Waggon, denn ihm war nicht wohl. Er bedrohte ihn mit Labbocks Waffe.

„Geh! Mach schon!”

„Wohin?”

„Raus! ...Richtung Wald... Gott verdammter Bengel! Weiter ... schneller” Mit Absicht tat Erik blöd, Labbock sollte eine Spur haben. „Schneller,... lauf schon ...oder willst du eine Kugel in den Kopf!” Die Stimmen verstummten im Dickicht.

„Wo willst du hin? Man wird dich bald finden!” Erik sollte sich ins Auto setzen. „Dann gibt´s du immer noch eine gute Geisel ab, Nicht wahr?” Wenig später verließen sie die Gegend.

Nur kurz darauf traf Kathleen Kiley zusammen mit Tim Streicher am Tatort ein. Jonas unterrichtete sie. Jetzt seien auch Labbock und Erik wie vom Erdboden verschluckt. Er machte sich Vorwürfe vor allem weil so viel Zeit ohne ein Zeichen verstrichen war. Die Kommissarin stellte Tim Streicher Jona Martin vor, dann gab es einen Tumullt. Es dauerte mehrere Minuten eher sich Labbock von den dicken Tau befreien konnte. Dann erlöste er Marie, sie war unterkühlt und todmüde. Was jetzt mit Erik war, war fraglich. Labbock trug Marie, die in seine Sachen gewickelt war auf dem Arm. Immer mehr Leute um ringten sie.

„Ein Krankenwagen schnell!”, hallte es aus der Menge. Freude und Erleichterung trat auf die Gesichter, der Beteiligten. Die Beiden wurden sofort medizinisch versorgt.

Zehn Minuten später stellte sich dann heraus das Erik nicht unter den geretteten war, sofort waren weitere Maßnahmen zu seiner Suche eingeleitet worden.

Sascha Brandner, der wenigstens, sechs Opfer auf dem Kerbholz hatte, wollte ihn was schreckliches antun und sie waren wie vom Erdboden verschluckt. In den Medien richtete man die Aufmerksamkeit jedoch nur auf den Fall Marie, von Erik oder Brandner wurde nicht gesprochen, um die laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden.

Drei Tage später fand man fand eine Nachricht, Erik hatte sie in einer Pension hinterlassen und die Medien kochten von da an vor Gerüchten um Marie.

Vier weitere Tage waren sie jetzt unterwegs und in den Nachrichten kam nicht das geringste, deshalb fühlte Brandner sich relativ sicher dort unterzutauchen, wo man ihn und Erik am wenigsten vermutete in der Öffentlichkeit, zu einfach war er gestrickt, ob Labbock wenigstens das Begriffen hatte.

Sascha Brandner suchte ihnen eine Unterkunft aus dem Stadtverzeichnis. Auf dem Zimmer ging er die Straßenkarte durch.

„Dort werden sie dich spätestens schnappen!”

„Und wenn, bestimmt nicht mit dir! Bis dahin werd ich die Bullen eben noch vorführen!” Erik glaubte nicht, dass Brandner so dumm war und er lachte. Lachte ihn aus.

„Vorführen? Du? Vor wen denn?”

„Setz dich aufs Bett! Halt deine Schnauze verstanden!”

„Sie sind dir auf den Fersen, ganz dicht, das ist wohl eher der Fall!” Erik bekam sich nicht ein, die Übermüdung, die Kopfschmerzen, machte ihm schwer zu schaffen, was ihn ausfällig werden lies: „Du wirst dich erst in den Zeitungen bewundern können, wenn sie dich kriegen, in sämtlichen Zeitungen!”

„Du sollst ruhig sein, leg dich hin, schlaf oder tu sonst was!” Er studierte die Karte, aber das was Erik gesagt hatte, war wahr gewesen. Ununterbrochen spottete er weiter, bis Brandner ihn gezielt k.o. Schlug. Dann nahm er etwas aus seiner Tasche, schloß die Zimmertür von außen ab und ging auf die Straße. Beachtung fand er hier wirklich keine. Er war einer von Vielen der seine Besorgungen machte, dabei war er doch jemand ganz besonderes und sie sollten sich an ihn erinnern.

 

Spärlich bekam Erik Luft, er war unbekleidet, sein Körper war heiß und glühte. Wie lange es schon ging konnte er nicht sagen, die Kopfschmerzen ließen ihn bewußtlos werden. Als er registriete was vor sich gegangen war übergab er sich. Brandner saß auf dem Stuhl angelehnt und spielte mit dem blutigen Messer, in der anderen Hand die Pistole von Labbock und starrte sein grausames Meisterwerk an.

„Na gefällts dir? ... Ha ... Immer noch so eine große Klappe Herr Schlaukopf? Aber du hast einfach nicht aufgehört dumm zu Quatschen und das kann ich ganz und gar nicht leiden.”

„Krank! Krankes Schwein! Fick dich doch!” Erik stützte sich mit seinen Armen vom Bett ab.

„So was ähnliches hab ich grad hinter mir! Du hast aber ein kurzes Gedächnis! Ich war kurz davor dich an zu kotzen, mal ehrlich ich werde nie verstehen was Lang so toll daran findet, ist es doch nur ein Mittel zu Unterdrückung und Entwürdigung. Ich bin nicht so.Wenn du nächstes Mal nicht gehorchst werd ich dich einfach nur aufschlitzen.” Er lachte als ob noch etwas anderes dahinter wäre. Irgendwas war hier anders gelaufen als sich beide gedacht hatten. Erik war kein Mensch mehr.

"Du hast Mal gesagt wir seien Freunde! Hast mir alles nur vorgespielt, auch das Ficken nichts für dich ist da hast du einfach nur gelogen. Du wolltest mich nie anrühren ... "

"Du warst auch mein Freund sowie die Kleine, aber dann habt ihr mich hintergangen und das kann ich doch nicht zu lassen. Verdammt noch Mal ich bestimme hier die Regeln. Ich nicht du oder sie. Es wird gemacht was ich sage. Du hälst dich an den Plan und hast hier keine Scheiß dreckigen Bullen an zu Schleppen... Du wirst das hier überleben keine Frage, aber du wirst auch den Rest deines Lebens an mich denken, allein schon wenn du in den Spiegel siehst

„Oh Gott nein ... Du ...” Etwas in ihm fühlte sich anders an. Leicht ran das Blut an die Innenseite seiner Handflächen. Dort wo Erik gelegen hatte war ein großer weißer Eiförmiger Fleck, rings herum war alles rot, von Blut beschmiert, seinem Blut. Erik fuhr sich durchs Haar, es war klitschnass und er konnte nur noch auf die Hand starren. Brandner hielt ihm einen Spiegel vors Gesicht, wo zwei grün - graue Augen das Einzigste waren, was an ihn erinnerte. Er stöhnte, atmete schwer, kurz davor zusammen zu brechen. Sein Blick schweifte auf die Waffe die er jetzt erst zum Einsatz brachte, als Brandner vom Stuhl aufstand, legte er sie Erik vor die Füsse, das Hauptmerk blieb auf dem blutigen Messer : „... Du hast versprochen mich in Ruhe zu lassen! Das das letzte Mal hat dir Spaß gemacht , du hast keine Gefühle und das eben war auch kein Ausrutscher war. Dabei hatte ich nur eine Frage an dich... Warum ? ... Ich will eine verfluchte Antwort ... Warum hast du dieses Monster auf uns los gelassen?”

„Och, du tust mir so Leid, du hast auch so einiges versprochen Jungchen! ... Und nochmal du schleppst mir so einen Versager an der ... ich hatte einen so schönen Plan ... Aber das sagt mir doch nur eins wenn man jemanden wie dich in den Hand hat dann bringt man auch zu Ende was man anfängt. Die Kleine hol ich mir irgendwann wenn sie reif ist, du verstehst... Aber erst bist du dran. Dann werde ich mich um deine kleine Freundin kümmern, sie wird einsam sein ohne dich ... und so lange werdet ihr ja auch nicht getrennt sein... dann nehm ich mir ihre Freunde vor ... ein , zwei sind dabei die du kennst und niemand wird vor mir sicher sein ... Aber ich gebe dir eine Chance deine Letzte... du beweist mir nur das ich mich auf dich verlassen kann.” Er schlenderte ein paar Schritte durchs Zimmer. Da war das Geräusch auf das er gewartet hatte. Polizeisirenen. „Da sie kommen! Diesmal wird es richtig gemacht.”

„Die Polizei?” Erik war es egal er, stieß die Waffe weg, zog sich seine Hose über.

„Ich hab sie angerufen! Ja. Wie schnell sie da sind wenn sie denken das hier eine Bombe versteckt ist. Du nimmst die Waffe und jeder im Land wird dich kennen. Ja du hast mich zur Strecke gebracht und sie bekommen mein Meisterwerk zu sehen.”

„Bombe?Was meinst du damit?”

„Naja man sagt Bombe oder Feuer die Leute drehen durch. Doch schreist du nach Hilfe, wie du siehst passiert nichts. Sie spucken sogar auf dich. Aber Bombe meine Güte ... ich meine ja auch eine Menschliche... Ich werden jetzt gehen ... und ich werde ... davon kommen ... schließlich gibt es nicht einen Beweis ... und dann wenn du es am wenigsten erwartest ... in sechs oder sieben Jahren, was kriegt man für so´n Nümmerchen, die heutigen Gesetze sind da recht dürftig ... oder zwanzig Jahren gehörst du mir... jeden Tag gehörst du mir und du wirst an mich denken. Vergewaltigung wird immernoch weniger geahndet als andere Verbrechen, wie etwa eine Entführung nicht wahr, und Augenblick sieht es danach aus als hätten wir den Spaß unseres Lebens gehabt.”

"Ich bin nur deine blöde Absicherung?"

"Schau nicht so enttäuscht, ich hab noch ein bisschen was vor." Brandner schaute aus dem Fenster, bereit jeden Augenblick zu verschwinden, in dem Moment griff Erik schnell nach der Waffe.

„Hey ho!” Er wich gleich ein paar Schritte zurück.”Sei vorsichtig ja! Nicht das du es gleich beendest! Gut so Junge und nun lass uns nach draussen gehen.” Es ging alles zu einfach. Erik entsicherte die Waffe, ob noch Kugeln drinnen waren? Oder Brandner ihn in eine Falle laufen lies. Er schluckte.

„Oh Erst kotz du mir die Bude voll und dann bebedrohst du mich?” Obwohl es vieles gab, hatte Erik dem nichts entgegen zu setzen. „Gib die Wumme her! Du traust dich sowieso nicht auf mich zu schießen! Ich bin doch dein Freund.”

"Du hast gesagt ich soll die Waffe nehmen!"

"Ich bist du noch bei Verstand, du scheinst nicht ganz bei dir? Leg das Ding weg!"

„Komm nicht näher! Ich werde schießen! Hör auf Spielchen mit mir zu treiben.” Er schrie ihn an.

„Du müßtest verstehen, warum ich bin wie ich bin. So ähnlich wie wir uns sind.”

„Das will ich gar nicht! ... Keinen Schritt näher!”

"Du bist wie ich!"

"Keinen Schritt näher ... Ich werde nie sein wie du!" Eriks Arm wurde schwerer. Blut ran immer schneller herab, auf den hellen Vorteppich.

"Deshalb wirst du auch nicht schießen und gibst mir, das Ding ... Ich gebe zu ich hab sie vergessen ... warum sollte ich dir eine geladene Waffe überlassen, das wäre doch Selbstmord."

"Hör auf , sei still !" Er wechselte die Seiten und kämpfte mit sich wach und bei Verstand zu bleiben. Brandner kam näher, wurde anvisiert und ein Schuss fiel. Der Drall war so stark das Erik die Waffe fallen lies. Die Kugel durchschlug dicht neben Brandners Kopf die Fensterscheibe. Erik kroch auf den Boden und griff schnell die scharfe Pistole. Sie war also geladen es war zu einfach. Doch Brandner Langsamkeit überraschte ihn genauso, wie ihn selbst.

„Du hast auf mich geschossen.” , ungläubig starrte er auf Erik, er hatte ihn unterschätzt. Der Waffenlauf war dreißig Zentimeter vor seinem Gesicht, senkte sich auf Bauchhöhe, dann zielte er aufs Knie. Ein zweiter Schuß. Diesmal hielt er die Waffe fest.

„Ah!” Sascha Brandner brach ein. Ja er hatte nichts mit ihm gemeinsam.

„Aufs Bett!” Erik schwitzte, jetzt durfte er nicht abklappen, nicht bevor es endgültig überstanden war, denn das wäre sein Todesurteil.

„Du hast mich angeschossen! Du verfickter kleiner Bengel schießt mich an?”

„Aha ist mir wohl gerade entfallen. Vergess nicht dich aus zu ziehen, wenn ich drum bitten darf! Seh zu.”

„Nicht dein ernst Söhnchen!” So schnell hatte er sich das Ende ganz und gar nicht vorgestellt. Erik schlug ihn mit der Waffe nieder. Die Sachen von Brandner benutzte Erik um ihn am Bett fest zu binden. Als alles sicher war, fiel die schwere Waffe gesichert auf den Boden. Erik ging ins Bad und machte sich zurecht, so wie er aussah konnte er nicht vor die Tür, selbst er ängstige sich vor dieser seltsam aussehenden Figur. Er stellte die Dusche an und hielt die Brause über seinen Kopf. Ersank auf die Knie und wieder stieg Übelkeit in ihm auf, wo nichts mehr sein konnte.

Die Polizei war auf höchster Bereitschaft. Erik mischte sich unter die evakuierten Leute der Pension. Alles schien wie in Zeitlupe zu gehen. Als er draußen war, streifte er umher, davon, aber nur wenige Schritte von der Pension entfernt. Er setzte sich auf eine Bank in der Nähe und wartete. Er war so müde, also schloß er die Augen und rauchte seine letzte Zigarette, die Gänsehaut auf seinem Körper blieb.

Als sie das Zimmer stürmten, war Brandner, auf den Bauch liegend, ans Bett gefesselt. Der Junge, der bei ihm sollte war unauffindbar, aber so wie das Zimmer ausgesehen hatte, war er schwer verletzt und konnte nicht weit gekommen sein.

Labbock wollte die Nachricht über den Funk weiter geben, als ihm ein bekanntes Gesicht begegnete. Er lief zur Bank, griff ihn an den Armen. Erik wurde wach.

„Willst du nach Hause?”

„Nichts lieber als das ... Aber da ist ein kleines Problem!” Die verbunden Wunden bluteten durch, Erik zeigte ihm seine Hand, auf der sich neues Blut angesammelt hatte. Labbock öffnete seine Jacke, kraftlos versuchte er ihn ab zu wehren. „Sanitäter!”

 

Die Nachricht von der Festnahme erreichte Kathleen nur Minuten später, auch das Erik „gesund” war. Sie würden in vier Stunden in Spandoverhaven sein, rechtzeitig zur aktuell einberufenen Pressekonferenz die auf 19.00 Uhr angesetzt war.Weder informierte man diesmal Suza, noch Jona.
hier noch ausbaufähig

„Hallo Erik ! Wir haben uns ja lange nicht gesehen!” , begrüßte Dr. Kessinka Erik. Es sollte alles ein bißchen Auflockern, aber mit zwei Menschen zu viel, wollte es nicht recht gelingen. Labbock besah sich die medizinischen Plakate und die Kommissarin Kathleen schloss die Tür zum Untersuchungsraum 2.

„Ich werd noch dein bester Kunde Lizzy!” Erik lächelte wie immer, wenn er sich unwohl fühlte, setzte sich auf die Pritsche, während Labbock stehen blieb, hielt Kathleen sich im Hintergrund.

„Bist du froh wieder zu Hause zu sein?” Kessinka besah sich Erik´s Gesicht, sowie die ältere Kopfwunde , sie machte sich Notizen.

„Das ist gut genäht und verheilt!”

„Wenn ich schon zu Hause gewesen wäre, könnte ich das bejaen. Ich will nur schlafen.” Er lächelte, es verschwand schlagartig als er die beiden dunklen Gestalten im Schatten anblickte.

„Mach dich bitte frei!” Dr. Kessinka notierte sich erste Auffälligkeiten, im Untersuchungsraum 2 befand sich die Pritsche hinter einem gelblichen Vorhang, links neben der Tür. „Wir werden deine Sachen wieder als Beweisstück brauchen!” Erik sah zu Labbock, starrte, aber er beachtete ihn nicht weiter, bis Dr. Kessinka ihn zurück holte und die genähte Platzwunde am Kopf weiter begutachtete. Der Rest im Kopfbereich war in Ordnung.

„Meine Haare mußten letztens schon weichen, aber ich finde sie wachsen aber gut nach.” Erik schien sich damit abgefunden zu haben.: „Schwester Magaret war so sanft wie möglich. Kein normaler Mensch würde so rum laufen sagte sie. Ernsthaft. Ich hatte ihr ja eine Iro vorgeschlagen, sie hat ihn mir nicht gegönnt.” Der Versuch sich abzulenken fiel im schwer, mit einem Mann hinter seinem Rücken, einem Mann den er verabscheute.

“Ich kann das nicht... Kommissarin mach was?” Erik wand sich zu Kathleen. Da war es das falsche unangenehme Lachen.

„Das ist mein Beruf das weißt du doch!”

“Reicht dann da nicht einer von euch Bullen ?”

“Hey? Langsam reichts mit dir?!”

„Ich habe lieber die Kommissarin in meiner Nähe als sie.” Dr. Kessinka, fühlte Erik´s gestauchten Handknöchel, sie kannte Erik seit er drei Monate alt war und sie war die beste Freundin seiner Mutter seit dem Studium. Es tat ihr innerlich weh wie dieser gebrochene junge Mann vor ihr stand. Beim ersten Besuch war die Spannung schon unerträglich und es wurde immer schlimmer.

„Auf geht´s! Können wir anfangen Erik? Bist du bereit?” Dr. Kessinka begann ihre Notizen, blickte zu Erik und brach ab. „Wollen sie sich nicht einen Kaffee holen! Herr Labbock? Ein Beamter während der Untersuchung ist wirklich ausreichend."

Kessinka redete kurz mit Labbock. Und es schien Wirkung zu zeigen. Die Kommissarin verblieb mit Erik im Raum.

“Ich denke ich kann auch etwas zu trinken gebrauchen!”

"Glaubst du ich lass dich jetzt alleine! Du bist akkut gefärdet."

"Denkst du ich lauf weg, du weist wo ich wohne!"

"Es sind Vorschriften... ich bin nur hier weil wir uns kennen und ich auch mit der SoKo von Marie zusammenarbeite."

"Warum komme ich mir dann wie ein Verbrecher vor ...Das ich mal vor dir strippe ha ha und dann ist Karo noch nicht mal dabei!”

“Erik? “ Er wollte provozieren.

“Ich schäme mich so sehr Kommissarin ...” Erik war noch immer angespannt.

"Es gibt dafür keinen Grund ..."

„Mit Karo das krieg ich doch nie wieder hin, das ist mir klar ... ich kann sie nicht anlügen was hab ich da für eine Wahl ... alles wiederholt sich ... was solll ich diesmal erfinden ... Ich bin wie ein Maikäfer auf den Rücken gefallen und wurde bestiegen ... Ist okay das du dabei bist und ich... Labbock hängt wie ´ne Klette an einem ... oder täusch ich mich? Mir ist kalt. ” Erik zog vorsichtig die Jeansjacke und den Pullover aus, dann das Unterhemd. Dr. Kessinka kehrte mit einer Schwester zurück.

An den Armen waren die blauen Flecken schon sichtbar, die Alten von den Neueren anhand des Farbtons unterscheiden und von den dunklen waren mehr da. Am unteren Bauch hatte er einen alten Verband, im Schulterbereich einen frischen. Das Wundwasser hatte den Verband verhärtet. Vorsichtig löste Dr. Kessinka den gesamten Verband mit einer Schere. „Hm das sieht gar nicht gut aus! Sehr unprofessionell!” Sie besah sich alles genau.

„Oh danke! Nächstes Mal achte ich achte drauf ... Es ist schlimm! Ich weis! Fühlt sich auch so an. Ich wollte nur jemanden da dran lassen dem ich vertraue. Hab alle anderen weggebissen.” Erik setzte sich auf die Untersuchungspritsche, stehen konnte er nicht mehr. Zu viel, war passiert, die Schmerzen auf seinem Rücken wurden so auch erträglicher. Die letzte Schicht des Verbandes mußte besonders vorsichtig abgezogen werden. Tief atmete Erik ein. Das ganze Ausmaß machte sich in diesem Moment klar.

"Dafür brauchen wir einen Spezialisten! Schwester bitte informieren sie nachher wenn wir durch sind Dr. Chowalski"

Kein Wort hatte der Junge verloren. Kessinka machte die nächsten Notizen. Erik drehte sich nach Anweisung auf die Seite und den Bauch, alles verlief ruhig. Was im Gegensatz zur ersten Untersuchung anders war, waren die über zwanzig tiefen Schnittwunden die sich von der Schulter tief im Gewebe bis zur Hüfte runter zogen, wie filetiert. Er hatte weniger Blut verloren als es auf den ersten Blick vermuten ließ.

„ Wir müssen dir nachher noch etwas Blut abnehmen, du kennst ja die Prozeduren! Wie letztes mal, vielleicht diesmal ein bißchen mehr.”

„Blut hab ich heute genug gespendet, aber für dich mach ich die Ausnahme!”

"Wir wollen nur sicher gehen das es dir gut geht!" Mit der Flachen Hand taste sie, Erik´s Magen und die Nieren ab:„Tut das weh?”

„Ein bisschen, so ein mittleres Ding.” Erik blickte an die Decke.: „Wird auch nach HIV untersucht?” Er sprach mit Nachdruck.

„Unter anderem! Du brauchst unbedingt mehr Flüssigkeit, du bekommst einen Tropf zusätzlich, ist das okay oder können wir es uns sparen?"

"Ich lass alles drin was sie mir geben okay? Meine Frage?"

"Das kann Virus erst nach 12 Wochen bestimmt werden. ... aber darüber können wir später reden. Geb mir deine Hand, die Schwester legt dir da einen neuen Zugang.”

„Gut ... Ich glaub ich machs nicht mehr lange? Frag was du fragen willst Kommissarin und dann möchte ich nur alles vergessen.” Erik merkte das er schwächelte, Kathleen wurde aufmerksam.

„Wann war dein letzter Kontakt?” Kathleen blieb ernst, ging aber auf Erik ein. Es war schwer darüber zu reden.

"Kontakt ? ... Fügen wir das einfach zur letzten Untersuchung hinzu ... ich kann mich an nichts erinnern ... ich weis nicht was passiert ist, mir tut alles weh?" Er merkte wie es anfing wie in einem Rausch zog es an ihm vorbei mit den Gedanken war er längst woanders. Er fühlte sich als würde er alles ewig und ewig wiederholen, seine Wortwahl war egal.

"Wenn du weinen musst, lass es raus!"

"Ich weis es wirklich nicht ...Ich brauch so´n Scheiß nicht!"

„Was ist das für eine Ausdrucksweise junger Mann?”

„Entschuldigung ...” Erik atmete ein um seine Tränen weiter zu unterdrücken und ruhig zu bleiben.

“Ein paar Stunden! Ich weis nicht so genau ... ist ja auch egal! Hab nie gedacht das der je einen hochkriegt... egal danach hab ich es nicht mehr zu gelassen, denke ich ... und ich hab ihn gedemütig, aber leider nicht gequält. Dazu war ich leider nicht in der Lage! Trotz allem, bereue ich es jetzt...aber ich lebe noch, ich bin nicht tot, wie die anderen... irgendwas muss ich richtig gemacht haben. ” Nur all zu sehr war er sich dessen bewusst. Dieses Lachen ließ nichts an ihn ran.

„Wir sind hier oben gleich durch!”

„ Das mit Marie hätte ich nie zu lassen dürfen! Kommissarin ... Aber dann wäre ich tot und er hätte sie sich doch geholt... ich muss wach bleiben verstehst du ... wenn ich schlafe findet er einen Weg”

„Ich muss es in meinem Bericht vermerken und anzeigen..”

„Es gehört zum Protokoll, Vorschrift!”

„Was ist dir wirklich geschehen Erik?” Die Kommissarin trat aus dem Schatten, ein leichtes Zittern beherrschte ihre Stimme. Sie musste ihn behandeln wie jeden anderen auch, sie durfte keine Fehler machen.

„Ich hab alles gesagt was relevant ist und sie werden mir sowieso nicht glauben! So war es!” Seinen Beinen fehlte jegliche Kraft.

„Du hast Marie gerettet! Dank dir ist sie am Leben.”

„Ist das so Kommissarin?”

„Wenn es die Wahrheit ist! Sag wenn etwas dan nicht stimmt."

"Ohne mich gäbe es ihren Fall nicht...”

"Was hat er euch nur angetan?"

„Die Sache ist so unglaublich! Ich brauch Zeit um mir klar zu werden und kein Karrieregeiles Arschloch wie ... Labbock! Schleim kann der gut verteilen.”

„Es wird sehr schwer für dich, anderes geht es nun mal nicht ... und heute wird es auch nicht das letzte Mal sein das wir dich dazu befragen.”

„Ich will nur das es aufhört?“

„Das wird es ...“

„Heute Morgen hab ich mich in diesem blöden Spiegel nicht wiedererkannt, ich wollte nur das alles sauber ist. Sie werden nichts von ihm finden, was dann?” Ablenken um jeden Preis. Er merkte die Übelkeit, sein Herzschlag raste, doch seine Kopfschmerzen veringerten sich merklich.“Mir ist nicht gut!“

Kathleen Kiley trat zurück in die abgedunkelten Ecke.

„Man findet innerhalb von vierundzwanzig Stunden in über 95% immer etwas!“

„Sie wissen das aber sehr genau?”

„Erik Ich kann dir versichern das dir nichtsmehr passiert!”

„Die werden mich als schwul abstempeln. Unsere Stadt ist nicht so groß! ...“

"Die Schmerzmittel wirken langsam!"

„Kannst du aufstehen? Es müsste dir bald besser gehen.“

„Augenblick!“ Erik stand auf und ging mit der Schwester hinter den Vorhang zu den Waschbecken und übergab sich mehrmals. „Wir können fortfahren!“ Er schien nur wenig erleichtert.

Dr. Kessinka wies ihn an die Hose aus zu ziehen und es sah nicht besser aus. Die Blessuren zogen sich bis zum Schienbein hinunter. Die Schwester reichte ihm ein Patientenhemd.

„Du machst dir zu viele Sorgen!”

„Nicht ohne Grund! Oder?”

„Vorläufig wird nur gesagt das wir mit der Soko Marie in zusammen Arbeit den Täter fassen konnten. Du wirst vorerst raus gehalten versprochen!”

„Naja, eigentlich konnte ich dir bisher immer vetrauen ! ... ” Er streckte sich müde.

„Stellst du dich bitte gerade hin, wir müssen noch die Bilder machen.”

„Bilder? ... diesmal Fotos ... Okay.” Der Blick zur Kommissarin verflüchtigte sich, sie musste schweigen, auch gegenüber dem was ihm am liebsten auf der Welt war. Es fiel im schwer lange zu stehen. Es zog im Rücken und jeder Windhauch machte größere Schmerzen: „Wann kann ich nun nach Hause?”

„Wir müssen die Öffnungen auf deinen Rücken spülen, sie sind tiefer wie die Alten. Du kriegst vorerst keinen Verband, so entzündet sich das Gewebe nicht weiter ! Ich werde dir neue Medikamente verschreiben und dann suchen wir hier ein Bett für dich!”

„Ist aber recht schmerzhaft! Alles!”

„Ich seh am Abend noch mal nach dir! Wie gesagt du bekommst neue Schmerzmittel.”

„Also bleib ich heute hier?”

„Vorläufig, es werden bestimmt noch mehrere Tage sein! Vielleicht müssen wir auch operieren aber da entscheide nicht ich, je nach dem wie sich die Sache entwickelt entlass ich dich vielleicht zwei bis drei Wochen und du bleibst dann erstmal, wo du bist! Wir müssen dein Fieber überwachen.”

„Das geht nicht, ich muss zur Schule, mein Training..., ich hab schon zuviel versäumt.” Erik tat so als seien die Tage seines Verschwindens eine Art von Zwangsurlaub gewesen.

„Du brauchst Ruhe! Und schwimmen oder Sport, ist die nächsten Monate sowie so nicht drin.”

„Ich muss was machen, Ruhe hatte ich weis Gott zur Genüge !”

"Erik du musst runter kommen und dich kurieren!"

Labbock betrat wieder die U2. Dr. Kessinka untersuchte ihn noch weitere zehn Minuten. So sollte er nicht viel rumlaufen mehr liegen wenn es möglich war. Nichts anderes hatte Erik vor eine Nacht ruhig durchschlafen.

Kathleen war auf dem laufenden im Gegensatz zu Caroline oder Erik´s Familie. Wie beim ersten Mal wollte Erik nur noch schlafen. Sein Körper schmerzte auch seelisch und er wollte niemanden sehen oder sprechen.

Pünktlich um 19.00 Uhr eröffnete Labbock die Pressekonferenz. Das diese einen Aufstieg für ihn bedeutete war so sicher wie das Amen in der Kirche. Am nächsten Tag erschien es in der Tagespresse als Aufmacher .

 

--- Exxprezz --- Aktuell * 18. November 1995 Seite - 1 -

Es ist endlich Vorbei!!! Tschanzberg/Spandoverhaven .

So kurz vor Weihnachten scheint es wie ein Wunder. Das Schrecken der vergangenen Tage und Monate der unsere Region erschütterte, scheint endlich ein Ende zu haben. Am gestrigen Vormittag wurde der Entführer der siebenjährigen Marie in einer Pension, kurz vor der Tschechischen - Grenze, festgenommen. Der Täter Sascha B. steht wie die Polizei berichtet noch mit einer Menge weitern Verbrechen in zusammenhang, weshalb vorläufig keine weiteren Angaben gemacht wurden. Marie befindet sich nun schon seit mehrern Tagen in psychologischer Betreuung, laut Aussage der Ärtzte braucht es seine Zeit, bis das Mädchen die Sache verarbeiten kann... (S. Waldorf)

 

Als Jona erfuhr das es wieder passiert war, aber sie den Täter diesmal endlich hatten, ging sie fast an die Decke und wollte Gerechtigkeit. Es war das erste Mal das Jona wirklich zu seiner Familie stand. Jona war da und nahm Erik in den Arm, dass es soweit kommen musste, war auch an ihm nicht spurlos vorbei gegangen. Das erste was Erik am nächsten Morgen erwartete war ein Psychologe. Er mochte ihn nicht das machte er ihm deutlich klar und mit Büchern, Wecker und Bettpfanne bewaffnet jagte er ihn aus seinem Zimmer. Wenn er reden wollte würde er etwas sagen und im Moment wollte er alles vergessen. Er hätte ihn schwer verletzen können, aber es war ihm vollkommen egal. Seine Eltern sagten, daß es doch das Beste wäre wenn er sich nur mit Dr. Mark Phillipps unterhielte mehr brauchte er nicht, nur reden. Aber Erik wollte nur schlafen. In Tagen sollte er nicht entlassen werden also blieb viel Zeit zu reden. Trotz seines Verbotes ihr gegenüber, hatte Caroline sich mit Erik´s Freunden organisiert um ihn im Krankenhaus zu besuchen. Ihnen war nur bekannt das Erik, nach seiner Rückkehr zusammen gebrochen war und jetzt, wieder ansprechbar war. Die halbe Klasse stürmte überrascht das Krankenzimmer, aber nur in kleinen Grüppchen von vier Personen um Genesungswünsche zu überbringen und ein bißchen zu reden. Sogar Thorsten Franka war dabei. Natürlich gab es eine Menge Geschenke.

„Und, wann ist das nächste Ausscheid?!”

„Erst nächstes Jahr, Februar. Du hast also eine Menge Zeit bis dahin und bist hoffentlich dabei.”

„Ich hab hiermit nicht gerechnet, aber es ist schön!” Erik war wortkarg schien abwesend. So blass sah er aus, doch niemand wusste genaueres. Erik beklagte sich über Kopfschmerzen, er hatte ein zwei Nächte lang Nasenbluten. Sie gingen zum Augenarzt, der Erik aufgrund seiner schlechten Augen eine Brille verschrieb. Erik fand es nicht so toll aber es ging ihm besser, später wollte er Kontaklinsen tragen, sagte er, vorläufig mußte die Brille reichen. Im Gespräch mit Jona, Suza und Kathleen glaubte niemand Erik´s Amnesie, aber Phillipps glaubte ihn, wahrscheinlich um eine Vertrauensbasis zu haben. Erik flüchtigte sich in eine Traumwelt, doch Marie verstand ihn. Er vergraulte jeglichen weiteren Psychologen. Sie sollte ihn überzeugen doch mal mit einem zu sprechen. Es verfehlte die Wirkung nicht. Maries Familie lernte Erik kennen, sie hatten einen guten Eindruck von ihm als sie am Nachmittag nach Tschanzberg zurück fuhren. Es war der Tag seiner Entlassung und er freute sich auf Caroline. Nicolas war auf Abstand gehalten worden, sie mußten sich erst wieder annähern, da zu gehörten auch Flachsereien.

 

Autorennotiz

Vorsicht beim Lesen , hoffe ihr verschmerzt die Ausdrucksweise

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Kurzbeschreibung

Das Katz und Maus Spiel beginnt....

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Rauschen
(17 Werke)