Zorro

Kurzbeschreibung:

Am 11.6.2017 um 21:28 von Silberfeder auf StoryHub veröffentlicht

Zorro saß auf einem Baumstumpf mitten im Wald.
Es war friedlich. Nichts regte sich. Er war allein.
Seine schlohweißen Haare hoben sich vom Grün und Braun der Pflanzen ab.
Zorro hatte nie gedacht, dass er alt werden würde. Er hielt sich nie zurück, war daher der Überzeugung gewesen, dass er eines Tages im Kampf sterben würde. Aber das Schicksal hatte andere Dinge mit ihm vorgehabt.
Er hatte gelebt. Überlebt.
Sie alle.
Ruffy. Nami. Lysop. Sanji. Vivi. Chopper. Robin. Franky. Brook. Jimbei.
Seit Jahren waren sie tot.
Hinrichtung. Krankheit. Seesturm. Verschollen. Attentat. Alterschwäche. Verschüttet. Marineangriff. Seewasser. Zweikampf.
Hatten ihn alleine gelassen.

Zorro saß noch immer auf dem Baumstumpf mitten im Wald.
Es war friedlich. Nichts regte sich. Er war einsam.
Er wusste nicht, wann er das letzte Mal mit jemanden gesprochen hatte.
Er wusste auch nicht, wann er das letzte Mal einen Tropfen Alkohol getrunken hatte.
Er wusste noch weniger, wann er das letzte Mal gelacht hatte.
Er wusste, seine Freunde hätten nicht gewollt, dass er sich so benahm, aber er konnte nicht anders.
Er betrachtete seine Schwerter. Sie hatte er seit damals nicht mehr abgelegt.
Sanft strich er über die Schwertscheiden, die Griffe, spürte die Mordlust des Kitetsu.
Jemand kam.

Zorro saß nicht mehr auf dem Baumstumpf, war aber noch immer mitten im Wald.
Der Frieden war vorbei. Alles bewegte sich. Er kämpfte.
„Ich fordere dich heraus, Lorenor Zorro“, hatte er gesagt. Ein Junge, den Zorro vor Jahren im East Blue entdeckt hatte. „Ich bin der beste Schwertkämpfer der Welt.“
Der Kampf dauerte nicht lang, aber reichte, um den kompletten Wald zu verwüsten.
Es endete, als das Kitetsu in seinem eigenen Herren steckte.
Zorro war besiegt, der Titel wanderte weiter.
„Gut gemacht“, murmelte Zorro ihm zu und lächelte, denn bald war er wieder bei seinen Freunden.
Er schloss die Augen.