Die zweite Wahl

Am 22.1.2021 um 15:25 von graymoonrose auf StoryHub veröffentlicht

Ich war allein, schon wieder. Ich war allein und weinte, ich wusste nicht genau wieso, aber ich weinte. Meine Gefühle waren durcheinander und ich war wie gelähmt. Ich wusste nicht, was ich immer falsch machte, aber auf jeden Fall machte ich etwas falsch. Er ist daran schuld, dass ich mich so fühlte. Ich wünschte, dass er mich auch einmal so umarmt wie er sie umarmt. Ich wünschte er würde mir jemals so viel Aufmerksamkeit schenken wie er ihr. Ich war durcheinander, mehr als das. War ich in ihn verliebt? Wollte ich, dass er mich genauso anfasst wie sie? Ja, ich wollte es und nicht nur das, ich wollte auch, dass er mich so verträumt anlächelt wie sie. Sein Lächeln war so perfekt und ich liebte es. Es war immer so verzaubernd. Wenn er mich eines Blickes würdigte, war ich immer so gefesselt von seinen schönen blauen Augen. Ich liebte sie. Doch seine Augen hatten nur eine im Blick. Sie. Nicht mich. Jetzt weinte ich nur noch mehr, da mir klar wurde, dass ich ihn nie haben könnte auch wenn ich es unbedingt wollen würde. Er würde immer sie nehmen und nicht mich. Ich war immer die zweite Wahl. Nie die Erste. Ich war so in Gedanken, dass ich nicht merkte, dass die Tür aufging und er hereinkam. Als ich ihn sah, wusste nicht was er hier noch wollte. Er kam näher und setzte sich gegenüber von mir. Ich wartete, dass er etwas sagen würde, aber er tat es nicht. Ich blieb stumm. Ich wollte nichts sagen und ich konnte nichts sagen, da meine Kehle wie verschnürt war. Die Türe ging noch einmal auf und sie stand in der Tür. Sie war einfach nur perfekt. Sie war immer gut in allem. Sie die immer gut aussieht, sie die immer schöne Haare hatte und sie wie sie einfach das komplette Gegenteil von mir war. Und ich? Ich war das reinste Chaos in Person. Sie blickte zuerst ihn an, dann musterte sie mich mit einem abfälligen Blick und fragte ihn mit zuckersüßer Stimme, ob er denn nicht mitkomme sie müsse ihm etwas zeigen. Für einen klitzekleinen Augenblick dachte ich, er würde bleiben, aber eben nur für einen klitzekleinen. Er stand auf und ging mit ihr. Ich war allein, schon wieder. Ich war allein und weinte, nur dieses Mal, kannte ich den Grund.

Autorennotiz:
Ich bin eine Anfängerin, bitte habt ein bisschen Verständnis, dass er Text nicht perfekt ist.
Ich freue mich dennoch auf ein Feedback oder auf eine Kritik.