Storys > Geschichten > Liebe > Rose von Jericho

Rose von Jericho

62
2
19.2.2017 12:24
12 Ab 12 Jahren
Heterosexualität
Fertiggestellt

Die Leute flüsterten, wenn sie Mirjam sahen: „Die Rose von Jericho ist wieder da!“ Seit Jahren war das schon ihr Spitzname, man beneidete sie wegen ihres Aussehens und ihrer Ausstrahlung. Mirjam musste immer lächeln, wenn sie ihren Spitznamen hörte. Sie war froh, wieder in Jericho zu sein, auch wenn sie den Besuch bei ihren Verwandten in Jerusalem genossen hatte.

Nur ein einziger Punkt trübte ihr Glück: Ariel, einer der hübschesten Männer Jericho! Vor Monaten schon hatten sie sich verlobt, doch immer, wenn es darum ging, dass die Hochzeit nun bald folgen solle, wehrte Ariel dies ab: Zeit, er brauche Zeit! Die Hochzeit musste immer wieder verschoben werden. Und nun, da Mirjam so lange weg gewesen war, vermutete sie, dass er sich eine andere gesucht hatte.

Zuhause angekommen, wurde sie freudig begrüßt. „Ein Fest! Wir veranstalten ein Fest zur Rückkehr unserer Tochter!“, rief ihre Mutter, doch Mirjam konnte es ihr gerade noch ausreden. Sie mochte es nicht gerne, im Mittelpunkt eines Festes zu stehen. Schon gar nicht, wenn die Gäste die ganze Zeit vernarrt in sie waren und sagten: „Rose von Jericho, warum ist deine Haut so glatt?“ Und ihre Gegner sagten: „Rose von Jericho, ist das nicht diese Pflanze, die aufblüht, wenn man sie ins Wasser gibt und sonst vertrocknet aussieht?“

Sie mochte es eher, durch die engen Gassen ihrer Heimatsiedlung zu streifen, mal hier, mal dort in die Fenster zu blicken und sich über die Gerüche zu erfreuen, die die neu angekommen Händler mit sich brachten: Rosmarin und Weihrauch, aber auch andere, die Mirjam nicht benennen konnte. Aber vor allem wollte sie dem Schneider Hamilkar guten Tag sagen und seine neuen Stoffe bewundern. Sie mochte diesen alten Mann, der da Tag ein, Tag aus in seiner Kammer saß und Gewänder für  die Jerusalemer Oberschicht, zumeist Frauen, webte. Leute aus Jericho konnten sich seine Kleider kaum leisten. Noch dazu fanden ihn die Leute seltsam, weil er immer von leeren Schneckengehäusen umgeben war. Sie lagen überall bei ihm herum. Und so fragte man ihn manchmal, warum er hier bleibe und nicht nach Jerusalem gehen wolle. Da wäre er besser aufgehoben mit seiner Vorliebe für Schneckengehäuse und feine Kleider.

„Warum denn?“, hielt er dagegen und lächelte. „Jericho ist meine Heimat, nicht Jerusalem. Und außerdem mag ich den Trubel der Großstadt nicht!“

Einige hatten ihn vor langer Zeit sogar aus der Siedlung jagen wollen, doch konnten sie es nicht, da er in der ganzen Provinz Jehud zu bekannt war. Er webte die schönsten Gewänder. Ja, die schönsten, fand Mirjam. Sie waren so leuchtend rot.

„Sag“, hatte sie ihn einst als Kind gefragt. „Was ist das für eine Farbe?“

Er hatte nur gelächelt und mit dem Kopf geschüttelt. „Das, meine kleine Rose, ist ein Geheimnis, hinter das du früher oder später selbst kommen wirst ...“

Ein Geheimnis also? „Wie wunderbar“, hatte sie gedacht und es genossen, diesem alten Schneider bei der Arbeit zuzusehen. Sein Tisch stand am Fenster, auf ihm ein kleines Öllämpchen und im Hintergrund der riesige Webstuhl.

Eigentlich war es ja Frauenarbeit, Kleider zu nähen, zu weben. Aber er besaß das Geheimnis der Farbe und das machte ihn für sie zu etwas ganz besonderem. Niemand sonst aus dem Dorf vermochte es, diese leuchtende Farbe in ihre Kleider zu bringen. Niemand.

Und wieder fragte ihn Mirjam, als sie größer war: „Sag schon, wo kommt diese herrlich rote Farbe her?“

Wieder lächelte er sein runzliges altes Lächeln. „Meine Rose, zuerst einmal musst du dazu wissen, dass mein Urgroßvater Phönizier war ...“

„Achso“, murmelte Mirjam und nickte verständnislos. „Und, und wo kommen die her, diese Phönixer?“

„Phönizier, nicht Phönixer“, hatte er erwidert. „Von der See.“

„Von so weit her?“, staunte Mirjam.

„Von so weit her?“, wiederholte der Schneider kopfschüttelnd. „Mirjam, du hast keine Ahnung. Das Meer, das Meer ist nicht einmal drei Tagesreise von hier entfernt.“

„So? Aber sag’, isst du deshalb so gern Schnecken, weil du vom Meer kommst?“

Da lachte der alte Schneider. „Du Naseweis!“

„Ich bin kein Naseweis!“, widersprach Mirjam, doch Hamilkar lächelte nur: „Du weißt so vieles noch nicht. Ich möcht’ wetten, dass du noch nicht einmal das Salzmeer kennst.“

„Salzmeer? Das kenn’ ich, stell dir das mal vor. Liegt gegen Mittag. Man darf nicht rein gehen und schon gar nicht davon trinken, sonst stirbt man. Und ... und ... ich weiß noch viel mehr! Noch viel, viel mehr.“

„Und was weißt du?“, fragte Hamilkar und lächelte wieder sein altes, runzliges Lächeln. „Von den Phöniziern wohl nichts. Du weißt nicht, dass wir ein uraltes Volk von Händlern sind und fast die ganze Welt kennen?“

„Pffff …Dafür kenne ich die Liebe. Stell dir das mal vor. Die Liebe!“, stieß Mirjam hervor und hatte sich vor Eifer auf das Fensterbrett gestemmt.

„Die Liebe? Wohl zu diesem Ariel?“

Sie nickte, dann bekam sie einen verträumten Blick und sagte: „Wenn ich nur solch ein Gewand von dir tragen könnte, dann würde er mich endlich heiraten.“

„Oh, meine Rose“, winkte der Schneider ab. „Dir schenke ich noch etwas viel, viel Besseres als so ein Gewand, das du nur anziehen kannst.“

„Was?“

Mirjam machte große Augen.

„Lernen. Du darfst lernen.“

„Lernen?“

Der Schneider nickte. „Ja, lernen.“

„Willst du mir jetzt endlich sagen, welche Farbe das ist, die du da in den Stoff machst?“

„Wie ich schon einmal sagte, wirst du allein hinter das Geheimnis kommen, wenn die Zeit reif ist“, entgegnete Hamilkar geheimnisvoll.

Einige Wochen später verließ Mirjam ihre Eltern und reiste nach Jerusalem zu ihren Verwandten, um zu lernen. All’ dies auf Geheiß des Schneiders Hamilkar, dessen Urgroßvater Phönizier war, der fast die ganze Welt kannte und der im Ort die schönsten Kleider herstellte.

Zuerst hatten ihre Eltern Einwände gehabt. Noch nie zuvor hätte es so etwas gegeben, dass eine junge Frau so eine weite Reise allein unternimmt. Doch Hamilkar hatte nur gelächelt: „Ihr seid vor Urzeiten aus Ägypten ausgezogen, habt nun gerade erst Babylon verlassen, wie könnt ihr da sagen, dass Jerusalem weit weg wäre?“

„Aber sie ist ein Mädchen.“

„Mädchen, Mädchen! Wenn es das ist, was euch davon abhält, dann lasst euch gesagt sein: Wir haben König Kyros nicht nur den neuen Tempel in Jerusalem zu verdanken.“  

Nichtsdestotrotz war’s ein großes Privileg für Mirjam, das Heimatdorf verlassen zu dürfen, um zu ihren Verwandten zu gehen.

„Na?“, fragte sie der alte Schneider jetzt, da sie wieder an seinem Fenster erschien, „was hast du in Jerusalem gelernt?“

„Viel“, entgegnete sie. „Ich war an der Stadtmauer, die Nehemia hat wieder erbauen lassen und natürlich auch am Tempel, den Esra dem Ewigen geweiht hat. Ich war sogar im Innenhof, weil Admiel, also mein Onkel, einen kennt, der wieder einen kennt, der einen Tempeldiener kennt. Sonst kommt man da ja nicht rein. Wunderbar, aber so groß ... Weißt du, ich war dort, wo die Leviten, wie man sagt, unsere Heiligen Texte schreiben. Ja, dort! Nur sie dürfen das, weil sie von Moscheh und Aharon gesegnet wurden. Und wenn ich mich nicht täusche, dann habe ich einen von diesen Leviten gesehen. Sie sollen alle von Levi, dem Sohn Jakobs, unseres Urvaters abstammen. Dort, im Tempel, haben sie auch die Ereignisse um Jehoschua niedergeschrieben. Stell dir vor, als der mit unserem Volk ins Land kam ...“

„Mit deinem“, unterbrach sie der alte Schneider. „Ich bin Phönizier.“

„Ach so, ja ... also, als er hierher kam, da eroberte er Jericho, indem er die Stadtmauern zum Einsturz brachte. War das wirklich hier? Hier? Das hab ich gar nicht gewusst.“

Die Worte waren aus Mirjam nur so herausgesprudelt, jetzt hielt sie inne, holte tief Luft. Der Schneider lächelte: „Da hast du ja wirklich viel gelernt. Du könntest glatt eine Phönizierin sein, so viel weißt du. Gibt es auch etwas, was du noch nicht weißt?“

Mirjam überlegte kurz, dann nahm sie den alten Schneider aufs Korn: „Ich weiß noch immer nicht, welche Farbe das ist, die du für deine Stoffe nimmst.“

Da lachte Hamilkar: „Das, meine Rose, verrate ich dir, wenn du mal wieder bei mir vorbeiguckst.“

„Versprochen?“

Der Alte nickte, dann erhob er sich und begann seine Fensterläden zu schließen. „Für heute ist Schluss. Es ist schön spät.“

Und er deutete gen Westen: „Die Sonne grüßt mir gerad mein Meer“, fügte er etwas wehmütig hinzu.

„Wie bist du eigentlich hierher gekommen?“

„Das werde ich dir auch ein andermal erzählen. Ich freue mich, dass du so viel gelernt hast. Du bist auf dem richtigen Weg, Mirjam.“

„Meinst du diese Gasse hier?“, entgegnete Mirjam grinsend und hüpfte davon. Sie liebte es, durch ihr Dorf zu gehen. Und jetzt, da sie wusste, wie geschichtsträchtig es war, dass hier – gerade hier – Jehoschua mit seiner Armee gelagert hatte, liebte sie es noch viel mehr. Aber bei all dem hielt sie auch Ausschau nach Ariel. Sie suchte ihn, denn sie hatte ihn nicht vergessen können.  Doch sie konnte ihn nirgends finden.

Und an diesem Abend, wie nicht anders zu erwarten, war ihr die gute Stimmung vergangen. Da saß Mirjam vor ihrem Vater und konnte ihre Tränen nicht mehr zurückhalten.

„Meine Kleine, was ist denn?“, fragte er.

„Ariel“, jammerte Mirjam, „er hat sich nicht gemeldet, obwohl ich wieder hier bin und finden lässt er sich auch nicht! Alle sagen nur, dass sie nichts wüssten. Und ich möchte ihn so gern wiedersehen, denn ich hab’ ihn schon vermisst“

„Wenn das so ist und dein Herz so sehr noch an Ariel hängt, dann sei es eben so“, erwiderte ihr Vater. Kurze Zeit später stand Ariel tatsächlich vor ihr und nahm sie schweigend in den Arm.

Mirjams Vater verließ den Raum. „Es tut mir so leid, Mirjam!“, begann Ariel, „Ich war so blöd und habe dich gehen lassen.“

„Ach, das waren doch meine Eltern und der alte Hamilkar, die darauf drangen, dass ich gehe.“

„Aber ich hätte das verhindern müssen, ich als dein baldiger Ehemann. Ich hab versagt. Bitte verzeih mir.“

Baldiger Ehemann? Hatte er wirklich baldiger Ehemann gesagt? Immer hatte er Ausreden erfunden, um noch nicht heiraten zu müssen. Mirjam wusste im ersten Augenblick nicht, was sie tun sollte. So blieb sie ganz gerade stehen, regte sich nicht, brachte dann nur hervor: „Es ist gut so.“

Dann küsste sie ihn. Endlich würde die lang ersehnte Hochzeit stattfinden und sie wären Mann und Frau …

Seit Mirjam wieder mit Ariel zusammen war, blühte sie richtig auf und ging lächelnd durchs Dorf, hüpfte auch an der Schneiderei vorbei, grüßte Hamilkar, blieb aber nicht stehen. Keine Zeit, denn sie musste zu Ariel.

„Die Rose von Jericho ist wieder da, und glücklich!“, flüsterte man im Dorf. Und so war es: Mirjam konnte man wirklich mit einer „echten“ Rose von Jericho vergleichen, die aufblühte, wenn sie Wasser bekam. Für Mirjam war Ariel das lang ersehnte Wasser.

Sie hatte sich schon in ihn verliebt – da war sie gerade 12 geworden. Und er war damals 13. Ein richtiger Mann, hatte seine Bar Mizwa hinter sich und durfte nun mit den anderen Männern in der Synagoge aus der Heiligen Schrift lesen. Ja, das war wohl der Augenblick, in dem sie sich in ihn verliebt hatte. Wie er da an der Bima stand, den Lesefinger in der Hand und die Worte laut und deutlich vortragend. Sie saß bei den Frauen hinter einem weißen Tuch von den Männern abgetrennt, doch durch einen Spalt konnte sie ihn gut beobachten. Er wirkte auf sie so gelehrt, so wissend. Männlich. Dagegen aber sein dunkles Haar, das ihm unter der Kippa wirr vom Kopf abstand – das machte ihn wiederum so jungenhaft. Mirjams Herz schlug schneller und sie konnte es auch nicht verhindern, dass sie seitdem immer errötete, wenn er in ihrer Nähe war oder sie gar ansah, wenn er mit seinen Freunden auf dem Markplatz zusammensaß und, wie es hieß, Mädchen hinterher pfiff. Und dann war er irgendwann einmal auf sie zugekommen …

„Mirjam, woran denkst du?“

Sie drehte sich um. Es war Ariel. Er nahm ihre Hand und zog sie zu sich heran. „Komm, gehen wir in den Dattelpalmen-Hain“, flüsterte er und strich ihr über das Haar. Sie nickte und zog ihn an sich heran.

„Ich komme mit, egal wohin du willst“, flüsterte sie und schaute ihm tief in die Augen.

„Dann bin ich ja zufrieden“, antwortete er.

„Ich liebe dich so sehr!“, flüsterte sie und presste ihren Körper an seinen. Ariel küsste Mirjam auf die Stirn.

Als sie durch den Hain gewandelt waren, stoppte Ariel und drehte sich zu Mirjam. Sie waren auf der anderen Seite des Haines angekommen, wo sie ganz ungestört waren.

Der Platz erschien friedlich. Ariel zog Mirjam auf die Lichtung. „Ich muss dir etwas sagen“, begann er und schaute ernst.

„Was?“

„Ich kann nicht.“

„Wie? Du kannst nicht?“

Ariel schüttelte den Kopf.

„Ich war mir vorher nicht im Klaren darüber, aber jetzt weiß ichs. Ich kann nicht …“

„Ja, was kannst du denn nicht?“, fragte Mirjam und nahm seine Hand.

„Dich heiraten!“

„Was?“

Mirjam spürte, wie ihr Tränen in die Augen stiegen. Sie konnte sie nicht zurückhalten und sie vernebelten ihr die Sicht.

„Wie? Und was war das jetzt alles?“, schrie sie. Ariel senkte den Kopf, zuckte mit den Schultern.

„Ich, ich wollte mich ausprobieren, weißt du? Alle tun das. Alle. Es ist nicht mehr wie früher, verstehst du? Als man noch heiraten musste, wenn man sich verlobte. Ich will das auch nicht, ich will frei sein. Das weiß ich jetzt. Ich will das ausprobieren, was mir dieses Dorf nicht bietet, und die Welt sehen.“

Seine Stimme war immer leiser geworden.

„Und was heißt das, dieses Ausprobieren?“

„Ausprobieren eben. Und ich liebe dieses Leben. Die Welt will ich sehen. Die ganze Welt! Mit dir an meiner Seite würde das nicht gehen. Verstehst du?“

Ein Lächeln huschte über sein Gesicht, ehe er wieder ernst wurde. „Es war schön mit uns beiden. Aber jetzt ist es vorbei. Wir sollten einander schnell vergessen, Rose von Jericho. Unsere gemeinsame Zeit ist vorbei.“

Ariel verneigte sich leicht, unterdrückte ein triumphierendes Lächeln, endlich Mirjam los zu sein, drehte sich um und wollte gehen.

Wut packte Mirjam und sie wischte sich die Tränen ab, versuchte, wieder klar zu sehen. Wie konnte er nur! So lange hatte sie nun auf die Hochzeit gewartet und sich alles genau ausgemalt, doch jetzt – alles weg. Sie sah einen Stein auf dem Boden liegen, ergriff ihn mit beiden Händen. Ein, zwei Schritte, dann schlug sie zu. Immer und immer wieder, solange, bis Ariel zusammensackte. Mirjam atmete schwer und ließ den Stein sinken, dann lief sie los, ohne sich nochmals zu Ariels Leiche umzusehen und fasste einen Plan.

Das Ufer des Jordan und der Hain, aus dem Mirjam heraustrat, waren durch einen kleinen Strand getrennt. Der perfekte Ort für ihr Vorhaben. Sie setzte sich. Ein paar Minuten ließ sie die Abendstimmung auf sich wirken. Sie stimmte sie fast zufrieden, fast friedlich. Als würde sie nicht wegen Mordes gesteinigt werden, wenn sie zurück käme. Als wäre sie immer noch die wunderschöne, perfekte, unfehlbare Rose von Jericho, die mit dem tollsten und besten Mann Jerichos zusammen war. Doch nun war dieser Mann nicht mehr. Ihr Blick glitt über das Wasser des Jordan, der sich in rasender Strömung, über viele raue, große Steine hinweg,  ins Salzmeer ergoss. Mirjam konnte nicht schwimmen. Aber das musste sie jetzt auch nicht. Sie zog ihre Kleider aus, steckte schon einen Fuß ins Wasser, da bemerkte sie plötzlich die vielen großen Blutspritzer auf dem Stoff. Durch die Sonne leuchteten sie so hell und tiefrot zugleich, ebenso wie die Stoffe des Schneiders. Unwillkürlich erinnerte sie sich daran, dass sie zu ihm hatte gehen wollen, um ihn zu fragen, welche Farbe er für seine Stoffe benutzte. War’s etwa Blut? Sie biss sich auf die Unterlippe. Färbte er tatsächlich mit Blut? Woher aber kam dann all’ das Blut? Etwa von erschlagenen Männern, die Frauen und Mädchen zuvor falsche Versprechungen gemacht hatten?

Autorennotiz

Diese Geschichte entstand vor ein paar Jahren, entspricht Schreibtechnisch also nicht mehr meinen aktuellen Fähigkeiten.
Da ich gerade in einer stressigen Phase stecke, wird die Überarbeitung noch etwas dauern.
Außerdem möchte ich darauf hinweisen, dass ich bei dieser Geschichte einen Betaleser hatte: den User issachar auf fanfiktion.de, der sich aber leider dort gelöscht hat.

Feedback

Logge Dich ein oder registriere Dich um Storys kommentieren zu können!

1
Pestdoktors Profilbild
Pestdoktor Am 24.9.2017 um 15:23 Uhr
Eine unheimlich originelle Idee und ich mag die Gedanken, die dahinterstehen, wirklich sehr. Das mystische Rätsel woher die Farbe kommt, die Energie zur Selbstbestimmung von Mirjam und auch das Bild mit der Rose von Jericho. Du schaffst eine unheimlich schöne Atmosphäre und eine eigene Welt zu einer Zeit, aus der zumindest ich noch nicht so viele Geschichten gelesen habe. Das Erzähltempo ist am Anfang recht gemütlich und verträumt und zieht zum Ende hin stark an, was natürlich seine Wirkung in der "Action-Szene" hat, aber mich persönlich etwas überfordert hat, weil ich damit so überhaupt nicht gerechnet habe. Ich mag die Geschichte wirklich sehr und auch wenn sie, wie du sagst, schreibtechnisch nicht mehr ganz deinen Fähigkeiten entspricht, ist sie etwas ganz besonderes in ihrer Wirkung und Originalität. Mehr anzeigen
1
suedeheads Profilbild
suedehead Am 16.1.2017 um 20:39 Uhr
Ich habe zugegebenermaßen nicht so viel Ahnung vom historischen Hintergrund dieser Geschichte, aber ich habe das Gefühl, dass du dich recht gewissenhaft damit beschäftigt hast, weil du an einigen Stellen ein wenig Infodump einfließen lässt...

Mir ist nicht ganz klar, ob es am Anfang eine Rückblende gab. Mir scheint die Geschichte nicht ganz chronologisch linear erzählt zu sein, was aber nicht schlimm ist. Ich mag sowas... Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass du das etwas deutlicher machst. Nicht gerade mit Zwischenüberschriften, aber irgendwie mit einem Hinweis darauf, dass der Tuchhändler und Mirijam sich schon viele Jahre lang kennen.

Die ganze Handlung bezüglicih Mirjams Bildungsreise und dem phönizischen Hintergrund des Händlers läuft allerdings ein wenig ins Leere und wirkt beliebig.
Die eigentliche Geschichte ist dafür umso besser erzählt. Um ehrlich zu sein, habe ich das Ende nicht kommen sehen und ich liebe es. Es sollste wesentlich mehr Geschichten über Frauen geben, die Arschlochtypen mit Steinen niederschlagen. Ich feiere das gerade ein wenig...
Woher der Händler aber wusste, dass Mirjam herausfinden würde, wie man Stoffe rot färbt ist nicht ganz klar. Kennt er Ariel und weiß er, dass seine Wankelmütigkeit eine solche Reaktion bei Mirjam, die ja durch ihre Bildung selbstbewusst und selbstbestimmt ist, heraufbeschwören wird?

Die Geschichte hat ohne Zweifel etwas. Sie könnte sehr gut sein, aber zu viele Fäden werden nicht zu einem Ende geführt und hängen in der Luft. Es ist noch nicht wie aus einem Guss, aber eine Überarbeitung würde sich hier wirklich lohnen.
Mehr anzeigen
Larlysias Profilbild
Larlysia (Autor)Am 17.1.2017 um 14:51 Uhr
Hallo!
Vielen Dank für dein Kommentar, ich dachte schon, du verreißt die ganze Geschichte :D
Ich habe die Geschichte vor ein paar Jahren geschrieben, nachdem ich in einer Ausstellung war über ich weiß nicht mehr was war... und da lag dann eine Echte Rose von Jericho – die hat mich zu dieser Geschichte inspiriert. Jedenfalls ist das schon ein paar Jahre her und ich habe die Geschichte seitdem nicht mehr angefasst. Ich musste erst wieder Abstand finden, bis ich sie überarbeiten kann.
Und da jetzt genug Zeit vergangen ist, und ich endlich brauchbare Kritik von dir bekommen habe, werde ich mich dann mal an die Überarbeitung dransetzen! Das wird aber leider noch etwas dauern, ich bin gerade in meinem letzten Schuljahr und die nächsten Monate sind durch Klausuren und Abiturprüfungen etwas stressig. Überarbeiten werde ich aber auf jeden Fall!
Mehr anzeigen

StoryHub Awards 2017

Diese Story ist nominiert worden und könnte somit ein Gewinner der StoryHub Awards 2017 sein. Gerade bewertet die Jury alle Nominierungen. In der Übersicht findest Du weitere Informationen hierzu.

Autor

Larlysias Profilbild Larlysia

Bewertung

Eine Bewertung

Statistik

Sätze:248
Wörter:2.750
Zeichen:15.515

Kurzbeschreibung

Mirjam lebt in Jericho um 4 vor Christus. Sie ist glücklich, nur etwas trübt ihr Glück: Ariel, ein hübscher Mann, will nichts mehr mit ihr zu tun haben. Also ergreift sie die Gelegenheit, als sie sich ihr bietet.

Kategorisierung

Diese Story wird neben Liebe auch in den Genres Historik und Alltag gelistet.

Ähnliche Storys