******************** (In)Voluntary von Fandalite ******************** ++++++++++++++++++++ Kurzbeschreibung ++++++++++++++++++++ Die Menschen machen es sich gern einfach, die Welt in klare Kategorien einzuteilen: Gut und Böse, Opfer und Täter, Schurke und Held, unfreiwilliger Wirt und Kollaborateur. In unseren Köpfen entsteht schnell ein fein säuberliches Bild getrennt nach schwarz und weiß. Tatsache ist aber, dass das nicht das wahre Leben ist, denn es spielt sich dazwischen ab, dort wo die Grenzen wortwörtlich zu Grau verschwimmen. ---Sidestory zu "The Conversion" , Pre - bzw Sequel von "A Hosts Life"--- -------------------- 1. Kapitel: Grey -------------------- grey (adj. engl.) grau, undurchsichtig, düster, farblos, neutral, unbestimmt u.a ... ***Ein freiwilliger Wirt zu sein war ein ziemlich dehnbarer Begriff.Zumindest damals, in meiner Welt während der Invasion denn davor, bevor ich selbst einer von ihnen wurde und im Käfig gesessen war mit den Anderen,  waren Freiwillige der Abschaum des Abschaums für mich gewesen.Leute die ihren freien Willen aufgegeben und den Yirks die Kontrolle über ihre Körper erlaubt hatten, weil sie sich dadurch eine bessere Behandlung erhofften oder auch einfach nur zu den "Siegern" gehören wollten.Heute denke ich anders darüber, denn ich habe beide Seiten gesehen und kann dazu nur sagen, wäre es wirklich so einfach gewesen, also dass man nur unterteilen musste in Schwarz und Weiß, in Kollaborateur und Opfer, gute Menschen, schlechte Yirks -  wäre ich niemals freiwillig geworden.Vielmehr  spielten mehrere Faktoren eine Rolle, zum einen einfach die Tatsache, dass die Zeit in den Käfigen mich langsam aber sicher mürbe gemacht hatte .Das ständige Schreien, der Terror in den wenigen zwei Stunden Freiheit die ich hatte.Die Hoffnungslosigkeit.Das alles forderte seinen Tribut und oft, viel zu oft  hatte ich inzwischen schon drüber nach gedacht was ich getan hätte wenn alles anders gelaufen wäre.Wenn die Yirks uns einfach gefragt hätten, friedlich.Wenn sie uns nicht als Sklaven und minderwertige Tiere gesehen hätten, sondern als Gleichberechtigte. Ob ich den Gedanken Wirt zu sein auch dann noch so gehasst hätte  wenn da kein Imperium  gewesen wäre und keine heimliche Invasion.Wenn es nicht bedeutet hätte, hilflos in einer Ecke meines Verstandes gefangengehalten zu werden und zusehen zu müssen, wie Issrin und ihre Leute meinen Artgenossen dasselbe antaten.Oft sehnte ich mich einfach nur nach ein bisschen Freiheit oder zumindest die Möglichkeit mich zu setzen und die Beine ausstrecken zu können, s c h l a f e n zu können, ohne von meinen Mitgefangenen zertrampelt zu werden.Nicht über eine Stunde mit einer vollen Blase gegen Gitterstäbe gepresst, oder wahlweise von Hork-Bajir-Controllern fast über den Boden geschleift  zu werden.Mir den Poolschleim aus den Haaren waschen zu können ohne Issrin dabei in meinem Kopf zu haben, mit meinen eigenen Händen die ich selbst steuerte.Etwas zu trinken, wenn meine Kehle vollkommen trocken und die Reinfestation noch mindestens eineinhalb Stunden weit weg war.Lächerliche Kleinigkeiten und einfach eine etwas... - verzeihen Sie das Wort- m e n s c h l i c h e r e  Behandlung.Das Gefühl wenigstens irgendetwas in meinem Leben kontrollieren zu können, auch wenn es nichts weiter sein würde als eben das.Ein Gefühl, eine Illusion.Ich wusste wie dumm diese Wünsche eigentlich waren und dass solche Gedanken mich irgendwo auch zu einem Verräter meiner eigenen Art machten.Dass es Leute gab, die das ganze schon wesentlich länger ertrugen als ich ohne weich zu werden, einfach weil sie eindeutig stärker waren als ich  und schämte ich mich schrecklich dafür, mir diese banalen Freiheiten zu wünschen.Issrin wusste das natürlich.Sie wusste alles, kannte jeden einzigen meiner Gedanken .Trotzdem hatte sie mir niemals diese Freiheiten angeboten und ich hätte damals  auch niemals damit gerechnet dass sie es irgendwann tun würde.Ich hatte keine Ahnung gehabt, was kommen würde und wehrte mich dagegen,als es schließlich so weit war, weil ich mir einfach nicht eingestehen wollte, dass ich am liebsten sofort angenommen hätte , weil ich bereits zu sehr ich am Ende war nach nicht einmal vier Wochen, um noch weiter Widerstand zu leisten.Issrin nutzte das aus um mich schließlich gefügig zu machen, wie sie bisher alles ausgenutzt hatte.Das machte sie wiederrum zur Bösen in diesem Spiel und Ich nahm schließich auch das Angebot an.Das machte mich unvermeidlich zum Verräter, aber es rettete wahrscheinlich auch meine geistige Gesundheit und die damalige, zumindest vorrübergehende Freiheit meiner Familie...Was war also gut an meiner Entscheidung, was war schlecht?Zählt der Schutz derer die man liebt, denn nicht mehr als der eigene Stolz?Hätte ich wirklich irgendjemand damit geholfen, wenn ich weiterhin im Käfig gesessen wäre und langsam aber sicher den Verstand verloren hätte?Hätte es die Yirks aufgehalten?Vermutlich nicht, aber von zehn Milliarden Menschen auf diesem Planeten und den über Acht Millionen Yirks die hier geboren wurden und nichts anderes kennen als Freiheit, Gleichheit und Demokratie, würde das wahrscheinlich jeder ein kleines bisschen anders sehen.Ein bisschen mehr weiß oder ein bisschen mehr schwarz je nach dem, oder viel einfacher: Grau eben und wie gesagt, ist Grau eine sehr interessante Farbe von der es unendlich viele Abstufungen gibt.Deshalb ist das auch das erste Wort das mir einfällt, wenn ich heute diesen Abend, ja überhaupt meine gesamte Zeit als unfreiwilliger Wirt beschreiben soll: Es war grau.Grau in so vielerlei Hinsicht...                  (Lou Berenson , 22. Februar  2046, Berlin) -------------------- 2. Kapitel: Force -------------------- force (noun engl.) Macht ,Stärke, Wucht Druck, Zwang, Gewalt u.a ... ***Abend.Es war später Abend um genau zu sein und Issrin machte sich gerade fertig für ein Meeting beim sogenannten Freundschaftsklub.Duschen, frische Klamotten anziehen, das volle Programm.Ich versuchte währenddessen ganz verzweifelt einzuschlafen, weil ich absolut darauf verzichten konnte, mehr als unbedingt notwendig bei Bewusstsein zu sein. Ich wollte zumindest noch einwenig dösen und Kraft  sammeln, wenn wir wieder ausgerechnet d o r t  hin gingen.Etwas das mit einer Yirk in meinem Kopf, die gerade gefühlten tausend Gedanken nachhing, nicht gerade einfach war.Am leichtesten schaffte ich es nämlich immer, dann wegzunicken, wenn sie grade abgelenkt war, selbst regenerierte, oder sich um eine ihrer Yirk-Aufgaben kümmerte.Wenn ihre Aufmerksamkeit aber stattdessen schwer wie ein Bleigewicht auf meinem vor Müdigkeit und Resignation weichen Verstand lag, war das natürlich so gut wie unmöglich.Mindestens so unmöglich, wie einzuschlafen, während man unter einem Auto eingeklemmt ist und ich hatte auch so eine leise Ahnung was, oder besser gesagt wer ein Grund für die pünktlich alle drei Tage wieder kehrende Grübelei sein könnte: Ich.Denn noch vor dem Meeting der Vollmitglieder würden wir selbstverständlich wieder den Pool aufsuchen.Ich würde in den Käfig gesteckt werden zusammen mit einer Menge anderer Leute, während Issrin, aus welchem Grund auch immer, für gute zwei Stunden nicht in meinem Kopf sein würde und Tatsache war, seit ich vor ihrem Sub-Visser und den Augen von zwei anderen Yirks rebelliert hatte, wusste sie durch eben diese zwei anderen auch, wie ich vor anderen Unfreiwilligen über sie sprach.Dass es meiner Meinung weitaus schlimmere Yirks gab als Issrin und ich unter diesen Umständen sogar "froh" war sie in meinem Kopf zu haben und keinen von den "Anderen"."Froh", weil sie im Gegensatz zu denen wenigstens ansatzweise fair war und nicht nur zum Spaß an der Freude Psycho-Folter einsetzte, weil sie mit mir sprach und mich nicht ignorierte.Und, zu guter Letzt: Weil sie in den vier Wochen wo sie mich jetzt schon fremd steuerte nicht ein einziges Mal versucht hatte, meine Familie zu rekrutieren, oder auch nur irgendeinen anderen Menschen.Bedauerlicherweise waren anscheinend weder ihr Verhalten, noch das Lob eines Wirts besonders erwünscht im yirkanischen Imperium und Issrin hatte um es mal vorsichtig auszudrücken, Ärger deshalb bekommen.Ziemlich großen Ärger.Zwar war es ihr irgendwie noch gelungen; ihren Kopf wieder aus der Schlinge zu ziehen und ihr Sub-Visser hatte eine Art Gnadenfrist verhängt.Eine, die sie auf jeden Fall genutzt hatte, denn seit dem vor-vorletzten Poolbesuch hatte Issrin natürlich fleißig Flyer im Park verteilt und Leute angeworben.Sogar Milan, den hauseigenen Pechvogel an meinem Arbeitsplatz.Aber trotzdem hatte sie natürlich Angst, wenn wir wieder in diese unterirdische Alien-Kommandozentrale zurückkehrten, weil sie wusste, dass sie, egal wie sehr sie sich jetzt auch bemühte, keine zweite Chance mehr bekommen würde, wenn sie sich noch einen Fehler erlaubte, oder noch schlimmer: Wenn ich wieder irgend etwelche Details ausplauderte, die außerhalb meines Kopfes einfach nicht existieren durften.Dinge wie zum Beispiel die privaten Gespräche und Diskussionen zwischen uns.Details darüber wie sehr Issrin Menschendinge mochte oder unser Essen oder...Oder, dass sie mich nach ihrem Anschiss durch den Sub-Visser und die anderen Beiden nicht gefoltert hatte.Kurz und bündig: Plötzlich hatte ich auch eine Art Macht über die Yirk.Ein falsches Wort von mir in den Käfigen, bestenfalls sogar in Gegenwart der Wirtin von diesem Yaplin und sie könnte auf der Stelle einpacken.Ihre Mit-Yirks würden ihr das Leben zur Hölle machen oder sie vielleicht sogar töten.Sie wusste es und natürlich war ihr auch absolut klar, das ich es wusste.Das gefiel ihr nicht.Ganz und gar nicht!((Macht ist relativ, Mensch.))Sagte Issrin plötzlich ungefragt mitten in die Stille meiner Gedanken hinein -Sie sagte es einfach so, mit derselben ruhigen kühlen Stimme, mit der sie meistens mit mir sprach, während sie im Badezimmer vor dem Spiegel stand und mit dem Zeigefinger einen kleinen Pickel an meiner Wange untersuchte.Ihr dabei ins Gesicht zu sehen, in mein Gesicht während sie mit mir redete, und zu sehen, wie sie meinen Mund zu einem kaum sichtbaren spöttischen Grinsen verzog, war auf eine ganz neue Art seltsam und irgendwo auch unheimlich.Es verdeutlichte umso mehr, dass ich nichts weiter als ihr Gefangener war.Nichts weiter als eine Stimme in meinem eigenen Kopf.Eingesperrt.Wehrlos.Trotzdem fasste ich mich recht schnell wieder.((Ach ja? ))Gab ich teils belustigt, teils verärgert zurück.((Ich könnte ihnen erzählen, wie sehr du das Lied von Eis und Feuer magst))((I c h  könnte mich vollkommen unbekleidet zu denen Sippenmitgliedern an den Abendtisch setzen.))((Ich könnte ihnen sagen, dass du vor einer Woche nur deshalb so übermüdet beim Meeting warst, weil Emily wieder mal bei mir im Zimmer schlafen wollte und du mit ihr geredet hast, über M e n s c h e n d i n g e , die ganze N a c h t !))((Ich könnte deine wenigen Freunde zu dem Picknick einladen... Oh ja, Mensch, zu d i e s e m Picknick))Issrin gluckste und merkte natürlich sofort, wie ich bei der Erwähnung des "Picknicks" mental zusammenfuhr, während sie  meine Haare durch kämmte.Amüsierte sich darüber, denn eigentlich hatte sie schon vor über zwei Wochen die Order bekommen, möglichst viele Leute dafür aufzugabeln, natürlich nicht ohne Grund.Die Yirks erwarteten sich davon einen ordentlichen Zuwachs an jungen Mitgliedern für den Freundschaftsklub.Möglichst viele gesunde kräftige Wirte im besten Alter.Da es, aber wenn überhaupt, nur halb ernst gemeint war und Issrin bisher nicht mal einen einzigen meiner Freunde gefragt hatte, entspannte ich mich sofort wieder und kam auf unser "Spiel" zurück.((Ich könnte aber auch darüber plaudern, dass du nicht gerade toll findest, wie Yaplin und Carlan mit ihren Wirten umgehen))((Wenn du das tust, würde ich degradiert werden. Das bedeutet keinen, oder zumindest einen weit weniger effizienten Wirt für mich. Dieser Körper würde natürlich sofort an einen anderen Yirk weitergereicht werden .Einen der weniger Geduld mit dir hätte als ich. Du hättest nicht lange Freude an deinem Triumph.))Ärger kam auch in Issrin hoch, aber nur leicht.Vergleichbar mit dem Ärger eines Menschen über eine lästige Fliege und er vermischte sich mit ihrer Belustigung.Trotzdem machte es mich irgendwie langsam echt sauer, dass sie über alles was ich sagte, nicht mal ein bisschen mit der mentalen Wimper zu zucken schien.((Ich könnte ihnen aber auch sagen, dass du mich nicht gefoltert hast, weil du M i t l e i d  mit mir gehabt hast und dass du meine Familie verschonst.  Dass du mir teilweise sogar die Kontrolle gegeben hast, zumindest am Anfang. Sympathisieren mit Wirten, darauf steht die Todesstrafe richtig? ))((Und ich könnte ihnen deine Erzeugerin bringen, samt allen anderen Menschen, die dir wichtig sind. ))Issrin knallte die Bürste auf die Ablage über dem Waschbecken.Jetzt war sie wirklich zornig.Ihre Freude an unserem kleinen Frenemy-Spiel endete abrupt.und ich war zu weit gegange, war unvorsichtig gewesen. Das wusste ich sowie ich ihre Emotionen spürte, denn sie meinte das ernst.Absolut und vollkommen, ich konnte es spüren.Sofort wurde mein Ärger zu verzweifelter Wut.((Nein! Das kannst du nicht tun, du... Du hast mir dein W o r t gegeben, dass du sie in Ruhe lässt wenn...-))((Wenn du nicht gegen meine Kontrolle rebellierst, ja. Aber Tatsache ist, dass seit deinem Widerstand vor Subvisser Zweihundertdreiundfünfzig unsere Vereinbarung deine Familie zu verschonen, ungültig ist. Ich kann mit ihnen tun was ich will.))((Wenn...wenn du das tust dann... Dann..-))((Was dann, Mensch ?))Fragte Issrin kalt und lauernd.Fragte, obwohl sie natürlich schon lange wusste, was ich dachte.Wollte, dass ich den Gedanken direkt an sie richtete.Wollte sehen, ob ich es wirklich wagte, weil ich zögerte, aber nur für eine Sekunde.((Dann werde ich alles dafür tun damit deine yirkanischen Kollegen dich einen Kopf kürzer machen. Yaplin wird dich melden, mit einem dicken fetten Grinsen im Gesicht und dann...-))((Und dann endet deine kleine Fantasie , Mensch. Gib es auf! Du bist eine feige Kreatur,aber nicht dumm. Mich zu töten würde deine Situation mit großer Wahrscheinlichkeit verschlechtern.  Wir beide wissen, dass du es allein deshalb niemals tun würdest.))Ich schwieg.Sagte nichts, zumindest nicht bewusst und an Issrin gerichtet.Aber  sie hatte natürlich Recht.Wieder einmal.Immer.Meine Situation war aussichtslos und ich konnte nichts tun, auch wenn ich für einen Moment und blind vor Wut gedacht hatte, ich hätte tatsächlich  genug Mut, um meinen Bluff in die Tat umzusetzen.In Wahrheit konnte es nicht.Konnte niemanden beschützen.((Bitte tu es nicht, Issrin. Lass sie zufrieden, ich bitte dich!))((Das werde ich. Es gibt keinen Grund etwas an der aktuellen Situation zu ändern. Die einzigen Lebensumstände die ich heute ändern werde, sind deine eigenen. Du bist unberechenbar. In Kontrolle schwierig, emotional und redselig. Deshalb kann ich es  nicht riskieren, dich weiter in den Käfigen zu lassen wie bisher.))Ich antwortete nicht auf Issrins Worte,doch  mein Erstaunen war ihr bestimmt Antwort genug.Immerhin hatte ich mittlerweile jegliche Hoffnung aufgegeben, jemals wieder als unbesetzter Mensch aus diesen verdammten Käfigen herauszukommen und jetzt das.Trotzdem wusste ich natürlich nicht was genau die Alternative dazu war, oder was Issrin von mir erwartete.In den ganzen Wochen die sie jetzt schon in meinem Kopf lebte, hatte sie immerhin noch nie irgendetwas für mich getan, ohne etwas dafür von mir  zu verlangen.Ihre kleinen "Gefallen" mir gegenüber verlangten immer eine Gegenleistung, es sei denn....((Du...du willst mich nicht mehr einsperren lassen aber... Aber was dann? Bedeutet das vielleicht sogar du willst ...))Meine Gedanken rasten.Euphorie löste sich mit Panik ab, während mein Verstand mögliche Szenarien vor meinem geistigen Auge ablaufen ließ, eine schlimmer als die andere.((Du fragst dich, ob ich dich töten lassen würde... Ob ich dich f r e i g e b e ?))Issrin lachte.Es war kein böses Lachen, auch wenn ich es im Moment so empfand, weil sie durch den Umstand, dass sie sich allem Anschein nach so köstlich über meine kleinen Gedankenfilme amüsierte, all meine Hoffnungen auf Freiheit mit einem Schlag zunichtemachte.((Nein. Dieser Körper ist zu wertvoll um ihn leichtfertig zu entsorgen und dich f r e i z u l a s s e n  wie du es nennst, liegt weit jenseits meiner Kompetenz.Abgesehen davon wäre es ein zu großes Sicherheitsrisiko. Kein Nessirk der an seinem Leben hängt, würde es freiwillig eingehen.))Nessirk?! ...((Aber ich kann deinen Status ändern. Immerhin verhältst du dich mittlerweile ruhig am Poolbereich und bist einfach zu händeln. Im Grunde genommen verschwende ich Platz, der bald für andere Yirks gebraucht wird. Was ich tun will ist zwar riskant, weil man mich zur Rechenschaft ziehen wird für dein Verhalten aber...))Eine eindeutig gewollte Pause entstand.Verdammt, diese Yirk spannte mich absichtlich auf die Folter. Beobachtete mich!((Okay, das heißt auf gut deutsch du wirst mich nicht umbringen, aber freilassen willst du mich auch nicht. Gut, ich freue mich nämlich, dass ich zumindest am Leben bleiben darf, aber wenn ausserhalb der Käfige nicht  automatisch sowas wie Freiheit für mich bedeutet,was dann? Was hast du mit mir vor, Issrin?))((Ich werde dich zu einer Freiwilligen machen.))Zu einer Freiwilligen?!Obwohl ich ganz genau gehört hatte, was sie sagte, hatte ich damit natürlich nicht gerechnet und erfasste erst den Sinn der Worte nicht ganz.Freiwillige...Das waren doch diese Menschen, die ihre Körper freiwillig an die Yirks abgetreten hatten.Die Leute außerhalb der Käfige, die aßen und lachten und Zeitung lasen oder fernsahen, während ihre Yirks im Pool schwammen. Verräter an der menschlichen Rasse, keine Opfer.Nicht so wie ich.((Nein))Ich sagte es lang bevor ich Issrins Angebot auch nur ansatzweise überdacht, oder verdaut hatte.Obwohl Issrins Aufmerksamkeit immer noch voll und ganz auf mir lag.((Das...das mache ich nicht, du kannst mich nicht dazu zwingen))((Nein, das nicht.))Die Yirk  seufzte.Sie hatte anscheinend mit einer völlig anderen Reaktion gerechnet und war dementsprechend enttäuscht und frustriert.((Aber ich habe bereits e i n m a l deinen Widerstand ignoriert.Noch einmal werde ich das nicht tun.))((Aha und das heißt was? Was willst du tun, wenn ich nicht mitspiele, Issrin? Willst du ihnen meine Familie bringen? Mir wieder d a m i t  drohen? VERSTEHT IHR DAS UNTER F R E I W I L L I G K E I T?!))((Nein. Ich würde  auf das D r o h e n  verzichten, wenn du dich weigerst und wir verstehen unter Freiwilligkeit dasselbe wie ihr.))Erstaunlicherweise blieb Issrin vollkommen ruhig, obwohl ich in Gedanken fast schrie, während sie meinem Kragen richtete und danach endlich das Bad verließ.Ihre Emotionen fühlten sich an wie  die kühle, spiegelglatte Oberfläche eines ruhigen Sees an einem Herbstabend als sie meine Jacke vom Haken im Vorraum nahm und nach dem sie meiner Mutter durch die geschlossene Wohnzimmertür ein hastiges "Tschüss zugerufen hatte, endlich das Haus verließ.Erst draußen in der kalten Abendluft als sie mein Rad aus der Garage holte, sprach sie wieder mit mir((Wie auch am Anfang hast du wieder die Wahl Mensch. Ich biete dir die Freiheit deiner Familie an, solange du kooperierst. Ihr Wohl liegt nach wie vor in deiner Hand und nicht nur ihres. Abgesehen davon bist du bereits geschwächt und würdest nicht noch mehr ertragen.Beende den Widerstand. Er ist unvernünftig und keine Alternative. Nicht d i e s e s  Mal))))((Wie bitte, ich würde nicht mehr e r t r a g e n ? Nicht mehr ertragen von was? Von eurer absolut unterirdischen Behandlung am Pool? Von deiner Anwesenheit in meinem  K o p f   um die ich nie gebeten habe und dass du mich zu deinem Sklaven machst? Willst du mich etwa zur Freiwilligen machen, weil ich sonst bald zusammenklappe oder durchdrehe? Weil ich dir l e i d tue? Oh wie schön, noch mehr Mitleid und Verräter-Aktivitäten von unserer braven Yirk-Soldatin, hm da wird sich unser Freund der Subvisser aber überhaupt nicht darüber freuen))Spottete ich voll Hass, obwohl ich am liebsten geweint hätte, wenn ich es gekonnt hätte, weil ich vor allem verletzt war, schockiert und am Ende meiner Kräfte.Eigentlich viel zu sehr um noch sarkastisch zu sein.Issrin wusste wie es um mich stand.Wusste alles.Ich hatte nichts mehr.Keine Privatsphäre, keinerlei Macht.Nichts, das einzig und allein ganz und gar meins war, solange  s i e  es nicht wollte!Wie von weitem fühlte ich die Gänsehaut in meinem Nacken als der Wind darüber strich und mir in die Haare fuhr, während Issrin in die Pedale trat.Ich fühlte mich nackt, entmenschlicht und auf einen seelenlosen Gegenstand reduziert.Wie ein körperloser Geist irgendwo eingesperrt im hintersten Winkel meines Verstandes.Issrin hatte mich dazu gemacht und ich hasste sie dafür.Aber trotzdem hörte ich sie.((Nein. Es bedeutet, dass du jetzt Widerstand leistest, aber lernen wirst, dass es Vorteile mit sich bringt freiwillig zu sein. Bald wirst du nicht mehr in die Käfige zurückwollen))Ihre Worte.Sie waren eine Qual.Folter wie alles andere, weil ich mich nicht dagegen wehren konnte.Weil ich sie nicht ausblenden konnte.Weil es die Wahrheit war.Weil Issrin Recht hatteIch war am Ende, hatte keine Wahl.Es hatte keinen Sinn mich noch länger dagegen zu wehren.Zuviel stand auf dem Spiel...((In Ordnung Issrin, du hast gewonnen, ich gebe auf. Was muss ich tun?))Issrin sagte zwar nichts, ihre Aufmerksamkeit lag voll und ganz auf dem dunklen Weg vor uns, aber ich fühlte dafür nur zu  überdeutlich ihre Zufriedenheit und Erleichterung in mir hochkommen.Ihre Genugtuung zu fühlen war widerlich, aber  gleichzeitig auch Antwort genug... ******************** Am 5.2.2026 um 19:20 von Fandalite auf StoryHub veröffentlicht (https://storyhub.de/?s=PkeH5) ********************