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Thank You For The Tragedy

13
2.3.2019 11:06
18 Ab 18 Jahren
Heterosexualität
In Arbeit

6 Charaktere

Seth Rollins

Colby Daniel Lopez (* 28. Mai 1986 in Buffalo, Iowa), besser bekannt unter seinen Ringnamen Seth Rollins und Tyler Black, ist ein US-amerikanischer Wrestler. Er steht derzeit bei der WWE unter Vertrag und tritt in deren Shows auf. Seine bislang größten Erfolge waren der Erhalt der ROH World Championship sowie der WWE World Heavyweight Championship.

Dean Ambrose

Jonathan David Good (* 7. Dezember 1985 in Cincinnati, Ohio), besser bekannt unter seinem aktuellen Ringnamen Dean Ambrose, ist ein US-amerikanischer Wrestler, der derzeit bei der WWE unter Vertrag steht. Während seiner Tätigkeit bei unterschiedlichen Independent-Promotionen stieg Good vorwiegend als Jon Moxley in den Ring. Er ist einfacher WWE United States Champion, einfacher WWE World Champion

Kurt Angle

Kurt Steven Angle (* 9. Dezember 1968 in Pittsburgh, Pennsylvania) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Ringer, der jetzt als General Manager bei Monday Night Raw (WWE) tätig ist. Als Ringer gewann Angle bei den Olympischen Spielen in Atlanta 1996 die Goldmedaille im Freistilringen.

Randy Orton

Randal Keith Orton (* 1. April 1980 in Knoxville, Tennessee), besser bekannt unter seinem aktuellen Ringnamen Randy Orton, ist ein US-amerikanischer Wrestler. Er steht derzeit als einer der Protagonisten bei WWE unter Vertrag und tritt regelmäßig in deren Wrestlingshows auf. Bereits sein Großvater Bob Orton Senior und sein Vater Bob Orton Jr. waren erfolgreiche Wrestler. Sein Finisher "RKO" entwic

Melody White

Das ist ein von mir selbst ausgedachter Charakter.

Edward Jenkins

Das ist ein von mir selbst ausgedachter Charakter.

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Thank you for the Tragedy.
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Müde rieb sich der alte Witwer Edward Jenkins über die Augen, die unter Falten begraben preisgaben, dass seine 68 Jahre ihn geprägt hatten. Wahllos hörte man die Rufe von Kindern und die Sommerpartys, die in den Gärten vieler gefeiert wurden. Der Sommer hielt bereits jetzt Einzug und brachte eine Dürre mit sich, die den Rasen in ein Braun tränkte, während hier und dort in Pools geplanscht wurde, sodass das Chlor den Rest Grün vernichtete. Der alte Mann, der von allen nur Ed genannt wurde, steckte sich eine Lucky Strike zwischen die dritten Zähne und zündete sie sich mit seinem Zippo an, das er schnell wieder zuklappte und in seinem Sakko verstaute. Sein Blick galt seinem Auto, unsicher, ob er es hier nachher wieder auffinden würde, denn gerade Klassiker wie seins wurden gerne gestohlen. „Edward Jenkins, welch Ehre dich nach all den Jahren zu sehen“, sprach Vincent Kennedy McMahon und kam mit ausgebreiteten Armen auf seinen alten Kollegen der Fushburne Military School zu. Kräftig umarmten sie sich. „Wie lange ist es her?“ Vince versuchte die Antwort in Eds Augen zu suchen, wobei jener zynisch sprach. „Sieben Jahre.“
„Sieben? Erst? Dann tut dir der Ruhestand nicht gut. Siehst aus wie ein alter schimmliger Käse“, stichelte sein alter Freund, wobei Ed ernst nickte. „Lieber ein alter schimmliger Käse, als eine überarbeitete Lesbe.“ Vince verzog die Augen zu Schlitzen, ehe er auflachte und seinem Freund auf die Schulter schlug. „Wie geht’s den Kindern und Enkelkindern?“
Der Konservative schien gesprächiger, als sie ins Haus gingen: „Gut, gut“, er nickte. „Lou ist bei den United States Navy Nurse Corps.“ Er zog die Lippen zu einem anerkennenden Grinsen, was zeigte, wie stolz er auf sie war, wobei er wissentlich nur seine Enkelin erwähnte. „Soweit ich weiß, schlägt sie sich gut.“
„Die kleine Lou bei denen? Wow, sie kommt echt nach dir.“ Der alte Freund schien beeindruckt und betrat nun mit Ed die große Villa, die sich im Herzen von Conneticut befand. „Wenn sie noch immer so ein Raufbold ist, wie damals, wird sie da schon klarkommen.“ Überrascht sah der Konservative seinen alten Kameraden an, ehe er weniger überzeugt nickte: „Wie geht’s deinen Bälgern?“
„Die vögeln wie die irren. Ich sag's dir, noch mehr Enkelkinder und ich geh' pleite“, beschwerte sich Vince lachend und öffnete sich und seinem Freund ein Bier. Ed knirschte die Zähne, wobei er überrascht die Augenbrauen hochzog: „Dafür geht meine Beteiligung also drauf?“
„Dafür und für die WWE. Irrer Verein geworden, hast's verfolgt?“
„Nicht wirklich, aber das ist dir doch eh egal, solange die stillen Teilhaber zahlen.“
Ein Lachen von dem Unternehmer und Vorsitzenden der WWE erklang, wobei er mit Ed anstieß, der eigentlich nur hier war, um sein Geld bei seinem alten Freund zu lassen. So war nun einmal die alte Elite, die sich weitreichend aneinander beteiligte, wobei jeder sich die Taschen vollstopfte. 

 




Fast euphorisch lehnte sich René Tonkins über die Schulter ihrer Freundin und grinste ganz untypisch beim Sprechen: „Gute Beute ist hier auf jeden Fall.“ Langsam schlenkerte sich die Navy S.E.A.L.s Frau durch die Meute und verbarg, dass sie von der Pflicht getrieben ihr Land vertrat.
Melody lächelte müde, sie hatte eine andere Laune und trottete mehr hinterher, wobei sie mehr schlecht als recht mit ihrem noch verletzten Bein ging. Sie besah sich die Menschen, erkannte, dass die kleine Bar in Richmond das übliche bot, was man gewohnt war. Männer vor dem kleinen Fernseher gaffend, der sich quer über der Bar ausbreitete, wobei ein größerer im hinteren Bereich hing und moderner schien. Hier und dort erkannte man Kellnerinnen, die leicht bekleidet ihrer Arbeit nachgingen und die typischen Säufer, die fast schon verbargen, dass es hier auch gut gebaute Männer gab, die vermutlich vor ihren Ehefrauen flohen. Melody war schon fast froh, dass sie durch den Unfall in Coronado ihr Gehör auf dem rechten Ohr verloren hatte. So hörte sie nur links, dass derzeitig eine Platte von irgendeiner Band gespielt wurde, die sie Gott sei Dank nicht kannte. Langsam folgte sie Renè, die selbst in ihrer Freizeit ihre kurzen Haare geschlossen hatte und sich nun zu ihrem linken Ohr wandte: „Lou, ich glaube, der Kerl da, steht auf dich.“ Sie deutete mit ihrem Finger auf eine Gruppe von Männern, die allesamt groß und schwer aussahen und gut am Trinken waren. Ein Nicken folgte lediglich von Melody, wobei sie argwöhnisch die Lippen zusammenkniff und sich über die Theke zum Barkeeper lehnte: „Einen Apfelsaft bitte.“ Der Barkeeper schien sich unsicher, ob er gerade richtig gehört hatte, ehe Renè abwinkte: „Sie macht nur Witze, geben sie ihr einen Martini.“
„Ich will nicht trinken.“
„Okay, hör zu, Lou. Ich weiß, du bist echt scheiße drauf, aber du solltest dich daran erinnern, dass du vergessen willst. Also ex den Scheiß jetzt. WOOP“, auch wenn diese Aussage der Dunkelblonden gegolten hatte, brüllte die Unteroffizierin mehr zur Menge, die ihr Gebrüll reflektierte. Genervt nickte die Krankenpflegerin der S.E.A.L.s, wobei sie ihr Getränk dann schluckte und das nächste orderte, ehe ihre Freundin ein paar der Muskelbepackten Kerle herüberwinkte. Melody bekam es nur am Rande mit, stattdessen sah sie gen Fernseher, wo gerade eine Eilmeldung durchging, dass die Ebola Epidemie mittlerweile zu einem globalen Problem wurde. Mehr Menschen sollten sich impfen lassen. Gelangweilt drehte sich die Dunkelblonde um, ihr Dienst war beendet und sich das anzusehen, würde ihr nicht helfen zu vergessen. „Lou, sieh dir die an“, säuselte ihre Freundin neben ihr, wobei ein großer Kerl mit kurz geschorenem Kopf sich gerade als John vorstellte und Renè nach ihrem Namen fragte. „Deine nächste Eroberung.“
Ruhig nahm John Renè bei der Hand und zog sie zu sich, wobei die junge Brünette nach Melody griff und sie mit zog. „Was macht ihr hier?“, fragte da dieser John, der immer wieder von ein paar Damen an der Schulter berührt wurde. Die Unteroffizierin lächelte kess: „Wir haben Urlaub.“
„Okay, von was?“
„Geheim“, erklang erneut ihre verführerische Stimme, wobei John zu Melody sah. „Lasst mich raten, ihr wollt mysteriös erscheinen. Gelingt euch.“
Kühl sah die Navy S.E.A.L.s Krankenpflegerin die Eroberung ihrer Freundin an, wobei sie ihr zweites Martini-Glas auf den Tisch stellte, was John bemerkte: „Deine Freundin mag mich nicht.“
Renè sah sorgenvoll zu Melody, die John ignorierte und sich derzeitig damit befasste den einen starrenden Kumpel von eben jenem anzusprechen: „Was starrst du so?“
Der langhaarige Mann mit den zwei Haarfarben und dem Dreitagebart schüttelte amüsiert den Kopf: „Nur so. Wieso bist du ungeschminkt in 'ner Bar?“
Ihre Augenbraue wanderte hoch: „Dasselbe könnte ich dich fragen.“ Die komischen Männer am Tisch lachten los, wobei der langhaarige sie nicht ganz so amüsiert musterte, stattdessen trank er nun von seinem Whiskey und leckte sich über die Lippen. Melody bemerkte, dass Renè sie anstupste, sodass die Dunkelblonde ihren Kopf drehte, damit ihre Freundin in ihr noch funktionierendes Ohr flüsterte: „Lou, komm schon. Hab gute Laune, die Kerle sind doch lecker.“
„Also, ihr wollt nicht über eure Arbeit sprechen?“, erkundigte sich John erneut und besah sich beide genau. „Sagt ihr uns wenigstens, wie ihr heißt?“
Das war es, Melody übergab an Renè, die sich erneut geheimnisvoll gab, während sie selbst zurück zur Theke humpelte und noch ein Getränk orderte. „Lass mich raten. Eine Sportverletzung?" Er deutete auf ihr Bein.
"Vermutlich reflektierst du gerade dein ganzes Leben und was du nun ohne Sport machen sollst...Das würde zumindest deine Laune erklären“, sprach der große Kerl mit den zwei Haarfarben, der ihr anscheinend gefolgt war. Sie antwortete nicht, stattdessen zog sie die Augenbraue hoch. „Was wird das?“
Leicht arrogant und doch überrascht lächelte der Kerl und erhob die Hände, ganz so, als wolle er, das offensichtlichste klarmachen: „Eine Konversation. Ein Kennenlernen, wie würdest du es nennen?“
„Stalken, ausspionieren, vielleicht bist du auch nur ein masochistischer Psychopath“, erklang trocken Melodys Stimme, wobei sie sich schnell den Drink genehmigte, den der Kel in seinen Händen hielt. „Hör zu, wenn du vögeln willst, dann lass uns loslegen, aber hör auf mit dem Reden.“ Das war eine klare Ansage, wobei der Kerl kurz konfus auflachte und den Kopf schief legte: „Bist du ein Fan?“
„Von was?“ Sie musterte ihn ausgiebig, wobei er sich vorlehnte und ihr etwas in ihr rechtes taubes Ohr flüsterte. So sah sie ihn weiter stur an, ehe er schluckte und sagte: „Ich glaube, das wäre keine gute Idee.“
Ihre Schultern erhoben sich in Gleichgültigkeit: „Gut, dann such ich mir einen anderen.“ Nun schien er sich fast sicher, dass das hier ein Scherz war, wobei irgendetwas in ihm schrie, dass er nichts zu befürchten hatte. Die ganze Haltung dieser Frau war anders, als das, was er gewohnt war – zumal sie kein Fan zu sein schien. Er musterte sie ausgiebig und wie sie sich umsah. Sie war definitiv hübsch; ungeschminkt, vielleicht ein wenig draufgängerischer in ihrer Art, aber definitiv nicht unattraktiv. Im Vergleich zu dem, was er kannte, war sie anders. Und so war er selbst fast überrascht, dass er sich fragen hörte: „Meinst du es ernst?“
Er beobachtete sie, wie sie ihn ansah. Eine unglaubliche kühle Aura umgab sie, nichts Schleimendes und Herzliches, was sonst Frauen mit sich brachten. Sie war wie kalter Stahl, erbarmungslos in ihrer Art und irgendwie machte das den Reiz aus. „Willst du nun oder nicht? Ich dachte immer, nur Frauen wären so...“ sie schien zu überlegen, wie sie das nächste Wort verpackte: „Unentschlossen.“ Es waren normale Worte, doch ihre ganze Körperhaltung, ihre Mimik, alles schrie danach, dass sie abgeneigt von solch einem Verhalten war. Prompt stellte er seine Flasche Bier auf den Tresen und ergriff die Initiative: „Okay, lass uns gehen.“ Nun endlich zierte ein Schmunzeln ihre vollen Lippen, wobei sie ihn einfach am Gürtel aufs Klo zog. „Ich hoffe für dich, dass du mir das Hirn 'rausvögelst, ansonsten hat es sich nicht gelohnt.“
„Wow, Moment, mach mal halblang“, beschwerte sich Colby, wobei er sie irritiert ansah: „Ernsthaft? Auf dem Klo?“
Sie sah ihn angeekelt an: „Bist du dir zu fein dafür?“
„Nein, ich dachte du.“ Sie sah ihn an, als würde sie es als eine Beleidigung empfinden, ehe sie ihn grob auf die Toilette schubste und die Tür schloss. Sofort drückte sie ihre Lippen auf die seinen und machte sich an seinem Hosenbund zu schaffen. „Wie heißt du? Ich bin-“
Sie stockte und sah ihn groß an: „Das ist jetzt nicht dein Ernst?! Hör auf zu labern, - wenn's sein muss, nenn mich wie du willst.“ Und dann machte sie weiter, wobei Colby sich geschlagen gab und ihr schwungvoll das T-Shirt mit dem ACDC Logo auszog.
Ein süßer Schmerz überzog seine Kopfhaut, als die Frau ihm an den Haaren zog und sich zeitgleich an seinem Gemächt zu schaffen machte. Doch schon jetzt grinste er, denn auch sie bemerkte mit einer hochgezogenen Augenbraue und einem Grinsen, dass er schon längst bereit war. Schwungvoll stand sie auf, ließ sich vom ihm die Jeans herunterziehen, wobei er ebenso aufstand. Er würde sich hier nicht einfach so von hier besteigen lassen. Stattdessen hob er sie hoch, drückte sie an die Toilettenwand, die beschriftet war mit Telefonnummern und Beleidigungen, während sie mit einem Keuchen bemerkbar machte, dass er in sie eindrang.
„Leute, nimmt 'nen Gummi“, brüllte da ein Kerl, wobei Colby seine Stimme erkannte. - Es war Jonathan Good, sein Kollege, der vielmehr bekannt war als Dean Ambrose. „Hast du eins?“, stöhnte Melody, die es schon fast vergessen hätte und bemerkte, wie der Kerl nickte und dabei mit seinem Bart an ihrer Wange kratzte. Noch kurz verharrte Jon auf dem Männerklo, schmunzelte beim Lauschen, ehe er selbst fertig mit dem Urinieren war und das schäbige Klo verließ.
Jon grinste seinen Kollegen zu, als er wiederkam, wobei er ebenso diese andere Frau abcheckte, die mit John Cena flirtete. Er musste sich ranhalten, sonst war er diese Nacht der einzige, der mal keine hatte. Das wäre zu skurril.

Mit einem letzten Stöhnen der Frau und einem Brummen des Mannes, endete der One-Night-Stand, ehe Melody sich fast schon hastig anzog und ihn angrinste. „War nett, danke.“ Und mit diesen Worten küsste sie ihn ein letztes Mal und ging. „Nett? Ist das dein Ernst?!“
Er versuchte noch hinterherzugehen, zumal er das nicht auf sich sitzen lassen konnte; doch vor dem Klo war sie nicht mehr. Er ging gemächlich zu seinen Jungs: „Hast du deine Freundin gesehen?“
„Ist grad raus. Vermutlich schon ins Motel. Ich muss dann auch mal“; und mit diesen Worten ließ sie John stehen, der ihr verdattert nachsah und dann genervt zu Colby alias Seth Rollins. „Das ist jetzt deine Schuld, ich hatte sie fast gehabt.“ 

 




„Und wie war's?“, fragte Renè, als sie sah, dass Melody langsam erwachte. Ein klägliches müdes Brummen erfolgte, ehe sich die Dunkelblonde umdrehte und müde schmatzte. Das Hotelzimmer war schäbig, stank, und selbst ohne spezielle Geräte sah man, dass hier viele Körperflüssigkeiten ausgetauscht worden waren. - Doch im Vergleich zu ihren früheren Schlafmöglichkeiten, war es fast purer Luxus. „Wieso willst du das wissen?“
„Weil du seit Ewigkeiten keinen Kerl hattest. Es ist schon so'was wie ein Jackpot, dass du mal auf die Piste gehst.“
„Wie war denn dieser John?“
„In meiner Fantasie echt gut, aber wir waren für dich da“, quittierte es die Brünette und küsste ihre Freundin auf die Schläfe. „Und du willst heute zu Ed?“
„Ja“, murrte Melody und rümpfte die Nase, als müsse sie gleich niesen.
„Gott, geil, ist er immer noch so scharf?“ Irritiert sah Melody sie an. „Dir ist schon klar, dass du da von meinem Opa sprichst?!“
Renè zuckte die Schultern: „Und? Für sein Alter sieht er gut aus, klar, paar Altersflecke sind im Weg, aber im Großen und Ganzen. Er hat viel Autorität.“
„Jetzt versteh ich erst deinen Sugar-Daddy-Komplex.“
Ihre Freundin imitierte eine schockierte Geste, ehe sie loslachte und ein Kissen auf ihre Freundin warf. „Heul' doch“
„Hauptsache du machst nichts, bäh. Dich als Oma, da geh ich gleich zurück zur Navy“, und damit beendete Melody das Thema und machte sich bereit mit ihrer Kollegin nachhause zu fahren. - Wobei sie innerlich fast tausend Tode starb und nicht wusste, wie sie erklären sollte, dass sie den Dienst quittiert hatte.

Schnurrend schaltete Ed den Motor aus. Er konnte es immer noch nicht fassen, dass Melody schon seit fünf Monaten wieder zu Hause war und nichts gesagt hatte. Der Anruf von Renè kam zu diesem Zeitpunkt vermutlich dringlicher, als er je gedacht hätte. Leise vibrierte sein altes Mobiltelefon, das bereits seit über zehn Jahren lebte: „Ist ungünstig, Vince“, sprach er in sein Handy und wollte eigentlich sofort wieder auflegen. Seit sie sich im Mai getroffen hatten und den Vertrag um das Sponsoring erneuert hatten, schienen sich beide wieder näher als sonst. Er vernahm Vince Skepsis, doch sah er nicht, wie jener die Augenbraue hochzog: „Was ist los?“ Alarmglocken bimmelten im Kopf des Mr. McMahon, der wusste, dass Ed nur Gespräche mit ihm unterband, wenn etwas passiert war. „Ich kann es noch nicht genau sagen, aber irgendetwas ist mit Lou.“ Er selbst schallte sich, dass er so aus dem Nähkästchen sprach, doch Vince schien nun zu verstehen. „Halte mich auf dem Laufenden“, bat der Chairman der WWE, wobei er derzeitig etwaige Szenen durchging und mit allem rechnete. Noch ehe Ed es ihm versicherte und auflegen wollte, setzte Vince noch einmal zum Sprechen an: „Ed? Tue mir nur einen Gefallen: Bleib hart.“ Erneut nickte der Witwer, - Vince kannte ihn zu gut; denn immer, wenn es um Melody ging, schien der Alte so ungewohnt zerbrechlich.

Hartnäckig klopfte er an dem kleinen Apartment, das Renè mit ungemachten Haaren öffnete: „Endlich, wurde auch Zeit.“
„Komm mir nicht so. Seit wann seid ihr hier?! Wieso habt ihr nichts gesagt. Wie geht’s ihr? Was ist passiert?“ Ungewohnt ungehalten marschierte Ed in den kleinen Flur, auf dem der alte bunte Läufer lag, der auch schon einmal bessere Zeiten erlebt hatte. Renè legte behutsam ihre Hände auf Eds Schultern, ehe sie ihn kurz drückte und sich nervös die Hände knetete. Ihr Blick wanderte unweigerlich in das angrenzende Wohnzimmer, aus welchem man die Geräusche vom Fernseher hörte: „Seit Mai.“ Ihre Stimme erklang leise und doch wühlte sie viel auf. „Seit Mai?!“, herrschte der Alte und im Anbetracht dessen stierte er nervös in das kleine Wohnzimmer, was im Dunkeln lag, da anscheinend die Vorhänge geschlossen waren. Langsam sah Renè in das Wohnzimmer, ehe sie sich über die Lippen leckte und Ed in die kleine Küche führte, die rechts von ihnen lag. Auch dort war es dunkel, denn die Jalousie war unten und verbarg, wie schäbig es hier aussah. Man erkannte bereits, dass hier seit Ewigkeiten nicht mehr geputzt worden war und die Schachteln von Essensbestellungen verrieten, dass der Kühlschrank vermutlich leer war.
Bedacht überlegte sich Renè ihre Worte und streifte sich dabei ihre kurzen Haare hinters Ohr: „Hör zu, si-sie ist anders. Sie hat den Dienst quittiert, will sich keine Arbeit suchen. Den ganzen Tag gammelt sie 'rum und trinkt.“
„Sie trinkt?!“, kam es perplex vom alten Boxer, der immer hektischer wurde. Er wollte jetzt zu seiner Enkelin, aber die Freundin hielt ihn zurück. Sie nickte angeschlagen: „Sie nimmt jede Nacht Schlafmittel und selbst dann ist es nur begrenzt besser.“ Überfordert schüttelte die Unteroffizierin den Kopf: „Es war der Einsatz. Sie ist fertig.“ Renè hielt sich selbst die Schultern und fokussierte einen Fleck auf dem Boden: „Ich hab Angst um sie.“ Nun sah sie auf, zeigte, dass es sie traf und sie nicht weiter wusste. Wieder zeigte Ed, dass er verstand, indem er nickte: „Und dir geht’s aber sonst gut?“
„Ja, ich war nicht bei dem Einsatz. War in Ohio, wo ich auch eigentlich wieder hin muss.“
„Wann?“
„Morgen.“

Man hörte Schritte im Flur, die dann auch wieder verschwanden. Renè sah auf: „Lou? Du hast Besuch.“ Desinteressiert schaute die Dunkelblonde in die Küche, wobei sie Ed lediglich mit hochgezogener Augenbrauen ansah. Sie selbst sah furchtbar aus. Während ihre Haare fettig und ungewaschen in einem Haarknäuel verschwanden, waren ihre Schlafsachen voll mit Flecken, wobei sie sich wie ein alter Kerl am Bauch kratzte und tiefe Augenringe und der blasse Teint sie kränklich erscheinen ließen. „Lou“, kam es ernst von Ed.
Sie besah ihn sich von oben bis unten, wobei sie nach einem Bier im Kühlschrank angelte: „Was willst du hier?“
„Nach dir sehen. Du bist meine Enkelin.“
Mit Schwung schloss sie den Kühlschrank und sah ihren Großvater an, der sich ermahnte auf Vince Worte zu hören. „Zieh dich an, wir gehen was trinken.“
„Keine Lust.“
Er sah ihr streng in die Augen und ließ keine Widerworte zu: „Das war keine Einladung. Es war ein Befehl.“ 



Widerwillig hatte sich Melody dem Befehl ihres Großvaters ergeben, der sie nun in seinem alten Ford Torino Cobra Sportsroof aus dem Jahr 1970 herumfuhr. Das alte Leder ließ einem am Sitz kleben, wobei das Fenster zu ihrer rechten nur noch mit viel Kraft aufging, weshalb es die meiste Zeit automatisch unten gelassen war. Mit müden Augen besah sie sich die Welt, wobei sie aufgrund der ungewohnten Helligkeit des Lichts eine Sonnenbrille trug. Vielleicht war es besser so, so fiel einem zumindest nicht sofort auf, dass sie diese Welt unter Schlafmitteln und Alkohol nur noch in Nebel getaucht sah.
„Was?!“, herrschte sie, als sie bemerkte, dass Ed sie die ganze Zeit während des Fahrens immer wieder ansah.
„Du siehst scheiße aus.“
„Wow, das hört man gerne.“ Mürrisch lehnte sie ihren Arm aus dem Fenster und versuchte den Kopfschmerz zu unterdrücken, der sie seit heute Morgen plagte. Kurz vor der kleinen Bar, die eine der weniger gut besuchten in Compton war, hielten sie. Der Parkplatz war in Sonne getränkt und noch während sie hielten, sah man, dass die Leuchtschrift der alten Bar 'Plaque' beschädigt war und das 'q' bald abfallen würde. Ed sah besorgt auf; das Ding würde bestimmt jemanden erschlagen, wenn es abfiel. „Das sollten die mal reparieren.“
„Nicht unser Bier“, kam es von Melody, die überhaupt nicht mehr so war, wie er sie kannte und das merkte er auch an: „Gut, Desinteresse. Das grenzt zumindest deine Verhaltensweise ein.“ Ein Blick von ihr folgte, den er nicht zu deuten vermochte. Stattdessen schenkte er der Leuchtschrift einen letzten Blick und folgte seiner Enkelin in die Bar, wo sie bereits an der Theke Platz genommen hatte, etwas bestellte und sich nun ihre Zigarette anzündete. Ihr Großvater machte es ihr nach, wobei er sie streng ansah: „Das klingt ja richtig nahrhaft, wie du dir hier um ein Uhr Mittags bereits die Birne vernebeln willst.“ Es war eine Anspielung und Mahnung gegenüber dem Tequila, den sie nun exte, wobei ihr Blick anscheinend provozieren sollte.
„Also, warum bist du wieder hier und hast nichts gesagt?“, fragte Ed und nippte an seiner Apfelschorle, dessen Blasen blubberten, während er es wieder abstellte. Leicht wanderte Melodys Blick gen kleinen Fernseher. Eine Ruhe kehrte ein, in der man nur hörte, wie ein paar alte Männer in der Ecke Backgammon spielten und anscheinend über Football sprachen. Ed ließ ihr die Zeit, aber nach einigen Minuten bemerkte er, dass keine Antwort mehr folgen würde: „Ich kann auch ganz leicht meine Kontakte spielen lassen und es selbst herausbekommen.“ Sie zuckte die Schultern, wobei sein Blick die Narbe an ihrem linken Knie streifte, die man aufgrund der kurzen Shorts, die sie trug, erkennen konnte. Sie war neu, das sah er, aber sagen tat er nichts. „Denkst du, es hilft dir zu vergessen, in dem du einfach vor dich hinlebst? Aufstehen, saufen, Tabletten nehmen, schlafen und die tägliche Dauerwerbesendung. Glaub mir, das bringt nichts, ich selbst hab's versucht nach Rosès Tod.“
Kurz versank er in seinen Erinnerungen, die eine klaffende Wunde beherbergten, die er so gern verdrängte. „Was meinst du, warum dein Vater mich hasst?“
„Er ist nicht mein Vater, das weißt du“, entkam es der Frau griesgrämig, ehe sie schluckte. „Ach, jetzt kommt das wieder?! Und ich bin nicht dein Blutsverwandter, scheiß aufs Blut“, maulte der alte Konservative und trank nun einen größeren Schluck seines kühlen Getränks. Stur presste die Jüngere die Lippen aufeinander, sie wusste, ihre Aussage war unfair gewesen, aber lassen konnte sie es nicht: „Hör doch einfach auf. Was soll das? Jeder hat seine düsteren Phasen und ich will jetzt Ruhe.“
Ed lachte auf: „Gott, bist du naiv, Kindchen. Du hast dafür gesorgt, dass ich dich leiden kann und du für mich wie ein Kind bist, selbst schuld. Also leb damit und lass dir helfen.“ Noch immer lachte der Alte, wobei er seiner Enkelin eine Hand auf die Schulter legte.
Melody überlegte, sie öffnete leicht den Mund, aber schloss ihn wieder, ehe sie erneut etwas bestellte. Sie schwiegen fortgehend, doch der Großvater besah sie sich genau. Sie war nicht die Melody, die er kannte. Sie schien gebrochen.

Geschafft saß Ed auf dem alten Schaukelstuhl, der vor Renès und Melodys kleinem Haus stand, vorsichtig schwankte er, bewegte sich vor und zurück und ließ das morsche Holz knarzen, wobei er sich eine Zigarette anzündete und auf sein Mobiltelefon blickte. Vince hatte ihm geschrieben und das nicht nur einmal. Ein säuerliches Lächeln stieß ihm auf, ehe er das Handy wegsteckte. Es war seltsam mit Vince. Einzig sporadisch hatten sie noch Kontakt und trafen sich zumeist nur, wenn's um die Geschäfte ging – so auch im Mai dieses Jahres. Doch trotz dessen schien der alte Sack, mit der er auf der Akademie war, ebenso interessiert an seiner Enkelin, wie er selbst. Was die Zeit bewegen konnte, war doch glatt jedes Mal aufs neue faszinierend.
Noch heute konnte er, wenn er die Augen schloss, hören, wie Stephanie McMahon und Melody spielten und Vince und er den Truck befüllten, ehe sie zum Schießstand mit ihnen fuhren. So viel Zeit war vergangen und doch schien da immer diese Verbindung. Eine engere Verbindung, als jene, die er zu seinem Sohn Elvis hatte, der diesen Namen sogar abgelegt hatte. Renè kam neben ihm zum Stehen und kniff die Lippen zusammen: „Sie schläft. - Vorerst.“
Ed sah sie an, doch sagte er nichts, ehe er sich zurücklehnte und an seiner Zigarette zog, die seine Finger vergilbten und wie ein seichter Nebel aus seinen Nasenflügeln gepresst wurden. Seine Lunge füllte sich, entleerte sich und Ruhe kehrte ein. Der stressige Tag ließ von ihm ab, während er nickte. Renè klopfte ihm auf das Knie: „Du solltest vielleicht besser gehen.“
Entrüstet sah er sie an: „Wieso das?!“
„Manchmal hat sie des Nachts Aussetzer“, Renè räusperte sich. „Das solltest du nicht sehen, Eddie.“ Erneut verpasste sie ihm einen Kosenamen und den hasste er noch mehr, als die anderen zuvor. - Doch das war derzeitig gleich. „Liebchen, ich sah viel, ich kann auch damit umgehen.“ Das Klingeln seines Telefons unterbrach die Unterredung: „Was willst du? Kaum steckt man dir Geld in den Arsch, lässt du nicht mehr ab.“ Es war die übliche Begrüßung der harten Männer, die kaum Emotionen zuließen, sodass Vince auflachte und sich dann räusperte: „Wie geht’s ihr?“
Ed nickte, doch vergaß etwas zu sagen, sodass Vince nachlegte: „Ed? Wie geht’s Lou?“
„Gut, gut“, presste Ed hervor, der vor Vince nicht eingestehen wollte, dass eigentlich nichts gut war. Doch was sollte das?! Sie alle hatten stets ihre Probleme gehabt und trotzdem weitergemacht. Vince schwieg, er bemerkte wohl, das etwas nicht stimmte, also legte der alte Freund nach: „Sie schläft. Wir kommen klar.“
Vince nickte ungeduldig, doch sah er besorgt zu seiner Tochter Stephanie, die das „Verstanden“, ihres Vaters ignorierte. Barsch griff sie nach seinem Handy und sprach hinein: „Ed?“
„Stephanie? Gott Kindchen, mischst du dich immer in die Gespräche deines Vaters ein?!“; herrschte er die Tochter seines besten Freundes an, die darauf aber nicht reagierte. Stattdessen schien sie hektisch: „Was ist passiert?“
„Das übliche.“ Ed knirschte mit den Zähnen und bemerkte, dass Vince Stephanie das Telefon wieder aus den Händen nahm: „Sorry, Steph hat anscheinend ihre Manieren vergessen. Ich meld' mich später.“
„Ist gut.“

Niedergeschlagen legte Ed auf, wandte sich dann zu Renè, die über der weißen Veranda lehnte, dessen Lack schon lange splitterte und dessen Holz riss. Sie sah ruhig zu ihm, wobei er zu überlegen schien: „Es gibt da so eine Hilfsstelle für Leute, die – nun ja, für Leute wie uns“, führte er kurz aus, wobei er erneut an seinem Getränk nippte: „Ihr solltet beide dahin gehen.“ Er lehnte sich zurück und senkte den Blick: „Geh schlafen, Kind. Du siehst fertig aus.“
Wie auf Kommando gähnte Renè und rieb sich über die Augen: „Das mach ich. Und Ed?“
Er sah auf. „Danke, dass du da bist. Sie braucht dich, auch wenn sie das nicht zeigt.“

„Du sagst mir sofort, was los ist“, herrschte Stephanie ihren Vater an, sodass selbst Paul Levesque, der bekannt war als Triple H, in das Bürozimmer des WWE Chairmans starrte. Stephanie war noch nie einfach gewesen, vermutlich typisch für jene Familie, in der das Geschäft mit dem Catchen Kultwert hatte. Vince stellte sich zu seinem Bücherschrank und besah sich die alten Fotos, die in goldenen Rahmen gehalten waren und eine vergangene Zeit anpriesen. „Dad. Du weißt, was sie mir bedeutet, was ist los?“, kam es ruhiger von seiner brünetten Tochter, die sich stark zusammen riss, damit sie wenigstens etwas an Informationen bekam. Vince schnaufte: „Ich weiß es nicht genau.“
„Als ob“, kam es auflachend von der Tochter, die die Arme ineinander verschränkte und nun wütend in die Küche ging, wo ihr Mann derzeitig mit ihrem Bruder Shane sprach. Paul sah rasch auf, der große Wrestler schien besorgt: „Was ist los?“
„Irgendetwas ist mit Lou und Dad sagt mir nicht was. Ich schwöre dir, wenn er weiter den Mund hält, wird er seine Enkel nur noch zu Weihnachten sehen“, herrschte die Frau und brüllte die letzten Worte extra laut, damit Vince es hörte.
Skeptisch sah Shane zu Paul, der versuchte ihr behutsam die Arme umzulegen, welche sie aber von sich stieß. Stattdessen aber drehte sie um und ging erneut ins Arbeitszimmer: „Sag's oder ich mache die Drohung wahr und fahr selbst hin.“
Der alte Mann legte erschöpft den Kopf nieder: „Ich weiß es wirklich nicht genau. Im Mai hatte Ed mir noch erzählt, dass Lou bei den United States Navy Nurse Corps ist. Und es ihr gut geht...“ er überlegte nun selbst. „Auf einmal ist sie wieder da und keine Ahnung.“ Müde rieb er sich über die Augen, sodass Stephanie fast schon Mitleid bekam und ruhiger wurde. „Dad, du weißt genau, wie stark sie ist. Sie wäre nicht einfach so wieder da ohne Grund“, kam es von der Brünetten, ehe sie auf ihn zu ging: „Sie gehören zur Familie, egal, wie sehr du es verdrängen magst. Fahr hin und regle das, ich schmeiß die Show. Ansonsten fahr ich.“
„Gott, bist du hartnäckig“, presste Vince hervor, aber nickte. „Sie ist für mich wie eine Tochter und für dich vermutlich wie eine Schwester...“, sprach er überlegend, wobei er die Stirn in Falten legte. Ein leichtes Lächeln fand sich in seinem Gesicht wieder: „Ich erinner mich noch immer an deine Kindertage, als sie uns besucht haben. Du hast Lou die ganze Zeit herumgetragen wie eine Puppe. Und Gott, hast du gequengelt, wenn sie jedes Mal wieder gingen.“ Stephanie lächelte, wenn auch ernster als ihr Vater: „Ich erinner mich und deshalb will ich, dass du ihr hilfst. Bring sie her.“ Man merkte am Ton der Tochter, dass sie stur war, temperamentvoll und um das kämpfte, was sie liebte, sodass keine Wiederworte helfen würden und so lächelte der Alte erneut: „Gott, du bist wie ich.“
„Tja, die altbekannte Sturheit der McMahons.“ 


Die Nacht gebot Einhalt, verdrängte die Sonne und mit dem angenehmen Kühl klimperten auch die Windspiele und verdrängten fast das Zirpen der Zikaden, die der Natur huldigten. Es war noch nicht spät, doch spät genug, um dass Ed die Müdigkeit überkam. Doch schlafen würde er nicht, er war zu aufgewühlt vom Tag und stattdessen hatte er sich einen schwarzen Tee gemacht, dessen Teesatz er jetzt anstarrte. Kurz flammte die Erinnerung an den Vietnamkrieg auf und seine Liebschaft mit Rosè, die er dort kennengelernt hatte. Die Touristin mit den vielen Zöpfen im Haar und den Tüchern, in denen sie sich kleidete, war so skurril gewesen, dass er ihr als junger Soldat schnell verfiel. Sie war anders und so auch ihre Art die Dinge zu betrachten. Sie war es, die andauernd über die Sterne redete und auch seinen Teesatz immer lesen wollte. Für Ed war das damals wie heute die reinste Blasphemie, er, als strenger Gläubiger, der Gott in die Kirche verbannte und ihm nur sonntags einen Besuch abstattete, in dem Glauben er könne seine Sünden verdrängen, hatte sie verlacht. Doch ihr genau so gern gelauscht und dann aufgezogen. Es war eine seltsame Liebe gewesen und noch seltsamer, als sie sich nach dem Krieg wieder sahen. „Ach Rosè, was mach ich nur?“, fragte er sich laut und besah sich kurz die Sterne, dessen Bedeutung mit dem Tod seiner Frau verblasst waren. Es war ein seltsamer Moment, ein starker Mann erschlagen von einem einzigen Tag. Einst hatte das nicht der beste Kämpfer im Ring geschafft, geschweige denn die Landmine, die ihm damals den Bruder nahm.
Die Stille hätte so schön sein können, doch dann erklang ein Schrei und Renès Getose. Hastig stand Ed auf, nahm die Treppen und sah in das Zimmer, das hell erleuchtet war. Er hatte vorhin noch gestutzt, dass seine Enkelin nur noch mit angeschaltetem Licht schlief, doch nun schien ihm alles aus dem Gesicht zu fallen.
Wild fuchtelte die Frau im Bett herum, wälzte sich und schrie, wobei sie in Tränen getränkt nach Renè trat. Ed beugte sich über, wollte Melody mit seinen Griffen fixieren, wobei er selbst fast alle Kraft aufbringen musste und dann überwältigt wurde. Sie saß auf ihm, ihre Hände umschlangen seinen Hals, während sie schnell atmete und ihm die Luft abschnürte. Sie brachte alle Kraft auf, schien wie ausgewechselt und nur noch ein Schatten ihrer Selbst, während Renè schockiert auf dem Boden lag und nur die Hälfte mitbekam. Ed sträubte sich, drückte sie von sich, wobei er auf sie einschrie, sie solle wach werden und zur Vernunft kommen. Es war just in dem Moment, als Vince auf der Auffahrt hielt und die Geräuschkulisse vernahm. Er reagierte schnell, sprintete die Treppen hinauf und griff sich Melody, die strampelte und schrie, ehe Renè ihr eine Schelle verpasste. Vince bemerkte, wie Melodys Muskeln erschlafften und ließ sie los. Sein Blick glitt zu Ed, der auf dem Bett lag mit blutiger Nase, welche er sich hielt. Schockiert sah er auf seine Enkelin, die nun wimmerte und sich in eine Ecke verflüchtigte. „Ich sagte es ja, du hättest gehen sollen“, presste Renè hervor, ehe sie sich zu Melody setzte und ihr den Kopf streichelte. „Alles gut, alles wird gut. Es war ein Traum.“ Die Frau in Renès Armen beruhigte sich, doch sah auch sie schockiert zu ihrem Großvater, der nun Vince ansah, der seinerseits schwer atmend dort stand und sich auf den Knien abstürzte und fast schon überrascht wurde, als Melody auf einmal auf seine Hose kotzte.

Es dauerte eine Weile, ehe Ruhe einkehrte. Renè hatte vorgesorgt, hatte bereits die Schlaftabletten in der Hand und verabreichte sie ihrer Freundin, die sie nur zu gern nahm und dann ruhig einschlief. Vorsichtig legte die Ältere dann die Decke auf sie, stellte sicher, dass sie nun ruhig war und verließ das hell beleuchtete Zimmer, dessen Tür offen stand.
„Das meintest du also“, brummte Ed und nahm dankend das kühle Eis an, das Vince ihm überreichte, wobei Renè sich nickend einen Tee nahm.
„Idiot, hättest früher anrufen sollen“, maulte Vince in seinen nicht vorhandenen Bart und nahm den Tee an, den die Kurzhaarige ihm übergab. „Ich nehme an, das ist nicht das erste Mal?“, fragte Vince gleich und sah Renè an. Sie schüttelte den Kopf: „Nein, seitdem wir hier sind, ist es jedes Mal so. Das einzige was hilft, sind die Schlafmittel.“
Vince sah wissend zu Ed, der auf einmal so müde aussah. „Habt ihr schon einen Arzt aufgesucht?“
Renè schüttelte den Kopf: „Sie will nicht,“ einmal atmete sie kräftig: „Sie scheint von ihrem Einsatz zu träumen, ich weiß es aber nicht genau. Sie sagt mir nichts, stattdessen ist sie dann auf einmal...“ Überfordert schüttelte sie den Kopf.
„Anderes Thema, was machst du hier?“, kam es fragend von Ed, der Vince ernst ansah.
Vince tat gleichgültig: „Ich dachte mir schon, dass du emotional zu involviert bist und wollte helfen. Außerdem macht Stephanie sich Sorgen.“
„Emotional zu involviert?! Willst du sagen, ich bin ein Weichei?!“
„Nein, aber sie ist deine Enkelin.“
„Das ist doch gleich“, unterbrach Renè beide. „Hört auf mit dem Alphatierscheiß. Sie braucht Hilfe, so geht das nicht lange gut.“
Der Chairman der WWE nickte: „Wir finden eine Lösung.“
„Wir?“, wiederholte Ed seine Worte ungläubig. „Seit wann geht dich das etwas an.“
„Jetzt ist aber mal Schluss. Ich sage 'wir' und so wird es sein. Als ob du ihr helfen könntest, nehm' es mir nicht übel, aber du kannst nicht streng zu ihr sein.“
„Sag mal geht’s noch?!“, kam es gereizt von Ed.
Vince machte sich auf die Küche zu verlassen. Er wusste schon immer, wie man mit Männern wie Ed umging, immerhin waren sie nicht umsonst beste Freunde und hielten einander solange aus, - Sie waren absolut gleich.
„Übrigens geh zum Arzt mit deiner Nase. Lou hat sich nicht zurückgehalten.“ Abrupt stoppte Ed das Kühlen seiner Nase und sah skeptisch auf den Eisbeutel, bevor er ein Kontra gab, das Vince nur lachen ließ: „Geh du mal lieber deine Hose wechseln. Sie hat dir 'raufgekotzt.“

Autorennotiz

Weitere Gifs und Cover zur Story findet ihr hier: mademoisellelana.tumblr.com

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Autor

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Kapitel:2
Sätze:412
Wörter:6.167
Zeichen:35.400

Kurzbeschreibung

[Leicht AU] Thank you for your service, eine Verabschiedung, die typisch ist für jene, die sich ihrem Land verpflichtet haben. Doch viel zu sehr wird verdrängt, wie sehr ein Einsatz einen traumatisieren kann. Melody White, von allen nur Lou genannt, schwor diese Verpflichtung bei den United States Navy Nurse Corps; doch ein Unfall verändert alles und lässt sie den Dienst quittieren, sodass sie als gebrochene Frau nach Hause kehrt. Doch ein Ende kann auch ein Anfang bedeuten, das lernt die Frau vor allem durch ihren Großvater Ed und seinem ehemaligen Kameraden Vince, der kein geringerer ist als Mr. McMahon persönlich. || OC x (Colby Lopez (Seth Rollins) x ? [Mit Trailer.]

Kategorisierung

Diese Fanfiction wurde mit Love/Hate, Drama (Genre), Liebesbeziehung (harmonisch), Liebe und Familie getaggt.