Familie ist alles

Kurzbeschreibung:

Am 6.8.2019 um 9:15 von Mausi auf StoryHub veröffentlicht

1. Kapitel: Endlich mal frei

Der Sommer am See

Es war mal wieder eine Hitze draußen und Jan-Hendrik und Chris freuten sich auf den Tag am See.

Einfach nur ab ins kühle Wasser des Sees.

Die Geschwister hatten heute beide ihren freien Tag und genossen ihn auch aus vollen Zügen.

Allerdings machte ihr Opa den Beiden einen gewaltigen Strich durch die Rechnung, denn er brauchte ihre Hilfe im Stall.

„Das kann jetzt doch nicht wahr sein, da habe ich einmal frei und dann kann ich noch nicht einmal machen was ich will. Zudem hat er auch noch keinen Lohn überwiesen.“ sagte Chris

„Oh je. Normalerweise sollte das Geld schon am letzten Tag des Monats da sein und der hat es euch immer noch nicht überwiesen.“ sagte Jan-Hendrik

„Ne hat er nicht und deswegen werde ich jetzt auch nicht mit in den Stall gehen. So sehr ich die Pferde auch liebe. Normalerweise hätte ich es gerne gemacht, aber unter den Bedingungen mache ich es nicht.“ sagte Chris

„Ich habe auch keine Lust ihm jetzt im Stall zu helfen, aber es geht nicht anders.“ sagte Jan-Hendrik

„Ich will dir mal ein Geheimnis verraten, aber bitte behalt es erst einmal für dich. Er wird schon sehen was er davon hat. Angela macht heute Abend den Laden noch zu und morgen machte keiner auf, denn wir haben beschlossen zu streiken.“ sagte Chris

„Vielleicht hilft es ja mal. Ich werde es niemanden sagen, da brauchst du keine Angst zu haben. Aber tue mir bitte einen Gefallen und komm gleich mit in den Stall und wenn du es nur mir und den Pferden zu Liebe machst. Dann geht die Arbeit auch gleich schneller.“ sagte Jan-Hendrik

„Ok, aber wirklich nur dir und den Pferden zu Liebe.“ sagte Chris

Jan-Hendrik wusste, dass Chris stinke sauer auf ihren Opa war, weil er noch kein Geld überwiesen hatte und deswegen war ihm auch klar, dass sie keine Lust mehr hatte für ihn zu arbeiten.

Und ihn zu sehen, hatte Chris schon gar keine Lust. Es gab echt mal Zeiten, da hätte sie alles für ihren Opa gemacht, aber zurzeit war das nicht so. Jan-Hendrik konnte seine Schwester da auch sehr gut verstehen. Ihm war klar wenn sie jetzt auf ihren Opa trifft, bekommt der was zu hören.

Chris sagte immer ihre Meinung und immer und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen.

Jan-Hendrik und Chris waren zusammen ein starkes Team. Chris kam nur Jan-Hendrik zur Liebe mit in den  Stall und das wusste er auch. Er kannte seine Schwester zu gut, aber er wusste es auch zu schätzen dass sie es tat.

Jetzt konnten alle nur noch hoffen, dass der Opa das Geld bald überweist und nicht länger alle warten lässt.

Ein paar Minuten später waren die Beiden im Stall und fingen an die Pferde auf die Weide zu bringen. Kaum hatten sie die Pferde auf der Weide, tauchte der Opa auf.

„Guten Morgen ihr zwei. Danke dass ihr gekommen seid.“ sagte ihr Opa

„Nichts zu danke, aber ich mache das nur Jan-Hendrik und den Pferden zu Liebe. Solange du jetzt meinst du musst den Lohn nicht überweisen, werde ich auch nicht mehr hier im Stall helfen. Opa, du weißt ich habe es immer gerne gemacht, aber unter solchen Voraussetzungen mache ich es erst einmal nicht mehr.“ sagte Chris

Dann lies Chris ihren Opa einfach stehen, ohne weiter mit ihm reden zu wollen.

„Du musst sie auch verstehen. Mit dem Lohn lässt du sie warten, aber dafür verlangst du ganz schön was von ihr. Und du kennst Chris. Was sie gerade gesagt hat, meint sie auch ernst.“  sagte Jan-Hendrik

„Trotzdem möchte ich gerne wissen, warum sie mich einfach hier so stehen lässt.“ sagte ihr Opa

„Sie will nicht mit dir reden. Du kannst froh sein dass sie überhaupt mitgekommen ist. Wie sie schon gesagt hat sie macht es nur den Pferden und mir zu Liebe.“ sagte Jan-Hendrik.

„Ist ja schon gut. Wenn ihr das gemacht habt, könnt ihr auch erst einmal wieder gehen.“ sagte Ihr Opa

Ihr Opa wusste, dass es nicht selbstverständlich war das die Beiden an ihrem freien Tag im Stall mit halfen und er wollte ihnen deswegen auch noch etwas von diesem Tag lassen. Er war schon froh, dass die Beiden überhaupt gekommen waren.

2. Kapitel: Die Ruhe am See

Nachdem Jan-Hendrik und Chris mit der Arbeit im Stall fertig waren, zogen sie sich um und fuhren zum See.

„Das tut jetzt richtig gut. Endlich mal etwas Ruhe und keine Leute die uns an unserem freien Tag noch irgendwelche Aufträge erteilen.“ sagte Jan-Hendrik

„Ja, aber ich glaube wenn wir wieder zu Hause sind, wartet schon wieder Arbeit auf uns.“ sagte Chris

„Stimmt. Wir kennen den Opa ja zu gut.“ sagte Jan-Hendrik

„Aber jetzt genießen wir erst einmal das schöne Wetter und die Ruhe hier am See.“ sagte Chris

Aber nicht nur Jan-Hendrik und Chris genossen den warmen Sommertag am See sondern auch ihre Hunde.

Am Abend fuhren die Beiden wieder nach Hause. Und wie sie es bereits schon geahnt hatten, wartete schon wieder die Arbeit im Stall auf die Beiden. Ihr Opa war nicht zu Hause und das fanden die Beiden auch nicht schlecht. So konnten sie in Ruhe ihre Stallarbeit erledigen und dann eventuell noch einmal eine Runde ausreiten.

Immer wieder fragten sich die Beiden, warum sie eigentlich die ganze Arbeit übernehmen mussten. Sie halfen ihrem Opa ja gerne, aber manchmal freuten sie sich auch, wenn es mal nichts im Stall zu tun gab.

„Ich verstehe nicht, warum Opa uns die ganze Arbeit machen lässt. Er könnte es doch auch selber machen.“ sagte Chris

„Das verstehe ich auch nicht. Er liebt ja die Pferde, aber ich glaube im Moment hat er so viel anderes zu tun, dass er diese Arbeit nicht auch noch machen will.“ sagte Jan-Hendrik

„Lass uns jetzt unsere Arbeit machen und dann reiten wir noch eine Runde und dann machen wir uns wieder nach Hause.“ sagte Chris

Chris hatte einfach keine Lust mehr die ganze Zeit über solche Dinge nachzudenken. Sie freute sich schon insgeheim auf ihren Urlaub.

Bei ihrem gemeinsamen Ausritt unterhielten sich die Beiden noch eine Weil darüber warum sie die ganze Arbeit machen durften, aber zu einem Schluss kamen sie immer noch nicht.

Nach ihrem Ausritt machten sie sich langsam auf den Weg nach Hause.

Eigentlich wollten die Beiden noch einen Film schauen, aber wie immer kam alles anders als geplant.

Zu Hause mussten sie dann auch noch etwas machen und kamen auch hier nicht einmal zur Ruhe.

Am nächsten Tag mussten Beide wieder früh  zur Arbeit.

3. Kapitel: Eine Katastrophe

Am nächsten Morgen machten sich Jan-Hendrik und Chris auf den Weg zur Arbeit. Sie fanden es schade, dass ihr freier Tag so schnell vorbei gegangen war.

„Ich denke wir sollten heute Abend, mal nach unseren Pferden schauen.“ sagte Chris

„Stimmt. Dank der ganzen Arbeit bei Opa im Stall haben wir unsere Pferde komplett vernachlässigt.“ sagte Jan-Hendrik

„Aber jetzt müssen wir erst einmal arbeiten.“ sagte Chris

„Leider.“ antwortete Jan-Hendrik

Die Beiden fuhren an die Arbeit.

Als Chris an der Arbeit an kam wartete Carola schon auf ihre Kollegin-

„Guten Morgen.“ begrüßte Carola Chris freundlich

„Guten Morgen.“ grüßte Chris zurück

Chris sah ihrer Kollegin und Freundin an, dass es ihr nicht gut geht. Carola war völlig durcheinander.

„Hey Süße, was ist denn los mit dir?“ fragte Chris nach.

„Nichts.“ antwortete Carola

„Das glaube ich dir nicht. Du bist völlig durch den Wind. Ist gestern irgendwas passiert?“ fragte Chris nach

„Nein, es ist wirklich nichts.“ sagte Carola

Chris merkte, dass Carola nicht mit ihr reden wollte und ließ sie deswegen jetzt auch erst einmal in Ruhe.

Plötzlich brach Carola weinend  zusammen. Chris war klar, dass hier was ganz und gar nicht in Ordnung war und versuchte langsam an Carola ranzukommen.

Chris musste jetzt schnell handeln. Carolas Kasse musste raus und ihre rein und gleichzeitig konnte sie ihre Kollegin nicht aus den Augen lassen.

Chris fand das jetzt gerade nicht mehr lustig. Kunden im Laden, eine weinende Kollegin im Büro, eine Kasse die noch abgerechnet werden  muss und dann kam auch Chefin Svenja um die Ecke.

Die Verabredung mit ihrer Mutter hatte sie ja ganz vergessen. Jetzt musste sie sich aber endgültig durch drei teilen um sich um alles kümmern zu können.

Sie kassierte die Kunden  ab, zählte dann Carolas Kasse und rechnete die Kasse ab. Jetzt konnte sie sich erst einmal ein paar Minuten um Carola kümmern und versuchen rauszufinden was los war.

Jetzt war wirklich alles durcheinander und niemand wusste was er jetzt als erstes machen sollte. Die Kunden waren am meckern weil es ihnen nicht schnell genug ging. Carola war am weinen und lies sich einfach nicht beruhigen.

Svenja sagte nicht viel dazu und lies Chris einfach alles alleine machen. Manchmal dachte Chris darüber nach, warum ihre Mutter so war, aber sie machte sich schon lange nichts mehr draus und fragte auch nicht mehr bei ihr nach.

Es war einfach alles eine Katastrophe.

4. Kapitel: Die nächste Katastrophe

Nachdem Chris es endlich geschafft hatte Carola zu beruhigen, stand Jan-Hendrik völlig fertig in der Tankstelle. Das fehlte ihr jetzt auch noch.

„Hey was ist passiert?“ fragte Chris ihren kleinen Bruder

„Ich brauche dich mal. Ich muss mal mit jemanden reden.“ sagte Jan-Hendrik

„Warte mal kurz. Mama ist auch da. Willst du mal mit ihr reden?“ fragte Chris

„Nein, mit der kann man darüber nicht reden.“ sagte Jan-Hendrik leise.

Natürlich bekam ihre Mutter einen Teil des Gespräches mit und kam aus dem Büro.

„Wenn du jetzt schon hier bist, mach mal kurz hier an der Kasse weiter.“ sagte Chris

„Was ist passiert?“ fragte Svenja nach

„ich will mit Chris reden, nicht mit dir.“ brülle Jan-Hendrik seine Mutter an.

„Bitte mach einfach mal die Kasse. Es bringt nichts. Er lässt dich nicht an sich ran.“ sagte Chris

Svenja tat Chris den Gefallen, denn sie wusste dass es der einzige Weg war, dass Chris überhaupt mit ihr sprach.

Chris ging mit Jan-Hendrik nach draußen. Es musste irgendetwas Schlimmes passiert sein, sonst wäre er nicht so fertig.

„So, jetzt sind wir alleine. Was ist passiert?“ fragte Chris vorsichtig nach

„Philipp hatte einen Unfall und wir haben gerade sein Auto abgeschleppt. Ihm ist nichts passiert nur das Auto ist Totalschaden.“ sagte Jan-Hendrik

„Ach du Scheiße. Aber wenn ihm nichts passiert ist, dann ist doch alles halb so schlimm.“ sagte Chris und versuchte Jan-Hendrik etwas zu beruhigen.

„Darum geht es ja nicht. Er hat versucht Mama anzurufen und sie hat ihn einfach weggedrückt und mich eben auch als ich sie versucht habe anzurufen.“ sagte Jan-Hendrik

„Soll ich mal mit Mama reden. Vielleicht hört sie uns ja dann zu.“ sagte Chris

„Kannst du gerne versuchen, aber ich denke nicht dass es etwas bringt.“ sagte Jan-Hendrik.

Chris verstand ihren kleinen Bruder und sie wusste, dass er ihr vertraute und lies ihn auch nie im Stich.

„Weißt du was wir jetzt machen? Hier ist gerade nicht so viel Betrieb, also versuchen wir jetzt mal zusammen mit Mama zu reden.“ sagte Chris

„Wenn du meinst. Ich rede aber nur mit ihr, wenn du dabei bist.“ sagte Jan-Hendrik.

„Keine Angst. Ich bin bei dir.“ sagte Chris

Chris spürte, dass ihr kleiner Bruder Angst hatte und versprach ihm die ganze Zeit bei ihm zu bleiben.

„Mama, warum drückst du Philipp und mich einfach weg, wenn wir dich anrufen?“ fragte Jan-Hendrik nach

„Ich hatte gerade hier etwas zu tun.“ sagte Svenja

„Es war aber wichtig. Du solltest vielleicht mal überlegen, wenn erst Philipp bei dir anruft  und dann ich.“ sagte Jan-Hendrik

„Was ist denn so wichtiges passiert?“ fragte Svenja nach

Chris wusste, dass ihre Mutter nicht gerade feinfühlig war und sich auch nicht gerade geschickt anstellte.

Sie spürte aber auch, dass ihr Bruder langsam richtig sauer wurde.

Chris war sich sicher, dass ihre Mutter es niemals schaffen würde an ihre Kinder ranzukommen.

5. Kapitel: Hör uns doch einfach mal zu

Chris war der Meinung, dass ihre Mutter mal etwas feinfühliger mit ihren Kindern umgehen sollte. Jedoch wusste Chris auch, dass sie es irgendwie nie schaffte.

Jan-Hendrik machte schon eine ganze Weile dicht, wenn sie versuchten an ihren Sohn ranzukommen und mit Chris brauchte Svenja gar nicht erst anfangen über Probleme zu sprechen.  Philipp hielt in der letzten Zeit auch immer mehr Abstand zu seiner Mutter.

Die Art und Weise wie sich Svenja ihren Kindern gegenüber verhielt war einfach nicht die richtige Art und Weise.

Klaus hatte einen guten Draht zu seinen drei Kindern. Wenn die Kinder Probleme hatten und jemanden zum reden brauchten, kamen sie meistens zu ihm.

„Weißt du was ich nicht verstehe?  Du hörst ihm nicht einmal richtig zu, sondern brüllst ihn gleich an. Warum kannst du ihm nicht erst einmal zuhören?“ sagte Chris

„Dann soll er auch endlich sagen, was so wichtiges passiert ist. ich habe auch noch andere Sachen zu tun.“ sagte Svenja

„Dann lass ihn auch endlich zu Ende reden. Merkst du nicht, dass es ihm schwer fällt es dir zu erzählen?“ fragte Chris

Chris merkte, dass ihre Mutter sich eigentlich nicht dafür interessierte, was passiert war, es aber trotzdem wissen wollte.

„Ist ja schon gut. Ich lasse ihn ja schon reden.“ sagte Svenja

Chris gab Jan-Hendrik die Hand und machte ihm den Mut weiter zu reden und seiner Mutter alles zu erzählen.

„Philipp hatte dich versucht zu erreichen um dir zu sagen, dass ihm einer ins Auto gefahren ist. Keine Angst, ihm ist nichts passiert.“ sagte Jan-Hendrik

„Und warum macht ihr dann so ein Theater?“ fragte Svenja

„Vielleicht solltest du jetzt mal nachdenken, warum du so denkst. Ich denke in dem Moment, hätte auch Philipp dich gebraucht.“ sagte Chris

Chris merkte, dass ihre Mutter mal wieder nicht nachdachte. Jan-Hendrik hatte sich mittlerweile weinend nach draußen verzogen. Ihm tat es so weh, dass seine Mutter  sich nicht für ihre Kinder interessierte.

Michael, der inzwischen auch auf der Tanke erschienen war, fand den jungen Mann draußen in der Ecke und das bei mittlerweile strömenden Regen. Er versuchte ihn dazu zu bewegen mit in die Tankstelle zu kommen, aber der Junge wollte nicht, also beschloss Michael erst einmal alleine reinzugehen und Chris Bescheid zu sagen.

„HI, Chris.“ begrüßte Michael sie

„Hi Michael.“ grüßte Chris zurück

„Ich glaube du müsstest da draußen mal nach deinem Bruder schauen. Der sitzt da im strömenden Regen in der Ecke und lies sich auch von mir nicht überzeugen mit hier rein zu kommen.“ sagte Michael

„Danke für die Info. Ich werde gleich mal nach ihm schauen. Ich dachte er wäre schon wieder im Autohaus.“ sagte Chris

Chris zig sich eine Jacke an, stellte ihre Mutter an die Kasse und ging nach draußen um nach ihrem kleinen Bruder zu schauen.

6. Kapitel: Deutliche Worte

Chris sah nach ihrem kleinen Bruder. Sie wusste wie fertig ihn die Situation machte. Michael kannte nicht nur Chris und Jan-Hendrik gut, sondern auch Svenja und er wusste, dass sie ihren Kindern nicht immer zuhörte. Meistens waren die Kinder froh, wenn sie ihre Mutter nichts sehen und hören mussten.

„Was ist los? Warum gehst du mit den Beiden so um?“ fragte Michael bei Svenja nach

„Ich habe den Beiden doch nichts Schlimmes getan. Ich habe nur gerade keine Zeit für ihre Probleme.“ sagte Svenja

„Du musst ihnen auch mal zuhören, wenn sie Probleme haben. Du gehst den Problemen deiner Kinder immer aus dem Weg.  Sei mal für deine Kinder da und lass die Arbeit mal Arbeit sein.“ sagte Michael

„Ich kann die Arbeit aber nicht liegen lassen. Ich muss damit auch fertig werden.“ sagte Svenja

„Du musst aber die Arbeit mal warten lassen, sonst verlierst du den Kontakt zu deinen Kindern. Du müsstest es eigentlich an Chris merken. Sie redet kaum ein privates Wort mit dir und auch wenn es um die Arbeit geht, versucht sie das Gespräch mit dir zu vermeiden.“ sagte Michael

Michael versuchte Svenja klar zu machen, dass sie ihre Kinder verliert wenn sie sich ihnen gegenüber weiter so verhält. Für die Kinder war Michael ein guter Freund geworden und deswegen wusste er auch was in ihren Köpfen vor sich geht.

„Wo warst du an dem Abend, als Chris dich von der Tankstelle aus anrief, weil Jan-Hendrik hier umgekippt war. Du hast zu ihr nur gesagt, du kannst nicht mehr  kommen. Ich kam kurz bevor sie dich anrief. Lass deine Kinder nicht im Stich.“ sagte Michael

Svenja liefen die Tränen übers Gesicht. Michaels Worte hatten in ihr endlich ein Gefühl ausgelöst und sie zum Nachdenken gebracht.

„Was ist denn jetzt los?“ fragte Andy mit dem eigentlich keiner der Jungs vom Stammtisch etwas wissen wollte.

„Nichts was dich etwas angehen würde.“ sagte Michael

„Da draußen hocken zwei im strömenden Regen, sie ist im Büro am heulen also darf ich mich doch wohl dafür interessieren, was hier passiert ist.“ sagte Andy im schroffen Ton.

„Hier gab es gerade…..“ sagte Willi

„Willi halt den Mund. Es geht ihn nichts an.“ unterbrach Hartmut ihn.

„Wieso, er kann es doch ruhig wissen.“ sagte Willi

„Nein, er darf alles essen aber nicht alles wissen.“ sagte Michael

Am Stammtisch brach eine riesige Diskussion aus. Chris versuchte immer noch ihren Bruder zu beruhigen und Svenja musste erst einmal einen klaren Gedanken fassen. Die Lautstäre hörten sigar Svenjas Eltern die gerade auf den Hof gefahren waren.

Alle waren froh, dass gerade keine anderen Kunden im Laden waren. Es war ein völliges Chaos und auch die Seniorchefs mussten erst einmal durchblicken was hier los ist.

Es sollte ja auch schließlich gleich noch eine zum Einarbeiten kommen und die bräuchte dieses Chaos ja nicht so vorfinden.

Auch Heidrun  und Willi hatten ihre Enkelkinder draußen schon gesehen und merkten auch dass ihre Tochter am weinen war. Willi beschloss Jan-Hendrik und Chris erst einmal rein zu holen.

Jetzt musste erst einmal über das gesprochen werden was hier passiert war und dazu mussten die Jungs vom Stammtisch auch noch im Laden bleiben.

7. Kapitel: Neuanfang

Für Svenja war der Gedanke daran, dass sie ihre Kinder verliert wenn sie sich weiterhin so verhält der schlimmste Gedanke der Welt. Verlieren wollte sie ihre Kinder auf gar keinen Fall. Und auch zu Chris wollte sie wieder ein besseres Verhältnis aufbauen, als sie die letzen Jahre hatte.

„Svenja was ist passiert?“ fragte Heidrun nach

„Michael hat mir deutlich gemacht, dass ich meine Kinder verliere, wenn ich mich ihnen gegenüber weiter so verhalte. Und das letzte was ich will ist, dass meine Kinder nichts mehr mit mir zu tun haben wollen.“ sagte Svenja

„Das glaube ich dir, aber vielleicht zeigen ja Michaels Worte jetzt mal etwas Wirkung. Dein Vater und ich haben es dir ja auch schon versucht klar zu machen, als Chris von zu Hause weglief und einfach nicht mehr mit dir reden wollte. Und du kannst echt froh sein, dass sie im Moment wieder da ist, weil sie den Kontakt zu dir sucht.“ sagte Heidrun

„Wie sie sucht den Kontakt zu mir. Ich dachte ihr hättet sie dazu überredet in der Tankstelle zu arbeiten.“ sagte Svenja

„Nein, sie kam auf uns zu, weil sie den Kontakt zu dir suchte und du hast es die ganze Zeit nicht verstanden. Sie wollte dir nur die Wahrheit nicht sagen, weil sie wissen wollte ob du auch den Kontakt zu ihr suchst.“ sagte Heidrun

„Und da habt ihr euch einfach diese Lüge ausgedacht?“ fragte Svenja

„Ja, es war in dem Moment eine Notlüge.“ sagte Heidrun

Willi hatte seine Enkelkinder inzwischen dazu gebracht mit rein zukommen und mit ihrer Mutter zu sprechen. Die Beiden hatten noch gar nicht mitbekommen, was in der Zwischenzeit drin passiert war.

„Weißt du Svenja, für deine Kinder ist es nicht leicht, wenn die Mutter nur an die Arbeit denkt und die Kinder immer mehr im Stich lässt. Chris hätte dich so manches mal gebraucht und du warst nicht für sie da. Dann kam sie zu uns und als sie 18 Jahre alt war ging sie einfach weg und meldete sich nur noch hin und wieder. Jan-Hendrik und Philipp waren zwei der wenigen Menschen bei denen sie sich regelmäßig meldete, aber auch der Kontakt wurde mit der Zeit immer weniger und die Jungs vermissten ihre Schwester. Du hast den Jungs nie richtig zugehört. Jan-Hendrik hat dir oft genug gesagt, dass er möchte, das Chris wieder kommt.“ erzählte Willi seiner Tochter.

„Ich weiß es ja mittlerweile selber, dass ich viel falsch gemacht habe.  Aber ich kann die Vergangenheit nicht ändern.“ sagte Svenja

„Aber du kannst es in der Zukunft besser machen.“ sagte Chris

Svenja sah Chris in die Augen, das erste Mal nach all den Jahren konnte sie sehen was Chris fühlte.

Wortlos nahm sie ihre Tochter in den Arm und auch Jan-Hendrik nahm sie an die Hand.

Jetzt musste sie es nur noch schaffen, die Zukunft zu ändern und alles besser machen.

Chris und Jan-Hendrik waren froh, dass ihrer Mutter jetzt die Augen geöffnet wurden. Denn so hätte keiner von Ihnen weiter machen können.

Auch Svenjas Eltern waren froh, dass ihre Tochter endlich verstanden hatte das ihre Kinder sie brauchten.

„Eines verspreche ich euch jetzt hoch und heilig: Ich werde in Zukunft immer zuhören und auch für euch da sein, wenn ihr mich braucht. Ich will euch doch nicht verlieren.“ sagte Svenja

Ohne ein Wort zu sagen nahm Chris ihre Mutter in den Arm und sagte: „Zusammen schaffen wir es.“

8. Kapitel: Veränderungen

Jetzt starteten Chris, Jan-Hendrik und Svenja i noch einmal komplett neu. Eine ganze Weile hatte es gedauert, bis Chris ihrer Mutter endlich vertrauen konnte. Immer wieder hatte sie den Kontakt abgelehnt und Svenja suchte auch all die Jahre nicht den Kontakt zu ihrer Tochter.

Nach diesen deutlichen Worten, von Michael an Svenja fing sie an zu verstehen wie ihre Kinder fühlten und sie konnte mit ihnen zusammen die Vergangenheit, Vergangenheit sein lassen.

Auch wenn es für die Kinder jetzt seltsam war, gaben alle ihrer Mutter eine zweite Chance und auch für Heidrun und Willi stand fest: Ohne Hilfe eines Außenstehenden wäre es nie zu einem Neuanfang gekommen.

„Ihr schafft das gemeinsam und denkt immer daran ihr seid eine Familie.“ sagte Willi

„Das wissen wir.“ sagte Chris

„Ich denke auch, dass euch dieser Neustart gut tun wird und ich denke seid alle stark genug. Klar wird es manchmal noch Momente geben, in denen ihr an die Vergangenheit erinnert werdet. Blendet diese Momente einfach aus.“ sagte Heidrun

Heidrun  und Willi verließen mit einem guten Gefühl die Tankstelle. Sie wussten dass ihre Tochter und ihre Enkelkinder jetzt erst einmal alleine sein mussten um die Vergangenheit auszublenden um wieder neu zu starten.

Ein paar Monate später hatte es die Familie geschafft und sie hielten zusammen wie Pech und Schwefel.

Auch Chris war wieder zu Hause eingezogen. Auch wenn sie am Anfang noch Zeit brauchte um ihrer Mutter wieder zu vertrauen. Svenja war froh, dass sie ihre Kinder jetzt wieder um sich hatte und alles wieder in  geregelten Bahnen lief.

Heute sollte eine  kleine Abschiedsfete für Vera an der Tankstelle stattfinden und auch Chris und Jan-Hendrik waren mit dabei. Die Vorbereitungen trafen alle gemeinsam und es war so friedlich wie schon lange nicht mehr. Da Beate Urlaub hatte, hatte sie von dem was passiert ist nicht ganz so viel mitbekommen und sah zum ersten Mal  eine glückliche Familie.

„Na nu was ist denn mit euch passiert?“ fragte Beate nach

„Es hat sich schon vor ein paar Monaten geändert.“ sagte Chris

„Das habe ich ja gar nicht mitbekommen.“ sagte Beate

„Du hattest ja auch Urlaub.“ antwortete Svenja

„Nachdem Michael Klartext mit unserer Mutter gesprochen hat, weil sie uns mal wieder völlig ignorierte, hat sich vieles geändert. Wir haben den Neustart gewagt und ihn geschafft. Jetzt sind wir alle sehr glücklich und können die Vergangenheit hinter uns lassen.“ erzählte Chris

„Ja sie haben es geschafft und ich hoffe dass es auch weiterhin so bleibt.“ sagte Michael der gerade auf den Hof gefahren war.

„Ich denke wir sollten die Vergangenheit jetzt ruhen lassen und die Vorbereitungen fertig bekommen, bevor Vera hier auftaucht.“ sagte Beate

So glücklich hatte sie Chris und Jan-Hendrik lange nicht mehr gesehen und auch Philipp, Willi und Heidrun waren inzwischen dazu gestoßen. Es war schön zu sehen, wie gut es den Kindern von Svenja wieder ging.

9. Kapitel: Wir sind eine Familie

Den Kindern tat das richtig gut ihre Mutter wieder um sich zu haben. Auch nach der kleinen Abschiedsfete waren die Vier wie beste Freunde. Jeder sammelte so seine eigenen neuen Erfahrungen.

Auch die Großeltern merkten, wie gut es den vieren ging.

Jetzt war Michael der, der die Gespräche mit den Kindern vermisste. Aber gleichzeitig war er auch froh, dass die Kinder jetzt wieder den Kontakt zu ihrer Mutter hatten.

Für ihre Mutter war es genauso wichtig, ihre Kinder um sich zu haben. Sie liebte ihre Kinder egal wie sie waren.

„Wisst ihr was, ich möchte gar keine anderen Kinder haben. ihr seid die Besten.“ sagte Svenja

„Wir wollen auch keine andere Mutter. Wir haben dich lieb so wie du bist.“ sagte Chris

Chris hatte ihre Mutter auch lieb, auch wenn sie es am Anfang niemals zugeben hätte. Sie war einfach nur enttäuscht gewesen, aber sie wusste dass ihre Mutter immer für sie da war.

Die letzte Zeit, war für alle wunderschön gewesen. Sie hatten sogar zusammen Urlaub gemacht. Die Familie genoss wieder ihr Leben.

Chris, Jan-Hendrik und Philipp waren froh so eine Mutter zu haben und egal was noch kommen würde, sie würden zusammenhalten.

 

Familie ist alles und die wollte keiner von ihnen verlieren.