Apache 207: Indianer und Feminist

Kurzbeschreibung:

Am 12.8.2021 um 19:47 von LenkaPenka87 auf StoryHub veröffentlicht

Seit 2019 ist er nicht mehr wegzudenken aus den deutschen Charts und den Kopfhörern 12-jähriger Hipster-Gymnasiasten: der Musikkünstler und Gucci-Sandalen-mit-Socken-Träger Apache 207. Doch wer genau ist dieser Häuptling? Und was macht ihn und seine Musik so unwiderstehlich?

Apache, der alte Indianer

Da wäre etwa sein Künstlername. Den hat Apache passend zu seinen türkischen Wurzeln gewählt. Wer kennt sie nicht, die Indianer aus dem osmanischen Reich, die damals von den Russen vertrieben wurden, als Columbus im Zweiten Weltkrieg Grönland entdeckt hatte? Von einer kulturellen Aneignung – bei der man so tut, als ob man einer anderen Ethnie angehöre – kann man bei ihm also nicht sprechen! Apache bleibt gleich. Punkt.

Die Ziffer 2 markiert den Platz in den deutschen Charts, den alle seine Songs MINDESTENS erreichen. Die 0 steht für die Anzahl der schiefen Töne bei seinen Live-Auftritten und die 7 für die Anzahl der technisch-sauberen Liegestütze, die er pro Sekunde schafft. Ich sage nur: „Markier den Harten, Bro. Wenn man der Sache auf den Grund geht, merkt man, das ist in der Tat [...] so!“ Das gefällt natürlich auch den Damen.

Apache, der alte Feminist

Apropos Damenwelt: Über die hat er so einiges zu sagen. In seinem ersten Song bezeichnete er eine Frau als das, was jedes weibliche Geschöpf sein möchte: eine „kleine Hure“. „Ein guter Anfang“, findet Alice Schwarzer. Sie hätte sich allerdings mehr Diversität gewünscht. Denn es gibt ja schließlich nicht nur kleine, sondern auch große Huren. Diese nicht zu erwähnen, sei diskriminierend gegenüber Frauen mit einer Körpergröße ab 1,76 m.

In seinem Megahit „Roller“ spricht Apache von „Partyhoes“ und einer „Bitch like Barbie“ und ergänzt damit fleißig die Synonym-Liste für „Frau“. Auch damit ist Frau Schwarzer mal wieder nicht ganz zufrieden: Ihr fehlen einfach die typischen „Supersize-Bitches“, „Kantinennutten“ und „Bibliotheksschlampen“. (Nicht zu verwechseln mit den Bibilothekslampen!).

Ich finde: Das ist Meckern auf GANZ HOHEM NIVEAU, Frau Schwarzer! Der Indianer bringt endlich wieder mehr Wertschätzung gegenüber Frauen in den deutschen Hiphop rein. Und das macht ihn einfach unwiderstehlich. Genauso so aber auch seine glänzende Haarmähne. Ein Merkmal, das Frauen an ihm und an sich selbst gleichermaßen schätzen ...