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Weiße Schatten im dunklen Wasser

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05.01.20 13:03
6 Ab 6 Jahren
Fertiggestellt
Weiße Schatten im dunklen Wasser


Die Sonne hat den Horizont verlassen. Die Nacht bedeckte das Land wie eine Decke, bestickt mit schönen Sternen. Die Luft wurde kühler. Auch die Dunkelheit im Wasser. Der Fluss, der nahe am Meer mündete, bahnte sich wie gewohnt seinen Weg wie er es seit seiner Entstehung getan hatte. In all der Zeit hatte er schon so viele Dinge mit sich geschwemmt, doch in dieser Nacht war alles mehr als ungewöhnlich.

Das sanfte Schlagen der Wellen berührte sachte die einsamen Ufer des Flusses. Doch ich bekam es nicht mit. Die Strömung trieb mich immer weiter und ich spürte nichts, bis mein bewegungsloser Körper feucht-festen Boden berührte. Wie durch einen elektrischen Schock zuckte ich zusammen und neues Leben erfüllte mich.
Ich keuchte laut auf und meine Lunge füllte sich mit frischer Luft. Aus dem Reflex heraus versuchte ich mich zu bewegen. Aber mein Körper war wie taub, doch meine Sinne reagierten noch. Ich schmeckte Blut im Mund und der Geruch von Schießpulver lag in der Luft und schwer auf meinen Lungen.
Mein Kopf pochte vor Schmerz. Kopfschmerzen die wie Nadeln das Gehirn durchstachen. Zuerst hatte ich keine Erinnerungen was vor wenigen Stunden passiert war. Stück für Stück kamen die Bilder zurück. Ich erinnerte mich daran wie ich meine Augen geschlossen hatte, kurz bevor die Kanone mich mit brutaler Wucht traf. Danach, wusste ich nicht was war. Zuerst Schmerz und Wasser. Ich kämpfte nicht dagegen an. Ich ließ es einfach geschehen. Irgendetwas trug mich weg wie auf sanften Händen. Nein, mein Körper brannte wie Feuer. Er schmerzte mit jeder Bewegung des kalten Wassers. Rund herum war alles dunkel. Ich blinzelte und schaute mich geschwächt um. Gras, Büsche und Bäume säumten das Ufer.
Erneut versuchte ich mich zu bewegen. Doch meine Füße gehorchten mir nicht mehr. Einer von ihnen steckte im Schlamm fest.
Schließlich schaffte ich es wenigstens eine meiner Hände zu heben. Ich rollte auf die Seite. Mein Gesicht berührte feuchten kalten Schlamm. Alles war still. Ich war allein. Alleine und vergessen.
Meine Federfinger fühlten nassen Boden. Mich aufrichten versuchend rutschte ich wieder zurück ins Wasser. Ich konnte es nicht mehr länger ertragen. Ich öffnete meinen Mund, wollte irgendetwas sagen. Keine Ahnung, vielleicht zu mir oder in die Leere um mich herum. Da war gar nichts. Nur Dunkelheit.
Vor lauter Schmerzen, die meinen zerstörten Körper eisern umgaben, konnte ich die Augen nicht öffnen. Sie wollten mich einfach nicht erlösen. Ich zuckte zusammen und ein Lufthauch durchstieß meine Kehle und gab meinem Herzen neuen Schub. Ich wollte nie wieder atmen.  Ich schloss meinen Mund. Doch das machte den Schmerz nur noch schlimmer. Zwar hatte ich gelernt Schmerzen zu kontrollieren, doch das hier war zu viel.
Meine innersten Gedanken waren gebrochen und brachen meinen Willen. Ich verlor meine Selbstkontrolle. Ich streckte meine Hand nach einem Schatten aus, was nach einem Ast aussah. Doch meine Hand glitt daran ab.
Das war meine letzte Kraft gewesen.
Lass es los, lass es los.
Meine Muskeln entspannend ließ ich mich zurücksinken, schloss die blinzelnden Augenlider und ließ es geschehen. Die Dunkelheit sehnte sich nach meiner Anwesenheit. Sie zog an meinen Arm. Doch sie zog mich nicht nach unten, sondern nach oben.
Mein Gesicht durchbrach durch die Wasseroberfläche bis es vollständig von luftraubendem Flusswasser befreit war. Wollten die Geister mich zu sich nehmen? Eine Hand berührte meine Wange. Ich kniff die Augen zusammen. Jede Berührung tat furchtbar weh.
Schließlich öffnete ich die Augen. Besorgte und gütige Augen trafen auf meine. Meine Atmung beschleunigte sich. Vor Wut schnappte ich nach Luft. Ich wollte sie von mir wegstoßen, doch kaum hatte meine Hand ihre Kleidung berührt grub ich sie in den Stoff. Tränen brannten mir in den Augen. Die Hände umsorgten mich liebevoll, es sollte nie enden. Der Schmerz versklavte meinen Körper nach Geborgenheit zu schreien. Er soll meinen Körper verlassen.
Eine Decke wurde um mich gewickelt und bedeckte meine kalten Federn. Ich wehrte mich nicht dagegen. Bitte, hör nicht auf. Ich rang nach mehr Luft. Meine Lungen gaben nach und ein zuckendes Schluchzen entkam meine Kehle durch meine zitternden Lippen. Ich konnte mich nicht bewegen. Aber die Bewegungen um mich herum fügten mir keinen Schmerz mehr hinzu.
Ich blinzelte. Meine Kraft war verbraucht, doch ich schaffte es für einen kurzen Moment wach zu bleiben um sie anzusehen. Sie lächelte. Ich lächelte zurück bevor ich meine Augen erleichtert schloss. Da war keine Gefahr um mich herum. Ich konnte mich fallen lassen. Sicher sein, sie würde für mich sorgen.
Ich bekam nicht mit wie sie mich wegtrug bis ich wieder aufwachte. Vielleicht werde ich mit ihr schimpfen, weil sie mich aus dem Wasser gezogen hatte, aber ich bin ihr dankbar für ihr Erbarmen, aber nur innerlich.
 

Ende

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Kurzbeschreibung

Kleine Szene zwischen Lord Shen und der Wahrsagerin nach Filmende, wenn sie ihn im Fluss gefunden hätte.