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Projekt Silent Roger

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2.3.2019 11:15
18 Ab 18 Jahren
Heterosexualität
In Arbeit

12 Charaktere

Violetta "V"Wright

Alexander "Alex" Playfair

Bill "Billy" Porter

Dwight Campbell

Leonard "Lenny" Arding

Katie Mooquie Monique

Lauren "Lo" Bernard

Tyrese "Reese" Gable

Louis "Saint" Redford

Bethany "Beth" Cooper

Matthew "Matt" Gallowey

Kyle Balino


Es war ein typischer Sommerabend, der in die Nacht überging. Kläglich rekelte sich die weichende Sonne, als der Mond ihre Position für sich beanspruchte. Straßenlaternen sprangen an und zogen Motten und Mücken in ihrer Umgebung an. Doch nach Wärme suchend verbrannten sich die kleinen Geschöpfe.

Kleine Familienhäuser standen in der Kleinstadt Campoor in Reih und Glied, wobei der recht heiße Juni das meiste Gras verbrannt hatte, sodass zumeist kahle braune Wiesen vor den Häusern lagen.
Vereinzelt sah man noch ein paar Menschen, die mit ihren Hunden Gassi gingen, während man durch die Fenster sah, dass Eltern ihre Kinder zu Bett brachten, während bei anderen noch der Fernseher oder Computer flackerte.

Ein gequältes Lächeln lag auf meinen Lippen, während ich die neckenden Worte meiner Freundin Katie las. Wir waren in eine unserer endlosen kleinen Zankereien übergegangen, in denen sie sich vermehrt darüber beklagte, wie sehr ihr Andre's Kleidungsstil auf den Magen stieß, während ich mich dem Gruppenzwang ergab und einzig liebevoll meinte, sie habe recht, aber solle sich zurückhalten. Doch mehr als das brachte ich nicht hervor. Ich untermalte es sogar zu allem Überfluss noch mit einem Lach-Smiley, sodass sie nicht bemerkte, dass es mir eigentlich nicht gefiel, wenn sie so über Andre sprach. Aber ihr ernst mitzuteilen, sie solle es unterbinden, das brachte ich nicht über's Herz. Zu groß war die Angst in mir, sie würde mich zurückweisen oder gar schlimmer: Sie würde mir die Zielscheibe auf die Stirn kleben. Ich verleugnete mich und meine Meinung, aber die Scham darüber versuchte ich auszuradieren.
Katie: Sag bloß, du stehst auf ihn?
Mehrmals las ich das Geschriebene, was mich necken sollte und rollte die Augen, ehe ich ein Kotz-Smiley auswählte und dazu das Wort Natürlich schrieb.
Unweigerlich zog sich mein Magen zusammen, sodass ich das Fenster öffnete, ehe ich mich an meiner Facebook-Pinnwand zu schaffen machte. Fast professionell durchdachte ich mir jedes Wort, was ich in die Kommentarleiste eingab, während ich immer wieder im Blick hatte, wie viele Likes meine Party-Bilder des letzten Wochenendes bekommen würden. Penetrant drückte ich die linke Taste meiner Maus, um ja immer die nächste Aktualisierung zu sehen. Es war übertrieben, aber wenn mich meine Studienzeit eines gelehrt hatte, dann, dass man Sozial aktiv sein musste – gerade auf der Film-Akademie. Ansonsten wollte einen keiner für seine Projekte.
Eine rote Eins erschien auf dem Nachrichtensymbol, weshalb ich sofort neugierig nachschaute, wer mir schrieb.
Matt: Hast du am Freitag Zeit? Wir wollen ein Projekt starten.
Es stand außer Frage, dass ich zusagen würde, denn jedes Projekt würde mir helfen Erfahrung zu sammeln und womöglich eines Tages als Connection dienen. Ich wollte schon antworten, da ging eine andere Nachricht bei mir ein. Sie war von einem mir fremden Profil, während man als Profilbild ein kleines Kätzchen sah, das mit einem Kuscheltier kuschelte. Reflexartig musste ich über diese Niedlichkeit lächeln.
Silent Roger: Hi, du wirkst nett. Magst du mit mir schreiben? ^_^
Ich: Dankeschön, klar. :)
Und ich meinte es ernst und wollte den Chat schon schließen, als ich sah, dass er bereits wieder geantwortet hatte.
Silent Roger: Wie geht es dir? Hattest du einen schönen Tag?
Eilig überflog ich es, schrieb Matt, dass ich dabei sein würde und öffnete wieder den Chat mit meiner Freundin Katie, die auf einmal verkündete: Du hast anscheinend einen neuen Fan. Der liked ja echt alles.
Überrascht erneuerte ich meine Seite und bemerkte, was sie meinte. Silent Roger hatte alle meine Fotos geliked und generell jeden Post seit mein Account bestand.
Meine Finger rasten geradezu über die Tastatur: Ja, ich merke schon. Ist doch nett.
Katie: Nett?! Hast du dir 'mal sein Profil angesehen?! Das ist echt creepy!
Irritiert las ich ihre Worte und sah, dass mein neuer Kontakt noch mehr geschrieben hatte.
Silent Roger: Du bist wirklich hübsch.
Ich: Dankeschön... für die Likes und das Kompliment. Und ja, danke, er war stressig, aber in Ordnung und bei dir so?
Silent Roger: Wieso stressig? 
Silent Roger schreibt...
Ich nutzte den kurzen Moment und reagierte auf Katies Aussage. Doch verstehen tat ich sie nicht. Es war ein ganz normales Profil von einem Kerl, der gerade einmal zwölf Freunde hatte und anscheinend auf ganz normale Dinge stand. Wir standen sogar teilweise auf dieselben Sachen, sodass ich ihn darauf aufmerksam machte.
Ich: Oh, ich sah gerade, du folgst auch Anonymous. Cool.
Es war simpel, aber in meiner kleinen Welt, die zumeist davon bestimmt war, dass ich tat, was Katie wollte, gab es niemanden, der mindestens genauso daran interessiert war wie ich.
Silent Roger hatte anscheinend seine Nachricht gelöscht, denn aufgrund der Dauer, die seine Nachricht benötigte, war seine Antwort knapp: Ja. Warum auch? Du folgst ihnen doch gar nicht...
Ich: Ja, meine Freunde finden das eher uncool...egal, lange Geschichte.
Silent Roger: Verstehe. Vielleicht solltest du dir andere Freunde suchen...
Katie: Hallo? Ey, du schreibst doch nicht mit dem, oder?! Bist du irre?!
Ich: Bin da. Wieso creepy? Ich sah da nichts Schlimmes.
Katie schreibt...
Silent Roger: Wir könnten Freunde sein.
Ich stutzte bei Silent Rogers Anmerkung. Natürlich wusste ich, dass es sich auf Facebook bezog, aber das würden dann auch andere sehen. Jedoch war ich mir immer noch nicht sicher, was Katie dazu sagen würde. Ich grinste, als ich sah, dass Silent Roger sein Profilbild verändert hatte und man nun eine Gestalt sah, die die berühmte Guy Fawkes Maske des Anonymous Kollektivs trug und ein Peace-Zeichen in die Kamera machte. Kurzum klickte ich auf seinen Namen. Vor mir erschien sein Profil, wo ich auf Freundschaftsanfrage senden drückte.
Katie: Hallo?! Hast du 'mal seine Freundes-Anzahl gesehen?! Außerdem, der hat kein Foto von sich online. Das könnte sonst wer sein. OMG, bist du jetzt ernsthaft mit dem befreundet?! Und der trägt diese Maske, omg!!! Du bist irre.
Mehr als zähneknirschend ignorierte ich Katies Aussage. Einzig zu einem gekünstelten Herz-Emoji ließ ich mich herab. Es wäre mich zu anstrengend mich dem jetzt zu widmen, so tippte ich allen ein Good Night und schloss meinen Browser.
 

〘 ☠ 〙



Ein Zirpen lag in der Luft, was von den Zikaden gebracht wurde, die jedes Jahr auf's Neue mit der Wärme in der Kleinstadt Einhalt geboten. Haus um Haus wurde verlassen, um dass die Bewohner ihren Pflichten nachgingen.

Trübsinnig sah ich auf die gepflasterte Straße, während ich immer wieder auf das Blackberry in meiner rechten Hand blickte. Katie war schon fünf Minuten zu spät und so strich ich mir die blonden Haare hinter das Ohr, damit ich sie anrufen konnte.
„The person you have called is temporarily not available...“ Ich wusste, es würde nichts bringen auf die Mailbox zu sprechen und so legte ich auf, während vor mir ein weißer Mercedes hielt.
„Denkst du, wir versetzen dich nur wegen einem Online-Stalker, V?“, erklang Katies vertraute Stimme, die ihren Arm aus dem Fenster lehnte und mich frech angrinste. „Na komm, hüpf 'rein.“
Hastig setzte ich mich auf den Beifahrersitz und meckerte: „Versetzen nicht, aber jetzt kommen wir zu spät.“
„Sorry, mein Dad“, rechtfertigte sie sich. Mit einem kräftigen Tritt auf das Gaspedal fuhr Katie, die mit bürgerlichem Namen Katherine Mooquie Monique hieß, los. Sie war wohl die selbstverliebteste und zugleich unsicherste Person, die ich kannte. Ob sie nun selbstbewusst war oder aber sich klein fühlte, hing bei ihr ganz stark davon ab, wer in ihrer Umgebung war. So überkamen die Dunkelhäutige, die ich fast immer nur in Designer-Kleidung sah, immer öfter Stimmungsschwankungen, mit denen selbst ich so manches Mal Probleme hatte. Aber übersah man das, erkannte man eine Person, die immer noch an Märchen glaubte – nur dass sie es stark überspielte, in dem sie auf Vorurteile plädierte.
„Schon wieder Stress? Du weißt, wir sind für dich da, Katie“, murmelte ich und sah besorgt zu meiner Freundin, die jeden Tag gekonnt Make-Up auflegte, sodass man niemals vermuten würde, dass sie sich fast jede Nacht in den Schlaf weinte. Doch jene verdrängte erneut ihre Gefühle und grinste: „Du weißt, don't worry, be happy. Und jetzt erzähl von diesem creepy Typen.“
„Gibt nix zu erzählen“, ich grinste. „Bist du neidisch, dass jemand so viele meiner Fotos liked?“ Wir provozierten uns gerne, wobei sie abrupt ihre Hand erhob und spielend meinte: „Bitch, please.“
Doch sie ließ nicht vom Thema ab: „Also?“
„Nichts also. Übrigens hat mich Matt angesprochen wegen einem Projekt am Freitag.“
Eine Ampel zwang uns zum Halten, sodass Katie Zeit hatte ihren Lippenstift mithilfe des Rückspiegels nachzuziehen: „Schon gehört. Bin auch dabei.“

Kaum auf dem Parkplatz der Filmakademie angekommen, schien es, als hatte jeder nur auf Katie gewartet. Und das nicht umsonst, denn die dunkelhäutige Schönheit war wohl das beliebteste Mädchen auf dem Campus, während ich Violetta nur eine ihrer Hofdamen war. Natürlich versicherte sie mir immer, dass ich ihre einzige wahre Freundin sei, aber in dem Gedrängel der vielen Mädchen und Jungs, die um ihre Aufmerksamkeit buhlten, vergaß man das fast. Im Gegenteil, ich war zwar an ihrer Seite und sie integriere mich, indem sie es darstellte, als wären sie und ich etwas Besseres, aber im Grunde genommen, hätte man mich ohne sie nicht so wahrgenommen.
So gab ich ihr lediglich zu verstehen, dass ich Vorlieb damit nahm, dass ich hektisch in meinen Vorlesungssaal lief, während sie die Modepolizei spielte.

Noch während ich eine Diashow über mich ergehen ließ, die uns alte Filmsets zeigte, zückte ich mein Mobiltelefon und checkte mein Profil.
Zu aller erst sprangen mir etliche Nachrichten von Katie auf, die sie mir noch gestern Nacht geschrieben hatte und die größtenteils aus Hetztiraden bestanden, dass sie mich nicht verstehen könne. Ich schmunzelte, denn immerhin gab sie mir damit zumindest zu verstehen, dass sie sich auf ihre verquere Art und Weise um mich sorgte.
Abwesend und vollkommen in meinen Facebook-Account versunken, zückte ich mir meinen Erdbeersirup, in den ich den dazugehörigen Strohhalm steckte und klickte auf die Nachrichten meines neuen Freundes:
Silent Roger: Deine Anfrage deute ich als ein Ja. ^_^ Und dir auch eine gute Nacht. Ich hoffe, du schläfst gut.
Ein Schmunzeln huschte unüberlegt über meine Gesichtszüge, ehe ich sah, dass er anscheinend ebenso online war und mir erneut schrieb: Hey, gut geschlafen?
Ich: Ja, du auch? Nicht wundern, ich bin in der Vorlesung. Nur dass du Bescheid weißt, falls ich plötzlich off bin. c: 
Fast wäre ich selbst darüber erstaunt gewesen, dass ich mich verteidigte, aber ich wusste, ich hatte den starken Drang, dass ich von jedem gemocht werden wollte.
Ich vernahm wie Katie schwungvoll die Tür zur Vorlesung aufriss, sich entschuldigte und dann neben mir auf den Stuhl fallen ließ, weshalb ich mein Handy beiseite legte. „Na, hat der Hofstab dir auch ja gesagt, wie schön du heute bist.“
Auf meine Neckerei schien sie erst gar nicht einzugehen, stattdessen maulte sie: „Ich sag's dir, die werden immer schlimmer. Alleine Cordelias Outfit heute.“ Ohne aufzusehen, räumte sie den Inhalt ihrer Tasche aus und somit auch ihr Mobiltelefon. Kurz zog sie irritiert die Augenbrauen hoch und sprach zu mir: „Okay, dein Stalker ist komisch.“
„Das hast du schon gesagt, vielleicht ist er einfach nur nicht an so vielen Menschen interessiert, wie du“, kam es ironisch von mir, ehe ich sah, was sie meinte. Sie zeigte mir ihr Handy, auf welchem ein offener Chat zu sehen war. Nicht nur, dass sie anscheinend Silent Roger geschrieben hatte, er hatte sie gekonnt ignoriert. „Okay, er will nicht mit dir schreiben, wo ist das Problem?“
„Wieso will er nur mit dir schreiben?“ Sie zog eine Schnute und verschränkte die Arme, was mir zeigte, dass sie in ihrem Stolz verletzt war. Ich kam nicht umhin loszulachen: „Vielleicht weil: 'Wer bist du', keine besonders höfliche Form des Anschreibens ist?!“
Katie verdrehte die Augen und tippte erneut in ihr Handy, nur um mir dann ganz leise zuzustimmen, dass ich vielleicht, aber auch nur vielleicht recht hatte.
Ich: Sorry dafür, dass meine Freundin dich anschrieb. Sie ist neugierig und macht sich Sorgen.
✔ Gelesen um 10:23

„Oh, er schrieb“, stellte Katie fest und das, obwohl ich noch auf seine Antwort wartete. Interessiert beugte ich mich zu ihr herüber. „Was schreibt er denn?“
„Nix“, genervt legte sie ihr Handy hin, während mein Blick an ihr haften blieb. Es war unschwer zu erkennen, dass sie log und es mir nicht sagen wollte. So widmeten wir uns stattdessen dem Unterricht.


〘 ☠  〙


Die Kirchenglocke der kleinen Stadt, in der wir lebten, läutete schon eine halbe Ewigkeit, obwohl die Zeiger der riesigen Uhr immer auf 13:57 Uhr standen.

Auch wenn schon längst später Abend war, hatte meine neue Facebook-Freundschaft immer noch nicht geantwortet, was mich mehr als nur verunsicherte. Was schrieben nur er und Katie?
Ich lief plappernd neben Lauren, kurz genannt Lo, und Bethany her, wobei die Gespräche zumeist sinnlos und ohne Belang waren. Es waren Wortfetzen, auf die jemand ansprang, ehe es in ein weiteres Thema führte, sodass niemand über wirklich wichtiges sprechen musste.
Lo kicherte künstlich, als ich ihr zu erklären versuchte, dass die alten Horrorfilmklassiker besser waren als die neumodischen, doch wirklich mitreden tat sie nicht. Die kleine Blondine, die ihre Haare in einem eleganten Bob trug und sich im Unterricht meist die Nägel lackierte, war nicht besonders intelligent, wenn man mich fragte. Aber stören tat es nicht, solange man genügend Abstand wahrte. Ihr Augenmerk lag in dieser Akademie vielmehr bei den Männern der Schöpfung, wobei sie Vorzugsweise mit Dozenten flirtete – allen voran Mister Waters. Der kleine Brite, der vor drei Semestern auf die Schule gekommen war, war der begehrteste von allen und doch schien sich Lo sicher, dass nur sie eine Chance hatte. Solange zumindest Katie nicht im Spiel war, aber wenn es nach mir ging, schien es eh vielmehr so, als ob diese auf einmal Interesse an Silent Roger zeigte. So lief sie hinter uns auf's Handy stierend und uns vollkommen ignorierend.
Bethany sah mitleidig zu mir, weswegen ich dem Rotkopf ein Lächeln schenkte. Sie war wohl noch eine der Normalsten, obwohl ich mir selbst nicht sicher war, ob sie eine eigene Persönlichkeit hatte. Sie war fast genauso wie ich und ergab sich einfach dem Gruppenzwang, sodass sie geduldet wurde und von uns als Maskottchen der Hofdamen betrachtet wurde.
„Ich weiß ja nicht“, meinte Lo und hakte sich bei mir ein, sodass ich gezwungen war, ebenso stehen zu bleiben und auf Katie zu warten, die Lo ebenso zum Einhaken nutzte. „Katie, was sagst du dazu?“
„Wozu?“ Noch immer starrte sie auf ihr Handy, wobei ich abwesend einen Blick auf meines warf.
Bethany, die neben mir stand, rückte sich ihre kleine Vollmondbrille zurecht und fragte unverblümt: „Mit wem schreibst du eigentlich die ganze Zeit?“
Noch immer reagierte unsere Königin, wie ich sie neckend nannte, nicht, weshalb Lo ihr genervt das Handy aus der Hand riss. Katie stemmte verärgert die Hände in die Hüften, entriss der Blondine ihr Telefon und meinte dann mehr zu mir: „Wir gehen auf den Jahrmarkt.“
„Wieso das?“ Fragend legte ich meine Stirn in Falten, ehe Katie mich zu sich zog.
„Ich werde Silent Roger dort treffen. Also los.“ Und damit zwang sie uns in ihr Auto.

Ich war enttäuscht und vielleicht sogar wütend. Nicht, dass es berechtigt gewesen wäre, aber es verärgerte mich, dass Katie mir etwas oder jemanden schlecht machen wollte und sich dann einfach die Aufmerksamkeit schnappte, die mir gewidmet war. Hätte ich mich nicht beherrschen können, hätte ich Silent Roger vermutlich geschrieben, dass ich fand, er war ein Arschloch. Doch da ich leider viel zu unsicher war, wie das auf Katie wirken würde, gab ich mich damit zufrieden, mir meinen Teil zu denken.
 

〘 ☠ 〙



„Und jetzt?“, fragte Bethany, die sich argwöhnisch umsah. „Willst du ehrlich einen Kerl nachts auf dem Jahrmarkt treffen?“
„Ah, Frischfleisch“, schrie Lo schon fast und ignorierte damit Bethanys Aussage, während sie bereits auf ein paar Jungs zugehen wollte. Ich rollte die Augen, denn Fakt war, dass man nicht intelligent sein musste, um den Kerlen anzumerken, dass sie betrunken waren. Es war so typisch für unser stilles Örtchen, dass sich um 23 Uhr jeder hier die Kante gab.
Mich irritierte vielmehr Katie, die sich sofort von uns verabschiedete und meinte, sie würde später wieder zu uns stoßen. So stand ich alleine mit Bethany dort, während wir uns versuchten aufmunternd anzulächeln.
Fröhliche Musik wurde an jedem Stand gespielt und sah man nicht die Menschen, sondern die schönen bunten Laternen, die den Weg zu den Kornfeldern beleuchteten, hätte es fast romantisch sein können. „Gut“, sprach ich ein wenig überfordert. „Wollen wir uns ein paar Stände ansehen?“
Bethany nickte, aber schien auch gleich gewillt meine Hand zu nehmen, was mich sie verwirrt ansehen ließ.
Sie wurde leicht rot: „Sorry, ich habe Angst vor Clowns und Menschenansammlungen.“
„Okay.“ Ich klang skeptisch und weniger begeistert, aber ging dann auf diese seltsame Geste ein.
Doch von Menschenmassen war gar nicht zu reden. Es war auf diesen 500 m² vielleicht gerade einmal 100 Leute, wenn überhaupt.

Stand um Stand war aufgebaut worden, sodass gerade am Anfang viel gegessen und getrunken wurde, während man, umso weiter man ging, vermehrt Spielstände sah. Sei es Enten angeln, Kerzenerstellung oder aber Wahrsagen. Es gab etwas für jeden, wobei ich mich mehr fragte, wo Katie diesen Kerl treffen würde. Just in dem Moment vibrierte mein Blackberry.
Naiv wie ich war, erwartete ich fast, dass Silent Roger mir schrieb, oder aber Katie, dass das Date schlecht gelaufen war. Doch zu meinem Pech, war es einzig eine SMS, die mir mitteilte, dass mein Datenvolumen fast aufgebraucht war.
Niedergeschlagen ließ ich die Schultern sinken und erlaubte es Bethany, dass sie mich zu einem offenen Zelt zog, wo eine angebliche Wahrsagerin einen Hamburger aß. Sofort wischte sich die Dame den Mund sauber und freute sich: „Kinder, Kinder, wollt ihr euch die Zukunft vorhersagen lassen? Ich, Madame Grimaldi, bin eine der letzten Nachkommen von Isabella van Torgh.“ Ihre roten Nägel sahen so aus, als wäre ihre Maniküre schon längst überfällig.
Sofort nickte Bethany begeistert und setzte sich an den Tisch, wo eine Kristallkugel stand. Mich persönlich erinnerte sie an einen übergroßen Flummi, den ich schon auf Amazon gesehen hatte, sodass ich eher skeptisch blieb.
Mit verschränkten Armen stand ich also dort und besah mir die sogenannte Wahrsagerei, ehe jemand neben mir flüsterte: „Man mag es kaum glauben, aber wenn sie nicht gerade die Zukunft liest, arbeitet sie in Caroline's Diner.“
Ein amüsiertes Lachen entkam mir sofort, wobei ich mir den Kerl näher besah, der mir diese Information zukommen ließ. Seine blaugrauen Augen fixierten das Schauspiel, wobei ihm ein paar seiner braunen Haarsträhnen ins Gesicht fielen, als er sich erneut zu mir lehnte: „Ich sag dir, gleich sagt sie voraus, dass sie sterben wird. Ronny vom Spiegelkabinett hat sie in diesem Jahr bereits viermal seinen Tod vorausgesagt.“
Mit erhobenen Augenbrauen sah ich den Kerl belustigt an. Die rebellische Art, die wohl seine schwarzen Klamotten und die Biker-Schuhe betonen sollten, passten so gar nicht zu der offenen Art, die er mir gegenüber an den Tag legte. Ich beobachtete ihn kurz, ehe er zurück sah und mein Starren bemerkte. Kurz huschte ein Grinsen über seine Lippen, was seine Grübchen betonte.
Reflexartig sah ich wieder zu Bethany, die nun wirklich ihren Tod verkündet bekam und auch, wenn es unangebracht war, lachte ich unweigerlich auf.
Der Kerl schaute wissend: „Ich hab's ja gesagt.“ Zur Untermalung zeigte er auf die Szenerie und hielt mir anschließend die Hand hin: „Ich bin Alex.“
„Violetta, aber alle nennen mich V.“
„Okay, V.“, meinte er und als jemand seinen Namen brüllte, rümpfte er seine markante Nase und sah gequält drein: „Die Pflicht ruft.“ Und während Alex ging, kam eine total überforderte Bethany auf mich zu: „Hast du das gehört?! Ich werde sterben! STERBEN!“ Sie zitterte unweigerlich und hätte mein Blick töten können, wäre diese Wahrsagerin sofort Tod umgefallen.
„Ganz ruhig, das wirst du nicht“, sagte ich so ernst wie möglich und kam nicht umhin, dass ich die Rothaarige ein wenig schüttelte. Es bewirkte jedoch 'rein gar nichts und als mein Handy klingelte, dachte ich Bethany würde zusammenbrechen.
„WO SEID IHR?!“, brüllte Katie in ihr Mobiltelefon, ehe ich ihr einzig den Stand nannte, an dem wir verharrten und auflegte. Noch immer schien Bethany vollkommen neben der Spur und als Katie zu uns stieß, sah sie vollkommen fertig aus.

„Was ist passiert?“, fragte ich aufgebracht und hielt die Rothaarige in meinen Armen, die noch immer über ihren angeblichen Tod trauerte. Ich befürchtete, dass sie schon ihre Beerdigung plante.
„Der Kerl war nicht da“, empörte sich Katie und schrie dann quer über den Jahrmarkt zu Lo, dass jene das 'rumschlampen lassen solle. So standen wir zu viert dort, wobei Katie zeterte, dass sie versetzt wurde. Vermehrt zückte sie ihr Handy und jedes Mal, wenn sie es wieder wegstecken wollte, tippte sie doch wieder eine weitere Beleidigung in jenes. Es ging eine Weile so, wobei ich über ihre Schulter hinweg sah, dass Silent Roger ihr noch nicht geantwortet hatte. Stattdessen vibrierte mein Blackberry, welches ich schnell heraus kramte.
Silent Roger: Deine Freundin ist ja richtig sauer, lol.
Katie bemerkte es und blaffte mich an: „Ja und jetzt schreibt er dir! Was ist das für ein Wichser.“
Um ehrlich zu sein, hatte ich keine Ahnung, wie ich das finden sollte, was vermutlich auch daran lag, dass es nicht ruhig genug war, um dass man hätte nachdenken können. Und so sah ich vielmehr wie Alex hinter der Theke eines Schießstandes stand, mit Handy in der Hand.
Verblüfft sah ich zu ihm, zumal er uns grinsend beobachtete. Und unweigerlich überkam mich die starke Vermutung, dass er Silent Roger war und als ich dann sah, wie Tyrese Gable mit seinen Kumpels zu Alex ging, war alles klar. Aber sagen tat ich nichts, außer: „Katie, dein Ex ist da.“
„WAS?! Wo?!“, fragte sie und fand ihn sogleich selbst. Ich sollte ihr wohl klarmachen, dass man ihr noch immer anmerkte, dass sie auf ihn stand, auch wenn sie das niemals laut sagen würde.
Und in ihrer Emotion getrieben, marschierte sie wütend auf Tyrese zu und blaffte ihn an: „Was machst du hier?! Sag mir, warst du Roger?! Was soll dieses Spiel?!“ Weitere Vorwürfe fielen, die als Fragen getarnt waren, und hätte ich mich getraut, hätte ich mich, nun da wir an seinem Stand standen, zu Alex umgedreht.
Der große ehemalige Highschool-Football-Spieler erhob abwehrend die Hände, während Katie auf seine Brust trommelte. Sie waren damals wirklich ein schönes Paar gewesen, hätte Tyrese sie nicht betrogen. Aber es kam, wie es kommen musste, denn Cheerleader waren laut seiner Meinung nur mit Football-Spielern zusammen. Als er selbst eine Verletzung erlitt und seine Leidenschaft aufgeben musste, trat er der Theatergruppe bei und entdeckte nicht nur das Schauspiel für sich, sondern auch seine Vorliebe für Schauspielerinnen. - Nicht umsonst hatte Katie deshalb selbst angefangen, sich als zukünftige Schauspielerin zu bezeichnen. Es war bizarr und grenzte an das Klischee einer Teenie-Komödie.
Ein Schluchzen rief mich zurück in die Realität und ließ mich zu der immer noch weinenden Bethany schauen. Es dauerte nicht lange, da hatte sie die Aufmerksamkeit von Tyrese Freunden, was Lo dazu brachte, sie anzusehen, als habe sie ihr gerade mitgeteilt, die Welt wäre eine Scheibe. Wobei das war vermutlich selbst für Lo's Verhältnisse zu hoch.
Ein Seufzen der Verzweiflung überkam mich, sodass ich mich überfordert umsah und dann Alex zu meiner Linken sah, der freudig grinsend sein Mobiltelefon erhob. Kurz schaute ich ihn perplex an, ehe ich mich daran erinnerte, dass mein Handy vibriert hatte. Ich grinste schelmisch: „Sorry, mein Datenvolumen ist alle.“
Er beugte sich über die Theke und offenbarte mir erneut seinen Grübchen mit einem verschmitzten Lächeln: „Wie bedauerlich, V.“
„Warum nennst du dich Silent Roger?“, in meiner Frage lag viel Neugier, sodass ich sie damit betonte, dass ich meine Stirn in Falten legte. Aber antworten tat er nicht, stattdessen schmunzelte er mich weiterhin an. Gott, dieser Kerl war hübscher als ich es mir hätte erträumen können und das, obwohl man ihm ansah, dass er nicht gerade sozial, geschweige denn ein Prinz Charming, war.
Ertappt schreckte ich zurück, als ich selbst merkte, wie ich verdrängte, dass er sich eigentlich mit Katie verabredet hatte, was er jedoch bemerkte. Er musterte mich jedoch weiterhin amüsiert: „Was ist los?“
„Wolltest du dich nicht mit Katie treffen?“
Er grinste: „Naw, bist du eifersüchtig?“ Ihm schien nicht bewusst, wie sehr das zutraf und wie sehr mich die Neugier plagte, aber als er bemerkte, dass ich noch immer schwieg, schob er mir den offenen Chat mit Katie zu. Einen Finger legte er dabei schweigend auf seine Lippen, ganz so, als wolle er keine Aufmerksamkeit erregen.
Ich las es mir mit dem selbst errungenen Halbwissen an, welches ich behauptete zu haben. Kurz um, hatte er ihr auf die Frage, wer er sei, geantwortet, dass sie zu ihm kommen solle, insofern sie sich traut. Katie wäre vermutlich nicht Katie gewesen, hätte sie diese Herausforderung nicht angenommen und so hakte sie genau nach, wo er war. Er teilte ihr mit, dass er im Spiegelkabinett sei, jedoch gleich gehen würde, was sie aber ignorierte. So befahl sie ihm vielmehr, er solle dort bleiben, da sie kommen würde. Und so kam es, dass Katie alleine im Kabinett der verzerrten Spiegel suchte, während er schon lange nicht mehr dort war.
Überrascht hob ich die Augenbrauen an: „Hast du ihr ernsthaft gesagt, du seist ihr wahres Ich, das sie nur in den Spiegeln erkennen könne?!“ Wäre es nicht Katie gewesen, hätte ich es vermutlich amüsant gefunden, aber so...
Ich gab ihm sein Mobiltelefon zurück und drehte mich wieder zu den Anderen, dessen Streit anscheinend gerade endete. „Wenn du nicht Silent Roger bist, wer dann?!“
Tyrese sah Hilfe suchend zu Alex, der so unschuldig aussah, als wäre er es wirklich nicht. Der ehemalige Footballer merkte dabei an: „Kein Plan, ich treffe nur 'nen Kumpel, wegen einem Projekt. Und jetzt, lass mich.“ Man merkte, der Riese fühlte sich hilflos.
„Stimmt das?“, fragte Katie an Alex gerichtet, der einfach nur ernst drein sah und wieder auf seinem Mobiltelefon herumtippte. Gott, seine Handysucht war schlimmer als die meiner Freundinnen!
„Tyrese“, kam es nur streng von Alex, sodass dieser Katie ein wenig harsch von ihm zog und die Aufmerksamkeit aller auf sich richtete. „Wer wissen, was Projekt Silent Roger ist, kommt nachher zum alten See. Der Rest der Schisser“, - und dabei fiel sein Blick auf die weinende Bethany, - „kann nachhause gehen.“

[Der Trailer ist fertig, meine Lieben. Viel Spaß.]

Der alte See hatte seinen Namen nicht von irgendwo her, denn er war sogar so alt, dass die eigentlich Kiesgrube, in der er einst lag, trocken in der Nähe der Kornfelder verkam. Ich selbst konnte mich nicht einmal mehr erinnern, ob der See in meinen Kindheitstagen noch vorhanden gewesen war oder ob bereits damals das trockene Loch vorherrschte, das einzig vom Regen hin- und wieder benetzt wurde, sodass eine Pfütze entstand, die ebenso schnell versickerte.

Es war bereits nach 00:00 a.m., als wir noch immer auf Alex warteten, der uns versichert hatte, er würde so schnell er könnte, erscheinen. Trotz des Lagerfeuers, fröstelte es mich ein wenig, doch sagen tat ich nichts.
Meine Freundinnen schienen immer noch erbost, dass ich so erpicht darauf war, zu erfahren, worum es sich bei diesem Projekt handelte. Obgleich sie vielleicht nicht Interesse an diesem hatten, aber jede von ihnen hatte ihre Gründe hier zu sein. 
Augenblicklich schweifte mein Blick über die Anwesenden, ich wusste, dass Katie einzig wegen Tyrese hier war, während Lo es auf einen anderen Kerl abgesehen hatte.
Mein Blick fiel mitleidig auf Bethany, die sich zwar beruhigt hatte, nachdem ich ihr gesagt hatte, dass die Vorhersage nicht eintreffen würde, aber hier sein wollte sie nicht. Im Gegenteil, sie wollte lieber so schnell fort wie irgend möglich, was sie aber alleine nicht tat. So hoffte sie einfach, dass wir bald gehen würden.

„Sag mal, Tyrese? Woher kennst du eigentlich Alex?“ In dieser stillen Langeweile, in der keiner ein Wort sagte, konnte ich vielleicht ganz unauffällig meine Neugier stillen.
Der Riese hielt seine Hände näher an die Flammen des Lagerfeuers, um sich zu wärmen, ehe er ausführte: „Hab ihn bei 'nem Schüleraustausch kennengelernt, war'n bei der selben Familie.“
„Wann war das?“, geduldig legte ich meinen Kopf auf meine Arme, die wiederum auf meinen angewinkelten Beinen lagen und genoss die Aufklärung.
Der Dunkelhäutige mit den Dreadlocks überlegte: „In der elften Klasse. Ist also schon ein paar Jährchen her.“
„Hm“, kam es überlegend von mir: „Und was glaubst du ist das für ein Projekt?“
„Ich habe absolut keinen Plan...Die letzten Arbeiten, die er während seiner Zeit in Tokio gemacht hatte, waren glaube ich Doku's.“
„Doku's...? Du meinst Dokumentationen?“, kam es fragwürdig von Katie, die nun gänzlich überzeugt war, dass ihr Exfreund sich bei seinem Unfall einst ebenso den Kopf angeschlagen haben musste. „Seit wann interessierst du dich für Doku's?!“ Sie legte so viel Verachtung in ihre Worte, dass ein Jeder sich sofort unwohl fühlte, aber Gott sei Dank beendete Alex Erscheinen diese unangenehme Stille, der angriffslustig meinte: „Na toll, es sind ja doch...einige mehr als ich dachte.“
Argwöhnisch sah ich mich im Kreis um und bemerkte, dass einzig wir Mädchen uns angesprochen fühlten und zog den Kopf ein. Wenigstens saß Katie neben mir, auch wenn sie Vorlieb damit nahm, ein paar Äste ins Feuer zu werfen.
Alexs blau-graue Augen wanderten ruhig über einen jeden Anwesenden, ehe er amüsiert die Stirn in Falten legte und meinte: „Ich denke, ich hatte mich klar ausgedrückt. Nun gut, ich denke zwar, dass sich einige von euch einscheißen, aber mir soll's recht sein.“
„Hier sind genug Büsche“, feixte Tyrese und schien es mehr gegen seine Ex-Freundin Katie zu richten, was Alex lächeln ließ. Der Brünette klatschte in die Hände: „Hat jemand von euch schon 'mal vom RR gehört?“
„RR?“, entkam es fragend Lo, wobei es aussah als würde Bethany anfangen zu weinen, obwohl sie nicht einmal wusste, was das war.
„Der Red Room“, erklärte der dunkelhaarige Lockenkopf Dwight, dessen farbiges Hawaii-Hemd trotz der Dunkelheit blendete. „Hast du dir das gut überlegt?“
„Moment!“ Lenny, der ruhigste der Truppe, hatte die Hand erhoben. „Du meinst doch jetzt nicht ernsthaft, diese Creepy-Pasta-Story?!“
„Es ist nur Creepy-Pasta, wenn es nicht real ist“, verbesserte Alex den schlaksigen Kerl, der sich an seinem Bart am Kinn herum zupfte. Er schien überhaupt nicht überzeugt, geschweige denn begeistert. Und ich verstand nur die Hälfte. Natürlich hatte ich vom Red Room gehört, es war ein Fantasie-Produkt, das zumeist in gruseligen Storys auf Youtube verbreitet wurde, während selbst ein Japaner darüber einen Zweiteiler gedreht hatte, aber einige Fragen blieben offen und die musste ich stellen: „Warum genau fragst du uns nach dem Red Room?“
Ein Schmunzeln huschte über Alex Züge, denn anscheinend hatte er genau auf diese Frage gewartet. Er deutete belehrend mit dem Finger auf mich: „Gute Frage! Ich will dokumentieren, wie wir den sagenumwobenen Red Room finden.“
Lo schien auf einmal hell auf begeistert: „Also ist es eine Schnitzeljagd?!“ Ihre langen Wimpern ließ sie klimpern, ehe sie triumphierend die Hand erhob und ein „Woohoo“ erklingen ließ. Mein skeptischer Blick genügte wohl und sie hakte nach: „Oder nicht?“
„Wohl eher nicht“, kam es bissig von Katie, die sich auf ihrem Handy Google besah und wütend zu Tyrese sah: „Ein scheiß Raum, in dem Menschen gefoltert werden, während die Welt live zusieht?! Sag mal geht’s noch?!“ Eine Gänsehaut suchte mich heim, die mehr darauf zurückzuführen war, dass auch mir die Idee nicht sonderlich gefiel.
„Du musst ja nicht mitmachen“, meinte ihr Exfreund und sah dann zu Alex: „Ist Billy dabei?“ Der Angesprochene nickte, während Tyrese sagte, er wäre dabei.
Ich musste Katie nicht ansehen, um zu wissen, dass nun ein neuer Streit vom Zaun brechen würde, also offenbarte ich so schnell ich konnte meine Gedanken: „Okay, Moment mal.“ Ich sah skeptisch zu den seltsamen Gestalten: „Erstens: Wieso glaubst du, dass dieser Raum existiert?! Zweitens, was für mich viel relevanter ist,...sollte dieser Red Room tatsächlich existieren, wieso sollten wir ihn finden?! Und selbst wenn wir ihn finden, können wir ihn nicht finden, ohne das die Betreiber es merken. Ihr wisst schon, dass man sich nicht mit Killern anlegen sollte?!“ Erneut überkam mich eine Zitterwelle, die aber nur entstand, da mich plötzliche Angst überkam, auf was ich mich hier einließ. Es war nicht ungefährlich, zumal ich in solch unangenehmen Momenten sowieso immer Paranoia bekam.
„Dankeschön, dass das jemand so exakt ausführt“, sprach Lenny, wobei ebenso Katie zustimmend nickte und dabei mahnend zu ihrem Ex sah. „Hast du das gehört?! Sie hat recht.“
Geschafft schnaufte Alex aus, wobei er einen Blick mit Dwight und Tyrese tauschte, die Beide aber mehr in Anbetracht der Situation in Vorfreude grinsten. „Okay, das waren viele Fragen.“ Alex zog die Augenbrauen hoch. „Es gibt ihn oder zumindest Leute, die es behaupten und jemand hat mir eine Information zukommen lassen, die für uns ganz klar einen Vorteil bringt. Zweitens: Wir finden ihn und außerdem, Schätzchen, packen wir's auf Youtube. Die ganze Welt wird uns verdammt noch 'mal verfolgen. Jeder wird wissen, wo wir sind, falls etwas passiert. Außerdem... wäre es doch geil für deinen Lebenslauf, wenn dort drin steht, dass du geholfen hast die Betreiber zu fassen.“ Ein narzisstisches Lächeln überkam ihn, weshalb mir alles aus dem Gesicht fiel und ich mich unweigerlich von Katie hochziehen ließ, die erbost meinte, dass wir gehen.

„Ich kann das nicht fassen,...dass der da mitmacht“, zeterte Katie, während es ihr egal war, dass ich fast hinter ihr stolperte. Gerade so konnte ich mein Gleichgewicht halten, während Lo und Bethany Anschluss fanden. Ich selbst konnte nur in meinen eigenen Gedanken verweilen. Klar, es würde vermutlich ein nicht uninteressantes Projekt sein, aber wenn wir ehrlich waren, glaubte ich nicht daran, dass dieser Alex tatsächlich etwas finden würde. Es gab viel zu viel Leute, die glaubten etwas zu wissen, während sie in Wahrheit nur Vermutungen anstellten, die die Angst der Menschen schürten. Natürlich würde ich nicht abstreiten, dass solche Räume vermutlich existierten, dafür war die Menschheit verkommen genug, aber ich wusste auch, dass man in manchen Belangen lieber unwissend bleiben sollte.
„V, warte mal“, hörte ich hinter mir Alex rufen, der uns gemächlich nach schritt und eine halb aufgerauchte Zigarette wegschnippte. „Hey, jetzt warte doch mal.“
„Wehe du wartest auf ihn“, herrschte Katie und trampelte in ihren Highheels, die halb im Feldweg versanken, voraus zum Auto.
Natürlich wartete ich nicht, doch wurden meine Schritte fast reflexartig kleiner, weshalb er mich aufholte. Verschmitzt sah er mich an, während er neben mir herlief: „Jetzt komm schon, überleg es dir noch'mal.“
„Da gibt es nichts zu überlegen“, verteidigte ich mich. „Netter Vorschlag, vielleicht wäre ich bei einer verlassenen Irrenanstalt dabei, aber bei so etwas?! Nein, danke.“
„Eine verlassene Irrenanstalt?! Welch Klischee, schäm dich“, er schien es teilweise ernst, teilweise belustigt vor sich herzusagen. „Du weißt selbst, dass es eine einmalige Chance ist. Komm schon, hättest du so sehr Angst, hättest du mit keinem Fremden auf Facebook geschrieben. Du suchst das Abenteuer, das Risiko, gib's zu.“ Provokant hatte er mich angehalten, indem er meinen Arm festhielt.
Etwas versöhnlicher versuchte ich ihm zu vermitteln, dass das definitiv nicht dasselbe war, denn das war es nicht. Er aber ließ nicht locker: „Überleg's dir.“ Und mit diesen Worten ging er zurück zum Lagerfeuer, während ich die Autohupe von Katie vernahm, die hinzuaddierend meinen Namen rief. 
 

〘 ☠ 〙



„Hi Matt“, murmelte ich dem jungen Studenten mit der übergroßen Brille entgegen, während ich mich mitsamt Tasche auf einem der Stühle in der Bibliothek fallen ließ.
Ich war die letzte einer kleinen Gruppe, die er sich fast immer anlachte, wenn er sich in seiner Rolle als Regisseur übte. Er sah mich streng an: „Du bist zu spät.“ Und trotzdem würde ich mich nicht entschuldigen, denn ich erwies ihm mit meinem Besuch lediglich einen Gefallen.
„Auch wenn die Summer Break bald ansteht, möchte ich euch doch bitten, wenigstens so zu tun als wären wir professionell“, er beobachtete bei diesen Worten Katie, die sich die Nägel feilte und dessen Handy immer wieder piepte. Ermahnend schauten alle sie an, ehe sie gequält die Nagelfeile beiseite legte, die Arme verschränkte und maulte: „Ist ja gut. Jetzt klär' uns schon auf, um was es sich bei dem Projekt handelt, oh großer Regisseur.
Man merkte, dass Matt sich über den Titel freute und sich die übergroße Brille nur hochschob, damit er versiert wirkte. „Ich plane ein Filmprojekt über das – Trommelwirbel, bitte: Das Fernsehverhalten von den Bürgern in Campoor.
„Das ist jetzt nicht dein Ernst?!“, platze es synchron aus Katie und mir heraus, wobei Matt aber erzürnt schien, dass wir ihm nicht den Applaus zukommen ließen, den er seiner Meinung nach verdiente. „Hallo, wenn ihr euch so verhält, ist es kein Wunder, dass Campoor von den meisten komplett ignoriert wird.“
Ein Schweigen entstand, in welcher wohl jeder überlegte, ob es tatsächlich Ignoranz war oder nicht vielmehr das Unwissen, was dazu führte, dass wir niemals Touristen in unserer Kleinstadt hatten. Ja, selbst manche Navigationsgeräte schienen unser kleines Städtchen nicht zu kennen und wenn man die meisten hier fragte, war es ihnen egal.
Die Bürger waren mindestens genauso desinteressiert wie passiv aktiv an allem, was um sie herum geschah, sodass wir bedauerlicherweise eine Metallfigur namens Shabby Joe als Bürgermeister hatten, die lediglich aussah wie ein Bauer mit Cowboyhut. Erst Wochen später war dem Archivmeister der Stadtbibliothek aufgefallen, dass dies kein eigentlicher Bürger, geschweige denn Merkmal unserer Stadt war. Es war lediglich das 30 Zentimeter kleine Maskottchen unseres Friseurs und wurde zumeist von Hunden angepinkelt. 
In dieser Stadt gab es somit nur zwei Arten von Menschen: Jene, die es liebten und verweilten oder die, die schreiend das Weite suchten und Campoor nie wieder betraten.
Ich selbst wusste noch nicht, zu welcher Gruppierung ich mich zählte, aber fest stand, dass das Interesse an einem Projekt über das Filmverhalten jener Leute hier, nichts am Status unserer Kleinstadt verändern würde.
„Ich geh mir 'nen Kaffee holen“, rechtfertigte ich mich, während die verschiedensten Diskussionen entbrannten, die sich alle darum drehten, dass es so ein Projekt schon einmal in den 80ern gegeben hätte und das nichts Campoor jemals verändern würde.

Mit purer Absicht trödelte ich und ging sogar vor und nach dem Kaffee holen eine rauchen, was mir Katie zwar später vorwerfen würde, aber mein blanker Egoismus, ließ es mich durchziehen.
Ich wusste um die Nachrichten, die mir Silent Roger alias Alex geschrieben hatte, und doch ignorierte ich sie größtenteils. Ich wusste nun wirklich nicht, was ich noch erwidern konnte, um ihn von dieser Idee abzubringen, was mir aber auch genommen wurde. Denn noch während meiner Zigarettenpause, lief mir prompt Tyrese in die Arme, der niemand anderen, als den seltsamen Billy Porter dabei hatte.
Der große Kerl, der zumeist mit der Hilfe seines Mittelfingers kommunizierte, wurde nicht umsonst gemieden. Denn Fakt war: Er war ein unhöflicher Kerl, der, – wenn er nicht gerade Filme kritisierte oder die Vorlesungen schwänzte, - im Filmarchiv Filme zurückspulte, die die Dozenten oder Schüler ausgeliehen hatten.
„Du hier? Am Freitagabend?“, fragte mich Tyrese und blieb stehen, während Billy Abstand wahrte und seine Hände in den Hosentaschen seiner weiten Hose vergrub.
Ich knirschte mit den Zähnen: „Matt startet ein Filmprojekt. Und du? Sucht ihr in alten Horrorkomödien nach Beweisen für den Red Room?“ Ich wusste, ich war giftig, aber mir wollte nicht in den Kopf, wie jemand so dumm sein konnte.
„Haha“, kam es ironisch von Tyrese, wobei er meinte: „Dir ist schon klar, dass euch 'was entgeht?!“
„Der baldige Tod?“
„Quatsch“, empörte sich der Dunkelhäutige und spuckte auf den Boden. „Dir ist schon klar, dass nichts passieren wird? Es ist 'ne Masche von Alex, die Leuten Angst machen soll. Er will, dass man nicht schauspielert. Die meisten Gruseleffekte gestaltet er selbst. Es geht einzig um die Aufmerksamkeit der Leute.“
Eine interessante Erklärung, wie ich fand und sie brachte mich ins Überlegen. „Okay, dann ist ja gut.“
Er verabschiedete sich, wobei er mir dafür ein Peace-Zeichen gab und noch meinte: „Überleg's dir. Falls du doch dabei sein willst, wir treffen uns Montag um 16 Uhr am östlichen Steg von Clifford.“ 
Und vermutlich würde ich meine Entscheidung noch einmal auf die Waage packen. 
 

〘 ☠ 〙



Was mir vermutlich selbst vollkommen entgangen war, dass ich mich vermutlich schon längst entschieden hatte. Die etlichen Videos, die ich mir anschließend von Alex Youtube-Channel gab, den ich nach einiger Stalkerei auch gefunden hatte, überzeugten mich nur noch mehr. Es war gut gemacht und wenn man erst einmal Google durchforstete, wurde einem auch schnell klar, dass man den Red Room niemals finden würde... falls er überhaupt existierte. Es war also einzig ein Schauspiel, das gekonnt getätigt werden musste, während Youtube und die Zuschauer den Rest taten.

Noch als ich am Montagmittag in der Cafeteria saß, plagte mich Unbehagen, da ich meinen Freundinnen meinen Entschluss nicht mitgeteilt hatte; ihn gar aus Angst verschwieg. Und so räusperte ich mich, was dazu führte, dass Bethany in ihren Erzählungen über ihr gestriges Telefonat mit einer Tarot-Kartenlegerin, die ihren baldigen Tod nicht erblicken konnte, stoppte.
Alle sahen sich mich an und faltete meine Hände auf meinem Schoß. „Ich möchte euch darüber in Kenntnis setzen, dass ich bei Projekt Silent Roger teilnehmen werde.“
Lo war die Einzige, die vermutlich nicht ganz verstand, was das bedeutete, während Bethany plapperte, dass sie vergessen hatte, ihre Kartenlegerin nach einem baldigen Tod in ihrem Freundeskreis zu fragen.
Katie hingegen, nun ja, sie verschluckte sich an ihrem teuren Markenwasser und spuckte es in hoher Fontäne auf unseren Tisch. Ihre Augen fielen fast aus dem Kopf und ich glaube, ich konnte sehen, wie etwas in ihr aufflammte, dass so etwas wie Angst sein sollte. Aber etwas dergleichen von sich gaben, tat sie nicht. Es waren vielmehr wüste Beschimpfungen, die sie aber mehr vor sich hin brabbelte, während sie das Weite suchte und Lo ihr folgte.
Einzig Bethany blieb noch kurz, jedoch auch nur, um mir das Beste zu wünschen und mir mitzuteilen, dass sie für mich beten würde. Das empfand ich zwar als etwas übertrieben, aber immerhin gab es eine Person, die meine Entscheidung akzeptierte. 
 

〘 ☠ 〙



Es war Zeit für das Treffen und auch, wenn ich Hunger hatte, war ich so nervös gewesen, dass ich nichts essen konnte. So knurrte mein Magen nun und erfüllte den ruhigen Wald und seinen Trampelpfad mit kuriosen Geräuschen, die vermutlich einige Tiere verschreckten.
Es war ätzend diesen Weg entlangzugehen, nicht nur, dass ich Geld sparen musste und mir kein Taxi leisten konnte, ich hatte auch einfach das falsche Schuhwerk an. Gedanklich setzte ich ein Paar Wanderschuhe auf meine Liste, die mich vermutlich um mein letztes Erspartes erleichtern würden und dass nur, weil ich Vorahnungen hatte, dass diese seltsamen jungen Männer mich durch die Hölle schicken würden.
Aber wer den Ruhm wollte, der musste leiden, so versuchte ich es zumindest mir selbst zu verkaufen. Zaghaft kam ich an einem alten Holzschild vorbei, dessen Mast tief, aber schief in der Erde steckte, während mit roter Farbe herauf gekritzelt worden war: 
 

BETRETEN AUF EIGENE GEFAHR!



Unbewusst schärfte ich meine Sinne und nun ja, ich war keine Könnerin, aber wenn man plötzlich versuchte seine Aufmerksamkeit auf Kleinigkeiten in einem einsamen Wald zu lenken, klang alles verdächtig.
Ich ermahnte mich selbst cool zu bleiben, während Gebüsche und Laub raschelten und mir meine eigene Geräuschkulisse so laut vorkam, als würde auf meiner Stirn das Wort Opfer stehen. Unweigerlich drosselte ich mein Tempo und ergriff mein Handy, mit welchem ich Musik hörte. Hätte mich das erst einmal abgelenkt, würde ich vielleicht nicht so ängstlich erscheinen und jedes Opferpotenzial an die unschuldigen Beutetiere übergeben.
Je tiefer ich in den Wald ging, hin gen Seeloch, desto mehr Mücken und andere Insekten attackierten mich. Es war die Hölle, ein Jeder schien mich stechen zu wollen und bald schon schlug ich wie wild in der Luft herum, was dafür sorgte, dass ich nicht bemerkte, wie nahe ich dem Treffpunkt gekommen war. 
Viel zu schreckhaft bemerkte ich, dass der schlaksige Lenny mich verstört ansah und ich wohl übertrieben mädchenhaft wirkte. Abrupt stoppte ich in der Abwehr der Insekten, zückte mir meine blaue Bluse zurecht und räusperte mich, mit einem anschließenden: „Hi,... die Mücken.“
Verstehend nickte Lenny, obwohl er wohl immer noch leicht überfordert war und einfach wieder hinter seinem Laptop versank, den er auf seinem Schoß hatte, während er selbst auf einer alten Bierkiste saß.
Mehrmals ermahnte ich mich gedanklich, dass ich mich ja nicht von diesem Kerl verunsichern lassen sollte. Und so versuchte ich mich selbst davon zu überzeugen, dass er derjenige war, der die Igelfrisur trug und damit albern wirkte. Allgemein wirkte Lenny so bizarr, als hätte die Jahrtausendwende nie stattgefunden, was zwar kurios wirkte, aber auch auf eine gewisse Art selbstbewusst.
Am Liebsten hätte ich irgendein fieses Kommentar von mir gegeben, was ihm gezeigt hätte, dass ich mich neben ihm nicht so klein fühlte, aber wie immer, stand ich einfach dumm da. Wieso konnte ich nicht so bissig sein wie Katie?! 
Ich sprach wie so oft, wenn ich eingeschüchtert war, eher kläglich kratzig, als wirklich selbstbewusst und erschreckte mich fast vor mir selbst: „Ehm, was ist das hier?“
„Dwight's Hausboot“, er sah nicht einmal auf, während er sprach und ich tippelte nervös mit meinem rechten Fuß, der in einer blauen Ballerina steckte, auf dem Sandboden herum. „Sind die Anderen schon da?“
Seine Augen klebten förmlich an seinem Laptopbildschirm, während er monoton antwortete: „Keine Ahnung.“

Skeptisch beäugte ich den rostigen Briefkasten, dessen offene Tür im Wind herum klapperte. Darauf selbst war in unordentlicher Schrift Dwight Campbell geschrieben, wobei es mir vorkam, als wäre es dieselbe rote Farbe, die ich auch auf dem Schild ein paar Meilen zuvor gesehen hatte. Vermutlich war das Schild ebenso von ihm erstellt worden.
An sich war der kleine Steg, an dem das Hausboot anlegte, mehr Chaos als wirklich Zuhause. Vermehrt lagen Bierflaschen herum, wobei einige anscheinend zerschossen worden waren, während man überall alte Patronenhülsen auffand. Der Rasen ragte ungewohnt hoch, sodass er einem fast die Knie streifte und wenn man hinauf zu den Bäumen sah, erkannte man, dass dort Lichterketten angebracht worden waren, die anscheinend für Licht sorgten.
Als Tische und Sitzgelegenheit schien hier alles zu dienen, was einigermaßen stand, während eine alte abgeranzte englische Couch, die halb angekokelt war, mitten in diesem Chaos stand. Der See von Campoor, der anders als sein nicht-vorhandener Nachbarsee noch tatsächlich Wasser aufwies, war mehr eine Brühe, die ungesund Schwarz aussah. Ich wollte gar nicht wissen, wie dieser See so verunreinigt worden war und richtete meinen Blick auf das seltsam schiefe Hausboot, das anscheinend mit etlichen Brettern geflickt worden war, während an manchen Stellen zu erkennen war, dass große Nägel Gefahren bargen und definitiv nicht richtig eingehämmert wurden.
Ich wusste, ich war richtig, aber viel zu früh, als plötzlich der Lockenkopf Dwight einzig in seiner Unterwäsche bekleidet, aus dem Hausboot kam und mit ihm eine ältere, schwarzhaarige Latina, von der ich annahm, sie sei seine Mutter.
„Oh, Besuch“, merkte Dwight an und grinste kess, ehe er die Latina leidenschaftlich küsste und ich meine vorherige Aussage zurücknahm. Er kam barfuß über den Steg, ehe er mich fragte, ob ich etwas trinken möchte. „Ehm, was habt ihr?!“
„Bier?“, grinste er und grenzte damit die Auswahl ein, sodass ich daraufhin zu verstehen gab, dass ich eines nehmen würde. Noch immer einzig in seiner Boxershorts bekleidet, schmiss er sich auf das Sofa und grinste mich an: „Hast dich also doch umentschieden?“
Zaghaft nickte ich, wobei wir beide der Latina nachsahen, die sich auf Spanisch verabschiedete. Lenny ergriff sofort das Wort: „Kommt deine heiße Freundin nicht mit?“
Verblüfft riss ich die Augen auf, als ich hörte, dass dieser Kerl Dwight's Freundin heiß nannte und war noch verblüffte, als jener gelassen verneinte und meinte, sie müsse arbeiten.
„Und was kannst du so?“, fragte mich Dwight unverblümt, wobei ich sogar merkte, dass Lenny interessiert wirkte. 
Ich selbst fühlte mich auf einmal ganz hibbelig, dass anscheinend ein Gespräch begann, das diese seltsame Stimmung durchbrach und meinte überzeugt von mir: „Ich bin in diesem Fall fast Mädchen für alles. Für die Projekte der Akademie switche ich immer zwischen Kameraführung, Drehbuch schreiben oder aber Journalismus.“ Ja, ich war stolz darauf, denn anders als die meisten, versuchte ich mich in allem, auch wenn es nicht immer so gelang, wie ich es mir wünschte.
„Okay“, war alles, was die Jungs dazu sagten und das verunsicherte mich. Klar, sie brauchten vermutlich kein Drehbuch, aber irgendetwas konnte ich bestimmt tun. Doch wollte ich das Gespräch nicht in diese Bahnen locken und hakte eher nach: „Was macht ihr denn?“
Abwechselnd sah ich beide fragend an, wobei Lenny monoton meinte: „Hacken.“ Mir fiel fast alles aus dem Gesicht, obgleich ich versuchte zu schweigen. Wieso zur Hölle brauchten wir einen Hacker?! Nonchalant sah ich schlussendlich Dwight an, der ebenso desinteressierte meinte: „Soundeffekt.“
„Ah, cool und wo habt ihr studiert?“
„Mein Leben ist mein Studium“, meinte der Dunkelhaarige mit der Igelfrisur und mich überkam die starke Vermutung, dass ich mit ihm nicht auf einer Wellenlänge war.
Dwight hingegen schüttelte amüsiert den Kopf: „Lass dich nicht einschüchtern, der ist der Quoten-Nerd.“

Wir sprachen noch ein paar Sätze, die mehr dem normalen Small-Talk angehörten, ehe in der Ferne ein Motor erklang.
Augenblicklich rutschte ich nervös auf meinem Platz herum und verfolgte dann, wie ein schwarzer Van über den Waldweg bretterte und mit einer rasanten Bremsung hielt. Ich war mehr als nur erstaunt, als ich erkannte, dass der Wagen ziemlich neu sein musste und fragte mich schon wie die Jungs das bezahlten, als ein grinsender Alex erschien und begrüßend die Arme ausbreite: „Ich wusste, du würdest kommen.“ Ich lächelte ertappt auf und stellte fest, dass er erneut Schwarz trug und ich mit meiner Vermutung, dass er diese Farbe liebte, vermutlich richtig lag.
Hinter ihm erschien niemand geringeres als der weißblonde Billy, der gefahren war und wie immer mürrisch dreinblickte. Der Lutscher, der in seinem Mund steckte, machte ihn kein bisschen sympathischer!
Doch ich stutzte, als ich feststellte, dass ich Tyrese nicht erblickte; immerhin war er der Einzige, den ich wirklich kannte. „Wo ist denn Tyrese?“
„Angst?“, fragte Alex provokant und untermalte es mit einem frechen Augenbrauenwackeln, was seine Jungs grinsen ließ, ehe sie gierig nach den Pizzen griffen, die die Jungs mitgebracht hatten.
„Also“, schmatzte Alex und saß mir gegenüber. „Hast du eingesehen, dass du den Adrenalin-Kick brauchst?“
Da mein Blick ihm anscheinend nicht meine Gedanken dies bezüglich mitteilte, erklärte ich: „Wenn's mir zu bunt wird, verschwinde ich.“
„Geht klar“, meinte er, aber ich hakte sofort nach: „So, was für Infos wollt ihr angeblich haben?“
Die Jungs schauten mich alle abwechselnd an und schienen nicht gewillt zu antworten. Einzig zuckten die Mundwinkel von Alex, während er erklärte, dass er erst genaueres preisgeben würde, wenn Tyrese da war.

Und Tyrese kam, mit einem bunten Anhängsel, der mir mehr als nur bekannt war. Sofort fiel Lenny die Pizza aus der Hand, die er anschließend genervt vom dreckigen Boden aufhob. Er aß sie doch tatsächlich weiter.
„Wow“, murmelte Billy gewohnt ernst und schien überhaupt nicht davon begeistert, dass meine Freundinnen dort mit Tyrese antanzten.
Perplex sah ich Katie an: „Was machst du hier? Ich dacht-“ Sie erhob die Hand, was mich zum Schweigen bringen sollte und stapfte in ihren Highheels über die Wiese, wobei sie vermehrt mit Insektenspray herum sprühte und meinte: „Ich kann dich doch nicht alleine lassen. Außerdem werden wir eh nichts finden.“
„Kann ich dann nicht lieber verschwinden?“, fragte Bethany, die vermutlich gezwungen wurde mitzumachen. Und das zeigte sich, in dem Katie sie einfach nur ansah und sie somit zum Schweigen brachte.
Die quirlige Lo schien da schon viel positiver, sie hüpfte fast auf uns zu, wobei sie jedem einen Kuss auf die Wange drückte und trällerte: „Ich weiß gar nicht, was du hast, Beth. Ich freu mich richtig auf dieses Abenteuer.“ 
 

〘 ☠ 〙



„So“, kam es von Alex, nachdem wir aufgegessen hatten. Leicht lehnte er sich auf der Couch neben mir, zurück und packte seinen Arm gelassen über die Lehne: „Wer noch aussteigen will, hat jetzt die Chance.“
Reflexartig glitt mein Blick auf Bethany, die zwar am liebsten etwas gesagt hätte, aber noch immer unter Katies Einfluss stand. Als keiner einen Mucks von sich gab, meinte ungewohnter Wiese Lo: „Jetzt sag's schon. Ich sterbe schon vor Neugier.“
Unsere antreibende Kraft kratze sich schmunzelnd am Kopf, ehe er nachhakte, ob Lenny alles vorbereitet hatte. Dann offenbarte er uns endlich, was er wusste und wir nicht: „Also wie die meisten von euch ja wissen, bin ich öfter im Deep Web unterwegs und hatte dabei schon den ein oder anderen Ausrutscher ins Dark Web.“ Er legte eine Kunstpause ein und erklärte für Lo, die ein wenig fragend aussah: „Das ist ein etwas düsterer Teil des Internets, wo vor allem im Darknet mehr über ein Peer-to-Peer-Overlay-Netzwerk kommuniziert wird. Das heißt, es ist alles ein wenig versteckter und bietet die perfekte Base für die meisten illegalen Dinge.“ Er sah in die Runde, um zu überprüfen, ob jeder ihm folgen konnte. „Ich habe aus purer Neugier vor ein paar Monaten in einigen Foren nachgehakt, was es mit dem Red Room auf sich hat und ob es ihn wirklich gibt. Die meisten waren mehr Proleten, die nicht wirklich etwas wussten. Aber einer ließ mir ein Video zukommen.“
Ich zog unweigerlich die Luft ein und beugte mich näher zu ihm.
„Es ist nicht viel und zeigt gerade 'mal wie Jemand mit einem Handy einen angeblichen Live-Stream aufnimmt, aber es ist etwas.“
„Können wir es sehen?“, platzte es voller Neugier aus Lo hervor, wobei ich den Jungs ansah, dass sie es nicht weniger wollten.
Ich musste sagen, ich war da verhalten und hatte Sorge, was man dort sehen würde, zumal ich durch Alex vergangene Projekte wusste, wie gut seine Visual-Effects waren.

Es schien skurril wie sich die doch recht große Gruppe um Lenny's Laptop versammelte. Mehr als einmal wurde gequetscht, wobei ich mir schon fast unbewusst vor Aufregung meine Fingernägel in meine Handflächen drückte.

Das Video selbst betrug kaum vier Minuten, sodass Alex Lenny zunickte und jener fragte: „Bereit?“
Unweigerlich nickte ich und schluckte, ich wusste, dass auch, wenn es nicht lang war, dieses Video womöglich Dämonen in mir wachrütteln würde und ich es bereuen würde. Aber ich musste es sehen.

„Nimmst du auf?“, erklang eine tiefe männliche Stimme, wobei die Handykamera eine schlechte Qualität aufwies und vielleicht gerade bei 240p lag. 
Vermehrt wackelte die Kamera, während ein anderer Kerl ein hektisches „Ja“ von sich gab.
Nun erkannte man einen Biker mit Ziegenbart, der ein Totenkopftuch über den Kopf trug und vor einem Computerbildschirm saß. Auf jenen Bildschirm zeigte er: „Hast du es drauf?“
Die Kamera zoomte auf ein unklares Bild, welches einen Live-Stream zeigte, während rechts ein Chat war und nebenbei haufenweise Kommentare geschrieben wurden. Der Kerl hinter der Handykamera, versuchte näher zu gehen und erklärte: „Seht ihr das?! Sie bezahlen dafür, dass dem Kerl 'was angetan wird.“
„Das ist so kranke Scheiße“, meinte der Biker erneut und schien fast steif, ehe er hektisch erklärte: „Okay, Leute, hört mir zu. Jemand hat mir diesen scheiß Link gegeben und ernsthaft, ich habe keine Ahnung, was das ist, aber es ist krank!“
Die Kamera wackelte noch viel mehr, wobei man im Hintergrund sah, wie der Biker den Ton des Computers anstellte. Augenblicklich erklangen Schreie und ein Flehen. „Hört ihr das man?! Das ist sick! Also kein Plan, ob das grad echt ist, aber...das sieht verdammt echt aus.“
„Scheiße Bo, wir haben's, aber jetzt mach den Scheiß aus. Schließ da-“, kam es aufgebracht und abgehackt von dem Mann hinter der Kamera, ehe das Video abrupt endete.

Ich sah skeptisch von Lennys Laptop auf, es war definitiv nicht das, was ich erwartet hatte und wenn ich ehrlich war, war ich fast enttäuscht. Nicht, dass ich dachte, es hätte tatsächlich echt sein können, aber ich hätte Alex fast mehr zugetraut.
Tyrese war der Erste, der das Wort ergriff und ein „Scheiße“ murmelte, bevor Katie meinte: „Also ich habe gar nichts gesehen.“
Lenny stimmte zu und sah gequält zu Alex: „Also ich hatte auch mit mehr gerechnet.“ Der Angesprochene rollte die Augen, ehe Dwight fragte, ob er die Seite selbst gefunden hat.
„Nein, ich habe zwar versucht die Auflösung zu erhöhen und konnte damit die Möglichkeiten des Links einschränken, aber nichts. Man sagt sowieso, dass es mehrere Red Rooms gibt und die 'Show' jedes Mal einen neuen Hyperlink benötigt, der nur an spezielle Leute herausgegeben wird.“
„Aber woher hatten die dann den Link?“, kam es ruhig von Billy, wobei ich immer noch überzeugt war, dass das Video ein Fake war.
Alex schien wirklich gut schauspielern zu können, denn hätte ich nicht durch Tyrese erfahren, dass Alex alles nur spielte, hätte ich ihm seine Begeisterung fast abgekauft. So führte er aus: „Ich habe absolut keine Ahnung, aber ich habe diesen sogenannten TedAndHisBeard0127 ein wenig abgecheckt.“ Er ließ es beiläufig klingen und das Einzige, was Katie somit interessierte, war der Nick: „Was zum... Der Kerl hieß: TedAndHisBeard0127?! Klingt nach dem Pedo!“
Keiner ging darauf ein und so führte der Brünette aus: „Er betreibt einen ziemlichen..., nun ja, politischen Youtube-Channel. Hat grad 'mal ein paar hundert Follower, aber was mich wundert ist, dass er es nicht gleich auf seinem Youtube-Channel hochgeladen hat.“
Er öffnete Youtube und zeigte uns ein Video von einem übergewichtigen Kerl mit Halbglatze, der in einem kleinen Büro saß und wild mit den Händen gestikulierte. Ich las laut den Namen seines Channels vor: „The Goverment Hates Us?!“
„Ja, es ist der Kerl, der das Video gemacht hat, er hat dieselbe Stimme und außerdem hätte er dieses Video auch veröffentlichen können, anstatt dass er es mir zukommen lässt.“
„Aha“, gab Katie von sich und kräuselte argwöhnisch die Lippen: „Und jetzt?“
„Ich will den Kerl aufsuchen.“ Wir alle sahen baff zu Alex, der an seinem ledernen Armband herumspielte und erklärte: „Ich habe ein wenig 'rumgespielt und er rechnet bestimmt nicht mit uns, zumal er nicht weiß, dass ich weiß, wer er ist. Da ist der Anfang unseres Projekts“, überzeugend grinste Alex und schien wirklich stolz auf sich, wobei er keinen von uns beachtete und vielmehr diesen kahlköpfigen 50-jährigen auf Youtube anstarrte.

Autorennotiz

Vorab: Es ist meine erste Horrorgeschichte, weswegen ich ziemlich nervös bin. Gerade der zwischenzeitlich eingeschobene Chatstil in ein paar Abschnitten verunsichert mich stark. Ich bin in diesem Sinne nicht gänzlich zufrieden, aber kann euch versichern, dass solch ein Chat nur kurz auftaucht und nicht die ganze Geschichte über. Sogenannte Chat-Dialoge werden von mir kursiv geschrieben, während die wörtliche Rede gewohnter weise durch Anführungszeichen und serifenfreier Schrift zu erkennen ist.
Ebenso wird der Anfang noch nicht gruseln, aber hoffentlich kann ich euch in späteren Kapiteln ein wenig schenken. Über ein paar Klischees und meinem Humor gegenüber jenen, lässt sich hoffentlich lachen. Ansonsten würde ich mich über Verbesserungsvorschläge oder auch Lob(?) freuen, hoffe jedoch auf einen freundlichen Umgangston. Mit diesen Worten wünsche ich euch hoffentlich Vergnügen.
P.s.: Campoor ist erfunden.

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1
Blackfires Profilbild
Blackfire Am 23.12.2018 um 23:45 Uhr
Moin moin meine Liebe.

Als allererstes möchte ich sagen: Wow. Nicht nur, dass du die Schriftart usw. geschickt verwendest hast und dieses Bild eingesetzt hast...Nein dieses Kapitel ist voller kleiner Details und macht es so Lebensrecht. Wirklich sehr Klasse gemacht und bin mehr als gespannt wie es weiter geht und wer dieser Roger ist. Er bereitet mir eine Gänsehaut. Es wirkt, als hätte er sie ausgesucht, ein Lämmchen was zu weit von der Herde Weg steht. Er kommt näher- der Wolf im Schafspelz.
Die Charaktere hast du Klasse dargestellt, auch dass du sie oben genannt hast. Klasse. Man kann sich alle wunderbar vorstellen.
Den Moment der SMS kenne ich zu gut...Mal sehen wann meine SMS kommt hahahaha

Hmm...es wirkt so, als hätte Roger den einen vor geschickt� bin mehr als extrem gespannt wie es weiter geht.

Von mir bekommst du 5 Sterne und ein Favo ♥️

Lg Blacky, dein Zucker
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PoeticJustice (Autor)Am 25.12.2018 um 7:48 Uhr
@Blackfire Stimmt, ist auch eine Möglichkeit. Hmmm.
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Blackfire Am 24.12.2018 um 21:31 Uhr
@PoeticJustice Oh keine Ahnung :0 hätte ansonsten ein Partneracc gemacht xD
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PoeticJustice (Autor)Am 24.12.2018 um 20:25 Uhr
@Blackfire Oh mein Gott, dein Ernst? "TEST! TEST!" Ich hoffe das funzt. xD
Und naw, Dankeschön. *_* Ich höre nichts lieber, haha. :D
Funktioniert das hier eigentlich auch, dass man gemeinsam an einer Story schreibt? Bei Myff.net war das damals so nice. :x
ZUCKER! ♥
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Blackfire Am 24.12.2018 um 12:04 Uhr
@PoeticJustice Kyaaa :3 hihi ich mag deine Antworten *.*

Weißt du was der Hammer ist? Man kann erneut zurück Antworten *fangirl*

LG Blacky, dein Zuckerbaby xD hahaha
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PoeticJustice (Autor)Am 24.12.2018 um 12:00 Uhr
Baby. ♥
Naw, Dankeschön, das ist lieb von dir. Ich finde es aber jetzt mal ernsthaft so klasse, dass man hier so viel formatieren kann. ich merke es bei FF erneut, die ganzen Farbvorlagen sind so ungünstig designed, ich kann kaum was erkennen bei den Dingern, die mir gefallen.
Naw, Dankeschön. Ich mag den Vergleich mit dem Lämmchen und da könntest du recht haben, höhö. :D Dankeschön, danke, danke, das ist so lieb.
Und ja, diese Sms sind kacke...und tatsächlich ich kenne das selbst, man wartet auf ne Nachricht und dann ist es so ne Meldung, da will man am liebsten frustriert das Handy schlagen. >_>
Ich hoffe, das deine Sms nicht so bald kommt. xD *Däumchen drück*
Vorgeschickt? Interessanter Gedanke! Abwarten. :o
Ich danke dir mein Zucker. ♥ Danke, danke, danke. Fühl dich geknuddelt und gedrückt.
Deine Justice. ♥
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Statistik

Kapitel:2
Sätze:523
Wörter:10.103
Zeichen:59.613

Kurzbeschreibung

Violetta Wright, kurz genannt V, führt ein bescheidenes Leben als Anhängsel ihrer Freundin Katie. Im Schatten stehend, treibt es sie in die Naivität, eine skurrile Facebook-Freundschaft einzugehen, mit einem Kerl, der sich Silent Roger nennt. Allen Zweifel und den allgemeinen Menschenverstand ignorierend, schließt sich die junge Filmstudentin seinem Projekt an, das bekannt wird auf dem Youtube-Channel: Projekt Silent Roger. Doch bald schon wird ihnen bewusst, dass jeder Klick seinen Preis hat, den sie zahlen müssen.

Kategorisierung

Diese Story wird neben Horror auch in den Genres Liebe, Thriller, Komödie und Freundschaft gelistet.