******************** Denkende Krieger von Teichmann ******************** “Boxing is like jazz.” George Foreman * “I get up in the morning looking for an adventure.” George Foreman * “I wasn’t a big guy. People thought the big guys would eat me up. But it was the other way around. I loved to fight bigger guys.” Joe Frazier * “The man to beat me hasn’t been born yet.” Muhammad Ali * “In boxing, I had a lot of fear. Fear was good. But, for the first time, in the bout with Muhammad Ali, I didn’t have any fear. I thought, ‘This is easy. This is what I’ve been waiting for’. No fear at all. No nervousness. And I lost.” George Foreman * „Ich bin schon einige Male k.o. gegangen. Jedes Mal blitzte es weißlich auf, dann wurde es langsam dunkel. Gegen Sonny Liston wurde es sofort finster.” Albert Westphal, Dt. Schwergewichtsmeister in den 1950er Jahren * „Mit Liston zu sparren ist das Gefährlichste, was ich in meinem ganzen Leben getan habe.” George Foreman * „Würde man alle bisherigen Schwergewichts-Weltmeister in einen kleinen Raum sperren - Rocky Marciano wäre der Einzige, der da wieder herauskäme.” Ring Magazine * In einem Interview mit David Letterman sagte Foreman: „Ich habe über sechzig Kämpfe gemacht, und du triffst nur drei echte Puncher in deiner Karriere - Gerry Cooney, Ronny Lyle und einen Jungen, mit dem ich zusammenarbeitete - Cleveland Williams. Sie trafen so hart, dass es deinen Körper erschütterte, selbst wenn du blocktest - es ging direkt durch dich.” Auf die Frage, ob Earnie Shavers dazugehöre, antwortete Foreman: „Ich habe nie gegen Earnie Shavers gekämpft, zum Glück.” Diese Aussage zeigt, dass Foreman Shavers als einen der gefährlichsten Puncher betrachtete, gegen den er nie antreten musste. Muhammad Ali über Earnie Shavers Ali traf auf Shavers am 29. September 1977 in einem Titelkampf im Madison Square Garden. Obwohl Ali den Kampf gewann, wurde er von Shavers bis ins Mark erschüttert. In späteren Interviews sprach Ali respektvoll über Shavers’ Schlagkraft. Er sagte: „Earnie Shavers hatte den härtesten Schlag, den ich je gespürt habe.” Wie schätzt zu Lennox Lewis als Champ ein? War er ein Großer? Ja, Lennox Lewis war ein Großer, auch wenn er in der öffentlichen Wahrnehmung oft unterbewertet wird. In der Geschichte des Schwergewichtsboxens gehört er objektiv zu den besten aller Zeiten - technisch, strategisch und mental. Hier eine differenzierte Einschätzung: 41 Kämpfe – 38 Siege (30 K.o.), 2 Niederlagen, 1 Unentschieden. Dreifacher Schwergewichts-Weltmeister (WBC, WBA, IBF, IBO, Lineal). Olympiasieger (1988, Seoul, für Kanada). Einziger Schwergewichtschampion, der alle großen Rivalen seiner Ära geschlagen hat: Mike Tyson, Evander Holyfield, Vitali Klitschko, David Tua, Ray Mercer, Hasim Rahman. Er war Weltmeister über fast ein Jahrzehnt (von 1993 - 2003 mit kurzer Unterbrechung) - eine seltene Stabilität im Schwergewicht. Lewis war ein strategischer Boxer mit überlegener Technik. 1,96 m groß, enorme Reichweite, exzellenter Jab. Er konnte einen Gegner ‚ersticken’, bevor jener in seinen Rhythmus fand. Nach Niederlagen kam er fokussiert und dominant zurück. Arbeitete unter Emanuel Steward (1944 - 2012), der ihn zu einem denkenden Schwergewicht formte. Lewis boxte wie ein Schachspieler im Körper eines Titanen. Er erschien ruhig, reflektiert, britisch-kanadisch distanziert. Anders als Liston, Ali, Tyson und Foreman verfehlte Lewis die Voraussetzungen für ein mythisches Drama. Deshalb wurde er oft als ‚zu rational ... zu kühl’ wahrgenommen. Er war zu gut, um übergangen zu werden, und zu sachlich für eine überlebensgroße Ikonografie. Lewis war der letzte unangefochtene Schwergewichtsweltmeister (alle Gürtel vereinigt). Der einzige Champion ohne Comeback und öffentlichen Niedergang. Lennox Lewis war nicht Mythos, sondern Meister. Er dominierte eine Generation, verstand das Spiel intellektuell, kämpfte mit Disziplin und verließ den Ring als Sieger – ohne Spätfolgen, ohne Absturz. Wenn Ali der Poet und Tyson der Vulkan war, dann war Lewis der Architekt: präzise, berechnend, unaufhaltsam. Welches war Foremans mythisches Drama? Sein Drama ergab sich in keinem einzelnen Kampf. Es war eine existenzielle Heldenreise in drei Akten: Hybris, Fall und Wiedergeburt. Der junge George - der Zorn Gottes (1969 - 1974) Foreman trat in den 1970ern als Naturgewalt in Erscheinung. 1,92 m, 100 Kilo Muskeln - der Olympiasieger von 1968 besaß die Gnade der apokalyptischen Wucht. 40 Siege, 37 K.o. - das ist die Bilanz eines Zerstörers. 1973 schlug er Smokin’ Joe Frazier in Kingston innerhalb von zwei Runden nieder. Der Kampf war biblisch dimensioniert - der Stier tötet den Löwen. Muhammad Ali nannte Frazier zunächst spöttisch „Uncle Tom”. Er revidierte sein Urteil und zollte dem Rivalen mit dem Schlachthof-Charme Respekt. Foreman sagte: „Joe Frazier war der tapferste Mann, mit dem ich je im Ring stand.” Damals hielt man ihn für unbesiegbar, aber auch für furchterregend leer. Foreman sprach wenig, lächelte nie, wirkte wie ein Symbol für rohe Gewalt. Beim ‚Rumble in the Jungle’ in Kinshasa (Zaire) im Oktober 1974 war Foreman der haushohe Favorit. Doch Muhammad Ali erfand „Rope-a-dope”. Er ließ Foreman schlagen, bis dessen martialisches Potential erschöpft waren. In der 8. Runde knockte Ali den Giganten aus. Dieser Moment war mythisch, weil Foreman nicht nur körperlich fiel. Er verkörperte die Macht ohne Spirit, und Ali besiegte ihn mit Geist, Strategie, Sprache und Courage. Foreman verkraftete die Niederlage schlecht. Er zerfiel innerlich. Noch fehlte ihm der seelische Anker. Norman Mailer charakterisiert Foreman als „einfach sympathisch und furchterregend” und hebt hervor, dass Foreman in seiner Erscheinung und seinem Verhalten eine Mischung aus Bedrohung und Anziehungskraft verkörperte. Er war „so schweigsam wie Ali gesprächig”, was ihn zu einer faszinierenden Figur machte. Mailer betont, dass Foreman nicht nur körperlich stark war, sondern auch eine gewisse Verletzlichkeit in sich trug, die ihn menschlicher erscheinen ließ. Der Bruch und die Wiedergeburt (1977 - 1994) Nach einer Niederlage gegen Jimmy Young 1977 machte Foreman eine Nahtoderfahrung in der Umkleidekabine. Später sagte er, er habe „Gott gesehen” und sei von innerer Leere in eine überwältigende Liebe gefallen. Er gab das Boxen auf, wurde Prediger, gründete ein Jugendzentrum, sprach von Vergebung und Demut. Zehn Jahre später – alt, adipös, unter den Vorzeichen der bequemen Gutmütigkeit – kehrte er zurück. Er schlug sich durch das Dickicht der Niedertracht und der üblen Nachrede – nicht mehr als Titan, sondern als freundlich-geriebener Bulldozer. Im hohen Boxalter von 45 Jahren knockte er 1994 Michael Moorer aus und wurde wieder Weltmeister - zwanzig Jahre nach seinem epochalen Scheitern beim „Rumble in the Jungle”. Foreman trug die Shorts, in denen er in Kinshasa verloren hatte - ein rituelles Wiedergeburtszeichen. Das mythische Drama Foremans Lebenslauf liest sich wie ein Gleichnis: Aufstieg und Hybris – der Mensch wird zur Gewaltmaschine. Entzauberung – die Kraft verliert gegen den Geist. Wiedergeburt, Versöhnung und Erlösung - Körper und Geist werden eins. Der Boxer Moorer - Präzision, nicht Charisma Michael Moorer, ungeschlagen aufgestiegen aus dem Halbschwergewicht, war technisch brillant, linkshändig, diszipliniert, präzise. 1994 schlug er Evander Holyfield und wurde der erste Linksausleger-Weltmeister in der Königsklasse. Als George Foreman ihn 1994 K.o. schlug, war das nicht nur ein sportlicher Sieg. Der 45-jährige Prediger besiegte einen 26-jährigen Techniker. Erfahrung schlug Jugend. Spiritualität schlug Kontrollzwang. Mythos schlug Sterilität. Foreman, Frazier, Ali hatten das Zeug zum Weltmeister. Auch Ken Norton und Earnie Shavers? Earnie Shavers - The Shatterhand Ali sagte: “Earnie Shavers hit me so hard, it shook my kinfolk back in Africa.”Und Larry Holmes, der später Weltmeister wurde, nannte ihn schlicht: “The hardest puncher I ever faced.” Shavers brauchte nur eine einzige saubere Hand, um einen Kampf zu beenden. Geboren 1944 in Alabama, 74 Siege, 68 K.o., 14 Niederlagen, 1 Unentschieden. Shavers war nie Weltmeister, aber er kämpfte im Golden Age des Schwergewichts gegen Ali, Foreman, Frazier, Norton, Holmes, Quarry und Ellis. Seine Spezialität war der Rechte Haken. Kaum Beinarbeit, keine Deckung, reine Explosivität. Er war kein „Boxer” im klassischen Sinn, sondern ein Schlaginstinkt mit Puls. Warum er kein Champion wurde Shavers war das, was man in der Mythologie den „verworfenen Titanen” nennt. Zu gefährlich, um übersehen zu werden, zu roh, um sich selbst zu kontrollieren. Er hatte begrenzte Kondition, keine defensive Disziplin, und sein Timing zerfiel oft in langen Kämpfen. Aber in jeder Runde konnte er einen der Besten vernichten. Shavers war der Schrecken der Favoriten - das Risiko, das keiner eingehen wollte. Sein Platz im Pantheon In der Ali-Ära war Shavers die kinetische Wahrheit. Wenn Ali der Poet war, Foreman der Erlöste, Frazier der Arbeiter, Norton der Philosoph, dann war Shavers das Gesetz. Er hatte die Macht, die Welt zu erschüttern, aber nicht die passende Form. Im Zirkus der Helden war er das, was alle fürchteten: die verkörperte Erinnerung daran, dass ein Schlag alles verändern kann. Ken Norton gehört in die Reihe der Großen, auch wenn er nie unumstritten Weltmeister war.Er war kein Mythos der Gewalt wie Foreman oder Shavers, und kein Prophet wie Ali. Er war der intelligente Krieger, ein Denker im Gladiatorenkörper. Betrachtet man die Hochzeit des Schwergewichts, steht Norton für Disziplin als Kunstform. Geboren 1943 in Illinois, 42 Siege, 7 Niederlagen, 1 Unentschieden. Er kämpfte athletisch, defensiv, technisch, mit charakteristischem Cross-Arm-Block (wie Archie Moore). 1973 besiegte er Ali nach Punkten. Er brach ihm den Kiefer. Norton war kein Straßenkämpfer. Er studierte Gegner akribisch, analysierte Bewegungen, baute seine Verteidigung systematisch auf. Er war der Ingenieur im Ring. Norton war Ali’s Nemesis, der Mann, der das Genie menschlich machte. Ali sagte: „Ken Norton was one of the best fighters I ever faced. He made me think, he made me work.” Foreman überrollte Norton 1974 in zwei Runden. Norton war der Boxer, der gegen Gespenster kämpfte, zu rational für den Mythos, zu kontrolliert für die Massen, aber auf technischer Ebene so stark, dass er jeden schlagen konnte, wenn er seinen Rhythmus fand. Norton war der apollinische Gegenpol in einer dionysischen Ära. Er stand für Maß, Ordnung, Haltung inmitten von Gewalt, Ekstase und Hybris. Wie siehst du Larry Holmes? Larry Holmes ist in dieser Mythologie des Schwergewichts der Architekt unter den Titanen - technisch brillant, strategisch überlegen, aber weniger mythisch-poetisch als Ali oder Foreman. Er war beharrlich, präzise und stabil. Geboren 1949 in Georgia, 69 Siege, 44 K.o., 6 Niederlagen im Verlauf einer fast dreißigjährigen Karriere. WBC-Schwergewichtsweltmeister von 1978 bis 1985. Legendäre Siege in Kämpfen gegen Ken Norton, Gerry Cooney, Mike Weaver, Tim Witherspoon, Trevor Berbick. Holmes hypostasierte Dominanz, bevor Ty ******************** Am 9.2.2026 um 8:08 von Teichmann auf StoryHub veröffentlicht (https://storyhub.de/?s=mzgon) ********************