******************** Blasphemisch berührt von HerrGauloises ******************** Von allen Irrtümern, ist jener, der meint, das Ordnung und Chaos zwei Gegensätze innerhalb einer Gleichung sind, die wir oft und gerne als Dualität bezeichnen, einer der schwerwiegensten. Sehen Sie, Chaos ist lediglich eine Ordnung, die wir nicht verstehen, der Kosmos ist ein Beispiel dafür. Für uns ergeben viele Dinge keinen Sinn, aber unsere Kenntnisnahme stellt keinen Maßstab, der von Relevanz wäre. Jede Ordnung, die wir aufstellen, erkennen, erdenken, befindet sich innerhalb dessen, was für uns Chaos ist. Wir können ein relativ simples Bild sowohl von Ordnung, als auch von Chaos zeichnen, nehmen wir einen unordentlichen Raum. Das Chaos ist in diesem Fall die Unordnung, schon begrifflich erkennen wir es in diesem Kontext als eine Kategorie der Ordnung, meinen tun wir damit aber das Gegenteil, dieser doch recht banalen Betrachtung. Das ist aber nur das Definitionsproblem, wenn wir darüber nachdenken, verlaufen wir uns nur in sinnlose Diskussionen, zufällig ausgedachter Buchstabenkombinationen, doch ich schätze, das bringt Sprache an sich mit. Was wir brauchen, das ist zum einen die Fähigkeit zu differnzieren, zum anderen müssen wir den Kontext richtig einordnen können, der Kontext ist immer wichtig. Was meine ich also, wenn ich behaupte, das Ordnung und Chaos dasselbe sind? Das es völlig irrelevant ist, an welche Ordnung wir uns klammern und vor welchem Chaos wir uns fürchten, weil alles innerhalb einer Ordnung stattfindet, die für uns nur eines sein kann, Chaos. Denn um die Gesamtheit zu entschlüsseln, müssten wir die Gesamtheit im Blick und verstanden haben. Nun, ich habe kluge Menschen getroffen, Menschen die weit aus klüger sind als ich, doch das einer von ihnen behauptet hätte, diese gemeinte Gesamtheit zu verstehen, wäre ein Widerspruch in sich, denn jene die klug genug sind, die nicht vorstellbaren Grenzen zu erkennen, die können sich nur eingestehen, das sie eine solche Ordnung nicht zu erzeugen imstande sind, und jene die es behaupten, sind mit größter Wahrscheinlichkeit jene, denen man nicht zuhören sollte. Kehren wir zurück in den unordentlichen Raum. Was für das fremde Auge nach Unordnung aussieht, kann für den anderen ein Muster preisgeben. Klar, eine Person die mit diesem Raum nicht vertraut ist, die wird nicht finden was sie sucht, muss sie aber auch gar nicht, denn es ist nicht ihr Raum. Wenn sie nun in diese Gegebenheiten des Raums eingreifen um ihn "aufzuräumen", dann findet aber die Person die ihn bewohnt plötzlich nichts mehr, denn das Chaos, dass das fremdartige Auge erkannt haben will, war die Ordnung für den dort Lebenden. Der größte Saustall kann mehr Konzept und Durchdachtheit beheimaten, als ein klinisch steriler, vom missverstandenen Ordnungswahn heimgesuchter Raum, der von Leuten durcheinander gebracht wird, die sich für klüger gehalten haben, als die damit vertraute Person. Jetzt sollte klar sein, wer die Leute sind, denen man besser nicht zuhören sollte. Das sind nämlich die, die in ihr zu Hause kommen, sich über ihren Ordnungszustand beschweren und meinen es besser zu wissen. Ich werde es mit analytischer Präzision und ohne Reue in der Magengegend sagen: Diese Leute sind ignorant idiotisch, pedantisch und nervtötend. Eine -20 auf der Charakterskala und eine -40 auf sonstigen Ebenen und es ist sinnlos mit solchen Leuten das Gespräch zu suchen, denn die schweben mehr so im Äther ihrer eigenen Unfähigkeit. Kein reflektierter Mensch maßt sich an, die Konzepte anderer besser zu verstehen, als diese selbst. Ich bin kein Mann der Ratschläge gibt, denn um akkurate Beratung zu stellen, muss man den Kontext ganzheitlich eingeordnet haben, doch man möge mir gestatten, dieses eine zu sagen - Wenn sie solche Leute um sich haben, und Gott bewahre sie davor das es der ihnen angetraute Lebenspartner ist - subtrahieren sie sich aus dieser Bekanntschaft, denn früher oder später endet es immer vor Gericht. Reflektion, ja, viele sagen sich, das sie reflektiert sind, doch wenn das denn so wäre, und alle so reflektiert durch den in Watte gepackten Tag hüpften, dann hätten wir nicht die Probleme, welche es auch sein mögen, die wir haben. Reflektion, das heißt nicht, das man sich selbst beweihräuchert, es heißt den Istzustand möglichst sachgerecht wiederzugeben. Die größte Schwäche die man haben kann ist die, bei der man weder seine Stärken noch seine Schwächen kennt. Ist das der Fall, ist man dazu verdammt kontrolliert zu werden. Ist das der Fall, klammert man sich an Ordnungen, die man weder selbst erschaffen, noch begriffen hat, und dann dringt man, befeuert vom leicht latenten Frust, von dem man nicht weiß woher er kommt, in die Sphären anderer vor, ohne die eigene erkundet zu haben und sagt Sätze wie "Hier findet doch keine Sau irgendetwas" Sie kennen diese Leute, jeder kennt diese Leute und wenn nicht, dann wird das seine Gründe haben. Gott, diese Ratgeberlitertur. Das muss man sich mal vorstellen - da sitzt jemand an Punkt x und meint, GENAU IHRE, JA IHRE Situation ausreichend verstanden zu haben, und dann schreibt dieser jemand GENAU IHNEN, was SIE jetzt tun müssen, um da raus zu kommen. Ja natürlich müsste man solche Leute eigentlich einschläfern, aber dafür sind wir ein paar Jahrhunderte zu spät. Jemand der Sie nicht kennt, der kennt Ihre Situation nicht, er kennt nicht die Gründe, die genaueren Umstände. Man kann vielleicht grobe Richtlinien skizzieren, ja, ok, aber Herr im Himmel, das Problem muss man selbst erkennen und dann muss man es selbst lösen, wenn man es gelöst haben will. "Reflektiert", jedes Mal, wenn dieses Wort aus solchen Leuten kommt, fühle ich mich blasphemisch berührt.       ******************** Am 28.6.2026 um 1:30 von HerrGauloises auf StoryHub veröffentlicht (https://storyhub.de/?s=cjz2m) ********************