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Arktur

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26.11.2018 18:38
16 Ab 16 Jahren
In Arbeit

Es gab unzählige Geschichten die sich sein Volk erzählten. Epische und auch ganz kleine Erzählungen, die von Ehre, Stolz, Hoffnung oder Weisheit, aber manchmal auch von Glück und Heilung berichteten. Einst lauschte er selbst in jungen Fohlenjahren diesen Erzählungen, mit großen Augen und wachsender Begeisterung. In den meisten kamen eine Art Prophezeiung oder Vorhersage von den Sternen oder einem Sehenden vor, die die Geburt eines neuen Helden ankündigte oder half ein schlimmes Unglück zu verhindern.

Doch als Arktur an jenem Abend in den Sternenhimmel schaute und sich all das in Erinnerung rief, fühlte es sich für ihn bitter an. Es gab eine neue Weissagung, ein neuer Blick in seine eigene Zukunft. Alle Zentauren erhalten, wenn sie dem Fohlenalter entwachsen waren, eine Art Blick in ihre Zukunft, von einem der Sehenden. Das Ganze findet im Rahmen eines freudiges Fest statt, voller Musik, Tanz und gespannten Warten auf die neuen Weissagungen. Sie sollen einem den Weg leuchten oder helfen diesen zu finden. Doch in Arkturs Fall war es ganz anders gekommen.

"Großer Arktur, was habe ich nur getan ...", murmelte er mit einer Mine die fast an ein schmerzverzerrtes Gesicht erinnerte. Dabei hatte er gar nichts getan – noch nicht. Alles kam ihm so unwirklich vor. Er – der nach einem sagenhaften Zentauren benannt worden war. Er – der als erwachsener Zentaur seinen Mut und seine Kraft immer in den Dienst seines Volkes stellen wollte. Er sollte jetzt ...

"Was machst du hier so alleine?", eine ihm wohl bekannte Stimme riss ihn aus seinen quälenden Gedanken. Dabei brauchte er sich gar nicht umzudrehen, es war Saoirse, seine beste Freundin. Was ungewöhnlich war, denn sie gehörte nicht zu seinem Volk, dem der Zentauren, sondern zu den Menschen. Als Einzige ihres Volkes durfte sie bei ihnen leben, um zu lernen und zwischen ihrem und seinem Volk zu vermitteln. Saoirse besaß ein beachtliches Wissen über Heilkunst, obwohl sie gerade etwas über 30 Sommer zählte, was für eine angesehene Heilerin noch recht jung war. Sie und Arktur verband eine enge und tiefe Freundschaft, fast so wie bei Geschwistern.

Saoirse verschränkte die Arme vor der Brust, ihre hellen Haare hingen ihr gelockt über die Schultern und sie sah ihren Freund mit ihren blauen Augen prüfend an, auch wenn er ihr gerade den Rücken zudrehte.

"Arktur, was ist los?", ihre Stimme klag herausfordernd, aber auch herzlich. Sie wusste zwar nicht, was sich im Zelt des Sehers zugetragen hatte, aber so wie es aussah, musste es ihren Freund sehr beschäftigen. Der Zentaur atmete einmal tief durch, er wusste genau, dass sie keine Ruhe geben würde, bis er ihr die Wahrheit sagen würde. Und in seinem Inneren fühlte er Dankbarkeit für ihre Freundschaft. Er wollte es ihr sagen, diese qualvolle Gewissheit mit jemanden teilen, dem er vertrauen konnte. Und dennoch fiel es ihm unsagbar schwer es mit seinen Worten wiederzugeben. Das bedeutete, sich alles noch einmal in seiner vollen Tragweite vor Augen führen zu müssen, dabei würde Arktur es zu gerne einfach nur vergessen.

Für eine Weile wanderte sein Blick den kleinen, mit Gras bewachsenen Hügel herunter, hinaus auf still darliegende seichte Wiesen, die an jenen Wald angrenzten, in dem sein Clan seit Generationen lebten. Schließlich drehte er sich langsam um, sein goldgelbes Fell und seine silberweißen Haare erhielten einen matt blauen Glanz durch den auf die Beide herab leuchtenden Sternenhimmel, seine violetten Augen wirkten in diesem Licht fast dunkel-blau. Als Saoirse sein Gesicht sah, wusste sie sofort, dass etwas überhaupt nicht stimmte. Sie ging auf ihn zu und nahm seine linke Hand in ihre: "Was ist passiert?"

Arktur zog seine Hand aus ihrer und fuhr sich mit beiden Händen durch sein Haar, dass er offen und lang trug. Dabei drehte er sich ein Stück von ihr weg. So etwas hatte er noch nie zuvor getan. Jetzt begann Saoirses Herz schneller zu schlagen und große Sorge machte sich bei ihr, in Form von einem dumpfen Gefühl in der Magengegend, breit.

"Du solltest dich in Zukunft von mir fernhalten. Das ist besser für dich!"

Darauf erschrak sie noch mehr. Und wusste sofort, dass sie genau DAS ganz sicher nicht tun würde.

Sie sagte nichts. Dann sprach er weiter: "Der Seher meinte, dass sich mein Herz verdunkeln würde und ich meinem Volk großes Leid zufügen werde."

Seine Stimme erstarb und es schien so, als konnte er nur mit Mühe verhindern in Tränen auszubrechen. Saoirse verstand das nicht und es tat ihr weh ihren Freund, der sonst so stark und selbstbewusst war, so aufgelöst zu sehen. Doch sie wusste eines ganz genau, sie würde bei Arktur bleiben.

Vertrauensvoll legte sie eine Wange auf sein weiches Fell und strich ihm mit einer Hand über den Rücken:

"Es ist mir egal was der Seher gesagt hat, es wird so nicht geschehen, hörst du? Auch Seher können nur das voraussehen, was sich mit hoher Wahrscheinlichkeit entwickeln wird, aber nichts von alledem ist in Stein gemeißelt. Du wirst nicht böse werden und auch deinem Volk keinen Schaden zufügen. Ich bin deine Freundin und lasse dich nicht alleine."

Gerührt blickte er über seine Schulter zu ihr herüber. Ihr Lächeln schenkte ihm neuen Mut. Vielleicht hatte sie Recht – sie musste einfach Recht haben.

An jenem schicksalhaften Abend, als alle anderen Clanmitglieder der Cheiraden noch freudvoll den Einstieg es Erwachsenenalters der Altfohlen feierten, zogen sich Saoirse und Arktur still in ihre Unterkunft, einem kleinen Rundhäuschen das Waru genannt wird, zurück. Die gesamte Zentauren-Stätte bestand aus solchen Rundhäusern, die zum Großteil aus Holz und Steinen bestanden und im Inneren genug Platz für eine große Schlafstätte aus Heu, duftenden Kräutern und Decken boten sowie einige Ablageflächen, die Menschen als Schränke oder Tische bezeichnen würden. Auch wenn jeder Waru im Grund gleich aufgebaut war, ließen es sich die Zentauren nicht nehmen ihr eigenes Heim mit individuellen Verzierungen zu verschönern. Einige schnitzten filigrane Rahmen für den Eingang, andere schmückten ihre Wände von innen mit Waffen, Wandmalereien, Wandteppichen oder selbst gefertigten Schmuckstücken. Als Sohn des Fürsten bewohnte Arktur einen eher größeren Waru mit einem aufwendig durch Mustern verzierten Eingangsbogen, die Innenausstattung hielt er eher schlicht, nur ein kleiner Wandteppich mit einem darauf eingewebten Bildnis seines Urgroßvaters hing links neben dem Ausgang.


Keiner der Beiden hatte auch nur die leiseste Ahnung, wie es weiter gehen sollte.
Nach einer Weile – sie versuchten zu schlafen, doch keiner fand genug innere Ruhe um wirklich einschlafen zu können – traute sie sich zu fragen: "Wie genau lautete die Prophezeiung. Ich meine, welche Worte benutzte der Seher genau?" Saoirse lag mit ihrem Kopf und Oberkörper halb auf Arkturs warmen Rückenfell. Ein wenig angestrengt rieb er sich die Augen und schien kurz nachzudenken. Dann meinte er sich zu erinnern: "Dunkelheit wird aufziehen, erst in deinem Herzen und dann auch über dein Volk."

"Hmm ...", gab die junge Frau nur von sich. Es brachte sie nicht weiter.
"Hast du den Seher gefragt, was genau er damit meint?"

Ein wenig fassungslos schnaubte der Zentaur: "Was genau kann man den daran nicht verstehen?"
"Ich meine ja nur ... manchmal sind die Dinge nicht so wie sie scheinen. Du kennst doch die Legende von deinem Namensgeber, dem sagenhaften Arktur."
"Bitte, Saoirse. Lass uns jetzt schlafen. Morgen steht ein wichtiger Tag an", winkte Arktur ab und drehte seinen Kopf von ihr weg und sprach einfach nicht mehr mit ihr. Obwohl sie ganz genau wusste, dass er über ihre Worte noch lange nachdachte, bis er lange nach ihr in den Schlaf fand.

. . .

Trotz der Feierlichkeiten standen alle jung Ausgewachsene noch vor Sonnenaufgang am Übungsfeld bereit, wo sonst das Training für allerlei Anlässe stattfand. Es lag ein wenig Abseits der Häuseransammlungen, die sich in Mitten des Waldes befanden und bestand zum einen Teil aus Sand und zum anderen aus kurz gehaltenem Gras. Natürlich ließ es sich Arktur nicht nehmen seine Pflicht wahrzunehmen. Als zweitältester Sohn des Zentauren-Fürsten lagen viele Augenpaare auf ihm, schließlich lag es an ihm sein eines Tages sein Volk so weise und in Wohlstand zu führen, wie sein Vater. Eine große Verantwortung für einen jungen Zentauren, aber er hatte noch Zeit in diese Aufgabe hineinzuwachsen.

Saoirse stand ein wenig Abseits von der in Reihe stehenden Gruppe die auf ihren Fürsten und ihre beiden Ausbilder warteten. Getragen von ihrer schönen Kaltblutstute Lillyloon, die mit ihrem dunklen Fell und der hellen Mähne nicht nur beeindruckend aussah, sondern auch immer wach und aufgeweckt wirkte. Sie überraschte ihre Reiterin oft mit ihrer Klugheit und stand ihr immer treu zur Seite. Die Stute und Arktur waren Saoirses engste Freunde und Vertraute, nachdem die junge Frau ihre eigene Familie an eine schlimme Krankheit verloren hatte, waren sie ihre neue Familie geworden. Die Beiden und das Volk der Zentauren.

Neben dem Palomino-Zentauren Arktur stand der Apfelschimmel-Zentaur Opalos. Der schöne Zentaur war nur unwesentlich jünger als der Fürstensohn. Die Geschichte seiner Vergangenheit trug sich aber alles andere als glücklich zu. Als junges Fohlen geriet er in die Hände der Menschen, als noch Krieg und Unfrieden zwischen den Völkern herrschte. Lange hatten die Zentauren nach dem kleinen Fohlen gesucht, doch nie gefunden. Dann starben seine Eltern, Arkturs Onkel und seine Tante, bei einem schweren Unfall. Die Trauer um die Eltern ließen auch die Hoffnungen schwinden, den kleinen Opalos jemals wieder zu sehen. Schließlich war es Saoirses beherztem Eingreifen zu verdanken, dass Opalos gerettet werden konnte. Um genauer zu sein befreite sie ihn nach vielen Jahren in menschlicher Gefangenschaft und päppelte den halb toten Zentauren, so gut sie konnte, wieder auf. Irgendwann schaffte sie es, sein Volk ausfindig zu machen und übergab Opalos in die liebevollen Hände seiner Familie.
Einer der Gründe warum die Frau von den Zentauren so akzeptiert wurde.

Doch auch nach der Wiederkehr des jungen Zentauren blieb Opalos Schicksal ungewiss, denn seine Gesundheit litt lange unter den schlimmen Erlebnissen und Misshandlungen der Menschen. Aber sein Lebenswille blieb ungebrochen. Er kämpfte, nach und nach wurde aus dem geschundenen und unterentwickelten Fohlen ein stattlicher Jungzentaur.

Opalos sah sehr zu seinem Cousin Arktur auf und durch seine einfühlsame Art konnte er offenbar die Anspannung in dessen Gesicht ablesen, obwohl sich der Palomino alle Mühe gab seine inneren Konflikte für sich zu behalten. Im Grunde konnte er es vor allen gut verbergen, nur nicht vor ihm und von seiner menschlichen Freundin.

"Machst du dir Sorgen, Arktur? Ich bin mir sicher, dass dein Vater dir die Aufgabe übertragen wird", schmunzelte Opalos und meinte es ehrlich. Er war eine treue und loyale Seele und würde ohne zu zögern sein Leben für Arktur geben. Beide liebten sich wie Brüder. Noch dazu hatte Opalos in den letzten Jahren ein unglaubliches Geschick im Umgang mit Waffen und Kriegskunst gezeigt. Ohne Zweifel zählte er zu einer der besten Jungkrieger seines Stammes, auch wenn er im Grunde eine sanfte Seele besaß.

Die Aufgabe – der Grund weshalb sie eigentlich alle hier versammelt waren. Arktur hatte es völlig verdrängt. Heute würde vom Fürsten ein Jungzentaur erwählt, der als Abgesandter ihres Stammes zu einem weit im Norden lebenden Zentauren Clan reisen müsste, um dort an einem angesehenen Wettkampf teilzunehmen. Eine Auszeichnung für den Einzelnen und ein wichtiger Beitrag, um das Friedens-Verhältnis mit den dort eher kriegerisch gestimmten Zentauren und ihrem eigenen Volk aufrecht zu erhalten. Die sogenannten Noraden lassen den Frieden mit Arkturs Heimatstamm, den Cheiraden, nur so lange walten, wenn sie wissen, dass die Cheiraden kräftige Krieger hervorbringen, ansonsten würden die Noraden versuchen Arkturs Stamm zu überfallen und sie alle zu versklaven.

Ein gutes zentaurisches Friedens-Verhältnis sähe wohl anders aus.

Das dumpfe Geräusch von mächtigen Hufen hallte durch die Luft und alle Zentauren nahmen eine stille und stolze Haltung ein. Der Zentauren Fürst Tristorion betrat flankiert von den Ausbildern Parron und Amibion das Feld. Alle drei boten einen beeindruckenden und mächtigen Anblick. Parron besaß hellbraunes Fell und blondes Haar, Amibions Fell glänzte schwarz, genau wie seine Haare, doch die edle Erscheinung der beiden Ausbilder wurden von Tristorions mächtiger Größe und königlicher Ausstrahlung um ein Weiteres überboten. Der Pferdekörper des Fürst erinnerte an den eines Shire Horse, seine Haare glänzten blau-schwarz mit ein paar wenigen weißen Farbanteilen, genau wie sein Körperfell und er besaß ein blaues sowie ein grünes Auge.

Beim Anblick seines Vaters stieg in Arktur ein mulmiges auf. Er hatte ihm noch nichts von seinem dunklen Geheimnis erzählt.
Die kräftige Stimme des Fürsten zerriss die erwartende Stille der Gruppe und richtete ein paar begrüßende Worte an seine Jungzentauren.

"Ich freue mich, so viele talentierte und starke Anwärter für die anstehende Aufgabe vor mir zu sehen. Ich weiß, dass jeder von euch ein würdiger Vertreter unseres Stammes wäre. Und dennoch kann es nur eine Entscheidung geben." Tristorion blickte stolz in die Runde. Für einen Moment schwieg er, dann wurde sein Blick ernst.
"Es gibt in diesem Sommer eine ungewöhnliche Änderung in unserer Tradition. In Absprache mit den Sehenden und den Weisenrat, wird unser Ausgesandter in diesem Jahr Opalos sein."

Stille.

Alle hatten gedacht, dass es Arktur werden würde.
Arktur – der angehende Zentauren-Fürst. Ohne eine sichtbare Regung blieb der junge Palomino an seinem Platz stehen. Er erkannte aus dem Augenwinkel wie Opalos fragend, fast entsetzt zu ihm schaute. Natürlich würde er es nicht wagen die Entscheidung seines Fürsten in Frage zu stellen.

Tristorion nickte Opalos zu und dieser erwiderte diese Geste entschlossen, wenn auch mit einem leichten Funken von Unsicherheit.
Unsicher, warum er und nicht Arktur erwählt worden ist.

In Arkturs Gedanken kreiste eine Frage: Wusste sein Vater von der Weissagung? Hatte der Sehende mit ihm darüber gesprochen, obwohl er eigentlich Stillschweigen bewahren müsste. Vielleicht weil es um das Wohl seines Stammes ging?
Als der Fürst sich umwand und den Platz verließ, rief der im Vorbeigehen:

"Arktur, du wirst Opalos begleiten. Dieses Jahr stellen wir zwei Anwärter."
Obwohl es viele Fragen gab, schien es aus der Sicht des Fürsten keinen Erklärensbedarf mehr zu geben. Er verließ die Gruppe.

Opalos schien erleichtert und konnte sich nun sogar ein wenig freuen, er würde mit seinem geliebten Cousin seinen Stamm bei einem wichtigen Wettkampf vertreten. Arktur hingegen stand einfach nur still dar. Wenn sein Vater von der verhängnisvollen Prophezeiung wissen sollte, so hatte er ihn offenbar nicht aufgegeben. Also würde er auch nicht aufgeben. Seinem Volk und auch Saoirse zu Liebe und auch für sich selbst.

Nach der kurzen Verkündung des Fürsten, hielt sich Opalos an seinen Cousin. Für ihn kam die Entscheidung total unvorbereitet. Saoirse musste sich schon lange mit dem Gedanken anfreunden, dass ihr Zentauren-Freund in ein irrwitziges Turnier geschickt werden würde, weil er als späterer Nachfolger seines Vaters eine hohe Verantwortung zu tragen hat und eine solche Aufgabe zu den seinen gehören musste. Und doch, obwohl es schon lange absehbar war, Arktur viele Jahre darauf vorbereitete worden war und es sogar dieses Mal zwei Anwärter für den Wettkampf gab, fühlte sie eine dumpfe Schwere in ihrem Magen. Es fiel ihr nicht leicht, aber sie musste das Ganze laufen lassen und das Beste hoffen. Die junge Frau hielt nichts von diesen seltsamen Traditionen zur Erhaltung des Friedens und dennoch konnte Saoirse sich glücklich schätzen, dass sie ihren Freund überhaupt begleiten durfte, schließlich gehörte sie nicht wirklich zu dieser, ihr immer noch fremden Kultur der Zentauren. Und gleichzeitig liebte sie diese Wesen.
Viele beglückwünschten die jungen Zentauren-Krieger zu ihrer Aufgabe, der Stolz dieser Geschöpfe hatte bei ihnen einen hohen Stellenwert.

Die Drei machten sich umgehend auf, ihre Sachen für die Reise zu packen. Der Clan der herausfordernden Zentauren lebte Zwei-Tagesreisen entfernt und sie würden am nächsten Morgen aufbrechen. Glücklicherweise brauchen Zentauren nicht annähernd soviel Kram wie Menschen, da sie die meiste Zeit ohne irgendwelche Bekleidungen unterwegs waren. Einzig zu besonderen Anlässen oder bei großer Kälte trugen sie schmückende oder wärmende Stoffe über ihren Oberkörpern und Pferderücken. Eine weitere Ausnahme lag in kämpferischen Handlungen, zu mindestens bei Arkturs Clan, dort trugen die Krieger eine dünne, aber effektive Rüstung, die ihre Wendigkeit nicht einschränkte und sie im Kampf gut schützte. Außerdem sah sie wirklich beeindruckend aus, denn die Schmiede der Zentauren geizten nicht mit filigranen Verzierungen, schon gar nicht wenn es sich um die Rüstungen von Angehörigen der Herrscherfamilie handelte. Ihre Kampfbekleidung und ein wenig Verpflegung war alles was Arktur und Opalos mitnehmen würden. Saoirse besaß zwar auch nicht allzu viele Dinge, doch sie brauchte deutlich länger um ihr Päckchen zu schnüren.

Am nächsten Tag verabschiedeten sich die Beiden Zentauren vom Fürsten und seiner Fürstin Palima, Arkturs Mutter und jetzt auch Pflegemutter von Opalos, denn nach dem Tod seiner Eltern nahmen sein Onkel, der Fürst, und seine Tante den Apfelschimmel-Zentaur zu sich. Der Fürstin fiel es schwer, ihre beiden "Fohlen" gehen zu lassen. Die Schönheit der Palomino Erscheinung hatte Arktur von seiner liebevollen Mutter vererbt bekommen, alle liebten diese weise und starke Zentaurin, mit den wachen blauen Augen. Sie und ihr Fürst Tristorion genossen ein hohes Ansehen, nicht nur wegen ihres Ranges, auch und vor allem wegen ihrem Dienst an ihrem Volk.

"Kommt mir gesund wieder, meine kleinen Fohlen. Saoirse, pass mir auf dich und meine Fohlen auf", konnte die Zentaurin nicht unterdrücken und umarmte alle Drei zum Abschied.

Es gab allerdings noch einen anderen Grund, weshalb die Fürstin ihre Beiden so schwer gehen lassen konnte, nämlich die Erinnerung an ihren Sohn Fjolken. Sein spurloses Verschwinden vor einigen Sommern hatte einen großen Schmerz in den Herzen seiner Verwandten und Freunde hinterlassen. Manche glaubten, dass er sein Volk verließ, weil er von den Sternen nicht als nächster Fürst auserwählt worden war, sondern Arktur, sein zwei-sommer-jüngerer Bruder. Doch weder Arktur, seine Familie noch die die Fjolken näher kannten, glaubten die Gerüchte. Die Fürstin an aller wenigsten, sie hoffte immer noch ihren verlorenen Sohn irgendwann wieder in die Arme schließen zu können. Und um so mehr schmerzte es sie, Opalos und Arktur gehen zu lassen.

Der Fürst legte seinen Söhnen nacheinander anerkennend eine Hand auf die Schulter und nickte ihnen anerkennend zu: "Ihr werdet mich und uns alle stolz machen, meine Söhne." Arktur und Opalos nickten ihrem Vater zu und kurz darauf brachen sie auf, zusammen mit ihrer menschlichen Freundin. Doch eine Sache beschäftigte Arktur sehr, er hatte keine Gelegenheit gefunden, seinem Vater von der Weissagung zu erzählen oder ihn zu fragen ob er darüber schon im Bilde war. Es musste warten.

Nachdem sie den ganzen Tag unterwegs gewesen und ein Lager für die Nacht aufgeschlagen hatten, konnte sich die Gruppe Zeit für ein wenig Ausgelassenheit nehmen. Entspannt rollten sich die Zentauren auf das kühle weiche Gras aus, das sie ringsum umgab. Nur wenige Büsche sowie junge Bäume reckten sich sonst noch, auf weitem Feld, aus dem Boden. Die Pferdemenschen beobachteten Saoirse dabei, wie sie pflichtbewusst das Abendessen zubereitete. Lillyloon graste ruhig und zufrieden in ihrer Nähe.

"Sag mal, Arktur. Du hast eine bessere Vorbereitung als ich genossen, wie genau soll ich mir den Wettkampf vorstellen?", fragte Opalos nach einer Weile vorsichtig. Dem Zentaur war seine Unsicherheit anzumerken.

"Nun", begann Arktur ruhig. "Es ist leider nicht besonders vorhersehbar. Unsere liebe Herausforderer und Gastgeber sind dafür bekannt, die Regeln und Anforderungen jedes Mal neu zu erfinden."
Opalos wurde schlagartig blass, sagte aber nichts. Doch Arktur klopfte ihm aufmunternd auf die Schulter: "Mach dir nicht so viele Gedanken. Du bist ein außerordentlicher Kämpfer, geschickt und schnell. Du wirst das schaffen, sonst hätte dich Vater nicht auserwählt. Er zweifelt nicht an uns, also solltest du es auch nicht tun."

Das schien den Apfelschimmel-Zentaur ein wenig zu beruhigen.
Trotzdem ließ ihm ein Gedanke keine Ruhe: "Wie sollen wir nur das Turnier gewinnen, wenn die Regeln ständig geändert werden?"
Der Palomino schnaubte, er hatte das kommen sehen, doch gehofft es den Zweien noch ein wenig länger ersparen zu können:
"Es geht nicht darum, das Turnier zu gewinnen ..."

Sowohl Opalos als auch Saoirse schauten ihn mit großen Augen an.
"Sondern?", fragten sie wie aus einem Mund.

Der Palomino blickte Beide mit festen Blick an:
"Es geht darum den Wettbewerb zu überleben, das alleine ist die Auszeichnung."

"Wann genau wolltest du uns das eigentlich sagen?", zischte Saoirse und ihre Gefühle schwankten zwischen Sorge und Wut hin und her.
"Du weißt genau, dass das kein netter Wanderausflug werden würde, Saoirse", hielt Arktur dagegen. Sein Gesicht verriet keine Spur von Verständnis, manchmal konnte er so stur sein.

Gedankenverloren schlug die Frau den Kochlöffel in ihrer Hand, mit dem sie das Essen im Topf über dem Feuer rührte, lauter gegen die Topfinnenwand als sie es zuvor getan hatte und fixierte ihren zentaurischen Freund.
"Es gibt aber einen deutlichen Unterschied zwischen ich nehme an einem möglicherweise nicht ganz fairen und rauem Turnier teil und ich kämpfe in einem Wettbewerb ohne Regeln um mein Leben", gab sie zu bedenken.

Schweigend schaute Opalos vom einem zum anderen, er sagte nichts, aber sein blasses Gesicht verriet ohnehin genug darüber, was er dachte.
Der Palomino-Zentaur atmete einmal tief durch, schloss kurz die Augen und fuhr sich mit einer Hand durch das silberweiße Haar.
"Ich möchte mich jetzt nicht mit dir streiten, Saoirse."

Immer noch schaute sie ihn fassungslos an und bemühte sich ihre Tränen aus Wut zu unterdrücken, die sich langsam in ihren Augen sammelten. Sie war wütend – aber nur weil sich Angst um die beiden Zentauren verspürte, die ihr so sehr am Herzen lagen. Sie schwieg, ansonsten hätte sie wohl angefangen zu weinen. Und das war so ziemlich das Letzte, was sie wollte.
"He, uns wird nichts geschehen", versprach er ihr schließlich. Der Zentaur sah seine Freundin lange und eindringlich an. Dann seufzte sie und nickte versöhnlich, auch wenn sie seine Zuversicht nicht unbedingt beruhigte. Sie waren dabei sich in Gefahr zu begeben und das beunruhigte Saoirse.

. . .

Am nächsten Morgen brachen sie früh auf und ließen fast den gesamten Rest des Weges hinter sich. Doch Arktur rief seine zwei Mitstreiter zurück, als sie den letzten weiten Grashügel erklimmen wollten, hinter dem nicht unweit ihr Ziel liegen würde.
"Lasst uns heute Abend hier rasten und erst morgen bei den Noraden ankommen."

Keiner widersprach und sicher beschäftigte jeden der gleiche Gedanke, die Begegnung mit den nicht so freundlich gesinnten Artgenossen noch ein wenig hinaus zu zögern.

An diesem Abend wehte ein angenehm milder Wind über die weite Graslandschaft und der Himmel zeigte ein Farbenspiel zwischen rosa und einen hellblau Ton bis violetten Farbverläufen.
Die Zentauren lagen neben einander im Gras und sahen der untergehenden Sonne zu, Saoirse kniete zwischen Arktur und Opalos während Lillyloon in einigem Abstand friedlich graste. Alles wirkte ruhig und friedlich. Könnte es doch immer so bleiben.

"Ich will, dass ihr etwas wisst", erklärte der Palomino mit fester Stimme, aber in einer ruhigen Art und Weise. Aufmerksam blickten seine Freundin und sein Cousin hin an.
"Ich werde euch niemals im Stich lassen, ihr braucht also keine Angst zu haben. Ich werde euch beschützen und wir können bald zurück nach Hause. Das verspreche ich euch."
"Und ich werde dich beschützen, Cousin. Es ist meine Pflicht und mein Privileg dies zu tun, ich werde nicht weichen, wenn du mich brauchst", versicherte schließlich auch Opalos. Er war sensibel, aber mindestens genauso mutig.
"Und ich stehe euch Beiden genauso zur Seite, egal was auch immer ich tun muss", schwor Saoirse und meinte das aus vollem Herzen. Auch wenn sie möglicherweise in diesem Fall gar nichts tun könnte, außer ihnen beizustehen.

Sie lächelten, gemeinsam würden sie das überstehen.

. . .

Der neuerwachte Morgen begann früh für die drei Reisenden. Saoirse half erst Arktur und dann Opalos in ihre Kriegsrüstung, die sie zum Eintreffen bei den Noraden tragen würden, auch wenn am heutigen Tage noch keine Wettkämpfe statt finden würden. Es ging darum sich möglichst gut und machtvoll zu präsentieren. Die Menschenfrau selbst besaß keine Rüstung und blieb in ihrem dunkelblauen Sommergewand gekleidet.

Noch bevor sich die Drei auf den Weg machten, gab ihnen Arktur letzte Anweisungen, dass sie sich nicht provozieren lassen und immer höflich bleiben sollten. Das galt besonders für Saoirse. Sie würde am meisten Schwierigkeiten mit den Gepflogenheiten des anderen Zentauren-Stammes haben.

Schließlich setzten sie sich in Bewegung, natürlich im stolzen Galopp. Die aufgehende Sonne ließen die goldene Rüstung von Arktur und die silberne von Opalos wunderschön auf funkeln. Die beiden Zentauren wirkten stark, mächtig und vermittelten den unnachgiebigen Willen sich allem zu stellen, was auch immer sich zeigen würde. Saoirses Angst verflog in diesem Moment, sie fühlte sich froh und gesegnet, solche Geschöpfe ihre Freunde nennen und bei ihnen sein zu dürfen.

Sie erreichten die Zentauren-Städte in kurzer Zeit. Dort herrschte reges Treiben, das konnten sie schon von Weitem erkennen. Die Wächter der Noraden kündigten ihr Kommen an, noch bevor sie die Grenzen der Stadt erreicht hatten. Zentauren besaßen wache und geschärfte Sinne, so erkannten sie die herannahenden Besucher bereits viel eher, als es menschliche Wächter getan hätten.

So kam es, dass die Gruppe bereits von jemanden erwartet wurden, den Saoirse ungefähr so alt schätzte wie Arktur. Der Zentaur wirkte ein wenig breiter vom Körperbau her als der Palomino-Zentaur, besaß ein kastanienbraunes Fell, das zu seinen kräftigen Beinen hin eine schwarze Färbung annahm. Der Braunton an seiner Hinterhand schimmelte allerdings hell aus. Seine schwarzen Haare wehten leicht in Wind und verliehen ihm eine recht wilde Ausstrahlung. Die hellbraune Augen des Fremden sahen einserseits sehr schön aus, besaßen aber einen ausgesprochen gemeinen Glanz. Eher missbilligend und fast ein wenig herablassend begrüßte der Fremde sie.

Da Arktur die Familie der Noraden und dessen Angehörigen, zu mindestens vom Hörensagen bekannt waren, schätzte er, dass das vor ihnen Brindl sein musste. So wie er selbst, war auch dieser ein Fürstensohn und im gleichen Rang wie Arktur.
"Das müssen die Cheiraden sein. Dieses Mal zu Zwei? Na, da werden wir ja doppeltes Vergnügen haben", grinste der Zentaure finster, sein Lächeln ließ Saoirse eine Gänsehaut bekommen.

"Ich bin Arktur, Sohn des Tristorion, dem Fürsten der Cheiraden und zusammen mit meinen Cousin Opalos sind wir hier, um euch zu zeigen, dass wir des Friedens weiterhin würdig sind", sprach Arktur förmlich und mit fester Stimme.
Der Norade hob die Augenbrauen herausfordernd: "Wunderbar, ich bin Brindl, erstgeborener Sohn des Corion, dem Fürsten und Herrscher der Noraden.
... Und was ist das da? Soll die Menschenfrau eine Art Gastgeschenk sein?"

"Sie gehört zu mir! Sie wurde von meinem Vater als Vermittlerin zwischen ihrem und unserem Volk ernannt und steht unter seinem und meinem Schutz", erklärte Arktur ruhig aber mit fester Stimme.
Brindl schien das ein wenig zu belustigen: "Oh ho, und weshalb ist sie dann genau hier?"

"Sie soll unser Volk besser kennen lernen, unsere Bräuche und Traditionen ..."

Das laute Lachen des schwarzhaarigen Zentauren fühlte sich für Saoirse an, wie ein Peitschenhieb. Dieser Zentaur konnte nicht nur besonders finster lachen, sondern es umgab ihn auch eine bösartig Aura. Sie begann sich ein wenig vor ihm zu fürchten, musste sich aber zusammen reißen, denn ein Zentaur war im Stande den Herzschlag eines Menschen wahrzunehmen und auch Gemütszustände wie Angst oder Freunde zu wittern. Arktur hatte ihr erklärt, dass sie dies nicht nur über ihr Gehör, sondern auch über das Elektromagnetische Feld, dass ein schlagendes Herz aussendet, erkennen können. Letztere Fähigkeit kann auch genutzt werden, um Unwetter weit bevor sie niedergehen, wahrzunehmen. Diese Fähigkeit ist aber nicht bei allen Zentauren gleich stark ausgeprägt.

Mit dem Lachen aufhörend bedeutete Brindl ihnen zu folgen: "Dann hoffen wir mal, dass sie einen guten Eindruck von uns gewinnt." Warum klang seine Stimme so, als ob er sagen wollte ich bin der Erste vor dem sie sich fürchten muss? Saoirse merkte wie ihr Herz schneller schlug. Sie musste sich zusammen reißen und auf ihr Vertrauen konzentrieren, das sie Arktur entgegen brachte. Er würde sie niemals in Gefahr bringen oder im Stich lassen.

Die Städte der Noraden bestand ebenfalls aus einer großen Anzahl Rund- und Langhäuser, wie es die junge Frau bei den Cheiraden bereits kennen gelernt hatte, nur das sich hier offenbar vieles um Kampf drehte. Gewaltige Äxte oder Speere thronten gekreuzt über den Eingängen der Gebäude. Man hörte das metallene Hämmern einiger Schmiede, viele Zentauren liefen durch die breiten Gassen der Siedlung und trugen zumeist Waffen aller Art in ihren Armen oder irgendwo am Körper. Alles schien so, als bereiteten sie sich auf eine große Schlacht vor. Zielstrebig trabte Brindl voraus, Arktur und Opalos folgten ihm und Saoirse auf Lillyloon hielt sich dicht hinter ihnen. Als diese kleine Gruppe durch die Städte streifte, sahen viele Zentauren von ihrer Arbeit auf, hielten inne und fingen an zu flüstern, aber Saoirse konnte nicht verstehen, was sie genau sagten.

Als sie vor einem riesigen Rundhaus inne hielten und der noradische Fürstensohn sie gebeten hatte kurz zu warten, ergriff die Frau die Gelegenheit und fragte Arktur leise: "Was machen die hier? Wollen sie in den Krieg ziehen? Ich hoffe das gehört nicht alles zu den Vorbereitungen für das Turnier."
Arktur wandte ihr leicht den Kopf zu: "So ähnlich. Es geht hier nur darum Eindruck zu schinden, das ist alles. Es soll uns einschüchtern."

"Also ich bin beeindruckt ...", gab sie zu, doch dann verstummte sie, denn Brindl erschien wieder am Eingang des großen Gebäudes in dem er zuvor verschwunden war und winkte sie zu sich: "Mein Vater wird euch jetzt empfangen."

Sie betraten das Rundhaus, die Menschenfrau blieb aber mit leicht gesenkten Kopf hinter ihren Zentauren-Freunden. Im Inneren richtete sich Saoirses Aufmerksamkeit nicht auf die hauptsächlich mit Waffen geschmückte Inneneinrichtung, wie den Tisch mit gekreuzten Speeren als Tischbeinen, es war die ausgesprochen beeindruckende Präsenz von Corion, dem Fürsten der Noraden. Der riesige Zentaur wirkte ungefähr genauso groß wie Tristorion mit einem breiten Pferdekörper, der an dem eines Shire Horse erinnerte, aber eine Falbenfärbung besaß. Sein Körper war von einigen Narben übersät, seine langen dunklen Haare hielt ein wild geflochtener Zopf zusammen. Anders als Tristorion, der einen kurzen und gepflegten Bart trug, hatte Corion einen langen Bart, wobei der Großteil zu drei Zöpfen geflochten war und ihm fast bis zum unteren Teil seiner nackten Brust hing. Corions dunkle Augen musterten die Neulinge eindringlich, fast mit ein wenig Abscheu in den Augen. Doch als er sprach, klag er merkwürdig freundlich:

"Ich heiße euch willkommen, Söhne des Tristorion. Mein Sohn hat mir von eurer ungewöhnlichen Begleitung erzählt. Ich hoffe, ihr werdet einen lehrreichen Aufendhalt bei uns haben. Die Wettkämpfe beginnen Morgen, ihr habt also noch ein wenig Zeit euch einzuleben."
Die Zentauren nickten freundlich und Arktur bedankte sich für die Gastfreundschaft. Dann ergriff Brindl das Wort, der neben seinem Vater stand.

"Wie wäre es, Vater, wenn ich mich ein wenig um die Menschenfrau kümmere, solange ihr weitere Dinge für den Wettkampf besprecht? Sie soll doch unsere Kultur kennen lernen und ich würde mich sehr gegehrt fühlen, wenn ich ihr persönlich unsere bescheidene Städte zeigen könnte." Als er sprach wirkte Brindl übertrieben freundlich, doch seine Augen funkelten teuflisch. Was hatte er vor?

Arktur konnte dieses Angebot nicht ablehnen, dessen was sich Saoirse bewusst. Alles andere wäre eine Beleidigung gleich gekommen und das wusste Brindl.
Er ließ es sich nicht anmerken, doch in Arkturs Inneren rebellierten seine Gefühle. Er wollte Saoirse nicht mit Brindl alleine lassen, gerade weil der Palomino gespürt hatte, dass seine Freundin Angst vor diesem zu haben schien. Doch er durfte nicht ablehnen.

"Ich brauchte sie aber in ein paar Stunden wieder", erklärte Arktur kühl und der Norade nickte grinsend, dann sah er zu der Menschenfrau herüber, sein Blick ließ Saoirse erneut einen kalten Schauer über den Rücken laufen.

Autorennotiz

Ich liebe Zentauren und so auch Geschichten über diese wundervollen Wesen.
Es gibt nicht viele gute Bücher über sie und jene die ich gelesen habe, inspirierten mich oft zu Fanfiktions. Je mehr ich schrieb und überlegte, ob ich sie hochladen sollte, fiel mir auf, dass die Story mittlerweile voller Ideen steckten, die mit der eigentlichen Geschichte auf der die Fanstory basierte, nicht mehr viel gemein hatte. Da dachte ich, ich kann das ganze noch mit eigenen Charakteren weiter umschreiben – und schließlich eine Original Geschichte daraus basteln.

Und das ist es nun geworden.
Ich hoffe ihr habt beim Lesen genau so viel Spaß, wie ich beim Schreiben. ^^

Euch gefällt die Geschichte?
Ihr mögt Zentauren?
Ich habt Kritik oder Verbesserungsvorschläge?
Dann lasst es mich gerne wissen ^^

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Autor

Runias Profilbild Runia

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Kapitel:4
Sätze:285
Wörter:5.529
Zeichen:33.027

Kurzbeschreibung

Arktur ist ein junger Zentaur, der Sohn des stolzen Fürsten Tristorion und befreundet mit der menschlichen Heilerin Saoirse. Sein Wesen ist von Tapferkeit und Aufrichtigkeit geprägt und doch trägt der Palomino-Zentaure plötzlich ein dunkles Geheimnis mit sich: eine Prophezeiung sagt ihm voraus, dass er einst Dunkelheit über sein Volk bringen wird.

Kategorisierung

Diese Story wird neben Fantasy auch in den Genres Mystery und Freundschaft gelistet.