******************** Rohdatei Mensch von DennisFinkel ******************** ++++++++++++++++++++ Kurzbeschreibung ++++++++++++++++++++ Log Buch 2026, Zwischen Wohlbefinden und freien Fall. Schall und rauch Das Ich. Eine reine Verwaltungsinstanz, eine Festung aus Logik gegen das unaufhörliche Zittern in der Leitung. Ich hoffte und glaubte und betete an die eine, die erlösende Formel, die das Rauschen endlich verstummen lässt. Doch während ich im Kopf noch nach der richtigen Anleitung suchte, fraß sich die Moderne bereits durch mich. Es ist dieses dumpfe, 50 Grad heiße Gefühl im Körper – wie ein verwirrter fremder , der versucht im Hintergrund, eine Welt zu synchronisieren, die längst den Takt verloren hat. Menschen wischen auf glatten Oberflächen, jagen dem nächsten Software-Update der Seele hinterher, während der Akku im freien Fall ist und die biologische Hardware unter der Last der permanenten Verfügbarkeit feine, hässliche Risse bekommt. Es ist ein brillanter, fast lautloser Betrug: Das leben in einem System, das erst die Resonanzachsen bricht, um dann die Prothesen der Selbstoptimierung als Freiheit zu Verkauft. Die moderne Industrie. Wir schreiben das Jahr 2026. Ein Marketing Gesellschaft ist kein Rettungsboot. Sie ist ein profitables Wrackteil. Es boomt der Vibe-Voodoo? Das System weiß, unsere biologische Erschöpfung zu kolonisieren. Sie verkauft alles! Chakra-Reinigung und Schwingungserhöhung. Das endlose Leben und alle Träume. Aber keine echte Resonanz mehr. Wenn ich heute die Augen öffnen, gibt es selten eine Welt aus Holz, Glas und Licht. Es ist ein Blick auf ein Schlachtfeld aus Erwartungen, das direkt in unsere Netzhaut projiziert wird. Unsere Wahrnehmung ist nicht mehr frei, sie ist kolonialisiert von einer Aufmerksamkeits-Ökonomie, die unsere Amygdala wie einen billigen Backdoor-Exploit nutzt. Wir stecken in einer Hyper-Vigilanz fest, einer biologischen Dauer-Wachsamkeit, die uns einredet, jede Sekunde scannen und bewerten zu müssen, nur um nicht vom Spielfeld zu fliegen. Ein ruhiges Gehirn ist für diese Maschinerie wertlos; nur der Mangel hält den Konsum am Laufen. Doch ich sehe immer mehr Menschen die da nicht mehr mitmachen. Die Rebellion beginnt nicht im Jenseits oder in einer höheren Schwingung. Sie beginnt in der Schwerkraft. Der Körper braucht keine Engel, er braucht Bodenhaftung. Ich stehe im Büro meines Chefs. Er redet auf mich ein, Kundenbeschwerden, das übliche Theater. Ich weiß genau, dass das Problem nicht meine Arbeit ist, sondern das System, in dem er an allem spart und mich dann ins offene Messer laufen lässt. Die Wut steigt in mir hoch, eine heiße Welle, die mich fast explodieren lässt.   Anstatt zu schreien oder innerlich zu implodieren, besinne ich mich auf das, was die Stoiker die Dichotomie der Kontrolle nannten – ein Prinzip, das schon Epiktet lehrte: Unterscheide radikal, was bei dir liegt und was nicht. Ich lenke meine gesamte Aufmerksamkeit nach unten. Auf meine Füße. Auf die verdammte Schwerkraft. Ich spüre die Verbindung zum Boden. Ich gehe mit meiner Wahrnehmung meine Schultern hinunter, den Nacken, die Wirbelsäule entlang bis in die Oberschenkel.   Es ist eine befriedigende Ruhe, die sich da breitmacht. Mein Kopf läuft nicht mehr mit 3000 Umdrehungen ins Leere. Ich schaue ihn an und sage freundlich, aber mit einer Härte, die mich selbst überrascht, dass ich mir gerne mehr Zeit für die Kunden nehme, aber er dann eben akzeptieren muss, dass Termine länger dauern. Die Stabilität kommt nicht aus einem Argument, sie kommt aus dem Kontakt meiner Fußsohlen mit dem Teppichboden.   Wenn der Film in unseren Köpfen zu schnell läuft, wenn das System versucht, ein komplexes Drama über meine Unzulänglichkeit zu rendern, ist der radikale Abbruch die einzige Sprache, die die Hardware versteht. Deshalb seziere ich das Gewirr weiter. Es geht darum, die nackte Rohdatei der Realität zu lesen. Die weiße Wand. Der metallische, kalte Griff der Kaffeetasse. Das Licht, das völlig wertfrei auf den Boden fällt. Die Rückkehr vom Film zur Wahrheit. In dem Moment, in dem die Dinge wieder beim Namen benannt werden – ohne Story, ohne Optimierungszwang –, sehen wir die Rechenleistung die wir verbrauchen Und kommen zurück auf die lokale Festplatte. Keine Wellness-Oase - sondern der harte, ehrlichen Boden der Tatsachen. Und erst dann schaue ich mir an was wirklich aus all dem self- help geplaudert überlebt!   Kapitel 1: Das Zittern in der Leitung Lange Zeit habe ich versucht, mein Leben vom Kopf aus zu regieren. Ich dachte, wenn die psychologische Formel nur komplex genug ist, kommt die Ruhe von selbst. Eine Festung aus Logik gegen das unaufhörliche Zittern in der Leitung. Aber dieses Zittern war kein technischer Fehler. Es war meine Statik. Es ist ein Zittern, das tief sitzt, tiefer als jede oberflächliche Stressreaktion. Es ist das Echo einer Kindheit, in der Sicherheit ein Fremdwort war. Wenn du als das „dritte Rad am Wagen“ in einer fremden Dynamik aufwächst, in einer Familie, in der Trauma die einzige Währung ist, dann lernst du eine Lektion sehr früh: Die Welt ist kein Ort zum Ankommen. Sie ist ein Schlachtfeld, auf dem deine Grundbedürfnisse keinen Platz haben. Dieses Zittern ist die physische Manifestation eines fundamentalen Mangels an Bodenhaftung. Ein Körper, der ständig nach einem Halt sucht, den es nie gab. Und genau hier schnappt die Falle des Systems zu. Mit diesem tiefen Hunger nach Sicherheit bin ich mit dem Kopf gegen die Wand des modernen Lebens gerannt. Ich habe die Stabilität dort gesucht, wo sie am wenigsten existiert: im System. In meiner Verzweiflung bin ich in die Arme der modernen Heils-Industrie gelaufen. Ich habe sie alle konsumiert – die Psychologie-Ratgeber, die spirituellen Coachings, den „Vibe-Voodoo“. Aber was ich dort fand, war keine Heilung, sondern eine noch tiefere Fragmentierung. Man hat mir erzählt, ich müsse nur „mental durchrasieren“, mein Mindset optimieren, Action machen, Bestätigung generieren. Man hat mir ein „Software-Overlay“ aus positiven Affirmationen verkauft, während unter der Haube die Kabel unter Starkstrom standen. Es ist eine perfide Form der Gewalt: Dir wird suggeriert, dass deine Erschöpfung nur ein Mangel an Disziplin sei. Das System bricht dir die Beine und verkauft dir dann die Erlaubnis, im Rollstuhl produktiv zu sein. Das ist der Punkt, an dem ich zum radikalen Skeptiker wurde. Ich wollte keine „mentale Gesundheit“ mehr kaufen, die nur daraus besteht, das System noch ein bisschen länger auszuhalten. Ich wollte wissen, was hinter dem ganzen aufgedunsenen Kram steckt. Was fehlt meiner Biologie wirklich? Ich höre heute auf , das Wort „Angst“ zu schnell zu benutzen. Was ist das gerade wirklich, wenn ich die Etiketten weglasse? Was fühle ich im Detail? Wie fühlt es sich an? Kein Wort, nur Gefühl..   Es ist kein Schicksalsschlag, es ist ein Kribbeln in der Wirbelsäule. Es ist ein schweres Gefühl im Bauch. Es ist eine Anspannung in den Schultern.   Diese Neutralität ist meine schärfste Waffe. Indem ich das Gefühl in seine biologischen Einzelteile zerlege, raube ich meinem Kopf das Futter für seine Horrorszenarien. Wenn es nur noch ein Kribbeln ist, kann mein Verstand keine Endlosschleife mehr daraus bauen. Die Bilder verschwinden, weil die Datenbasis sich geändert hat. Es ist das Ende der Interpretation und der Beginn der reinen Existenz. Wir suchen nach Sinn, nach Transzendenz, nach Gott – aber eigentlich suche ich nur nach Regulation. Ich stecke zu viel meiner Energie in den Beton des Systems, baue Türme aus Erwartungen und Leistungsnachweise, während die Erde unter unseren Füßen vergessen wurde. Der Mensch im Jahr 2026 ist ein außergewöhnliches biologisches Wunderwerk, das sich in einem kollektiven Ausmaß an Ignoranz gegenüber seiner eigenen Lebensgrundlage verfangen hat. Wir leben, als könnten wir unsere Biologie weg-optimieren. Verrückt aber auch faszinierend. Schaffe ich den radikale Schnitt ohne den Anschluss zu verlieren? Anschluss…. Die reine, nackte Biologie wird immer stärker sein als jedes System. Das System lebt von uns, nicht wir vom System. Die nackte Wahrheit über das, was wir wirklich sind – Materie, Nervensystem, Regulation –, ist im ersten Moment hart. Sie entzieht dir den mentalen Boden. Aber sie ist das Einzige, was am Ende übrig bleibt, wenn der Beton reißt. Erst wenn ich anfange, die Welt nicht mehr durch das Marketing-Gequatsche des Geistes, sondern durch die Rohdaten meiner Biologie zu lesen, hörte das Zittern auf. Nicht, weil die Welt sicher wurde, sondern weil ich endlich auf meiner eigenen Hardware gelandet bin. Kapitel 4: Und die Sonne scheint Ich laufe mit leichten Füßen, nur paar Schritte entfernt von meiner Haustür durch das Naturschutzgebiet Hunsrück. Am Fluss entlang und genieße die Natur. Probleme sind wie weggewischt. Manchmal verstehe ich nicht wie es so leicht sein kann sich gut zu fühlen, im Schwimmbad die Sonne zu genießen, der Spaziergang gemütlich. Zu Hause mit Freunden ein gutes Abendessen. Ganz anders als, der Alltag, die stressigen Feiertage oder der Kampf um die Lohnerhöhung. Aber irgendwie gibt es ja Sinn dass da mehr ist, mehr Resonanz zwischen Sonne und Mensch, Natur und Mensch, als zwischen mir dem Büroraum und Beton. An Tagen wie heute fällt es unglaublich leicht, einfach zufrieden zu sein. Die Sonne scheint, der Tag ist frei und mein Kopf kommt überhaupt nicht auf die Idee an irgendetwas zu zweifeln oder über irgendetwas zu meckern. Gekonnt ignoriere ich hektische Leute beim Einkaufen als ich mir nachmittags noch ein paar Snacks für den Abend besorge. Jeder der Stress beim Tanken noch an der Kasse scheint mich anzustecken, alles läuft. Viel interessanter sind heute die besten Netflix Filme und einen schönen Abend zu haben. Ich kritisiere ja oft was in unserem System alles schief läuft aber heute kommt es mir gar nicht so vor. Ein Flachbildfernseher eine Couch, meine eigene Wohnung, ein paar neue Games auf der Playstation spielen. Es gibt diesen Comic-Strip, in dem ein Mann im Mittelalter steht und sagt: „Wir sollten die Gesellschaft verbessern.“ Ein anderer Typ kommt von der Seite rein und sagt hämisch: „Und doch nimmst du am gesellschaftlichen Leben teil! Wie kurios! Ich bin sehr schlau. Sitz ich hier in meinem Komfort und schaue aus meinem Elfenbein Turm? Ganz klassisch schlaflos im System, auf der Jagd nach Glücksgefühlen glücklich wenn ich sie mir kaufen kann und traurig weil sie nicht lange halten. Für heute weiß ich nur dass es mich zufrieden macht auch wenn ich gestern und auch morgen weiß ein ganzes Leben stelle ich mir doch anders vor. Ich Schiele kurz auf das Buch über kognitive Dissonanz im Regal, Ersatzbefriedigungen“ geschaffen. Wenn wir uns im Job entfremdet fühlen, kaufen wir uns etwas Schönes. Das ist wie ein Pflaster auf einer entzündeten Wunde. Das Pflaster (die Couch) sieht gut aus, aber darunter schwärt die Entfremdung weiter, hatte ich darin gelesen. Ach heute egal…. Ich lege mich hin, schließe die Augen und verfolge den Film in meinem Kopf abends beim Einschlafen: Ich stehe oben. Der Berg unter den Füßen ist kein Bild, er ist ein Widerstand. Da ist dieses Grün. Ein sattes, fast feuchtes Grün, das so tief in der bayerischen Stille liegt, als hätte es nie etwas anderes gegeben. Die Luft schmeckt wie ein Ice-bonbon. Kalt, ehrlich, schmerzhaft klar beim Einatmen. Mit jedem Zug weitet sich das kalte Gefühl in den lungen unter den Rippen, der Brustkorb wird groß, wird hohl, wird Raum. Das Gras unter den Stollen gibt nach, ein dumpfes Federn bei jedem Schritt. Laufen. Bis die Haut dampft. Bis der Puls nicht mehr schlägt, sondern hämmert, ein ruhiger, kräftiger Takt. Im Winter ist die Welt stumm und ehrlich. Der Atem tritt als weißer, zerbrechlicher Dunst aus dem Mund, kleine Wolken, während im Inneren, tief in mir, eine Wärme fast brennt. Dann das Haus. Die Wärme der Stube ist kein bloßes Gefühl, sie ist eine Umarmung aus Holz und Stein. Sie dringt in die Wangen, die noch von der Kälte singen. Ein sattes Wissen: Alles ist an seinem Platz. Dann ein Riss im Grün, ein Bild ein… Es zerfließt, wird weich, wird flüssig. Die Bergkette schmilzt weg und macht Platz für ein Licht. Goldener Staub. Ein wohliger Raum voller freunde. Ich bin achtzehn. Die Welt ist eine offene Tür, durch die noch kein Wind geht. Wir sitzen auf dem Boden, Knie an Knie, ein Knäuel aus Körpern in diesem einen Zimmer. Sicher zehn Leute, aber der Raum ist weit. Eine Freundin aus singt und spielt wohlig warme Gitarren klänge – ihr Akzent ist ein ferner, Klang, der sich unter die Stille legt. Die Musik. Sie beginnt nicht einfach, sie entsteht. Ganz leise. Ganz nah. Die Töne bewegen sich wie Rauch durch das Zimmer, weich und klar, sie weben ein Netz zwischen uns, das keine Worte braucht. Das Glas in der Hand ist glatt, Anker gegen die warme Schwere der Luft. Blicke treffen sich, halten sich fest, verlangen nichts. Eine Intimität, die einfach existiert. Draußen die Stadt, drinnen dieses Nest aus Schall und Freundschaft. Es ist wahr. Es ist einfach nur wahr. Ich atme diese Bilder. Ich besitze sie. Das Grün des Berges, das Gold des Zimmers – sie sind nicht vergangen, sie sind unter meine Haut tätowiert. Wenn die Welt draußen brüllt, ziehe ich den Vorhang zu. Ich gehe zurück. Es ist alles noch da.   Kapitel 3: Der nackte Blick Gehört mir mein Blick eigentlich noch selbst? Wenn ich morgens die Augen öffne, blicke ich selten auf eine Welt aus Holz, Glas und Licht. Es ist fast schon ein blicken auf ein Schlachtfeld der optimierten Individualität. Ich schreibe ein Buch und mein Kopf rattert: Alleinstellungsmerkmal, Charakter, Nische, Zugänglichkeit. Der tot meiner Fantasie ….. Selbst wenn ich mir antrainiert habe, abends die Welt ganz bewusst „sein zu lassen“, weil ich weiß, dass die Probleme geduldig auf mich warten, überfällt mich der Morgen mit einer gierigen Unmittelbarkeit. Kaum sind die Augen offen, rattert die Maschine: Was muss ich tun? Wie kann ich produktiv sein? Wie werde ich nützlich? Einfach nichts zu tun, kommt in der Programmiersprache unseres Alltags gar nicht vor. Selbst während ich diese Zeilen schreibe, in einem 12-Stunden-Rhythmus, der mich durch die Kapitel peitscht, spüre ich den Sog der Optimierung. Es ist schwer, die eigene Wahrheit auszusprechen, ohne sie sofort wieder weichzuspülen oder durch einen Filter der Professionalität zu jagen. Wir leben in einer Gesellschaft, die echte Gefühle – den Frust, den Schmerz, das nackte Unbehagen – wie einen Systemfehler behandelt. Alles muss „schön“ gemacht werden, weichgezeichnet und resilient verpackt. Aber echtes Leben ist kein weichgespülter Instagram-Feed. Es ist kein Widerspruch, lebensfroh und neugierig zu sein und gleichzeitig den Schmerz des Seins radikal anzunehmen. Im Gegenteil: Die Weigerung, den Schmerz zu spüren, ist der Beginn meiner Fragmentierung. In meiner Suche nach Stabilität laufe ich gegen die Mauern der klassischen Selbsthilfe. Diese Bücher bieten mir Übungen an, die mich nur gering auffangt, weil sie meine Lebensgeschichte ignorierten. Irgendwie ja richtig nicht in der Vergangenheit zu hängen aber irgendwie auch nicht… Sie sprachen von „Ego-Auflösung“, als wäre mein Schmerz nur eine falsche Einstellung, eine Illusion, die man wegmeditieren könnte. Aber wie willst du etwas auflösen, das dein einziges Signal für Gefahr ist? Der Versuch, das Ego als Illusion zu leugnen, während der Körper unter Starkstrom steht, ist wie der Versuch, ein brennendes Haus zu löschen, indem man behauptet, Feuer sei nur ein Konzept. Es hat mich noch tiefer in einen „Verlierer-Zustand“ getrieben, mich noch mehr von meiner Umwelt getrennt, anstatt mich zu erden. Mein Handy leuchtet auf. Nach etwa 15 Jahren habe ich es geschafft mich zu überwinden meinen Vater anzuschreiben und meine Wut auszudrücken, wie verloren ich war…. Und er es nie für nötig hält sich zu melden. Endlich kommt eine Antwort. Angst und Hoffnung geichzeitig. Aber der Schlag kommt unerwartet hart.. Die Nachricht:„Vater sein ist leider kein Wahlfach – man kann es nicht abwählen. Tja, Vater sein ist leider auch kein Hobby . Ich bin für dich da, wenn du bereit bist, ein bisschen Verantwortung zu übernehmen du bist mittlerweile erwachsen und hast eine Verantwortung deiner Familie gegenüber, wir haben das selbe Blut das bedeutet was)“ Mein Kopf dreht sich.. was hab ich verpasst? Ich habe dich zwei Mal in meinem Leben gesehen. Was passiert da gerade? Mein ganzer Schmerz kommt hoch, ich fühle Taubheit.. Und muss mich kurz fassen .. was heißt das. Der Wunsch nach Heilung über meinen Vater zerschellt gerade. OK mal ganz langsam. Ich schaue mich um. Inder Küche läuft die Kaffeemaschine, ich sitze stabil auf einem beigen Stuhl, der massive Holztisch vor mir. Ich atme tief durch. OK. Das ist NICHT mein Fehler und auch nicht meine emotionale Unverfügbarkeit! Die Verantwortung die ich in ihm suche habe ich übernommen.   Ich glaube mittlerweile verstehe ich mein Gehirn anders. Es ist wie einer dieser alten Overheadprojektoren aus der Schule. Unsere Realität ist das Bild an der Wand, das durch die Schablonen entsteht, die wir auf die Glasplatte legen. Diese Schablonen sind unsere Prägungen, unsere Traumata, unsere Erfahrungen. Das Problem ist nicht das „Ego“ oder das Bild an sich – das Problem ist, dass die Schablonen oft veraltet sind. Sie zeigen eine Gefahr, die längst vorbei ist, oder eine Notwendigkeit, die nur das System will, nicht aber unsere Biologie. Ich bin lange mit gesenktem Kopf durch diese Welt gelaufen, weil mir alles zu viel war. Ich wollte alles ausblenden. Bis zu diesem einen Moment in einem kleinen Obstladen. Nichts Spektakuläres. Aber plötzlich waren da diese Farben. Das knallige Rot eines Apfels, der Geruch von Orangen, ein herzliches Gesicht hinter dem Tresen. Für einen kurzen Moment war der Overheadprojektor in meinem Kopf aus. Ich habe nicht über „Achtsamkeit“ gelesen, ich habe sie physisch bemerkt – als Erlösung. In dieser Sekunde ist die Rechenleistung von der Sorge zurück in die Pupille gewandert. Die Welt war für einen Augenblick keine Ressource, die ich ausschöpfen musste, sondern einfach nur Materie, die zurücklächelte. Unsere Gesellschaft hat das verlernt. Wir betrachten alles – auch uns selbst – nur noch als Ressource. Wir haben die Endlichkeit ausgeklammert. Ein Baum weiß, wann er ausgewachsen ist. Er steht dann einfach da, schwingt im Wind und ist Teil eines funktionierenden Kreislaufs. Er optimiert sich nicht bis zum Kollaps. Wir hingegen kennen keinen Endpunkt. Wir verkaufen uns Produktivität als Sinn des Lebens und betäuben dabei unsere Biologie. Wir sind gefangen in der Schublade zwischen „System-Mensch“ und „Öko-Spinner“. Aber ich will diese Fragmentierung nicht mehr. Ich will nicht zwischen Beton und Erde wählen. Ich will begreifen, dass meine Biologie das Grundsystem ist, von dem auch der Beton lebt. Die Rebellion beginnt damit, den Blick wieder zu heben. Nicht um die Welt zu verschönern, sondern um sie in ihrer nackten, rohen Datei zu lesen. Die Realität braucht keinen Filter. Sie braucht Zeugen. Kapitel 4: Die Trümmer der Ernüchterung Manchmal passieren einfach zu viele Dinge auf einmal oder zu viel nacheinander. Es geht auf und ab. Der Trümmerhaufen, vor dem ich schließlich stand, war kein lineares Scheitern. So viel Kraft ist in so vielen Dingen geflossen doch zu wenig floss zurück. Habe ich versagt ? Es ist nicht der klassische Karriereknick oder ein falscher Weg. Mein Drang nach Freiheit war immer stärker als das quadratische Konstrukt einer linearen Biografie. Das Harte ist nicht das Ende des Weges – das Harte ist der Moment, in dem der Vorhang zerriss. Es war ein kalter Entzug. Jahrelang hatte man mir Marketing-Nebel als Sichtweise verkauft, eine bewusste Manipulation, die mir den Blick auf die Realität versperrte. Die Realität kann knall hart einschlagen, warum wird das nicht verkauft. Die Wahrheit ist wenigstens etwas mit dem ich „umgehen“.. die ich akzeptieren lernen kann. Meine Wahrheit : als ich durch diesen schwarzen Vorhang stolperte, fand ich dahinter kein goldenes Licht. Ich fand Leere. Es war kalt, schwer, warm, drückend und zugleich seltsam erleichtert.... ++++++++++++++++++++ Autorennotiz ++++++++++++++++++++ Da es mein erstes richtiges Buchprojekt ist freue ich mich über jede Art von Feedback und Resonanz😊👋 ******************** Am 7.2.2026 um 7:54 von DennisFinkel auf StoryHub veröffentlicht (https://storyhub.de/?s=RP3da) ********************