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Über die Realität hinaus

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17.7.2019 13:55
16 Ab 16 Jahren
Homosexualität
In Arbeit

„Ich weiß um was es sich handelt.“, verkündete Sam stolz und warf Dean einen Stapel Blätter vor die Nase.

Neugierig betrachtete der Blonde, dass vor ihm liegende bedruckte Papier.

„Chronos?“, fragte er mit hochgezogenen Augenbrauen. „Ist das ein Dämon?“

Wie immer ahnungslos, überließ er lieber seinem Bruder die Recherchearbeiten, während er mehr der Hau-drauf-und-frag-später-Typ war.

„Ein Gott.“, klärte ihn der Jüngere auf.

Deans Augenbraue wanderte noch weiter nach Oben und grenzten fast schon an den kurzen Haaransatz. „Genauer gesagt, der Gott der Zeit.“

Dean sah seinen Bruder skeptisch an. „Ist der Kerl für die ganzen ausgesaugten Leichen verantwortlich?“

„Jap. Scheint so, als würde er ihre gesamte Lebensenergie absorbieren.“ Sam verschränkte die Arme.

„Und wir wissen auch wie wir ihn töten können?“

„Naja, der Überlieferung zufolge mit einem 1000 Jahre alten Ast eines Olivenbaums.“

„Und wir haben sowas?“, fragte der Blonde nicht ganz überzeugt.

„Ja, ich habe einen in Bobbys alten Sachen gefunden“, meinte Sam nur schulterzuckend.

„Der Typ hatte doch wirklich alles.“, lachte Dean auf und ein kurzer Schmerz machte ihm deutlich, wie sehr er denn alten Trinker doch vermisste.

In den letzten Jahren war Bobby mehr Vater für ihn und Sammy gewesen, als sein eigentlicher Dad.

„Also, wo fangen wir an?“, Voller Tatendrang sprang Dean vom Stuhl auf, schnappte sich seine Lederjacke und schob die düstereren Gedanken wieder ganz weit nach Hinten wo sie ihm nichts anhaben konnten.

„Moment Dean, nicht so schnell.“, stoppte ihn sein Bruder. „Wir wissen noch nicht mal, wo er sich aufhält, oder wo er als nächstes auftaucht.“

Dean hielt ihn seiner Bewegung inne und drehte sich zu dem Größeren um, der sich immer noch nicht vom Fleck bewegt hatte und vor den Blättern am Tisch saß. Der Blonde grinste seinen Bruder an und das gefiel Sammy ganz und gar nicht. Ein mulmiges Gefühl breitete sich in seinem Bauch aus.

„Aber wir wissen wer seine bevorzugten Opfer sind und die Gegend in der die meisten verschwanden.“

Sam seufzte. Wusste er doch auf was sein Bruder aus wollte.

„Du meinst doch nicht das, was ich denke, dass du meinst?“ „Ganz genau das, Sammy.“, grinste Dean weiter und sah auf seinen Bruder hinab.

Sam knurrte nur ein ´Idiot` und ergab sich in sein Schicksal. „Du willst also wirklich, dass ich den Köder spiele, weil alle Opfer junge Männer waren.“ Das war mehr eine Feststellung als eine Frage und doch antwortete ihm sein Bruder. „Du hast es erfasst, Sammy.“

„Und warum kannst du es nicht übernehmen? So alt bist du ja nun auch wieder nicht.“, versuchte der Braunhaarige sich aus der Situation herauszureden, wusste er doch aus Erfahrung, dass Deans Pläne meistens nach Hinten los gingen. „Du passt einfach besser in sein Beuteschema.“, erwiderte Dean süffisant, griff nach seinen Schlüsseln, die auf dem Tisch lagen und ging hinaus in den späten Abend.

Er wollte seinen Bruder wirklich nicht als Köder benutzen, doch er war sich sicher, dass Sam das schon hinbekommen würde. Schließlich war er nicht mehr der kleine Bruder der ständig beschützt werden musste. Sam konnte sehr gut auf sich selbst aufpassen.

 

Draußen war es recht mild, wenn man davon absah das es Winter war. Trotz später Stunde tummelten sich immer noch viele Leute auf den Straßen. Der perfekte Abend um auf die Jagd zu gehen.

Dean parkte sein Baby am Straßenrand und stieg, sich dezent mal umschauend, aus.

„Also hier in der Gegend müsste er sein. Alle Opfer wurden im Umkreis gefunden.“, meinte Sam leise und trat an seinen Bruder heran, der bereits in einer Seitengasse stand.

„Man! Konnte er sich keine schönere Gegend aussuchen?!“, schnaubte Dean und verzog angeekelt das Gesicht, es stank nach Urin und Erbrochenem. An den Wänden standen unzählige Kartons und ab und zu konnte man sehen wie sich einer bewegte. Manchmal sah man auch einen Kopf, der hervorlugte und die beiden Fremden beobachtete. Skeptisch betrachtete Dean die ganzen Leute.

„Dean, starr sie nicht so an.“, murmelte der Größere seinem Bruder streng zu. „Die sind in der Überzahl und ich habe keine Lust um meine Schuhe zu kämpfen.“

„Sammy, Sammy, Sammy:“, schüttelte Dean seinen Kopf lachend. „Du glaubst doch nicht wirklich das jemand solche geschmacklosen, alten Treter haben will.“ Der Blonde sah auf Sams Schuhe Turnschuhe und musste wieder den Kopf schütteln.

„Naja, wenn ihnen meine nicht gefallen, wollen die vielleicht deine haben.“, zog Sam seinen Bruder nun auf, wusste er doch wie sehr Dean an seinen Schuhen hing.

„Das sollen die nur versuchen.“, murmelte der Ältere und steigerte seine Geschwindigkeit. Lächelnd beeilte sich Sam Schritt mit seinem Bruder zu halten.

„Ok, Sam. Du bleibst dort vorne stehen, da bist du schön sichtbar.“ Dean deutete auf das Ende der Gasse. „Und ich verstecke mich hier und warte.“

Sam schüttelte frustriert den Kopf, sagte aber nichts und tat was sein Bruder vom ihm verlangte. Es hätte sowieso keinen Sinn gehabt mit ihm zu diskutieren, weil er mit seinem, „weil ich der Ältere bin“- Gehabe eh immer davonkam.  

Seufzend ging Sam zu der besprochenen Stelle, den Pflock aus Olivenholz unter seiner Jacke griffbereit haltend. Unsicher blickte sich der Braunhaarige um. Dean und seine blöden Ideen! Wieso musste er immer seinen Arsch hinhalten?

Ein Geräusch riss Sam aus seinen Gedanken und ließ ihn zu der Stelle herumwirbeln. Sein ganzer Körper versteifte sich als er eine Person, in einen schwarzen Mantel gehüllt, auf sich zukommen sah. Er konnte das Gesicht nicht erkennen, zum Teil durch die Dunkelheit die bereits herrschte und zum anderen verdeckte ein Hut das meiste.

Mit geschmeidigen Schritten blieb der etwas kleinere Mann direkt vor Sam stehen.

„Hallo mein Hübscher“, erklang eine süffisante Stimme und der Mann lächelte den Jäger von unten her an. In Sam kam die Galle hoch. Allein schon, wie der Typ ihn musterte, brachte Sam nah an den Versuch, ihn gleich hier und jetzt kalt zu machen. Doch wusste er, allein hätte er keine Chance. Schließlich war es nicht der erste Gott mit dem sie sich anlegten und mit Sicherheit auch nicht der Letzte.

„Hi“, brachte Sam mühsam heraus.

Der Mantel-Typ lächelte nun noch breiter. „Nur nicht so schüchtern. Ich beiße schon nicht.“

Langsam hob er die Hand und strich dem Braunhaarigen sanft über die Wange. Sams Blick huschte kurz zu der Stelle an der sich Dean versteckte. Dieser grinste von einem Ohr zum anderen und ein weiteres Mal verfluchte Sam seinen Bruder für diesen hirnrissigen Plan.

„Weist du? Du bist genau mein Typ.“, Chronos packte Sam am Kragen und wollte ihn zu sich herabziehen, als Dean Sam das Zeichen zum Angriff gab. Schon im nächsten Augenblick zog Sam seinen Pflock und griff den verdutzten Mann an. Dieser jedoch fasste sich schnell wieder und wehrte den Angriff ab. Zu seinem Pech rechnete er nicht mit einem zweiten Angreifer und so bemerkte er Dean nicht, der sich an ihn herangeschlichen hatte.

Chronos bildete um sich herum ein rotes Licht, das aus seinem Inneren kam und wollte Sam angreifen, als ihn auch schon Deans Pflock durchbohrte. Erschrocken riss er die Augen auf, das Licht wurde intensiver und hüllte die ganze Gegend in ein strahlendes Rot ein, Dean und Sam mittendrin.

Als das Licht wieder verblasste, waren die Straßen ruhig und leer. Keine Spur von Chronos und auch von Dean und Sam fehlte jedes Lebenszeichen.        

 

Die Sonne ging langsam am Horizont auf. Vertrieb die grausamen Schatten der Nacht und hüllte das ganze Land in ein warmes, helles Licht. Die ersten Autos füllten die einst ruhigen Straßen mit ihrem Lärm und durchbrachen somit die morgendliche Stille.

Plötzlich wurde die idyllische Stille durch ein lautes Quietschen und das darauffolgende Hupen durchbrochen und ließ die Bewohner der Stadt aufschrecken. Fluchend stieg der Fahrer des Autos aus und eilte nach vorne.

„Sagt mal, habt ihr sie nicht mehr alle!? Schlaft euren Rausch wo anders aus!“, schrie er die beiden, am Boden liegenden Männer an.

Diese kamen gerade stöhnend zu sich. „Was soll der Krach?“, fragte der Kleiner der Beiden und hielt sich den schmerzenden Kopf. „Sammy? Bist du Okay?“, keuchte Dean und rappelte sich auf.

„Ja...Ja glaub schon“, entgegnete ihm sein Bruder und wankte straucheln von der Straße.

Die Autos fuhren weiter und so einige Beschimpfungen flogen ihnen an den Kopf.

„Ganz schön unfreundlich die Leute hier. Wir hätten auch einen Unfall haben können“, grummelte der Blonde und sah den Autos kopfschüttelnd hinterher.

„Wo zum Geier sind wir hier?“ Dean sah sich fragend um. Die Gegend kam ihm bekannt vor, doch woher?

„Dean?“ Sam sah seinen Bruder mit geschockten Augen an. „Ich glaub wir sind ihn Lawrence.“

Fassungslos schaute sich Dean genauer um. Diesen Stadtteil kannte er genau. Als Kind kam er oft mit seinen Eltern her. Der kleine Park mit dem Spielplatz, auf dem er oft gespielt hatte, bescherte ihm ein paar glückliche Erinnerungen an eine Zeit die viel zu weit hinten lag und schon fast komplett verblassen war.

„Was zum...! Wie kommen wir hier her?“, wollte der blonde Jäger aufgebracht wissen.

„Naja, ich vermute wir haben das Chronos zu verdanken“, spekulierte Sam sich am Kopf kratzend.

„Du meinst er hat uns an einen anderen Ort verfrachtet? Aber warum Lawrence?“, Dean sah seinen Bruder ungläubig an.

Sam zuckte nur mit den Schultern. „Keine Ahnung. Sieh mich nicht so an als müsste ich alles wissen.“, beschwerte sich Sam und funkelte seinen Bruder böse an. „Außerdem sieht es hier nicht nach dem Lawrence aus, das ich kenne. Vielleicht hat seine Kraft nur gereicht um… was weiß ich… einen Zeitsprung zu machen, oder keine Ahnung verdammt!“, überlegte Sam laut. Er hatte absolut keinen blassen Schimmer was hier vor sich ging und das passte dem Jäger überhaupt nicht.

Während Sam die unmöglichsten Theorien aufstellte, war Dean außer sich. „Dieser verdammte Mistkerl! Wenn er nicht schon tot wäre, dann...!“ Dean hielt in seiner Schimpftirade, abrupt inne und starte auf die andere Straßenseite.

„Dean? Was...“ Sam, der bemerkte das sein Bruder ruhig wurde, folgte dem Blick seinem und wurde kreidebleich. Das konnte doch unmöglich sein!?

Stockend ging Dean auf die Person zu, die er dort entdeckt hatte. Der komische Haarschnitt würde unter Tausenden auffallen und wie ein bunter Papagei stach die Person aus der Menge raus.

„Vorne businessmäßig kurz und hinten die Party“ wie er immer zu sagen pflegte und stolz auf seinen Vokuhila zeigte. Doch das konnte nicht sein, denn diese Person ist bei einem Brand ums Leben gekommen!

„Ash?“ Dean kam auf den dürren Mann zu und traute seinen Augen nicht, als sich die Person umdrehte.

Es war doch tatsächlich das Genie aus dem Roadhouse.

„Sam, Dean, schön euch zu sehen“, erklang die überraschte Stimme des Blonden.

„Sam ich glaub ich weiß wo wir sind. Wir sind tot Sam.“ Panik schwang in Deans Stimme, als er Ash anstarrte.

„Dean? Alles in Ordnung mit dir? Du bist so blass“, Ash sah fragend von einem Winchester zum anderen.

Sam schüttelte resigniert den Kopf. „Dean wir sind bestimmt nicht tot! Ash, was machst du in Lawrence?“ Sams Stimme klang bei weitem ruhiger als es sich innerlich fühlte und das war gut so, schließlich war er der Besonnene, der Ruhige der beiden und in Panik fallen, hier und jetzt, konnte er sich nicht leisten.

„Ach... Nichts Besonderes... Nur ein paar Freunde besuchen“, winkte Ash lässig ab.

Sam sah ihn mit erhobener Augenbraue an. So ganz konnte er ihm nicht glauben, beließ es aber bei der Sache.

„Ach ja Jungs, gut das ich euch hier treffe. Was für ein Zufall, nicht?“, grinste das Genie die Beiden in seiner üblichen, fast konnte man sagen „bekifften“ Art, an. „Ich habe da vielleicht einen Job für euch, nur wenn ihr gerade frei seid, versteht sich.“ Und sein Grinsen wurde noch breiter. „Eigentlich wollte ich ihn Jo... einem anderen Jäger geben, doch ihr kommt wie gerufen. Interesse?“ Abwartend blickte er von einem zum anderen.

„Was ist das für ein Job?“

„Dean! Wir haben wichtigeres zu tun!“, fiel Sam seinem Bruder ins Wort.

„Sam ich muss von der ganzen Scheiße erst mal runterkommen. Schließlich wissen wir nicht, wie wir von hier verschwinden können. Wo und Wann wir hier auch immer sind!“, fuchtelte Dean wild mit den Händen herum, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen. „Und was gibt es Besseres als eine schöne Jagd“, grinste Dean seinen Bruder an.

Seufzend ergab sich Sam und willigte ein. „Also, wo und was sollen wir töten Ash?“, wand sich Dean an sein Gegenüber mit der komischen Frisur, der das Gespräch zwischen den Brüdern skeptisch mit verfolgt hatte.

„Ein Geist“, antwortete er schließlich.

„Ein Geist?“, Dean hob eine Augenbraue und Ash nickte bekräftigend. „Geht das vielleicht etwas genauer? Ein paar Informationen währen nicht schlecht.“

Langsam aber sicher verlor Dean die Geduld. Ash seufzte und reichte dem ungeduldigen, blonden Jäger eine Zeitung. Auf der aufgeschlagenen Seite war ein Bild vom Opfer markiert, zusammen mit der Aussage der Zeugin.

„Danke Ash.“, murmelte Dean und war schon in die Zeitung vertieft.

„Kein Problem. Wenn ihr fertig sein kommt ins Diner“, Ash reichte Sam einen Zettel mit Ort und Namen und verabschiedete sich. Kurz winkte Sam im zu und schüttelte ungläubig den Kopf. Die ganze Sache kam ihm zu suspekt vor.

„Also was steht da?“, wollte Sam wissen, schließlich hatte er keine Wahl, denn wenn sich Dean etwas in den Kopf gesetzt hatte, war er sturer als ein Esel.

„Naja, nicht viel. Das Opfer wurde in seinem Haus gefunden, total zerfetzt. Alles war von ihnen abgesperrt und es gab auch keine Einbruchsspuren. Das übliche eben“, seufzte Dean frustriert.

Er hatte gehofft der Job hätte mehr Niveau und würde ihn fördern. Doch wie er sich kannte, würden sie ihn Ruck-Zuck erledigen.

„Ich würde sagen, wir fragen erst mal die Zeugin.“ Sam klappte die Zeitung zu und wartete auf Deans Reaktion. „Also dann los!“

 

Schnell fanden sie die Adresse, dank Sams Recherchen, raus und waren schon auf dem Weg dorthin. Als FBI-Agenten verkleidet klingelten sie an der weißen Tür des kleinen Einfamilienhauses.

„Miss Shelter? Wir hätten ein paar Fragen zu John McCains Tod.“ Die Frau öffnete ängstlich die Tür nachdem sie verlangt hatte die Marken zu sehen. „Was wollen Sie wissen?“, fragte die erschreckte Frau und ließ die Agenten rein. „Schildern Sie uns bitte was Sie gesehen haben, als Mr. McCain starb.“

 

Professionell wie immer führten die Brüder die Befragung durch. Wie sich herausstellte, hatte der gute John eine Affäre, die unter mysteriösen Umständen verschwunden ist. Johns Frau erfuhr davon und nahm sich das Leben. Die Polizei vermutete, dass McCain die beiden Frauen auf dem Gewissen hatte, doch nachweisen konnten sie ihm nichts.

„Also welche von den beiden könnte unser gesuchter Geist sein?“ Dean betrachtet die Fotos der Frauen, doch kam er nicht weiter.

„Naja, es könnte die Ehefrau sein, die zu einer Frau in weiß geworden ist. Aber die Geliebte würde ich auch nicht ausschließen“, Sam seufzte schwer, denn er war genauso ratlos wie sein Bruder.

„Also gut“, Dean erhob sich von seinem Platz, auf dem Sofa in dem kleinen schäbigen Model und schnappte sich seine Jacke. „Du stöberst noch ein wenig hier rum und ich schau mir mal das Haus unseres Opfers an, vielleicht finde ich da irgendwelche Hinweise.“ Und ehe Sam etwas erwidern konnte war Dean auch schon durch die Tür verschwunden.

 

Am Haus des Opfers angekommen, überkam Dean ein merkwürdiges Gefühl. Doch er schüttelte es ab und machte sich an der Tür zu schaffen. Wenige Handgriffe später stand er auch schon im Eingangsbereich. Das EMF-Gerät vor sich haltend, durchstöberte er das ganze Haus. An manchen Stellen schlug es zwar aus, aber nur schwach. Doch als er an einer Tür vorbei ging, pisste es wie verrückt und alle Lämpchen blickten Rot auf. „Bingo.“ Freute sich Dean und öffnete die Tür. Eine schmale Treppe führte nach unten in einen dunklen Raum. „der Keller“, kam es Dean in den Sinn und vorsichtig tastete er nach dem Lichtschalter, doch konnte er keinen finden. „What the… Wieso immer der Keller in dem kein Licht funktionierte?“, brummte er in die Dunkelheit und zog seine Taschenlampe, samt seinem Gewehr mit dem Steinsalz. „So Klischeehaft!“

Vorsichtig schritt er die Treppe hinab, immer auf eine Bewegung oder ein Geräusch achtend. Unten angekommen war noch eine Tür und wie sollte er anderes auch sein, verschlossen. Mit einem kräftigen Tritt war auch sie kein Hindernis mehr. Der Raum dahinter war bei weitem nicht so dunkel wie die Treppe, zwei kleine Fenster spendeten genug Licht um gut sehen zu können.

Dean steckte die Taschenlampe wieder ein und sah sich in dem Zimmer genauer um. Auf den ersten Blick sah alles ganz normal aus, ein Kellerzimmer wie die meisten ihn haben, ordentlich und sauber. Doch Dean wusste aus Erfahrung, dass genau bei solchen Leuten immer eine Leiche im Keller versteckt liegt.

„Aber so was von...“, knurrte er und machte sich daran den Raum genauer unter die Lupe zu nehmen.

Gerade als er einen Hohlraum in der Wand entdeckte, spürte er wie die Luft um ihn herum kälter wurde. Blitzschnell wirbelte er herum und da stand sie, der Geist der Geliebten. Schwarze ausdruckslose Augen, sahen ihn an. Das blasse Gesicht, zierten dunkle Flecken.

Vorsichtig ging Dean, mit erhobener Schrottflinte auf sie zu. Die Frau sah ihn nun direkt in die Augen und Dean konnte schwören, Angst und Traurigkeit in ihnen gesehen zu haben, doch er kam nicht dazu weiter darüber nach zudenken, denn plötzlich verlor er den Boden unter den Füßen und flog quer durch den Raum und landete in einem der Regale, das augenblicklich zerbrach.

Keuchend rappelte er sich auf. Schon im nächsten Moment wurde er wieder durch den Raum geworfen. Als Dean die Augen öffnete sah er den Geist der Geliebten, wie sie mit ängstlichen Augen zu ihm rüber schaute. Sich fragend was das sollte, erschien plötzlich über ihm ein weiterer Geist.

Die rot unterlaufenen Augen, der Ehefrau des Opfers, sprühten vor Zorn und Hass. Sie beugte sich über Dean und begann ihn zu würgen. In dem Blonden stieg Panik auf, Sam war nicht da und sein Gewehr lag irgendwo im Raum herum. Dean spürte wie ihm die Luft immer knapper wurde und in dem Moment wünschte er sich nichts mehr als Cass zu sehen. Er war immer da um ihm den Arsch in letzter Minute zu retten.

Plötzlich erschien ein helles Licht und die Geister verschwanden. Dean setzte sich keuchend auf. Sein Blick war verschwommen, doch was er sah war unmöglich. „Cass?“, krächzte er mit trockener Kehle.

 

„Cass?“, Deans Stimme versagte. Brach nur ein Krächzen heraus.

Vor ihm stand eine flackernde Gestalt die aussah wie Castiel, nur ohne den üblichen Trenchcoat.

„Dean?“, erklang die verblüffte, dunkle Stimme des Schwarzhaarigen und ehe Dean sich versah war die Gestalt auch schon wieder verschwunden.

Verwirrt rieb der Blonde sich die Augen. War das wirklich Castiel gewesen? Oder spielen ihm seine Sinne einen Streich? Stöhnend machte sich der Jäger daran das Haus so schnell wie möglich zu verlassen, er hatte keine Lust der mordlustigen Geisterschlampe wieder zu begegnen.

Am Motel angekommen stürmte Dean in das Zimmer.

„Zwei Geister“, keuchte er immer noch außer Atem. Sam, der erschrocken von seinem Platz aufgesprungen war, schaute seinen Bruder leicht verwirrt an.

„Alles in Ordnung Dean?“, fragte er besorgt als ihm der Zustand seines Bruders auffiel. Zu deutlich konnte er die roten Würgemahle um seinen Hals sehen.

„Ja ja, mir geht’s gut. Es ist sowohl die Geliebte als auch die Ehefrau, die in dem Haus herum spuken“, redete sich Dean aus der Sache und verschwieg seinem Bruder sein Erlebnis mit dem „möglichen“ Cass, das er selbst kaum glauben konnte.

Sam ging nicht weiter darauf ein und warf seinem Bruder nur einen tadelnden Blick zu. „Also die Ehefrau liegt auf dem hiesigen Friedhof begraben, doch wo die Geliebte ist weiß ich nicht.“, erklärte Sam seinem Bruder was er herausgefunden hatte.

„Sie ist im Keller. Ich habe einen Hohlraum in der Wand gefunden, bin aber nicht dazu gekommen genau nachzuschauen“, Dean rieb sich abwesend über den Hals.

„Und ich glaube auch nicht, dass der Mann der Mörder der Geliebten ist. Ich glaube seine Frau hat sie getötet und dort versteckt und anschließend beging sie Selbstmord.“

Dean hielt kurz inne, ihm war so als würde jemand nach ihm rufen. Kopfschüttelnd wand er sich an seinen Bruder. „Also los Sam, bringen wir das schnell hinter uns.“ Und schon war er wieder verschwunden.

Während ihres Fußmarsches zum Friedhof, besorgten sie sich unterwegs Salz, Benzin und eine Schaufel, schließlich wollten sie ja das Grab nicht mit den Händen ausheben. Am Friedhof angekommen war es bereits dunkel und somit konnten sie ungestört ihrer Arbeit nachgehen. Schnell gruben sie die Leiche frei, salzten und verbrannten sie. Das Ganze war schon reine Routine für Beide. Das gleiche machten sie auch mit der Leiche aus dem Haus, die in dem Hohlraum, den Dean schon entdeckt hatte, tatsächlich versteckt war. 

Zufrieden mit ihrer Arbeit hauten sich die Winchester in ihrem Motelzimmer aufs Ohr, auch wenn sie nicht viel Schlaf bekommen würden, so waren sie über jede Minute dankbar, besonders nach so einem Tag.  

Am nächsten Morgen machten sich die beiden auf zu der Adresse die ihnen Ash gegeben hatte. Es klang wichtig und es konnte bestimmt nicht schaden mehr über den „Ort“, an dem sie ich befanden, zu erfahren.

Am Diner angekommen blieben die Brüder unentschlossen stehen. Was würde sie dort drin erwarten? Vielleicht war das alles eine Falle der Dämonen und sie liefen nun blindlings hinein? Noch einmal tauschten sie kurz die Blicke aus und betraten den kleinen Laden mit gemischten Gefühlen.

Das Diner war nicht sehr groß. Einzelne, kleine, runde Tische standen im Raum verteilt und ermöglichten den Gästen bequem etwas zu essen. Ein Tresen trennte den Essbereich und die Küche, aus der bereits verschiedene Gerüche und Geräusche drangen. Zu so einer frühen Stunde, war das kleine Diner doch schon recht gut gefüllt.

 

Beim Betreten des Raumes entdeckte Dean sofort Ash, der am Tresen saß und sich mit einer brünetten Frau unterhielt. Eine Blondine wuselte durch die Reihen der Tische, um Essen zu bringen und Bestellungen aufzunehmen. Leider konnten weder Dean noch Sam das Gesicht der Frau sehen und somit auch nicht sagen wie alt sie war.

Als Dean und Sam zum Tresen kamen, blickte die brünette Frau, mit der Ash sich unterhalten hatte, auf und lächelte die beiden Ankömmlinge freundlich an. „Hey Dean, Sam.“

Als Dean erkannte wer es war, konnte er nicht an sich halten. Er überwand die kurze Distanz zwischen ihnen und drückte die Frau an sich. „Ellen, schön dich zu sehen.“, flüsterte er ihr ins Ohr.

Die verblüffte Frau erwiderte die Umarmung kurz und löste sich von dem Blonden. Kaum das sie sich von Dean befreit hatte wurde sie auch schon von Sam in Beschlag genommen, der die Frau an seine starke Brust drückte. Auch von ihm musste sie sich mit viel Mühe lösen und sah die beiden Jungs fragend an.

„Was ist mit euch los? Ihr benehmt euch, als hättet ihr einen Geist gesehen“, schüttelte sie lachend den Kopf.

„Ich hab dir doch gesagt, das mit den beiden was nicht stimmt“, warf Ash in die Runde, wurde jedoch ignoriert.

„Was ist mit Jo? Geht es ihr gut?“, wollte Dean unbedingt wissen und drängte die Braunhaarige ungeduldig auf zu antworten. Er machte sich immer noch Vorwürfe, weil die beiden gestorben sind und er sie nicht hatte retten konnen, zumindest da wo er herkam. Er wusste er hätte das verhindern können.

„Ähm… ja ihr geht’s gut. Sie ist mit einer Studentengruppe auf einem Ausflug. Was sollen diese Fragen?“, skeptisch sah sie von einem zum anderen.

„Jo jagt also nicht? Das ist su…“

„Sam? Dean?“, wurde der Blonde unterbrochen. Die Brüder drehten sich zu der Stimme um und erstarrten. Es war die blonde Kellnerin die ihnen gegenüber stand und die beiden freundlich anlächelte. „Schön das ihr gekommen seid.“

„Mom?!“, stotterte Dean und konnte seinen Augen nicht trauen.

Vor ihnen stand wirklich ihre Mutter, Mary Winchester, lebendig! Ungläubig starrten die beiden Jungs ihre Mutter an.

„Sam? Was geht hier vor?“, fragte der Blonde seinen Bruder, ohne Mary aus den Augen zu lassen.

„Ähm… ähm… Ich muss mich mal setzten“, Sam ließe sich, auf den neben ihm stehenden Stuhl sinken. Das Ganze ist selbst für ihn zu hoch. Erst Ash und Ellen und jetzt auch noch seine Mutter? Wieso sind plötzlich alle am Leben? Das ist doch unmöglich? Selbst wenn sie in der Zeit zurückgereist waren und das Ashs und Ellens Wohlauf sein bedeutete, wieso also war dann ihre Mutter auch am Leben?

„Jungs? Geht’s euch nicht gut?“, fragte die besorgte Stimme der blonden Frau.

Dean, der immer noch wie angewurzelt dastand, löste sich aus seiner Starre. „Wieso bist du am Leben?“, fragte er unverblümt sein Gegenüber. „Und seit wann arbeitest du in einem Diner?“, wurde er lauter und fasste sich frustriert an den Kopf.

„Dean, ich habe keine Ahnung wovon du sprichst.“ Seine Mutter hob eine Augenbraue und sah ihren Sohn fragend an.

„Du bist schon vor vielen Jahren gestorben! Als Sam 6 Monate alt war, also wie kann es sein das du lebst!“, verzweifelt raufte er sich die Haare.

Ellen und Ash beobachteten die Situation skeptisch und auch Sam, der wesentlich ruhiger war als sein Bruder, schaute zu dem Blonden hoch.

„Liebling, beruhige dich“, versuchte Mary ihren Sohn zu beruhigen.

„Ich bin ganz ruhig!“ Dean begann auf und ab zu laufen, überforderte mit dieser ganzen Situation.

„Nicht in diesem Ton, junger Mann“, fuhr sie ihren Sohn scharf an.

Dieser blieb augenblicklich stehen uns sah seine Mutter mit großen Augen an.

„So und jetzt setzt du dich hin und ich bringe euch einen Kaffee“, entschied sie und Dean setzte sich ohne Protest, Sam gegenüber an den Tisch, während Mary hinter dem Tresen verschwand.

„Welches Jahr haben wir?“

„2011. Wieso?“, beantwortet Ash Sams Frage.

„Also das Jahr stimmt. Dann sind wir nicht in der Zeit zurückgeflogen“, wandte sich der Braunhaarige an seinen Bruder, der still und teilnahmslos am Tisch verweilte.

„Also Jungs, raus mit der Sprache. Was ist mit euch los?“, Ash drehte seinen Stuhl um und setze sich verkehrt herum darauf. Fragend sah er von einem zum anderen.

Sam blickte zu seinem Gegenüber, der nur mit den Achseln zuckte und weiter auf die Tischplatte starrte.

„Hat es etwas mit eurem letzten Fall zu tun?“, hackte das Computergenie nach.

„Unser Fall? Denn du uns gegeben hast?“, Dean hob nun fragen die Augenbraue.

„Nein, denn Fall mein ich nicht. Ihr wart doch hinter so einem Gott her. Wie hieß der nochmal?“, angestrengt überlegte Ash und kleine Fältchen bildeten sich auf seiner Stirn.

„Choros?“, half ihm Dean auf die Sprünge.

„Chronos“, verbesserte ihn sein Bruder und sah kopfschüttelnd zu dem Blonden, dieser zuckte nur wieder mit den Schultern.

„Ja, genau den mein ich.“ Ash warf Sam einen freudigen Blick zu. „Also raus mit der Sprach, ist etwas passiert?“

Sam seufzte frustriert, denn er glaubte nicht das Ash sie ihn Ruhe lassen würde. „Also schön Ash. Du hast gewonnen.“

Nun mischte sich Dean wieder in das Gespräch mit ein. „Wir waren auf der Jagd nach diesem Cro… irgendwas…“

„Chronos.“, korrigierte Sam wieder seinen Bruder.

Dean warf dem Braunhaarigen einen genervten Blick zu und fuhr fort. „Wie gesagt jagten wir diesen Chronos. Als ich ihm den Pflug durch sein Herz bohrte, wurde alles Rot und wir wachten auf der Straße wieder auf. So das war die Kurzfassung.“

Der Jäger fuhr sich durch sein kurzes Haar und wartete auf Ashs Reaktion. Dieser sah ihn nur mit ungläubigem Blick an.

„Egal was er mit uns gemacht hat, eins wissen wir. Wir sind nicht mehr in unserer Zeit. Oder Welt. Oder Welt. Oder Was auch immer“, setzte Sam an die Erzählung seines Bruders an.

„Wie kommt ihr darauf das, dass nicht mehr eure Zeit ist?“, hackte Ash nach und hob eine Augenbraue.

„Naja, weist du…“, druckste Sam um den heißen Brei herum. „Weil du, Jo, Ellen und vor allem unsere Mutter schon lange tot seid“, ließ Dean die Bombe platzten und warf seiner Mutter, die immer noch hinter dem Tresen am Werkeln war, einen traurigen Blick zu.

„Ahm… ich hole mal meinen Laptop“, Ash nahm diese Geschichte doch gefasster auf, als die Brüder es gedacht hätten, und verschwand in einem kleinen Seitenraum des Diners. Sam sah seinen großen Bruder fragend an. Dieser zuckte nur unwissend mit den Schultern.

„So ihr beiden, trinkt einen Kaffee und ruht euch etwas aus.“ Mary stellte zwei dampfenden Tassen auf den Tisch und strich beiden liebevoll durchs Haar.

Wie hatte Dean diese unschuldige Geste doch vermisst. Als Kind hatte sie ihm oft so durchs Haar gestrichen, meistens immer dann, wenn sie ihn ins Bett gebracht hatte. Dann sagte sie ihm immer, dass die Engel über ihn wachten. Wie Recht sie doch mit dieser Aussage gehabt hatte! Ein trauriges Lächeln legte sich auf Deans Gesicht, als er wieder an Cass dachte, der ihn nun nicht mehr beschützen konnte. Seine Kehle schnürte sich zu. Ließ ihn schwer schlucken. Schnell schob er den Gedanken wieder bei Seite. Er und Schutz? Was war er denn? Ein Mädchen? Nein! Er war Dean Winchester und ein Dean Winchester weint keinem Engel nach. Vor allem keinem der ihn betrogen hatte!

Das Gesicht des Blonden verhärtete sich und er griff nach seiner Kaffeetasse.

„Danke Mom“, brachte Dean mühsam heraus und verfluchte den Frosch, der sich in seinem Hals bequem gemacht hatte.

Skeptisch beobachtete Sam das Mimik Spiel seines Bruders. Nur schwer konnte er den Drang zurückhalten ihn zu fragen ob alles in Ordnung ist. Doch dazu kam er nicht, denn schon kam Ash angerauscht und platzierte seinen selbst gebauten Laptop auf den Tisch.

„Also ihr sagtet Chronos hat euch in einem roten Licht verschwinden lassen?“ Seine Gegenüber nickten und schon begann Ash auf der Tastatur rum zu hämmern.

Eine viertel Stunde und zwei leere Tassen später, grinste Ash triumphierend. „Also, ihr wusstet das der Gott der Zeit an jeden beliebigen Ort, zu jeder Zeit reisen konnte. Aber wusstet ihr auch, dass er von Universum zu Universum reisen konnte?“

Mit einem Ruck schossen die Augenbrauen der Beiden nach oben und machten Bekanntschaft mit dem Haaransatz.

„Du meinst wir sind in einer anderen Dimension?“, wollte Sam, weit gefasster als sein Bruder, wissen.

Er hatte schon so eine Vermutung gehabt und Ash bestätigte diese nun. Wie der Vokuhila-Träger das wieder rausbekam, war ein unergründliches Geheimnis und Sam hat schon vor langer Zeit aufgegeben dieses Geheimnis lösen zu wollen.

„Was meint ihr mit anderer Dimension?“, meldete sich nun auch Dean etwas gereizt zu Wort.

„Naja, viele Wissenschaftler sind der Meinung, dass es neben „unserem“ Universum noch andere gibt. Parallellaufend. Und dort kann sich die Geschichte eben anders entwickeln, wie zum Beispiel das eben Ash und viele andere am Leben sind.“ Wie ein Kleinkind freute sich Sam über diese Entdeckung, während sein Bruder ihn verzweifelt ansah.

„Schön, dass du so happy bist Sammy, aber wie kommen wir nun nach Hause?“

Sams Freude wurde augenblicklich im Keim erstickt.

„Hmm… Chronos können wir ja nun nicht mehr fragen“, frustriert strich sich Sam die Haare aus dem Gesicht.

Still saßen die drei da und überlegten.

Das Diner wurde immer voller. Ellen unterhielt sich mit irgendeinem Mann und Mary huschte weiter durch die Reihen der Tische. Ruckartig hob Sam seinen Kopf, ihm war eine Idee gekommen, doch wusste er nicht wie Dean darauf reagieren würde.

„Dean?“, sprach er den Älteren an.

Dieser hob fragen den Kopf. „Ist dir etwas eingefallen?“

Kurz rang Sam mit sich, ob er es seinem Bruder antun konnte. Entschied sich aber doch dafür. „Naja, vielleicht. Bin mir aber nicht ganz sicher.“

„Red nicht um den heißen Brei herum! Raus mit der Sprache!“, drängte ihn der Blonde.

„Ich habe da an jemanden Bestimmten gedacht. Denn wenn alle, die in unserer Welt tot sind, hier jedoch leben, könnte womöglich auch diese Person am Leben sein.“

„Wen meinst du?“, Dean war sich nicht sicher, von wem sein Bruder sprach, doch ein seltsames Gefühl breitete sich in seinem Magen aus.

„Ich reden von…“, Sam hielt kurz inne und sah die leichte Panik in Deans Augen. „… Castiel, Dean.“

Fest blickte Sam in Deans Augen und was er dort sah gefiel ihm nicht. Schrecken, Wut, Trauer. Diese Gefühle wüteten in den grünen Augen wie ein Orkan.

„Erwähn diesen Namen nicht“, zischte Dean leise.

Allein die Vorstellung an einen lebenden Cas, brach sein Herz in tausend Scherben.

„Wieso nicht? Es wäre zumindest logisch.“

„Sam nicht“, flüsterte der Blonde tonlos und mit gesenktem Blick.

Er wollte Sam nicht zuhören. Wollte nicht, dass Sam in ihm Hoffnung schürte, die dann doch zerbrach.

„Ich finde wir sollten es trotzdem versuchen und ihn rufen.“

Traurig sah Dean seinen Bruder an und ein gequältes Lächeln drängte sich auf seine Lippen. „Wie sollen wir das anstellen? Wie es aussieht, war ich in dieser Welt nie in der Hölle. Und wenn ich dort nicht war, konnte Cass mich da auch nicht rausholen.“ Schwer kamen ihm die Worte über die Lippen.

Und wieder brach Stille über sie herein.

Ash verstand kein Wort von dem Gerede. Wer oder Was war dieser Castiel? Der Klang dieses Namens schien den älteren Jäger schwer mitzunehmen. Trotzdem siegte die Neugierde und er fragte frei heraus, wer denn dieser Castiel war. Sam machte gerade den Mund auf und wollte zu einer Antwort ansetzten, als ihm sein Bruder zuvorkam.“

„Cass war mein Engel.“ Dean drehte abwesend seine Tasse in den Händen und merkte somit auch nicht wie er Castiel gerade bezeichnet hatte.

„DEIN Engel?“, Sam konnte sich ein großes Grinsen nicht verkneifen und bei Deans Gesichtsausdruck, als er merkte was er gesagt hatte, konnte sich der Braunhaarige nicht mehr halten und prustete los.

„Naja ich mein unser Freund, der Engel. Hat uns oft geholfen... Sam halt die Klappe!“ Eine unangenehme Röte stieg in sein Gesicht und er wurde gegen Ende immer leiser.

„Ein Engel?“ Unglauben schwang in Ashs Stimme.

Dean nickte, konnte er den anderen doch verstehen, schließlich hat er früher auch nicht an ihre Existenz geglaubt.

„Und dieser...“Engel“ kann euch helfen?“, fragte er skeptisch.

„Naja, für Engel ist die Zeit fließend. Sie können durch sie wandern, vielleicht auch von Dimension zu Dimension.“, beantwortet Sam die Frage.

„Ja und das ganze ohne Dolorean.“, scherzte Dean und versuchte ein Lächeln zu Stande zu bringen, doch ohne Erfolg.

„Dean, das ist mein Ernst“, versuchte der Größere seinen Bruder zu überzeugen.

„Ich sagte es reicht Sam!“, donnerte der Blonde den Jüngeren an.

In Deans Kopf schwirrten die eben gesagten Worte rum. Was hat er sich nur dabei gedacht Cass als „seinen“ Engel zu betiteln? Was war nur los mit ihm in letzter Zeit? Erst bildet er sich ein, Cass´s Geist zu sehen und jetzt spricht er auch noch SO über ihn? Dean wurde wütend auf Castiel, weil er ihm dieses Kopfzerbrechen bereitete und auf sich, weil er so blöd war und überhaupt noch darüber nachdachte. Doch am meisten war er auf Sam wütend, weil er dieses Thema angeschnitten hatte.                 

Knurrend stand Dean auf. „Brauch frische Luft“, brummte er Die Tür des Diners fiel knallen zu und ließ einen frustrierten Sam und einen verwirrten Ash zurück.

„Dieser sture Bock“, seufzte Sam.

Auf der einen Seite verstand er Deans Reaktion. Castiels Tod hat ihn ganz schön mitgenommen, auch wenn der Starrkopf es freiwillig niemals zugeben würde! Die Gedanken an ihr Problem bei Seite geschoben, erhob sich Sam von seinem Stuhl und ging zu den beiden Frauen, die sich am Tresen unterhielten. Allein konnte er sowieso nichts ausrichten, warum also die Zeit nicht nutzen und diese mit seiner Mutter verbringen?

 

 

Dean ging seinen Weg mit gesenktem Kopf und nachdenklicher Mine entlang. Er achte weder auf die Leute, an denen er vorbei ging, noch auf seine Umgebung. So merkte er nicht wie seine Füße ihn zu einem wunderschönen, kleinen Park führten. Ein ruhiger See lag in der Mitte, umgeben von saftigem, grünem Gras. Ein kleiner Spielplatz, etwas abseits vom Wasser, auf dem ein Haufen Kinder spielten, machte dieses Bild der Idylle komplett. Einzelne Bänke standen in einem bestimmten Abstand voneinander, am Rand des Kieselweges der um den See herumführte. Der Park war recht belebt. Viele Menschen gingen spazieren oder tobten mit ihren Hunden auf der Wiese, trotz der niedrigen Temperaturen.

Erst als Dean am Wasser ankam, blickte er auf. Der See glänzte im Licht der Sonne, friedlich vor sich hin. An so einem Ort stand er früher oft mit Castiel und sprach über den Krieg der im Himmel herrschte oder über irgendeinen Job den er und Sam gerade machten.

Wehmütig seufzte der Jäger und drehte sich von der glitzernden Schönheit weg. Plötzlich traf es ihn wie ein Schlag und Dean blieb er wie angewurzelt stehen. Seine Augen weiteten und sein Mund wurde staubtrocken.

„Cass?“, flüsterte er heißer.

Auf einer Parkbank, mit dem Rücken zu ihm, saß ein Mann mit wirren schwarzen Haaren und einem beigen Trenchcoat. Wie durch Geisterhand wurde Dean zu dem Mann gezogen. Langsam hob sich seine Hand von selbst. Könnte es sein? Könnte es wirklich sein, dass er den Engel hier traf? In einem Park, im wer-weiß-wo?

Noch einmal schluckte er seine Panik runter und berührte den Mann an der Schulter.

„Cass?“, wieder klang seine Stimme ängstlich und fremd, wie so oft in letzter Zeit.

Da drehte sich der Schwarzhaarige um. Braune, mit einer Brille, umrandete Augen blickten fragend zu ihm auf.

„Sie müssen mich verwechseln“, lächelte der Mann ihm entgegen.

In Dean zog sich alles zusammen. Wie konnte er nur so dumm sein und glauben, ein Engel würde einfach so auf einer Parkbank sitzen!

„Ja, ähm, tut mir leid“, flüsterte der Blonde kaum hörbar und drehte sich um.

So schnell seine Beine ihn tragen konnten, ohne zu rennen und wie ein Verrückter zu wirken, beeilte er sich aus dem Park rauszukommen.

Er hatte eine Entscheidung getroffen. Er würde Cass rufen und Sams Idee nachgeben. Aber nicht, weil er unbedingt nach Hause wollte. Nein! Er wollte ihn sehen, auch wenn es nur für kurze Zeit wäre oder nur einen Augenblick dauern würde. Er würde es versuchen! Was hat er zu verlieren? Cass war eben sein bester Freund und er vermisste den wortkargen Mann. Ein kleines Lächeln huschte bei diesem Gedanken über seine Lippen.       

 „Sam, wir machen es!“, stürmte der Blonde in das Diner und übertönte das leise Klingeln der Glocke, die sein Erscheinen ankündigte.

„Hallo, Dean“, kam es vom Tresen und wie schon so oft an diesem Tag, konnte er seinen Augen nicht trauen, wen er dort erblickte. Es ist ein Wunder das dem Jäger die Augen nicht aus dem Kopf fielen so weit wie der sie aufriss.

 „Dad!“ Freude schwang deutlich in seiner Stimme mit, als er auf den älteren Mann zu eilte und ihn in eine kurze Umarmung zog.

So langsam überraschte ihn nichts mehr.

„Hey, hey, Dean. Was ist den los? Wieso so stürmisch?“, lächelte sein Vater und drückte ihn ebenfalls kurz. „Dad, ich freu mich dich zu sehen.“

Sein Vater klopfte ihm auf die Schulter und sein Grinsen wurde noch breiter.

„Können wir anfangen?“, kam Mary auf das kleine Grüppchen, am Tresen zu.

„Anfangen? Womit?“, verblüfft sah Dean von einem zum anderen.

„Jetzt sag nicht du hast deinen eigenen Geburtstag vergessen?“, lächelnd blieb seine Mutter vor ihm stehen. „Mein Geburtstag?“, verwundert strich er sich durch seine Haare.

Er hatte ihn tatsächlich vergessen. Doch er hatte keine Zeit sich darüber Gedanken zu machen, denn seine Mutter zog ihn zu sich und drückte ihn fest.

„Alles Gute, mein Liebling.“, flüsterte sie in sein Ohr und ließ ihn los.

Auch die Anderen gratulierten, dem immer noch neben sich stehenden Jäger. Und so begann die kleine Geburtstagsfeier und ließ die beiden Brüder, für einen kurzen Moment, ihre Sorgen und Probleme vergessen.

 

 

 

„Wo wollt ihr heute Nacht schlafen?“, wollte Mary wissen nachdem sie das Diner abgeschlossen hatte. Draußen war es bereits dunkel und die Uhr schlug schon späte Stunde.

„Wir haben ein Zimmer im hiesigen Motel“, antworte Dean und verzog das Gesicht bei dem Gedanken, wieder in einem Motelbett zu schlaffen.

„Wenn es so ist, kommt ihr zu uns. Das Gästezimmer hat zwei Betten und ihr würdet endlich mal wieder zu Hause übernachten“, entschied die blonde Frau und lächelte ihre Söhne an.

Die beiden mussten nicht lange nachdenken und nickten eifrig.

Müde warf sich Dean auf das Bett, es roch herrlich nach Weichspüler, ganz anders als die Betten in den Motels, in denen sie normalerweise übernachten.

„Dean? Können wir reden?“, durchbrach Sam vorsichtig die Stille.

„Hmm?“, brummte Dean müde aus dem Kissen.

„Ich meine über unsere Rückreise.“

Langsam richtete sich Dean auf und sah mit verklärtem Blick zu seinem Bruder.

„Weist du Sam, ich habe nachgedacht“, meinte er in seltsam ruhigem Ton.

Neugierig, was der Ältere meinen könnte, hörte Sam zu. „Wie wäre es, wenn wir einfach hierbleiben?“

Kurz herrschte Stille, doch Sam durchbrach sie schnell wieder.

„Ich habe auch schon daran gedacht, doch wir gehören nicht hier her.“ Mit belegter Stimme sprach Sam weiter. „Während du weg warst habe ich mich mit Ash darüber unterhalten. Und sowohl ich als auch er sind und sicher, dass wenn wir hierbleiben, die Gefahr besteht, dass das Universum kollabieren könnte.“

Deans Augenbrauen schossen nach oben: „What the hell!“ Er glaubte einfach nicht was sein Bruder ihm da auftischte.

„Sammy? Hast du mal wieder zu viele Sciencefiction Filme gesehen?“, grinste er den Braunhaarigen an.

„Das ist kein Scherz, Dean. Wir müssen zurück und das so schnell wie möglich.“

Seufzend fuhr sich der Blonde durchs kurze Haar. „Ich bin müde Sam. Lass uns Morgen darüber reden.“

Schnell entledigte sich der Jäger seiner Kleidung und schlüpfte unter die Bettdecke. Mit dem Rücken zu seinem Bruder, zog er sich die Decke über den Kopf und schaltete ab, damit er Sams Protest, der gerade begonnen hatte, nicht mehr hören musste. Nach mehreren Versuchen, doch noch mit Dean zu reden, gab Sam schließlich auf und machte sich ebenfalls bettfertig. Schneller als gedacht driftete auch er ins Land der Träume.

 

Sanfte Lippen streichelten, küssten, neckten ihn über die Seiten. Gefolgt von Händen, die sich spielerisch auf seinen Brustwarzen bewegten. Dunkel stöhnte Dean auf. Jemand oder Etwas machte sich unter seiner Decke gerade an ihn ran. Doch dem Blonden war es egal wer es war, zu schön war das Gefühl, welches ihm die fremde Person bereitete. Langsam küssten sich die Lippen weiter an seiner Brust hinauf, leckten über die steifen Nippel und kamen schließlich an seinem Hals an. Dean wagte es nicht seine Augen zu öffnen, wollte er doch das Gefühl nicht missen. Währenddessen knabberte die Person an seinem Ohr weiter und eine vorwitzige Zunge stülpte sich in seine Ohrmuschel. Überrascht keuchte Dean auf. Seine Mitte pochte unter seinen Boxershorts schmerzhaft und schrie nach Aufmerksamkeit. Als hätte die fremde Person das stumme Betteln verstanden wanderte eine raue Hand an seinem Körper nach unten und schob sich unter den dünnen Stoff.

Moment!! Raue Hand? Deans Gedanken konzentrierten sich nun alle darauf. Seit wann haben Frauen solche Hände? Bevor er weiter darüber grübeln konnte, pressten sich zwei Lippen auf seine. Schnell zogen sie ihn in einen leidenschaftlichen Kuss und die Sorge ob es nun ein Mann oder eine Frau war, die sich hier gerade an ihm vergriff, verschwand in die hintersten Ecken seines Bewusstseins.

Kurz leckte eine Zunge über seine Lippen. Dean reagierte zu langsam, noch bevor er seine Lippen öffnen konnte, verschwanden die Anderen wieder und machten sich auf den Weg Richtung Süden. Immer noch mit geschlossenen Augen keuchte er im Rhythmus. Plötzlich wurden seine Shorts runtergezogen und die Hand entfernte sich.

Enttäuscht brummte Dean auf. Seine Enttäuschung wurde just in den Augenblick bei Seite gewischt, als sich zwei warme Lippen auf die Stelle legten, an der eben noch die Hand war. Dunkel stöhnte der Blonde auf. Das Gefühl war einfach zu berauschend. Zu deutlich spürte er die Erlösung näherkommen und als er kurz davor war, öffnete er die Augen und sah nach Unten, direkt in zwei strahlend blaue Augen und mit einem Mal überrollte das Glücksgefühl Dean, mit einer derartigen Intensität, wie er es noch nie erlebt hatte.    

 

Keuchend saß Dean kerzengerade in seinem Bett. „Scheiße!“

Fahrig strich er sich durch die schweißnassen Haare. Schwer schluckend hob er die Decke an. „Verfluchte Scheiße!“, keuchte der Blonde als er die unangenehme Feuchtigkeit zwischen seinen Beinen spürte. Er hatte doch tatsächlich einen feuchten Traum gehabt und auch noch so intensiv das er sich ergoss.

Fluchend schwang er die Beine aus dem Bett und eilte in die Dusche, die zu seinem Glück auf der gleichen Etage, wie das Gästezimmer, war. Schnell schlüpfte er unter den heißen Strahl und hoffte, dass das Wasser nicht allzu laut war und seine Eltern aufweckte. Bei dem Gedanken verpasste er sich innerlich eine Backpfeife. Er benahm sich doch tatsächlich wie ein pubertierender Teenager, der Angst davor hatte bei einer Sauerei erwischt zu werden.

 

Das warme Wasser prasselte angenehm auf seinen Körper. Zufrieden schloss er die Augen. Tief versunken in seine Gedanken, versuchte er sich wieder an den Traum zu erinnern, doch es war wie verhext, er konnte sich an fast nicht erinnern. Das einzige was in seinem Gedächtnis aufflackerte war die Farbe Blau. Tief im Inneren wusste er, dass er dieses Blau, das so intensiv war, schon einmal gesehen hatte, doch ihm fiel nicht ein wo.

Mit einem Handtuch um die Hüften gewickelt, verließ Dean das Badezimmer. Draußen war es noch stockdüster und die Uhr zeigte ihm, dass es erst vier war. Doch um weiter schlafen war er eindeutig zu wach.

Brummend tapste er zu seinen Sachen und schlüpfte in Jeans und T-Shirt. Auf Zehenspitzen verließ er das Gästezimmer und machte sich, so leise wie möglich, auf den Weg zur Küche. Er brauchte jetzt dringend ein Bier!

 

Wie ein Wirbelsturm durchstöberte er die ganze Küche, doch von dem alkoholischen Getränk fehlte jede Spur. „Was zum...!“

Was war nur mit seinem Vater los? Trank der alte Mann etwa nichts? Frustriert raufte er sich die Haare und ließ sich auf den Stuhl, der am Küchentisch stand, fallen. Grummelnd vergrub er das Gesicht in den Händen.

„In diesem Universum stand doch echt alles auf dem Kopf“, meckerte er in seinen Gedanken.

„Dean? Schatz was machst du so früh schon auf den Beinen?“, drang eine verschlafene Stimme an sein Ohr.

Seine Mutter stand im Morgenmantel in der Tür und blickte mit müden Augen zu ihm. Erst jetzt bemerkte der Jäger die dunklen Ringe unter ihren Augen, die sie gleich um Jahre älter wirken ließen.

„Hab´ ich dich geweckt?“, fragte der Blonde schuldbewusst.

Hatte er doch wirklich versucht leise zu sein. Mary ging auf den Tisch zu und setzte sich ihm gegenüber.

„Nein, nein. Ich muss bald zur Arbeit und stehe immer um die Zeit auf. John ist schon längst wieder weg. Hat irgendeinen neuen Fall, zwei Staaten weiter“, traurig seufzte die Frau.

Jedes Mal, wenn ihr Mann das Haus verließ, überkam sie ein seltsames Gefühl. Schließlich wusste sie was für Risiken dieser Job mit sich brachte, war sie früher doch ebenfalls aktive Jägerin gewesen. Jeden Tag aufs Neue verfluchte sie ihren Vater, dass er John die Jagt gezeigt hatte. Das war an dem Tag als Sam geboren wurde und ihr Vater hinter irgendeinem Dämon her war, den er allein nicht töten konnte. Leider wurde Samuel bei dieser Jagd getötet. Wieso sich ihr Mann, nach dem Vorfall, weiterhin der Jagd verschrieb war für sie ein Rätsel.

Ein kurzes Lächeln schlich sich auf Deans Lippen. Diese Situation erinnerte ihn zu sehr an damals als er von dem Djin in die Traumwelt befördert wurde. Doch es gab einen Unterschied zu damals: Es war nicht Real und das hier schon. Ein Glück das er sich daraus befreien konnte und somit das Mädchen, das ebenfalls dort festhing, rettete. Und plötzlich traf ihn die Erkenntnis wie ein Schlag. Sie mussten zurück! Gab es doch in ihrer Welt einiges was sie noch zu erledigen hatten. Zum Beispiel ein paar Leviathan in den Arsch treten. Und wer, wenn nicht sie? Wer dann konnte die Welt vom Bösen befreien? So kitschig sich das auch anhörte.

„Dean? Alles in Ordnung?“, sanft legte sich eine Hand auf seine und Mary lächelte ihm zu.

„Ähm, ja. Alles in Ordnung. Mir ist eben nur etwas bewusst geworden.“

Fragend, sahen die Augen seiner Mutter, ihn an.

„Wir müssen weg. Sam und ich. Wir gehören nicht hier her.“

Traurig schluckte er den Kloß runter, der sich in seinem Hals gebildet hatte.

„Ich verstehe nicht ganz.“ Mary wusste einfach nichts mit dem Gesagtem anzufangen.

Dean setzte zu einer Erklärung an, doch dann schluckte er sie runter. Er wollte seine Mutter nicht weiter beunruhigen. Stattdessen stand er auf, gab seiner Mutter einen Kuss auf die Stirn und flüsterte ein: „Ist schon gut.“

Dann wand er sich ab, stieg die wenigen Stufen zum Obergeschoss und betrat wieder das Gästezimmer. Er musste so schnell wie möglich hier raus. Raus aus diesem Haus und raus aus der Stadt, die Gefühle und Überlegungen in ihm wachruft, welche er schon vor langer Zeit hinter sich gelassen hatte.

Zu seiner Überraschung und zu seinem Glück, war Sam bereits wach und saß abwartend auf dem Bett.

„Sammy, wir müssen los.“ Dean sah auffordernd seinen Bruder an.

„Hast du dich entschieden?“, wollte der Jüngere wissen und erhob sich.

 

„Ich werde Cass rufen.“, flüsterte Dean kaum hörbar doch die Worte hatten eine Deutlichkeit die kaum zu überhören war.

Vor der Haustür blieben die Brüder stehen. Mary stand dort, mit traurigem Blick, doch einem liebevollen Lächeln auf den Lippen. „Ich weiß zwar nicht was hier vor sich geht, aber ihr seid immer noch meine Kinder. Deswegen bitte ich euch: Passt auch euch auf.“ Sie gab jedem einen Kuss und drück die beiden zum Abschied.

Beim Rausgehen sahen sie noch einmal zurück zu ihrer Mutter, wussten sie doch, dass es das letzte Mal war das sie diese Frau sahen.

 

„Wir brauchen ein Auto“, bemerkte Dean gereizt, nachdem sie schon einige Zeit zu Fuß unterwegs waren.

Die Sonne war bereits aufgegangen und ihre Beine wurden immer schwerer.

„Wo wollen wir Cass eigentlich rufen?“, kam die beiläufige Frage aus Sams Mund.

Deans Magen zog sich allein beim Klang dieses Namens zusammen. Was war nur los mit ihm? „Wir gehen an einen bestimmten Ort“, antwortet Dean trocken seinem Bruder. „Doch zuerst brauchen wir ein Auto.“ Suchend sah sich der Blonde um.

Sie waren bereits in einer Kleinstadt angekommen, also sollte es nicht so schwer sein ein passendes Fahrzeug zu finden.

„Wie wäre es damit?“, grinsend deutete Sam auf einen Minivan, der friedlich in einer Einfahrt stand.

Mit gehobener Augenbraue drehte sich der Ältere zu seinem Bruder. „Dude, willst du mich verarschen!?“, kopfschüttelnd stampfte der Jäger weiter gefolgt vom einem, immer noch grinsenden Sam.

Plötzlich blieb der Kleinere stehen. Ein breites Grinsen schlich sich auf seine Lippen. „Oh, Baby“, flüsterte er und eilte auf die andere Straßenseite, wo ein schwarzer Chevrolet Impala stand. Ehrfürchtig strich er über die Motorhaube. Es war zwar nicht sein leibliches Baby, aber er würde das Schätzchen hier adoptieren, egal was kommen mag.
„Komischer Zufall.“ Sam betrachtete die ganze Szene eher mit Skepsis.

„Nein Sammy, Schicksal!“, grinste Dean und knackte den Wagen mit Leichtigkeit auf.

„Wo wollen wir eigentlich hin?“, wollte Sam nun wissen und durchbrach die Stille die im Auto herrschte.

Starr blickte Dean auf die Straße. „Wir fahren zu dem Ort, an dem ich Cass das erste Mal begegnet bin.“

Tief versunken in Gedanken erinnerte er sich wieder, wie er den schwarzhaarigen Engel traf und mit ihm sprach. Natürlich hatte er damals kein Wort von dem geglaubt, was der Engel von sich gab. Bis er dann diese wunderschönen schwarzen Schwingen sah, die der Engel ihm offenbarte.

Damals… im Schein der explodierenden Lampen.

 

Vor der alten Lagerhalle blieben sie stehen. Schweigend stiegen die Brüder aus und Sam sah sich skeptisch um.

Grinsend ging Dean auf die Tür zu. „Was los, Sammy? Angst vor alten Gebäuden?“

„Haha, sehr witzig.“, verdrehte Sam die Augen.

Schnell brach Dean das Schloss auf und betrag das alte Gemäuer. Wie zu erwarten, waren die Wände mit allen möglichen Symbolen bemalt. 

“Scheint Bobby hat auch in diesem “Universum” seine Finger voll drin”, grinste Dean.

“Was hat es mit dieser Lagerhalle auf sich?”, fragte Sam.

Der Jüngere war ja nicht dabei gewesen als sie, Dean und Bobby, damals das Wesen riefen, welches ihn aus der Hölle gezogen hatte.

“Hier hab´ ich Cass das erste Mal getroffen”, flüsterte er sanft und strich über den kleinen Tisch der in der Mitte stand, wie damals. Nur lagen diesmal keine Waffen und Beschwöhrungsbücher rum. “Vielleicht hilft mir dieser Ort ja Cass zu rufen.”, drehte sich Dean zu seinem Bruder um, der ihn skeptisch musterte.

“Naja, einen Versuch ist es wert”, räusperte sich der Blonde als er Sammys Blick bemerkte.

“Na dann mal los”, feuerte der Braunhaarige seinen Bruder grinsend an.

“Schnauze, Bitch”, knurrte Dean den Größeren an.

Dieser jedoch ließ sich nicht stören und grinste weiter.

“Also gut!... Castiel? Hörst du mich? Kannst du bitte deinen Arsch hierher schwingen?”

“Ähm, Dean? Ich glaube du brauchst mehr ... Gefühl”, feixte Sam seinen Bruder an und hielt sich nur schwer im Griff einen Lachanfall zu vermeiden.

Dean warf dem Jüngeren nur einen genervten Blick zu. Sam ignorierend schloss er die Augen und konzentrierte sich. Konzentrierte sich auf Castiel, auf das Gefühl, was ihn immer durchströmte, wenn er den Engel sah. Freundschaft? Brüderlichkeit? Er wusste es nicht. Castiel, bitte, ich brauche dich. Ich brauche deine Hilfe. Bettete Dean stumm, hoffend der Engel würde ihn erhören. Er öffnete die Augen und sah sich um, doch nirgend eine Spur vom Schwarzhaarigen....

 

 

 

Sam öffnete seinen Mund um etwas zu sagen, doch ein geschrienes: “Castiel! Verdammt! Erscheine wenn ich dich rufe!”, seitens des Älteren, ließ Sam verstummen. Perplex hielt der Braunhaarige inne.

Plötzlich fing die Erde an zu beben und ein unglaublich schriller Ton breitete sich im ganzen Raum aus. Schmerzhaft presste sich Sam die Hände auf seine Ohren und sank auf die Knie. Dean jedoch machte das Geräusch nichts aus. Er starrte gebannt auf die Lichtgestallt, die vor ihm erschien. Hell und rein stand es vor ihm und seine schwarzen Schwingen breiteten sich rechts und links in voller Größe aus. Dean konnte nicht genau erkennen um wen es sich handelte, doch innerlich spürte er das es nur Castiel sein müsste.

“Wie konntest du mich rufen?”, erklang eine unglaublich sanfte Stimme in Deans Ohr. “Und wieso kann ein einfacher Mensch wie du, mich sehen und verstehen?”

 Ein Lächeln schlich sich auf Deans Lippen. “Weil wir miteinander verbunden sind.”, erklärte er und zur Bestätigung zeigte Dean den Handabdruck, der auf seiner Schulter für immer ihre Verbundenheit symbolisieren sollte. “Egal in welcher Dimension.”, flüsterte Dean, innerlich glücklich, dass sein bester Freund erschienen ist.

 

“Ahhhh!!!” Sam schrie schmerzhaft auf und beförderte den Jäger wieder ins Hier und Jetzt.

Der Braunhaarige lag immer noch, vor Schmerzen krümmend, am Boden und hielt sich die Ohren.

“Verdammt!”, fluchte der Blonde und eilte zu dem am Boden liegenden.

“Schnell Cass, besorg dir eine Hülle und triff mich im Motel in der nächsten Stadt.”, schrie er Richtung Engel.

“Ich verstehe nicht. Erst rufst du mich und jetzt schickst du mich fort?”, kam die monotone Aussage.

Innerlich lächelte Dean und wäre die jetzige Situation nicht so verkorkst würde er laut Lachen, doch sie mussten sich beeilen. “Los beeil dich! Sam erträgt deine wahre Gestalt nicht. Er stirbt sonst.”

Ohne weiter nachzufragen verschwand die Lichtgestallt und Sam brach vollends zusammen. Reglos blieb er auf dem dreckigen Boden liegen.

“Shit!” Schnell tastete Dean nach dem Puls und konnte aufatmen. Er war da, zwar etwas schwach, aber er schlug.

Vorsichtig hievte er den Größeren hoch und bugsierte ihn Richtung Auto. Mit viel Kraft und großer Anstrengung verfrachtete er Sam auf die Rückbank. Er selbst setzte sich ans Lenkrad und atmete erst mal tief durch. Das Erste was sie nun brauchten war ein Zimmer und ein Bett.  

 

Lange musste Dean nicht suchen. Gleich an der Ortseinfaht fand er schnell ein Motel. Von außen gesehen war es wohl das heruntergekommenste Motel, das ihm in seiner Laufbahn als Jäger jemals untergekommen war. Aber was blieb ihm anderes übrig? Schließlich lag Sam immer noch bewusstlos auf der Rückbank.

Frustriert seufzend parkte er sein neues Baby auf dem leeren Parkplatz. Nur ein einsames, verlassenes Auto leistete seinem Impala Gesellschaft.

Keuchend bugsierte der Jäger seinen Bruder aus dem Auto und fluchte ein weiteres Mal über Sams Größe. Hätte er nicht ein paar Zentimeter kleiner sein können. Und um Gotteswillen wieso hatte er so viele Muskeln?

 

An der Rezeption angekommen betätigte er das kleine Klingelknöpfchen, das extra für diese Zwecke bereitstand.

Wartend und Sam stützend, stand er nun da wie bestellt und nicht abgeholt. Auch bei mehrmaligem betätigen der Glocke, was gegen Ende mehr ein drauf hauen war, fehlte vom Besitzer jede Spur. Deans Geduldsfaden war kurz vorm zerreißen.

“Hallo? Jemand da?!”, schrie er fast schon.

Und endlich tauchte eine Person aus dem Hinterzimmer auf. Ein fetter Kerl, mit Halbglatze und Fettflecken auf dem T-Shirt.

“Was!”, brummte er den Jäger an.

Deans Augenbraue hob sich als er betont ruhig sprach. “Ein Zimmer. Zwei Betten.” Innerlich zwang sich der Blonde zu Ruhe.

Der Blick des fetten Kerles viel auf Sam und ein dreckiges Grinsen erschien in seinem Gesicht. “Aha.”, schelmisch reichte er die Schlüssel an seinen Gast.

“Das ist mein Bruder”, knurrte Dean als er den Blick bemerkte und riss ihm die Schlüssel aus der Hand.

Kopf schüttelnd machte er sich, samt seiner Last, auf den Weg zu dem Zimmer. Hinter sich hörte er nur noch das Lachen des fetten Kerles und etwas das sich anhörte wie: "Ja, schon klar."

 

“Man Sammy, mach mal weniger Sport”, brummte Dean als er den Braunhaarigen auf das Bett warf.

Zu seiner großen Überraschung war das Zimmer sauberer und angenehmer als er anfangs gedacht hatte. Erleichtert fiel er selbst auf sein Bett. Der Tag war anstrengend gewesen sowohl physisch als auch psychisch.

Castiels erscheinen hat ihn doch sehr verwundert und dann auch noch in seiner waren Gestalt. Was ihm den Rest brachte. In seinem Kopf schwirrten die unmöglichsten Gedanken und er konnte keinen einzigen einsortieren.

Jetzt wo der Engel wieder weg war wünschte er sich Cass wäre nicht aufgetaucht.

"Scheiß auf das Universum! Soll es doch zu Grunde gehen!", fluchte er innerlich.

Mit einem Arm über den Augen schluckte er schwer. Das Auftauchen des Engels brachte alles wieder hoch. Verrat! Wut! Trauer!

Vor allem Castiels Verrat ihm Gegenüber, saß tief in seiner Seele und er verfluchte wieder den Schwarzhaarigen für seine Dummheit. Je mehr er an den Engel dachte desto mehr Bilder tauchten vor seinem geistigen Auge auf. Bilder von der Zeit als Cass noch Cass war. Sein stoischer Blick, das Lächeln des gefallenen Engels, das Dean sah als er von Zacharius in die Zukunft geschickt wurde. Das alles überwog auf einmal die Wut. Und schmerzhaft musste der Blonde sich eingestehen, dass er den Engel unglaublich vermisste. Ohne es zu wollen stahl sich eine kleine Träne aus dem Augenwinkel. Schnell wischte er sie fort. Er durfte nicht weinen! Nicht als Mann! Bitter lächelnd fragte er sich ob er die blauen Seen jemals wieder sehen würde?

 

Träge öffnete er seine Augen und wollte ins Bad gehen, als er plötzlich direkt in ein Paar strahlend blaue Augen blickte.

“Holy crap!”, erschrocken sprang Dean auf und fiel dabei vom Bett.

Auf dem Boden angekommen bleib er fürs Erste liegen und musste sich erst mal fassen.

“Hallo.”, drang ihm auch schon, eine allzu bekannte dunkle Stimme, ans Ohr.

Langsam drehte Dean seinen Kopf zur Seite und da stand ER. “Castiel.”, flüsterte Dean und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. “Egal in welcher Realität man ist, manche Dinge ändern sich nie”, rappelte sich der Blonde, zu Castiel gewandt, auf.

Die schwarzen Haare standen im wirr vom Kopf und die blauen Augen blickten wie immer fragend zu ihm. Castiel, der Engel, hat sich auch dieses Mal, wie sollte er anders auch sein, den Körper von Jimmy Novak “ausgeliehen”.

 

Vor dem Engel blieb der Jäger stehen. Tief versunken, sah er in die unendlichen Tiefen der blauen Seen. Plötzlich kam ihm der Traum der letzten Nacht in Erinnerung. Der Traum von blauen Augen, groben Händen die über seinen Körper glitten und Lippen so zart und sanft. Und als hätte jemand Dean angezündet, wurde ihm auf einmal ganz heiß und jegliches Blut schoss ihm sowohl nach oben in sein Gesicht als auch nach unten in seine Hose. Das konnte doch unmöglich sein!? Er konnte doch nicht von Cass geträumt haben?! Schluckend entfernte sich der Jäger von dem Schwarzhaarigen, der immer noch fragend dreinblickte.

 

“Ist diese Gestallt nun besser?”, deutete der Engel auf seinen Körper. Dean konnte nur nicken, zu mehr war er im Moment nicht fähig.

 

“Wieso habt ihr mich gerufen?”

Dean warf seinem Bruder, der immer noch auf dem Bett lag und keine Anstalten macht aufzuwachen, einen kurzen Blick zu. Sam war der bessere Erzähler und kannte sich mit diesem ganzen Dimensions-Kram besser aus. Doch wie es aussah wollte der Braunhaarigen ihn diesmal im Stich lassen.

Abwartend blickte ihm Castiel entgegen. Was sollte Dean ihm erzählen? Er verstand die ganze Situation ja selbst kaum.

“Ähm... Naja, es ist so...”, angestrengt versuchte der Jäger die richtigen Worte zu finden, scheiterte jedoch kläglich daran.

Sich am Kopf kratzend, blickte er auf den Boden. Die gesamte Situation war ihm äußerst peinlich. Cass musste ihn jetzt für einen kompletten Vollidioten halten.

Plötzlich hörte er das allzu bekannte flattern von Flügeln und in der nächsten Sekunde spürte er zwei Finger auf seiner Stirn.

Wie angewurzelt stand er da und konnte sich nicht rühren. Die Nähe und Präsenz des Engels verschlugen ihm den Atem. Nach weiteren Augenblicken, in denen weder er noch Cass etwas sagten, wurde es Dean zu unangenehm.

Laut räuspernd fragte er sein Gegenüber: “Ähm, Cass? Darf ich fragen was du da eigentlich machst?”

“Ich lese in deinen Gedanken wer ihr seid und was ihr hier macht”, kam die ruhige Antwort.

“Holy, shit! Cass!”

Wie von der Tarantel gestochen sprang Dean aus der Reichweite des Schwarzhaarigen.

“Du kannst doch nicht einfach in meinen Gedanken wühlen!”, beschwerte sich der Blonde und gestikulierte wild mit den Armen. “Das ist privat. Persönlicher Freiraum, das hab ich dir doch schon mindestens zehnmal erklärt!”

Das verblüfte und fragende Gesicht Castiels brachte ihn promot wieder auf den Boden der Tatsachen und ließ ihn daran erinnern, dass es der falsche Engel war, der hier vor ihm stand. Diesen Cass hatte er noch nie getroffen und somit kannte der Schwarzhaarige auch keinen “persönlichen Freiraum”.

“Oh”, entkam Dean die Enttäuschung. “Weißt du Cass, obwohl du und der Castiel, denn ich kenne, eigentlich die ein und dieselbe Person seid, füllt sich deine Gegenwart doch anders an.”, Traurig sah er in die blauen Augen. Schmerzhaft zog sich sein Herz zusammen und schrie förmlich den Grund dafür raus.

“Ich verstehe nicht was du meist.” Mit schief gelegtem Kopf sah der Engel zu dem Menschen. Dieser jedoch grinste nur und schüttelte den Kopf. “Ist schon gut Castiel. Hast du erfahren warum wir hier sind?”, wechselte der Jäger das Thema.

Der Schwarzhaarige nickte. “Euch hat Chronos hierhergebracht.”

“Ganz genau.”, bestätigte Dean. “Doch leider ist er tot. Also wie...”

Ein keuchen, vom neben Bett, ließ ihn verstummen. Schnell eilte er zu seinem Bruder der sich schwerfällig aufsetzte.

“Sammy? Alles in Ordnung.”

Doch Sam reagierte nicht. Konfus irrte sein Blick durch den Raum bis er bei seinem Bruder hängen blieb.

“Sammy? Du machst mir Angst.”

Der Braunhaarige sah zwar wie sich Deans Lippen bewegten doch drang kein Ton an seine Ohren. “Dean, ich kann nichts hören.”

Panik stieg in ihm auf. Was ist hier los? Sams Augen huschten durch den Raum. Schlussendlich erblickte er Castiel und die Erinnerungen kamen hoch. Sie waren in diesem Lagerhaus um den Engel zu rufen und an das, was danach passierte konnte er sich nicht mehr erinnern.

Sich den Kopf haltend stand Sam vorsichtig auf.

“Fuck”, fluchte Dean. “Sam? Sam!”

Doch dieser reagierte nicht. Dean sah wie Blut aus Sams Ohren kam. Was sollte er nur machen? Was wenn sein Bruder wirklich nichts mehr hörte und es nicht besser wird? Sein Blick huschte zu Castiel. Das ist es! “Castiel? Kannst du Sam helfen?!”

Es klang alles andere als nach einer Bitte und trotzdem setzte sich der Engel in Bewegung. Kurz berührte er Sams Stirn und das Blut, das vorher noch aus seinen Ohren kam, verschwand. Erleichtert atmete Dean auf. “Sammy?”, fragte er probeweise und der Braunhaarige drehte sich zu ihm. “Gott sei Dank”, flüsterte der Blonde und an Castiel gewandt fügte er ein “Danke” hinzu. Wieder versetzte sich Castiels Kopf in Schieflage. “Ich bin nicht Gott.”

Kurz wechselten Dean und Sam einen Blick und im nächsten Moment brachen die beiden in Gelächter aus.

“Hoffen wir, dass bleibt auch so”, kam es von Dean, zwischen zwei Atemzügen.

 

“Also kommen wir wieder zum Wesentlichen”, wischte sich Dean eine Lachträne aus dem Augenwinkel. “Hast du eine Ahnung wie wir nun nach Hause kommen?”

Castiel sah die Brüder nachdenklich an.

“Wir haben gehofft du kannst uns zurück zappen”, wand Sam ein.

Langsam schüttelte Castiel den Kopf. “Ich kann das leider nicht. Dafür bin ich zu schwach. Ich werde jemand anderes holen, der das kann.”

“Und wenn?” Neugierig richteten sich die Blicke auf den Engel.

“Castiel. Der Castiel aus eurer Welt.”...   

Autorennotiz

Eine kleine überarbeitete Version meiner Destiel Geschichte die ich auch schon auf FF.de habe.
Viel Spaß beim lesen. :)

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Autor

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Statistik

Kapitel:6
Sätze:974
Wörter:11.375
Zeichen:65.003

Kurzbeschreibung

„Du meinst doch nicht das, was ich denke, das du meinst?“ „Ganz genau das, Sammy.“, grinste der Blonde weiter und sah auf seinen Bruder hinab. Sam knurrte nur ein ´Idiot` und ergab sich in sein Schicksal. „Du willst also wirklich, dass ich den Köder spiel...Achtung: Spoiler Staffel 7

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