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[Projekt: 100, 200... 1000 Wörter] Das Leuchten deiner Augen

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23.10.2018 16:43
16 Ab 16 Jahren
Heterosexualität
Fertiggestellt

Es war der erste Tag im zweiten Halbjahr der 11.Klasse.
Die letzte Biologielehrerin war wegen einer Schwangerschaft zum letzten Halbjahr gegangen und nun bekamen wir einen neuen Lehrer von dem bis jetzt keiner genaueres wusste.
Das Zuschlagen der Türe ließ mich aufschrecken und an die Tafel schauen. Dort stand ein Typ mit verwuschelten braunen Haaren und legte seinen Rucksack auf das Lehrerpult. Der Gleiche, den ich heute früh auch schon vor dem Gebäude gesehen hatte und ganz schön attraktiv fand. Ich dachte, er wäre ein Schüler. Und er war jetzt also unser neuer Biolehrer?
„Nehmt bitte eure Biologiebücher heraus.“
Mist.

Wieder einmal saß ich in meinem Biologiekurs und statt zuzuhören, schmachtete ich nur meinen Lehrer an. Ich konnte einfach nicht anders. Wirklich, ich hatte es schon probiert. Aber jetzt, zwei Monate nach Halbjahresbeginn, war es auch mir schon gedämmert, dass ich wahrscheinlich verliebt war. Mittlerweile hatte ich es aufgegeben ihm zu folgen.
Und wieder erzählte er etwas über Genetik und ich verlor mich einfach nur in seinem Anblick.
„Kornelia?“ Irgendwer hatte meinen Namen gesagt und mich damit aus meinen Tagtraum gerissen. 
„Ja.“ Verwirrt schaute ich Hr. Schwab an.
„Kannst du meine Frage beantworten?“
„Nein?“Ich wusste es sowieso nicht.
Er seufzte und wandte sich wieder einem anderen Schüler zu.

Am Ende der Stunde hielt mich mein Lehrer auf.
„Auf ein Wort, Kornelia.“
„Ja?“ Er schloss die Türe und lehnte sich elegant ans Pult. „Ich habe mir deine Noten von dem letzten Halbjahr angesehen. 5 Punkte in meiner Klausur? Wie kommt es, dass du auf einmal so schlecht bist?“
„Ich kann mich derzeit schlecht konzentrieren.“ Was hätte ich sagen sollen? Ich liebe Sie und deswegen verblasst daneben leider Biologie?
„Versuch das zu beheben, ich würde gerne wieder 13 Punkte neben deinen Namen schreiben.“ Ich versuchte ein Lächeln und ging aus dem Raum.

Eigentlich war es ein Wunder gewesen, dass er eine Wohnung in der Umgebung der Schule, einer gefragten Gegend, bekommen hatte.
Da Julian Schwab erst seit kurzem hier wohnte und arbeitete, hatte er nicht wirklich die Gelegenheit bekommen sich Freunde zu machen. Natürlich verstand er sich gut mit seinen Kollegen, aber bisher waren es alles nur Bekannte.
Genau aus diesem Grund und auch weil er sich hier noch nicht gut auskannte, hatte er beschlossen auf das Straßenfest zu gehen.
Nun stand er etwas verloren auf der Hauptstraße, die für den heutigen Tag gesperrt wurde. Lächerlich für einen 31 Jahre alten Mann. Um ihn herum strömten Leute vorbei. Julian hatte das Gefühl, dass das ganze Umland auf den Beinen war.
Er beschloss kurzerhand sich erst einmal etwas zu trinken und einen der Flyer zu holen, dann konnte er sich überlegen, was er als nächstes machte.
Als er in der Schlange stand, konnte er fast nicht seinen Augen trauen. Dort hinter der Getränkeausgabe stand eine Schülerin von ihm.
Kornelia.
Sie hatten sich an dem ersten Schultag des neuen Halbjahres schon in der Früh gesehen und er hatte gehofft, sie wäre eine Referendarin.
Vergeblich.
Und dann hatten sich ihre Noten auch noch erheblich verschlechtert. Er wusste nicht, woran ihr Problem lag.
Irgendwie lag sie ihm am Herzen.
Mittlerweile hatte er schon einen Gutschein bezahlt und bekommen, mit dem er sich ein Getränk holen konnte.
Sie hatte ein enganliegendes rotes Kleid an und sah darin frech und lebhaft aus.
Er konnte sehen, dass auch sie ihn beobachtete.
„Was machen Sie denn hier?“ Julian war endlich an der Reihe.
„Ich bin auch nur ein normaler Mensch.“ Er lächelte und äußerte seine Bestellung.
Während sie ihm die Spezi in die Hand drückte und den Gutschein dafür entgegen nahm, berührten sich ihre Hände mehrere Augenblicke lang wie zufällig.

Bei der Studienfahrt hatten wir die Auswahl zwischen verschiedenen Zielen gehabt und meine Wahl fiel letztlich nach vielem Überlegen auf London.
Ich wusste nicht, dass Hr. Schwab auch mitkommen sollte - ich merkte es erst am Flughafen, als er mit Koffer ankam - eigentlich waren ja zwei Englischlehrer vorgesehen gewesen, aber Hr. Eisener bekam leider die Grippe. Warum jetzt ausgerechnet meine Biolehrer mitfuhr, wusste ich nicht, ich hatte mich gefreut einige Zeit auf andere Gedanken zu kommen.
Das konnte ich jetzt wohl vergessen.

Nachdem ich fast als Letzte meinen Koffer, den meine Mutter für mich gepackt hatte, aufgab, kam es mir so vor, als würden wir direkt danach schon im Flugzeug stehen und unsere Sitze suchen.
Ich sah auf mein Ticket. 9B.
Als ich dann vor meiner Sitzreihe stand, fand ich fast meine Sprache nicht um mich zu versichern, dass ich die nächsten zwei Stunden neben Hr. Schwab sitzen würde.
Er schaute auf, als er mich bemerkte.
„Du hast also das Ticket bekommen.“
„Ja, ich habe mit Karina getauscht, sie wollte unbedingt neben ihrer besten Freundin sitzen.“ Ich verdrehte die Augen, das würde ich nie verstehen.

Kurz bevor unser Flugzeug dann auch endlich beschleunigte, rutschte mein Biologielehrer unruhig in seinem Sitz herum.
Ich warf ihm einen fragenden Blick zu.
„Fliegen ist immer eine Qual für mich. Ich habe Flugangst.“ Er zuckte mit den Schultern.
„Warum genau haben sie sich dann als Begleitung für diese Studienfahrt gemeldet?“
„Ich habe mich nicht gemeldet, ich wurde von unserem Direktor vorgeschlagen und wollte es nicht ablehnen.“
Das Flugzeug hatte seine Höchstgeschwindigkeit erreicht und war knapp vor dem Abheben.
Ich sah den panischen Blick von meinem Lehrer und nahm unter der Armlehne seine Hand in meine. Er blickte mich erstaunt an, zog seine Hand aber nicht mehr zurück und seine Haltung entspannte sich merklich.

Wir landeten in Heathrow am frühen Vormittag, aber  mich hatte das Fliegen ganz schön müde gemacht. Bevor wir wieder aus dem Flugzeug ausgestiegen waren, hatte sich Hr. Schwab mit einem gemurmelten „Danke“ bedankt.

Die Studienfahrt war wirklich schön, wir schauten uns die Wahrzeichen Londons an und hatten sogar einen freien Tag um shoppen zu gehen. Lehrer in Freizeitkleidung zu sehen war irgendwie ungewohnt, aber sie waren ja auch nur Menschen. Beim Essen der ganzen Gruppe in einem Restaurant am Abschlussabend saß ich Hr. Schwab gegenüber, aber ich hielt mich beim  Gespräch eher zurück.

Beim Rückflug hielt ich versteckt wieder seine Hand.

Wieder einmal eine Biologiestunde.
Bevor es zum zweiten Mal klingelte, blätterte ich rasch noch einmal in meinem Heft. Ich hatte ein schlechtes Gefühl und das schon seit einer Viertelstunde. Gestern hatte ich es nicht mehr geschafft mir den Hefteintrag von letzter Stunde anzuschauen.
Das zweite Klingeln kam und unser Lehrer huschte wie immer etwas zu spät in den Klassenraum.
Er überprüfte erst die Anwesenheit und suchte dann den Schüler für die heutige Ausfrage aus. Ich schaute ihm teilnahmslos zu wie sein Stift über die Klassenliste wanderte.
„Natürlich gibt es auch heute wieder eine Abfrage.“ Sein Stift war stehen geblieben und Hr. Schwab warf ein Blick auf seine Unterlagen. „Kornelia.“
Na ganz toll. Er schlug sein Buch auf und das Übel nahm seinen Lauf.

Am Ende der Stunde wollte ich nur noch in meine Freistunde. Schnell packte ich meine Sachen in die Tasche und stand als eine der Ersten auf. Ich kam nicht weit.
„Kornelia? Kannst du noch kurz bleiben?“
„Natürlich.“ Erste Regel des Schullebens: Leiste immer den Anweisungen des Lehrers folge. Ohne Wenn und Aber.
Was wollte er von mir?
Mittlerweile waren alle Schüler aus dem Raum verschwunden. Ich sah Hr. Schwab fragend an.
„Du hast jetzt eine Freistunde, richtig?“
„Ja. Und sie haben keinen Unterricht?“ Das war offenkundig, denn wenn er eine Stunde gehabt hätte, wäre er in größter Eile zu dieser gehetzt.
„Ich habe Sprechstunde.“ Aha.
Als ich keine Anstalten machte etwas zu sagen fuhr Hr. Schwab fort.
„Deine Abfrage heute war miserabel für dich. In letzter Zeit hatte es so ausgesehen, als hättest du dich aufgerappelt und dir Mühe gegeben um wieder gute Noten zu bekommen. Ich kann dir nur 7 Punkte geben.“
Das war jetzt keine Überraschung. Mit dieser Note würde es schwierig werden meine 13 Punkte am Semesterende zu bekommen.
Er schaute mich erwartungsvoll an.
„Hören Sie, wenn Sie glauben, ich betrachte Ihr Fach nicht mit der nötigen Ernsthaftigkeit, dann irren Sie sich. Ich hatte gestern schlichtweg keine Zeit um mich vorzubereiten. Sie haben mich kalt erwischt. So einfach ist das.“ In letzter Zeit hatte ich mich aufgerafft, machte im Unterricht mit und versuchte nicht mehr auf meinen schönen Lehrer zu achten. Es funktionierte wirklich immer besser. Doch außerhalb des Unterrichts betrachtete ich ihm immer noch, wenn ich mir sicher sein konnte, dass er meine schmachtenden Blicke nicht sah.
Ich hatte immer noch das Gefühl von meiner Hand in seiner aus dem Flugzeug im Gedächtnis.
„Hattest du etwa keine Zeit, weil du einen Freund hast?“
„Ähm …  nein. Ich hatte Schwimmtraining.“ Warum fragte er mich das??!
Das Lächeln, das jetzt über sein Gesicht huschte war unwiderstehlich.
„Versprichst du mir für die Klausur zu lernen und über 12 Punkte zu kommen?“
„Ja.“ Hatte ich sowieso vorgehabt.
Danach passierte etwas, über das ich mir im Nachhinein nicht mehr sicher sein konnte. Es war zu unglaublich.
Mein Biologielehrer beugte sich zu mir hinab und ich konnte in seine blauen Augen sehen.
Dann küsste er mich kurz sanft.
„Gut so.“
Er verließ den Raum und ließ mich durcheinander zurück.

Es war mal wieder ein Montagmorgen, an dem ich als ersten Kurs des Tages immer Biologie hatte und das in einer Doppelstunde. Ich konnte mich einfach nicht entscheiden, ob ich mich darüber freuen oder es hassen sollte.
Und es war eine dieser Stunden, die eine Schüler in seiner ganzen Schullaufbahn zu hassen lernt.
Denn die Lehrer geben immer erst am Schluss ihres Unterrichts die Klausuren oder Schulaufgaben zurück. So auch dieser ganz spezielle Lehrer, der mich immer noch verwirrte.

Als es dann endlich dem Ende zuging, bekamen wir nach dem Alphabet. Ich war zwar nicht unter den ersten, aber immer noch früh genug. Frey war als Nachname doch nicht so unpraktisch.
Kurze Zeit später stand Hr. Schwab vor mir und sah auf mich hinab. Sein Gesicht verriet keine Regung. Er lies mich zappeln. Dieser …
Dann nahm er die oberste Arbeit in die Hand und legte sie umgedreht auf den Tisch.
„Gut gemacht“, flüsterte er mir zu bevor er zum nächsten Schüler weiterging.
Ich lies die Klausur noch einen Augenblick verkehrt herum liegen, bis ich sie dann langsam umdrehte um mir die Vorderseite anzusehen.
Ganz oben, über meinem Namen, stand mit rotem Stift eine 14 geschrieben und mit einer Büroklammer war mein Extrablatt, das ich gebraucht hatte, weil ich so viel geschrieben hatte, an die  Klausur geheftet.
Nachdem er alle Klausuren an deren Besitzer verteilt hatte, sagte er an die ganze Klasse gewendet, „Kornelia hat die beste Arbeit der ganzen Klasse geschrieben.“
Dann klingelte es zu Pause.
Und ich verschwand mit den anderen Schülern auf den Fluren des Gebäudes.

Zuhause schaute ich mir die Klausur noch einmal an. Klar waren 14 Punkte wirklich gut, allerdings interessierten mich die paar Sachen, die ich nicht richtig hatten. Immerhin kann man ja immer aus Fehlern lernen. Ich klappte die Doppelseite mit der Angabe und den Linien für die Antworten auseinander und löste die Büroklammer mit der das zusätzliche Blatt an der Angabe festgemacht war.
Zu meinem Erstaunen fiel auch noch ein kleiner Notizzettel auf meinen Schreibtisch.
Ich hob ihn auf und las, was darauf in sorgfältiger Handschrift geschrieben stand.

Lass uns deine gute Note feiern.
Café Wagner, morgen 16 Uhr.
J.S.

Es war klar von wem ich diese Nachricht bekommen hatte. Doch ich wusste nicht, was ich damit anfangen sollte. Normalerweise fängt man als Schülerin nichts mit einem Lehrer an. Und eigentlich sollte einem sein Lehrer auch keine Einladung zum Kaffee trinken schicken.
Ich wusste nicht, was ich tun sollte.

Als ich noch eine Seitenstraße von dem Café entfernt war, sah ich schon die große Kastanie unter der die Stühle vor dem Café standen. Ich brauchte eine Weile um den Mut aufzubringen weiter zu gehen. Diese ganze Unterfangen war doch verrückt. Genau das war es.
Schließlich ging ich Schritt für Schritt an den Tisch an dem schon Hr. Schwab saß.
„Hallo.“ Meine Stimme war eigentümlich leise, doch mein Lehre verstand mich trotzdem.
Das Tischtuch war blau weiß kariert und die Frau am Nachbartisch aß ein Erdbeereis mit einem Minzblatt. Es war wirklich warm für diese Jahreszeit, doch man musste dennoch seine Jacke anbehalten um nicht zu frieren.wie konnte man da nur ein Eis essen?
„Hallo, Kornelia. Willst du einen Kaffee?“ Er hielt seine Tasse hoch.
„Ähm, nein. Ich trinke keinen. Ich nehme eine heiße Schokolade, Hr. Schwab.“
Er lächelte mich locker an. „Du brauchst mich nicht zu siezen. Ich bin Julian.“
„Sie wissen wie gefährlich das für uns beide ist? Eigentlich eher für Sie.“
„Ja. Aber was ist das Leben ohne Risiko? Die Leute sehen nur zwei Freunde.“
Wenn er sich sicher war.
„Solange du mich nicht wieder küsst“, flüsterte ich ihm zu.

Bevor ich aus der Schule hinausging und mich auf den Weg nach Hause machte, schaute ich noch an das Oberstufenbrett.
Mittlerweile war es zur Gewohnheit geworden.
Eigentlich hätte ich mir das zwar sparen können, denn es war nichts neues angeheftet worden, aber ich ging lieber auf Nummer sicher. Und seit dem Treffen mit Hr. Schwab hatte ich neuerdings Verfolgungswahn. Es wäre zu schön zu glauben, dass unsere Verbindung keinem auffallen würde und wir nicht der Schule verwiesen würden.
In Gedanken schlurfte ich die Treppe des Eingangsportals unserer Schule hinunter und passte einen Augenblick nicht auf.
Ich übersah eine der Stufen und mein rechter Fuß knickte mit dem ganzen Gewicht des Körper darauf um.
Ein stechender Schmerz fuhr von meinem Knöchel in mein Bein.
Schneller als ich schauen konnte, saß ich auf dem Boden vor den Stufen und hielt mir meinen verletzten Fuß.
Nach ein paar Minuten, der Schmerz war indessen ein wenig abgeebbt, versuchte ich langsam wieder aufzustehen und fiel prompt wieder zurück auf mein Hinterteil.
Wie sollte ich heute bloß nach Hause kommen? Meine Eltern konnte ich nicht anrufen, sie waren beide in der Arbeit. Bei genaueren Begutachten des Gelenk, sah ich schon wie es anschwoll. Ich war manchmal aber auch so tollpatschig.

Hr. Schwab kam locker die Treppe herunter gelaufen, warf einen Blick auf mich und als er realisierte, dass ich nicht nur auf dem Boden saß, weil es mir so Spaß machte, eilte er zu meinem Platz.
„Was ist passiert?“ Er machte ein fragendes Gesicht.
„Bin umgeknickt.“Ich spürte wie eine Träne meine Wange herunter rollte. War ich wirklich eine derartige Heulsuse?
Er achtete gar nicht weiter auf mich, nun war er durch und durch der Sportlehrer, der sich zuallererst einmal um den verletzten Knöchel kümmerte.
Vorsichtig tastete er mit wunderbar kühlen Fingern das inzwischen geschwollene Gelenk ab. „Zumindest hast du dir nichts gebrochen. Er ist nur verstaucht. Wie ist das geschehen?“
„Ich bin die Treppe heruntergegangen und habe einen Moment nicht auf die Stufen geachtet. Ich bin so ein Tollpatsch.“ Er schenkte mir ein Lächeln. „Das ist menschlich. Komm, wir versorgen deinen Fuß.“
Mit diesen Worten kniete er sich neben mich nieder und hob mich hoch, als würde ich nicht viel weiter wiegen als eine Feder. Immerhin musste ich so nicht meinen verletzen Fuß belasten, aber ich fühlte mich so verflixt hilflos. Andererseits genoss ich es auch den Körper von Julian zu spüren, seinen Duft zu riechen.

Auf dem Schulparkplatz blieb er plötzlich stehen. Ich schreckte aus meinem Tagtraum hoch. Vor mir befand sich ein alter Käfer, der in einem Mitternachtsblau lackiert war. Ungläubig richtete ich meinen Blick auf meinen Lehrer. „Ist das Ihr Wagen?“ Er sah mich erst ein bisschen komisch an, dann gab er mir eine Antwort. „Also ich finde ihn richtig schön nostalgisch. Mir haben Käfer schon immer gefallen. Du kannst mich jetzt, da ich dich trage und du meine Wohnung siehst, ruhig duzen und Julian zu mir sagen.“
Er sperrte die Türe auf der Beifahrerseite auf und setzte mich behutsam hinein.

Eine Viertelstunde später saß ich auf der Couch in Julians Wohnung, hatte meinen rechten Fuß hochgelegt und die Kälte von einem Kühlpack dämpfte die Schmerzen und ließ das Gelenk wieder etwas abschwellen.
Auf der Küchentheke konnte ich eine Kaffeemühle sehen und eine Stapel mit karierten Blättern. Wahrscheinlich waren es irgendwelche Exen oder Klausuren.
Als Julian wieder zurückkam, setzte er sich neben mich und prüfte, ob das Kühlpack auch noch kalt genug war. Dann streichelte er eine lose Strähne aus meinem Gesicht.
„Wie gehts mit deinem Fuß?“
Ich hielt seine Hand auf meiner Wange fest. Das Gefühl zu schön, um zu enden.
„Ich werde es überleben.“
„Soll ich dir irgendwas bringen?“
„Nein, ich brauche nichts.“ Außer dir, aber das sagte ich ihm nicht.
Ich wollte ihn nur küssen und seine Hände spüren.
„Hier kann uns keiner sehen.“
„Stimmt.“
Wir blickten uns eine Zeitlang in die Augen, sie waren so wunderbar blau und seine Lippen sahen so weich aus.
„Küss mich.“
Sein Mund senkte sich auf meinen und im Gegensatz zu dem Kuss in der Schule war er viel leidenschaftlicher und vor allem fordernder, raubte mir den Atem. Er zog mich sachte, auf meinen verletzten Fuß bedacht, auf seinen Schoß. Und küsste mich wieder.

Ich trat durch eine der Doppeltüren meiner Schule. Ich betrachtete sie mit einer Mischung aus Melancholie und Freude auf die neuen Erfahrungen, die ich in nächster Zeit wohl machen würde. Allen voran wäre meine Liebe zu Julian kein Tabubruch mehr und wir mussten keine Angst mehr haben erwischt zu werden. Ich hatte schon schlaflose Nächte deswegen gehabt.
Wenn er seinen Job wegen mir verlieren würde, nicht auszudenken.
Keine Angst mehr vor Bioklausuren, dich ich nachschreiben müsste, wenn es herauskam oder sogar kurz vor meinem Abitur der Schule verwiesen werden würde.
Keine Angst vor der Verurteilung durch Freunde und Familie.
Mit dem Abiturzeugnis würde das alles der Vergangenheit angehören.

Innen begrüßten mich schon laute Musik und die anderen Abiturienten.
Ich schätze, manche von ihnen waren in ihrer ganzen Schullaufbahn nicht ein einziges Mal so früh auf gewesen als heute am Abistreich.
Unser Thema war vielleicht nicht das Originellste, aber ich fand es doch nicht so schlecht wie vielleicht noch vor einem halben Jahr.
„8 Jahre eingesessen, jetzt übernehmen wir das Irrenhaus“ war die Idee von einem unserer Stufensprecher gewesen und keiner hatte eine bessere gehabt.
Natürlich hatten wir uns gestern Nachmittag  an Werk gemacht und auch die ganze Schule entsprechend dekoriert, der große Mosaiktisch, ein ehemaliges Klassenprojekt, diente nun als Rezeption.
Alle erschienen in der “Uniform“. Alle Mädchen hatten kurze weiße Röcke und weiße Blusen an und bekamen von einer Stufensprecherin auch noch ein Krankenschwesternhäubchen. Die Jungs trugen alle Arztkittel.
Wie man es eben aus den Klischees kannte. Im Verlauf des Tages wollten wir dann eine Visite machen, bei der wir ganz zufällig alle Lehrer für geisteskrank befanden und in den Untersuchungsraum brachten, bis sie sich durch zahlreiche dämliche Spiele wieder „heilen“ konnten.
Vor den Eingängen hatte wir schon Sperren aufgebaut, denn schließlich musste man in einer Irrenanstalt auch sicher sein, dass die Besucher keine gefährlichen Gegenstände dabei hatten, die ihnen von den Insassen entwendet werden konnten.
Wir hatten unsere ganze Fantasie spielen lassen.
Das würde cool werden.
Jemand tippte mich von hinten an.
Es war einer meiner Kumpels. Er betrachtete mich mit hochgezogenen Augenbrauen. „Ich wusste gar nicht, dass du so gut aussiehst. Da muss also erst das Abitur kommen, dass du dich endlich mal wirklich sexy anziehst?“
„Ach komm, als würde ich sonst so hässlich herumlaufen.“ Ich gab ihm einen Schlag in die Seite.
Und dann war auch schon der Start, der Veranstaltung als um halb 8 die ersten Schüler langsam eintrudelten.

Es war zwar nicht geplant gewesen, aber irgendwie wusste anscheinend keiner außer mir, dass auch im Neubau noch eine Klasse Unterricht hatte. Oder sie konnten den Plan, den uns das Sekretariat nur unter Protest gegeben hatten, einfach nicht lesen.
Ich riss die Tür auf und Hr. Schwab schaute mich an.
An die Schüler gewandt sagte ich. „Wie es scheint, wurde bei diesem Lehrer eine akute psychische Störung festgestellt und er muss umgehend von dem diensthabenden Arzt untersucht werden. Das heißt für euch, dass nun der Unterricht beendet ist.“ Nicht meine Idee, wir hatten das in etwas heute morgen gesagt bekommen und dann ein paar mal wiederholt um es uns merken zu können.
Ich ging zu Hr. Schwab. „Begeben Sie sich ohne Widerstand in meine Obhut oder soll ich ein paar Ärzte zur Verstärkung holen?“
Da mittlerweile alle Schüler draußen waren, schaute er mich erst von Kopf bis Fuß an und meinte dann in seiner dunkleren und definitiv verführerischen Stimme, „Aber natürlich. Ich wollte schon immer eine so reizende Krankenschwester haben.“
Ich grinste in mich hinein.
Heute blendete ich jede Bedenken aus, dass hatte ich mir schon am Morgen vorgenommen. Es war sowieso sehr unwahrscheinlich, dass irgendwer uns hier erwischen konnte, sie schauten sicher alle, den Spielen der Lehrer zu und feuerten sie an.
So küsste ich seinen Nacken und ließ meine Hände über seinen Bauch nach unten wandern, als er die Unterlagen in seine Umhängetasche packte. Er knurrte und drehte sich um. „In deinem Dress traust du dich das?“
Ich zuckte mit den Schultern und anscheinend vergaß auch er, wo wir waren, denn er drückte mich mit seinem Körper an die freie Wand gegenüber der Türe. Dann küsste er sich von der Stelle hinter meinem Ohr zu meinem Schlüsselbein hinab.
Er hob mich hoch und ich schlang meine Beine um seine Hüften. Ich konnte spüren wie sehr er mich wollte, doch hielt er sich zurück.

Ein paar Momente später kam mir in den Sinn, dass wir so den ganzen Spaß, den ein Abistreich mit sich brachte noch verpassen würden, ich befreite mich aus meinem Gefängnis und zog ihn am Arm hinaus, seine Tasche hatte er sich noch schnell umgehängt. Und dann gingen wir als Lehrer und Schülerin über den Schulhof und ich gab ihn beim „Behandlungszimmer“ ab.
Julian machte sich bei den Befreiungsspielen gar nicht einmal so schlecht, es war auf jeden Fall mehr als nur lustig.

Es war der Nachmittag des Abiballs und schon wirklich viele Leute waren vor dem Saal versammelt bei dem Sektempfang. Neben mir stand meine beste Freundin in ihrem pinken langen Kleid. Die blonden Haare fielen in sanften Wellen über ihre Schultern. Meine Familie unterhielt sich mit der ihren.
Was für ein aufwand für einen Abend.
Ich hatte heute schon ungefähr 2 Stunden an meine Haare verschwendet, um sie jetzt lockig tragen zu können. Mein Tante, eine Kosmetikerin, hatte sich über mein Gesicht hergemacht und nach einer halben Stunde sah ich doch wirklich wunderschön aus.
Dann hatte ich mein maßgeschneidertes Kleid angezogen, ein Geschenk von meiner Oma, die sehr sehr stolz auf mich war, wie sie immer gern beteuerte.
Natürlich nicht ohne Fingernägel in der passenden Farbe zu meinem Kleid.
Wenn ich ehrlich war, hatte es sogar Spaß gemacht.
Nun stand ich vor dem Saal bei meiner Familie in einem kurzen blauen Kleid, dass sogar echt sexy aussah und sich fließend an meine Figur schmiegte. Die Idee dazu hatte meine Mutter, die meinte man könnte doch nicht als junges Mädchen in langen Kleidern herumlaufen, wenn man schon jung war, dann musste man ein kurzes Kleid tragen.
Lustigerweise war fast die komplette Jahrgangsstufe anderer Meinung gewesen und nun stach ich hervor. Was mir nicht das geringste ausmachte. So blieben alle Blicke der Jungs an mir hängen, sie könnten ja nicht wissen, dass ich bereits vergeben war und sie es mit ihm nicht aufnehmen konnten.

Einer meiner Kumpels kam vorbei. „Wow, Kornelia, du siehst echt verdammt gut aus. Ich meine, wenn du nicht wie eine kleine Schwester für mich wärst dann...“
„Dann was?“ Er grinste mich nur an.
Ich hatte ihn bisher noch nicht gesehen, aber er hatte mir gesagt, dass er auch hier sein würde, immerhin hatten wir auch ein paar Lehrer eingeladen.

Ein Stunde später saßen wir bereits alle an unseren Plätzen und warteten auf die Vorspeise, die erst serviert werden würde, wenn unser Bürgermeister mit seinen Worten fertig war. Leider liebte er lange Reden. Meinen Lehrer hatte ich zwar kurz gesehen, aber ich war mich sicher, dass er mich nicht gesehen hatte.
Ich wandte mich wieder meiner Freundin zu und zog mit ihr weiter über unsere Jahrgangszicke her, die es noch nicht mal eine Stunde in ihren High Heels ausgehalten hatte, so gut sie auch aussahen.
Meine Schuhe waren nicht ganz so hoch, dafür aber nicht weniger schön und mir taten die Füße noch nicht weh.

„Kornelia Frey.“
Ich ging den langen Gang, der durch die Anordnung der Tische geschaffen worden war entlang und genoss die Dramatik des Auftritts. Jeder von uns hatte ein Lied ausgesucht zu dem wir unser Zeugnis abholen würden.
Und da sah ich meinen Lehrer, der seine Augen auf mich gerichtet hatte und in denen ich lesen konnte, dass ich gut aussah. In seinem schwarzen Anzug sah er einfach umwerfend aus.
Ich schenkte ihm ein Lächeln und rauschte an ihm vorbei um mein Zeugnis abzuholen. Zu meinem Schnitt von 1,5 gratulierte mir meine ganze Familie.

Als ich mich auf dem Weg von der Toilette zurück befand, griff mich jemand am Arm und nur Zehntelsekunden später befand ich mich in den Armen von Julian.
„Du bist dir bewusst, dass fast alle Augen der männlichen Wesen auf dir ruhen und dir auf jeden Schritt folgen?“
„Kann sein. Dich stört es doch nicht etwa?“
„Und wie. Du bist meine Freundin.“
Das stimmte, aber keinem ihm Saal war unser kleines Geheimnis bekannt.
Er fuhr mit dem Zeigefinger meinen Arm entlang, „Die Verabredung für heute Abend steht noch oder?“
„Natürlich.“
„Ich kann es kaum erwarten.“ Ich auch nicht. Ich würde ihn spüren. Denn jetzt trennte uns nicht mehr. Wir waren nicht länger Schülerin und Lehrer. Sondern einfach nur zwei Erwachsene.

Der Abend war echt wundervoll gewesen und im Rückblick war die Schule wirklich eine schönen Zeit gewesen, aber an diesen Gedanken verschwendete ich heute Nacht keine einzige Sekunde.
Ich hatte meinen Eltern erzählt, dass ich mit auf die Party nach dem Ball ging und meine Freundin deckte mich danach. Ich hatte ihr erzählt, dass ich mich mit meinem Freund traf von dem meine Eltern nichts wussten und ich offiziell bei ihr übernachte und bis Nachmittags blieb.
Dass ich bei Julian war, wusste keiner. Dafür war es noch zu früh.

Seine Hände fuhren von meinen Handgelenken über meine Arme und langsam zu meinem Schlüsselbein. Seine Lippen streifen meine, während ich vor Aufregung zitternden Fingern die Knöpfe seines Hemdes öffnete und ihm vom Körper streifte und darunter zu meiner Frustation nicht  Haut zum Vorschein kam, sondern ein weißes T- Shirt zum Vorschein kam.
Julian muss meine Blick gesehen haben, denn er küsste mich nur auf den Mund und als er sich von mir löste, zog er das Shirt über seinen Kopf und warf es in die Ecke des Schlafzimmers. Er nahm mein Gesicht in seine Hände und küsste mich mit mehr Verlangen. Ich fuhr die Konturen der Muskeln seines Rückens nach und er befreite mich elegant von meiner Kleidung, dass ich nackt vor ihm stand.
„Du bist wunderschön.“ Ich schaute ihm nur in die Augen und wartete auf die Frage, die er mir gleich stellen würde.
„Bist du dir...“ Ich legte ihm einen Finger auf die Lippen. „Ja. Sonst wäre ich nicht hier.“
Seine blauen Augen leuchteten und mit einer fließenden Bewegung fielen seine Hüllen. Dann hob er mich hoch und ließ mich langsam auf die Kissen sinken.
Seine Hände glitten meinen Körper entlang.

Wahrscheinlich würde jeder Mensch mit ein bisschen Vernunft nochmal über eine Beziehung mit einem früheren Lehrer und vor allem über den Altersunterschied nachdenken.
Aber man konnte ihre Liebe ein wenig mit einer Sucht vergleichen, der Verlust voneinander würde einer Leere weichen, die sie beide nicht ertragen könnten.
Jedenfalls philosophierte, das Julian vor sich hin, als er an sein Auto gelehnt am Anfang der Straße in der Kornelia wohnte, auf sie wartete. Er war sich im Klaren wie komisch und lächerlich sich das anhören musste.
Sicherlich war er nicht mehr zurechnungsfähig, aber waren wir nicht alle auf irgendeine Weise verrückt?
Es könnte immerhin auch sein, dass sie nicht kam.
Vielleicht hatte für Kornelia der Reiz nur darin bestanden etwas verbotenes zu tun und nicht in ihm selbst?
Das war zwar der reinste Horror für ihn, aber wie er sich eingestehen musste, war es möglich.
Er konnte auch die Probleme sehen, die sich unweigerlich aufgrund des Altersunterschiedes ergeben würden.
Kornelia war anscheinend der Meinung, dass jetzt nichts mehr schief gehen konnte, jetzt da die Hürde des Tabus und des Gesetzes überwunden war.
Wahrscheinlich war er ihr wegen seines Alters doch ein wenig überlegen. Nicht gravierend, aber doch bemerkbar.

Kornelia schloss gerade die Türe des Hauses.
Zum Glück hatten ihre Eltern in den letzten zwei Jahren keinen Elternabend besucht, auch wenn es nur einen gegeben hatte. Denn dann hätten sie dort auch unweigerlich Julian gesehen und gewusst, dass ihre Tochter nun etwas mit ihrem ehemaligen Lehrer hatte. Möglicherweise wären sie auch darauf gekommen, dass es schon vor dem Abitur ihrer Tochter zwischen den beiden gefunkt haben könnte.
Wieder einmal hatten sie und Julian Glück gehabt, denn selbst auf dem Abiball hatten sie ihn nicht gesehen und waren so nur überrascht gewesen, dass ihre Tochter einen ungefähr zehn Jahre älteren Freund hatte (davon, dass er Lehrer war, hatte man nie gesprochen).
Und selbst das machte ihnen nicht so viel aus, wie Kornelia geglaubt hatte und zu ihrer eigenen Überraschung erlaubten sie ihr auch mit ihm in den Monaten nach ihrem Abitur zu reisen.

Julian hatte ihr auch ein Geschenk gemacht. Wenn sie sich nicht sicher war, ob sie sich mit ihm wirklich eine Beziehung vorstellen konnte, brauchte sie bloß nicht zu dem verabredeten Treffpunkt zu der Reise zu kommen.
Das kam für sie zwar nicht in einer Millionen Jahre infrage, aber sie würdigte dieses Angebot, nachdem sie darüber nachgedacht hatte. Als er ihr es unterbreitet hatte, war sie einfach nur verletzt gewesen über die Tatsache, dass er denken konnte, dass sie ihn jetzt nicht mehr liebte, nur weil es nicht länger verboten war.
So war sie noch nie gewesen.

Die letzten Meter zu dem Käfer rannte sie, ihren kleinen Trolley zog sie hinter sich her.
Als sie um die Ecke bog, erhellte sich sein Gesicht und er strahlte sie an.
„Und du willst es also versuchen?“
„Ich denke, man sollte alles ausprobieren.“ Sie küsste ihn mit leuchtenden Augen in aller Öffentlichkeit. Das war nun kein Problem mehr. Nie mehr.
„Das liebe ich so an dir.“
„Wenn ich dich küsse? Du setzt deine Standards ziemlich niedrig.“
„Nein, das Leuchten deiner Augen.“ Er strich ihr mit den Worten eine Strähne aus dem Gesicht, und sie schmiegte sich an seine Hand.
Sie küssten sich nochmal mit einer Gier, die den beiden den Atem verschlag. Dann stiegen sie in das Auto und begannen ihre Reise.

Der Käfer fuhr auf einer Straße in Richtung der französischen Grenze. Im Radio dudelte irgendein Sommerhit vor sich hin und fand bei den beiden Reisen nicht wirklich Beachtung, vielmehr war er ein Hintergrundgeräusch, wie das Brummen des Motors und die vorbeifahrenden Auto auch.
„Irgendwie ist es fast schon viel zu gut gelaufen zwischen uns beiden, ich kann es fast nicht glauben. Dauernd denke ich es ist nur ein Traum und ich wache eines Morgens auf und stelle fest, dass ich Abitur noch gar nicht geschrieben habe und du nur mein Biologielehrer bist und gar nichts von mir willst.“
„Das könnte nie passieren. Als ich dich dort auf dem Schulhof gesehen hatte, wusste ich schon, dass ich dich irgendwie mochte. Ich hatte gehofft, dass du keine Schülerin bist und ich dich näher kennenlernen durfte.
Es war ein Schock als ich dich dann in meinem Biologiekurs sitzen sah.“
Nicht so sehr wie für mich, dachte Kornelia und lenkte ihren Blick wieder auf die Straße.
„Ich glaube einfach, das Universum meint es wirklich gut mit uns und wir sollten das ausnutzen.“
„Ja, wahrscheinlich.“

In den kommenden Tag überquerten sie die französischen Grenze und suchten sich ein Ferienhaus an der Mittelmeerküste. Es war sehr praktisch, dass sie beide französisch sprachen, wenn auch nicht perfekt.

Einen Abend machte Julian mit ihr einen Ausflug im Mondschein ans Meer und zeigte ihr die Sterne am Himmel.
„Also ich hoffe jetzt mal ganz stark, dass du mich keinen Heiratsantrag machen willst. Ich liebe dich ja, aber das wäre schon etwas übereilt.“
Er lachte und gab ihr dann einen Kuss.
„Nein, habe ich nicht vor. Wie du schon sagtest, es wäre übereilt. Ich liebe dich auch.“
Er fuhr mit seinen Finger ihre Arme entlang.
„Das Meer sieht sehr verlockend aus.“
„Wir können ja baden gehen, es ist sicher noch warm.“
„Eine gute Idee.“ Sie hielt einen Moment inne. „Dreh dich um.“
„Warum denn? Ich hab doch schon alles von dir gesehen.“ Er grinste sie an und Kornelia gab ihm einen Knuff in die Seite.
„Du weißt genau, warum es geht.“
Er hob die Hände und drehte sich um.
Nach ein paar Momenten lief sie an ihm vorbei.
„Komm und fang mich doch.“
„Das ist gemein.“ Er schälte sich schnell aus seiner Kleidung und lief ihr hinterher.
„Du bist ein Sportlehrer. Damit musst du leben.“
Er rannte ihr hinterher und fing sie indem er die Arme um sie schlang.
Dann warf er sie ins Wasser, sie tauchte zu ihm und klammerte sich an ihn, mit den Beinen um seine Taille.
Natürlich konnten sie die Finger nicht voneinander lassen.
Es endete am nächtlichen Strand und dem Schwur der beiden das niemals mehr zu machen.

Autorennotiz

Alle Personen, Handlungen und Ort sind frei erfunden und Ähnlichkeiten zu realen Gegebenheiten nicht beabsichtigt und nur purer Zufall.
Die Charaktere sowie die Idee zu dieser Geschichte sind geistiges Eigentum der Autorin.

Diese Geschichte ist ein Beitrag zu dem Projekt 100, 200...1000 Nr. 2. von Fanfiktion.de.

Die vorgegebenen Wörter:
Fantasie Kap.8 benutzt
müde Kap.4 benutzt
Qual Kap.4 benutzt
Mutter Kap.4 benutzt
Dramatik Kap.9 benutzt
Fingernagel Kap.9 benutzt
Kissen Kap.9 benutzt
Leere Kap.10 benutzt
schwierig Kap.5 benutzt
Zahl Kap.5 benutzt
Gebäude Kap.1 benutzt
Mühe Kap.5 benutzt
Mühle Kap.7 benutzt
Kastanie Kap.6 benutzt
lebhaft Kap.3 benutzt
philosophieren Kap.10 benutzt
Ernsthaftigkeit Kap.5 benutzt
Sucht Kap.10 benutzt
Karikatur (Gestrichen)
Tagtraum Kap.2 benutzt
Käfer Kap.7 benutzt
Minze Kap.6 benutzt
Mischung Kap.8 benutzt
Horror Kap.10 benutzt
frech Kap.3 benutzt
Stolz Kap.9 benutzt
Mut Kap.6 benutzt
hilflos Kap.7 benutzt
fließend Kap.9 benutzt
menschlich Kap.7 benutzt
konzentriert Kap.2 benutzt
teilnahmslos Kap.5 benutzt
kariert Kap.6 benutzt
überlegen (sein) Kap.10 benutzt
Buch Kap.5 benutzt
zerfetzt (Gestrichen)
gebrochen Kap.7 benutzt
Mosaik Kap.8 benutzt
Gelegenheit Kap.3 benutzt
Vernunft Kap.10 benutzt
lockig Kap.9 benutzt
Sprache Kap.4 benutzt
Werk Kap.8 benutzt
Geheimnis Kap.9 benutzt
Start Kap.8 benutzt
Messer (Gestrichen)
Klischee Kap.8 benutzt
verrückt Kap.6 benutzt
Gier Kap.10 benutzt
maßgeschneidert Kap.9 benutzt
Rückblick Kap.9 benutzt
melancholisch Kap.8 benutzt
fruchtbar (Gestrichen)
Nostalgie Kap.7 benutzt
Samenkorn (Gestrichen)
Schokolade Kap.6 benutzt
Universum Kap.10 benutzt
kalt Kap.7 benutzt
Verlust Kap.10 benutzt
Mondschein Kap.10 benutzt

(fünf davon kann man frei streichen)

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Autor

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Statistik

Kapitel:10
Sätze:322
Wörter:5.818
Zeichen:33.303

Kurzbeschreibung

Beitrag zum [Projekt] 100, 200...1000 Nr. 2 von der Fanfiktion Seite. Jung verwuscheltes, braunes Haar und verdammt attraktiv - Julian Schwab, der neue Lehrer für Biologie und Kornelias neuer "Schwarm". Aber sind ihre Gefühle wirklich nur einseitig?